"Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

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ahead
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"Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon ahead » Sa 11. Jan 2014, 22:07

Der EU-wettbewerbskommissar Almunia am 08.01.14:

Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich[hervorhebung von mir, ahead]

Sucht man ein wenig findet man beim nummer eins blatt in der republik:

"So schlimm sind Deutschlands Kartelle Preisaufschläge von bis zu 25 Prozent"

mit beispielen beim öl, kartoffeln, schokolade, mehl, kaffee, schiene, zement, flüssiggas,...

Auch die Wirtschaftswoche (alle genannten blätter sind selbstverständlich ultrakommunistische kampforgane) hat eine noch umfangreichere aufzählung in ihrer rubrik "Kartell nach Branche".

Angesichts dieser kartellwirtschaft stellt sich für mich die frage, inwieweit überhaupt noch von freier marktwirtschaft©®™ gesprochen werden kann, wenn so ziemlich jeder sektor von absprachen betroffen ist?
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon jack000 » Sa 11. Jan 2014, 22:10

Die Tatsache, das solche Machenschaften entdeckt und strafrechtlich verfolgt werden bedeutet doch, dass es eine Marktwirtschaft gibt.
DU30:
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Alexander Zwo » Sa 11. Jan 2014, 22:13

jack000 » Sa 11. Jan 2014, 22:10 hat geschrieben:Die Tatsache, das solche Machenschaften entdeckt und strafrechtlich verfolgt werden bedeutet doch, dass es eine Marktwirtschaft gibt.


Nee, wenn die Strafe fast bloß Theorie ist, weil die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung sehr gering ist, dann ist de facto keine Marktwirtschaft vorhanden, nur de jure.
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Dieter Winter
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Dieter Winter » Sa 11. Jan 2014, 22:14

jack000 » Sa 11. Jan 2014, 22:10 hat geschrieben:Die Tatsache, das solche Machenschaften entdeckt und strafrechtlich verfolgt werden bedeutet doch, dass es eine Marktwirtschaft gibt.


Aber sie funzt halt nicht so richtig....
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ahead
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon ahead » Sa 11. Jan 2014, 22:14

jack000 » 11.01.2014, 22:10 hat geschrieben:Die Tatsache, das solche Machenschaften entdeckt und strafrechtlich verfolgt werden bedeutet doch, dass es eine Marktwirtschaft gibt.

Das bedeutet nur, dass es noch einen funktionierenden ermittlungs- und justizapparat gibt, aber das sagt nichts über die funktionsfähigkeit der marktwirtschaft aus.
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Corella » Sa 11. Jan 2014, 22:24

Haben sich mächtige Konzerne schon mal für Standards in Form von Regeln und deren Kontrolle spürbar eingesetzt? Oder bekämpfen sie eher einen starken Staat?
Dazu hätte ich noch das Misstrauen, dass Volkswirtschaften von Ungleichgewichten der Welt als einer Kraft des Handels leben. Darf man also von ihnen erwarten, dass sie sich für etwas wie Verteilungsgerechtigkeit oder "Wohlstand für alle" wirklich einsetzen?
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon That's me » Sa 11. Jan 2014, 23:14

Angesichts dieser kartellwirtschaft stellt sich für mich die frage, inwieweit überhaupt noch von freier marktwirtschaft©®™ gesprochen werden kann, wenn so ziemlich jeder sektor von absprachen betroffen ist?


Dass es schon lange keine soziale Marktwirtschaft mehr gibt, sollte dir klar sein.
Dazu braucht es keine Preisabsprachen. Da reicht die ganz normale Profitgier.
Warum töten wir Menschen die Menschen töten, um den Menschen zu zeigen, dass Töten falsch ist?
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon zollagent » So 12. Jan 2014, 12:39

ahead » Sa 11. Jan 2014, 22:07 hat geschrieben:Der EU-wettbewerbskommissar Almunia am 08.01.14:

Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich[hervorhebung von mir, ahead]

Sucht man ein wenig findet man beim nummer eins blatt in der republik:

"So schlimm sind Deutschlands Kartelle Preisaufschläge von bis zu 25 Prozent"

mit beispielen beim öl, kartoffeln, schokolade, mehl, kaffee, schiene, zement, flüssiggas,...

