Die Rezession ist da

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Alter Stubentiger
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 14. Aug 2019, 21:19

Regenmacher hat geschrieben:(14 Aug 2019, 17:40)

Wenn Q3 ebenfalls einen Rückgang zeigt, sind wir in einer technischen Rezession (zwei schrumpfende Quartale). Das sagt für sich allein noch nicht viel, aber die ganze Gemengelage sieht bedrohlich aus: Handelskriege, Währungsmanipulationen, harter Brexit, extreme Verschuldung weltweit, extrem niedrige Zinsen in vielen Währungsräumen (= kaum Spielraum für Zinssenkungen), politisch bedingte Konflikte in Hongkong und Russland, Regierungsskrise in Italien ... Habe ich etwas vergessen?

Könnte gut sein, dass jetzt der nächste große Crash kommt.


Aber eigentlich kann man eine Wachstumspause ganz gut gebrauchen. Gibt ja sowieso keine Arbeitskräfte mehr um von einem Exportrekord zum nächsten hetzen.

...und der Handelskrieg wird noch vor der US-Wahl beendet. Natürlich als ein großer Erfolg des noch größeren POTUS.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Regenmacher » Do 15. Aug 2019, 06:31

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(14 Aug 2019, 20:31)
Bedenklicher ist die Zinsinversion, die nun schon gut drei Monate andauert (=kurzlaufende US-Anleihen mehr rentieren als z.B. langjährige, vgl. 3-monatige vs. 10-jährige Laufzeit oder 2-jährige vs. 30-jährige).
Experten sagen, eine solche Zinsinversion-Situation hat in den letzten fünfzig Jahren immer eine Rezession im Schlepptau gehabt.

Stimmt, die inverse Zinsstruktur habe ich vergessen, außerdem die drohende Zahlungsunfähigkeit Argentiniens.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 15. Aug 2019, 09:11

Regenmacher hat geschrieben:(15 Aug 2019, 06:31)

Stimmt, die inverse Zinsstruktur habe ich vergessen, außerdem die drohende Zahlungsunfähigkeit Argentiniens.


Weltwirtschaftlich gesehen ist das ebenfalls eine Baustelle, die den gesamten Eindruck rückläufiger Konjunkturaktivitäten untermauert.
Es gibt natürlich noch weitere im Hintergrund schwelende Krisenherde, wie etwa die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei.
Siehe auch das Abschmieren der türk. Lira. Und in der Türkei sind besonders ital. Banken sehr stark engagiert...

Womit wir wieder bei den Auswirkungen im europäischen Bankensystem wären, das gerade den Euroraum angeht und
einen ital. Rechtspopulisten Salvini, der noch mehr Schulden machen will, und offenbar auch nicht davor zurückschreckt,
dass Problem seiner angeschlagener Banken (siehe Kursrückgang auch der Deutschen Bank gestern mit satten 5%) zu ignorieren.

All das - mit denen von Ihnen ja schon erwähnten - Krisenherden bzw. Unwägbarkeiten und dem über allem schwebenden
Handelskrieg USA vs. China, und auch dem erklärten Ziel Trumps, auch die EU insgesamt als Wirtschaftskonkurrenzraum
entscheidend zu schwächen, ergibt eine Gemengelage innerhalb einer global rückläufigen Wirtschaft, die
nicht gerade zu kurz- bzw. mittelfristigem Optimismus Anlass gibt.

Ob sich die Einschätzungen z.B. der EZB, die für 2019 eine eher langsam wachende Wirtschaft des Euroraums prognostizierte
und die Wachstumsprognosen dann derb nach unten korrigieren musste und ebenso die Voraussage, ab 2020 erwarte man
wieder ein spürbares Anziehen der Konjunktur, an die man wohl auch nicht mehr "glaubt", bewahrheiten, darf man eher bezweifeln.

Was die EZB betrifft, ist wohl - glaubt man gut informierten Quellen und Experten - bei der nächsten Leitzinssitzung wieder
mit einem QE-Programm zu rechnen und einer längerfristigen Positionierung der EURO-Wächter, die auch negative Leitzinsen
offenbar für ein Mittel der guten Wahl hält. Nicht nur eine negative Einlagefaziliät für Banken.

