Was ist alles Geld der Welt wert?

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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Realist2014 » Do 12. Dez 2019, 17:23

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(12 Dec 2019, 17:19)

und nicht zu vergessen, dass bei diesem ganzen Gerede um das Geldgeschöpfe aus dem "Nichts" meist mit keiner Silbe erwähnt wird, dass dieses aus dem "Nichts" geschöpfte Geld genauso wieder ins "Nichts" verschwindet, sobald der Kredit zurückgezahlt wird. Dieser eigentlich wichtige Punkt wird gerne unterschlagen, obwohl er für das Verständnis des Gesamtzusammenhangs von wesentlicher Bedeutung ist.



Logisch

Das würde ja den "empörten,sozialgerechten" selbsternannten" Systemkritikern" die "Beschwerdegrundlage" pulverisieren.

Fehlen dann nur noch die "Zinsabschaffer" ( die seit der Null-Zins-Politik aber irgendwie "abgetaucht" sind.... :D )
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Adam Smith » Do 12. Dez 2019, 17:24

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(12 Dec 2019, 17:19)

und nicht zu vergessen, dass bei diesem ganzen Gerede um das Geldgeschöpfe aus dem "Nichts" meist mit keiner Silbe erwähnt wird, dass dieses aus dem "Nichts" geschöpfte Geld genauso wieder ins "Nichts" verschwindet, sobald der Kredit zurückgezahlt wird. Dieser eigentlich wichtige Punkt wird gerne unterschlagen, obwohl er für das Verständnis des Gesamtzusammenhangs von wesentlicher Bedeutung ist.


Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird auch vergessen zu erwähnen. Sie sinkt, wenn sich die Geldmenge durch Darlehen erhöht.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Realist2014 » Do 12. Dez 2019, 17:27

Adam Smith hat geschrieben:(12 Dec 2019, 17:24)

Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird auch vergessen zu erwähnen. Sie sinkt, wenn sich die Geldmenge durch Darlehen erhöht.


Die verändert sich nicht, wenn mit den Darlehen sofort Konsum-Käufe getätigt werden
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon franktoast » Do 12. Dez 2019, 17:39

Skull hat geschrieben:(12 Dec 2019, 16:28)

Natürlich bezahlt man in Island mit isländischer Krone. AUCH in Bar.

Mann..wo lebt ihr eigentlich... *kopfschüttel*

Nimmt man mal die Finger von den Tasten des Internets. Es gibt auch noch das reale Leben. :p

mfg

Also ich war in Island und hatte keine isländische Krone in der Hand. Allerdings wusste ich natürlich was eine ISK im Vergleich zu Euro wert war, um die Preise abschätzen zu können. Auf meiner Kreditkartenabrechnung stand ISK und EUR, wobei mich nur Letzteres interessiert hat.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Skull » Do 12. Dez 2019, 18:04

franktoast hat geschrieben:(12 Dec 2019, 17:39)

Also ich war in Island und hatte keine isländische Krone in der Hand.

Island gehört nicht zur Eurozone. Dort zahlt man in inländischer Krone.
Egal, was Deinem deutschen Konto (nach Umrechnung) belastet wird.

Und natürlich kann man in Island auch in Bar zahlen. Regelmässig. Wenn man denn will.

mfg

P.S.: Das teuerste Speeding-Ticket meines Lebens habe ich aber
in einem isländischen Polizeiwagen via Kreditkarte zahlen dürfen.
Soviel Cash habe ich dann doch (nie) bei mir. :dead:
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon franktoast » Fr 13. Dez 2019, 11:25

Skull hat geschrieben:(12 Dec 2019, 18:04)

Island gehört nicht zur Eurozone. Dort zahlt man in inländischer Krone.
Egal, was Deinem deutschen Konto (nach Umrechnung) belastet wird.

