Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

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Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 15:27

Ein Konzept der Entlohnung im technologischen Sklavenzeitalter

Tatsache: Die exponentielle Entwicklung der Prozessortechnologie
(Moorsches Gesetz: In etwa alle 18 Monate verdoppelt sich die Zahl der Transistoren auf Prozessoren)
--> Maschinen werden leistungsfähiger
--> Durch den Einsatz von Technologie wird mit immer weniger Arbeitern immer mehr produziert !

Daraus folgt:
1. Es wird immer ungerechter daran festzuhalten, dass allein über Arbeit Wohlstand verteilt wird.
2. Vielmehr bedarf es eines neuen Konzepts für die Wohlstandsverteilung
Dieses sollte direkt die jeweilige individuelle Entwicklung belohnen und dadurch direkt fördern.

Konsequenz:
Eine direkte Belohnung individueller Entwicklung bewirkt ein verstärktes Interesse des Menschen an seiner Entwicklung – das wiederum hebt das Bildungsniveau und in dessen Folge können Probleme effizienter gelöst werden.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon jack000 » So 17. Mär 2013, 15:34

Woran wird das denn gemessen wie die Individuelle Entwicklung verlaeuft wenn diese ja belohnt werden soll? Und was ist mit Bildungsverweigerern?
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 15:40

jack » So 17. Mär 2013, 15:34 hat geschrieben:Woran wird das denn gemessen wie die Individuelle Entwicklung verlaeuft wenn diese ja belohnt werden soll? Und was ist mit Bildungsverweigerern?



ersteres ist etwas komplizierter zu beantworten - ich verweise zunächst auf meine Themen: "Agenda 2050" und "Aufbau einer frei zugänglichen Nachhilfeplattform EU"

zu zweitem kann man nur sagen - man wird es nie allen Recht machen können!
Aber eine weitere Möglichkeit Lohn zu erhalten, würde sicher in eine gerechtere und zukunftssichere Gesellschaft führen.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Kibuka » So 17. Mär 2013, 15:45

Was hat das Mooresche Gesetz mit dem Bedarf an Arbeitskraft zu tun?
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 15:56

Kibuka » So 17. Mär 2013, 15:45 hat geschrieben:Was hat das Mooresche Gesetz mit dem Bedarf an Arbeitskraft zu tun?


Ich hoffte die Frage bereits genug dargestellt zu haben :)

Der Schluss ist folgender:
1. Computer werden leistungsfähiger (Moorsches Gesetz = Prämisse)
2. Roboter(u.a. Maschinen) basieren auf Computertechnologie
--> Roboter (oder Maschinen allgemein) werden leistungsfähiger!
(mehr Produktion bei weniger Bedarf an menschlicher Arbeitskraft)

Beispiele:
1. Das Feld vor hundert Jahren bestellten sehr viele Arbeiter <--> heute fährt ein einzelner Arbeiter mit Maschinen und leistet mehr
2. In einer Fabrik wurden früher sehr viele Arbeiter beschäftigt <--> heute schaffen weniger Arbeiter mit Einsatz von Robotertechnologie viel mehr
3. Heute fahren Taxis, LKWs usw mit Fahrern <--> morgen fahren Fahrzeuge sicherer ohne Menschen
...

Natürlich entsteht auf der anderen Seite ein Bedarf an mehr hochqualifizierten Kräften - doch je mehr es diese Jobs (Softwareentwickler, Ingeneure, usw.) gibt, desto leistungsfähiger werden die Maschinen. Deshalb werden einfachere Tätigkeiten zunehmend weniger nachgefragt (und so billiger!). Zudem ist der Zuwachs auf der Seite der hochqualifizierten Kräfte nicht so groß, wie der Wegfall durch Rationalisierung.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Kibuka » So 17. Mär 2013, 16:12

Matthias Pochmann hat geschrieben:
Ich hoffte die Frage bereits genug dargestellt zu haben :)

