CDU verantwortlich für Schulden?

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kristianonline

CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon kristianonline » Di 25. Aug 2015, 23:48

Es kommt ja immer wieder die Diksussion auf, wie mit Staatsschulden umgegangen werden soll. Die einen sagen, Staatsschulden sind an sich kein Problem, die anderen wollen sie so schnell wie möglich abgebaut haben.

Nun bin ich eben auf die Seite von den Staatsschuldenuhr gekommen (http://www.staatsschuldenuhr.de/), und wenn ich mir so die Jahre anschaue, wie hoch der Schuldenstand war und mir im Hinterkopf nachdenke, welche Partei(en) in dem Jahr an der Macht waren, dann kommt in mir der Gedanke: In allen Jahren (bis auf 1998 - 2005) war ein CDU-Mann / eine CDU-Frau Chefin des Landes (die Zeitleiste auf der Seite beginnt mit dem Jahre 1987).

Unter der Annahme, dass die Zahlen stimmen, heißt das ja, dass die meisten Schulden in der Zeit entstanden sind, in der CDU an der Macht war.

Nun habe ich da einige Fragen dazu:
1) Ich könnte nun der CDU unterstellen, eine Politik zu betreiben, die dazu führt, dass die Schulden steigen. Nur weiß ich ja auch, dass es einige externe Effekte gibt, die zu den höheren Schulden führen (z.B. die Wiedervereinigung/ die Finanzkrise von 2008). Daher die Frage: Wie stark sind die Auswirkungen solcher externer Effekte auf die Staatsschulden?
2) Sind Staatsschulden wirklich so schlecht, wie alle behaupten?
3) Gibt es zu dem Thema interessante Literatur (wirtschaftswissenschaftlicher / politischer Natur)?
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palulu
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon palulu » Di 25. Aug 2015, 23:53

Im Falle Hessens besteht kein Zweifel daran, dass die CDU am Schuldenberg die Hauptschuld trägt.
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Bielefeld09
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 26. Aug 2015, 00:36

palulu » Di 25. Aug 2015, 23:53 hat geschrieben:Im Falle Hessens besteht kein Zweifel daran, dass die CDU am Schuldenberg die Hauptschuld trägt.

Und nun?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Moses » Mi 26. Aug 2015, 07:15

Ein interessantes und vielschichtiges Thema.
Meine Meinung dazu:

1. Staatsschulden sind nicht zwangsläufig schlecht sondern notwendig
2. wichtig ist, dass Verhältnis zwischen Neuverschuldung und den Zielen, die damit gefördert werden sollen
3. Die öffentliche Hand muss zwangsläufig Kredite aufnehmen!

zu 3.

Ich habe gestern den Regierungsentwurf des Haushaltsgesetzes 2016 auf den Tisch bekommen. Da steht: "Im Haushaltsjahr 2016 nimmt der Bund keine Kredite zur Deckung von Ausgaben auf." Und das ist der entscheidende Satz!
Das der BMF regelmäßig Kredite aufnimmt ist zwangsläufig und führt auch nicht zu einer Verschuldung, schließlich müssen ab dem 1. Januar Zahlungen geleistet werden, auch wenn noch keine Steuereinnahmen da sind und das wiederholt sich jeden Monat. schließlich laufen die Steuereinnahmen den ausgaben in zeitlicher Sicht hinterher.

Grundsätzlich bin ich auch dafür, dass zu Deckung von Ausgaben Kredite aufgenommen werden. Wichtig ist hier der zweck und vor allem, dass die Schulden überschaubar und abbaubar bleiben - von letzterem sind wir aber noch weit entfernt!
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Skull » Mi 26. Aug 2015, 08:42

kristianonline » Di 25. Aug 2015, 23:48 hat geschrieben:Nun bin ich eben auf die Seite von den Staatsschuldenuhr gekommen (http://www.staatsschuldenuhr.de/),
und wenn ich mir so die Jahre anschaue, wie hoch der Schuldenstand war und mir im Hinterkopf nachdenke,
welche Partei(en) in dem Jahr an der Macht waren, dann kommt in mir der Gedanke:
In allen Jahren (bis auf 1998 - 2005) war ein CDU-Mann / eine CDU-Frau Chefin des Landes (die Zeitleiste auf der Seite beginnt mit dem Jahre 1987).

