Bezahlten Urlaub abschaffen

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8779
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon unity in diversity » Fr 24. Jul 2015, 19:44

SoleSurvivor » Mo 20. Jul 2015, 18:14 hat geschrieben:Der Selbständige verdient, was er verdient und kann sich die Finanzierung längerer Pausen, wenn er in den Urlaub fährt, individuell regeln. Dem Arbeitnehmer wird ein Teil des Lohnes einbehalten, um damit die Tage zu bezahlen, an denen er nicht arbeitet. Die paternalistische Einrichtung des bezahlten Urlaubstages regelt, wieviel Urlaub ein Arbeitnehmer pro Jahr mindestens einlegen muss, auch wenn er sich fit fühlt. Ebenso unterstellt der Staat, dass die individuelle Finanzierung der Nichtarbeitszeit etwa durch Ansparung oder Kredit dem Arbeitnehmer menschlich nicht gegeben ist. Diese Einmischung in die Individualität führt seitens der Arbeitgeber oft zu anmaßenden, geradezu übergriffigen Anforderungen, was der Arbeitnehmer mit seinem Urlaub anstellen soll. Seine Arbeitskraft wieder herstellen, geplante Krankenhausaufenthalte abgelten, sich weiterbilden - die Liste der Vorschläge, wie der Arbeitnehmer seine budgetierte Freizeit im Sinne des Unternehmens nutzen soll, ist so fantasievoll wie unangebracht. Ein wesentlich unverkrampfteres Verhältnis wäre möglich, wenn der Urlaub nicht bezahlt wäre und die Urlaubstage nicht bei der Lohnfindung als Abzüge eingepreist würden. Denn der mündige Mensch muss selbst wählen können, wie lange und wofür er sich frei nimmt. Kurzfristige und dem Betriebsablauf schädliche Urlaubsplanungen können dabei vom Arbeitgeber abgelehnt werden, soweit dies betrieblich begründbar ist.

Ist der Urlaub wirklich bei der Lohnfindung abzugsfähig?
Oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?
Vielleicht bin ich naiv, aber ich denke mal, dass jedes Unternehmen daran interessiert ist, dass seine Mitarbeiter ausgeruht, fröhlich und guter Dinge sind, wenn sie am Arbeitsplatz erscheinen.
Deshalb haben erfolgreiche Firmen, wie Google, sogenannte Kreativitätsinseln in ihr Firmenkonzept integriert.
Dort können die MA kreative Pausen einlegen.
Egal wie lange, abgeschirmt vom normativen Arbeitsalltag, kommen sie mit brauchbaren Ideen zurück.
Mir sind keine Missbräuche bekannt geworden.
HugoBettauer

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon HugoBettauer » Sa 25. Jul 2015, 19:21

unity in diversity » Fr 24. Jul 2015, 18:44 hat geschrieben:Ist der Urlaub wirklich bei der Lohnfindung abzugsfähig?

Die Umlage für den bezahlten Urlaub ist leicht zu berechnen.
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Orwellhatterecht » So 26. Jul 2015, 11:18

SoleSurvivor » Fr 24. Jul 2015, 18:18 hat geschrieben:Jeder mündige Erwachsene kann selbst entscheiden. Der Wirt holt sich auch keine Quartalssäufer ins Haus, um den Gästen die Norm zu erklären, weil das Unfrieden schafft.



Dabei gehst Du fälschlicherweise davon aus, dass jeder mündige Erwachsene seine Entscheidungen auch tatsächlich "mündig" treffen kann. Leider gibt es aber Arbeitgeber, und das sind keinesfalls wenige, die ihren Beschäftigten ihre Mündigkeit geradezu absprechen, indem sie die Bedingungen stellen, anstatt sich den Bedingungen ihrer Arbeitnehmer zu stellen. Hat etwas mit Herrschaft zu tun, eigentlich völlig ungeeignet im Zeitalter der Demokratie, ist aber leider vielfach immer noch Usus. Und wehe dem Beschäftigten, der es wagt, seine Kollegen auf manche Mißstände diesbezüglich aufmerksam zu machen!
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
Ken Jeb
Beiträge: 412
Registriert: Mi 31. Dez 2014, 13:30
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Ken Jeb » So 26. Jul 2015, 14:25

