Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

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Walter Hofer
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon Walter Hofer » So 2. Mär 2014, 18:48

Herr Bert » So 2. Mär 2014, 18:31 hat geschrieben:Ich hätte gerne astreines Alpenbachwasser
zum Flatratebilligtarif.


Oh, ein Kenner und Genussmensch, der seinem Körpersaft viele Elektrolyte gönnt, Calcium, Magnesium, :thumbup: und keine brutale Härte :dead:
Wer sein Leben genießt, dem wird es vermießt.
pudding

Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon pudding » Mo 3. Mär 2014, 06:19

Adam Smith » So 2. Mär 2014, 14:04 hat geschrieben:
pudding » So 2. Mär 2014, 09:10 hat geschrieben:Tut sie das noch nicht oft genug?


Der Kapitalismus ist erfolgreicher denn je.

Sagt wer?
http://www.wasseraufbereitungshilfe.de/ ... as-wasser/
Wem willst du das als Erfolg verkaufen? Natürlich, den Profiteuren.
http://www.wasseraufbereitungshilfe.de/ ... as-wasser/
Aber sicherlich ist das auch eine "linke" Quelle. :D
Lebensnotwendige Grundbedürfnisse, zu denen eben Trinkwasser zweifelsfrei gehört, dürfen nicht privatisiert werden.
Zuletzt geändert von pudding am Mo 3. Mär 2014, 06:22, insgesamt 2-mal geändert.
Postnix

Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon Postnix » Mo 3. Mär 2014, 06:25

pudding » So 2. Mär 2014, 09:01 hat geschrieben:
Aldemarin » Sa 1. Mär 2014, 18:35 hat geschrieben:Warum kann man eigentlich in Deutschland seinen Wasseranbieter nicht frei wählen? Welche technischen Vorraussetzungen müßten gegeben sein, damit dies möglich ist?
Gibt es Länder, wo man den Wasseranbieter wählen kann?


Vielleicht schwebt dir auch noch ein eigener Atemluftanbieter vor?
Eine großartige Idee. Ich würde mir rauchfreie Luft bestellen. Ohne Restbestandteile von Ausdünstungen von ungewaschenen Menschen und Knoblauchausdünstungen.

Viel einfacher wäre es allerdings, Raucher einfach zu erschießen.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon zollagent » Mo 3. Mär 2014, 08:38

Aldemarin » Sa 1. Mär 2014, 17:35 hat geschrieben:Warum kann man eigentlich in Deutschland seinen Wasseranbieter nicht frei wählen? Welche technischen Vorraussetzungen müßten gegeben sein, damit dies möglich ist?
Gibt es Länder, wo man den Wasseranbieter wählen kann?

Die Wassernetze müßten untereinander verbunden sein, damit die verschiedenen Lieferanten die bei ihnen bestellte Wassermenge auch einspeisen könnten, ähnlich wie beim Stromnetz. Das funktioniert aber beim Wasser nicht.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon zollagent » Mo 3. Mär 2014, 08:43

Walter Hofer » So 2. Mär 2014, 13:46 hat geschrieben:
Adam Smith » So 2. Mär 2014, 08:18 hat geschrieben:
Keinen, weil der Bürger sich den Versorger nicht aussuchen kann. Entweder er hat er also genau einen staatlichen Versorger oder genau einen privaten Versorger. Und wenn der private Versorger Monopolist ist, dann versagt die Marktwirtschaft.


Die kommunalen Stadtwerke und Wasser(Zweck)verwände sind lt. Satzungen nicht gewinnorientiert ausgerichtet, der Wasserpreis wird in Aufsichtsräten (Anteilseigner sind überwiegend Kommunen und Landkreise mit pol. Mandatsträgern) beschlossen, und ist ein politischer Preis, quasi eine schwarze Null.

Lesenswert:

Die EU-Kommission beugt sich dem Protest von mehr als 1,5 Millionen Europäern: Die Behörde will die Wasserversorgung aus dem Entwurf einer umstrittenen Richtlinie streichen. Gegner des Vorhabens hatten eine zwangsweise Privatisierung von Trinkwasser befürchtet.

mehr: http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 07198.html

So ganz stimmt das aber nicht. In vielen Kommunen wird über den Wasserpreis noch anderes quersubventioniert.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon zollagent » Mo 3. Mär 2014, 08:46

John Galt » So 2. Mär 2014, 17:37 hat geschrieben:
jack000 » So 2. Mär 2014, 17:13 hat geschrieben:Doch, das ist genau die Antwort. Da ein jeder in jedem Fall Wasser benötigt, welchen Sinn soll es da machen das sich ein jeder seine eigene Wasserquelle sucht?
Bei Internet und Strom ist das was anderes, da unterschiedliche Quellen vorliegen, beim Wasser ist es aber immer ein und dieselbe.
=> Dezentralisierung würde zu Kostensteigerungen führen!