Und natürlich kann man in Island auch in Bar zahlen. Regelmässig. Wenn man denn will.

mfg

P.S.: Das teuerste Speeding-Ticket meines Lebens habe ich aber
in einem isländischen Polizeiwagen via Kreditkarte zahlen dürfen.
Soviel Cash habe ich dann doch (nie) bei mir. :dead:

Der Punkt ist der, dass man es gar nicht mehr mitbekommt. Man zahlt mir Karte und gut ist. Ich selber hab nur den Betrag in Euro im Kopf, den ich bezahle. Das ist schon einfach geworden.

PS: In Island ist Schleichmodus angesagt. Ich weiß :)
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Skull » Fr 13. Dez 2019, 14:37

franktoast hat geschrieben:(13 Dec 2019, 11:25)

Der Punkt ist der, dass man es gar nicht mehr mitbekommt. Man zahlt mir Karte und gut ist.

Ich selber hab nur den Betrag in Euro im Kopf, den ich bezahle. Das ist schon einfach geworden.

Schön für die Banken, Blöd für und VON vielen Konsumenten.

Alleine die Frage in anderen Währungsräumen, möchten sie lieber in Euro oder in inländischer Währung bezahlen,
mit EURO zu beantworten, kostet in der Regel gleich (überflüssiges) GELD.

Bequemlichkeit werden seitens der Banken zu Mehrerträgen genutzt.

mfg
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon franktoast » Fr 13. Dez 2019, 15:50

Skull hat geschrieben:(13 Dec 2019, 14:37)

Schön für die Banken, Blöd für und VON vielen Konsumenten.

Alleine die Frage in anderen Währungsräumen, möchten sie lieber in Euro oder in inländischer Währung bezahlen,
mit EURO zu beantworten, kostet in der Regel gleich (überflüssiges) GELD.

Bequemlichkeit werden seitens der Banken zu Mehrerträgen genutzt.

mfg

Bei VISA kostet das nur den Wechselkurs. Ich konnte zumindest keinen Unterschied feststellen. Wenn ich am Flughafen aus dem ATM Isländische Krone rauslasse, kann das Geld kosten. Bei der Wechselstube sowieso.
Zahlt man bar in Euro in einem Nicht-Euroland ist das natürlich teuer.

Achso, bin Aktivkunde bei DKB. Das stimmt, ansonsten verlangen die 1,5% auf Auslandsumsatz. Bei mir sind das eben 0%. Aber du hast recht. Oft kostet das was.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Skull » Fr 13. Dez 2019, 16:04

franktoast hat geschrieben:(13 Dec 2019, 15:50)

Bei VISA kostet das nur den Wechselkurs. Ich konnte zumindest keinen Unterschied feststellen.

Die meisten Menschen bekommen DAS einfach nicht mit.
Da geht es nicht um Euro Bargeld.

Du kaufst etwas in Australien...
Wechselkurs steht bei 0,615. Zu bezahlen sind 100 AUD.

Du bezahlst per Karte.
Da fragt Dich der Verkäufer Euro oder AUD ?

Sagst Du EURO siehst Du sofort 67 Euro und bezahlst Du auch 67 Euro (ohne weitere Gebühr)

Bezahlst Du in AUD siehst Du 100 AUD.
Und siehst 2 Tage später eine Belastung von 63,50 (inkl. Umrechnung und evtl. Gebühr)

DAS bekommen die wenigsten mit. ;)

mfg
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon franktoast » Fr 13. Dez 2019, 16:15

Skull hat geschrieben:(13 Dec 2019, 16:04)

Die meisten Menschen bekommen DAS einfach nicht mit.
Da geht es nicht um Euro Bargeld.

Du kaufst etwas in Australien...
Wechselkurs steht bei 0,615. Zu bezahlen sind 100 AUD.

Du bezahlst per Karte.
Da fragt Dich der Verkäufer Euro oder AUD ?