Unter der Annahme, dass die Zahlen stimmen, heißt das ja, dass die meisten Schulden in der Zeit entstanden sind, in der CDU an der Macht war.
Zum einen ist die Betrachtung erst seit 1987 ziemlich billig.
Die Wiedervereinigung spielt dort nicht gerade eine kleine Rolle.

Außerdem sind die Zahlen Deiner verlinkten Seite FALSCH.
Dort sieht man 1987 - 43 Mrd. 1988 - 46 Mrd. und dann 1989 dann 473 Mrd als Zahlen.
Und das ist definitiv falsch (oder ein Fehler). ;)



ALLE Parteien sind für die Entwicklung der Staatsschulden verantwortlich.

Hier mal die Zahlen bis 2003. Hatte ich ich im alten PF regelmäßig gepostet. :D

Sozialversicherung in %
1949-1957 --25
1957-1966 --26-----4%
1966-1969 --28-----8%
1969-1982 --34----21%
1982-1990 --35-----3%
1991-1998 --42----20%
1998-2003 --42-----0%

Entwicklung Staatsschulden in Mrd. Euro (Bund)
1949-1957 --10
1957-1966 --20------> 93 %
1966-1969 --26------> 33 %
1969-1982 --158---->513 %
1982-1990 --277-----> 76 %
1991-1998 --488-----> 76%
1998-2003 --873-----> 79 %

http://www.destatis.de/indicators/d/lrfin03ad.htm

Staatsquote in %-----Veränderung in Prozent
1949-1957 --32
1957-1966 --37----15%
1966-1969 --39-----5%
1969-1982 --49----26%
1982-1990 --45---/-8%
1991-1998 --46-----2%
1998-2003 --50----10%


Brandt, Schmidt und Schröder waren nicht gerade CDU Männer. :p

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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Letzter-Mohikaner » Mi 26. Aug 2015, 08:49

Die gesamte politische Klasse ist schuld an dem Schuldenberg. Anstatt zurückzuzahlen macht man lieber wahlgeschenke und gibt Geld aus. Nach mir die Sintflut, sollen andere zahlen, ich will wiedergewählt werden.
"Je stärker wir sind, desto unwahrscheinlicher ist der Krieg." Otto von Bismarck

"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. " Bertolt Brecht
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Excellero » Mi 26. Aug 2015, 09:17

Der Mammutanteil an der ganzen Verschuldung war die Wiedervereinigung.... 91 - 2010 beliefen sich die Kosten der Wiedervereinigung auf sage und schreibe 1500 Milliarden Euro und seit unser Angie die Banken und Europa rettet ist natürlich die Schuldenkurve nochmals signifikant nach oben geschnellt.: http://www.gold.de/images/infoseiten/schulden-deutschland-angela-merkel.jpg
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 26. Aug 2015, 09:38

Excellero » Mi 26. Aug 2015, 09:17 hat geschrieben:Der Mammutanteil an der ganzen Verschuldung war die Wiedervereinigung.... 91 - 2010 beliefen sich die Kosten der Wiedervereinigung auf sage und schreibe 1500 Milliarden Euro und seit unser Angie die Banken und Europa rettet ist natürlich die Schuldenkurve nochmals signifikant nach oben geschnellt.: http://www.gold.de/images/infoseiten/schulden-deutschland-angela-merkel.jpg


Was hat die Rettung deutscher Banken den Steuerzahler denn genau gekostet?
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 26. Aug 2015, 09:42

Brandt, Schmidt und Schröder waren nicht gerade CDU Männer.

