Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

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Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon aleph » Do 1. Aug 2013, 09:57

Derzeit arbeiten viele internationale Unternehmen mit Tricks, um Steuern weitgehend zu vermeiden. Das läuft so: Das Unternehmen, sagen wir mal Starbucks, hat eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden, wo weniger Unternehmenssteuern fällig werden, dem Starbucks Geld zahlt, das als Aufwendung gebucht wird. Die Tochtergesellschaft in den Niederlanden hat wiederum eine Tochtergesellschaft, diesmal auf den Bahamas, in dem dann schließlich gar keine Steuern mehr gezahlt werden, dem es ebenfalls Gebühren für irgendwas zahlt.

Ganz konkretes Beispiel: Siemens hat eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die für die ganzen Immobilien von SIemens zuständig ist. Jede noch so gewinnbringende Abteilung muss nun für die Fläche, die sie beansprucht, horrende Mieten zahlen, die in die Schweiz fließen. Ganz so einfach, wie ich es hier darstelle, ist es vermutlich nicht, aber der Punkt ist: wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen? Sollte man z.B. Zahlungen, die an unternehmenseigene Gesellschaften gehen, nicht als steuermindernde Aufwendung anerkennen? Welche Ideen habt Ihr?
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Skull » Do 1. Aug 2013, 10:02

Dionysos » Do 1. Aug 2013, 08:57 hat geschrieben:der Punkt ist: wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen?
Unternehmen nutzen (ganz) legal existierendes Steuerrecht.

Also liegt es an den Gesetzen und den einzelnen Ländern. Da kann man nur was auf staatlicher Seite ändern.
Und das ist, wie bekannt, sehr schwierig. Aber eben auch nicht unmöglich.
Dionysos » Do 1. Aug 2013, 08:57 hat geschrieben:Sollte man z.B. Zahlungen, die an unternehmenseigene Gesellschaften gehen, nicht als steuermindernde Aufwendung anerkennen?
Das ist praxisfern, nicht sinnvoll und auch nicht machbar.

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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Tantris » Do 1. Aug 2013, 10:02

Dionysos » Do 1. Aug 2013, 09:57 hat geschrieben:Derzeit arbeiten viele internationale Unternehmen mit Tricks, um Steuern weitgehend zu vermeiden. Das läuft so: Das Unternehmen, sagen wir mal Starbucks, hat eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden, wo weniger Unternehmenssteuern fällig werden, dem Starbucks Geld zahlt, das als Aufwendung gebucht wird. Die Tochtergesellschaft in den Niederlanden hat wiederum eine Tochtergesellschaft, diesmal auf den Bahamas, in dem dann schließlich gar keine Steuern mehr gezahlt werden, dem es ebenfalls Gebühren für irgendwas zahlt.

Ganz konkretes Beispiel: Siemens hat eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die für die ganzen Immobilien von SIemens zuständig ist. Jede noch so gewinnbringende Abteilung muss nun für die Fläche, die sie beansprucht, horrende Mieten zahlen, die in die Schweiz fließen. Ganz so einfach, wie ich es hier darstelle, ist es vermutlich nicht, aber der Punkt ist: wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen? Sollte man z.B. Zahlungen, die an unternehmenseigene Gesellschaften gehen, nicht als steuermindernde Aufwendung anerkennen? Welche Ideen habt Ihr?



Siemens zahlt seine steuern in irland. Es ist schon seit jahrzehnten keine deutsche, sondern eine irische firma.

Und jetzt weisste auch, wie du große firmen dazu bringst, bei dir steuern zu zahlen: steuern senken. Dann kommen sie sogar von weit her.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Antisozialist » Do 1. Aug 2013, 19:39

Dionysos » Do 1. Aug 2013, 09:57 hat geschrieben:Derzeit arbeiten viele internationale Unternehmen mit Tricks, um Steuern weitgehend zu vermeiden. Das läuft so: Das Unternehmen, sagen wir mal Starbucks, hat eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden, wo weniger Unternehmenssteuern fällig werden, dem Starbucks Geld zahlt, das als Aufwendung gebucht wird. Die Tochtergesellschaft in den Niederlanden hat wiederum eine Tochtergesellschaft, diesmal auf den Bahamas, in dem dann schließlich gar keine Steuern mehr gezahlt werden, dem es ebenfalls Gebühren für irgendwas zahlt.

