Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:32

Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 12:29 hat geschrieben:
prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:23 hat geschrieben:
Die Erklärung ist richtig, na super.
Also stimmen wir jetzt überein, dass die Bank bei der Kreditvergabe nur die dadurch zu erhöhende Mindestreserve refinanzieren muss?


Die Bank braucht für die Kreditvergabe Zentralbankgeld. Die Barreserve muss sich erhöhen, damit die Bank Geld auszahlen kann.


In Folge der Kreditvergabe muss sie ihre Reserve erhöhen, ja. Das ist richtig. Aber die Höhe der Kreditvergabe bestimmt die Höhe der zu haltenden Reserve, nicht umgekehrt.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:34

Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 12:27 hat geschrieben:
prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:16 hat geschrieben:
Nein. Das heißt, theoretisch kann es schon so laufen, aber die Praxis sieht anders aus. In der Praxis, über den Interbankenkredit, verschwinden die Verbindlichkeiten in Höhe von 50.000 nicht, sie bestehen jetzt nur gegenüber der Postbank.
Auf der Passivseite der Sparkasse sind jetzt 50.000 Verbindlichkeiten gegenüber der Postbank, auf der Aktivseite der Postbank 50.000 Forderungen gegen die Sparkasse.


Und schon wieder gibt es bei dir keine Barreserve. Eine Bank kann bei einer anderen Bank einen Kredit aufnehmen. Dann erhält die Bank Geld, die Barreserve erhöht sich und sie hat Verbindlichkeiten.


Die Reserve muss sie erhöhen, habe ich nicht bestritten. Du hast dir doch den Piratenlink angeschaut.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 12:35

Ich erkläre hier noch mal die Kreditvergabe der Banken und du sagst was dir an meiner Erklärung nicht gefällt.

Eine Sparkasse verfügt über eine Barreserve von 50.000 Euro und über Forderungen von 350.000 Euro. Das Eigenkapital der Sparkasse beträgt 50.000 Euro und sie hat Verbindlichkeiten von 350.000 Euro. Die Bilanzsumme beträgt 400.000 Euro.

Person A ist Kunde bei der Sparkasse und möchte bei der Sparkasse einen Kredit aufnehmen über 100.000 Euro. Die Sparkasse verfügt nicht über so viel Geld und muss selber ein Darlehen bei der Postbank über € 100.000 Euro aufnehmen. Die Postbank gewährt der Sparkasse das Darlehen. Die Sparkasse bucht Barreserve 100.000 Euro gegen Verbindlichkeiten aus Kreditinstituten 100.000 Euro.

Die Barreserve der Sparkasse beträgt nun 150.000 Euro und die Forderungen der Sparkasse betragen 350.000. Sie hat ein Eigenkapital von 50.000 Euro und nun Verbindlichkeiten von 450.000 Euro. Die Bilanzsumme der Sparkasse beträgt 500.000 Euro.

Nun kann die Sparkasse ihrem Kunden einen Kredit über 100.000 Euro gewähren und auszahlen. So weit einverstanden?
Zuletzt geändert von Adam Smith am Sa 29. Mär 2014, 12:45, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:55

Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 12:35 hat geschrieben:Ich erkläre hier noch mal die Kreditvergabe der Banken und du sagst was dir an meiner Erklärung nicht gefällt.

Eine Sparkasse verfügt über eine Barreserve von 50.000 Euro und über Forderungen von 350.000 Euro. Das Eigenkapital der Sparkasse beträgt 50.000 Euro und sie hat Verbindlichkeiten von 350.000 Euro. Die Bilanzsumme beträgt 400.000 Euro.

Person A ist Kunde bei der Sparkasse und möchte bei der Sparkasse einen Kredit aufnehmen über 100.000 Euro. Die Sparkasse verfügt nicht über so viel Geld und muss selber ein Darlehen bei der Postbank über € 100.000 Euro aufnehmen. Die Postbank gewährt der Sparkasse das Darlehen. Die Sparkasse bucht Barreserve 100.000 Euro gegen Verbindlichkeiten aus Kreditinstituten 100.000 Euro.

Die Barreserve der Sparkasse beträgt nun 150.000 Euro und die Forderungen der Sparkasse betragen 350.000. Sie hat ein Eigenkapital von 50.000 Euro und nun Verbindlichkeiten von 450.000 Euro. Die Bilanzsumme der Sparkasse beträgt 500.000 Euro.

Nun kann die Sparkasse ihrem Kunden einen Kredit über 100.000 Euro gewähren und auszahlen. So weit einverstanden?


