Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

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Kölner1302
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Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Kölner1302 » Sa 21. Sep 2019, 09:02

Tief im Westen steigen die Preise von Einfamilienhäusern jetzt um ca. 700 € / Monat.
Kein Normalverdiener kann dagegen ansparen.
Jeder, der bis jetzt noch keine Immobilie bezahlen kann, wird sich auch in Zukunft nie eine leisten können. Außer man erbt.
Die Gesellschaft zerfällt in Besitzer und Besitzlose.
https://www.immobilienscout24.de/immobi ... koeln.html
Inzwischen ziehen auch die Mieten stark an.
Viele Besitzlose werden ihre Unterkünfte nicht mehr bezahlen können, sobald sie Rentner werden.

Tief im Osten dagegen erleben Immobilieneigentümer in einigen Regionen einen Totalverlust.
Nach der Entvölkerung folgt nun die Entwertung.
https://www.immowelt.de/immobilienpreis ... ungspreise
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Atue001 » Sa 21. Sep 2019, 23:50

Ein gutes Beispiel für einen Markt, der Seitens des Staates falsch geregelt ist.

WENN man als Staat das Ziel hat, dass sich die Zahl der Wohneigentümer erhöht, dann braucht es dafür kostengünstige Grundstücke in passenden Lagen in der Nähe der Arbeitsplätze.
Bei großen Wohnungsbaufrimen wäre eine geeignete Maßnahme, dass diese Wohnraum zu einem größeren Anteil als Mietkauf anbieten müssen. Das wären dann zwar ggf. etwas höhere Mieten, aber es würde dennoch die Besitzverhältnisse verändern.

Eine vernünftige Lösung wäre auch, mal eine ganzheitliche Politik zu machen, die die Arbeitsplätze dort schafft, wo Wohnraum bezahlbar ist. Die zunehmende Verstädterung versus der Verödung ländlicher Gebiete ist auch mit eine Ursache dafür, dass die Preise für Wohnungen in einigen Gegenden durch die Decke gehen, während in anderen der Wohnraum schlicht und einfach zerfällt.
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Skull
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Skull » Sa 21. Sep 2019, 23:59

Atue001 hat geschrieben:(21 Sep 2019, 23:50)

Eine vernünftige Lösung wäre auch, mal eine ganzheitliche Politik zu machen,
die die Arbeitsplätze dort schafft, wo Wohnraum bezahlbar ist.

Was und wie soll denn die Politik (der Staat) wo Arbeitsplätze schaffen ?

Das BVG auf die grüne Wiese umsiedeln ?
Oder vielleicht Ämter und Behörden dahin verlegen, wo sie derzeit nicht gebraucht werden ? :?:
Oder soll die Politik (der Staat) sich verstärkt als Unternehmer betätigen ?

Oder (weitere) Subventionen zur Ansiedelung von Unternehmen verteilen ?

Fragen über Fragen, wie die Politik Arbeitsplätze SCHAFFEN soll.

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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Atue001 » So 22. Sep 2019, 00:10

Skull hat geschrieben:(21 Sep 2019, 23:59)

Was und wie soll denn die Politik (der Staat) wo Arbeitsplätze schaffen ?

Das BVG auf die grüne Wiese umsiedeln ?
Oder vielleicht Ämter und Behörden dahin verlegen, wo sie derzeit nicht gebraucht werden ? :?:
Oder soll die Politik (der Staat) sich verstärkt als Unternehmer betätigen ?

Oder (weitere) Subventionen zur Ansiedelung von Unternehmen verteilen ?

Fragen über Fragen, wie die Politik Arbeitsplätze SCHAFFEN soll.

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Na, du hast aber wenig Phantasie.....denk doch mal drüber nach, was Unternehmen dazu bringt, NICHT auf dem Land zu investieren....wie ist es mit der fehlenden Infrastruktur?
Anstatt also teure Neubaugebiete in Großstädten auszuweisen, könnte man preiswert schon mal damit anfangen, den ländlichen Raum in das digitale Zeitalter zu bringen!