Ob das - salopp gesagt - erneute Zuscheissen der Finanzmärkte mit Billigst-EURO-Geld die Wirtschaft und den Konsum
wieder anfacht, zu investieren bzw. die Nachfrage zu stärken, wird vielfach angezweifelt.

Unternehmen werden meiner Meinung nach nur dann investieren oder mehr produzieren, wenn die Nachfrage
für D - als sehr exportlastige Volkswirtschaft elementar - im gesamten Euroraum bzw. weltweit anzieht.
Und da ist bei etwaigen Investitionen nicht entscheidend, ob man Geld für 0,1 % Zins bekommt oder für 2%,
sondern die Aussicht, wieviel "mehr" man verkaufen kann und wie die Erwartung vermehrter Gewinne eingeschätzt wird.

Solange das nicht positiv bewertet wird, wird man auch bei massenhaft verfügbarem Geld eher abwarten, keine Kredite aufnehmen, um zu investieren, sondern eher
die Produktion zurückfahren, egal was die EZB sagt oder finanztechnisch flutend ins Werk setzt.
Die Industrieproduktion in D nahm ja im Zeitraum Juni '18 bis Juni '19 ebenso um satte 4% ab. Und ist wohl auch weiterhin rückläufig.

Selbiges trifft auch auf die US-Wirtschaft bzw. die FED zu. Es werden zwar die Aktienkurse durch billige Dollars
aufgeblasen und noch mehr von der Realität abgekoppelt, aber wie lange wird das gut gehen?

Der S&P 500 als sehr breit angelegter Indikator hat seit der letzten Korrektur nach unten wieder ca. 20% zugelegt, während im gleichen Zeitraum die Unternehmensgewinne nur mickrige 2% wuchsen.
Trump Steuerreformgeschenk als Gewinnzunahme für Unternehmen ist aufgebraucht. Und seine Annahme, dass eine tough wachsende US-Wirtschaft die
steuerlichen Mindereinnahmen durch die Steuersenkung mehr als ausgleichen werden und die Staatseinnahmen aufgrund der satten Unternehmensgewinne
dennoch steigen werden, dürfte eher ein Volltreffer in der Kloschüssel werden. Was ist, wenn zwar die Aktienkurse steigen, die Unternehmensgewinne aber dennoch ins
Negative rutschen? - Irgendwann wird der Markt diese Aktienüberbewertungen korrigieren.

Auch ein Indiz, das letztlich nicht dazu angetan ist, von neuen konjunkturellen Höhenflügen auszugehen, sondern eher dem jähen und vielleicht gar nicht
mehr so fernen Erwachen in einer konjunkturellen Delle bzw. einer Rezession. Die, wenn sie kommt, auch nicht gleich wieder verschwinden wird...

Und speziell, was China angeht, begann sich das Wirtschaftswunder bereits erkennbar abzuschwächen, als Donald Trump noch gar nicht an
Handelskrieg dachte. Wenn man so will, die rückläufige bzw. strukturelle innchinesische Korrektur- und Umstrukturierungsproblematik durch sein Cowboy-Gehabe
nur verstärkte. Den Abwärtstrend dort sicher noch verstärkte. Und was die allgemeine globale Wirtschaftsstimmung angeht, letzterer zusätzlich noch
einen kräftigen Arschtritt verpasste.

Ich kann mich noch gut an die Finanzkrise 2007/8 erinnern, wo seriöse Expertenvorhersagen für die US-Wirtschaft ein langsames Wachsen
bzw. Gesunden prognostizierten, das sie erst ab ca.2013 stark wachsend sahen, mit einem Höhepunkt bei etwa 2017/18, und von da an eher seitwärts bzw. langsam wieder zyklisch
abnehmend nach einer so langen Wachstumsphase. Ob diese Wachstumsphase letztlich - entgegen bisheriger - statistischer Zyklen länger sein wird,
bevor eine völlig normale rezessive Phase einsetzt, wird man sehen müssen.