Der Schluss ist folgender:
1. Computer werden leistungsfähiger (Moorsches Gesetz = Prämisse)
2. Roboter(u.a. Maschinen) basieren auf Computertechnologie
--> Roboter (oder Maschinen allgemein) werden leistungsfähiger!
(mehr Produktion bei weniger Bedarf an menschlicher Arbeitskraft)

Beispiele:
1. Das Feld vor hundert Jahren bestellten sehr viele Arbeiter <--> heute fährt ein einzelner Arbeiter mit Maschinen und leistet mehr
2. In einer Fabrik wurden früher sehr viele Arbeiter beschäftigt <--> heute schaffen weniger Arbeiter mit Einsatz von Robotertechnologie viel mehr
3. Heute fahren Taxis, LKWs usw mit Fahrern <--> morgen fahren Fahrzeuge sicherer ohne Menschen
...

Natürlich entsteht auf der anderen Seite ein Bedarf an mehr hochqualifizierten Kräften - doch je mehr es diese Jobs (Softwareentwickler, Ingeneure, usw.) gibt, desto leistungsfähiger werden die Maschinen. Deshalb werden einfachere Tätigkeiten zunehmend weniger nachgefragt (und so billiger!). Zudem ist der Zuwachs auf der Seite der hochqualifizierten Kräfte nicht so groß, wie der Wegfall durch Rationalisierung.


Richtige Prämissen führen noch lange nicht zu einer logisch korrekten Konklusion!

Korrekt wären außerdem die folgenden Prämissen.

1. Prozessoren werden leistungsfähiger (Moorsches Gesetz besagt das sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt = Prämisse)
2. Roboter (u.a. Maschinen) basieren derzeit auf integrierten Schaltkreisen
--> Roboter (oder Maschinen allgemein) werden leistungsfähiger hinsichtlich der Rechenleistung!

Prämisse Nummer 2 bezieht sich klar auf die Rechenleistung, nicht auf eine pauschale Leistungsfähigkeit (Mechanik oder Software). Roboter können auch heute keine Wohnung putzen, da es an der Mechanik und einer KI mangelt. Das die Agrarlandschaft heute so effizient ist, verdankt man vorallem auch der Entwicklung bei der Mechanik.

Inwiefern sich durch Rationalisierung der Arbeitsmarkt verschieben wird, ist schwer vorauszusehen, weil permanent neue Arbeitsfelder entstehen. Der Mensch muss auch nicht unbedingt arbeiten, wenn Maschinen das für ihn besser übernehmen können.

Dann widmet er sich eben der Kindererziehung, der Malerei, der Forschung oder anderen Tätigkeiten, die nicht von Maschinen erledigt werden (können).
Zuletzt geändert von Kibuka am So 17. Mär 2013, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Robben1986 » So 17. Mär 2013, 16:19

Matthias Pochmann » So 17. Mär 2013, 15:56 hat geschrieben:
Ich hoffte die Frage bereits genug dargestellt zu haben :)

Der Schluss ist folgender:
1. Computer werden leistungsfähiger (Moorsches Gesetz = Prämisse)
2. Roboter(u.a. Maschinen) basieren auf Computertechnologie
--> Roboter (oder Maschinen allgemein) werden leistungsfähiger!
(mehr Produktion bei weniger Bedarf an menschlicher Arbeitskraft)

Beispiele:
1. Das Feld vor hundert Jahren bestellten sehr viele Arbeiter <--> heute fährt ein einzelner Arbeiter mit Maschinen und leistet mehr
2. In einer Fabrik wurden früher sehr viele Arbeiter beschäftigt <--> heute schaffen weniger Arbeiter mit Einsatz von Robotertechnologie viel mehr
3. Heute fahren Taxis, LKWs usw mit Fahrern <--> morgen fahren Fahrzeuge sicherer ohne Menschen
...