Sagst Du EURO siehst Du sofort 67 Euro und bezahlst Du auch 67 Euro (ohne weitere Gebühr)

Bezahlst Du in AUD siehst Du 100 AUD.
Und siehst 2 Tage später eine Belastung von 63,50 (inkl. Umrechnung und evtl. Gebühr)

DAS bekommen die wenigsten mit. ;)

mfg

Aha. Also mich hat da noch niemand im Ausland gefragt. Ich sehe den Betrag in Landeswärhung und halt meine VISA hin und fertig.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Skull » Fr 13. Dez 2019, 16:18

franktoast hat geschrieben:(13 Dec 2019, 16:15)

Aha. Also mich hat da noch niemand im Ausland gefragt.

Ich sehe den Betrag in Landeswärhung und halt meine VISA hin und fertig.

Ich bekomme solche Fragen in diversesten Ländern...
Von Island über Australien...von Oman bis Malediven...

Regelmässig...

In Landeswährung...zu bezahlen...macht Sinn. :thumbup:
Alles andere ist Abzocke.

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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon franktoast » Fr 13. Dez 2019, 16:28

Skull hat geschrieben:(13 Dec 2019, 16:18)

Ich bekomme solche Fragen in diversesten Ländern...
Von Island über Australien...von Oman bis Malediven...

Regelmässig...

In Landeswährung...zu bezahlen...macht Sinn. :thumbup:
Alles andere ist Abzocke.

mfg

ALso obwohl du mit Karte bezahlst, fragen sie dich, mit welcher Währung du bezahlen willst? Also wenn du in weniger entwickleten Ländern in einem touristischem Gebiet bist und in bar bezahlst, dann kann das sein. Also wie gesagt, in Island oder den USA hatte ich das sicher nicht. Und davor hab ich eigentlich alles in bar bezahlt (über VISA am ATM gezogen).
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Skull » Fr 13. Dez 2019, 22:59

franktoast hat geschrieben:(13 Dec 2019, 16:28)

ALso obwohl du mit Karte bezahlst, fragen sie dich, mit welcher Währung du bezahlen willst?

Ja.

IN welcher Währung ... muss es heissen.

mfg
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon RudiM » Sa 14. Dez 2019, 20:22

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Dec 2019, 10:22)

Ich will diese Argumentation noch mal aufgreifen.

Ich habe - wie gesagt, als Nichtfinanzfachmann - zwei Interpretationsmöglichkeiten für derlei Aussagen.

Erstens: Es könnte durchaus so sein, dass - wie Du schreibst - "Luftbuchungen keinen SInn" machen. Dass aber das, was "in älteren Ökonimielehrbüchern" nachlesbar ist, für die aktuelle Welt 2019 so nicht mehr in dem Maße gilt. Und dass eine sinnvolle Finanzpolitik durch eine mehr und mehr sinnlose ersetzt wurde. Der Essay trägt ja auch den bezeichnenden Untertitel "Die Rückkehr des Geldes in die Politik".

Zweitens: Der Essay wurde nicht von einem Ökonomen sondern von einem Sozialwissenschaftler verfasst. Aaron Sahr ist Leiter der Forschungsgruppe "Monetäre Souveränität" am Hamburger Institut für Sozialforschung. Der Schwerpunkt der Forschung wird so zusammengefasst:

Dass wir also zwei unterschiedliche Sichten auf das Phänomen Geld haben.

https://www.deutschlandfunk.de/ueber-das-geld-die-rueckkehr-des-geldes-in-die-politik.1184.de.html?dram:article_id=461184


Den Beitrag vom DLF zur MMT "Modern Money Theory" habe ich mir angehört. Hier wird die "Staaliche Theorie des Geldes" nach Georg Friedrich Knapp mit der "Geldentstehung aus dem Nichts" durch Geschäftsbanken vermischt und dann noch dazu "Willkürgeld" mit untergerührt, so dass ein kaum entwirrbares Konstrukt entsteht. Dieses, von der MMT stillschweigend untergeschobene Willkürgeld ist m. E. dabei der wesentliche Punkt. Der Staat, oder aber die Bundesbank soll Geld ausgeben, für welches keine Aktiva in der Bilanz der Bundesbank existiert. Dieses Geld soll ähnlich den Münzen einfach ohne Gegenwert ins Spiel gebracht werden, neben den schon bestehenden Anleihen des Staates. In den USA wohl eine vermehrt anzutreffende Vorstellung.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Europa2050 » So 15. Dez 2019, 07:08

franktoast hat geschrieben:(13 Dec 2019, 16:28)