Die fundamentale Situation bei einigermaßen stabilen globalen (politischen) Verhältnissen ist jedenfalls dieses Mal eine andere.

Insofern kann es gut sein, dass das, was einmal galt, das Papier der Prognosen bzw. statistischen Rückbetrachtungen das Geld nicht wert ist, auf das sie gedruckt sind,
und die Abschwungspropheten derb eins ausgewischt bekommen. Und die Bären weinen werden. Zur Freude der Bullen.

Aber um im Tierreich zu bleiben. Bären sind schlau und bereiten sich rechtzeitig auf den Winter in der Höhle vor, während Ochsen einfach dumm wie Brot sind,
und solange - auch im tiefsten Winter - voranziehen bis sie im tiefen Schnee stecken bleiben und anfrieren. Möglicherweise bis zum nächsten Frühling warten müssen,
bis sie wieder auftauen und in einen neuen Sommer hineinrennen können.

Klimatisch gesehen befinden wir uns vielleicht in einer Warmphase. Wirtschaftlich tippe ich eher auf eine kommende Kaltphase.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon firlefanz11 » Do 15. Aug 2019, 10:07

Regenmacher hat geschrieben:(14 Aug 2019, 17:40)
Könnte gut sein, dass jetzt der nächste große Crash kommt.

Kommt drauf an wie man groß definiert... Kann gut sein, dass wir dass Vorjahrestief demnächst noch mal wiedersehen aber der richtig große Crash, der das ganze Finanzsystem zum platzen bringt, wird noch dauern...
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon firlefanz11 » Do 15. Aug 2019, 10:12

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(14 Aug 2019, 20:31)
Bedenklicher ist die Zinsinversion, die nun schon gut drei Monate andauert (=kurzlaufende US-Anleihen mehr rentieren als z.B. langjährige, vgl. 3-monatige vs. 10-jährige Laufzeit oder 2-jährige vs. 30-jährige).
Experten sagen, eine solche Zinsinversion-Situation hat in den letzten fünfzig Jahren immer eine Rezession im Schlepptau gehabt.

Ja, aber wie ich gerade gestern las bis dato immer mit einer Verzögerung von 18-22 Monaten. Gehen wir vom Mittel also 20 Monaten aus wird die Rezession also erst Ende Q1 2021 so richtig rein hauen. Bis dahin könnten z. B. die Aktienindizes noch mal locker 10-15% steigen...
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Orbiter1 » Do 15. Aug 2019, 10:23

firlefanz11 hat geschrieben:(15 Aug 2019, 10:07)

aber der richtig große Crash, der das ganze Finanzsystem zum platzen bringt, wird noch dauern...
Das sehe ich ähnlich. Trump benötigt für seine Wähler und ihre 401k-Depots zur Wiederwahl hohe Aktienkurse und da konnte er zumindest in der Vergangenheit mit seinen Tweets und seinen politischen Entscheidungen einiges an den Aktienmärkten bewegen. Im übrigen stellt sich immer die Frage der Anlagealternative. Steigende Zinsen sind jedenfalls angesichts der Rezessionsprognosen nicht zu erwarten. Eher das Gegenteil. Da kann der Kauf von Aktien deren Preis um 50% oder mehr gesunken ist durchaus eine Überlegung wert sein.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon firlefanz11 » Do 15. Aug 2019, 10:48

Orbiter1 hat geschrieben:(15 Aug 2019, 10:23)

Das sehe ich ähnlich. Trump benötigt für seine Wähler und ihre 401k-Depots zur Wiederwahl hohe Aktienkurse und da konnte er zumindest in der Vergangenheit mit seinen Tweets und seinen politischen Entscheidungen einiges an den Aktienmärkten bewegen.

Gerade wieder vorgestern zu sehen... Die harte Realität hat en Effekt aber ganz schnell wieder negiert... ;)

Im übrigen stellt sich immer die Frage der Anlagealternative. Steigende Zinsen sind jedenfalls angesichts der Rezessionsprognosen nicht zu erwarten. Eher das Gegenteil. Da kann der Kauf von Aktien deren Preis um 50% oder mehr gesunken ist durchaus eine Überlegung wert sein.

