Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

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3x schwarzer Kater
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 13. Sep 2021, 22:56

Atue001 hat geschrieben:(13 Sep 2021, 18:32)

Valider Punkt - allerdings hakt die Kopfsteuer daran, dass man ohne Einkommen und Vermögen schlicht und einfach nicht in der Lage ist, Steuern zu bezahlen.

Auf der Suche nach Gerechtigkeitsgrundsätzen findet man John Rawls:
(John Rawls (1993), Politischer Liberalismus, Frankfurt a. M. 1998, S. 404–98 (S. 406).)

Wendet man das auf das Thema Steuergerechtigkeit an, sehe ich Probleme für den Ansatz, nur Einkommen heran zu ziehen - jedoch noch immer keine, wenn man für die Gerechtigkeitsdefinition die Vermögenssituation als Maßstab nimmt.

Allerdings zeigt die Betrachtung von Gerechtigkeitsgrundsätzen auch auf, dass die alleinige Betrachtung der Steuern, ohne die Steuerverwendung anzuschauen, nicht die ganze Wahrheit abbildet. Trotzdem könnte man auch zunächst eine Metrik für die Staatsfinanzierung hernehmen, und dann in einem Folgeschritt auch eine zweite, die die Gerechtigkeit staatlicher Leistungen bewertet.


Erstmal wäre ja die Frage, was ein gerechtes Steuersystem auszeichnet. Da fallen mir spontan folgende Punkte ein (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

- geringe Erhebungskosten
- nachvollziehbare, eindeutige Bemessungsgrundlage
- keine Möglichkeit der Überwälzung der Steuerlast auf andere Marktteilnehmer
- Keine Möglichkeit der Steuerausweichung
- eine relativ gleiche Steuerlast, also eine Verteilung der Steuer nach der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Darüber dürfte es eigentlich wenig zu diskutieren geben. Schaut man sich nun z.B. die Kopfsteuer auf der einen extremen Seite an, sieht man dass sie 4 von 5 Punkten wohl besser erreicht als alle anderen Steuern, lediglich den letzten Punkt erfüllt sie überhaupt nicht. Eine Vermögenssteuer hingegen erfüllt keinen der genannten Punkt auch nur annähernd zufriedenstellend. Unser aktuelles Steuersystem ist wesentlich geprägt vom letzten Punkt zu Lasten des ersten und zweiten Punktes (Zielkonflikt). Die Komplexität ist so hoch, dass wir m.E. wir nur wenig wirkliche Ahnung davon haben, welche Überwälzungsvorgänge langfristig stattfinden. Allen Unkenrufen zum Trotz denke ich, dass wir Steuerausweichmöglichkeiten im Rahmen der Möglichkeiten sehr gut im Griff haben (dabei geht es nicht um Steuerkriminalität).
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Atue001 » Mo 13. Sep 2021, 23:34

Skull hat geschrieben:(13 Sep 2021, 18:40)

Wie immer…viel Text ohne zu antworten. Habe ich ja nicht anders erwartet.

Sobald es KONKRET werden könnte, verschwurbelst Du nur … noch mehr.

Das verfängt bei mir nicht und beeindruckt auch nicht.

mfg



Wie regelmäßig: Kein eigener Content. Trifft auch meine Erwartungshaltung!

Sobald eine Diskussion mal ernsthaft probiert wird, wird abgewürgt. Die Techniken sind nicht so arg vielfältig - mit themenfremden Fragen zu antworten, ist weder originell noch neu. Eine eigene Positionierung? Fehlanzeige.
Das verfängt natürlich bei allen Lesern total und beeindruckt auch viele [satire off]
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Atue001 » Mo 13. Sep 2021, 23:52

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(13 Sep 2021, 22:56)

Erstmal wäre ja die Frage, was ein gerechtes Steuersystem auszeichnet. Da fallen mir spontan folgende Punkte ein (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