Nein. Den Kredit gewährt die Sparkasse, wie du es in deinem vorherigen Beispiel selbst beschrieben hast. Sie schreibt dem Kreditnehmer das Guthaben von 100.000€ gut, indem sie Aktiv- und Passivseite der Bilanz um je 100.000 erhöht.
Sie schuldet dem Kreditnehmer jetzt 100.000€.
Dieses Geld wird er vermutlich nicht bar beheben, sie muss für gewöhnlich nicht den gesamten Kreditbetrag refinanzieren. Anpassen muss sie aber ihre Mindestreserve, da sich ihre Verbindlichkeiten erhöht haben.

Die Überweisung funktioniert wie bereits auf der letzten Seite besprochen.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 13:03

prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:55 hat geschrieben:
Nein. Den Kredit gewährt die Sparkasse, wie du es in deinem vorherigen Beispiel selbst beschrieben hast. Sie schreibt dem Kreditnehmer das Guthaben von 100.000€ gut, indem sie Aktiv- und Passivseite der Bilanz um je 100.000 erhöht.
Sie schuldet dem Kreditnehmer jetzt 100.000€.


Die Bank bucht Forderungen 100.000 Euro gegen Verbindlichkeiten 100.000. Sie schuldet dem Kreditnehmer also 100.000 Euro. Konkret hat jetzt der Kreditnehmer ein Darlehen bei der Bank über 100.000 Euro und bekommt 100.000 auf sein Girokonto ausbezahlt.

Dieses Geld wird er vermutlich nicht bar beheben, sie muss für gewöhnlich nicht den gesamten Kreditbetrag refinanzieren. Anpassen muss sie aber ihre Mindestreserve, da sich ihre Verbindlichkeiten erhöht haben.


Das Geld wird der Kreditnehmer nicht bar abheben, sondern an eine andere Bank überweisen.

Die Überweisung funktioniert wie bereits auf der letzten Seite besprochen.


Die Auszahlung des Kredites kann auch mit Einzahlungen der anderen Bank auf dem die 100.000 überwiesen werden, verrechnet werden. Das ist möglich.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 13:50

FAZIT
1. Es wurden Kredite vergeben, Überweisungen getätigt und Kredite getilgt.
2. Hierzu wurden zu keinem Zeitpunkt Einzahlungen von Kunden benötigt.
3. Der Bedarf an zusätzlichem Zentralbankgeld lag nur in Höhe der Differenz der Mindestreserveanforderungen und nicht etwa der vergebenen Kredite.
4. Der Bedarf an neuem Zentralbankgeld wurde vollständig von der Zentralbank gedeckt - und von keinem Anderem.
5. Sämtliche Transaktionen konnten zwischen den Geschäftsbanken auf Grundlage des Interbankenmarktes abgewickelt werden.

Die Behauptung, dass Sparer zur Refinanzierung notwenig wären oder gar Voraussetzung zur Kreditvergabe sind, ist widerlegt!


Eine Bank kann sich auch Geld von anderen Banken "leihen". Sparer sind zur Kreditvergabe nicht notwendig. Die Bank A "leiht" sich Geld von Bank B und verfügt nun über Zentralbankgeld was sie selber wieder "verleihen" kann. Ganz ohne Sparer. Aber nicht ohne Einlagen von anderen Banken.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 14:28

Gut, sind dann jetzt alle Klarheiten beseitigt? :D

Insofern haben wir jetzt ja alles besprochen. Wie Banken Geld schöpfen. Dass sie dafür nicht im Vorhinein Reserven brauchen sondern sich diese im Nachhinein holen. Wie sie Überweisungen machen (Interbankenkredite, Clearing).

Bleibt vermutlich nur noch der Dissenz, dass ich dieses "mittelbare Hoheitsrecht" (Michael Köhler) der Gelderzeugung nicht den Privatbanken zubilligen möchte. Ihr werdet das nach wie vor anders sehen...
Zuletzt geändert von prime-pippo am Sa 29. Mär 2014, 14:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 14:48

prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 14:28 hat geschrieben:
Bleibt vermutlich nur noch der Dissenz, dass ich dieses "mittelbare Hoheitsrecht" (Michael Köhler) der Gelderzeugung nicht den Privatbanken zubilligen möchte. Ihr werdet das nach wie vor anders sehen...


Privatbanken waren von der Subprime-Krise in den USA nicht so stark betroffen wie die Landesbanken. Aus dem Grund dürfte es egal sein, ob jetzt öffentlich-rechtliche Kreditinstitute Geld verleihen oder Privatbanken. Es ist nur wichtig, dass für beide strenge Regeln wie Basel 3 gelten.

Das traf unter anderem etliche deutsche Landesbanken, die in massive Schwierigkeiten gerieten, als der Wert der Hypothekenzertifikate und Kreditausfallversicherungen angezweifelt wurde.


http://www.bpb.de/politik/wirtschaft/fi ... rise?p=all
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Skull » So 30. Mär 2014, 21:56

prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:01 hat geschrieben:Zu Punkt 2: Ich habe diesen Punkt vorher auch nicht verstanden.
Du hast recht, dass diese Überweisungen in Zentralbankgeld abgewickelt werden müssen (hatte Dampflok ja schon vor zig Seiten erklärt).
Don't forget me. *lach*

Erklärt ==> seit Jahren !