Wenn man parallel dazu Edelmetalle kauft oder das Portfolio entsprechend hedged sicher...
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Kölner1302 » Fr 23. Aug 2019, 20:46

In einer Rezession könnten, sofern es sich nur um kurzfristige extreme Nachfrageausfälle handelt, Ausnahmen von der schwarzen Null gemacht werden und evtl. künstlich Nachfrage geschaffen werden, wie beim letzten Mal 2009 mit der Abwrackprämie.

Außerdem aber gibt es in einigen Gebieten dringend notwendige Infrastrukturmassnahmen, wie z.B. fehlende Wohnungen und fehlendes Internet, schlechte Straßen und Brücken und zu wenig Schienen. Die Bundeswehr kann erneuert werden. Hier könnte der Staat Geld ausgeben als Investition für die Zukunft und damit durch seine staatliche Nachfrage die Rezession mildern. Er macht dann Schulden, schafft aber gleichzeitig Werte außerhalb des Haushalts. Die Brückenbauarbeiten, die in der Rezession vorgezogen wurden, kosten im Boom dann nicht mehr und dann kann im Boom wieder gespart werden.

Meist ist ein Rezession nur kurz, einige Monate. Und dann steigt das Wachstum wieder jahrelang.

Wenn die Nachfragekrise Jahre dauert - dann bedeutet das, dass dtsch. Produkte nicht mehr so konkurrenzfähig sind auf dem Weltmarkt. Dann muss die Effizienz der Exportunternehmen gesteigert werden, evtl. auch staatlich gefördert. Dann aber werden als Folge der Effizienzsteigerung Arbeitnehmer "freigesetzt", die dann in anderen Branchen unterkommen müssen. Umschulung und Entwicklung neuer Technologien sind dann vonnöten. Und da hätten wir ja was, denn wir leben in einer Zeit des Umbruchs: künstliche Intelligenz, Umweltschutztechnologien, neue Technologien.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon firlefanz11 » Mo 26. Aug 2019, 11:00

Ifo-Index auf niedrigstem Stand seit 2012

Ist bis dato noch immer keine real existierende Rezession aber die Indikatoren werden immer düsterer...

Ausserdem:
Die globale Wirtschaft hat sich bereits abgekühlt, doch nun gibt es einen ganz neuen Ausblick. Das Wachstum in den G20-Ländern hätte sich in den kommenden Quartalen erholen sollen. Davon kann nun keine Rede mehr sein. Stattdessen ist eine weitere Abkühlung zu erwarten. Das Wachstum dürfte von knapp 3,5 % auf 1,8 % fallen.
Wem das immer noch viel vorkommt und es als wenig schlimm abtut, denke nur an die Schwächephase Anfang des Jahrhunderts. Die Wirtschaft kühlte sich 2001 auf ein Wachstum von 1,6 % ab. Das hat in den USA und Europa gereicht, um für einen jahrelangen Bärenmarkt zu sorgen, ganz abgesehen von der steigenden Arbeitslosigkeit.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon firlefanz11 » Mi 28. Aug 2019, 12:25

Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin sinkt weiter und liegt im August mit 89 Punkten so niedrig wie zuletzt Ende des Jahres 2012. Im laufenden dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung erneut sinken, um 0,2 Prozent. Damit befände sich die deutsche Wirtschaft im Sommer in einer technischen Rezession, nachdem das Bruttoinlandsprodukt bereits im zweiten Vierteljahr geschrumpft war. „Die Industrie steckt in der Krise und zieht langsam aber sicher auch die Dienstleister mit hinein“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Dann schaun mer mal ob die technische Rezession bestätigt wird...
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Sybilla » Fr 6. Sep 2019, 01:16

Oh oh oh.....

Deutsche Industrie erleidet massiven Auftragsrückgang 05.09.2019 09:00 Der Abschwung in der deutschen Industrie nimmt an Schärfe zu. Im Juli kam es erneut zu einem deutlichen Rückgang der Bestellungen. Die gesamte deutsche Wirtschaft dürfte im Sommer in die Rezession gerutscht sein.

