Kapitalismuskritik und die Realität

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Skull
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Skull » So 5. Aug 2018, 20:01

keinproblem hat geschrieben:(05 Aug 2018, 19:52)

viewtopic.php?p=4267723#p4267723


Wie kommst du darauf, dass ich das behauptet habe? Kannst du mir die Textpassage vielleicht einfügen?


Ich kann keine konkrete Antwort auf unkonkrete oder gar aus der Luft gegriffene Fragen geben.

Dann bedanke ich mich für Deine inhaltsleere Kritik. :D

mfg
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon zollagent » So 5. Aug 2018, 20:04

keinproblem hat geschrieben:(05 Aug 2018, 19:24)

Wie will ich das denn deiner Auffassung nach ändern? :rolleyes:
Was das mit dem Spielfeld angeht stimme ich dir auch zu, was die Medikamentenfälschung und die Mutmaßlichkeit und Systematik mancher Pharmaunternehmen angeht, habe ich darüber einige Reportagen gesehen (zB https://www.youtube.com/watch?v=8nhGl3PvGJI). Die geht ganze 50 Minuten, wenn du allerdings die kurzgefasste Antwort auf deine Frage willst: Auch in Deutschland versterben Schwerkranke früher, weil sie während der Therapie das Pech hatten eines Tages beim Einkauf in der Apotheke neben lebenserhaltenden Medikamenten auch eine oder mehrere gepanschte Tabletten erwischt zu haben. Dass das auch von Pharmamogulen wie Pfizer oder Bayer gedeckt und in die Preiskalkulation einbezogen wird, belegt man im letzten Drittel.

Du berufst dich also auf eine Reportage. Ist das alles? Ob und wie du das ändern willst, falls es diese Dinge tatsächlich gibt, das weiß ich nicht. Das hatte ich auch nicht angesprochen. Ich hatte dich in erster Linie auf deine Behauptung hin angesprochen. Und darauf hast du keine zufriedenstellende Antwort geliefert.
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon keinproblem » Di 7. Aug 2018, 00:16

Skull hat geschrieben:(05 Aug 2018, 20:01)

Dann bedanke ich mich für Deine inhaltsleere Kritik. :D

mfg

Wenn du diese Form des Abgangs für den elegantesten hältst, sei es drum.

zollagent hat geschrieben:(05 Aug 2018, 20:04)

Du berufst dich also auf eine Reportage. Ist das alles? Ob und wie du das ändern willst, falls es diese Dinge tatsächlich gibt, das weiß ich nicht. Das hatte ich auch nicht angesprochen. Ich hatte dich in erster Linie auf deine Behauptung hin angesprochen. Und darauf hast du keine zufriedenstellende Antwort geliefert.

Natürlich hast du angesprochen, dass es dir nicht passt wie ich das ändern will. Ist aber auch nicht relevant da jetzt drauf kleben zu bleiben, wenn ich dir trockene Belege schicke, die nicht in irgendeinem Video vorkommen, würdest du das anerkennen oder wieder auf die Metaebene eingehen?
User die eine dieser Taktiken nutzen - bitte ignoriert mich, danke. https://www.docdroid.net/mYU2VhX/die-17 ... manten.pdf
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon zollagent » Di 7. Aug 2018, 09:02

keinproblem hat geschrieben:(07 Aug 2018, 00:16)

Wenn du diese Form des Abgangs für den elegantesten hältst, sei es drum.


Natürlich hast du angesprochen, dass es dir nicht passt wie ich das ändern will. Ist aber auch nicht relevant da jetzt drauf kleben zu bleiben, wenn ich dir trockene Belege schicke, die nicht in irgendeinem Video vorkommen, würdest du das anerkennen oder wieder auf die Metaebene eingehen?

