Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon JJazzGold » Sa 27. Jun 2020, 18:39

H2O hat geschrieben:(27 Jun 2020, 17:53)

Geschmacklich hoffentlich ein sehr deutlicher Unterschied. Preislich bestimmt auch noch... :s


Weder das Eine, noch das Andere kann ich beurteilen. Mir geht es um das Verfahren. Darin liegt meines Erachtens wenig Unterschied.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon H2O » Sa 27. Jun 2020, 18:44

JJazzGold hat geschrieben:(27 Jun 2020, 18:39)

Weder das Eine, noch das Andere kann ich beurteilen. Mir geht es um das Verfahren. Darin liegt meines Erachtens wenig Unterschied.


Tja, so ist das nun einmal. Ich kann weder den Geschmack noch das Verfahren beurteilen. @JosefGs Schlußbemerkung stimmt mich sehr nachdenklich. Na ja, es muß dabei ja nicht bleiben.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon JJazzGold » Sa 27. Jun 2020, 18:45

JosefG hat geschrieben:(27 Jun 2020, 17:59)

Bei ersterem sind keine tierischen Zellen beteiligt.

Aber bezüglich der Vermeidung von Tierleid ist der Unterschied wohl gering, vorausgesetzt es gelänge,
eine rein vegane Nährlösung für das Kunstfleisch herzustellen. Bisher verwendet man als Nährlösung
so eklige Dinge wie Bestandteile von Rinderföten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.


Das kann sein, ich habe mich nie damit beschäftigt, da mein Steak vor der Haustür auf der Weide läuft und ich hoffe, dass das bis ans Ende meiner Tage so bleibt.

Irgendwo müssen die Stammzellen herkommen, da wird das mit den Föten schon stimmen.
Aber wie schon H2O geschrieben, mir geht es eher um das Verfahren und der gemeinsame Nenner ist das Labor.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon JJazzGold » Sa 27. Jun 2020, 18:45

H2O hat geschrieben:(27 Jun 2020, 18:44)

Tja, so ist das nun einmal. Ich kann weder den Geschmack noch das Verfahren beurteilen. @JosefGs Schlußbemerkung stimmt mich sehr nachdenklich. Na ja, es muß dabei ja nicht bleiben.


Ich hoffe, dass ich auf beides nie zurückgreifen muss. ;)
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Papaloooo » Sa 27. Jun 2020, 19:11

JosefG hat geschrieben:(27 Jun 2020, 17:28)

Es wird daran gearbeitet, Milcheiweiß mittels Mikroben und ohne Kühe herzustellen. Dann könnte es
bald auch Käse für Veganer geben. Bisher habe ich so etwas noch nicht in den Geschäften gefunden.

Aus dem Strang Veganes Schnitzel ungesund:

Die Labore arbeiten ja schon seit Jahren daran,
selbst Fleischfasern biotechnologisch herzustellen.
Das wäre dann auch viel schonender für die Umwelt,
bräuchte weniger Platz, wäre Energie- und Ressourcenschonender.
Nebenbei würde es ja auch noch viel Tierleid ersparen.

Mit Milch natürlich dasselbe.
Es wird wohl noch ein bis zwei Jahrzehnte dauern,
und dann würde man auch keine Schlachtfabriken wie Tönnies mehr brauchen.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Papaloooo » Sa 27. Jun 2020, 19:17

H2O hat geschrieben:(27 Jun 2020, 17:53)

Geschmacklich hoffentlich ein sehr deutlicher Unterschied. Preislich bestimmt auch noch... :s

Stimmt preislich noch sehr.
Aber der erste Burger der mit biotechnologisch hergestelltem Fleisch hergestellt war,
habe der Person, welche sie aß geschmeckt, wie ein normales Fleisch.
Aber um die Schadstoffe darin steht es weitaus besser.

Ganz so utopisch ist das schon nicht mehr, lies doch mal das hier:
https://www.transgen.de/lebensmittel/27 ... logie.html
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Jun 2020, 19:18

Papaloooo hat geschrieben:(27 Jun 2020, 19:11)
und dann würde man auch keine Schlachtfabriken wie Tönnies mehr brauchen.