Orwellhatterecht » So 26. Jul 2015, 10:18 hat geschrieben:

Dabei gehst Du fälschlicherweise davon aus, dass jeder mündige Erwachsene seine Entscheidungen auch tatsächlich "mündig" treffen kann. Leider gibt es aber Arbeitgeber, und das sind keinesfalls wenige, die ihren Beschäftigten ihre Mündigkeit geradezu absprechen, indem sie die Bedingungen stellen, anstatt sich den Bedingungen ihrer Arbeitnehmer zu stellen. Hat etwas mit Herrschaft zu tun, eigentlich völlig ungeeignet im Zeitalter der Demokratie, ist aber leider vielfach immer noch Usus. Und wehe dem Beschäftigten, der es wagt, seine Kollegen auf manche Mißstände diesbezüglich aufmerksam zu machen!


Wem es nicht passt, wie im eigenen Unternehmen gearbeitet wird, dem es ist nicht verboten zu kündigen und sich einen besseren Arbeitgeber zu suchen oder selbst Arbeitgeber zu werden und es besser zu machen!
Jandiiii

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Jandiiii » Di 28. Jul 2015, 09:09

Bezahlten Urlaub abschaffen? Wer ist schon dafür?
Ove Haithabu
Beiträge: 507
Registriert: Mi 6. Feb 2013, 23:15
Wohnort: Ireland

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Ove Haithabu » Mo 10. Aug 2015, 22:35

SoleSurvivor » Mon 20. Jul 2015, 18:14 hat geschrieben:Der Selbständige verdient, was er verdient und kann sich die Finanzierung längerer Pausen, wenn er in den Urlaub fährt, individuell regeln. Dem Arbeitnehmer wird ein Teil des Lohnes einbehalten, um damit die Tage zu bezahlen, an denen er nicht arbeitet. Die paternalistische Einrichtung des bezahlten Urlaubstages regelt, wieviel Urlaub ein Arbeitnehmer pro Jahr mindestens einlegen muss, auch wenn er sich fit fühlt. Ebenso unterstellt der Staat, dass die individuelle Finanzierung der Nichtarbeitszeit etwa durch Ansparung oder Kredit dem Arbeitnehmer menschlich nicht gegeben ist. Diese Einmischung in die Individualität führt seitens der Arbeitgeber oft zu anmaßenden, geradezu übergriffigen Anforderungen, was der Arbeitnehmer mit seinem Urlaub anstellen soll. Seine Arbeitskraft wieder herstellen, geplante Krankenhausaufenthalte abgelten, sich weiterbilden - die Liste der Vorschläge, wie der Arbeitnehmer seine budgetierte Freizeit im Sinne des Unternehmens nutzen soll, ist so fantasievoll wie unangebracht. Ein wesentlich unverkrampfteres Verhältnis wäre möglich, wenn der Urlaub nicht bezahlt wäre und die Urlaubstage nicht bei der Lohnfindung als Abzüge eingepreist würden. Denn der mündige Mensch muss selbst wählen können, wie lange und wofür er sich frei nimmt. Kurzfristige und dem Betriebsablauf schädliche Urlaubsplanungen können dabei vom Arbeitgeber abgelehnt werden, soweit dies betrieblich begründbar ist.


Urlaub dient der Erholung und es ist gut und richtig, dass dies gesetzlich geregelt ist. Ansonsten können wir ja auch gleich die maximale Wochenarbeitszeit aushebeln indem wir argumentieren dass der Arbeitnehmer entscheiden kann dass er nach 60 Stunden noch fit ist.

Ich habe in meinem Berufsleben gute Erfahrungen mit Arbeitgebern gemacht, dennoch ist es gut dass Gesetze Urlaub und Arbeitszeiten regeln denn es soll kein Konkurrenzkampf zwischen den fittesten Arbeitnehmern entstehen. Wenn es kein derartiges Gesetz gäbe, so gäbe es den ein oder anderen Arbeitgeber, der die Belegschaft dazu zwingt, keinen Urlaub zu nehmen und es gäbe auch den ein oder anderen, der sich dann totarbeitet.