Warum hast du nicht gleich die "trockenen Belege" verlinkt? Ich hatte dich übrigens auf deine Behauptung angesprochen, die schlichtweg falsch ist. Die "gefälschte" soziale Marktwirtschaft existiert nur in deiner Vorstellung.
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Skull » Do 6. Dez 2018, 23:46

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Re:

Beitragvon Diestel » Di 19. Nov 2019, 12:48

Man könnte sich auch vom Kapitalismus abwenden. Dann müssten sich nicht schon Kinder bis zum Burnout „motivieren“. ;)
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Re:

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 13:15

Diestel hat geschrieben:(19 Nov 2019, 12:48)

Man könnte sich auch vom Kapitalismus abwenden. Dann müssten sich nicht schon Kinder bis zum Burnout „motivieren“. ;)


Man könnte auch mit dem Kopf gegen die Wand rennen ( Sozialismus) :p

Die Marktwirtschaft ist in D und auch praktisch auf dem ganzen Planeten GESETZT. :cool:

Auch wenn das gewisse "Ideologen" mit den Klassenkampfvorstellungen aus dem letzten Jahrtausend immer noch nicht begriffen haben... :rolleyes:


Wobei ich dafür wäre, die Arbeitspflicht aus der DDR-Verfassung in unser GG zu übernehmen... :D
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Europa2050 » Di 19. Nov 2019, 13:54

Diestel hat geschrieben:(19 Nov 2019, 12:48)

Man könnte sich auch vom Kapitalismus abwenden. Dann müssten sich nicht schon Kinder bis zum Burnout „motivieren“. ;)


Im Prinzip schon, aber ...

Das Problem dabei ist erstens die evolutionäre Tatsache, dass der Mensch fähig ist, über nähere und fernere Zukunft kreativ nachzudenken und zweitens seit der Aufklärung (deswegen nicht zufällig die „Erfindung“ des Kapitalismus durch Jakob Fugger in dieser Zeit) auch weiß, dass er selbst dafür verantwortlich ist und nicht ein Gott (später auch „Führer“ oder „Die Partei“).

Und das führt eben direkt über Investition und Optimierung zum Kapitalismus. Letztlich setzt sich Kapitalismus im Gegensatz zu den von seinen Gegnern aller Art präferierten Systemen nicht per Dekret durch, sondern durch Schwarmintelligenz der Menschen.

Unsere Aufgabe ist, ihn mit einem sozialen Rechtsstaat zu begleiten. Und da gibt es verschiedene Ansätze.

Da ist aber m. E. der der Beste, der dem Menschen die meisten eigenen Gestaltungsmöglichkeiten lässt - da bin ich halt Liberaler - da kann und will ich gar nicht aus meiner Haut.

Und Burnout, vereinfacht das Gefühl dem Umfeld und sich selbst nicht zu genügen (ich weiß, das Thema ist vielschichtiger), kommt in einer religiösen, monarchischen, faschistischen oder sozialistischen Welt genauso vor, ob ein Mensch seine Mitte findet, hat damit nur beschränkt zu tun.
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Re: Re:

Beitragvon Bartleby » Di 19. Nov 2019, 15:23

Realist2014 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 13:15)


Wobei ich dafür wäre, die Arbeitspflicht aus der DDR-Verfassung in unser GG zu übernehmen... :D


Ja, der Arbeitsbegriff, Arbeit als Menschenpflicht im Verfassungsrang, war immer systemübergreifend, und die Gesetzgebung, historisch betrachtet von der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik sah so aus:

Art. 163 WRV lautete:
(1) Jeder Deutsche hat unbeschadet seiner persönlichen Freiheit die sittliche Pflicht, seine geistigen und körperlichen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der Gesamtheit erfordert.


Nazis 1938:

Im Rahmen der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ wurden im April und im Juni 1938 bei zwei Verhaftungswellen mehr als 10.000 Männer als sogenannte Asoziale in Konzentrationslager verschleppt. (Wiki)


UdSSR-Verfassung:

Artikel 12. Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."


§ 249 DDR Strafgesetzbuch:

(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet, dass er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, oder wer der Prostitution nachgeht oder wer sich auf ändere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafft, wird mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Haftstrafe, Arbeitserziehung oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.
(2) In leichten Fällen kann von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgesehen und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.
(3) Ist der Täter nach Absatz 1 oder wegen eines Verbrechens gegen die Persönlichkeit, Jugend und Familie, das sozialistische, persönliche, oder private Eigentum, die allgemeine Sicherheit oder die staatliche Ordnung bereits bestraft, kann auf Arbeitserziehung oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.