Herr Draghi bitte, feuern sie wieder einmal mit der "dicken Berta" eine sehr große Menge neues Geld in den Markt, die Wirtschaft schwächelt- schon wieder.

Oder Kommt mit der Rezession das Helikoptergeld (englisch helicopter money) betrifft einen besonderen Fall der Ausweitung der Geldmenge durch Geldschöpfung. Dabei wird das neu geschaffene Zentralbankgeld direkt an Staat oder Bürger ausgezahlt. Ziel dieser extremen Form expansiver Geldpolitik ist es, durch vermehrte Konsumausgaben die Realwirtschaft anzukurbeln...

Es eilt, wenn die mediale Blase (uns geht es gut) platzt und alle die nackte Wahrheit hinter diversen "Rekordzahlen" sehen, wird es für die Neoliberalen und ihre Claqueure /bezahlte Beifallklatscher in den Framing -Medien sehr ungemütlich.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Sybilla » Do 12. Sep 2019, 03:02

ui ui ui

11.09.2019 EZB dürfte Zinsen erneut senken - Debatte um Strafzinsen Draghis Finale - Aktionäre frohlocken, Sparer zittern - Machtlose Notenbank: Warum das billige Geld der EZB nicht mehr hilft

Die Neoliberalen und ihre "Freunde stehen auf einen "Slippery-Slope" und die Abwärtsfahrt wird immer rasanter.
Ist schon wieder eine Ideologie die den Menschen ewigen Wohlstand und Wohlergehen versprochen hat, am Ende?

Offensichtlich sind die Neo-liberalen Vordenker am Ende ihrer Weisheit angekommen.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Skull » Do 12. Sep 2019, 09:10

Sybilla hat geschrieben:(06 Sep 2019, 01:16)

Oh oh

[…]

Es eilt, wenn die mediale Blase (uns geht es gut) platzt und alle die nackte Wahrheit hinter diversen "Rekordzahlen" sehen,
wird es für die Neoliberalen und ihre Claqueure /bezahlte Beifallklatscher in den Framing -Medien sehr ungemütlich.


Sybilla hat geschrieben:(12 Sep 2019, 03:02)

ui ui ui

[…]

Die Neoliberalen und ihre "Freunde stehen auf einen "Slippery-Slope" und die Abwärtsfahrt wird immer rasanter.
Ist schon wieder eine Ideologie die den Menschen ewigen Wohlstand und Wohlergehen versprochen hat, am Ende?

Offensichtlich sind die Neo-liberalen Vordenker am Ende ihrer Weisheit angekommen.


Da freut sich ja jemand regelrecht über die nahende Rezession.
Und hat ausser revolvierende Texthülsen...nichts beizutragen.

mfg
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Sybilla » Do 12. Sep 2019, 18:15

Skull hat geschrieben:(12 Sep 2019, 09:10)

Da freut sich ja jemand regelrecht über die nahende Rezession.
Und hat ausser revolvierende Texthülsen...nichts beizutragen.

mfg


Eines ist sicher, die Ideologie des Neoliberalismus ist gescheitert. Nur die herrschende kapitalistische Nomenklatura möchte sich ihr scheitern nicht eingestehen. Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit dem III. Quartal 2018 in der Rezession im IV. Quartal 18 gab es errechnetes null Wachstum im I. Quartal 19 keine Osterfeiertage wie im Vorjahr und das II. Quartal 19 war im Minus. Das III. Quartal 19 wird noch schlechter.

Die vermehrten Ankäufe der Unternehmensanleihen (Ponyhof für Unternehmen) durch die EZB verpufft ohne Wirkung, der Schuss mit der "dicken Berta" gleicht einen Schuss in den Ofen, das Geld "verbrennt" ohne Wirkung.

Wenn du merkst das Dein Pferd tot ist, steig ab.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Schnitter » Do 12. Sep 2019, 19:44

Sybilla hat geschrieben:(12 Sep 2019, 18:15)
Eines ist sicher, die Ideologie des Neoliberalismus ist gescheitert.