Die würde man auch jetzt schon nicht mehr brauchen:
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 9#p4776779
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Papaloooo » Sa 27. Jun 2020, 19:36

Misterfritz hat geschrieben:(27 Jun 2020, 19:18)

Die würde man auch jetzt schon nicht mehr brauchen:
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 9#p4776779

Die braucht man aber derzeit, weil ein gnadenloser Unterbietungswettbewerb für Schweinefleich auf dem Markt herrscht.
Und nur noch mit unsäglichen Mengen kann man da sich noch an der Spitze halten.
Wie sonst könnte es sein, dass die gleiche Menge Schweinefleisch z.T. günstiger ist, als selbst lokales Gemüse?
Man denke mal an den Unterschied der Ressourcen, welche beide Lebensmittel zur Erzeugung verbrauchen.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Jun 2020, 19:40

Papaloooo hat geschrieben:(27 Jun 2020, 19:36)

Die braucht man aber derzeit, weil ein gnadenloser Unterbietungswettbewerb für Schweinefleich auf dem Markt herrscht.
Und nur noch mit unsäglichen Mengen kann man da sich noch an der Spitze halten.
Wie sonst könnte es sein, dass die gleiche Menge Schweinefleisch z.T. günstiger ist, als selbst lokales Gemüse?
Man denke mal an den Unterschied der Ressourcen, welche beide Lebensmittel zur Erzeugung verbrauchen.
Wir brauchen keine Exporte von Schweinefleisch auf dem Rücken der Tiere, der Menschen in den Betrieben und auf Kosten der Natur.
Was spricht dagegen, den Export zu stoppen, Fleisch etwas zu verteuern und somit weniger produzieren? Dann gibt es halt nicht dauernd was auf den Grill, dauernd Burger, etc.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Billie Holiday » Sa 27. Jun 2020, 20:45

Misterfritz hat geschrieben:(27 Jun 2020, 19:40)

Wir brauchen keine Exporte von Schweinefleisch auf dem Rücken der Tiere, der Menschen in den Betrieben und auf Kosten der Natur.
Was spricht dagegen, den Export zu stoppen, Fleisch etwas zu verteuern und somit weniger produzieren? Dann gibt es halt nicht dauernd was auf den Grill, dauernd Burger, etc.


Ohne Pflanzengiftstoffe und Pestizide kein billiges Obst und Gemüse, ohne Massentierhaltung kein billiges Fleisch.
Die Leute wollen billiges Essen, also kriegen sie es. Der Kunde bestimmt. Und da gewünscht ist, dass nichts Luxus ist und alle sich alles leisten sollen....
Gab Zeiten, da konnte sich kaum jemand das Fliegen leisten....heute ist die Umwelt verpestet, weil Fliegen kein Luxus sein darf und alle teilhaben sollen, auch Arbeitslose oder prekär Beschäftigte.
Ich höre schon den Aufschrei, wenn die Grundnahrungsmittel teurer werden oder der Flug nach Malle. Die armen Armen....
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon JosefG » Sa 27. Jun 2020, 20:53

Gestern ein Artikel bei Telepolis, die Fakten sind schon lange bekannt:
https://www.heise.de/tp/features/Das-Leben-eines-typischen-Toennies-Schweines-4796082.html
Die Betäubung geschieht entweder per Gas oder per Elektrozange. ... werden Gruppen von Schweinen in einem Aufzug in einen Bereich mit Kohlendioxid heruntergefahren. Die Schweine durchleben dort einen Todeskampf: Sie haben das Gefühl zu ersticken und schnappen nach Luft. Im Anschluss werden sie wieder nach oben gefahren. Dort werden sie an den Füßen aufgehängt und per Messerstich getötet. Wenn sie ausgeblutet sind, kommen sie in ein heißes Brühbad, wo die Borsten entfernt werden. Im Anschluss werden sie von Arbeiterinnen und Arbeitern zerlegt. So ergeht es 55 Millionen Schweinen pro Jahr in Deutschland. Es sei denn, das Schwein wird nicht richtig abgestochen und blutet so nicht rechtzeitig aus. Wenn die Betäubung nachlässt, wacht es dann zum Beispiel in dem heissen Brühbad wieder auf. Das betrifft nach Schätzungen etwa 500.000 Schweine pro Jahr.