Man beachte hier die Übernahme von "arbeitsscheu" aus dem Nazijargon.

Im BSHG der Bundesrepublik hieß es:

§ 25 (1) 1 Wer sich weigert, zumutbare Arbeit zu leisten oder zumutbaren Maßnahmen nach den §§ 19 und 20 nachzukommen, hat keinen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt.

2 Die Hilfe ist in einer ersten Stufe um mindestens 25 vom Hundert des maßgebenden Regelsatzes zu kürzen.

3 Der Hilfeempfänger ist vorher entsprechend zu belehren.



§ 26 (gültig bis 1974)
1
(1) Weigert sich jemand trotz wiederholter Aufforderung beharrlich, zumutbare Arbeit zu leisten, und ist es deshalb notwendig, ihm oder einem Unterhaltsberechtigten laufende Hilfe zum Lebensunterhalt zu gewähren, so kann seine Unterbringung zur Arbeitsleistung in einer von der zuständigen Landesbehörde als geeignet anerkannten abgeschlossenen Anstalt nach den Bestimmungen des Gesetzes über das gerichtliche Verfahren bei Freiheitsentziehungen ... angeordnet werden. Er ist vor der Einleitung des gerichtlichen Verfahrens auf die Möglichkeit der gerichtlichen Anordnung schriftlich hinzuweisen. Das Grundrecht der Freiheit der Person nach Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes wird insoweit eingeschränkt.


(3) Während des Aufenthalts in der Anstalt ist auf die Bereitschaft des Untergebrachten hinzuwirken, den Lebensunterhalt für sich und seine Unterhaltsberechtigten durch Arbeit zu beschaffen. In geeigneten Fällen soll die Ausbildung zu einem angemessenen Beruf oder zu einer sonstigen angemessenen Tätigkeit erstrebt werden.
(4) Die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe oder einer mit Freiheitsentziehung verbundenen Maßregel der Sicherung und Besserung geht der Unterbringung in einer Anstalt nach Absatz 1 vor.



Irgendwo in Hamburg gab es einmal ein Projekt, wo Arbeitslose irgendwelche Spielzeuglebensmittel in Regale einräumen müssen und wieder aus, als Arbeitsmaßnahme. Verweigerung kostet. Hauptsache Arbeit.
In der Massendemokratie ist Kommunikationsverweigerung die letzte offene Tür ins Freie.
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Re: Re:

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 15:30

MäckIntaier hat geschrieben:(19 Nov 2019, 15:23)

Ja, der Arbeitsbegriff, Arbeit als Menschenpflicht im Verfassungsrang, war immer systemübergreifend, und die Gesetzgebung, historisch betrachtet von der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik sah so aus:

Art. 163 WRV lautete:


Nazis 1938:



UdSSR-Verfassung:



§ 249 DDR Strafgesetzbuch:



Man beachte hier die Übernahme von "arbeitsscheu" aus dem Nazijargon.

Im BSHG der Bundesrepublik hieß es:


§ 26 (gültig bis 1974)
1



Irgendwo in Hamburg gab es einmal ein Projekt, wo Arbeitslose irgendwelche Spielzeuglebensmittel in Regale einräumen müssen und wieder aus, als Arbeitsmaßnahme. Verweigerung kostet. Hauptsache Arbeit.


Naja, es stellt sich ja die prinzipielle gesellschaftliche Frage, ob sich ein arbeitsfähiger Erwachsener "ausklinken" kann und einfach "auf Kosten" derer zu leben, die alles erwirtschaften...

Hat nun aufgrund deiner "Liste" offensichlic hauch gar nichts mit "Kapitalismus" zu tun...
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Re: Re:

Beitragvon Bartleby » Di 19. Nov 2019, 16:16

Realist2014 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 15:30)

Naja, es stellt sich ja die prinzipielle gesellschaftliche Frage, ob sich ein arbeitsfähiger Erwachsener "ausklinken" kann und einfach "auf Kosten" derer zu leben, die alles erwirtschaften...