- geringe Erhebungskosten
- nachvollziehbare, eindeutige Bemessungsgrundlage
- keine Möglichkeit der Überwälzung der Steuerlast auf andere Marktteilnehmer
- Keine Möglichkeit der Steuerausweichung
- eine relativ gleiche Steuerlast, also eine Verteilung der Steuer nach der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Darüber dürfte es eigentlich wenig zu diskutieren geben. Schaut man sich nun z.B. die Kopfsteuer auf der einen extremen Seite an, sieht man dass sie 4 von 5 Punkten wohl besser erreicht als alle anderen Steuern, lediglich den letzten Punkt erfüllt sie überhaupt nicht. Eine Vermögenssteuer hingegen erfüllt keinen der genannten Punkt auch nur annähernd zufriedenstellend. Unser aktuelles Steuersystem ist wesentlich geprägt vom letzten Punkt zu Lasten des ersten und zweiten Punktes (Zielkonflikt). Die Komplexität ist so hoch, dass wir m.E. wir nur wenig wirkliche Ahnung davon haben, welche Überwälzungsvorgänge langfristig stattfinden. Allen Unkenrufen zum Trotz denke ich, dass wir Steuerausweichmöglichkeiten im Rahmen der Möglichkeiten sehr gut im Griff haben (dabei geht es nicht um Steuerkriminalität).


Du hast 5 Punkte benannt, von denen ich Punkt zwei und drei direkt nachvollziehen kann.
Bei der ersten habe ich eine Verständnisfrage, wieso geringe Erhebungskosten für dich eine solche Bedeutung haben? Warum wäre ein Steuersystem mit höheren Erhebungskosten weniger gerecht? Kannst du mir da noch ein, zwei Sätze ergänzen, dass ich da deine Idee besser verstehe?

Bei der "Steuerausweichung" frage ich insofern nach, dass der Gesetzgeber regelmäßig Steuern nicht nur als Einnahmen verwendet, sondern auch um gewünschte Justierungen von Märkten zu erreichen. Nicht gewolltes Verhalten wird besteuert, gewolltes Verhalten im Zweifel sogar subventioniert. Muss ich den Punkt also so verstehen, dass ein Steuersystem diese lenkende Wirkung eigentlich nicht nutzen darf, wenn es gerecht sein soll?
Wie extrem siehst du diesen Punkt? Gehst du soweit, dass du Konsumsteuern ablehnst? (Als Konsumsteuern bezeichne ich hier auch mal alle Steuern auf Verbrauch.....Sektsteuer, CO2-Steuer.....) Denn wer nicht oder weniger konsumiert, weicht dieser Steuer ja aus.....

Wie drückt sich deiner Meinung nach die persönliche Leistungsfähigkeit aus? Man kann dies über Einkommen definieren - aber Fakt ist auch, dass Menschen Leistungsfähigkeit im Sinne der Gesellschaft beispielsweise durch eine Erbschaft entwickeln können....wenn sie beispielsweise mehrere Immobilien erben. Würdest du das als persönliche Leistungsfähigkeit bezeichnen?



Und um auch mal klar Position zu beziehen: Ich halte unser Steuersystem (inkl. Abgaben) insgesamt für besser als sein Ruf. Ich sehe wesentliche Defizite allein in der zu niedrigen Besteuerung eines relativ kleinen sehr vermögenden Personenkreises.
Im Detail ist manches fragwürdig - aber im großen und Ganzen sind die steuerlichen Belastungen relativ gut über alle gesellschaftlichen Gruppierungen verteilt - bis auf die vermögendsten 1% - vielleicht sind es auch nur 0,1%.

Obwohl wir in Deutschland keine Vermögenssteuer haben, passt die Steuerverteilung (inkl. der Abgaben) relativ gut zu dem Ideal, was ich als Metrik angeboten habe. Und ob die Steuern und Abgaben nicht sogar auch bei den oberen 1% recht gut passen - diese Möglichkeit schließe ich nicht aus, da ist die Datenlage einfach nur zu dünn, um das beurteilen zu können. Die Vermutung liegt nahe, dass es da gewisse Defizite gibt, aber einiges hängt auch davon ab, wie sehr und wie stark man bestimmte Unternehmenssteuern den Eigentümern der Unternehmen zuschreibt. Und das ist nicht trivial zu erheben.
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Skull » Mo 13. Sep 2021, 23:57

Atue001 hat geschrieben:(13 Sep 2021, 23:34)

Wie regelmäßig: Kein eigener Content. Trifft auch meine Erwartungshaltung!