Ganz konkretes Beispiel: Siemens hat eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die für die ganzen Immobilien von SIemens zuständig ist. Jede noch so gewinnbringende Abteilung muss nun für die Fläche, die sie beansprucht, horrende Mieten zahlen, die in die Schweiz fließen. Ganz so einfach, wie ich es hier darstelle, ist es vermutlich nicht, aber der Punkt ist: wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen? Sollte man z.B. Zahlungen, die an unternehmenseigene Gesellschaften gehen, nicht als steuermindernde Aufwendung anerkennen? Welche Ideen habt Ihr?


:p Gewinne aus Vermietungseinkünften werden im Belegenheitsland besteuert, auch wenn die Eigentümerin ihren Sitz im Ausland hat.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon USA TOMORROW » Fr 2. Aug 2013, 00:41

Dionysos » 1. Aug 2013, 09:57 hat geschrieben:wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen?


Die Steuern so weit wie möglich senken.
"It is incorrect to say that biological data cannot be decisive. It is scientifically correct to say that an individual human life begins at conception."

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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon aleph » Fr 2. Aug 2013, 03:18

usaTomorrow » Fr 2. Aug 2013, 00:41 hat geschrieben:
Die Steuern so weit wie möglich senken.


Das wird wohl so sein, aber wie sollen wir die Steuern auf das Niveau von Bahamas bringen :?:
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:07

Dionysos » Fr 2. Aug 2013, 02:18 hat geschrieben:aber wie sollen wir die Steuern auf das Niveau von Bahamas bringen :?:
Muß ja niemand. Länder wie die USA oder China, aber auch die EU als Gesamtes, haben durchaus Möglichkeiten,
auf Steuerparadiese Druck auszuüben. Da geht es dann auch nicht um "Gleichmacherei".

Gewisse Auswüchse kann man mit internationalen Druck zurückdrängen. Wenn man denn will.

Die USA haben es in den letzten Jahren vorgemacht. Die Schweiz wurde recht schnell, recht kleinlaut...

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Zuletzt geändert von Skull am Fr 2. Aug 2013, 08:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Tantris » Fr 2. Aug 2013, 08:18

usaTomorrow » Fr 2. Aug 2013, 00:41 hat geschrieben:
Die Steuern so weit wie möglich senken.



Im vergleich zu den ausgaben sind sie seit vielen jahren zu niedrig.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:26

Tantris » Fr 2. Aug 2013, 07:18 hat geschrieben:Im vergleich zu den ausgaben sind sie seit vielen jahren zu niedrig.
Die übliche Diskussion.

Sind die Steuern zu niedrig oder die Ausgaben zu hoch ? Da streiten sich immer wieder die Geister.

Und wenn ich den Thredersteller richtig verstanden habe, geht es um das Problem der
höchst unterschiedlichen Unternehmensbesteuerungen in verschiedenen Ländern.

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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Tantris » Fr 2. Aug 2013, 08:29

Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:26 hat geschrieben:Die übliche Diskussion.

Sind die Steuern zu niedrig oder die Ausgaben zu hoch ? Da streiten sich immer wieder die Geister.

Und wenn ich den Thredersteller richtig verstanden habe, geht es um das Problem der
höchst unterschiedlichen Unternehmensbesteuerungen in verschiedenen Ländern.

mfg


usatom hat gemeint "steuern so weit wie möglich senken". Wenn man das budget als möglichkeit ansieht, dann ist das schon lange mehr als ausgeschöpft.