Und @Dampflok hat gar nichts erklärt. ========> Das war und ist @Damplok94.

mlg
Zuletzt geändert von Skull am So 30. Mär 2014, 22:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » So 30. Mär 2014, 22:10

Skull » So 30. Mär 2014, 21:56 hat geschrieben:
prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 12:01 hat geschrieben:Zu Punkt 2: Ich habe diesen Punkt vorher auch nicht verstanden.
Du hast recht, dass diese Überweisungen in Zentralbankgeld abgewickelt werden müssen (hatte Dampflok ja schon vor zig Seiten erklärt).
Don't forget me. *lach*

Erklärt ==> seit Jahren !

Und @Dampflok hat gar nichts erklärt. ========> Das war und ist @Damplok94.

mlg


Ich glaube nicht, dass du noch Lust auf diese Diskussion hast, Skull.
Ich meinte Dampflok94, war sicher auch jedem klar.

Die Interbankenkredite ermöglichen dennoch, dass bei einem Überweisungsbetrag X eben nicht zwangsläufig ein Zentralbankgeldfluss in gleicher Höhe stattfinden muss.
Ein realisierter Zahlungsfluss aber, also ohne Interbankenkredit, muss in Zentralbankgeld erfolgen. Das habt ihr richtig dargestellt.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Skull » So 30. Mär 2014, 22:12

prime-pippo » So 30. Mär 2014, 21:10 hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass du noch Lust auf diese Diskussion hast, Skull.
Korrekt.

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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon ralphon » Mo 31. Mär 2014, 12:57

prime-pippo » Fr 28. Mär 2014, 19:39 hat geschrieben:97% der Geldmenge sind von Geschäftsbanken geschaffenes Giralgeld. Du (ihr) sagt, die Überweisungen laufen nur über Zentralbankgeld. Wie genau läuft das ab? Wie werden sämtliche Transaktionen mit Zentralbankgeld abgewickelt, wenn dieses einen verschwindend kleinen Teil der Geldmenge ausmacht?
Du hantierst mit den falschen Zahlen herum. Wenn M1 2.8 mal so hoch ist wie M0, ist immer noch 36% von M1 Zentralbankgeld. Und M1 enthält bereits über die Girokonten hinaus Tagesgeldkonten ohne Verfügbarkeitssperre.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Mo 31. Mär 2014, 14:23

ralphon » Mo 31. Mär 2014, 12:57 hat geschrieben:
prime-pippo » Fr 28. Mär 2014, 19:39 hat geschrieben:97% der Geldmenge sind von Geschäftsbanken geschaffenes Giralgeld. Du (ihr) sagt, die Überweisungen laufen nur über Zentralbankgeld. Wie genau läuft das ab? Wie werden sämtliche Transaktionen mit Zentralbankgeld abgewickelt, wenn dieses einen verschwindend kleinen Teil der Geldmenge ausmacht?
Du hantierst mit den falschen Zahlen herum. Wenn M1 2.8 mal so hoch ist wie M0, ist immer noch 36% von M1 Zentralbankgeld. Und M1 enthält bereits über die Girokonten hinaus Tagesgeldkonten ohne Verfügbarkeitssperre.


Ich habe die Zahl aus dem Aufsatz der Bank of England übernommen....

"Of the two types of broad money, bank deposits make up the vast majority — 97% of the amount currently in circulation.(6) And in the modern economy, those bank deposits are mostly created by commercial banks themselves."
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon paradoxx » Mo 31. Mär 2014, 20:13

Mit welchen Mitteln kann sie gebremst werden, wenn sie keiner Wertschöpfung dient?
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Mo 31. Mär 2014, 20:59

paradoxx » Mo 31. Mär 2014, 20:13 hat geschrieben:Mit welchen Mitteln kann sie gebremst werden, wenn sie keiner Wertschöpfung dient?


Wie bestimmst du, ob Geld "Wertschöpfung dient"?
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon paradoxx » Di 1. Apr 2014, 11:22

prime-pippo » Mo 31. Mär 2014, 19:59 hat geschrieben:
paradoxx » Mo 31. Mär 2014, 20:13 hat geschrieben:Mit welchen Mitteln kann sie gebremst werden, wenn sie keiner Wertschöpfung dient?