Hat nun aufgrund deiner "Liste" offensichlic hauch gar nichts mit "Kapitalismus" zu tun...


Durchaus, denn im Festhalten am Arbeitsbegriff ist eine systemübergreifende Angewohnheit, die autoritäre Konservative, Neoliberale und Sozialisten teilen. Und damit stellt sich auch der Kapitalismus letztendlich ein Bein, wenn er an einem Begriff und Menschenbild festhält, das sich unter Umständen in der schönen neuen digitalisierten Welt nicht ohne größere innere Verwerfungen mehr verteidigen lässt.

Ihr autoritärer Menschen- und Kapitalismusbegriff ist nichts als der übliche Neidgedanke von oben nach unten. Halt von vorgestern.
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Re: Re:

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 16:57

MäckIntaier hat geschrieben:(19 Nov 2019, 16:16)

Durchaus, denn im Festhalten am Arbeitsbegriff ist eine systemübergreifende Angewohnheit, die autoritäre Konservative, Neoliberale und Sozialisten teilen. Und damit stellt sich auch der Kapitalismus letztendlich ein Bein, wenn er an einem Begriff und Menschenbild festhält, das sich unter Umständen in der schönen neuen digitalisierten Welt nicht ohne größere innere Verwerfungen mehr verteidigen lässt.

Ihr autoritärer Menschen- und Kapitalismusbegriff ist nichts als der übliche Neidgedanke von oben nach unten. Halt von vorgestern.




Inwiefern das Anspruchsdenken der Nicht-Leistungs-Willigen angeblich "modern" sein soll, konnte bis jetzt niemand schlüssig darstellen.

Es ist nichts anderes als "verstecktes Schmarotzertum".
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Re: Re:

Beitragvon Bartleby » Di 19. Nov 2019, 17:48

Realist2014 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 16:57)

Inwiefern das Anspruchsdenken der Nicht-Leistungs-Willigen angeblich "modern" sein soll, konnte bis jetzt niemand schlüssig darstellen.

Es ist nichts anderes als "verstecktes Schmarotzertum".


Der ehemalige Chef der ENBW, der nicht zuletzt aufgrund der Blödigkeit der Hausjuristen so einen phantastischen Arbeitsvertrag hatte, der ihm auch nach Ausstieg noch eine jährliche Apanage in beträchtlicher Höhe sicherte, hat seinen Neidern immer entgegnet, dass er nicht für Leistung so viel Geld erhalte, sondern für Erfolg. Und hier liegt ja bekanntlich auch der Übergang vom alten zum neuen Kapitalismus, und der Erfolg musste auch nie langfristig sein und war auf wenige Merkmale beschränkt.

Insofern hat der Gedanke, es käme auf Leistung gar nicht an, schon etwas Modernes an sich. Kommt wahrscheinlich nur darauf an, wer ihn gerade hat.

Insofern spielt bei der Kapitalismuskritik vielleicht eine Rolle, was man eigentlich kritisieren möchte. Wenn jemand in Begriffskategorien des Schmarotzers denkt und dabei nur nach unten tritt, braucht er nicht ernst genommen zu werden, wenn er Kapitalismuskritik nicht mag. Das sind Figuren, die Kapitalismus nicht vernünftig, nicht funktional denken, sondern ihn moralisch aufladen.
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Re: Re:

Beitragvon Europa2050 » Di 19. Nov 2019, 18:03

MäckIntaier hat geschrieben:(19 Nov 2019, 16:16)

Durchaus, denn im Festhalten am Arbeitsbegriff ist eine systemübergreifende Angewohnheit, die autoritäre Konservative, Neoliberale und Sozialisten teilen. Und damit stellt sich auch der Kapitalismus letztendlich ein Bein, wenn er an einem Begriff und Menschenbild festhält, das sich unter Umständen in der schönen neuen digitalisierten Welt nicht ohne größere innere Verwerfungen mehr verteidigen lässt.