Nein, aber es war Kohl der die Wirtschaft so richtig an die Wand gefahren hat.
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Moses » Mi 26. Aug 2015, 09:44

firlefanz11 » Mi 26. Aug 2015, 09:42 hat geschrieben:Nein, aber es war Kohl der die Wirtschaft so richtig an die Wand gefahren hat.

kannst Du diese steile These irgendwie belegen?
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 26. Aug 2015, 09:53

Moses » Mi 26. Aug 2015, 09:44 hat geschrieben:kannst Du diese steile These irgendwie belegen?


Letztendlich hat Kohl die dringende Reform der Sozialsysteme ausgesessen. Dazu brauchte es erst Schröder, dass das in die Gänge kommt. Der Schmerzensdruck muss schon hoch gewesen sein, dass sich ausgerechnet ein SPD-Mann genötigt sah an dieser Front zu kämpfen.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Skull » Mi 26. Aug 2015, 09:55

firlefanz11 » Mi 26. Aug 2015, 09:42 hat geschrieben:Nein, aber es war Kohl der die Wirtschaft so richtig an die Wand gefahren hat.
Mal abgesehen, das so eine THESE ziemlich dünn ist...

Es ging HIER doch um Staatsverschuldung.

Wer dafür verantwortlich sein soll. Oder ?

Und da gab es die sozialliberale Koalition in den 70er
und eine schwarzgelbe Regierung zur Zeiten der Wiedervereinigung.

PATT. :D

Die FDP war immer dabei. :p

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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon Moses » Mi 26. Aug 2015, 09:58

3x schwarzer Kater » Mi 26. Aug 2015, 09:53 hat geschrieben:
Letztendlich hat Kohl die dringende Reform der Sozialsysteme ausgesessen. Dazu brauchte es erst Schröder, dass das in die Gänge kommt. Der Schmerzensdruck muss schon hoch gewesen sein, dass sich ausgerechnet ein SPD-Mann genötigt sah an dieser Front zu kämpfen.

Da gehe ich konform. Jedoch war das berühmt-berüchtigte Aussitzen gerade bei der Reform der Sozialsysteme doch kein "An-die-Wand-fahren" der deutschen Wirtschaft!
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon BlueMonday » Mi 26. Aug 2015, 10:17

Letzter-Mohikaner » Mi 26. Aug 2015, 07:49 hat geschrieben:Die gesamte politische Klasse ist schuld an dem Schuldenberg.


Naja, das ist zu bequem und selbstgerecht. Die "politische Klasse" reagiert nur darauf, was der politische "Kunde" haben will, eben jene Versprechen und Geschenke.
Das ist das Wesen des Wohlfahrtstaates bzw. der Umverteilungsdemokratie, dass jeder versucht auf Kosten jedermanns zu leben. Der Politiker ist nicht Ursache, sondern nur sichtbarer Ausdruck und Umsetzer dieser Mentalität. Die Spitze des Eisberges sozusagen.
Zuletzt geändert von BlueMonday am Mi 26. Aug 2015, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon HugoBettauer » Mi 26. Aug 2015, 11:12

Staatsschulden sind für sich genommen kein Problem und auch nicht unbedingt jedesmal schlechter als Verzicht auf Ausgaben oder als Steuererhöhungen. Zu hohe Staatsschulden sind problematisch, da sie den Zugriff auf weiteren Kredit verteuern und erschweren und so den Staat schlechter handlungsfähig machen.

Staatsschulden müssen nicht unbedingt in überschaubarer Zeit auf null zurückgefahren werden und kaum ein Staat tut das so.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 26. Aug 2015, 11:19

SoleSurvivor » Mi 26. Aug 2015, 11:12 hat geschrieben:Zu hohe Staatsschulden sind problematisch, da sie den Zugriff auf weiteren Kredit verteuern und erschweren und so den Staat schlechter handlungsfähig machen.



