Die rechte Terrorwelle

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schokoschendrezki
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Okt 2019, 09:36

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:04)

Da stimme ich Dir zu.
Wir sollten aber auch eine Ursache benennen: das ist ein Vereinigungs-Aufstand in Ostdeutschland. Und der ist nicht ohne Brisanz. Es ist der Aufstand des Dummen Rests. Und der Dumme Rest reicht da bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein.

Die dumme Mehrheit nimmt auf Ibiza oder Malliorca kein Frühstück zu sich, ohne es vorher fotografiert und auf Instagram oder wo immer hochgeladen zu haben. Für eine große Anzahl dummer Menschen besteht der Sinn eines Rockkonzertbesuchs vorrangig darin, Fotos oder Filmchen davon irgendwo hochladen zu können. Diese geistige Proletarisierung reicht bis weit in die Mitte der gesamtdeutschen Gesellschaft. Klar ist, dass man in dieser Gemengelage auch mit einem Maximum an Verabscheuungswürdigkeit ein Maximum an medialer Aufmerksamkeit erreichen kann.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon sünnerklaas » Fr 11. Okt 2019, 09:41

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:36)

Die dumme Mehrheit nimmt auf Ibiza oder Malliorca kein Frühstück zu sich, ohne es vorher fotografiert und auf Instagram oder wo immer hochgeladen zu haben. Für eine große Anzahl dummer Menschen besteht der Sinn eines Rockkonzertbesuchs vorrangig darin, Fotos oder Filmchen davon irgendwo hochladen zu können. Diese geistige Proletarisierung reicht bis weit in die Mitte der gesamtdeutschen Gesellschaft. Klar ist, dass man in dieser Gemengelage auch mit einem Maximum an Verabscheuungswürdigkeit ein Maximum an medialer Aufmerksamkeit erreichen kann.


Mit so einem Verhalten fügt man anderen aber keinen Schaden zu.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon sünnerklaas » Fr 11. Okt 2019, 09:47

odiug hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:14)

Nein!
Hör mir auf mit der Diffamierung der "Ossis".
Das ist ein Deutsches Problem.
Die rechtsradikale Szene in den neuen Bundesländern ist ein "Wessi" Import der mit den Gebrauchtwagen und Bananen in den Osten schwappte.
Er fiel dort auf fruchtbaren Boden, was mit der Geschichte der DDR zusammenhängt.
NPD und AfD sind aber keine "Ossi" Parteien.
Das gesagt, ist das Problem aber, dass die Politik, auch hier wieder vor allem die Politik der "Wessis" das völlig ignorierte und bis auf Lippenbekenntnisse immer noch ignoriert.


Es ist ein ostdeutsches Problem. Deshalb sind ja diese gescheiterten politischen Existenzen nach Ostdeutschland gegangen. Dort finden sie ihre begeisterten Jubler und Klatscher. Nicht in Westdeutschland, wo sie sich regelmässig zerlegt haben und zerlegen.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon JJazzGold » Fr 11. Okt 2019, 09:48

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:41)

Mit so einem Verhalten fügt man anderen aber keinen Schaden zu.


Doch, dem Klima und damit allen anderen Menschen.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon sünnerklaas » Fr 11. Okt 2019, 10:06

JJazzGold hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:48)

Doch, dem Klima und damit allen anderen Menschen.


Man mag es moralisch verurteilen, verboten ist es nicht. Bei Antisemitischen Gewalttaten und der Beifallklatscherei und der ablehnenden Haltung zur FDGO sieht es aber anders aus.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon odiug » Fr 11. Okt 2019, 10:06

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:47)

Es ist ein ostdeutsches Problem. Deshalb sind ja diese gescheiterten politischen Existenzen nach Ostdeutschland gegangen. Dort finden sie ihre begeisterten Jubler und Klatscher. Nicht in Westdeutschland, wo sie sich regelmässig zerlegt haben und zerlegen.