Auch die Wirtschaftswoche (alle genannten blätter sind selbstverständlich ultrakommunistische kampforgane) hat eine noch umfangreichere aufzählung in ihrer rubrik "Kartell nach Branche".

Angesichts dieser kartellwirtschaft stellt sich für mich die frage, inwieweit überhaupt noch von freier marktwirtschaft©®™ gesprochen werden kann, wenn so ziemlich jeder sektor von absprachen betroffen ist?

Ist er das? Ich lenke mal deine Aufmerksamkeit auf dein Zitat: "..Wir vermuten Kartelle...". Mag ja sein, daß es solche Kartelle gibt. Es ist nun mal so, daß man da, wo man Freiheiten hat, diese auch mißbrauchen kann. Aus Angst vor Mißbräuchen dann diese Freiheiten abzuschaffen, ist nichts Anderes als Selbstmord zu begehen aus Angst vor dem Tod. Zumal du ja auch selbst schilderst, daß dagegen vorgegangen wird. Dir geht es mit solchen Themen auch nicht darum, die Marktwirtschaft zu retten, sondern einfach nur darum, sie als inakzeptable Gesellschafts- und Wirtschaftsform zu diffamieren. Und dann, im zweiten Schritt, die schon lange bankrott gegangene "Alternative" mit all ihren Freiheitseinschränkungen wiederzubeleben. Dieser Gedanke wird dadurch verstärkt, daß dir pflichtschuldigst die Anhänger solcher Ansichten und auch die Verlierer, die sich selbst nicht behaupten können, zustimmen.
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John Galt
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon John Galt » So 12. Jan 2014, 13:06

Es gibt momentan keine freie Marktwirtschaft und das ist das Problem.

Autoteile herzustellen ist ein geringes Problem. Das könnten viele Betriebe, die es bislang nicht tun.

Dummerweise kannst du als Kunde nicht einfach irgendwo hingehen und das Teil kaufen was du brauchst. Du musst das vom Staat zugelassene Teil kaufen, dass nur bestimmte Hersteller herstellen. Ansonsten fällt das spätestens beim Zwangs-TÜV auf.

Die vielen "Marktteilnehmer" die es in der freien Marktwirtschaft gar nicht geben würde, stecken sich natürlich alle die Taschen voll. Die Bürokraten, die TÜV-Honks (die im Prinzip nichts anderes als Handlager der Kartelle sind, von wegen Sicherheit lol).

Von dieser Art der Marktwirtschaft profitieren alle, außer du. Die Kartelle kriegen ihr Geld und die Geldstrafe die sie zahlen müssen landen nicht etwa bei den Kunden, also den Geschädigten, sondern bei den Bürokraten.
Zuletzt geändert von John Galt am So 12. Jan 2014, 14:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Bakelit » So 12. Jan 2014, 13:19

lach,

ich glaube du hast das mit der marktwirtschaft so ganz nicht verstanden. dein hozont verstellt dir die sicht darauf. freie marktwirtschaft gibt es nicht ? mmmmmhmm so richtig kann sie das auch nicht aber anders als du meinst. nichts geht über marktwirtschaft sang schon der kleine bär in der fernsehreklame und der kam gut rüber.

dein klagegesang kommt nicht gut rüber, weil total schief, schräg und falsch.

echt :) !
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Robben1986 » So 12. Jan 2014, 14:22

John Galt » So 12. Jan 2014, 13:06 hat geschrieben:Es gibt momentan keine freie Marktwirtschaft und das ist das Problem.

Autoteile herzustellen ist ein geringes Problem. Das könnten viele Betriebe, die es bislang nicht tun.

Dummerweise kannst du als Kunde nicht einfach irgendwo hingehen und das Teil kaufen was du brauchst. Du musst das vom Staat zugelassene Teil kaufen, dass nur bestimmte Hersteller herstellen. Ansonsten fällt das spätestens beim Zwangs-TÜV auf.

Die vielen Marktteilnehmer die es in der freien Marktwirtschaft gar nicht geben würde, stecken sich natürlich alle die Taschen voll. Die Bürokraten, die TÜV-Honks (die im Prinzip nichts anderes als Handlager der Kartelle sind, von wegen Sicherheit lol).