Mündig hin oder her, so könnte man auch argumentieren wenn es um die Gurtpflicht beim Autofahren geht.
Ove Haithabu
Beiträge: 507
Registriert: Mi 6. Feb 2013, 23:15
Wohnort: Ireland

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Ove Haithabu » Mo 10. Aug 2015, 22:45

jack000 » Mon 20. Jul 2015, 18:38 hat geschrieben:Bezahlten Urlaub generell abschaffen halte ich nicht für eine gute Idee. Allerdings sollte es da etwas mehr Flexibilität für den AN geben.
Beispiel: Man möchte etwas erledigen was nur einen Vormittag dauert aber am nachmittag kann man wieder arbeiten. Bei meinem AG muss ich entweder einen ganzen Tag Urlaub nehmen oder die versäumten Stunden irgendwann wieder nachholen. Wieso kann ich nicht 1/2 Tag Urlaub nehmen, bzw. Urlaub und Arbeitsstunden verrechnen?

Das ist eine Frage, die Du Deinem Arbeitgeber stellen solltest. Wenn ich etwas erledigen möchte und 3 Stunden frei brauche, dann bekomme ich die frei ohne dass ich die nacharbeiten muss und ohne dass mir dafür Urlaub abgezogen wird. Im Gegenzug lasse ich auch nicht um Punkt 5 Uhr den Kuli fallen und gehe nach Hause. Wenn viel zu tun ist, bleibe ich auch mal länger ohne dass ich dafür etwas haben will. Es hält sich auf beiden Seiten im Rahmen. Wenn ich tatsächlich einen halben Tag weg bin dann bäte ich um einen halben Tag Urlaub und als wir von März bis Mai wirklich viel zu tun hatten, wurden mir Überstunden bezahlt sobald es mehr als zwei am Tag waren.
SID77

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon SID77 » Mo 10. Aug 2015, 22:57

SoleSurvivor » Mo 20. Jul 2015, 19:14 hat geschrieben:Ein wesentlich unverkrampfteres Verhältnis wäre möglich, wenn der Urlaub nicht bezahlt wäre und die Urlaubstage nicht bei der Lohnfindung als Abzüge eingepreist würden.

Dafür müsste dann der Staat aufkommen und dafür die Betriebe höher besteuern.
Benutzeravatar
Flat
Beiträge: 4912
Registriert: Sa 7. Mär 2015, 17:14

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Flat » Di 11. Aug 2015, 07:43

Moin,

ein sehr großer Versicherungskonzern geht da einen interessanten Weg.

Man hat seinen normalen Jahresurlaub, kann aber zusätzlich noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld (die dort noch erheblich sind) in zusätzliche Urlaubstage umwandeln. So kann man locker auf 3 Monate Urlaub im Jahr kommen. Die Vorgesetzten sind gehalten, dass, wenn irgend möglich, zu genehmigen.

Das würde ich als allgemeine Regelung wesentlich besser finden. Also bezahlten Grundurlaub plus nicht bezahlten Extraurlaub.
_______
wer Rechtsradikales sagt und tut, ist rechtsradikal. Das hat nichts mit Nazikeule zu tun.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
Benutzeravatar
Elser
Beiträge: 2290
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 09:14

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Elser » Di 11. Aug 2015, 12:28

