Bezahlten Urlaub abschaffen

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3x schwarzer Kater
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 22. Jul 2015, 19:12

jack000 » Mi 22. Jul 2015, 19:05 hat geschrieben:So ist es. Es hat schlichtweg nichts miteinander zu tun. Die längere Anwesenheit muss irgendwann wieder abgebaut werden oder wird ggf. ausgezahlt.
=> Das sind Rahmendaten an denen sich nichts ändern lässt. Produktivität lässt sich z.B. in Leistung/Stunde berechnen.


Die Arbeitswelt verändert sich. Für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes wird es in Zukunft unerlässlich sein, dass sich die Arbeitgeber darauf einstellen, dass die wirklich guten Arbeitnehmer andere Anforderungen an den Arbeitsplatz. Vertrauensarbeitszeit, Flexible Arbeitszeiten, Zielorientierung statt Anwesenheiten. Da wird noch einiges auf die Arbeitgeber zukommen. Der Kampf die Besten und Qualifziertesten hat schon längst begonnen. Die Generation Y tickt da schon komplett anders, als die Leute die heute Mitarbeiter auswählen und einstellen. Insofern ist der Ansatz des Threaderstellers in diesem Kontext durchhaus denkbar und für die wirklich guten auch wünschenswert.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon HugoBettauer » Mi 22. Jul 2015, 19:54

Thomas Müller » Mi 22. Jul 2015, 17:39 hat geschrieben:
Ohne ein Recht auf bezahlten Urlaub und gleichzeitig auch die Pflicht, diesen auch innerhalb eines Jahres aufzubrauchen, entsteht innerhalb der Belegschaft ein Konkurrenzkampf. Arbeitnehmer, die auf Urlaub verzichten, sind aufs Jahr gesehen produktiver

Dafür bekommen sie auch mehr Tage bezahlt! Leistung muss nichts schlechtes sein.

Die Folge aus diesem Konkurrenzkampf wäre, dass Arbeitnehmer gar keinen oder nur wenige Tage Urlaub nehmen, aus Angst ihre Anstellung zu verlieren.

Das ist eher unwahrscheinlich. Wer mehr Urlaub macht, hat weniger Geld - der Firma entsteht also kein Schaden.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon jack000 » Mi 22. Jul 2015, 21:38

3x schwarzer Kater » Mi 22. Jul 2015, 19:12 hat geschrieben:
Die Arbeitswelt verändert sich. Für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes wird es in Zukunft unerlässlich sein, dass sich die Arbeitgeber darauf einstellen, dass die wirklich guten Arbeitnehmer andere Anforderungen an den Arbeitsplatz. Vertrauensarbeitszeit, Flexible Arbeitszeiten, Zielorientierung statt Anwesenheiten. Da wird noch einiges auf die Arbeitgeber zukommen. Der Kampf die Besten und Qualifziertesten hat schon längst begonnen. Die Generation Y tickt da schon komplett anders, als die Leute die heute Mitarbeiter auswählen und einstellen.

Ja, es stört mich ebenso dass ich mich auch Arbeitsschutzgesetzen unterwerfen muss die mich gar nicht betreffen. Daher sollte da eine Trennung erfolgen. Es ist nunmal ein Unterschied zwischen Arbeitnehmern die (hart) körperlich und hoch qualitativ arbeiten müssen und denen die eher Sesselpupser sind und nur zu bestimmten Zeiten bestimmte Ergebnisse vorweisen müssen.

Ich selbst gehöre zur letzteren Gruppe und bin Regeln unterworfen die nicht meiner Arbeitsrealität entsprechen und daher auch aufgeschlossen für Änderungen. "Vertrauensarbeitszeit" wäre mein oberstes Ziel da ich selbst entscheiden möchte wann und wie ich arbeite um die geforderten Ergebnisse zu erreichen.

Insofern ist der Ansatz des Threaderstellers in diesem Kontext durchhaus denkbar und für die wirklich guten auch wünschenswert.

Allenfalls der Ansatz mehr Flexibilität für diejenigen die selbstbestimmt und ohne Kontrolle ihre Arbeit erledigen. Die Möglichkeit komplett den Urlaub zu verheizen für alle Beschäftigten halte ich für keine gute Idee!
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon HugoBettauer » Mi 22. Jul 2015, 21:44

Die Möglichkeit komplett den Urlaub zu verheizen für alle Beschäftigten halte ich für keine gute Idee!