Natürlich entsteht auf der anderen Seite ein Bedarf an mehr hochqualifizierten Kräften - doch je mehr es diese Jobs (Softwareentwickler, Ingeneure, usw.) gibt, desto leistungsfähiger werden die Maschinen. Deshalb werden einfachere Tätigkeiten zunehmend weniger nachgefragt (und so billiger!). Zudem ist der Zuwachs auf der Seite der hochqualifizierten Kräfte nicht so groß, wie der Wegfall durch Rationalisierung.


Das ist auch gut so das wir weniger körperliche Arbeitskraft benötigen, es sei denn man sehnt sich nach der Zeit zurück in der 90% der Bevölkerung mit einfachsten Mitteln das Feld bearbeiten mussten.

Das Leute für einfachste körperliche Arbeit viel weniger verdienen ist einfach ein Marktsignal welches den Menschen mitteilt das es gut wäre andere Qualifikationen aufzubauen und andere Jobs zu machen.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 17:12

Kibuka » So 17. Mär 2013, 16:12 hat geschrieben:
Richtige Prämissen führen noch lange nicht zu einer logisch korrekten Konklusion!

Korrekt wären außerdem die folgenden Prämissen.

1. Prozessoren werden leistungsfähiger (Moorsches Gesetz besagt das sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt = Prämisse)
2. Roboter (u.a. Maschinen) basieren derzeit auf integrierten Schaltkreisen
--> Roboter (oder Maschinen allgemein) werden leistungsfähiger hinsichtlich der Rechenleistung!

Prämisse Nummer 2 bezieht sich klar auf die Rechenleistung, nicht auf eine pauschale Leistungsfähigkeit (Mechanik oder Software). Roboter können auch heute keine Wohnung putzen, da es an der Mechanik und einer KI mangelt. Das die Agrarlandschaft heute so effizient ist, verdankt man vorallem auch der Entwicklung bei der Mechanik.

Zunächst eine weitere Prämisse, nämlich dass:
3. Durch Forschung und Entwicklung Mechanik und Software besser wird (im übrigen auch, weil Computer leistungsfähiger werden)
Dann werden --> Roboter (oder Maschinen allgemein) leistungsfähiger (nicht mehr nur hinsichtlich der Rechenleistung)




Das war der Ausgangspunkt für dieses Thema ... Weil wir in ein neues Sklavenzeitalter eintreten und Maschinen mehr und mehr für uns dienen, bedarf es eines neuen Konzepts der Wohlstandsverteilung.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:15

Matthias Pochmann » So 17. Mär 2013, 17:12 hat geschrieben:Zunächst eine weitere Prämisse, nämlich dass:
3. Durch Forschung und Entwicklung Mechanik und Software besser wird (im übrigen auch, weil Computer leistungsfähiger werden)
Dann werden --> Roboter (oder Maschinen allgemein) leistungsfähiger (nicht mehr nur hinsichtlich der Rechenleistung)




Das war der Ausgangspunkt für dieses Thema ... Weil wir in ein neues Sklavenzeitalter eintreten und Maschinen mehr und mehr für uns dienen, bedarf es eines neuen Konzepts der Wohlstandsverteilung.


Wohlstand wird nicht verteilt. Wohlstand ist kein Mana das vom Himmel fällt und nur noch verteilt werden muss.

Wohlstand ist das Resultat von Produktion.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 17:17

Kibuka » So 17. Mär 2013, 16:12 hat geschrieben:
Richtige Prämissen führen noch lange nicht zu einer logisch korrekten Konklusion!

Korrekt wären außerdem die folgenden Prämissen.

1. Prozessoren werden leistungsfähiger (Moorsches Gesetz besagt das sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt = Prämisse)
2. Roboter (u.a. Maschinen) basieren derzeit auf integrierten Schaltkreisen
--> Roboter (oder Maschinen allgemein) werden leistungsfähiger hinsichtlich der Rechenleistung!