Du scheinst dir da aber gleich sehr sicher zu sein ohne deine Aussagen zu überprüfen. Wenn ich 50m Wasserleitung ans Wassernetz zahlen muss, kann ich stattdessen auch 50m in den Boden bohren, ein paar Filter und Pumpen installieren und 50 Jahre ohne Verbrauchskosten Wasser benutzen.

Ob die Alternative mit dem Wassertanklaster so teuer ist, dass halte ich auch für ein Märchen. 1,90€ für 1000 Liter ist ein Wucherpreis wenn man sich überlegt wie wasserreich Deutschland ist.

Hast du schon mal auf deine Wasserrechnung geschaut? Es ist nicht nur das Frischwasser, das dir in Rechnung gestellt wird, sondern auch die Abwasserentsorgung. Und Abwasser produziert dein Grundstück von ganz alleine, denke an das Regenwasser.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon Walter Hofer » Mo 3. Mär 2014, 08:51

Antisozialist hat geschrieben: » So 2. Mär 2014, 16:48

c) Das Netz bleibt staatlich, aber die Einspeiser sind eine Vielzahl von Privatbetrieben. Die Qualität der Einspeisungen muss durch umfangreiche staatliche Kontrollen sichergestellt werden.


dann versuch mal zusätzliches Trinkwasser in die Druckleitungen der Fernversorgung (Harzwasserwerke/Fernwasserversorgung Elbaue Ostharz) einzuspeisen. Trinkwasser ist als eine Einheit zu sehen:

Rohwassergewinnung
phys./techn. Aufbereitung
Reinwasser
chem. Aubereitungsstufen (Auf-, Enthärtung, SI)
ggf. Desinfektion
Netzeinspeisung/
ggf Zonenmischung

Im Gegensatz zu Gas oder Strom ist Trinkwasser nicht linear, beliebig mischbar.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon garfield336 » Mo 3. Mär 2014, 08:55

Aldemarin » Sa 1. Mär 2014, 17:35 hat geschrieben:Warum kann man eigentlich in Deutschland seinen Wasseranbieter nicht frei wählen? Welche technischen Vorraussetzungen müßten gegeben sein, damit dies möglich ist?
Gibt es Länder, wo man den Wasseranbieter wählen kann?


Nachbar will also Wasser aus Wasserbillig und ich will Wasser aus Oberbillig, mus man jetzt 2 separate wasserleitungen bauen. :?:
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon garfield336 » Mo 3. Mär 2014, 08:58

zollagent » Mo 3. Mär 2014, 08:46 hat geschrieben:
John Galt » So 2. Mär 2014, 17:37 hat geschrieben:
Du scheinst dir da aber gleich sehr sicher zu sein ohne deine Aussagen zu überprüfen. Wenn ich 50m Wasserleitung ans Wassernetz zahlen muss, kann ich stattdessen auch 50m in den Boden bohren, ein paar Filter und Pumpen installieren und 50 Jahre ohne Verbrauchskosten Wasser benutzen.

Ob die Alternative mit dem Wassertanklaster so teuer ist, dass halte ich auch für ein Märchen. 1,90€ für 1000 Liter ist ein Wucherpreis wenn man sich überlegt wie wasserreich Deutschland ist.

Hast du schon mal auf deine Wasserrechnung geschaut? Es ist nicht nur das Frischwasser, das dir in Rechnung gestellt wird, sondern auch die Abwasserentsorgung. Und Abwasser produziert dein Grundstück von ganz alleine, denke an das Regenwasser.


Die Abwasserentsorgung steht auf meiner Wasserrechnung nicht drauf, sonder läuft unter der Rubrik, monatliche anfallende Gemeindegebühren. Die man alleine schon deswegen zahlen mus, wenn man dort wohnt. :|
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon garfield336 » Mo 3. Mär 2014, 09:00

zollagent » Mo 3. Mär 2014, 08:38 hat geschrieben:
Aldemarin » Sa 1. Mär 2014, 17:35 hat geschrieben:Warum kann man eigentlich in Deutschland seinen Wasseranbieter nicht frei wählen? Welche technischen Vorraussetzungen müßten gegeben sein, damit dies möglich ist?
Gibt es Länder, wo man den Wasseranbieter wählen kann?

Die Wassernetze müßten untereinander verbunden sein, damit die verschiedenen Lieferanten die bei ihnen bestellte Wassermenge auch einspeisen könnten, ähnlich wie beim Stromnetz. Das funktioniert aber beim Wasser nicht.


Der grosse Unterschied zum Wasser gegenüber Strom ist.: Dem Strom merkt man seine Herkunft nicht an, der sieht immer gleich aus egal wo er herkommt oder wie er produziert wird.

Das ist bei natürlich vorkommenden Wasserquellen natürlich komplett anders. :)
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon Walter Hofer » Mo 3. Mär 2014, 09:13

zollagent hat geschrieben: » Mo 3. Mär 2014, 08:43
So ganz stimmt das aber nicht. In vielen Kommunen wird über den Wasserpreis noch anderes quersubventioniert.