ALso obwohl du mit Karte bezahlst, fragen sie dich, mit welcher Währung du bezahlen willst? Also wenn du in weniger entwickleten Ländern in einem touristischem Gebiet bist und in bar bezahlst, dann kann das sein. Also wie gesagt, in Island oder den USA hatte ich das sicher nicht. Und davor hab ich eigentlich alles in bar bezahlt (über VISA am ATM gezogen).


Also sowohl in CH als auch in CZ ist es Gang und gäbe, beim Abheben am GAA (EC-Karte) als auch beim Zahlen an Terminal einen CHF/CZK oder EUR-Betrag vorgeschlagen zu bekommen.
Nur, dass man in EUR bei 1000 CHF am Automaten schnell mal59-100 EUR mehr zahlt.
Mein Rekord war dieses Jahr ein Automat in Zermatt, wo man mit 1000 CHF für 1010 EUR anbot. Für meinen CHF-Bezug hat man mir dann 913 EUR abgerechnet.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 16. Dez 2019, 13:01

BlueMonday hat geschrieben:(12 Dec 2019, 17:08)

Es wäre nun hilfreich, nicht nur einseitig dieses Deutschlandgefunke zu lesen. Es reicht schon sich die tatsächlichen Gegebenheiten anzusehen. Die Informationen dazu liegen doch offen, sind kein Geheimnis.

Ja, BlueMonday, für dich vielleicht. Für mich nicht. Ich sags ganz ehrlich: Ich begreife die ganze Geldpolitik einfach nicht. Ich verstehe sie nicht. Auch wenn ichs gern wollte. Und auch wenn ich zumindest daran glaube, die formalen Voraussetzungen für einen intellektuellen Nachvollzug dazu aufzubringen. Und in meiner Hilflosigkeit ... ja, an wen soll ich mich denn wenden?
Und der "bias" dieses Deutschlandfunks ist doch wohl hoffentlich unübersehbar. Der Begriff "fiat money" kommt auch nicht von ungefähr. Geld ist heutzutage so politisch wie lange nicht mehr. Heute will man damit sogar das Klima retten (https://www.welt.de/wirtschaft/article2 ... -Tabu.html ). Geld war die meiste Zeit in der Moderne zumindest ein Politikum.

"Dieses Privatbankgeld auf den Girokonten können Banken nach eigenen Vorstellungen erzeugen." Solche Aussagen sind schlicht nicht fundiert, um es vorsichtig auszudrücken.

Ja. Mag sein, dass der DLF bzw. hier ja eigentlich der betreffende Autor (dass der nicht "für den DLF" sondern für sich selbst steht, dürfte außer Zweifel stehen) einen gewissen "Bias" aufweist. Aber gut. Auf die Tonleitern, die Grundakkorde und die rhythmischen Grundformen wird man sich ja wohl gegenüber einem unwissendem Laien irgendwie einigen können. Oder auch nicht?

Handelt es sich vielleicht gar nicht um eine Wissenschaft im Sinne eines Naturwissenschaftlers?
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert? Teil1

Beitragvon RudiM » Mo 16. Dez 2019, 22:46

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Dec 2019, 13:01)

Ja, BlueMonday, für dich vielleicht. Für mich nicht. Ich sags ganz ehrlich: Ich begreife die ganze Geldpolitik einfach nicht. Ich verstehe sie nicht. Auch wenn ichs gern wollte. Und auch wenn ich zumindest daran glaube, die formalen Voraussetzungen für einen intellektuellen Nachvollzug dazu aufzubringen. Und in meiner Hilflosigkeit ... ja, an wen soll ich mich denn wenden?