Prämisse Nummer 2 bezieht sich klar auf die Rechenleistung, nicht auf eine pauschale Leistungsfähigkeit (Mechanik oder Software). Roboter können auch heute keine Wohnung putzen, da es an der Mechanik und einer KI mangelt. Das die Agrarlandschaft heute so effizient ist, verdankt man vorallem auch der Entwicklung bei der Mechanik.

Zunächst eine weitere Prämisse, nämlich dass:
3. Durch Forschung und Entwicklung Mechanik und Software besser wird (im übrigen auch, weil Computer leistungsfähiger werden)
Dann werden --> Roboter (oder Maschinen allgemein) leistungsfähiger (nicht mehr nur hinsichtlich der Rechenleistung)

Inwiefern sich durch Rationalisierung der Arbeitsmarkt verschieben wird, ist schwer vorauszusehen, weil permanent neue Arbeitsfelder entstehen. Der Mensch muss auch nicht unbedingt arbeiten, wenn Maschinen das für ihn besser übernehmen können.

Dann widmet er sich eben der Kindererziehung, der Malerei, der Forschung oder anderen Tätigkeiten, die nicht von Maschinen erledigt werden (können).

Das war der Ausgangspunkt für dieses Thema ... Weil wir in ein neues Sklavenzeitalter eintreten und Maschinen mehr und mehr für uns dienen, bedarf es eines neuen Konzepts der Wohlstandsverteilung.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 17:20

Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:15 hat geschrieben:
Wohlstand wird nicht verteilt. Wohlstand ist kein Mana das vom Himmel fällt und nur noch verteilt werden muss.

Wohlstand ist das Resultat von Produktion.


Wohlstand wird einerseits geschaffen und anderseits verteilt.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:27

Matthias Pochmann » So 17. Mär 2013, 17:20 hat geschrieben:
Wohlstand wird einerseits geschaffen und anderseits verteilt.


Und jeder sollte das feste Anrecht haben auf den Wohlstand den er selbst geschaffen hat, und niemand sonst soll darauf Anspruch haben.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 17:33

Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:27 hat geschrieben:
Und jeder sollte das feste Anrecht haben auf den Wohlstand den er selbst geschaffen hat, und niemand sonst soll darauf Anspruch haben.




1. wer hat Anspruch auf den von Robotern geschaffenen Wohlstand?
2. soll wirklich nur der Besitzer einer Fabrik in der nur Roboter Produkte schaffen Anrecht haben auf Wohlstand? Schafft hier der Besitzer tatsächlich den Wohlstand allein?
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:45

Matthias Pochmann » So 17. Mär 2013, 17:33 hat geschrieben:


1. wer hat Anspruch auf den von Robotern geschaffenen Wohlstand?
2. soll wirklich nur der Besitzer einer Fabrik in der nur Roboter Produkte schaffen Anrecht haben auf Wohlstand? Schafft hier der Besitzer tatsächlich den Wohlstand allein?


Wenn eine Kuh die mir gehört Milch produziert gehört die Milch mir. Ich profitiere natürlich davon andere Leute zu bezahlen die mir beim Melken helfen.

Bisher kommen wir nicht ohne menschliche Arbeit aus, vor allem was Denkarbeit angeht. Wenn es wirklich irgendwann Roboter gibt die so schlau sind wie wir dann müssen wir überlegen ob wir ihnen nicht ähnliche Rechte geben müssen wie uns selbst. So weit ist es aber noch nicht.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Sri Aurobindo » So 17. Mär 2013, 17:56

Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:45 hat geschrieben:
Wenn eine Kuh die mir gehört Milch produziert gehört die Milch mir. Ich profitiere natürlich davon andere Leute zu bezahlen die mir beim Melken helfen.

Bisher kommen wir nicht ohne menschliche Arbeit aus, vor allem was Denkarbeit angeht. Wenn es wirklich irgendwann Roboter gibt die so schlau sind wie wir dann müssen wir überlegen ob wir ihnen nicht ähnliche Rechte geben müssen wie uns selbst. So weit ist es aber noch nicht.