SoleSurvivor » Mo 20. Jul 2015, 18:14 hat geschrieben:Der Selbständige verdient, was er verdient und kann sich die Finanzierung längerer Pausen, wenn er in den Urlaub fährt, individuell regeln. Dem Arbeitnehmer wird ein Teil des Lohnes einbehalten, um damit die Tage zu bezahlen, an denen er nicht arbeitet. Die paternalistische Einrichtung des bezahlten Urlaubstages regelt, wieviel Urlaub ein Arbeitnehmer pro Jahr mindestens einlegen muss, auch wenn er sich fit fühlt. Ebenso unterstellt der Staat, dass die individuelle Finanzierung der Nichtarbeitszeit etwa durch Ansparung oder Kredit dem Arbeitnehmer menschlich nicht gegeben ist. Diese Einmischung in die Individualität führt seitens der Arbeitgeber oft zu anmaßenden, geradezu übergriffigen Anforderungen, was der Arbeitnehmer mit seinem Urlaub anstellen soll. Seine Arbeitskraft wieder herstellen, geplante Krankenhausaufenthalte abgelten, sich weiterbilden - die Liste der Vorschläge, wie der Arbeitnehmer seine budgetierte Freizeit im Sinne des Unternehmens nutzen soll, ist so fantasievoll wie unangebracht. Ein wesentlich unverkrampfteres Verhältnis wäre möglich, wenn der Urlaub nicht bezahlt wäre und die Urlaubstage nicht bei der Lohnfindung als Abzüge eingepreist würden. Denn der mündige Mensch muss selbst wählen können, wie lange und wofür er sich frei nimmt. Kurzfristige und dem Betriebsablauf schädliche Urlaubsplanungen können dabei vom Arbeitgeber abgelehnt werden, soweit dies betrieblich begründbar ist.



Der Unionseinpeitscher hat wieder zugeschlagen. Lasst Euch nicht dazu verleiten über diesen Quatsch zu diskutieren. Hier will nur eine grosskapitalfreudliche Gruppe das Volk schon mal auf neue, härtere Zeiten einpeitschen. Diese Gruppe hat der "Sozialen Marktwirtschaft" den Krieg angesagt.

Also Vorsicht - alles fängt mit einer, anscheinend harmlosen, Diskussion an. Zum Schluss halten wir es dann für eine Gnade, wenn wir noch 2 Wochen Urlaub kriegen. "...mehr Rechte und Freiheiten....", einfach lächerlich.

Deutschland soll anscheinend das Land mit der höchsten Exportquote, aber mit vielen Billigstarbeitsplätzen werden. Also - mein Tip - einfach nicht auf solche Diskussionen einlassen. Den Fehler hat der deutsche Michel schon bei der Mautdiskussion gemacht.

Wie ich immer sage: Wir brauchen keine Seppelpolitik !
Zuletzt geändert von Elser am Di 11. Aug 2015, 12:31, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
BlueMonday
Beiträge: 2311
Registriert: Mo 14. Jan 2013, 17:13
Benutzertitel: Waldgänger&Klimaoptimist

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon BlueMonday » Di 11. Aug 2015, 13:15

Elser » Di 11. Aug 2015, 11:28 hat geschrieben:Lasst Euch nicht dazu verleiten über diesen Quatsch zu diskutieren.


Wer bist du, dass du dir anmaßt, anderen vorzugeben, worüber sie zu diskutieren und nachzudenken haben, hmm?


Diese Gruppe hat der "Sozialen Marktwirtschaft" den Krieg angesagt.


Lies erst mal beim Urheber dieses Begriffes nach, was er darunter verstanden hat. Und dann können wir mal nachsehen, wer da den "Krieg" führt.

Kleine Kostprobe:

"Wenn ich von einer sozialen Marktwirtschaft spreche, dann meine ich, daß der Markt sozial ist, und nicht, daß man ihn noch sozial machen muß."

"Eine freiheitliche Wirtschaftsordnung kann auf Dauer nur dann bestehen, wenn und solange auch im sozialen Leben der Nation ein Höchstmaß an Freiheit, an privater Initiative und Selbstvorsorge gewährleistet ist. Wenn dagegen die Bemühungen der Sozialpolitik darauf abzielen, dem Menschen schon von der Geburt an volle Sicherheit gegen alle Widrigkeiten des Lebens zu gewährleisten, d. h. ihn in einer absoluten Weise gegen die Wechselfälle des Lebens abschirmen zu wollen, dann kann man von solchen Menschen einfach nicht mehr verlangen, dass sie das Maß an Kraft, Leistung, Initiative und anderen besten Werten entfalten, das für das Leben und die Zukunft der Nation schicksalhaft ist und darüber hinaus die Voraussetzung einer auf die Initiative der Persönlichkeit begründeten Sozialen Marktwirtschaft bietet."