Sobald eine Diskussion mal ernsthaft probiert wird, wird abgewürgt.

Nix ist. Du kannst weiter Deine ellenlangen Texte posten bis zum Sankt-Nimmerleinstag.

Da wird nichts abgewürgt.

Du musst Dir aber gefallen lassen,
das andere (auch ich) Deine -stellenweisen- absurden Ideen und Vorstellungen
kritisch hinterfragen, richtig stellen oder auch auf die Realität (Umsetzbarkeit) hin überprüfen.

Dem kannst Du Dich stellen oder bei KONKRETEN Dingen … natürlich auch ausweichen oder einfach ignorieren.

Machen aber Deine „Ideen“ auch nicht besser oder besser gesagt, nicht realitätsnaher.

Dann lasse ich Dich erst mal wieder in Ruhe…und Du kannst Deine Kreise ziehen.


Abgewürgt wird hier nichts. Und eine „Opferrolle“ … steht Dir auch nicht.

mfg
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Atue001 » Di 14. Sep 2021, 00:08

Skull hat geschrieben:(13 Sep 2021, 23:57)

Nix ist. Du kannst weiter Deine ellenlangen Texte posten bis zum Sankt-Nimmerleinstag.

Da wird nichts abgewürgt.

Du musst Dir aber gefallen lassen,
das andere (auch ich) Deine -stellenweisen- absurden Ideen und Vorstellungen
kritisch hinterfragen, richtig stellen oder auch auf die Realität (Umsetzbarkeit) hin überprüfen.

Dem kannst Du Dich stellen oder bei KONKRETEN Dingen … natürlich auch ausweichen oder einfach ignorieren.

Machen aber Deine „Ideen“ auch nicht besser oder besser gesagt, nicht realitätsnäher.

Dann lasse ich Dich erst mal wieder in Ruhe…und Du kannst Deine Kreise ziehen.


Abgewürgt wird hier nichts. Und eine „Opferrolle“ steht Dir auch nicht.

mfg


Inwiefern weiche ich aus, wenn ich konkret eine Idee einbringe, wie man Steuergerechtigkeit messen kann? Dass ich damit nicht ausweiche zeigt doch gerade, dass du darauf einsteigst.....
Inwiefern weichst du nicht aus - wenn du doch keine alternative Idee bringst, und bei der konkreten Idee noch nicht mal eine konsistente Kritik zusammenschreiben kannst?

Ich bin kein Opfer - aber Täter gibt es dennoch. Täter, die konsequent keinen eigenen Content bringen, aber Diskussionen abwürgen, indem alles beliebig zerredet wird - oft genug einfach auch nur, indem themenfremde Fragen gestellt werden, allein mit dem Hintergrund die Diskussion in eine beliebige Irre zu treiben.

Ansonsten kannst du mich gerne in Ruhe lassen, oder dich an mir abarbeiten. Bis dato überzeugst du mich in keiner Weise. Wie auch? Da müssten ja Argumente kommen. Die würde ich sogar begrüßen - weil ich Ideen schon auch gerne so einbringe, dass sie diskutiert werden. Nur - nicht jeder hier im Forum will auch diskutieren.....ist schon eines dieser Merkwürdigkeiten in einem politischen Diskussionsforum......was ist für dich Sinn und Zweck dieses Threads? Nur die Existenzberechtigung des Threads und all derer zu verneinen, die hier Beiträge schreiben? Ist schon auffällig....dennoch befremdlich.

Liefere doch mal Content - wenigstens ein Mal! Wäre doch ein guter Anfang! Also - ganz konkrete Frage an dich: Wie definierst DU Steuergerechtigkeit?
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Skull » Di 14. Sep 2021, 00:22

Atue001 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 00:08)

Täter, die konsequent keinen eigenen Content bringen, aber Diskussionen abwürgen,
indem alles beliebig zerredet wird - oft genug einfach auch nur, indem themenfremde Fragen gestellt werden,
allein mit dem Hintergrund die Diskussion in eine beliebige Irre zu treiben.