Zur Betäubung mit CO2 hatte ich vor ewig langer Zeit mal einen Artikel in 'Bild der Wissenschaft' gelesen, wo diese Betäubungsart propagiert wurde. Der Autor berichtete von entsprechenden Versuchen und beschrieb, wie die Tiere in Panik geraten und ins Käfig-Gestänge beissen. Er tat dies als unverständlich ab, weil den Tieren bei der noch niedrigen CO2-Konzentration nicht der Sauerstoff entzogen werde und sie nicht erstickten. Dabei ist in Wahrheit das Quälende am Ersticken nicht der Entzug von Sauerstoff, sondern gerade die Anreicherung von CO2.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon JosefG » Sa 27. Jun 2020, 21:06

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jun 2020, 20:45)

Ohne Pflanzengiftstoffe und Pestizide kein billiges Obst und Gemüse,

Ich hab nichts gegen Pestizide und bin gegen den Bio-Anbau. Da ist auch mir der Preis wichtig und die Arbeitserleichterung für die Bauern. Ich glaube nicht, dass Insekten, die durch Pestizide sterben, viel leiden. Und wenn doch, dann ist es vermutlich weniger schlimm, als von innen von einem Parasiten aufgefressen zu werden, wie das im Bio-Anbau geschieht. Ausserdem wird im Bio-Anbau Kupfer auf die Felder ausgebracht, und das ist überhaupt nicht abbaubar und reichert sich unbegrenzt an.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Jun 2020, 21:20

JosefG hat geschrieben:(27 Jun 2020, 21:06)

Ich hab nichts gegen Pestizide und bin gegen den Bio-Anbau. Da ist auch mir der Preis wichtig und die Arbeitserleichterung für die Bauern. Ich glaube nicht, dass Insekten, die durch Pestizide sterben, viel leiden. Und wenn doch, dann ist es vermutlich weniger schlimm, als von innen von einem Parasiten aufgefressen zu werden, wie das im Bio-Anbau geschieht. Ausserdem wird im Bio-Anbau Kupfer auf die Felder ausgebracht, und das ist überhaupt nicht abbaubar und reichert sich unbegrenzt an.
Die Insekten, die durch Pestizide sterben, können 1. keine Pflanzen bestäuben und fehlen 2. den Vögeln als Nahrung.
Da ist es dann auch völlig egal, ob sie leiden oder nicht.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Meruem » Sa 27. Jun 2020, 22:02

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jun 2020, 20:45)

Ohne Pflanzengiftstoffe und Pestizide kein billiges Obst und Gemüse, ohne Massentierhaltung kein billiges Fleisch.
Die Leute wollen billiges Essen, also kriegen sie es. Der Kunde bestimmt. Und da gewünscht ist, dass nichts Luxus ist und alle sich alles leisten sollen....
Gab Zeiten, da konnte sich kaum jemand das Fliegen leisten....heute ist die Umwelt verpestet, weil Fliegen kein Luxus sein darf und alle teilhaben sollen, auch Arbeitslose oder prekär Beschäftigte.
Ich höre schon den Aufschrei, wenn die Grundnahrungsmittel teurer werden oder der Flug nach Malle. Die armen Armen....


Ja und wer bestäubt denn etwa dann das"billige" Obst und Gemüse wenn eben durch die Pestizide die Bestäuber weg sterben???? Ohne Insekten kein Großteil des Obstes und Gemüses , es gibt auch kein Grundrecht auf billiges Fliegen auf billiges Fleisch ( mal ganz abgesehen neben den ökologisch negativen Aspekten von Flugreisen und Fleischkonsum).


Interessanterweise wird die Sozialfrage ( die Preisfrage) immer nur von gewissen Leuten dann ins Spiel gebracht wenn es um Klima - oder Umweltfragen geht ( Stichwort billiges, teures Fleisch ), während man sich überhaupt nicht daran stört dass sich Hartz4 Empfänger ja auch finanziell keine Kreuzfahrt leisten können.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Papaloooo » So 28. Jun 2020, 07:33

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jun 2020, 20:45)

Ohne Pflanzengiftstoffe und Pestizide kein billiges Obst und Gemüse,...