Ihr autoritärer Menschen- und Kapitalismusbegriff ist nichts als der übliche Neidgedanke von oben nach unten. Halt von vorgestern.


Von den ganzen -Ismen sind der Liberalismus und sein Wirtschaftssystem, der Kapitalismus, vermutlich die Einzigen, die eben nicht die Arbeit als solche vergöttern. Im Liberalismus gibt es keinen Arbeitszwang. Es gibt lediglich die Verpflichtung, sich selbst zu versorgen und auch diese eigentlich auch nicht wirklich, nur eben mit fatalen Folgen.

Wenn Hans Glücklich sich als Schulkind ein Lottolos kauft, den Superjackpot knackt und fürderhin sein Leben lebt, ohne je einen Handstreich zu tun, kann er das im Liberalismus, während in Faschismus und Sozialismus das Arbeitslager und vor der Aufklärung die Hölle auf ihn warten.

Arbeit ist im Liberalismus Mittel zum Zweck, in den anderen Formen Selbstzweck.
Deswegen ist der zugehörige Kapitalismus ja so effektiv - weil er unnütze Arbeit vermeidet.
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Re: Re:

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 18:16

MäckIntaier hat geschrieben:(19 Nov 2019, 17:48)



e. Wenn jemand in Begriffskategorien des Schmarotzers denkt


Dieser "jemand" ist die Gesellschaft als Ganzes

und dabei nur nach unten tritt,


Wie kann eine ganze Gesellschaft" nach unten treten"?

braucht er nicht ernst genommen zu werden,


Die Gesellschaft nicht ernst zu nehmen ist wohl etwas problematisch...

wenn er Kapitalismuskritik nicht mag. Das sind Figuren, die Kapitalismus nicht vernünftig, nicht funktional denken, sondern ihn moralisch aufladen.


Wie du ja selber mit diversen Beispielen angeführt hast, besteht die Erwartungshaltung, dass jeder, der kann, sich in die Gesllschaft "einbringt", in ALLEN Gesellschaften
Das hat daher nichts mit "Kapitalsmus" zu tun.
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Re: Re:

Beitragvon Diestel » Di 19. Nov 2019, 18:18

Europa2050 hat geschrieben:(19 Nov 2019, 18:03)

Wenn Hans Glücklich sich als Schulkind ein Lottolos kauft, den Superjackpot knackt und fürderhin sein Leben lebt, ohne je einen Handstreich zu tun, kann er das im Liberalismus, während in Faschismus und Sozialismus das Arbeitslager und vor der Aufklärung die Hölle auf ihn warten.

Meine Geschichte geht etwas anders.Wenn Hans Glücklich als Kind reicher Kapitalisten geboren wurde, die ihm dann noch beibringen, dass vor allem Rücksichtslosigkeit und Egoismus zum Erfolg führen, dann wird der Grundstein dafür gelegt, dass Hans sein Leben leben kann, ohne jemals einen Handschlag zu tun. Zu Höllenfahrt und Arbeitslager fallen mir ad hoc keine Vergleiche ein, da sie doch sehr unrealistisch daher kommen.
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Re: Re:

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 18:24

Diestel hat geschrieben:(19 Nov 2019, 18:18)

Meine Geschichte geht etwas anders.Wenn Hans Glücklich als Kind reicher Kapitalisten geboren wurde, die ihm dann noch beibringen, dass vor allem Rücksichtslosigkeit und Egoismus zum Erfolg führen, dann wird der Grundstein dafür gelegt, dass Hans sein Leben leben kann, ohne jemals einen Handschlag zu tun. .


Erfolg gibt es auch ohne Rücksichtslosigkeit.

Und Egoismus ist bei JEDEM Menschen vorhanden.


Wobei der Erbe natürlich ohne eigene Leistung "reich" wird. Das sichert ihm unsere Verfassung.