Jetzt müsste er sagen: "die steuern noch weiter senken und noch mehr schulden machen"
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon pikant » Fr 2. Aug 2013, 08:37

usaTomorrow » Do 1. Aug 2013, 23:41 hat geschrieben:
Die Steuern so weit wie möglich senken.


dann musste aber auch sagen, welche Ausgaben massiv zu reduzieren sind
wir haben die Schuldenbremse im Grundgesetz!

um diese heikle Aufgabe drueckst Du Dich mit Deiner pauschalen Aussage :rolleyes:
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Blickwinkel » Fr 2. Aug 2013, 08:38

Dionysos » Do 1. Aug 2013, 09:57 hat geschrieben:Derzeit arbeiten viele internationale Unternehmen mit Tricks, um Steuern weitgehend zu vermeiden. Das läuft so: Das Unternehmen, sagen wir mal Starbucks, hat eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden, wo weniger Unternehmenssteuern fällig werden, dem Starbucks Geld zahlt, das als Aufwendung gebucht wird. Die Tochtergesellschaft in den Niederlanden hat wiederum eine Tochtergesellschaft, diesmal auf den Bahamas, in dem dann schließlich gar keine Steuern mehr gezahlt werden, dem es ebenfalls Gebühren für irgendwas zahlt.


Das ist ein alter Hut und unser Finanzminister Schäuble ist ganz sicher daran interessiert, dies zu unterbinden. Ein Schritt war, dass die Vergabe von EU-Projekten NUR an Firmen stattfindet, die innerhalb der EU sind. Damit wollte man vermeiden, dass Firmen keine Steuern an die EU aus den Projekten zahlen.

Ganz konkretes Beispiel: Siemens hat eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die für die ganzen Immobilien von SIemens zuständig ist. Jede noch so gewinnbringende Abteilung muss nun für die Fläche, die sie beansprucht, horrende Mieten zahlen, die in die Schweiz fließen. Ganz so einfach, wie ich es hier darstelle, ist es vermutlich nicht, aber der Punkt ist: wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen? Sollte man z.B. Zahlungen, die an unternehmenseigene Gesellschaften gehen, nicht als steuermindernde Aufwendung anerkennen? Welche Ideen habt Ihr?


Das dt. Steuersystem ist sehr komplex. Im Endeffekt sind solche Bewertungen nicht illegal, das gleiche gilt für Dienstleistungen innerhalb der Unternehmen. Allerdings ist das dt. Steuerrecht sehr komplex, so wenden dt. Unternehmen im Schnitt jedes Jahr 207 Stunden für Steuerangelegenheiten auf. Ergo ist die Bürokratisierung ein großer Hemmschuh und ob mit mehr Bürokratisierung es besser wird, sei mal dahingestellt.

Eine Vereinfachung hilft den Unternehmen einen größeren Durchblick zu erhalten und somit auch besser beurteilen zu können, ob sich die Verlagerung nach Irland wirklich so stark lohnt.

Die Aussichten für Reformen für 2013 sind eher gering. Aus der Steuerberaterbranche heißt es:

Welche Perspektiven sehen Sie für 2013?

PwC-Partner und Unternehmensteuer-Experte Tobias Taetzner : Die Abgabenlast wird geringfügig sinken. Bereits beschlossen ist die Absenkung des Rentenbeitrags von 19,6 auf 18,9 Prozent – für Unternehmen folgt daraus eine Entlastung um 0,35 Prozentpunkte. In der Steuerpolitik ist vor der Bundestagswahl im Herbst 2013 wohl wenig Bewegung zu erwarten. Die große Reform, beispielsweise bei der Gewerbesteuer, wird aber sicherlich erneut nicht nur aus wahltaktischen Gründen, sondern auch angesichts klammer kommunaler Kassen weiter auf sich warten lassen

Hier noch die Studie von PWC, Weltbank und International Finance Corporation zum Thema Unternehmenssteuer. Für einen Überblick ist die Studie sehr gut geeignet. Weltweit werden Unternehmensgewinne gering besteuert.

http://www.pwc.com/gx/en/paying-taxes/index.jhtml

Interessant auch dieser Link hier über die Gesamtbesteuerung in diversen Ländern der Welt, Deutschland schlägt sich mit 46,8% im Vergleich zu Frankreich mit 65,4% der Unternehmensbesteuerung recht gut.

http://www.pwc.com/gx/en/paying-taxes/data-tables.jhtml
Zuletzt geändert von Blickwinkel am Fr 2. Aug 2013, 08:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:40

Tantris » Fr 2. Aug 2013, 07:29 hat geschrieben:usatom hat gemeint "steuern so weit wie möglich senken".
Was seine Antwort auf...

wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen? ... war.