Arbeitsplätze entstehen dort, wo Unternehmen günstig investieren können - können sie das am Rande der Großstadt, siedeln sich die Unternehmen dort an. Können sie das auch im ländlichen Bereich, und stimmen die Verkehrsanbindung und noch wichtiger gibt es Mobilfunk und Internett satt - dann kann auch ein Unternehmen auf dem Lande durchaus konkurrenzfähig produzieren.

Die Politik soll für passende Rahmenbedingungen sorgen - der Rest tut die Wirtschaft schon ganz alleine.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Skull » So 22. Sep 2019, 00:20

Atue001 hat geschrieben:(22 Sep 2019, 00:10)

Anstatt also teure Neubaugebiete in Großstädten auszuweisen,
könnte man preiswert schon mal damit anfangen, den ländlichen Raum in das digitale Zeitalter zu bringen!

Und wie macht die Politik das ?

Subventionen ist also Dein Stichwort. Oder ? :D

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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Sep 2019, 00:53

Wer unbedingt eine Immobilie erwerben will, sollte das bei den extrem niedrigen Zinsen jetzt machen.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon John Galt » So 22. Sep 2019, 01:25

Durch den technischen Fortschritt könnte man Häuser so billig bauen wie noch nie zuvor. Macht man aber nicht.
Besonders Flächen werden künstlich teuer gehalten. In den Gemeinderäten im Lande tümmelt sich so gut wie kein einziger Mietsklave.
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jorikke
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon jorikke » So 22. Sep 2019, 09:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2019, 00:53)

Wer unbedingt eine Immobilie erwerben will, sollte das bei den extrem niedrigen Zinsen jetzt machen.


Was man jetzt spart sollte man aber als Reserve bereit halten.
Viele lassen sich von den geringen Zinsen blenden und finanzieren mit 1% vermeintlich günstig. (Was es in der momentanen Situation auch ist.) So lassen sich viele zum Bauen verleiten. Bei einer Kreditsumme von 300.000,- zahlt man monatlich 250,€ , incl. Tilgung also etwa 1000,-.
Das mag erschwinglich erscheinen, zumal es die Miete nicht wesentlich übersteigt.
Wenn aber die Zinsen wieder steigen, kann sich eine monatlich nicht mehr zu schulternde Last aufbauen. Wenn diese Blase dann platzt und viele Häuser per Zwangsversteigerung auf den Markt kommen fallen die Imobilienpreise. Das betrifft dann auch längst bezahlte Immobilien die verkauft werden sollen und es entsteht volkswirtschaftlich großer Schaden.
Also, ich würde in der gegenwärtigen Situation bauen ( ist aber längst geschehen) ein Risiko bleibt immer. Wollte nur mal die andere Seite der momentan angeblich so günstigen Bedingungen aufzeigen.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Wähler » So 22. Sep 2019, 09:53

Atue001 hat geschrieben:(22 Sep 2019, 00:10)
Die Politik soll für passende Rahmenbedingungen sorgen - der Rest tut die Wirtschaft schon ganz alleine.

In einer Dienstleistungsgesellschaft entstehen die meisten Jobs dort, wo die Menschen wohnen und leben. Der Sog der Metropolregionen nimmt zu, die Abwanderung aus dem ländlichen Raum kann höchstens abgefedert werden.
Wohnungsbaugenossenschaft bedeutet, Wohneigentum zu teilen und finanzielle Unterschiede sozial abzufedern. Das kann der Sozialstaat sinnvoll subventionieren.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Sep 2019, 10:02

jorikke hat geschrieben:(22 Sep 2019, 09:38)

Wenn aber die Zinsen wieder steigen, kann sich eine monatlich nicht mehr zu schulternde Last aufbauen.

Man muss natürlich genug Einkommen aufweisen, um auch höhere Zinsen bedienen zu können, das ist völlig richtig. Es gibt auch noch weitere Risiken, wie zB. Scheidung oder Erwerbsunfähigkeit, das muss man alles im Hinterkopf haben, wenn man so ein großes Investment tätigen will. Und dann sollte man auch Rücklagen für größere Reparaturen bilden, die kommen meistens auch zur Unzeit oder wenn man dann in Rente ist und das Geld sowieso knapper wird.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Quatschki » So 22. Sep 2019, 10:11

Wähler hat geschrieben:(22 Sep 2019, 09:53)

In einer Dienstleistungsgesellschaft entstehen die meisten Jobs dort, wo die Menschen wohnen und leben. Der Sog der Metropolregionen nimmt zu, die Abwanderung aus dem ländlichen Raum kann höchstens abgefedert werden.