Das ist so gesehen falsch, nicht über den Wasserpreis, der soeben kostendeckend ist, sondern über die Strom- und Gaspreise.

Hier sind die neugegründeten Stadtwerke in den nBL "verarscht" worden,
weil sie den Konzessionsverkauf von Strom und Gas nicht bekommen haben.
Westdeutsche Stadtwerke nutzen den steuerlichen Querverbund zur Minimierung der Verlustbringer (Kleinstklärwerke, Schlachthöfe, Friedhöfe, Nahverkehr, Hallen- und Freibäder)
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon Walter Hofer » Mo 3. Mär 2014, 09:22

garfield336 » Mo 3. Mär 2014, 08:55 hat geschrieben:
Aldemarin » Sa 1. Mär 2014, 17:35 hat geschrieben:Warum kann man eigentlich in Deutschland seinen Wasseranbieter nicht frei wählen? Welche technischen Vorraussetzungen müßten gegeben sein, damit dies möglich ist?
Gibt es Länder, wo man den Wasseranbieter wählen kann?


Nachbar will also Wasser aus Wasserbillig und ich will Wasser aus Oberbillig, mus man jetzt 2 separate wasserleitungen bauen. :?:


Doppelte Leitungssyteme, aufgeteilt in Brauch- und Trinkwasser, wurden aus Kostengründen verworfen. Eine eigene Brauchwasserversorgung haben nur Firmen und Klärwerke, für die Trinkwasserverschwendung zu teuer kommt. Das wurde seit den 80zigern landauf, landab, x-mal durchgerechnet. So recycelt z.B. VW Wolfsburg seinen Trinkwasserbezug aus der Harzer Eckertalsperre bis zu 80 mal.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon zollagent » Mo 3. Mär 2014, 10:00

Walter Hofer » Mo 3. Mär 2014, 09:13 hat geschrieben:
zollagent hat geschrieben: » Mo 3. Mär 2014, 08:43
So ganz stimmt das aber nicht. In vielen Kommunen wird über den Wasserpreis noch anderes quersubventioniert.


Das ist so gesehen falsch, nicht über den Wasserpreis, der soeben kostendeckend ist, sondern über die Strom- und Gaspreise.

Hier sind die neugegründeten Stadtwerke in den nBL "verarscht" worden,
weil sie den Konzessionsverkauf von Strom und Gas nicht bekommen haben.
Westdeutsche Stadtwerke nutzen den steuerlichen Querverbund zur Minimierung der Verlustbringer (Kleinstklärwerke, Schlachthöfe, Friedhöfe, Nahverkehr, Hallen- und Freibäder)

Zumindest bei uns in der Westpfalz ist das aber so. "Soeben kostendeckend" heißt bei unserer Verbandsgemeinde eben auch eine Umlage über den Wasserpreis. Stromversorger sind bei in erster Linie die Pfalzwerke, eine privatwirtschaftlich organisierte AG, Gas wird ebenfalls durch private Versorger geliefert.
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon garfield336 » Mo 3. Mär 2014, 10:09

Walter Hofer » Mo 3. Mär 2014, 09:22 hat geschrieben:
garfield336 » Mo 3. Mär 2014, 08:55 hat geschrieben:
Nachbar will also Wasser aus Wasserbillig und ich will Wasser aus Oberbillig, mus man jetzt 2 separate wasserleitungen bauen. :?:


Doppelte Leitungssyteme, aufgeteilt in Brauch- und Trinkwasser, wurden aus Kostengründen verworfen. Eine eigene Brauchwasserversorgung haben nur Firmen und Klärwerke, für die Trinkwasserverschwendung zu teuer kommt. Das wurde seit den 80zigern landauf, landab, x-mal durchgerechnet. So recycelt z.B. VW Wolfsburg seinen Trinkwasserbezug aus der Harzer Eckertalsperre bis zu 80 mal.


Deine Anwort hat aber so gar nix mit meinem Beitrag zu tun :)
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Re: Warum keine freie Wahl des Wasseranbieters?

Beitragvon Walter Hofer » Mo 3. Mär 2014, 10:15

zollagent hat geschrieben: » Mo 3. Mär 2014, 10:00
Zumindest bei uns in der Westpfalz ist das aber so. "Soeben kostendeckend" heißt bei unserer Verbandsgemeinde eben auch eine Umlage über den Wasserpreis. Stromversorger sind bei in erster Linie die Pfalzwerke, eine privatwirtschaftlich organisierte AG, Gas wird ebenfalls durch private Versorger geliefert.

Okay, dass mag bei rd. 15.000 kommunalen Anbietern im Einzelfall anders geregelt sein. Wenn ihr einen niedrigen Wasserpreis unter 1,50 Eur/m³ habt, ist eine Miniumlage des Wasserpreises verkraftbar. und ruiniert dich nicht.
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