Gedankenexperiment

Eine Firma stellt Teile für den Automobilbau her.

Das geschieht wie folgt – auf der einen Seite der Fabrik werden die Ausgangsmaterialien angeliefert
Ein Roboter sortiert die Teile – weitere Roboter bauen daraus das Produkt
– andere Roboter wenden Prüfverfahren an und sortieren Fehlerhaftes aus
Auf der anderen Seite der Fabrik werden die fertigen Automobilteile in LKWs verladen
All das geschieht in staubfreier Atmosphäre in nahezu Vakuum

Hier wird produziert, ohne Menschen – die Roboter sind längst nicht intelligent!

Teil 2
Wenn nahezu alle Prozesse so abgebildet werden, dann entstehen Produkte ohne Beteiligung des Menschen.
Aber, wer soll die Produkte kaufen?
Es bedarf ja keiner Arbeitskräfte für ihre Herstellung.

Die logische Konsequenz : eine Absatzkrise
Zuletzt geändert von Sri Aurobindo am So 17. Mär 2013, 17:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Robben1986 » So 17. Mär 2013, 18:08

Matthias Pochmann » So 17. Mär 2013, 17:56 hat geschrieben:
Gedankenexperiment

Eine Firma stellt Teile für den Automobilbau her.

Das geschieht wie folgt – auf der einen Seite der Fabrik werden die Ausgangsmaterialien angeliefert
Ein Roboter sortiert die Teile – weitere Roboter bauen daraus das Produkt her
– andere Roboter wenden Prüfverfahren an und sortieren Fehlerhaftes aus
Auf der anderen Seite der Fabrik werden die fertigen Automobilteile in LKWs verladen
All das geschieht in staubfreier Atmosphäre in nahezu Vakuum

Hier wird produziert, ohne Menschen – die Roboter sind längst nicht intelligent!

Teil 2
Wenn nahezu alle Prozesse so abgebildet werden, dann entstehen Produkte ohne Beteiligung des Menschen.
Aber, wer soll die Produkte kaufen?
Es bedarf ja keiner Arbeitskräfte für ihre Herstellung.

Die logische Konsequenz : eine Absatzkrise


zu Teil 1: So wie ich gesagt habe, der Roboter der mir gehört produziert Dinge die mir gehören.

zu Teil 2: Ok, also alle Güter wie Kleidung, Nahrungsmittel, Autos etc. werden von Robotern hergestellt. Was können Menschen für produktive Arbeit leisten? Antwort: Alles was noch nicht besser von Robotern gemacht werden kann: Forschung und Entwicklung, Lehre, Unterhaltung etc.
Würde es eine Absatzkrise geben? Nein, es würde nur dafür sorgen das man viel weniger arbeiten muss um sich z.B. was zu Essen zu kaufen, falls es wirklich so ist das Roboter wirklich ALLE körperlichen Arbeiten besser machen können, was ja auch impliziert das weniger Ressourcen z.B. für die Produktion eines Hamburgers benötigt werden.
Wäre diese Situation ein krasser Bruch mit der bisherigen Wirtschaftsgeschichte?
Nicht unbedingt. Jedes Mal wenn die Menschheit wesentliche technologische Sprünge machen konnte, die Verwendung von Feuer, Ackerbau, Verbrennungsmotor etc. reduzierte sich der Anteil an benötigter körperlicher Arbeit, der für die Ernährung eines einzelnen Individuums benötigt wurde sehr stark.
Ich sehe in der in Teil 2 beschriebenen Situation also nichts anderes als eine weitere Verbesserung in einer langen Kette von Verbesserung, durch die die Menschheit besser gestellt wird als vorher.
Das immer mehr Menschen mit dem Kopf Geld verdienen können anstatt mit den Muskeln sehe ich als positive Entwicklung an.
Zuletzt geändert von Robben1986 am So 17. Mär 2013, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon prime-pippo » So 17. Mär 2013, 18:11

Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:27 hat geschrieben:
Und jeder sollte das feste Anrecht haben auf den Wohlstand den er selbst geschaffen hat, und niemand sonst soll darauf Anspruch haben.