Also so wie jedes Jahr ? :D
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Sybilla » Fr 13. Sep 2019, 19:02

Schnitter hat geschrieben:(12 Sep 2019, 19:44)

Also so wie jedes Jahr ? :D


Seit 2008 läuft das System nur noch durch immer neune und immer mehr Geldschöpfung!
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon z4ubi » Sa 14. Sep 2019, 16:16

Sybilla hat geschrieben:(13 Sep 2019, 19:02)

Seit 2008 läuft das System nur noch durch immer neune und immer mehr Geldschöpfung!


So lief das System vor 2008 aber auch ;)
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Sybilla » So 15. Sep 2019, 09:17

z4ubi hat geschrieben:(14 Sep 2019, 16:16)

So lief das System vor 2008 aber auch ;)


Nein vor 2008 lief die Wirtschaft durch Wertschöpfung und nicht aufgrund von Geldschöpfung. Erst durch die Anleihekäufe und 0 % Zinspolitik (Ponyhof für Unternehmen) der EZB trat der Paradigmenwechsel ein. Anleihekäufe und Geldschöpfung der EZB garantieren den kapitalistischen Eliten eine etwas andere Art des BGE sie bekommen sehr viel Geld für lau. Was mich wundert ist das die Verfechter der Ideologie das " Einkommen erarbeitet werden muss" aufgrund dessen nicht auf die Barrikaden springen. So wie sie das im BGE Strang regelmäßig und mit großen Eifer beschreiben.
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon Teeernte » So 15. Sep 2019, 09:33

Sybilla hat geschrieben:(15 Sep 2019, 09:17)

Nein vor 2008 lief die Wirtschaft durch Wertschöpfung und nicht aufgrund von Geldschöpfung. Erst durch die Anleihekäufe und 0 % Zinspolitik (Ponyhof für Unternehmen) der EZB trat der Paradigmenwechsel ein. Anleihekäufe und Geldschöpfung der EZB garantieren den kapitalistischen Eliten eine etwas andere Art des BGE sie bekommen sehr viel Geld für lau. Was mich wundert ist das die Verfechter der Ideologie das " Einkommen erarbeitet werden muss" aufgrund dessen nicht auf die Barrikaden springen. So wie sie das im BGE Strang regelmäßig und mit großen Eifer beschreiben.


Einkommen erarbeitet werden SOLLTE.

Nicht durch >> die illegalen Eigentumsübertragung in Handarbeit.. (die hier durch die Seilschaft der EZB legalisiert wurde)
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Die Rezession ist da

Beitragvon z4ubi » So 15. Sep 2019, 11:35

Sybilla hat geschrieben:(15 Sep 2019, 09:17)

Nein vor 2008 lief die Wirtschaft durch Wertschöpfung und nicht aufgrund von Geldschöpfung.

Gerade im Euroraum kann man sehen, wie die Geldschöpfung bis 2008 auf Hochtouren läuft und dann einen Knick bekommt.
https://www.iwd.de/fileadmin/Artikel/20 ... oraumN.jpg

Und hier soll die Wertschöpfung ihr Ende gefunden haben?
Oder kann es nicht auch sein, dass gerade da die Finanzkrise einen großen Schaden angerichet hat?


Sybilla hat geschrieben:(15 Sep 2019, 09:17)
Erst durch die Anleihekäufe und 0 % Zinspolitik (Ponyhof für Unternehmen) der EZB trat der Paradigmenwechsel ein. Anleihekäufe und Geldschöpfung der EZB garantieren den kapitalistischen Eliten eine etwas andere Art des BGE sie bekommen sehr viel Geld für lau.

Zum Glück hat die EZB genau das getan (wie andere Zentralbanken auch). Sie hat für ein gewisses Maß an Stabilität im Euroraum gesorgt. Die europäischen Demokratien haben diese Stabilität aber bisher noch nicht genutzt, um die europäische Wirtschafts- und Sozialpolitik besser zu gestalten. Und dafür kann die EZB herzlich wenig.

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