Die gut bezahlten Dienstleistungen sind wirtschaftsnahe Dienstleistungen.
Wo die niemand nachfragt, können sich die Leute gegenseitig die Haare schneiden oder Bier zapfen, werden damit aber auf keinen grünen Zweig kommen.

Und natürlich kann der Staat auch Standortpolitik betreiben und dafür sorgen, dass Werke, Forschungszentren oder Hochschulen auf der grünen Wiese am Rande beschaulicher Kleinstädte errichtet werden.
So ist Bayern einst vom Agrarland zum Industrieland geworden.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Sep 2019, 10:14

jorikke hat geschrieben:(22 Sep 2019, 09:38)

Was man jetzt spart sollte man aber als Reserve bereit halten.
Viele lassen sich von den geringen Zinsen blenden und finanzieren mit 1% vermeintlich günstig. (Was es in der momentanen Situation auch ist.) So lassen sich viele zum Bauen verleiten. Bei einer Kreditsumme von 300.000,- zahlt man monatlich 250,€ , incl. Tilgung also etwa 1000,-.
Das mag erschwinglich erscheinen, zumal es die Miete nicht wesentlich übersteigt.
Wenn aber die Zinsen wieder steigen, kann sich eine monatlich nicht mehr zu schulternde Last aufbauen. Wenn diese Blase dann platzt und viele Häuser per Zwangsversteigerung auf den Markt kommen fallen die Imobilienpreise. Das betrifft dann auch längst bezahlte Immobilien die verkauft werden sollen und es entsteht volkswirtschaftlich großer Schaden.
Also, ich würde in der gegenwärtigen Situation bauen ( ist aber längst geschehen) ein Risiko bleibt immer. Wollte nur mal die andere Seite der momentan angeblich so günstigen Bedingungen aufzeigen.


Hier darf man nicht vergessen, dass viele Leute heute mittleren Alters in jungen Jahren kein Eigentum angeschafft haben, weil die Zinsen vor 20 Jahren noch sehr hoch waren - heute kaum glaubhafte 9 % bei Hypothekenkrediten. Bis vor 10 Jahren waren die Kpitalbelastungen für Eigentumswohnungen mtl. wesentlich teurer als Mietwohnungen und zwar für Durchschnittsverdiener eben gerade zu teuer. Heute sind die Zinsen zwar niedriger als die Mieten, aber die Kaufpreise so hoch, dass sie von mittelalten Menschen in ihrem Leben nicht mehr abbezahlt werden können. Ein Großteil des Lebenseinkommens der heute mittelalten ist schon in die Miete geflossen, das Geld fehlt für den Kaufpreis. Sie könnten die Wohnimmobilie der Bank am Lebensende zurückgeben und sich selbst für die bezahlten Tilgungsraten eine Eigentümergrundschuld eintragen, aber das wollen die Banken nicht.
So bleiben die heute mittelalten in ihren gerade noch bezahlbaren Altmietverträgen hängen. Umziehen können sie nicht, denn dann würde auch die Miete ins unerträgliche steigen. Und bangen, dass niemand Eigenbedarf geltend macht.
Zuletzt geändert von Kölner1302 am So 22. Sep 2019, 13:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Sep 2019, 10:38

Wie hoch ist für dich eigentlich das Einkommen eines Normalverdieners?
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Sep 2019, 10:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2019, 10:38)

Wie hoch ist für dich eigentlich das Einkommen eines Normalverdieners?