Wie meinst du das Unterstrichene?
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Dingo » Mi 22. Jul 2015, 22:00

jack000 » Mi 22. Jul 2015, 19:05 hat geschrieben:So ist es. Es hat schlichtweg nichts miteinander zu tun. Die längere Anwesenheit muss irgendwann wieder abgebaut werden oder wird ggf. ausgezahlt.
=> Das sind Rahmendaten an denen sich nichts ändern lässt. Produktivität lässt sich z.B. in Leistung/Stunde berechnen.

Wobei dann "Leistung" aber auch objektiv meßbar und vergleichbar sein muß. Ist das bei allen Berufen so? Bei meinem eher nicht.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon jack000 » Mi 22. Jul 2015, 22:13

SoleSurvivor » Mi 22. Jul 2015, 21:44 hat geschrieben:Wie meinst du das Unterstrichene?

Analog zum Strangtitel!
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon jack000 » Mi 22. Jul 2015, 22:17

Dingo » Mi 22. Jul 2015, 22:00 hat geschrieben:Wobei dann "Leistung" aber auch objektiv meßbar und vergleichbar sein muß. Ist das bei allen Berufen so? Bei meinem eher nicht.

Der Vorgesetzte oder die Kunden können das bewerten. Die Zahl der anwesenden Stunden zu bewerten halte ich ja ebenso für Blödsinn ...
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Dingo » Mi 22. Jul 2015, 22:30

jack000 » Mi 22. Jul 2015, 22:17 hat geschrieben:Der Vorgesetzte oder die Kunden können das bewerten. Die Zahl der anwesenden Stunden zu bewerten halte ich ja ebenso für Blödsinn ...

Nee, mein Vorgesetzter kann das garantiert nicht bewerten. Unsere Kunden auch nicht. Die wollen ein Problem gelöst haben, wie aufwendig das zu programmieren ist, können die nicht beurteilen.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon jack000 » Mi 22. Jul 2015, 23:02

Dingo » Mi 22. Jul 2015, 22:30 hat geschrieben:Nee, mein Vorgesetzter kann das garantiert nicht bewerten. Unsere Kunden auch nicht. Die wollen ein Problem gelöst haben, wie aufwendig das zu programmieren ist, können die nicht beurteilen.

Und wer bewertet das nun in deiner Branche :?:
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Dingo » Mi 22. Jul 2015, 23:28

jack000 » Mi 22. Jul 2015, 23:02 hat geschrieben:Und wer bewertet das nun in deiner Branche :?:

Was genau willst Du bewerten? Klar kann man bewerten, ob eine Anwendung als Ganzes läuft. Aber die "Produktivität" des Einzelnen ist schwer zu bewerten. Ist der Programmierer mit den meisten Programmierzeilen besonders produktiv, oder eher der, der seine Aufgaben mit deutlich weniger Programmierzeilen löst, weil er sich einen komplexen Algorithmus ausdenkt? Ist der Programmierer produktiver, der nur programmiert, programmiert, programmiert und dadurch viele Aufgaben löst, oder vielleicht doch der Programmierer, der nicht ganz so viel programmiert, dafür das, was er programmiert, gut dokumentiert? Wie produktiv bin ich, wenn ich gerade gar nicht programmiere, dafür aber anderen etwas erkläre?
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Thomas Müller » Do 23. Jul 2015, 00:42

jack000 » Mi 22. Jul 2015, 19:05 hat geschrieben:So ist es. Es hat schlichtweg nichts miteinander zu tun. Die längere Anwesenheit muss irgendwann wieder abgebaut werden oder wird ggf. ausgezahlt.
=> Das sind Rahmendaten an denen sich nichts ändern lässt. Produktivität lässt sich z.B. in Leistung/Stunde berechnen.


Sie haben Recht. Längere Anwesenheit wird abgebaut oder ausbezahlt. Ich habe die Folgen geschildert sollte diese Pflicht abgeschafft werden. ;)
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 23. Jul 2015, 16:20