Zunehmend werden ältere und widerstandsfähigere Sorten eingekreuzt.
Seit der Crispr-Genschere geht das auch sehr gezielt.
Teils weit über die Artengrenze hinweg:
Wie z.B. ein Frost-Ressistenz-Gen eines Polarfisches in die kälteempfindliche Tomate.
Auch Pestizide, welche den Insektenfraß hemmen, für Säugetiere aber ungefährlich sind, können dank Crispr direkt in das Pflanzengenom eingefügt werden.
Stickstoff-anreichernde Knollen an Pflanzenwurzeln können auf andere Pflanzen übertragen werden.
Man spart so Unmengen an Pestiziden, sowie Düngemittel.

Hier fehlt leider selbst bei Vegetariern noch die Akzeptanz,
ähnlich wie bei Fleischessern der Rindfleisch-Burger, der „im Labor“ aus sich vermehrenden Muskelzellen heranwächst.

Wollen wir aber in Zukunft alle Menschen satt kriegen und die Umwelt erhalten,
so müssen beide umdenken.

- Transgene Lebensmittel müssen mehr Akzeptanz finden.
- Eine Fischgen-Tomate ist deswegen nicht weniger vegetarisch.
- Der Rindfleisch-Labor-Burger ist genauso Fleisch.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon streicher » Mo 29. Jun 2020, 12:13

Papaloooo hat geschrieben:(25 Jun 2020, 14:25)

Naja, ob Hund, ob Katze, ob Schwein, ob Kuh, ob Huhn oder Pute...
wo ist der Unterschied?

Für jedes Tier gilt in Deutschland das Tierschutzgesetz, dass in seinem Grundsatz besagt, dass niemand "einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen" darf. Wer "ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt", der wird laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes mit einer "Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe" bestraft.

Wie ist es denn mit Stallhaltung von Hühnern, die ihr Leben lang auf Stahlgittern stehen müssen?
Wie ist es mit Schweinen in viel zu engen Pferchen, die sich (wie z.B. Muttersäue) in ihren Leben nie mehr umdrehen können.
Wie ist es, wenn man Kälbchen nach der Geburt von der Kuh trennt?
All das könnte man bezeichnen als Leiden, ohne vernünftigen Grund.
Sicherlich: der Grund ist die billigere Produktion.
Überfällig wäre, dass Ethikkommissionen die Gewichtung der Verhältnismäßigkeit der Gründe unter die Lupe nehmen.
Die Fleischproduktion wird in Deutschland wohl - gezwungenermaßen - unter die Lupe genommen. Auch die Ethik wird diskutiert, wie auch Maßnahmen zur Verbesserung gewinnen durch die Situation in der Diskussion eine Neuauflage - nicht zuletzt, weil der Mensch betroffen ist.

Zu den Arten: einen Unterschied würde ich noch da sehen, wo die Tiere in der Ernährungspyramide angesiedelt sind.
Die Zukunft ist Geschichte.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 29. Jun 2020, 12:18

Teeernte hat geschrieben:(26 Jun 2020, 14:30)

soweit zu GENAUSTENS. :D :D :D






Shit in - Shit out.

Die würden als Zucker jede Menge Laktose drankippen - wenn nicht die Meisten Laktoseintoleranz hätten...


Resüme`. Süss, Salzig, Knofi und Vanille...


Zitate ohne Quellenangaben mag ich ja besonders, wenns um "wisschenschaftliche" Behauptungen geht. Die führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet ist Andrea Büttner, Leiterin eines entsprechenden Frauenhofer-Instituts.
Schon länger untersuchen die Wissenschaftler, wie die menschliche Milch nach den flüchtigen Aromen verschiedenster Lebensmittel schmeckt. Das Ergebnis: Der Geschmack ist fast immer gleich, nämlich nach Muttermilch. Man habe Stilltee getestet und keinerlei Fenchelgeschmack gefunden - oder Fischöl-Kapseln, "auch hier können wir Entwarnung geben", so Andrea Büttner.
Nur Knoblauch beeinflusst den Milch-Geschmack

