Das Jahr im Garten

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schokoschendrezki
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Re: Das Jahr im Garten

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Okt 2020, 11:03

Weiden galten für mich bislang als quasi unverwüstlich und unerbittlich in ihrem Wachstumsdrang. Ich hab' ... äh ... vier Stück in meinem Garten. Man kann einfach Teile davon abschneiden und irgendwo einpflanzen. Zum Beispiel für ein "Weidenzelt" für die kleinen Enkel. In diesem Frühjahr ist die größte der vier Weiden einfach so mir nix dir nix krank geworden, ist inzwischen völlig kahl. Was kann das sein? Ich verwende keinerlei irgendwelche Chemikalien im Garten. Sie ist dummerweise auch dermaßen groß, dass ich sie mit keiner Leiter irgendwie selbst beklettern und klammheimlich beseitigen könnte. Höhenangst kommt dazu. Man hat mir schon gesagt, dass das sehr teuer werden könnte.
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Amun Ra
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Re: Das Jahr im Garten

Beitragvon Amun Ra » Fr 16. Okt 2020, 13:06

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Oct 2020, 11:03)

Weiden galten für mich bislang als quasi unverwüstlich und unerbittlich in ihrem Wachstumsdrang. Ich hab' ... äh ... vier Stück in meinem Garten. Man kann einfach Teile davon abschneiden und irgendwo einpflanzen. Zum Beispiel für ein "Weidenzelt" für die kleinen Enkel. In diesem Frühjahr ist die größte der vier Weiden einfach so mir nix dir nix krank geworden, ist inzwischen völlig kahl. Was kann das sein? Ich verwende keinerlei irgendwelche Chemikalien im Garten. Sie ist dummerweise auch dermaßen groß, dass ich sie mit keiner Leiter irgendwie selbst beklettern und klammheimlich beseitigen könnte. Höhenangst kommt dazu. Man hat mir schon gesagt, dass das sehr teuer werden könnte.

Sofern der Baum in Deutschland steht rate ich dir dringend davon ab, selbst mit der Motorsäge so mir nichts, dir nichts Hand anzulegen. Das kann je nach Gemeinde nämlich richtig teuer werden. Und ich meine damit bis zu 5-stellig teuer. Erkundige dich zuallererst, ob es in der entsprechenden Gemeinde eine Baumschutzsatzung und/oder einen Gemeindeförster gibt. Wie die Regularien in deiner spezifischen Gemeinde aussehen, ob etwa eine Genehmigung erforderlich oder womöglich sogar eine Ortsbegehung notwendig ist. Wenn du Pech hast und der Baum steht im Baumkataster (auf Privatgrund eigentlich nur für geschützte Bäume denkbar) würde ich gleich zweimal einen großen Bogen um die Idee, ihn mal bei Nacht und Nebel umzulegen, machen. Denn das kann richtig Ärger geben.

/edit: Bezgl. der kahlen Weide: Es gibt Pilzerkrankungen bei Bäumen die meldepflichtig sind. Betrifft auch die Weide mit ein oder zwei Varianten. Ansonsten sind Weiden generell eher etwas anfällig für diverse Krankheiten. Bei den meisten Erkrankungen hilft dann meist auch nur das Umlegen.
'I find that offensive.' has no meaning; it has no purpose; it has no reason to be respected as a phrase. 'I am offended by that.' Well, so fucking what? - Stephen Fry
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Re: Das Jahr im Garten

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 16. Okt 2020, 17:38

Amun Ra hat geschrieben:(16 Oct 2020, 13:06)

Sofern der Baum in Deutschland steht rate ich dir dringend davon ab, selbst mit der Motorsäge so mir nichts, dir nichts Hand anzulegen. Das kann je nach Gemeinde nämlich richtig teuer werden. Und ich meine damit bis zu 5-stellig teuer. Erkundige dich zuallererst, ob es in der entsprechenden Gemeinde eine Baumschutzsatzung und/oder einen Gemeindeförster gibt. Wie die Regularien in deiner spezifischen Gemeinde aussehen, ob etwa eine Genehmigung erforderlich oder womöglich sogar eine Ortsbegehung notwendig ist. Wenn du Pech hast und der Baum steht im Baumkataster (auf Privatgrund eigentlich nur für geschützte Bäume denkbar) würde ich gleich zweimal einen großen Bogen um die Idee, ihn mal bei Nacht und Nebel umzulegen, machen. Denn das kann richtig Ärger geben.

/edit: Bezgl. der kahlen Weide: Es gibt Pilzerkrankungen bei Bäumen die meldepflichtig sind. Betrifft auch die Weide mit ein oder zwei Varianten. Ansonsten sind Weiden generell eher etwas anfällig für diverse Krankheiten. Bei den meisten Erkrankungen hilft dann meist auch nur das Umlegen.


Zu Hilfe! - Echt, sind Weiden in D so irrwitzig geschützt?
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Re: Das Jahr im Garten

Beitragvon Umetarek » Fr 16. Okt 2020, 19:16

Also an Bächen nicht, da schaut man, dass die Erlen erhalten bleiben, Weiden sind da nicht so gerne gesehen.
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Re: Das Jahr im Garten

Beitragvon Amun Ra » Fr 16. Okt 2020, 19:48

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(16 Oct 2020, 17:38)

Zu Hilfe! - Echt, sind Weiden in D so irrwitzig geschützt?