Die Leistung besteht dann im ERHALT oder der Vergrösserung des Reichtums.
Zuletzt geändert von Realist2014 am Di 19. Nov 2019, 18:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Re:

Beitragvon Europa2050 » Di 19. Nov 2019, 18:33

Diestel hat geschrieben:(19 Nov 2019, 18:18)

Meine Geschichte geht etwas anders.Wenn Hans Glücklich als Kind reicher Kapitalisten geboren wurde, die ihm dann noch beibringen, dass vor allem Rücksichtslosigkeit und Egoismus zum Erfolg führen, dann wird der Grundstein dafür gelegt, dass Hans sein Leben leben kann, ohne jemals einen Handschlag zu tun. Zu Höllenfahrt und Arbeitslager fallen mir ad hoc keine Vergleiche ein, da sie doch sehr unrealistisch daher kommen.


Letztlich ist das Erbe aus Sicht von Hans Glücklich auch nichts anderes als ein (Super-) Jackpot.
Aus Sicht von Hans Glücklich sen. natürlich sein gutes Recht mit seinem Kapital zu machen, was er will.

Ob eine Erziehung zu Rücksichtslosigkeit und Egoismus dann das Richtige ist, sei dahingestellt. Eine Erziehung zu Mangement, Organisation, Netzwerken und über allem Gesetzestreue wäre wohl im Sinne des Lebens vom Erbe sinnvoller.

Aber das war nicht das Thema, sondern die Frage, ob im Liberalismus die Arbeit als Selbstzweck, als moralischer Wert steht, wie in den anderen -Ismen. Und das würde ich verneinen.
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Selina » Di 19. Nov 2019, 18:53

Diestel hat geschrieben:(19 Nov 2019, 12:48)

Man könnte sich auch vom Kapitalismus abwenden. Dann müssten sich nicht schon Kinder bis zum Burnout „motivieren“. ;)


Zumindest könnte man kritischer an die kapitalistischen Verhältnisse und Denkweisen herangehen. Da wird mir zu viel geglättet, schöngeredet, untern Teppich gekehrt. Meistens wird der Kapitalismus als das Nonplusultra dargestellt. Man betont, wie frei, demokratisch und liberal das Leben doch sei und welche Chancen doch ein jeder habe. Dabei gibt es im globalen Kapitalismus so dermaßen viel Unrecht, Leid, Krankheit und Elend, dass eine Woche nicht reichen würde, es alles aufzuzählen. Und nein, das halbwegs gemäßigte Deutschland alleine und losgelöst von seinen internationalen Abhängigkeiten zu betrachten, reicht eben nicht. Der Kapitalismus existiert weltweit. Und da rollt es einem die Fußnägel hoch, schaut man genau hin, was weltweit so passiert im Namen dieser "Demokratie". Und nein, ich will keine DDR zurück und keinen "real existierenden Sozialismus". Nur, weil das ja dann sofort kommt, sobald man sich kapitalismuskritisch äußert.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Kapitalismuskritik und die Realität

Beitragvon Realist2014 » Di 19. Nov 2019, 19:14

Selina hat geschrieben:(19 Nov 2019, 18:53)

Zumindest könnte man kritischer an die kapitalistischen Verhältnisse und Denkweisen herangehen. Da wird mir zu viel geglättet, schöngeredet, untern Teppich gekehrt. Meistens wird der Kapitalismus als das Nonplusultra dargestellt. Man betont, wie frei, demokratisch und liberal das Leben doch sei und welche Chancen doch ein jeder habe. Dabei gibt es im globalen Kapitalismus t.



Wir leben aber hier in D und haben eine soziale Marktwirtschaft.

Und "global" geht es überall NACH der "Einführung" von Demokratie und Marktwirtschaft BESSER als vorher.

Und da rollt es einem die Fußnägel hoch, schaut man genau hin, was weltweit so passiert im Namen dieser "Demokratie"


Was und wo?

Nur, weil das ja dann sofort kommt, sobald man sich kapitalismuskritisch äußert.


Du kritisierst sehr häufig Wettbewerb & Leistungsorientierung. Das hat nichts mit Kapitailsmus zu tun...
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