Wenn Unternehmen wegen (vermeintlicher) hoher Steuern im Inland -> ins Ausland gehen,
ist es aber keine Lösung die Steuern zu erhöhen. Egal wie die Ausgaben oder das Budget des Staates sind.

Oder ?

Und wenn @ usaTomorrow von so weit wie möglich schreibt,
der Staat aber erkennen sollte (wie Du meinst), seine Einnahmen seien zu gering,
dann gibt es halt keine Steuersenkungen. => Weil nicht möglich.

mfg
Zuletzt geändert von Skull am Fr 2. Aug 2013, 08:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Blickwinkel » Fr 2. Aug 2013, 08:48

Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:07 hat geschrieben:Muß ja niemand. Länder wie die USA oder China, aber auch die EU als Gesamtes, haben durchaus Möglichkeiten,
auf Steuerparadiese Druck auszuüben. Da geht es dann auch nicht um "Gleichmacherei".

Gewisse Auswüchse kann man mit internationalen Druck zurückdrängen. Wenn man denn will.

Die USA haben es in den letzten Jahren vorgemacht. Die Schweiz wurde recht schnell, recht kleinlaut...

mfg


Da müsste man auf sehr viele Länder Druck ausüben.

1. Der Staat/bzw. die EU kann z.B. sagen, dass er Aufträge grundsätzlich nicht an Unternehmen vergibt, die in Steuerparadiesen ihren Sitz haben.

2. Entbürokratisierung weiter vorantreiben damit die Unternehmen ein besseren Überblick über die Steuern haben und weniger Aufwand in die Erstellung der Steuererklärung einbringen müssen.

3. Elektronische Betriebsprüfungen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, verstärkt durchführen.

4. Auf EU ein einheitliches Steuersystem schaffen, gerade für viele europäische Unternehmen (SE) sollte dies vorangetrieben werden. Doch dieser Weg dauert sehr lange.

5. Verbesserung der Steuerfahndung durch Zuschuss von mehr Geld und Computerexperten.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:55

Blickwinkel » Fr 2. Aug 2013, 07:48 hat geschrieben:1. Der Staat/bzw. die EU kann z.B. sagen, dass er Aufträge grundsätzlich nicht an Unternehmen vergibt, die in Steuerparadiesen ihren Sitz haben.

2. Entbürokratisierung weiter vorantreiben damit die Unternehmen ein besseren Überblick über die Steuern haben und weniger Aufwand in die Erstellung der Steuererklärung einbringen müssen.

3. Elektronische Betriebsprüfungen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, verstärkt durchführen.

4. Auf EU ein einheitliches Steuersystem schaffen, gerade für viele europäische Unternehmen (SE) sollte dies vorangetrieben werden. Doch dieser Weg dauert sehr lange.

5. Verbesserung der Steuerfahndung durch Zuschuss von mehr Geld und Computerexperten.
Und da gibt es noch einiges mehr...

Die USA beispielsweise drohen "einfach" ausländischen Banken [aus Steuerparadiesen oder Problemstaaten]
deren Banklizenz in den USA zu entziehen (oder zu beschränken).
Und ruck zuck, werden einige Länder mehr oder weniger "handzahm" ... oder wenigstens kooperativer.

China hat da auch einige Druckmittel, um ausländischen Unternehmen im heimischen Markt Zugang zu gewähren oder zu erschweren.