Von dieser Art der Marktwirtschaft profitieren alle, außer du. Die Kartelle kriegen ihr Geld und die Geldstrafe die sie zahlen müssen landen nicht etwa bei den Kunden, also den Geschädigten, sondern bei den Bürokraten.


Absolut richtig.

Glücklicherweise gibt es auch in dieser Branche heldenhafte Individuen, die bereit sind auf eigene Gefahr hin die von dem Regime gemachten Unsinnsvorschriften zu ignorieren.

Steuerhinterzieher, Bürokratieumgeher und Schwarzmarkt Händler sind Helden, die die moderne Zivilisation am Leben erhalten.

Die Marktwirtschaft ist stark und flexibel, selbst in der Sowjetunion gab es im Untergrund immernoch Menschen die freiwilligen Handel am Kommando Regime vorbei getrieben haben.

In Zukunft wird sich das bessere Prinzip durchsetzen: Die Marktwirtschaft wird die Welt vollkommen beherrschen, und das sozialistische Prinzip in der historischen Mottenkiste landen.
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Corella » So 12. Jan 2014, 15:47

Robben1986 » So 12. Jan 2014, 14:22 hat geschrieben:...Die Marktwirtschaft wird die Welt vollkommen beherrschen...


...und sich dann umbringen!

Zwar kommt das Nachhaltigkeitsgebot klassisch aus einer Wirtschaft, dem Forst. Nach dem er nach dem Motto "renne jeder schneller, dass der andere untergeht" den ganzen mitteleuropäischen Wald abgeholzt hat, hat sich unser Forst eine Regel gegeben ("holze nicht mehr als nachwächst"). Da kann man wirklich gratulieren, eine Gruppenintelligenzleistung des Marktes, beispielhaft (und ziemlich einzig) für die ganze Welt. Dummerweise wäre es aber Selbstmord, den gleichen Weg zu gehen, bis fossile Energien, Grundwasser, fruchtbare Böden wirklich erschöpfen, Atmossphäre und Ozean vermüllen, Arten massensterben... Beim mitteleuropäischen Wald war es reversibel, ist und bleibt es sogar, kostet nur die Zivilisation...
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Robben1986 » So 12. Jan 2014, 16:00

Corella » So 12. Jan 2014, 15:47 hat geschrieben:
...und sich dann umbringen!

Zwar kommt das Nachhaltigkeitsgebot klassisch aus einer Wirtschaft, dem Forst. Nach dem er nach dem Motto "renne jeder schneller, dass der andere untergeht" den ganzen mitteleuropäischen Wald abgeholzt hat, hat sich unser Forst eine Regel gegeben ("holze nicht mehr als nachwächst"). Da kann man wirklich gratulieren, eine Gruppenintelligenzleistung des Marktes, beispielhaft (und ziemlich einzig) für die ganze Welt. Dummerweise wäre es aber Selbstmord, den gleichen Weg zu gehen, bis fossile Energien, Grundwasser, fruchtbare Böden wirklich erschöpfen, Atmossphäre und Ozean vermüllen, Arten massensterben... Beim mitteleuropäischen Wald war es reversibel, ist und bleibt es sogar, kostet nur die Zivilisation...


Nachhaltige Wirtschaft ist nur dort möglich wo es Privateigentum gibt.

Der Bauer dem das Feld gehört wird es nicht total verwüsten sondern so bewirtschaften das er auf lange Sicht hin, Jahr für Jahr, Erträge bekommt und über den ganzen Zeitraum hinweg der Wiederverkaufswert des Landes hoch bleibt.

In Ländern wie China z.B., in dem der Privatbesitz an Land massiv beschränkt ist findet man Raubbau, Erosion, Verödung etc., weil es ökonomischer Selbstmord ist nachhaltig zu wirtschaften wenn das Investitionsobjekt nicht in den eigenen Besitz übergehen kann.

Das Problem für die Umwelt ist nicht die Marktwirtschaft, sondern der Sozialismus.