Ich würde schätzen die meisten vollzeitbeschäftigten Angestellten haben heute um 4000 € brutto.
Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleiben noch 2200 € netto.
Dies entspricht auch der nachfolgenden Einkommenspyramide aus 2018:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-12/ ... eutschland
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon pLenarum » So 22. Sep 2019, 11:18

Das mittlere monatliche Nettoeinkommen für Einpersonenhaushalte hat sich von 2005 bis 2017 kontinuierlich1 erhöht. Lag es im Jahr 2005 noch bei 1.226 Euro, stieg es innerhalb von zwölf Jahren um rund 36 Prozent auf 1.666 Euro im Jahr 2017.

https://www.boeckler.de/wsi_50933.htm

Das dürften Brutto ca. 2.500€ sein
Nichts ist eindeutig. Verallgemeinerungen sind Lügen. Alle Verallgemeinerungen sind falsch, diese eingeschlossen.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Sep 2019, 11:21

Kölner1302 hat geschrieben:(22 Sep 2019, 10:55)

Ich würde schätzen die meisten vollzeitbeschäftigten Angestellten haben heute um 4000 € brutto.
Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleiben noch 2200 € netto.

Das beißt sich aber irgendwie mit dem, was du vorher geschrieben hast. Warum konnte denn ein Normalverdiener, der jetzt mittleren Alters ist, bis heute kein Vermögen bilden, dass er dann ganz oder teilweise dazu einsetzt, um sich eine Immobilie mit Hilfe eines jetzt extrem günstigen Kredites zu kaufen oder zu bauen?
Und wie kommst du darauf, dass sich der Normalverdiener vor 20-30 Jahren kein Eigentum anschaffen konnte? Das war in meinem Freundes- und Bekanntenkreis aber ganz anders.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Kölner1302 » So 22. Sep 2019, 11:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2019, 11:21)

Das beißt sich aber irgendwie mit dem, was du vorher geschrieben hast. Warum konnte denn ein Normalverdiener, der jetzt mittleren Alters ist, bis heute kein Vermögen bilden, dass er dann ganz oder teilweise dazu einsetzt, um sich eine Immobilie mit Hilfe eines jetzt extrem günstigen Kredites zu kaufen oder zu bauen?
Und wie kommst du darauf, dass sich der Normalverdiener vor 20-30 Jahren kein Eigentum anschaffen konnte? Das war in meinem Freundes- und Bekanntenkreis aber ganz anders.


Wahrscheinlich wohnst Du auf dem Land
Hier in der Großstadt und im Speckgürtel konnte es damals und kann heute erst recht kaum jemand bezahlen. Vor 20 Jahren war das Nettoeinkommen natürlich auch 40 % geringer.
Es ist alles lange her also nageln Sie mich dran fest aber ich meine mich zu erinnern, dass damals eine 50 Qm Wohnung in der Kölner Peripherie ca. 150.000 DM gekostet hat. 9 % Zinsen + 1 % Tilgung jährlich wären damals gewesen 15.000 DM jährlich, 1300 DM mtl. , also weit über dem vertretbaren Rahmen bei damaligen 2.500 DM Einkommen. Mit entsprechendem Eigenkapital natürlich geringer. Mit sinkenden Zinsen stiegen die Preise, Die Belastung blieb gleich.
Die seit damals angesparten Beträge sind in den letzten Jahren durch die Immobilienwertentwicklung aufgezehrt und die Chance eine bezahlbare Immobilie kaufen zu können nimmt ab. Die mtl. mögl. Sparbeträge liegen sogar seit einiger Zeit unter der mtl. Wertsteigerung einer Eigentumswhg.

Sie kennen doch Hunderennen? Man hält einem Hund ein Stück Fleisch vor die Nase und zieht es über die Rennbahn. Der Hund rennt hinterher, aber der Hund bekommt das Fleisch nie.