Und Europa ... könnte auch ein bisschen phantasievoller sein. Wenn man denn wollte.

mfg
Zuletzt geändert von Skull am Fr 2. Aug 2013, 08:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Blickwinkel » Fr 2. Aug 2013, 09:02

Skull » Fr 2. Aug 2013, 08:55 hat geschrieben:Und Europa ... könnte auch ein bisschen phantasievoller sein. Wenn man denn wollte.

mfg


Klar, damit rennst du bei unserem Finanzminister offene Türen ein. Der will ja, nur gibt es auch in der EU Steuerparadiese, die natürlich nicht mitmachen wollen, wobei auch hier der Druck steigt, zumindest war das im Gespräch während der Zypernkrise (siehe Österreich etc.). Aber letztlich scheitert es an den Mitgliedsstaaten der EU, denn jeder sieht nur seinen Vorteil.
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon pudding » Fr 2. Aug 2013, 09:33

usaTomorrow » Fr 2. Aug 2013, 00:41 hat geschrieben:
Die Steuern so weit wie möglich senken.

Nööö
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Robben1986 » Fr 2. Aug 2013, 09:48

usaTomorrow » Fr 2. Aug 2013, 00:41 hat geschrieben:
Die Steuern so weit wie möglich senken.


Jede Senkung ist zu begrüßen.
Atue
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Atue » Do 8. Aug 2013, 00:17

Dionysos » Do 1. Aug 2013, 09:57 hat geschrieben:Derzeit arbeiten viele internationale Unternehmen mit Tricks, um Steuern weitgehend zu vermeiden. Das läuft so: Das Unternehmen, sagen wir mal Starbucks, hat eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden, wo weniger Unternehmenssteuern fällig werden, dem Starbucks Geld zahlt, das als Aufwendung gebucht wird. Die Tochtergesellschaft in den Niederlanden hat wiederum eine Tochtergesellschaft, diesmal auf den Bahamas, in dem dann schließlich gar keine Steuern mehr gezahlt werden, dem es ebenfalls Gebühren für irgendwas zahlt.

Ganz konkretes Beispiel: Siemens hat eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die für die ganzen Immobilien von SIemens zuständig ist. Jede noch so gewinnbringende Abteilung muss nun für die Fläche, die sie beansprucht, horrende Mieten zahlen, die in die Schweiz fließen. Ganz so einfach, wie ich es hier darstelle, ist es vermutlich nicht, aber der Punkt ist: wie kann man eine bessere Besteuerung von Unternehmergewinnen erreichen? Sollte man z.B. Zahlungen, die an unternehmenseigene Gesellschaften gehen, nicht als steuermindernde Aufwendung anerkennen? Welche Ideen habt Ihr?



Unternehmen versuchen doch nur deshalb Steuern zu vermeiden, weil die entsprechenden Steuern (gleiches gilt für Abgaben) den Gewinn schmälern und/oder die Investitionsfähigkeit reduzieren.

Ich finde, die Frage ist berechtigt, warum man Unternehmen generell mit der Thematik belastet. Warum muss ein Unternehmen überhaupt Steuern und Abgaben zahlen?

Oder noch anders: Macht es SINN, dass man Unternehmen, die etwas schaffen, Steuern zahlen lässt?
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Re: Die Unternehmensbesteuerung muss geändert werden

Beitragvon Tantris » Do 8. Aug 2013, 06:25

Atue » Do 8. Aug 2013, 00:17 hat geschrieben:

Unternehmen versuchen doch nur deshalb Steuern zu vermeiden, weil die entsprechenden Steuern (gleiches gilt für Abgaben) den Gewinn schmälern und/oder die Investitionsfähigkeit reduzieren.

Ich finde, die Frage ist berechtigt, warum man Unternehmen generell mit der Thematik belastet. Warum muss ein Unternehmen überhaupt Steuern und Abgaben zahlen?

Oder noch anders: Macht es SINN, dass man Unternehmen, die etwas schaffen, Steuern zahlen lässt?


Natürlich. Sie profitieren ja auch vom staat. Warum sollte der staat und das volk ihnen alles schenken?

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