Dieser Vorwurf (an meine Adresse) geht fehl.

Ich gehe ganz KONKRET auf das (Dein) Thema ein.

Deine Vorstellungen eines „gerechten“ Steuersystems, über DEINE Vorstellungen der Vormögenssteuer.
Über DEINE Vorstellungen der „Finanzierung“ des Gemeinwesens.
Die ich, wie jeder ja sehen kann, äusserst kritisch und für wenig sinnvoll erachte.

Und nein, ich habe nicht die Pflicht, irgendwelche tollen Ideen aus dem Hut zu zaubern. Noch jemand anderes.

Wir haben ein existierendes Steuer-und Abgabensystem. Wie Du selbst schreibst:
Atue001 hat geschrieben:(13 Sep 2021, 23:52)

Und um auch mal klar Position zu beziehen: Ich halte unser Steuersystem (inkl. Abgaben) insgesamt für besser als sein Ruf.

[…]

Obwohl wir in Deutschland keine Vermögenssteuer haben,
passt die Steuerverteilung (inkl. der Abgaben) relativ gut zu dem Ideal, was ich als Metrik angeboten habe.


Befremdlich ist eher nachfolgendes:

Atue001 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 00:08)

Nur - nicht jeder hier im Forum will auch diskutieren.....ist schon eines dieser Merkwürdigkeiten in einem politischen Diskussionsforum......was ist für dich Sinn und Zweck dieses Threads? Nur die Existenzberechtigung des Threads und all derer zu verneinen, die hier Beiträge schreiben? Ist schon auffällig....dennoch befremdlich.

Diskussion und Kritik an DEINEN Thesen ist für Dich eine Verneinung all derer, die hier Beiträge schreiben.

Da muss man erst mal drauf kommen. :s :?:

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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Atue001 » Di 14. Sep 2021, 00:32

Skull hat geschrieben:(14 Sep 2021, 00:22)

Dieser Vorwurf (an meine Adresse) geht fehl.

Ich gehe ganz KONKRET auf das (Dein) Thema ein.

Deine Vorstellungen eines „gerechten“ Steuersystems,über DEINE Vorstellungen der Vormögenssteuer.
Über DEINE Vorstellungen der „Finanzierung“ des Gemeinwesens.
Die ich, wie jeder ja sehen kann, äusserst kritisch und für wenig sinnvoll achte.

Und nein, ich habe nicht die Pflicht, irgendwelche tollen Ideen aus dem Hut zu zaubern. Noch jemand anderes.

Wir haben ein existierendes Steuer-und Abgabensystem. Wie Du selbst schreibst:

mfg


MEIN Thema ist die Frage: Wie beurteilt man, ob ein Steuersystem gerecht ist oder nicht?
MEIN Diskussionsangebot ist: Als Metrik die Anteiligkeit der Staatsfinanzierung entsprechend der Vermögenssituation.

ICH habe keine Vermögenssteuer in diesem Kontext vorgeschlagen - denn eine Vermögenssteuer wäre ein Steuermodell. Stattdessen verweise ich darauf, dass man diese Metrik für die Gerechtigkeitsbeurteilung nutzen kann - was etwas völlig anderes ist.

Insofern gehst du nicht auf das Thema ein, sondern du konstruierst bewusst Scheinargumentationen und Scheinfragestellungen, die irrelevant sind. Kann jeder hier nachlesen.

Und weder hast du konkrete Punkte benannt, warum meine vorgeschlagene Metrik nicht richtig ist, noch hast du eine alternative Metrik beigesteuert. Und ich nehme dir sofort ab, dass du das nicht für sinnvoll erachtest - denn dann müsstest du dich ja positionieren und Content liefern, was nicht dein Stil ist.

Nein, du hast keine Pflicht irgendwelche Ideen aus dem Hut zu zaubern - aber in einem politischen Forum ist eine konsequent destruktive Haltung auch definitiv keine Bereicherung. Kann man machen - ist aber sinnfrei.