Dazu kommt noch, dass je höher die Staatsschulden sind, desto höher sind die Zinslasten. Geld das aus dem Staatshaushalt für Zinsen ausgegeben wird, steht nicht für andere Zwecke zur Verfügung, schränkt also den finanziellen Spielraum ein.
Insofern kann man den Ansatz wie ihn die Bundesregierung im Augenblick praktiziert, die Einsparungen im Staatshaushalt durch die niedrigen Zinsen in die Tilgung der Schulden zu stecken nur begrüßen. Das schafft Luft und erhöht den finanziellen Spielraum für die Zukunft, wenn die Zeiten mal wieder schlechter werden.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon franktoast » Mi 26. Aug 2015, 11:23

kristianonline » Di 25. Aug 2015, 22:48 hat geschrieben:Es kommt ja immer wieder die Diksussion auf, wie mit Staatsschulden umgegangen werden soll. Die einen sagen, Staatsschulden sind an sich kein Problem, die anderen wollen sie so schnell wie möglich abgebaut haben.

Nun bin ich eben auf die Seite von den Staatsschuldenuhr gekommen (http://www.staatsschuldenuhr.de/), und wenn ich mir so die Jahre anschaue, wie hoch der Schuldenstand war und mir im Hinterkopf nachdenke, welche Partei(en) in dem Jahr an der Macht waren, dann kommt in mir der Gedanke: In allen Jahren (bis auf 1998 - 2005) war ein CDU-Mann / eine CDU-Frau Chefin des Landes (die Zeitleiste auf der Seite beginnt mit dem Jahre 1987).

Unter der Annahme, dass die Zahlen stimmen, heißt das ja, dass die meisten Schulden in der Zeit entstanden sind, in der CDU an der Macht war.

Nun habe ich da einige Fragen dazu:
1) Ich könnte nun der CDU unterstellen, eine Politik zu betreiben, die dazu führt, dass die Schulden steigen. Nur weiß ich ja auch, dass es einige externe Effekte gibt, die zu den höheren Schulden führen (z.B. die Wiedervereinigung/ die Finanzkrise von 2008). Daher die Frage: Wie stark sind die Auswirkungen solcher externer Effekte auf die Staatsschulden?

Ich glaube nicht, dass die SPD da weniger Schulden angehäuft hätte.

2) Sind Staatsschulden wirklich so schlecht, wie alle behaupten?

Naja, Schulden sind beliebt, weil die Regierungspartei Geschenke verteilen kann, ohne Steuern anheben zu müssen. Staatsschulden sind wie alle anderen Schulden auch. Sie können durchaus sinnvoll sein zB. bei Investitionen in ein Haus. Stell dir aber mal vor, du hast jedes Monat 2000€ zu ausgeben, aber du hättest gerne 1000€ mehr. Und das sind sinnvolle Ausgaben, nicht das neue I-Phone oder solche Sachen:
- ein sicherers Auto, da du ja Kleinkinder hast. Dazu für 150€ einen sicheren Sitz. Hey, es geht um die Sicherheit deiner Kinder
- eine Klimaanlage für die Wohnung. Hey, es ist im Sommer oft sehr heiß und das kann gefährlich sein
- Fitnesstudio oder sportliche Geräte, denn hey, es geht um das allg. Wohlbefinden und um die Gesundheit. Dazu die 150€ Sportschuhe, denn 30€ Sportschuhe sind nachweislich schlechter.
- gutes und gesundes Essen, denn hey, Tiefkühlpizza, Pommes und Nudeln mit einfacher Soße sind nicht gesund
usw. Ich denke, da kommt man gerne mal auf 5000€ und mehr und es sind alles sinnvolle Ausgaben. Nötig sind sie alle natürlich nicht.

Nun hast du im Monat 3000€ zur Verfügung, um dir die Sachen kaufen zu können. Allerdings wächst mit den Schulden auch die Zinslast. So zahlt die BRD heute etwa 50Mrd. nur zur Zinstilgung. Was könnte man sich dafür leisten? Allerdings sollte man auch dazu sagen, dass die BRD schon 2000Mrd. mehr ausgeben konnte als sie eingenommen haben. Sollte die BRD aber nun 40 Jahre lang nur die Zinsen tilgen, nichts zurück bezahlen und keine neuen Schulden aufnehmen, sähe das Bild schon anders aus...
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon John Galt » Mi 26. Aug 2015, 11:25

Schulden sind Vermögen.