Nicht Weiden speziell. Bäume generell (mit der einzigen Ausnahme: Obstbäume auf Streuobstwiesen). In Bezug auf Baumfällarbeiten kommt es auf die jeweilige Gemeinde drauf an. Die Gemeinden haben das Recht eigene Baumschutzsatzungen zu erlassen, in welchen geregelt ist welche Bäume man unter welchen Umständen fällen darf und welche nicht. In den letzten Jahren liberalisiert sich das ganze zwar immer mehr und viele Gemeinden schaffen ihre Baumschutzsatzungen zugunsten der Länder- bzw. Bundesnaturschutzgesetze ab, aber manche Gemeinden halten ehern an ihren eigenen Satzungen fest. Und legen auch den Bußgeldkatalog im Rahmen der Länderregelungen fest (in MeckPomm sind zum Beispiel Bußgelder zwischen €50 und €100.000 möglich). Darum gilt grundsätzlich: ein kurzer Anruf oder ein kurzer Besuch im örtlichen Rathaus ist nicht verkehrt.

Anekdote: Als wir uns nach einem Baugrundstück für unser Eigenheim umgeschaut haben, haben wir ein großartiges Grundstück gefunden. Tolle Hanglage nach Süden (Aussicht = traumhaft!), ruhig gelegen und mit guter Erreichbarkeit zu Fuß von ÖPNV, Bäcker, Metzger und schlagmichtot. Sogar spottbillig! Einziger Haken: Die mind. 200-300 Jahre alte Eiche darauf. Die war im örtlichen Baumkataster aufgrund ihres Alters erfasst und damit quasi unfällbar. Und so schön auf dem Grundstück positioniert, dass wir unser Haus hätten um den Baum herum bauen müssen (viel Spaß dabei keine Wurzeln beim auskellern zu beschädigen!). Und somit in Fläche und Höhe so dermaßen eingeschränkt gewesen wären, dass wir auch gleich in unserer Wohnung hätten bleiben können. :|
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Re: Das Jahr im Garten

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 16. Okt 2020, 21:03

Amun Ra hat geschrieben:(16 Oct 2020, 19:48)

Nicht Weiden speziell. Bäume generell (mit der einzigen Ausnahme: Obstbäume auf Streuobstwiesen). In Bezug auf Baumfällarbeiten kommt es auf die jeweilige Gemeinde drauf an. Die Gemeinden haben das Recht eigene Baumschutzsatzungen zu erlassen, in welchen geregelt ist welche Bäume man unter welchen Umständen fällen darf und welche nicht. In den letzten Jahren liberalisiert sich das ganze zwar immer mehr und viele Gemeinden schaffen ihre Baumschutzsatzungen zugunsten der Länder- bzw. Bundesnaturschutzgesetze ab, aber manche Gemeinden halten ehern an ihren eigenen Satzungen fest. Und legen auch den Bußgeldkatalog im Rahmen der Länderregelungen fest (in MeckPomm sind zum Beispiel Bußgelder zwischen €50 und €100.000 möglich). Darum gilt grundsätzlich: ein kurzer Anruf oder ein kurzer Besuch im örtlichen Rathaus ist nicht verkehrt.

Anekdote: Als wir uns nach einem Baugrundstück für unser Eigenheim umgeschaut haben, haben wir ein großartiges Grundstück gefunden. Tolle Hanglage nach Süden (Aussicht = traumhaft!), ruhig gelegen und mit guter Erreichbarkeit zu Fuß von ÖPNV, Bäcker, Metzger und schlagmichtot. Sogar spottbillig! Einziger Haken: Die mind. 200-300 Jahre alte Eiche darauf. Die war im örtlichen Baumkataster aufgrund ihres Alters erfasst und damit quasi unfällbar. Und so schön auf dem Grundstück positioniert, dass wir unser Haus hätten um den Baum herum bauen müssen (viel Spaß dabei keine Wurzeln beim auskellern zu beschädigen!). Und somit in Fläche und Höhe so dermaßen eingeschränkt gewesen wären, dass wir auch gleich in unserer Wohnung hätten bleiben können. :|


Boah, jetzt bin ich platt! - Danke für die Information. Nicht das ich gerne Bäume fällen wollte oder das vorhätte.
Im Land der Deutschen und ihrem uralten, fast schon religiösen Bezug zum Wald und Bäumen (und neuerdings zum "Waldbaden" :D fast schon logisch...wenn man's genauer betrachtet.

Ihre Anektode ... an so einen Haken muss man erst mal denken, wenn man ein Baugrundstück kaufen will. Sie sind ganz schön auf zack!
Chapeau!!

Meine Mutter wollte immer einen schönen, großen, ( wilden ) Kirschbaum im Garten fällen, weil er zu nichts nutze war, keine Früchte trug. "Nur rumsteht...", wie sie mit leicht abfälliger Miene immer sagte. Das führte fast zum "Kalten Krieg" zwischen uns - Auf ihre wiederholten Drohungen, den Baum umsägen zu lassen (von meinem Cousin, einem kräftigrn Landwirtsssohn und Waldbesitzer mit Kettensägenerfahrung) drohte ich mit einen umfassenden Zweitschlag:
Ihre sämtlichen Ziertannen, Zierbüsche, Hselnusssträucher und so weiter umzusägen. Ich hatte nämlich auch eine Motorsäge. Was sie natürlich wusste.
Der Baum lebt heute noch. Ihre Bäume und Sträucher gottseidank auch. Sie dagegen nicht mehr. Und nein, ICH war das nicht! Sondern "ihr" Herrgott, der sie im sehr hohen Alter (ohne den wilden Kirschbaum) zu sich rief. :D

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