Also bekommt jeder seine Scholle und baut da für sich sein Futter an?
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon prime-pippo » So 17. Mär 2013, 18:13

Robben1986 » So 17. Mär 2013, 17:45 hat geschrieben:Wenn eine Kuh die mir gehört Milch produziert gehört die Milch mir.


Du bist doch für die Abschaffung des Staates? Und hast m.E. keine alternative Form des Gemeinwesens genannt.
Wie "gehört" die Kuh dir dann? Es gibt keine Instanz, die dir das Eigentum an ihr garantiert.
Ich kann sie dir wegnehmen, dann ist die Kuh in meinem Besitz. Willst du das?
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Kibuka » So 17. Mär 2013, 18:15

Matthias Pochmann » So 17. Mär 2013, 17:12 hat geschrieben:Das war der Ausgangspunkt für dieses Thema ... Weil wir in ein neues Sklavenzeitalter eintreten und Maschinen mehr und mehr für uns dienen, bedarf es eines neuen Konzepts der Wohlstandsverteilung.


Die Frage nach der Wohlstandsverteilung wird sich stellen, wenn es soweit ist, dass Roboter einfache Tätigkeiten vollautonom erfüllen können, denn dann wird mit einem Schlag ein Großteil aller subtilen Arbeiten für den Menschen überflüssig werden.

Gegenwärtig sehe ich derzeit noch keine derartigen Fragen auf uns zu kommen.

Natürlich wird es in Zukunft nicht möglich sein, dass wenige Menschen Produktionsanlagen für sich beanspruchen und die Gewinne einfahren. Das ist schon ökonomisch nicht möglich, weil ein Wirtschaftskreislauf davon lebt das Geld bewegt wird. Ein Unternehmen zahlt Gehälter, die Arbeiter kaufen mit dem Geld Produkte und legitimieren die Existenz von Unternehmen damit.

Man kann sich auch fragen, welchen Nutzen ein Fussballer, Entertainer oder ein Sänger hat. Dennoch werden diese Menschen bezahlt. Vor 200 Jahren hätte niemand einem Lionel Messi 10 Millionen bezahlt.

Die Arbeit ist insofern nicht an bestimmte Tätigkeiten gebunden, sondern frei auslegbar. Die Gesellschaft definiert den Wert und die Art der Arbeit permanent neu, abhängig auch von der technologischen Entwicklung.

Es ist Aufgabe der Politik allen Menschen ähnliche Lebensbedingungen zu offerieren und in einer Demokratie ist das auch möglich, selbst wenn es bedeutet Kapital umzuverteilen, damit die Starken nicht die Schwachen unterdrücken.
Have no heroes, look up to no-one, for if you do, the best you'll ever be is second. If you have to ask why, you'll never understand!

„Weil das Wohl von einem genauso schwer wiegt, wie das Wohl von vielen.“
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Re: Anbruch eines neuen Sklavenzeitalters

Beitragvon Robben1986 » So 17. Mär 2013, 18:16

prime-pippo » So 17. Mär 2013, 18:11 hat geschrieben:
Also bekommt jeder seine Scholle und baut da für sich sein Futter an?


Nein, es ist nicht nötig das jeder in der Landwirtschaft arbeitet. Der Bauer verkauft seine Ernte für Geld, und von diesem Geld kauft er sich z.B. ein Auto welches von einer privaten Firma hergestellt wurde. Der Angestellte der Autofirma kauft sich Nahrungsmittel von dem Geld was er für seine Arbeit in der Autofirma erhalten hat. Das ist Marktwirtschaft.

Das ich ein Anrecht auf das von mir Erschaffene habe impliziert das es mein Privateigentum ist. Mein Privateigentum kann ich gegen andere Dinge, z.B. Geld, eintauschen.

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