Die monatliche Wertsteigerung eines Eigenheimes beträgt derzeit mindestens 700 € mtl., in Köln noch deutlich mehr. Das ist ein ganz schöner Batzen neben der Miete... Da bleibt von einem derzeitigen Einkommen von 2200 € nicht mehr viel... Und dann bleibt man ja nur gleichauf...
Wem es am Anfang des Berufslebens nicht gelingt, eine Immobilie zu erwerben, dem gelingt es später erst recht nicht mehr. Denn Monat für Monat fließt das Lebenseinkommen in die Miete ab und damit geht dieses Geld für den Erwerb einer Immobilie verloren.
Am Beginn des Berufslebens benötigt der Käufer aber Eigenkapital von 20 % - woher nehmen? Das können doch nur seine Eltern mitbringen. Später besteht die Möglichkeit einer Erbschaft von den Eltern.
Der gewöhnliche Arbeitnehmer ohne so einen Hintergrund wird so vom Vermögenserwerb ausgeschlossen.
Die Besitzenden werden dadurch Monat für Monat massiv reicher, während die Ausgeschlossenen ständig ärmer werden.
Das Ergebnis findet sich in der Vermögensstatistik.
Zuletzt geändert von Kölner1302 am So 22. Sep 2019, 12:40, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Wähler » So 22. Sep 2019, 11:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Sep 2019, 11:21)
Das beißt sich aber irgendwie mit dem, was du vorher geschrieben hast. Warum konnte denn ein Normalverdiener, der jetzt mittleren Alters ist, bis heute kein Vermögen bilden, dass er dann ganz oder teilweise dazu einsetzt, um sich eine Immobilie mit Hilfe eines jetzt extrem günstigen Kredites zu kaufen oder zu bauen?
Und wie kommst du darauf, dass sich der Normalverdiener vor 20-30 Jahren kein Eigentum anschaffen konnte? Das war in meinem Freundes- und Bekanntenkreis aber ganz anders.

Teuerste Städte Deutschlands nach Bezahlbarkeit von Wohneigentum im Jahr 2011* (mehr als das durchschnittliche regionale Einkommen wird benötigt)
https://de.statista.com/statistik/daten ... -staedten/
"Die Statistik zeigt, wo einem mehr als das durchschnittliche regionale Einkommen zur Verfügung stehen muss, um Wohneigentum finanzieren zu können. So musste man zum Zeitpunkt der Erhebnung in München über die Hälfte des regionalen Durchschnittseinkommens aufbringen, um ein typisches Wohneigentumsobjekt finanzieren zu können."
Vielleicht hilft diese Statistik weiter.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Sep 2019, 12:24

Kölner1302 hat geschrieben:(22 Sep 2019, 11:50)

Wahrscheinlich wohnst Du auf dem Land

Ich komme vom Land, ja. Und? Wer in der angesagten teuren Stadt bauen will, der braucht natürlich dementsprechend tiefe Taschen. Es gab aber auch mal andere Zeiten, da war der Wegzug aus der Stadt höher als der Zuzug aus dem Umland, da konnte man dann Schnäppchen machen. Ist dir "Schweinezyklus" ein Begriff? Den gibt es auch auf dem Immobilienmarkt, man muss eben den richtigen Zeitpunkt finden. Die derzeitige Immobilienblase wird halt auch vom extrem billigen Geld der Zentralbanken angefeuert, aber auch das wird irgendwann ein Ende haben.

Anderswo ist es noch schlimmer als in D: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/fi ... 26054.html

Hier in der Großstadt und im Speckgürtel konnte es damals und kann heute erst recht kaum jemand bezahlen.

Wo kommen denn dann die EFH in den Speckgürteln der Städte her? Das sind auch nicht alles Mietobjekte.

Der gewöhnliche Arbeitnehmer ohne so einen Hintergrund wird so vom Vermögenserwerb ausgeschlossen.

Kannst du das auch irgendwie belegen? Ich scheine dann wohl nur die Ausnahmen zu kennen. Warum kann ein "gewöhnlicher Arbeitnehmer" denn nichts sparen, um dann später dieses Kapital zu nutzen, um sich eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen? Der schnöde Bausparvertrag war sicher keine super rentable Anlageform, bot aber genau zu dem Zweck eine prima Grundlage.
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Re: Immobilienpreise - Spaltung der Gesellschaft in Besitzer und Besitzlose

Beitragvon Tom Bombadil » So 22. Sep 2019, 12:25

Wähler hat geschrieben:(22 Sep 2019, 11:53)

Vielleicht hilft diese Statistik weiter.

Wer in den teuersten Städten im Wohneigentum leben will, muss natürlich auch genug auf Tasche haben.
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