Für BlueMondy sind die tatsächlichen Gegebenheiten möglicherweise eindeutig und offen. Du bist hingegen eher verwirrt angesichts dieser Vielfalt an unterschiedlichsten Offenbarungen. Genau so ging es mir, als ich vor etwa zehn Jahren begann, mich intensiver mit unserem Geldsystem zu befassen. Es verleitete mich schlussendlich dazu, in einer Wikiserie den Versuch zu unternehmen, unser Geldsystem möglichst neutral darzustellen und auch auf die unterschiedlichen Modellvorstellungen einzugehen.

Das_Geldrätsel [Mod: editiert]

Ja. Mag sein, dass der DLF bzw. hier ja eigentlich der betreffende Autor (dass der nicht "für den DLF" sondern für sich selbst steht, dürfte außer Zweifel stehen) einen gewissen "Bias" aufweist. Aber gut. Auf die Tonleitern, die Grundakkorde und die rhythmischen Grundformen wird man sich ja wohl gegenüber einem unwissendem Laien irgendwie einigen können. Oder auch nicht?

Handelt es sich vielleicht gar nicht um eine Wissenschaft im Sinne eines Naturwissenschaftlers?

Mit dem letzten Satz hast Du einen wesentlichen Problempunkt unserer Wirtschaftswissenschaft erfasst. Mit Naturwissenschaft hat die Wirtschaftswissenschaft absolut nichts zu tun. Eine allgemein akzeptierte Grundlage zu unserem Geldsystem existiert einfach nicht. Meine Wikiseite, Das_Geldrätsel [Mod: editiert] kann Dir vielleicht eine Hilfestellung beim Durchforsten bieten.

Das Einsteigermodell zu unserem Geldsystem startet mit dem Bargeld. Dieses wird von der Deutschen Bundesbank hergestellt und bildet die Basis unseres Geldsystems. Es werden von den Wirtschaftsteilnehmern nun nicht mehr Naturalien getauscht sonder es tritt das Bargeld als Zwischentauschmittel in Aktion. Der Wert unseres Bargeldes basiert auf dem Vertrauen der Geldbesitzer in die Werterhaltung der Währung. Für die Werterhaltung ist die Deutsche Bundesbank zuständig. Zahlt nun jemand sein Bargeld auf ein Sparkonto bei einer Bank ein, so kann die Bank damit einem anderen Bankkunden einen Kredit gewähren. Soweit die, zugegebenermaßen extrem verkürzte Darstellung unseres Geldsystems.
Diese Geschichte ist sicherlich für die Grundschulen ausreichend. Jedoch sind auch viele Wirtschaftswissenschaftler noch von dieser Geschichte überzeugt, da sie sich so elegant in ihre Kreislaufmodelle einfügen lässt. Ebenfalls sind offensichtlich auch viele Kommentatoren hier in diesem Forum von dieser Geschichte überzeugt. Wesentlich für diese Sichtweise ist die Anerkennung von Bargeld als Kern, um welchen sich das gesamt Geldsystem dreht. „Giralgeld“ kann demnach auch kein „Geld“ sein sondern nur ein Anspruch auf Geld.
Soweit diese Geschichte vom Geldsystem, welche sicher auch zur Erklärung von einfachen Vorgängen im Bankensystem ausreichend sein mag.
Leser, die bei ihrer Vorstellung über das Geldsystem bei diesem Einsteigermodell bleiben und dieses nicht kritisch hinterfragen möchten, können sich die Mühe sparen, die folgenden Kommentare von mir zu lesen.
>Fortsetzung folgt<
Zuletzt geändert von Skull am Di 17. Dez 2019, 00:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Verlinkung entfernt
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert? Teil2

Beitragvon RudiM » Mo 16. Dez 2019, 22:52

Möchte jemand sich jedoch eingehender mit dem Geldsystem und den unweigerlich damit fest verbundenen Vorgängen in der Wirtschaft beschäftigen, zeigen sich die eklatanten Schwächen der oben genannten Geschichte. Um diese auszumerzen muss die auf dem Kopf stehende Geschichte wieder auf die Füße gestellt werden.