Aber das hängt mit der spezifischen Geschichte der DDR und ihrem Umgang mit der NS Vergangenheit zusammen.
Die DDR ist eigentlich der beste Beweis dafür, was passiert, wenn wir die Höcksche 180 Grad Wende in der Vergangenheitsbewältigung vollziehen.
In den neuen Bundesländern kann man sich anschauen, was der "Wessi" aus Hessen fordert!
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon JJazzGold » Fr 11. Okt 2019, 10:10

Skeptiker hat geschrieben:(11 Oct 2019, 08:39)

Hier wird nun ja darüber philosophiert was man nicht mehr tolerieren sollte. Ich sehr das so: In einer wirklich offenen Gesellschaft kann man keine Meinungen verhindern. Es geht darum die Ränder auszudünnen und in die Mitte zu befördern.
Wir brauchen allerdings in der Durchsetzung des Rechtes mehr Konsequenz.

Was seit längerem zu einer Spaltung der Gesellschaft beiträgt ist gesellschaftliche Intoleranz gepaart mit staatlicher Toleranz. Es muss umgekehrt sein, gesellschaftliche Toleranz und staatliche Konsequenz ohne Kompromisse, damit das was in Richtung Militanz geht wirksam bekämpft wird.

Wo sich die Gesellschaft unversöhnlich gegenübersteht, da gedeihen auch militante Subkulturen, die solche Idioten immer wieder hervorbringen. Innerhalb der legalen Grenzen sollte man mehr Toleranz mit der jeweils anderen politischen Seite wagen, um sich dann auch gemeinsam klar von Militanz zu Distanzieren. Das sollte das Potential reduzieren, welches letztendlich nie vollständig beseitigt werden kann, ohne die offene Gesellschaft gleich mit zu beseitigen.


Gefällt mir, dein Beitrag. :thumbup:
Wobei ich “Toleranz“ nicht auf “politische Seite“ reduzieren möchte.
Was zunehmend fehlt ist die Toleranz gegenüber dem alltäglichen Leben des Anderen gegenüber.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon odiug » Fr 11. Okt 2019, 10:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Oct 2019, 09:36)

Die dumme Mehrheit nimmt auf Ibiza oder Malliorca kein Frühstück zu sich, ohne es vorher fotografiert und auf Instagram oder wo immer hochgeladen zu haben. Für eine große Anzahl dummer Menschen besteht der Sinn eines Rockkonzertbesuchs vorrangig darin, Fotos oder Filmchen davon irgendwo hochladen zu können. Diese geistige Proletarisierung reicht bis weit in die Mitte der gesamtdeutschen Gesellschaft. Klar ist, dass man in dieser Gemengelage auch mit einem Maximum an Verabscheuungswürdigkeit ein Maximum an medialer Aufmerksamkeit erreichen kann.

Ach komm ... bitte :dead:
Irgendwer hat ja schon den neuesten abgedroschenen Erguss der Journaille gepostet: Schuld sind die Ballerspiele :rolleyes:
Wat 'n Schwachsinn.
Apolitische Menschen sind apolitisch und nicht radikal.
Die wollen ihre Ruhe und das ist legitim ... ja eigentlich Sinn und Zweck guter Politik, dass sie ihre Ruhe haben.
Und wenn derer Lebenssinn darin besteht Foodporn auf Instagram zu posten, so sei es.
Aber sie sind nicht schuld an der Radikalisierung der deutschen, politischen Landschaft.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon sünnerklaas » Fr 11. Okt 2019, 10:28

odiug hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:06)

Aber das hängt mit der spezifischen Geschichte der DDR und ihrem Umgang mit der NS Vergangenheit zusammen.
Die DDR ist eigentlich der beste Beweis dafür, was passiert, wenn wir die Höcksche 180 Grad Wende in der Vergangenheitsbewältigung vollziehen.
In den neuen Bundesländern kann man sich anschauen, was der "Wessi" aus Hessen fordert!