Wir haben ein existierendes Steuer- und Abgabensystem - doch ist das gerecht? DAS ist doch die spannende Frage! Und wie misst man Gerechtigkeit....aber dazu fällt dir halt nichts ein.

Ist ok - ist deine freie Entscheidung konsequent destruktiv zu sein. Nur - relevant ist es nicht. Es ist beliebig. Kann jeder - bringt niemanden etwas. Weiterhin viel Erfolg in deinem Leben.
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Papaloooo » Di 14. Sep 2021, 08:47

Atue001 an Skull hat geschrieben:(14 Sep 2021, 00:32)
Ist ok - ist deine freie Entscheidung konsequent destruktiv zu sein. Nur - relevant ist es nicht. Es ist beliebig. Kann jeder - bringt niemanden etwas. Weiterhin viel Erfolg in deinem Leben.

Hört man da vielleicht ein Eingeschnapptsein heraus?
Die vier Münder und die vier Ohren sind oftmals der Grund.
Abhilfen: das Sachohr stärken
Den Apellmund des Gegenübers als Selbstaussage zurückspiegeln.
Emotionale Reaktionen blockieren beides
Es steckt ein Sinn in dieser Geschichte,
doch dieser ist dem Chronisten im Augenblick entfallen.
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Realist2014 » Di 14. Sep 2021, 13:00

Atue001 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 00:08)

Inwiefern weiche ich aus, wenn ich konkret eine Idee einbringe, wie man Steuergerechtigkeit messen kann? it?


Gerechtigkeit kann man nicht messen.

Man kann Kriterien aufstellen und deren Einhaltung dann messen

Ob das "gerecht" ist, unterliegt der persönlichen subjektiven Sichtweise
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Realist2014 » Di 14. Sep 2021, 13:02

Atue001 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 00:32)
MEIN Thema ist die Frage: Wie beurteilt man, ob ein Steuersystem gerecht ist oder nicht?
MEIN Diskussionsangebot ist: Als Metrik die Anteiligkeit der Staatsfinanzierung entsprechend der Vermögenssituation.

I .


Und dieses unbrauchbar, weil hier dann Vermögensbildung für die eigene Altersvorsorge quasi "bestraft" wird.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Atue001 » Di 14. Sep 2021, 23:32

Realist2014 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 13:02)

Und dieses unbrauchbar, weil hier dann Vermögensbildung für die eigene Altersvorsorge quasi "bestraft" wird.


Durch eine Messung wird erst mal nichts bestraft - allenfalls würden Steuersysteme als gerechter bewertet, die die Altersvorsorge nicht benachteiligen.
Auch weise ich darauf hin, dass das rein theoretische Konstrukt einer Staatsfinanzierung allein aus einer Vermögenssteuer auf die Privatvermögen in der Breite dazu führen würde, dass es für sehr viele Menschen deutlich leichter würde, überhaupt ein Vermögen aufzubauen. (Zumindest theoretisch) Dieses rein theoretische Konstrukt wäre entsprechend der Metrik gerecht. Der klare Nachteil eines solchen Steuersystems liegt aber auf der Hand: Ohne Einkommen schrumpft im Alter das erworbene Vermögen auch wieder schnell.

Als Konsequenz könnte man in die Überlegung einsteigen, dass eine entsprechende Metrik wohl auch Aspekte mit berücksichtigen müsste, wie ein Steuersystem über die Lebensspanne eines Durchschnittsbürgers wirkt. Das wird zugegebenermaßen nicht mehr einfach. Was würde man da als gerecht definieren wollen? Das in Zeiten mit hohem Einkommen die höhere Steuerlast zu tragen ist, als in Zeiten ohne Einkommen?