--Ludwig Erhard


Das Liberale scheint jedenfalls deine Sache nicht zu sein. Ganz und gar nicht. Und das ist bedenklich, denn es ist die Grundlage des Sozialen.
Zuletzt geändert von BlueMonday am Di 11. Aug 2015, 13:16, insgesamt 2-mal geändert.
But who would build the roads?
HugoBettauer

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon HugoBettauer » Di 11. Aug 2015, 13:21

Sozial geht nur liberal, das weiß doch jeder. Unfreiheit ist immer asozial.
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Orwellhatterecht » Di 11. Aug 2015, 15:38

Ken Jeb » So 26. Jul 2015, 13:25 hat geschrieben:
Wem es nicht passt, wie im eigenen Unternehmen gearbeitet wird, dem es ist nicht verboten zu kündigen und sich einen besseren Arbeitgeber zu suchen oder selbst Arbeitgeber zu werden und es besser zu machen!



Das ist immer die Standard Antwort auf jedwede Kritik an bestehenden Verhältnissen! Ist aber in sich nicht schlüssig, denn Demokratie und Herrschaft sind feindliche Brüder. Und Beschäftigte sind keine willenlosen Befehlsempfänger sondern oftmals selber denkende Menschen. Das wird allzugerne von Führungskräften vergessen, sie verwechseln dann Führung mit brutalem Durchsetzungszwang. Dabei gilt auch heute noch immer:
"Wer überzeugt wird gegen seinen Willen, bleibt seiner Ansicht treu im Stillen...". Und mehr als 1 x habe ich es erlebt, welche Schadenfreude bei Mitarbeitern aufkam, wenn sich ein durch masslose Arroganz hervor getaner Vorgesetzter mal wieder vergaloppiert hatte.
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
HugoBettauer

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon HugoBettauer » Di 11. Aug 2015, 15:48

denn Demokratie und Herrschaft sind feindliche Brüder.


Demokratie ist eine Herrschaftsform. Sie ist nicht das Gegenteil vom Beherrschtwerden.
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Orwellhatterecht » Di 11. Aug 2015, 16:24

SoleSurvivor » Di 11. Aug 2015, 14:48 hat geschrieben:
Demokratie ist eine Herrschaftsform. Sie ist nicht das Gegenteil vom Beherrschtwerden.


In vielen Firmen geht es tatsächlich alles andere als demokratisch zu, beherrschte früher zumeist ein Patriachat den Laden und liess alls "nach seiner Pfeife tanzen", so ist es heute ein oftmals total von allem Weltlichen abgehobenes Management, das sich als Beherrscher ihrer Untertanen, auch Beschäftigte genannt, aufführt. Das war vor einigen Jahren noch etwas anders, gab es doch zumindest in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zaghafte Versuche, diesen Untertanengeist etwas zu zügeln. Heute dagegen tragen manche Manager ihre Nase so unglaublich hoch, dass man ihnen buchstäblich "Hals- und Beinbruch" wünscht und zwar von Herzen ! Diese Spezies kämen nie auf die Idee, den eigenen Urlaub abzuschaffen, streben auch Gehälter an, wie sie in USA gezahlt werden, möchten aber möglichst nicht dieselbe Verantwortung tragen, schon gar nicht evtl. strafrechtlich belangt werden können für falsche oder gar gesetzwidrige Entscheidungen. Dafür aber fänden sie es ganz toll, Mitarbeiter zu führen, die ihren Lohn an chinesischen oder gar noch südlicheren Regionen auszurichten, bereit wären, Doppelmoral eben.
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
HugoBettauer

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon HugoBettauer » Di 11. Aug 2015, 16:38

In einem Unternehmen herrscht eine klare Ordnung, wer bestellt und wer liefern muss. Ob dabei eher Führung durch Auftrag oder intensives Mikromanagement durch die Vorgesetzten betrieben wird, ob man eher Minutenzählerei oder Zielvereinbarungen hernimmt, das ändert nichts, dass die Angestellten in letzter Instanz nichts zu melden haben.
Benutzeravatar
Elser
Beiträge: 2290
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 09:14

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Elser » Di 11. Aug 2015, 17:11

BlueMonday » Di 11. Aug 2015, 12:15 hat geschrieben:
Wer bist du, dass du dir anmaßt, anderen vorzugeben, worüber sie zu diskutieren und nachzudenken haben, hmm?