Das z.B. die Ozeane überfischt werden, die Japaner die ganzen Wahle ausrotten, übermäßige Verschmutzung stattfindet etc. liegt am Ozeankommunismus.
Wenn niemandem die Ozeane gehören, wenn die Gebiete nicht entsprechend unterteilt und auf dem Markt gehandelt werden können lohnt es sich für niemanden, nachhaltig zu wirtschaften.
Zuletzt geändert von Robben1986 am So 12. Jan 2014, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Herr Bert
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Herr Bert » So 12. Jan 2014, 16:32

jack000 » Samstag 11. Januar 2014, 22:10 hat geschrieben:Die Tatsache, das solche Machenschaften entdeckt und strafrechtlich verfolgt werden bedeutet doch, dass es eine Marktwirtschaft gibt.

Was hat das mit dem Aufdecken denn mit Markt zu tun?
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Corella » So 12. Jan 2014, 16:55

Robben1986 » So 12. Jan 2014, 16:00 hat geschrieben:
Nachhaltige Wirtschaft ist nur dort möglich wo es Privateigentum gibt.

Der Bauer dem das Feld gehört wird es nicht total verwüsten sondern so bewirtschaften das er auf lange Sicht hin, Jahr für Jahr, Erträge bekommt und über den ganzen Zeitraum hinweg der Wiederverkaufswert des Landes hoch bleibt.

In Ländern wie China z.B., in dem der Privatbesitz an Land massiv beschränkt ist findet man Raubbau, Erosion, Verödung etc., weil es ökonomischer Selbstmord ist nachhaltig zu wirtschaften wenn das Investitionsobjekt nicht in den eigenen Besitz übergehen kann.

Das Problem für die Umwelt ist nicht die Marktwirtschaft, sondern der Sozialismus.

Das z.B. die Ozeane überfischt werden, die Japaner die ganzen Wahle ausrotten, übermäßige Verschmutzung stattfindet etc. liegt am Ozeankommunismus.
Wenn niemandem die Ozeane gehören, wenn die Gebiete nicht entsprechend unterteilt und auf dem Markt gehandelt werden können lohnt es sich für niemanden, nachhaltig zu wirtschaften.


Gute Praxis sogenannter naturnaher Waldwirtschaft haben wir im Staatsforst, Private mochten sich daran nicht binden. Immerhin haben zu anderen Zeiten, nicht lange her, Private gezeigt, wie Forst und Naturschutz nicht nur harmonieren können, sondern dabei sogar noch schwarze Zahlen geschrieben. Ich glaube, es ist wohl etwas komplizierter :-)
Du findest am Beispiel bestätigende Aspekte, zur Zeit aber hat das Gros der Privatwaldbesitzer die größten Streitigkeiten mit den Naturschutzverbänden. So kannst Du ein "Allmendeproblem Wald" durch Privatisierung lindern. Wenn wir aber sagen, der Wald soll auch Birkhuhn und Waldschnepfe Lebensraum sein, der Erholung und Grundwasserneubildung dienen und Hochwasser zurückhalten, haben wir lauter neue, überlagernde Allmendeprobleme. Wenn wir das alles monetarisieren (wir sind ja tatsächlich dabei) und dann nach Deinem Vorschlag versuchen zu lösen, das gibt aber ein Vertragswesen, dagegen ist unser Behördenapparat ein schnuckeliges Baby! Da läuft sich Dein Prinzip selbst zuwider.

Dann ist da z.B. noch der Wettbewerb: Er ist nicht nur innovativ, disziplinierend, Pragmatismus fördernd, er ist auch destruktiv. Ob etwa unsere Felder zur Zeit nachhaltig bewirtschaftet werden, ist umstritten. Es gibt gravierende Einwände (schleichende Degradation, zunehmende Probleme Kalium und Phosphor nachzuliefern, Verarmung des Bodenlebens). Und wer da zuviel Vernunft walten lässt, verliert den Wettbewerb. Nur allgemeine Regeln können seine destruktiven Aspekte bändigen. Diese findet kaum je der Markt!
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Robben1986 » So 12. Jan 2014, 17:16

Corella » So 12. Jan 2014, 16:55 hat geschrieben:
Gute Praxis sogenannter naturnaher Waldwirtschaft haben wir im Staatsforst, Private mochten sich daran nicht binden. Immerhin haben zu anderen Zeiten, nicht lange her, Private gezeigt, wie Forst und Naturschutz nicht nur harmonieren können, sondern dabei sogar noch schwarze Zahlen geschrieben. Ich glaube, es ist wohl etwas komplizierter :-)
Du findest am Beispiel bestätigende Aspekte, zur Zeit aber hat das Gros der Privatwaldbesitzer die größten Streitigkeiten mit den Naturschutzverbänden. So kannst Du ein "Allmendeproblem Wald" durch Privatisierung lindern. Wenn wir aber sagen, der Wald soll auch Birkhuhn und Waldschnepfe Lebensraum sein, der Erholung und Grundwasserneubildung dienen und Hochwasser zurückhalten, haben wir lauter neue, überlagernde Allmendeprobleme. Wenn wir das alles monetarisieren (wir sind ja tatsächlich dabei) und dann nach Deinem Vorschlag versuchen zu lösen, das gibt aber ein Vertragswesen, dagegen ist unser Behördenapparat ein schnuckeliges Baby! Da läuft sich Dein Prinzip selbst zuwider.

Dann ist da z.B. noch der Wettbewerb: Er ist nicht nur innovativ, disziplinierend, Pragmatismus fördernd, er ist auch destruktiv. Ob etwa unsere Felder zur Zeit nachhaltig bewirtschaftet werden, ist umstritten. Es gibt gravierende Einwände (schleichende Degradation, zunehmende Probleme Kalium und Phosphor nachzuliefern, Verarmung des Bodenlebens). Und wer da zuviel Vernunft walten lässt, verliert den Wettbewerb. Nur allgemeine Regeln können seine destruktiven Aspekte bändigen. Diese findet kaum je der Markt!


Wenn du so sehr auf Birkhühner und Waldschnepfen stehts dann nimm Geld aus deiner eigenen Tasche und bezahl jemanden dafür das er die Viecher züchtet und irgendwo rumrennen lässt.

Es ist aber nicht ok Menschen offensiv die Pistole an den Kopf zu halten (Steuern) und ihnen Geld abzupressen für Dinge die sie sich nicht freiwillig zu dem Preis kaufen würden.

Erholung, Trinkwasser etc. sind Güter, und nur dadurch das diese auf dem freien Markt gehandelt werden kann sich ein Preis dafür bilden, und nur dadurch das sich ein Preis dafür bildet ist es möglich, diese Güter rational und nachhaltig herzustellen, weil über den Zinssatz auch die Zeitpräferenzen der Marktteilnehmer eingepreist werden.

Das das Vertragswesen in der Privateigentumsgesellschaft komplexer und schwerfälliger sein soll als im jetzigen tyrannischen Behördensystem ist unwahrscheinlich, weil privatwirtschaftlich konkurrierende Gerichte und Sicherheitsfirmen Anreize haben, möglichst effektiv zu arbeiten wenn sie nicht ihre Kunden verlieren wollen, während man in der sozialistischen Behörde auf den Endverbraucher sch***en kann da man eh nie Pleite geht.
Zuletzt geändert von Robben1986 am So 12. Jan 2014, 17:23, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Corella » So 12. Jan 2014, 17:30

Robben1986 » So 12. Jan 2014, 17:16 hat geschrieben:
Wenn du so sehr auf Birkhühner und Waldschnepfen stehts dann nimm Geld aus deiner eigenen Tasche und bezahl jemanden dafür das er die Viecher züchtet und irgendwo rumrennen lässt.

Es ist aber nicht ok Menschen offensiv die Pistole an den Kopf zu halten (Steuern) und ihnen Geld abzupressen für Dinge die sie sich nicht freiwillig zu dem Preis kaufen würden.

Erholung, Trinkwasser etc. sind Güter, und nur dadurch das diese auf dem freien Markt gehandelt werden kann sich ein Preis dafür bilden, und nur dadurch das sich ein Preis dafür bildet ist es möglich, diese Güter rational und nachhaltig herzustellen, weil über den Zinssatz auch die Zeitpräferenzen der Marktteilnehmer eingepreist werden.

Das das Vertragswesen in der Privateigentumsgesellschaft komplexer und schwerfälliger sein soll als im jetzigen tyrannischen Behördensystem ist unwahrscheinlich, weil privatwirtschaftlich konkurrierende Gerichte und Sicherheitsfirmen Anreize haben, möglichst effektiv zu arbeiten wenn sie nicht ihre Kunden verlieren wollen, während man in der sozialistischen Behörde auf den Endverbraucher sch***en kann da man eh nie Pleite geht.


Huhn und Schnepfe waren nur Beispiele Robben. Eine Arche Noah, wie Du sie Dir vorstellst, gerät zu klein, keine Chance!
Eine Antwort auf verschachtelte Allmendeprobleme und auf destruktive Aspekte des Wettbewerbs bleibst Du schuldig, die Komplexität der Sachlagen unterschätzend.
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon Robben1986 » So 12. Jan 2014, 17:46

Corella » So 12. Jan 2014, 17:30 hat geschrieben:
Huhn und Schnepfe waren nur Beispiele Robben. Eine Arche Noah, wie Du sie Dir vorstellst, gerät zu klein, keine Chance!
Eine Antwort auf verschachtelte Allmendeprobleme und auf destruktive Aspekte des Wettbewerbs bleibst Du schuldig, die Komplexität der Sachlagen unterschätzend.


Allmendeprobleme sind nur so lange wirklich problematisch solange nicht alles privatisiert ist. Selbst Probleme wie "Person X fährt ein Auto dessen Abgase über Umwege das Eigentum von Person Y beschädigen" sind lösbar, da Person X zusammen mit anderen Autofahrern Kunde bei größeren Aktiengesellschaften sein wird denen die Autobahnen gehören und die im Namen der Fahrer ggf. vor Gericht gebracht werden können.

Wieso Arche Noah? Wenn es wirklich noch mehr Leute wie dich gibt denen einer abgeht bei der Betrachtung von exotischen Tieren dann wird es auch profitabel sein große Parks zu unterhalten für die Leute wie du zahlen um sich dort an den Viechern zu ergötzen.

Wo sollten diese Parks errichtet werden, wie groß sollten sie sein und wie reichhaltig ihr Angebot an Viechern? Das kann nur rational entschieden werden wenn das Land dafür frei gehandelt werden kann, damit der freie Markt Naturfetischisten wie dir das beste Angebot machen kann.

Aber seien wir mal ehrlich: Es geht dir gar nicht um die Tiere, es geht dir darum das Leben anderer Menschen steuern zu wollen.
Du bist eine typische Wassermelone: Außen grün, innen rot.
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Re: "Marktwirtschaft" - gibts die überhaupt?

Beitragvon sportsgeist » So 12. Jan 2014, 17:48

Robben1986 » So 12. Jan 2014, 17:46 hat geschrieben:
Allmendeprobleme sind nur so lange wirklich problematisch solange nicht alles privatisiert ist. Selbst Probleme wie "Person X fährt ein Auto dessen Abgase über Umwege das Eigentum von Person Y beschädigen" sind lösbar, da Person X zusammen mit anderen Autofahrern Kunde bei größeren Aktiengesellschaften sein wird denen die Autobahnen gehören und die im Namen der Fahrer ggf. vor Gericht gebracht werden können.

Wieso Arche Noah? Wenn es wirklich noch mehr Leute wie dich gibt denen einer abgeht bei der Betrachtung von exotischen Tieren dann wird es auch profitabel sein große Parks zu unterhalten für die Leute wie du zahlen um sich dort an den Viechern zu ergötzen.

Wo sollten diese Parks errichtet werden, wie groß sollten sie sein und wie reichhaltig ihr Angebot an Viechern? Das kann nur rational entschieden werden wenn das Land dafür frei gehandelt werden kann, damit der freie Markt Naturfetischisten wie dir das beste Angebot machen kann.

Aber seien wir mal ehrlich: Es geht dir gar nicht um die Tiere, es geht dir darum das Leben anderer Menschen steuern zu wollen.
Du bist eine typische Wassermelone: Außen grün, innen rot.

verschone uns mit dem schwachsinn, wenn du deswegen schon monatelang weg warst ...
Zitat: Stehen Intelligenz und Schulnoten in irgendeinem direkten proportionalen Zusammenhang ... Nein ... Warum? ... Ich bin das lebende Gegenbeispiel

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