Ein Steuersystem dann als gerecht zu bewerten, wenn es Einkommen gleichmäßig proportional besteuert überzeugt halt auch nicht. Denn damit wäre ein Steuersystem, welches nur Einkommen besteuert scheinbar gerecht - aber faktisch könnte jemand, der ein großes Vermögen in jungen Jahren erbt, ein leben Lang ohne sich am Staatshaushalt zu beteiligen verbringen.
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Meruem » Di 14. Sep 2021, 23:47

Atue001 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 23:32)

Durch eine Messung wird erst mal nichts bestraft - allenfalls würden Steuersysteme als gerechter bewertet, die die Altersvorsorge nicht benachteiligen.
Auch weise ich darauf hin, dass das rein theoretische Konstrukt einer Staatsfinanzierung allein aus einer Vermögenssteuer auf die Privatvermögen in der Breite dazu führen würde, dass es für sehr viele Menschen deutlich leichter würde, überhaupt ein Vermögen aufzubauen. (Zumindest theoretisch) Dieses rein theoretische Konstrukt wäre entsprechend der Metrik gerecht. Der klare Nachteil eines solchen Steuersystems liegt aber auf der Hand: Ohne Einkommen schrumpft im Alter das erworbene Vermögen auch wieder schnell.

Als Konsequenz könnte man in die Überlegung einsteigen, dass eine entsprechende Metrik wohl auch Aspekte mit berücksichtigen müsste, wie ein Steuersystem über die Lebensspanne eines Durchschnittsbürgers wirkt. Das wird zugegebenermaßen nicht mehr einfach. Was würde man da als gerecht definieren wollen? Das in Zeiten mit hohem Einkommen die höhere Steuerlast zu tragen ist, als in Zeiten ohne Einkommen?

Ein Steuersystem dann als gerecht zu bewerten, wenn es Einkommen gleichmäßig proportional besteuert überzeugt halt auch nicht. Denn damit wäre ein Steuersystem, welches nur Einkommen besteuert scheinbar gerecht - aber faktisch könnte jemand, der ein großes Vermögen in jungen Jahren erbt, ein leben Lang ohne sich am Staatshaushalt zu beteiligen verbringen.


Im Grunde ist es recht simpel wer viel hat an Vermögen, Einkommen hat; der kann auch auch mehr zur Finanzierung des Allgemeinwesens ( dass ihm ja erst sein Vermögens, großes Einkomnen ermöglicht hat wir leben ja alle nicht im luftleeren Raum) beitragen ganz einfach, natürlich kann man wieder ewige Debatten darüber führen ( wie hier schon im Strang zu Hartz4 und bedingungslosen Grundeinkomnen seitenlang geschehen) was ist schon gerecht? Ja, es kommt drauf an wenn man fragt ( der subjektive Blickwinkel) jedenfalls zeigen Umfragen eindeutig dass z.b. die Vermögenssteuer oder die Erbschaftssteuer hierzulande mehrheitsfähig sind und wenn selbst Vermögende hierzulande selbst beklagen dass sie zu wenig Steuern zahlen zu Lasten der Mitte dann würde ich mir als Union Fan oder FDPler mal Gedanken machen. ;)
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Meruem » Mi 15. Sep 2021, 00:16

Realist2014 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 13:00)

Gerechtigkeit kann man nicht messen.

Man kann Kriterien aufstellen und deren Einhaltung dann messen

Ob das "gerecht" ist, unterliegt der persönlichen subjektiven Sichtweise



Sehr fein erkannt, da muss ich dich direkt mal loben :D

Gerechtigkeit oder genauer Gerechtgkeitsempfinden hat zwangsläufig immer was mit rein subjektiver Betrachtungsweise zu tun und kann daher nie eine objektiv absolute Wahrheit sein, frag 100 Leute wie definierst du/sie denn soziale Gerechtigket oder in dem Fall Steuergerechtigkeit und du bekommst zig verschiedene Antworten drauf.
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Sep 2021, 09:28

Atue001 hat geschrieben:(14 Sep 2021, 23:32)
Durch eine Messung wird erst mal nichts bestraft - allenfalls würden Steuersysteme als gerechter bewertet, die die Altersvorsorge nicht benachteiligen.