Wie bestimmst du, ob Geld "Wertschöpfung dient"?
Wenn die Substanz geringer ist als der Aufschlag
Willensbildung ist demokratisch-repräsentativ oder totalitär, eins schließt das andere aus (s. Art. 137 GG)
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon ralphon » Di 1. Apr 2014, 12:35

prime-pippo » Mo 31. Mär 2014, 13:23 hat geschrieben:
ralphon » Mo 31. Mär 2014, 12:57 hat geschrieben: Du hantierst mit den falschen Zahlen herum. Wenn M1 2.8 mal so hoch ist wie M0, ist immer noch 36% von M1 Zentralbankgeld. Und M1 enthält bereits über die Girokonten hinaus Tagesgeldkonten ohne Verfügbarkeitssperre.


Ich habe die Zahl aus dem Aufsatz der Bank of England übernommen....

"Of the two types of broad money, bank deposits make up the vast majority — 97% of the amount currently in circulation.(6) And in the modern economy, those bank deposits are mostly created by commercial banks themselves."
mostly created da ist das Geld aus Zentralbankkrediten mit drin
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon prime-pippo » Di 1. Apr 2014, 17:56

ralphon » Di 1. Apr 2014, 12:35 hat geschrieben:
prime-pippo » Mo 31. Mär 2014, 13:23 hat geschrieben:
Ich habe die Zahl aus dem Aufsatz der Bank of England übernommen....

"Of the two types of broad money, bank deposits make up the vast majority — 97% of the amount currently in circulation.(6) And in the modern economy, those bank deposits are mostly created by commercial banks themselves."
mostly created da ist das Geld aus Zentralbankkrediten mit drin


97% sind Depositen, Verbindlichkeiten von Privatbanken.
Größtenteils werden diese von Geschäftsbanken geschaffen. Die Geschäftsbank ist Initiator der Geldschöpfung. In Folge muss die Geschäftsbank sich aber mindestens die Mindestreserve beschaffen.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Adam Smith » Di 1. Apr 2014, 18:23

Adam Smith » Sa 29. Mär 2014, 12:14 hat geschrieben:
prime-pippo » Sa 29. Mär 2014, 08:05 hat geschrieben:Die Bank, von der der zu überweisende Betrag abgeht, bekommt in dem Beispiel von der Empfängerbank Kredit. In der Abbildung siehst du den Posten "Interbankenkredit" auf der Passivseite der zahlenden Bank und auf der Aktivseite der empfangenden Bank.
Es gibt aber zwischen diesen Banken auch Zahlungsflüsse in genau umgekehrter Richtung.
Und diese heben sich gegenseitig auf, sie kompensieren sich. Findest du bei Punkt "Clearing" dargestellt. Die Interbankenkredite werden also gegeneinander aufgehoben.


Ich habe es mir noch mal angesehen. Die Barreserve erhöht sich wenn eine andere Bank der einen Bank Kredit gibt. Dann ist es schon richtig erklärt. Nur fehlt hier die Barreserve bei der Erklärung.


Und das Absicht.

Populäre Irrtümer: Geschäftsbanken verleihen Zentralbankgeld


http://www.geldsystempiraten.de/wp/popu ... lbankgeld/

Anstelle gegen Barreserve haben die dort gegen Forderung gebucht. Die Auszahlung des Kredites erfolgt bei den Piraten über die Forderungen. Damit wird die Zentralbank nur noch bei den Piraten für den Umtausch von Giralgeld in Bargeld gebraucht. Ansonsten gibt es bei denen die Zentralbank nur aus Jux und Dollerei.
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Re: Allgemeine Frage zur Geldschöpfung

Beitragvon Adam Smith » Di 1. Apr 2014, 18:38

Zusammenfassung

1. Geschäftsbanken können das Zentralbankgeld von ihrer Zentralbank, aus rein technischen oder buchalterischen Gründen, nicht direkt an Nichtbanken „weiter geben“.


Ein Unternehmen A kauft Güter bei dem Unternehmen B ein. Das Unternehmen A hat ein Konto bei der Sparkasse und das Unternehmen B hat ein Konto bei der Deutschen Bank. Dann bucht die Sparkasse Verbindlichkeiten gegen Barreserve und die Deutsche Bank Barreserve gegen Verbindlichkeiten. Und das Geld wird transferiert. Auf dem Girokonto vom Unternehmen A wird es abgebucht und auf dem Girokonto von Unternehmen B erscheint es.

2. Eine Erhöhung der Zentralbankgeldmenge führt nicht direkt zu einer erhöhten Geldschöpfung der Geschäftsbanken durch Kredite.


Es führt aber dazu, dass sich die Geldmenge erhöht und zwar so, dass sich die Umlaufgeschwindigkeit nicht verändert.

3. Inflation bei Güterpreisen kann nicht direkt durch eine erhöhte Zentralbankgeldmenge ausgelöst werden.


Die Zentralbank verteilt einfach mal eben sehr viel Bargeld und schwups ist es so.
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