Lies erst mal beim Urheber dieses Begriffes nach, was er darunter verstanden hat. Und dann können wir mal nachsehen, wer da den "Krieg" führt.

Kleine Kostprobe:



Das Liberale scheint jedenfalls deine Sache nicht zu sein. Ganz und gar nicht. Und das ist bedenklich, denn es ist die Grundlage des Sozialen.



Immer das gleiche alte Spiel. Wenn jemand die böse Absicht erkannt hat und anprangert, wird ihm unterstellt er wäre ein Undemokrat und radikal. Ihm werden Dinge, die er nicht geschrieben hat, unterstellt und dann darauf empört reagiert. Einfach nicht darauf reinfallen. Lieber selber lesen und denken.

Elser
Benutzeravatar
Elser
Beiträge: 2290
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 09:14

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Elser » Di 11. Aug 2015, 17:18

SoleSurvivor » Di 11. Aug 2015, 12:21 hat geschrieben:Sozial geht nur liberal, das weiß doch jeder. Unfreiheit ist immer asozial.



:eek: Oooooch - schon wieder so eine schöne und einfache Weißheit. Vielen herzlichen Dank für diese Erhellung. Und dann noch - "FREIHEIT". Kommt immer gut. :thumbup:

Der Arbeitnehmer 2020 - ein "freier" Mensch, der seinen Urlaub selbst finaziert. Lasst Euch nicht vera......!!! :(

Elser
Zuletzt geändert von Elser am Di 11. Aug 2015, 17:22, insgesamt 2-mal geändert.
DieBananeGrillt
Beiträge: 481
Registriert: Di 1. Okt 2013, 20:29

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon DieBananeGrillt » Di 11. Aug 2015, 17:38

Bezahlten Urlaub, so etwas gibt es noch ?
Wenn ich Urlaub mache, dann wird dieser aus der zuvor angesparten Urlaubsgeldkasse verrechnet.
Ist diese leer, gibt es keine Bezahlung, aber trotzdem Urlaub, soviel ich mag und es möglich ist.
Gut, die Krankenkasse selber zu bezahlen monatlich, dann gibt es auch keine nennenswerten Versicherungslücken.
TomToxBox

Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon TomToxBox » Di 11. Aug 2015, 18:41

Ein wesentlich unverkrampfteres Verhältnis wäre möglich, wenn der Urlaub nicht bezahlt wäre und die Urlaubstage nicht bei der Lohnfindung als Abzüge eingepreist würden. Denn der mündige Mensch muss selbst wählen können, wie lange und wofür er sich frei nimmt. Kurzfristige und dem Betriebsablauf schädliche Urlaubsplanungen können dabei vom Arbeitgeber abgelehnt werden, soweit dies betrieblich begründbar ist.


Aber natürlich, als nächstes sollte man die verkrampften Sozial-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge der Arbeitgeber auch abschaffen um die Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber zu senken, damit der noch viel, viel mehr verdient und hoffentlich wieder in was neues investiert. Den unbezahlten Urlaub haben wir doch schon längst, wo z.B auf Stundenbasis gearbeitet wird.

Das was hier mit dem unbezahlten Urlaub vorgeschlagen wird ist nicht anderes wie der Abbau weiterer Sozialleistungen für die Arbeitnehmer. Was damit geschaffen wird, wenn grundsätzlich die Sozialleistungen abgeschaffen werden, an die sich ALLE im Staat zu beteiligen haben ist eine Versklavung des kleinen deutschen Bürgers.

Tatsächlich wird damit alles andere als Geld gespart, sondern es wird nur umgeschichtet. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Auch die Kosten für den Staat werden nur umgeschichtet, von Sozialleistungen in den Sicherheitsbereich. Wer sich amerikanische Verhältnisse wünscht, bitte...der möge für diesen derart unsozialen und vor allem nicht gerade menschenfreundlichen Vorschlag votieren.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast