Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbieten

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Antisozialist
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Antisozialist » So 12. Jan 2014, 12:02

Nightwatch » So 12. Jan 2014, 11:28 hat geschrieben:Der Buchhandel geht davon aus, daß in den nächsten fünf Jahren 75% der Buchhandlungen in Europa schließen werden. Selbst ohne Hysterie darf ein Sterben der Buchhandlungen erwartet werden bzw. ist schon im Gange, wofür Ebooks und ihre steigende Verbreitung nur zum Teil verantwortlich zu machen sind. Sieht eher so aus, als ob der Markt gehörig aus dem Ruder läuft.

Was den Ebook-Markt angeht, wird ein Kartellverfahren gegen Amazon vorbereitet.


Wieso sollte den sterbenden Buchläden denn hinterhergetrauert werden? Es ist doch viel leichter, selber im Internet Bücher zu bestellen, als das in einem Buchladen machen zu lassen.
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zollagent
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon zollagent » So 12. Jan 2014, 12:27

Alexander Zwo » So 12. Jan 2014, 11:49 hat geschrieben:
Du meinst Amazon wurde groß, indem es Leiharbeiter hart für sich arbeiten lässt.

Amazon gehört enteignet und der Betrieb in sozialerer Weise durch den Staat weitergeführt werden. Jeder Leiharbeiter soll dort sofort eine Festanstellung bekommen!

Dem steht etwas entgegen, das jedem, der von autoritären Regimes und ihren Handlungsvollmachten träumt, ein Gräuel ist: der Rechtsstaat. Was der Staat "weiterführte", jedenfalls im Osten Deutschlands, daran zahlen wir alle immer noch. Und es sieht nicht so aus, als ob es aufhören würde, das Zahlen. Dem müssen wir nicht noch weitere Dummheiten hinzufügen, zumal, wie schon gesagt, das rein rechtlich nicht möglich ist. Aber was hindert unsere Sozialritter, zusammenzulegen und dem Geschäftsmodell Amazon ein soziales Modell entgegenzusetzen?
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon jorikke » So 12. Jan 2014, 12:54

Wir Deutschen haben zum Buch ein besonderes Verhältnis und seit den Bücherverbrennungen beim Thema Buch ein schlechtes Gewissen. Das macht es schwer unbefangen zu urteilen. Warum kann eine Entwicklung, die durch mitfühlende Kommentare ohnehin nicht beeinflusst werden kann, nicht einfach hingenommen werden?
Realistisch gesehen sind die 2500 Buchhandlungen, die es in Deutschland noch gibt, zumindest kein wirtschaftliches Problem. Wenn sie verschwinden, schade, würde ich sagen aber das wäre es auch schon.
Ein Vakuum entsteht nicht, andere Vertriebswege entstehen, sind gar der Grund für das Sterben der Buchhandlungen.
Ich glaube, um unbefangen über dieses Thema urteilen zu können, müsste es in Deutschland zunächst entmythologisiert werden.
Ein guter Freund besaß zum Zeitpunkt seines Todes etwa 35 - 40.000 Bücher. Zweifellos ein Extremfall. Er "vermachte" testamentarisch einer Uni, einer Klosterbibliothek und einem Freund die Bücher. In dieser Reihenfolge sollten sie die für sie interessanten Bücher auswählen.
So geschah es, der Rest wurde mit Müllcontainern entsorgt.
Dummerweise waren das etwa 90% der Gesamtmenge.
Alles "richtig gute Bücher", kein Krimi, kein Bestseller dabei.
Das hat mich seinerzeit sehr betroffen gemacht, andererseits habe ich Bücher danach mit anderen Augen gesehen.
Alexander Zwo

Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Alexander Zwo » So 12. Jan 2014, 13:16

jorikke » So 12. Jan 2014, 12:54 hat geschrieben:Wir Deutschen haben zum Buch ein besonderes Verhältnis und seit den Bücherverbrennungen beim Thema Buch ein schlechtes Gewissen.


Jawohl! Für mich ist ein Buch quasi ein Heiligtum!!
Ohne Bücher kann man nicht leben!
Das Internet oder E-Books ist dafür kein Ersatz!
Und so gut Wikipedia sein mag, es hat inzwischen sogar die altehrwürdige Encyclopædia Britannica getötet und zerstört damit auch Arbeitsplätze!
Millionen von Wikipedia-Artikeln können niemals die einmalige Atmosphäre des Lesesaals einer Staats- oder Unibibliothek ersetzen.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon zollagent » So 12. Jan 2014, 13:54

Alexander Zwo » So 12. Jan 2014, 13:16 hat geschrieben:
Jawohl! Für mich ist ein Buch quasi ein Heiligtum!!
Ohne Bücher kann man nicht leben!
Das Internet oder E-Books ist dafür kein Ersatz!
Und so gut Wikipedia sein mag, es hat inzwischen sogar die altehrwürdige Encyclopædia Britannica getötet und zerstört damit auch Arbeitsplätze!
Millionen von Wikipedia-Artikeln können niemals die einmalige Atmosphäre des Lesesaals einer Staats- oder Unibibliothek ersetzen.
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Niemand verbietet dir oder hindert dich gar, Bücher zu kaufen und zu besitzen. Aber man hindert dich - zu Recht übrigens - allen anderen deine Vorstellung von der Überlieferungsform der Literatur aufzudrücken. Überlebtes stirbt. Damit mußt du leben.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon sportsgeist » So 12. Jan 2014, 17:42

jorikke » So 12. Jan 2014, 12:54 hat geschrieben:Wir Deutschen haben zum Buch ein besonderes Verhältnis und seit den Bücherverbrennungen beim Thema Buch ein schlechtes Gewissen. Das macht es schwer unbefangen zu urteilen. Warum kann eine Entwicklung, die durch mitfühlende Kommentare ohnehin nicht beeinflusst werden kann, nicht einfach hingenommen werden?
Realistisch gesehen sind die 2500 Buchhandlungen, die es in Deutschland noch gibt, zumindest kein wirtschaftliches Problem. Wenn sie verschwinden, schade, würde ich sagen aber das wäre es auch schon.
Ein Vakuum entsteht nicht, andere Vertriebswege entstehen, sind gar der Grund für das Sterben der Buchhandlungen.
Ich glaube, um unbefangen über dieses Thema urteilen zu können, müsste es in Deutschland zunächst entmythologisiert werden.
Ein guter Freund besaß zum Zeitpunkt seines Todes etwa 35 - 40.000 Bücher. Zweifellos ein Extremfall. Er "vermachte" testamentarisch einer Uni, einer Klosterbibliothek und einem Freund die Bücher. In dieser Reihenfolge sollten sie die für sie interessanten Bücher auswählen.
So geschah es, der Rest wurde mit Müllcontainern entsorgt.
Dummerweise waren das etwa 90% der Gesamtmenge.
Alles "richtig gute Bücher", kein Krimi, kein Bestseller dabei.
Das hat mich seinerzeit sehr betroffen gemacht, andererseits habe ich Bücher danach mit anderen Augen gesehen.

das ist doch bei allen kreativen produkten so.
90% aller musiksongs sind schrott
90% aller filme
90% aller architekturen
90% aller kunstwerke
und eben auch 90% aller buecher ...
.
.
Zuletzt geändert von sportsgeist am So 12. Jan 2014, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.
Zitat: Stehen Intelligenz und Schulnoten in irgendeinem direkten proportionalen Zusammenhang ... Nein ... Warum? ... Ich bin das lebende Gegenbeispiel
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Nightwatch » So 12. Jan 2014, 17:52

Kibuka » So 12. Jan 2014, 12:45 hat geschrieben:
Wer in einer Marktwirtschaft nicht konkurrenzfähig ist, der verschwindet von der Bildfläche. So funktioniert Marktwirtschaft oder möchtest du in Zukunft Ineffizienz staatlich fördern, indem du Faulheit und Dummheit belohnst?

Was hat Deine Frage mit meinem Beitrag zu tun?
Kibuka » So 12. Jan 2014, 12:45 hat geschrieben:Amazon hat sich die Position durch Innovation und Intelligenz über viele Jahre hart erarbeitet. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet und hat logistische Prozesse in Kombination mit dem Internet revolutioniert.

Das wesentliche übersiehst Du: Geld, Geld und nochmals Geld! Amazon verdankt seine Position primär den Investoren und nicht den Kunden.
Kibuka » So 12. Jan 2014, 12:45 hat geschrieben:Wo waren deine Buchläden in den vergangenen 20 Jahren?

Ihnen fehlten die milliardenschweren Investoren, um sich einen eigenen Vertrieb aufzubauen und die Versandkosten zu finanzieren.
Kibuka » So 12. Jan 2014, 12:45 hat geschrieben:Lässt du dein Brot auch noch vom örtlichen Müller mahlen und die Milch vom 5-Kühe-Bauernhof produzieren?

Habe ich als Kunde die Möglichkeit dazu?
Kibuka » So 12. Jan 2014, 12:45 hat geschrieben:

Das ist Unsinn. Amazon hat keine Monopolstellung und die Kartellbehörden wachen permanent über den Markt und den fairen Wettbewerb.

Einen "ruinösen Wettbewerb" gibt es auch nicht. Es gibt nur einen Wettbewerb, der sich im Rahmen der Gesetze abspielt.

Amazon hat eine Hintertür ausgenutzt, um die Buchpreisbindung mittels Versandkostenübernahme und Geschenken zu unterlaufen. Mit dieser ganz bewußt verfolgten Strategie eliminiert Amazon die Konkurrenz in einem de facto, aber derzeit nicht de jure ruinösem Wettbewerb!
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Kibuka » So 12. Jan 2014, 19:27

Nightwatch » So 12. Jan 2014, 17:52 hat geschrieben:Was hat Deine Frage mit meinem Beitrag zu tun?


Du hattest geschrieben, dass du den Kurs der französischen Politik unterstützt. Diese Politik ist auf einen Eingriff in die freie Marktwirtschaft durch Preisbindung ausgerichtet und damit auf die Förderung von ineffizienten Strukturen.

Nightwatch » So 12. Jan 2014, 17:52 hat geschrieben:Das wesentliche übersiehst Du: Geld, Geld und nochmals Geld! Amazon verdankt seine Position primär den Investoren und nicht den Kunden.


Amazon hat sich das Vertrauen der Investoren erarbeitet! Zudem steckt Amazon seit vielen Jahren fast den gesamten Gewinn in den Ausbau der Infrastruktur und in Innovation, während andere Unternehmen den Gewinn an Aktionäre ausschütten oder nicht nachhaltig anlegen.

Nightwatch » So 12. Jan 2014, 17:52 hat geschrieben:Ihnen fehlten die milliardenschweren Investoren, um sich einen eigenen Vertrieb aufzubauen und die Versandkosten zu finanzieren.


Du sprichst von kleinen Buchläden. Große Konzerne, wie Bertelsmann hatten genug Zeit und Geld, ähnliche Vertriebswege zu etablieren.

Das du kleine Buchläden retten willst, ist nobel, aber leider nicht mehr zeitgemäß. Es gibt heute auch keine Radmacher, Harzer, Köhler oder Schriftsetzer.

Das nennt man Fortschritt!

Nightwatch » So 12. Jan 2014, 17:52 hat geschrieben:Habe ich als Kunde die Möglichkeit dazu?


Natürlich hast du die Möglichkeit. Aber du entscheidest, wie Millionen andere Deutsche mit dem Geldbeutel.

Wenn du den örtlichen Müller subventionieren willst, darfst du das gerne mit deinem Privatvermögen tun.

Nightwatch » So 12. Jan 2014, 17:52 hat geschrieben:Amazon hat eine Hintertür ausgenutzt, um die Buchpreisbindung mittels Versandkostenübernahme und Geschenken zu unterlaufen. Mit dieser ganz bewußt verfolgten Strategie eliminiert Amazon die Konkurrenz in einem de facto, aber derzeit nicht de jure ruinösem Wettbewerb!


Die deutsche Buchpreisbindung ist eine deutsche Eigenart und gehört schleunigst abgeschafft! Sie verteuert Bücher auf unzulässige Art und ist eine letzte Bastion der Büchernarren, die glauben Informationen könnte man nur aus einem Blatt Papier gewinnen.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Antisozialist » So 12. Jan 2014, 23:33

Alexander Zwo » So 12. Jan 2014, 13:16 hat geschrieben:
Jawohl! Für mich ist ein Buch quasi ein Heiligtum!!
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Und so gut Wikipedia sein mag, es hat inzwischen sogar die altehrwürdige Encyclopædia Britannica getötet und zerstört damit auch Arbeitsplätze!
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Es verbietet Ihnen doch niemand, ein Buch aus Papier statt einem E-Book zu lesen. Aber bitte zwingen Sie andere nicht dazu.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Nightwatch » So 12. Jan 2014, 23:44

Kibuka » So 12. Jan 2014, 20:27 hat geschrieben:
Du hattest geschrieben, dass du den Kurs der französischen Politik unterstützt. Diese Politik ist auf einen Eingriff in die freie Marktwirtschaft durch Preisbindung ausgerichtet und damit auf die Förderung von ineffizienten Strukturen.

Um Effizienz geht es gar nicht. Die Kritik richtet sich ausschließlich auf Rabatte.
Kibuka » So 12. Jan 2014, 20:27 hat geschrieben:

Du sprichst von kleinen Buchläden. Große Konzerne, wie Bertelsmann hatten genug Zeit und Geld, ähnliche Vertriebswege zu etablieren.

Das du kleine Buchläden retten willst, ist nobel, aber leider nicht mehr zeitgemäß. Es gibt heute auch keine Radmacher, Harzer, Köhler oder Schriftsetzer.

Das nennt man Fortschritt!

Amazon kaufte die Konkurrenz auf.
Und große Firmen wie Bertelsmann agieren konservativ und kaufen sich ebenfalls kleine innovative Unternehmen ein, um zu Know-How zu gelangen. Bertelsmann versuchte sogar, große Anteile von Amazon einzuverleiben, was mißlang. Als Alternative kauften sie sich in Barnes & Noble ein, die seit 1997 Amazon aus zwei Gründen hinterherhinken:

-Amazons Vorteil beruht darauf, etwas neues geschaffen zu haben, ohne sich mit gewachsenen "Altlasten" zu plagen. Ohne Klotz am Bein kann man besser durchstarten.

-Seine Popularität verdankt Amazon dem Umstand, nicht nur Bücher und Medien zu verkaufen, sondern mittlerweile auch Möbel, Elektronik, Autozubehör etc. anzubieten. Der Kunde muß sich nicht mehr extra irgendwo anmelden, wenn er was anderes benötigt.


Kibuka » So 12. Jan 2014, 20:27 hat geschrieben:

Die deutsche Buchpreisbindung ist eine deutsche Eigenart und gehört schleunigst abgeschafft! Sie verteuert Bücher auf unzulässige Art und ist eine letzte Bastion der Büchernarren, die glauben Informationen könnte man nur aus einem Blatt Papier gewinnen.

Zumindest kann man das Papier als sein Eigentum betrachten und es auch so behandeln. Bei einem Ebook wird da gerne der Riegel vorgeschoben, was absolut nichts mit der Buchpreisbindung zu tun hat.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Dampflok94 » Mo 13. Jan 2014, 12:16

Blickwinkel » 12. Jan 2014, 10:05 hat geschrieben:
Amazon ist kein Monopolist, insofern muss auch nichts staatlich geregelt werden. Der Markt regelt das automatisch.

Muß man erst abwarten, bis Amazon Monopolist ist, bevor man eingreifen sollte? Erinnert mich an die Sache mit dem Kind und dem Brunnen.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon zollagent » Mo 13. Jan 2014, 12:21

Dampflok94 » Mo 13. Jan 2014, 12:16 hat geschrieben:Muß man erst abwarten, bis Amazon Monopolist ist, bevor man eingreifen sollte? Erinnert mich an die Sache mit dem Kind und dem Brunnen.

Amazon hat auch noch Konkurrenten. Es ist nicht zu erwarten, daß Amazon Monopolist würde. Amazon macht im Moment das, was in den 60ern und 70ern die Versandhäuser Otto, Quelle, Neckermann etc. machten. Es hat nur einen effektiveren Vertriebsweg, nämich das Internet, das es damals nicht gab.
Zuletzt geändert von zollagent am Mo 13. Jan 2014, 12:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Dampflok94 » Mo 13. Jan 2014, 12:53

zollagent » 13. Jan 2014, 12:21 hat geschrieben:Amazon hat auch noch Konkurrenten.

Die Frage ist nur, ob die eine Rolle spielen. Und genau hier wird es schwierig.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Blickwinkel » Mo 13. Jan 2014, 20:23

Dampflok94 » Mo 13. Jan 2014, 13:16 hat geschrieben:Muß man erst abwarten, bis Amazon Monopolist ist, bevor man eingreifen sollte? Erinnert mich an die Sache mit dem Kind und dem Brunnen.


Die Konkurrenz schläft nicht, hast du mal die Fernsehwerbung angeschaut? Ein Online-Shop nach dem anderen bietet seine Produkte an. Amazon war der Anfang aber nicht das Ende des Online-Shopping.
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Blickwinkel » Mo 13. Jan 2014, 20:25

Dampflok94 » Mo 13. Jan 2014, 13:53 hat geschrieben:Die Frage ist nur, ob die eine Rolle spielen. Und genau hier wird es schwierig.


Ok, in was ist Amazon kurz davor das Monopol zu erringen?
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Kibuka » Mo 13. Jan 2014, 20:38

zollagent » Mo 13. Jan 2014, 12:21 hat geschrieben:Amazon hat auch noch Konkurrenten. Es ist nicht zu erwarten, daß Amazon Monopolist würde. Amazon macht im Moment das, was in den 60ern und 70ern die Versandhäuser Otto, Quelle, Neckermann etc. machten. Es hat nur einen effektiveren Vertriebsweg, nämich das Internet, das es damals nicht gab.


Naja, der Vergleich mit Otto oder Quelle aus den 60ern hinkt ein wenig. Amazon vertreibt heute weit mehr Artikel. Gleichzeitig stellt Amazon auch Rechendienste (EC2) zur Verfügung. Das Unternehmen verfügt zudem weltweit über tausende Logistikzentren und ist im Logistikbereich ein internationales Schwergewicht. Es gibt unzählige Unternehmen, die den Logistikdienst von Amazon in Anspruch nehmen und ihre Waren über die Logistik von Amazon koordinieren.

Amazon ist derzeit aber kein Monopolist und deshalb gibt es keinen Grund zu intervenieren. Warum sollte man erfolgreiche Unternehmen zurechtsutzen? Besser wäre es dafür zu sorgen, dass Unternehmen, wie Amazon, Steuern dort bezahlen, wo sie auch ihren Gewinn erwirtschaften!
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon zollagent » Mo 13. Jan 2014, 21:32

Kibuka » Mo 13. Jan 2014, 20:38 hat geschrieben:
Naja, der Vergleich mit Otto oder Quelle aus den 60ern hinkt ein wenig. Amazon vertreibt heute weit mehr Artikel. Gleichzeitig stellt Amazon auch Rechendienste (EC2) zur Verfügung. Das Unternehmen verfügt zudem weltweit über tausende Logistikzentren und ist im Logistikbereich ein internationales Schwergewicht. Es gibt unzählige Unternehmen, die den Logistikdienst von Amazon in Anspruch nehmen und ihre Waren über die Logistik von Amazon koordinieren.

Amazon ist derzeit aber kein Monopolist und deshalb gibt es keinen Grund zu intervenieren. Warum sollte man erfolgreiche Unternehmen zurechtsutzen? Besser wäre es dafür zu sorgen, dass Unternehmen, wie Amazon, Steuern dort bezahlen, wo sie auch ihren Gewinn erwirtschaften!

Ob es zahlenmäßig mehr Artikel sind, will ich nicht mal behaupten. Du hast sicher mal einen Otto-Katalog in der Hand gehabt. Ein Werk mit 1.000 Seiten war das schon.
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Daylight

Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Daylight » Di 14. Jan 2014, 01:05

Kibuka » So 12. Jan 2014, 01:45 hat geschrieben:
Den Begriff hast du eingeführt. Diesen zu definieren obliegt also dir.

Sie haben den Begriff in Ihrer Gegenrede übernommen, ergo akzeptiert. Also Nebelkerze.

Kibuka » So 12. Jan 2014, 01:45 hat geschrieben:Bitte keine Ausflüchte! [...]

Hatte ich auch nicht die Absicht , noch gab ich Anlass dazu. ;) "Ausflüchte" sind nun mal so gar nicht mein Ding. Viel wohler fühl' ich mich geradeaus entlang, offen und direkt. Bei aller Unvollkommenheit. :(

Und Ihre arroganten - im Übrigen fehlgehenden - Ausführungen einmal liegen lassend, in aller gebotenen Gelassenheit, sage ich Ihnen noch einmal, was ich Ihnen schon einmal erwiderte (offenbar ohne jeglich positive Wirkung) : es ist schlicht irreal und falsch, dass der Otto-Normal-Verbraucher (also kein Fachmensch!), der sich ein wenig tiefer informieren möchte in und über ein spezifisches Thema, flächendeckend "kostenlos" über das wäwäwä befriedigen könnte. Dat iss schlicht Gurkensaft.

Sie sind dahingehend ganz einfach zu weit gegangenen in Ihrer Annahme/Behauptung. Oder wie Sie solches verwörtern würden: "zu weit über den Balkonsims gelehnt"..oder so ähnlich? :D
Zuletzt geändert von Daylight am Di 14. Jan 2014, 01:07, insgesamt 1-mal geändert.
Daylight

Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Daylight » Di 14. Jan 2014, 01:11

Blickwinkel » So 12. Jan 2014, 10:21 hat geschrieben:
Das ist für einen Endabnehmer völlig normal. Wenn der Endabnehmer eine größere Menge bestellt, kann er auch einen Rabatt heraushandeln.

Doch aber nicht annähernd in diesen Größenordnungen. :rolleyes: Und im Grunde ging es ursächlich doch auch nicht um diese minimale Perspektive. :|
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Re: Online-Händler dürfen keine Gratislieferungen mehr anbie

Beitragvon Robben1986 » Di 14. Jan 2014, 01:29

Blickwinkel » Mo 13. Jan 2014, 20:23 hat geschrieben:
Die Konkurrenz schläft nicht, hast du mal die Fernsehwerbung angeschaut? Ein Online-Shop nach dem anderen bietet seine Produkte an. Amazon war der Anfang aber nicht das Ende des Online-Shopping.


Solange man den Endverbraucher entscheiden lässt braucht man keine Angst vor ungesunden Monopolen zu haben. Niemand ist so ergebnisorientiert und unbarmherzig wie der Endverbraucher, der sein eigenes Geld ausgibt.

Erst wenn man den König Kunden vom Thron stürzt, siehe z.B. "Energiewende", kommt es zu ernsthaften Problemen in dieser Hinsicht.

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