Altersvorsorge ist bei den Selbständigen/ Unternehmern meist Vermögen
Auch weise ich darauf hin, dass das rein theoretische Konstrukt einer Staatsfinanzierung allein aus einer Vermögenssteuer auf die Privatvermögen in der Breite dazu führen würde, dass es für sehr viele Menschen deutlich leichter würde, überhaupt ein Vermögen aufzubauen.

Also wir nehmen den schon Vermögenden mehr ab über Steuern, damit andere dann "auch" Vermögen bilden können...
Als Konsequenz könnte man in die Überlegung einsteigen, dass eine entsprechende Metrik wohl auch Aspekte mit berücksichtigen müsste, wie ein Steuersystem über die Lebensspanne eines Durchschnittsbürgers wirkt. Das wird zugegebenermaßen nicht mehr einfach. Was würde man da als gerecht definieren wollen? Das in Zeiten mit hohem Einkommen die höhere Steuerlast zu tragen ist, als in Zeiten ohne Einkommen?

Komplett unmöglich, da sich Steuersysteme ja im Laufe von Jahrzehnten immer wieder ändern ...
Ein Steuersystem dann als gerecht zu bewerten, wenn es Einkommen gleichmäßig proportional besteuert überzeugt halt auch nicht.

Daher haben wir ja eine Progression.
Denn damit wäre ein Steuersystem, welches nur Einkommen besteuert scheinbar gerecht - aber faktisch könnte jemand, der ein großes Vermögen in jungen Jahren erbt, ein leben Lang ohne sich am Staatshaushalt zu beteiligen verbringen.

Da sind wir beim Thema Erbschaftssteuer. Das zahlt aber der Erbe und nicht der, der vererbt.
Hier besteht wohl im Sinne der "Ungleichheit" am ehesten Handlungsbedarf
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Realist2014 » Mi 15. Sep 2021, 09:29

Meruem hat geschrieben:(15 Sep 2021, 00:16)

Sehr fein erkannt, da muss ich dich direkt mal loben :D

Gerechtigkeit oder genauer Gerechtgkeitsempfinden hat zwangsläufig immer was mit rein subjektiver Betrachtungsweise zu tun und kann daher nie eine objektiv absolute Wahrheit sein,
frag 100 Leute wie definierst du/sie denn soziale Gerechtigket oder in dem Fall Steuergerechtigkeit und du bekommst zig verschiedene Antworten drauf.


Genau so schaut es aus.

Daher geht das Lob zurück. :D
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Skull » Mi 15. Sep 2021, 10:17

Hat eigentlich schon jemand bemerkt, dass zu einer Steuergerechtigkeit und deren „Grundsätze“
auch dazu gehört, dass mehr oder weniger alle einer/der Besteuerung unterliegen sollten ?

Das eben gerade nicht nur eine ausgewählte Gruppe oder Teile der Gesellschaft das Steueraufkommen verantworten.

Leistungsfähigkeit, Gleichmässigkeit, Schlüssigkeit und Verhältnismässigkeit sind da natürlich auch zu berücksichtigen.

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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 15. Sep 2021, 10:43

Skull hat geschrieben:(15 Sep 2021, 10:17)

Hat eigentlich schon jemand bemerkt, dass zu einer Steuergerechtigkeit und deren „Grundsätze“
auch dazu gehört, dass mehr oder weniger alle einer/der Besteuerung unterliegen sollten ?



Da wären wir wieder bei einer Kopfsteuer ;)
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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Skull » Mi 15. Sep 2021, 11:04

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(15 Sep 2021, 10:43)

Da wären wir wieder bei einer Kopfsteuer ;)

Bekommst Du …
Skull hat geschrieben:(15 Sep 2021, 10:17)

Leistungsfähigkeit, Gleichmässigkeit, Schlüssigkeit und Verhältnismässigkeit sind da natürlich auch zu berücksichtigen

…das alles mit der Kopfsteuer hin ? Ich würde meinen…nein. :D

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Re: Steuergerechtigkeit - zahlen die oberen 1% genug Steuern?

Beitragvon Skull » Mi 15. Sep 2021, 15:14

Guten Tag,

themenfremder Spam…in die Ablage überführt.
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