Das einzige, was sich in den Testreihen geschmacklich bisher tatsächlich auf die menschliche Milch ausgewirkt hat, war Knoblauch. "Es sind allerdings Stoffwechselprodukte der Mutter, die entstehen, wenn sie Knoblauch isst, also keine ursprünglichen Knoblaucharomen. Man sieht, dass alles wesentlich komplexer ist", erklärt Büttner.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/freising/forschungsprojekt-stillen-im-dienst-der-wissenschaft-1.3854874
Themen wie dieses sind bis zum Hemdkragen voll von volkstümlichen Mythen und urbanen Legenden, die einer wissenschaftlichen Verifizierung in absolut keinster Weise standhalten.
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Papaloooo » Mo 29. Jun 2020, 15:12

streicher hat geschrieben:(29 Jun 2020, 12:13)

Die Fleischproduktion wird in Deutschland wohl - gezwungenermaßen - unter die Lupe genommen. Auch die Ethik wird diskutiert, wie auch Maßnahmen zur Verbesserung gewinnen durch die Situation in der Diskussion eine Neuauflage - nicht zuletzt, weil der Mensch betroffen ist.

Zu den Arten: einen Unterschied würde ich noch da sehen, wo die Tiere in der Ernährungspyramide angesiedelt sind.

So gesehen ja.
Aber wo in der Ernährungspyramide siedelst du die Würmer an,
welche die Körper von gestorbenen Menschen zersetzen?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon franzmannzini » Mo 29. Jun 2020, 16:14

Papaloooo hat geschrieben:(29 Jun 2020, 15:12)

So gesehen ja.
Aber wo in der Ernährungspyramide siedelst du die Würmer an,
welche die Körper von gestorbenen Menschen zersetzen?


Ist ein gestorbener Mensch, noch ein Mensch, oder Biomasse?
"Ek is 'n Ranger.
Ons loop in die donker plekke, niemand sal binnekom nie.
Ons staan op die brug, en niemand mag slaag nie.
Ons leef vir die Een, ons sterf vir die Een. "
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Re: Was, wenn wir alle Vegetarier wären?

Beitragvon Meruem » Mo 29. Jun 2020, 16:26

Papaloooo hat geschrieben:(28 Jun 2020, 07:33)

Zunehmend werden ältere und widerstandsfähigere Sorten eingekreuzt.
Seit der Crispr-Genschere geht das auch sehr gezielt.
Teils weit über die Artengrenze hinweg:
Wie z.B. ein Frost-Ressistenz-Gen eines Polarfisches in die kälteempfindliche Tomate.
Auch Pestizide, welche den Insektenfraß hemmen, für Säugetiere aber ungefährlich sind, können dank Crispr direkt in das Pflanzengenom eingefügt werden.
Stickstoff-anreichernde Knollen an Pflanzenwurzeln können auf andere Pflanzen übertragen werden.
Man spart so Unmengen an Pestiziden, sowie Düngemittel.

Hier fehlt leider selbst bei Vegetariern noch die Akzeptanz,
ähnlich wie bei Fleischessern der Rindfleisch-Burger, der „im Labor“ aus sich vermehrenden Muskelzellen heranwächst.

Wollen wir aber in Zukunft alle Menschen satt kriegen und die Umwelt erhalten,
so müssen beide umdenken.

- Transgene Lebensmittel müssen mehr Akzeptanz finden.
- Eine Fischgen-Tomate ist deswegen nicht weniger vegetarisch.
- Der Rindfleisch-Labor-Burger ist genauso Fleisch.



Naja ist wid immer so auch hier Ansichtssache was man unter dem Begriff "vernünftig" eigentlich versteht bzw verstehen will ( ohnehin ist mir dass in demTierschutzgesetz viel zu schwammig formuliert' was bitte ist denn vernünftig? Und welches dieser "vernünftig hat jetzt juristisch größere Relevanz??) denn: " WAS ÖKONOMISCH VERNÜNFTIG ERSCHEINT, MUSS ES IN ETHISCHER HINSICHT NOCH LANGE NICHT SEIN".

Und wie,sieht heutzutage die Wirklichkeit aus hierzulande?

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