SoleSurvivor » Mo 20. Jul 2015, 18:14 hat geschrieben:Der Selbständige verdient, was er verdient und kann sich die Finanzierung längerer Pausen, wenn er in den Urlaub fährt, individuell regeln. Dem Arbeitnehmer wird ein Teil des Lohnes einbehalten, um damit die Tage zu bezahlen, an denen er nicht arbeitet. Die paternalistische Einrichtung des bezahlten Urlaubstages regelt, wieviel Urlaub ein Arbeitnehmer pro Jahr mindestens einlegen muss, auch wenn er sich fit fühlt. Ebenso unterstellt der Staat, dass die individuelle Finanzierung der Nichtarbeitszeit etwa durch Ansparung oder Kredit dem Arbeitnehmer menschlich nicht gegeben ist. Diese Einmischung in die Individualität führt seitens der Arbeitgeber oft zu anmaßenden, geradezu übergriffigen Anforderungen, was der Arbeitnehmer mit seinem Urlaub anstellen soll. Seine Arbeitskraft wieder herstellen, geplante Krankenhausaufenthalte abgelten, sich weiterbilden - die Liste der Vorschläge, wie der Arbeitnehmer seine budgetierte Freizeit im Sinne des Unternehmens nutzen soll, ist so fantasievoll wie unangebracht. Ein wesentlich unverkrampfteres Verhältnis wäre möglich, wenn der Urlaub nicht bezahlt wäre und die Urlaubstage nicht bei der Lohnfindung als Abzüge eingepreist würden. Denn der mündige Mensch muss selbst wählen können, wie lange und wofür er sich frei nimmt. Kurzfristige und dem Betriebsablauf schädliche Urlaubsplanungen können dabei vom Arbeitgeber abgelehnt werden, soweit dies betrieblich begründbar ist.




Es steht Dir selbstverständlich frei, auf Deinen Dir zustehenden Urlaub sowie auf Dein Dir zustehendes Gehalt zu verzichten. Und wenn Du noch ein Übriges tun willst - bring doch einfach noch Geld mit !
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 23. Jul 2015, 16:22

SoleSurvivor » Mo 20. Jul 2015, 18:23 hat geschrieben:Diese Möglichkeit besteht bereits, denn niemand ist heute dauerhaft an seinen Arbeitgeber gekettet.




Stimmt, auf viele heutige Arbeitnehmer trifft der einstmals überholte und veraltete Begriff "Tagelöhner" wieder zu. Es nennt sich heute "Werksvertrag, Leiharbeit...". Ist aber im Grunde genommen ein und dasselbe !
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 23. Jul 2015, 16:29

Clematis » Di 21. Jul 2015, 19:58 hat geschrieben:"Denn der mündige Mensch muss selbst wählen können, wie lange und wofür er sich frei nimmt."

Die mündigen Menschen sind so unvernünftig, dass man sie zu ihrem Glück zwingen muss.
Sie würden aus verschiedenen Gründen auf Urlaub verzichten: halten sich für unersetzbar, Angst um Bestand des Arbeirsplatzes, Geldnot oder Geldgier, keine Einsicht in Erholungsbedürftigkeit von Körper und Geist.
Urlaub muss deshalb genauso reglementiert werden wie die tägliche und maximale Arbeitszeit und wie das Pausenregime.
Mein Vertrauen in das Umlegen des Urlaubsgeldes auf auf den Monatsverdienst ist auch nicht sehr ausgeprägt
- gerade bei neuen Jobs mit neuer Lohnkalkulation und insbesondere im Niedriglohnsektor, wo gern nur so viel bezahlt wird, wie für die Existenz und Reproduktion der Arbeitskraft unbedingt erforderlich.



Wie "mündig" ist denn in der heutigen Zeit ein Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber? Schon mal drüber nachgedacht? Ich fürchte mal, nein !
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Milady de Winter » Do 23. Jul 2015, 16:48

jack000 » Mo 20. Jul 2015, 19:38 hat geschrieben:Bezahlten Urlaub generell abschaffen halte ich nicht für eine gute Idee. Allerdings sollte es da etwas mehr Flexibilität für den AN geben.
Beispiel: Man möchte etwas erledigen was nur einen Vormittag dauert aber am nachmittag kann man wieder arbeiten. Bei meinem AG muss ich entweder einen ganzen Tag Urlaub nehmen oder die versäumten Stunden irgendwann wieder nachholen. Wieso kann ich nicht 1/2 Tag Urlaub nehmen, bzw. Urlaub und Arbeitsstunden verrechnen?

Ich kann das. Die Lösung Deines Problems lautet: such' Dir einen anderen AG. :)
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Dingo » Do 23. Jul 2015, 17:36

Milady de Winter » Do 23. Jul 2015, 16:48 hat geschrieben:Ich kann das. Die Lösung Deines Problems lautet: such' Dir einen anderen AG. :)

Stichwort: Gleitende Arbeitszeit.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon Milady de Winter » Do 23. Jul 2015, 17:41

Dingo » Do 23. Jul 2015, 17:36 hat geschrieben:Stichwort: Gleitende Arbeitszeit.