Vermögen-Schulden= Reinvermögen.

Und beim staatlichen Reinvermögen sieht es seit der Wiedervereinigung ziemlich miserabel aus.

http://i.imgur.com/XR4NsuA.png

Dass ist das Problem.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
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Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon jorikke » Mi 26. Aug 2015, 12:06

franktoast » Mi 26. Aug 2015, 11:23 hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass die SPD da weniger Schulden angehäuft hätte.


Naja, Schulden sind beliebt, weil die Regierungspartei Geschenke verteilen kann, ohne Steuern anheben zu müssen. Staatsschulden sind wie alle anderen Schulden auch. Sie können durchaus sinnvoll sein zB. bei Investitionen in ein Haus. Stell dir aber mal vor, du hast jedes Monat 2000€ zu ausgeben, aber du hättest gerne 1000€ mehr. Und das sind sinnvolle Ausgaben, nicht das neue I-Phone oder solche Sachen:
- ein sicherers Auto, da du ja Kleinkinder hast. Dazu für 150€ einen sicheren Sitz. Hey, es geht um die Sicherheit deiner Kinder
- eine Klimaanlage für die Wohnung. Hey, es ist im Sommer oft sehr heiß und das kann gefährlich sein
- Fitnesstudio oder sportliche Geräte, denn hey, es geht um das allg. Wohlbefinden und um die Gesundheit. Dazu die 150€ Sportschuhe, denn 30€ Sportschuhe sind nachweislich schlechter.
- gutes und gesundes Essen, denn hey, Tiefkühlpizza, Pommes und Nudeln mit einfacher Soße sind nicht gesund
usw. Ich denke, da kommt man gerne mal auf 5000€ und mehr und es sind alles sinnvolle Ausgaben. Nötig sind sie alle natürlich nicht.

Nun hast du im Monat 3000€ zur Verfügung, um dir die Sachen kaufen zu können. Allerdings wächst mit den Schulden auch die Zinslast. So zahlt die BRD heute etwa 50Mrd. nur zur Zinstilgung. Was könnte man sich dafür leisten? Allerdings sollte man auch dazu sagen, dass die BRD schon 2000Mrd. mehr ausgeben konnte als sie eingenommen haben. Sollte die BRD aber nun 40 Jahre lang nur die Zinsen tilgen, nichts zurück bezahlen und keine neuen Schulden aufnehmen, sähe das Bild schon anders aus...


2014 zahlte der Bund 26 Mrd. an Zinsen.
Wieso sollen es jetzt wieder 50 Milliarden sein, die Zinsen sind weiter gefallen und es wurde kräftig umgeschichtet?
HugoBettauer

Re: CDU verantwortlich für Schulden?

Beitragvon HugoBettauer » Mi 26. Aug 2015, 12:09

3x schwarzer Kater » Mi 26. Aug 2015, 10:19 hat geschrieben:
Dazu kommt noch, dass je höher die Staatsschulden sind, desto höher sind die Zinslasten. Geld das aus dem Staatshaushalt für Zinsen ausgegeben wird, steht nicht für andere Zwecke zur Verfügung, schränkt also den finanziellen Spielraum ein.
Insofern kann man den Ansatz wie ihn die Bundesregierung im Augenblick praktiziert, die Einsparungen im Staatshaushalt durch die niedrigen Zinsen in die Tilgung der Schulden zu stecken nur begrüßen. Das schafft Luft und erhöht den finanziellen Spielraum für die Zukunft, wenn die Zeiten mal wieder schlechter werden.

Die Neuverschuldung zu senken, wenn mehr Schulden nicht gebraucht werden, ist sinnvoll. Bei einem langfristigen Haushaltsüberschuss müsste man aber an die Senkung der Einnahmen oder an den Vorzug bereits geplanter Ausgaben denken.

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