Nicht in der Zentralbank entsteht unser „Geld“ sondern es entsteht in der Wirtschaft unter Hinzuziehung einer Bank als „Kreditgeld“. Wirtschaftsteilnehmer A bezieht von Wirtschaftsteilnehmer B eine Leistung und kann die Gegenleistung jedoch erst nach einem Jahr erbringen. Es ist eine Gläubiger-Schuldner-Beziehung entstanden. Möchte B über die entsprechende Gegenleistung jedoch sofort verfügen, wird eine Bank mit eingeschaltet. A nimmt einen Kredit bei der Bank auf. Die Bank räumt ihm im Kreditvorgang ein Bankguthaben, eine „tägliche fällige Forderung“ an die Bank, ein. Diese überträgt er nun auf das Bankkonto von B. Mit dieser „täglich fälligen Forderung“ an die Bank kann nun B sofort neue Geschäfte tätigen wie neue Waren kaufen und bezahlen oder aber bestehende Rechnungen begleichen. Ausführlicher wird dieser Vorgang beschrieben unter Geldarten Das_Geldrätsel [Mod: editiert] mit erklärenden Abbildungen.

Dieses „Kreditgeld“ der Bank ist offensichtlich aus dem Nichts entstanden und es stellt sich die Frage nach dem Wert dieses „Geldes“. A hat einen Kredit bei der Bank aufgenommen, d. h. er verspricht der Bank, diesen Betrag nach einem Jahr wieder zurückzuzahlen. Also steht zuerst mal das im Kreditvertrag vereinbarte Rückzahlungsversprechen von A hinter dem Kreditgeld. Reicht dieses Versprechen der Bank nicht aus, muss A zusätzliche eine Besicherung vornehmen, z. B. sein Grundstück zu Gunsten der Bank belasten. Der Wert des Kreditgeldes ist somit durch einen Anspruch auf das Grundstück zusätzlich abgesichert.

Geld entsteht im Wesentlichen dadurch, dass eine Bank sich bereit erklärt, die „Schuld“ eines Wirtschaftsteilnehmers zu übernehmen. Die Bank übernimmt die Stelle des Schuldners. Kauft die Bank einen Sachwert, so tritt sie ebenfalls als Schuldner gegenüber dem Lieferanten auf, auch nachdem sie die Rechnung durch die Erhöhung des Lieferantenkontos rechtlich beglichen hat.

>Fortsetzung folgt<
Zuletzt geändert von Skull am Di 17. Dez 2019, 00:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Verlinkung entfernt
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert?

Beitragvon Skull » Di 17. Dez 2019, 00:29

Guten Abend,

ich bitte davon Abstand zu nehmen, permanent auf seine eigenen Internetseiten zu verweisen
und somit für die eigenen Seiten Werbung zu betreiben.

Dieses ist eine Diskussionsplattform. Sie ist nicht dafür gedacht,
durch regelmässige Verlinkungen im Forum auf eigene Internetseiten zu verweisen.
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Re: Was ist alles Geld der Welt wert? Teil2

Beitragvon Adam Smith » Di 17. Dez 2019, 08:23

RudiM hat geschrieben:(16 Dec 2019, 22:52)
. Kauft die Bank einen Sachwert, so tritt sie ebenfalls als Schuldner gegenüber dem Lieferanten auf, auch nachdem sie die Rechnung durch die Erhöhung des Lieferantenkontos rechtlich beglichen hat.

>Fortsetzung folgt<


Demnach lässt sich auf der Passivseite der Bankbilanz diese Schuld nicht nachvollziehen?

Oder ist hier das Geschäftsmodell von Mastercard gemeint?
Das ist Kapitalismus:

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