Entweder das oder man ist gar nicht in der Zeiterfassung.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon JJazzGold » Do 23. Jul 2015, 17:57

jack000 » Mi 22. Jul 2015, 21:38 hat geschrieben:Ja, es stört mich ebenso dass ich mich auch Arbeitsschutzgesetzen unterwerfen muss die mich gar nicht betreffen. Daher sollte da eine Trennung erfolgen. Es ist nunmal ein Unterschied zwischen Arbeitnehmern die (hart) körperlich und hoch qualitativ arbeiten müssen und denen die eher Sesselpupser sind und nur zu bestimmten Zeiten bestimmte Ergebnisse vorweisen müssen.

Ich selbst gehöre zur letzteren Gruppe und bin Regeln unterworfen die nicht meiner Arbeitsrealität entsprechen und daher auch aufgeschlossen für Änderungen. "Vertrauensarbeitszeit" wäre mein oberstes Ziel da ich selbst entscheiden möchte wann und wie ich arbeite um die geforderten Ergebnisse zu erreichen.


Allenfalls der Ansatz mehr Flexibilität für diejenigen die selbstbestimmt und ohne Kontrolle ihre Arbeit erledigen. Die Möglichkeit komplett den Urlaub zu verheizen für alle Beschäftigten halte ich für keine gute Idee!



Vielleicht wäre diese Forderung für Sie die geeignete.

Arbeitgeber fordern Ende des "starren" Acht-Stunden-Arbeitstags
13.50 Uhr: Die Arbeitgeber haben die Bundesregierung aufgefordert, den Acht-Stunden-Tag aus dem Arbeitszeitgesetz zu streichen. Das geht aus einem Positionspapier der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervor, aus dem die "Rheinische Post" am Donnerstag zitierte. "Um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden, sollte das Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden."
Der Präsident des Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, sagte der Zeitung, flexible Arbeitszeiten gewännen "angesichts von Digitalisierung und der Notwendigkeit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer mehr an Bedeutung". Die "starren" Arbeitszeitregelungen hierzulande minderten diese Flexibilität. "Daher wäre es wichtig, die gesetzlichen Regelungen an die aktuelle Entwicklung anzupassen", sagte Schweitzer.
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kündigte jedoch an, am Acht-Stunden-Tag in Deutschland festhalten zu wollen: „Änderungen sind an der Stelle nicht geplant“, sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums in Berlin. Ende des kommenden Jahres wolle das Ministerium jedoch ein „Weißbuch“ vorlegen. Dieses solle dann die Grundlage für Prüfungen sein, ob und wo mögliche Anpassungen im Arbeitszeitgesetz nötig sind.

http://www.focus.de/finanzen/boerse/wirtschafts-news-arbeitgeber-fordern-ende-des-acht-stunden-arbeitstags_id_4834658.html
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon pudding » Fr 24. Jul 2015, 09:33

SoleSurvivor » Mi 22. Jul 2015, 19:54 hat geschrieben:Dafür bekommen sie auch mehr Tage bezahlt! Leistung muss nichts schlechtes sein.


Das ist eher unwahrscheinlich. Wer mehr Urlaub macht, hat weniger Geld - der Firma entsteht also kein Schaden.

Wie kommst du zu der unrealistischen These? Aus der Praxis stammt diese Annahme sicherlich nicht.
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Re: Bezahlten Urlaub abschaffen

Beitragvon firlefanz11 » Fr 24. Jul 2015, 09:42

Ja, und die Gewerkschaften laufen auch schon Sturm gegen die Idee den starren 8 Std Tag zu kippen.
Dass diese Betonköppe krampfhaft am 8 Std Tag festhalten ist ganz natürlich. Genauso, dasss die SPD da Ressentiments hat. Das Konzept Flexibilität ist für so kurzsichtige Leute einfach nicht (be-)greifbar...

Bei mir in der Firma wird das im Übrigen schon gelebt. Flexible Arbeitszeit, flexibler Arbeitsort u. wer der Meinung ist 50 Tag im Jahr Urlaub zu brauchen, na ja meine Güte, der muss halt die Projekte schneller abwickeln. Nur dafür muss man auch mal hinnehmen, dass wenn die betrieblichen Bedürfnisse keinen Urlaub zulassen in bestimmten Zeitabschnitten dann auch keiner genommen werden kann...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."

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