Die DDR war ja in manchen organisatorischen Fragen durchaus eine Fortführung des III. Reiches und des militaristischen Preußens. Eine Aufarbeitung hat nicht stattgefunden, man hat gedacht, es reiche aus, potemkinsche Dörfer aufzubauen und sie mit großem Tätärätä zu präsentieren. Man musste am Ende alle Macht aufbringen, dass niemand unbefugtes hinter die Fassaden schaute.
Womit wir beim eigentlichen Problem wären: Ost- und Westdeutsche trennen völlig unterschiedliche Mentalitäten, das Verhältnis ist alles andere als gut, es ist eher zerrüttet. Und der sehr tiefe Graben, der Ost- und Westdeutsche trennt ist nur mühsam kaschiert. Man kann dieselbe Sprache sprechen - und einander doch nicht verstehen.Ost- und Westdeutsche sind voneinander ähnlich weit entfernt, wie Deutsche und Schweizer, Österreicher und Luxemburger. Dessen sollte man sich immer wieder bewusst werden.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Okt 2019, 10:42

odiug hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:17)

Ach komm ... bitte :dead:
Irgendwer hat ja schon den neuesten abgedroschenen Erguss der Journaille gepostet: Schuld sind die Ballerspiele :rolleyes:
Wat 'n Schwachsinn.
Apolitische Menschen sind apolitisch und nicht radikal.
Die wollen ihre Ruhe und das ist legitim ... ja eigentlich Sinn und Zweck guter Politik, dass sie ihre Ruhe haben.
Und wenn derer Lebenssinn darin besteht Foodporn auf Instagram zu posten, so sei es.
Aber sie sind nicht schuld an der Radikalisierung der deutschen, politischen Landschaft.

Nein, mit Ballerspielen hat der Vorfall nix zu tun.

Soweit mir bekannt ist, hat man bei Anders Breivik eine "narzisstische Persönlichkeitsstörung" als zentralen Kern in Hinsicht auf psychologische Ursachen ermittelt. In den dann verschiedene politische Inhalte mit Rdaikalisierungspotenzialen eingeströmt sind. Es ist weniger Medienkritik als Frage nach den Ursachen dieser Selbstdarstellungs- und Selbstüberhöhungssucht, wenn ich auf diese sorgfältig geplanten medialen Selbstinszenierungen bei Breiviks ANschlag oder der Tat von Halle hinweise.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon Selina » Fr 11. Okt 2019, 10:43

odiug hat geschrieben:(11 Oct 2019, 08:28)

Jaaa ... ganz toll ... die Antwort der "Neuen Mitte" auf jedes Problem ist die Militarisierung der Gesellschaft und der Überwachungsstaat.
Jetzt schreien sie schon wieder nach mehr Befugnissen für den Verfassungsschutz.
Hat ja beim NSU schon so fantastisch gut funktioniert :rolleyes:
Ich hab das in New York nach den Anschlägen 2001 erlebt ... auf einmal war in den Bahnhöfen und U-Bahnen Militär, patriot act und all der andere Scheiß.
Leute ... nein ... ist nicht das Problem.
Wenn gleichzeitig die Gleichen von "Zensur" plappern, wenn man gegen Hass im Netz vorgeht, ist ein Problem.
Wen rechter Terror einfach auf psychisch gestörte Einzeltäter geschoben wird ... die sich obendrein ja nur gegen die Flüchtlingspolitik "wehren". dann ist auch das ein Problem.
Wenn in Plauen Rechtsradikale in Uniform und SA Manier durch die Stadt marschieren und nix passiert, dann ist das ein Problem.
Wenn in Chemnitz ein Mob durch die Stadt pöbelt und Angst und Terror verbreitet, ist das ein Problem.
Wenn in Dresden jeden Monat gegen alles gehetzt wird, was nicht ins eigene Bild passt, und wir das schon als "normal" akzeptieren, ist das ein Problem.
Wenn konservative in Deutschland von einer europäischen Normalisierung der deutschen Parteienlandschaft reden seit eine rechtsextreme Partei mit 12% im Parlament sitzt, ist das ein Problem.
Wenn rechter Terror mit linker Gewalt relativiert wird, ist das ein Problem.
Und wenn wir in diesem Forum dieses rechte Geschwätz auch noch als "Meinungsfreiheit" verteidigen, dann ist auch dass ein Problem.
Und hier mal ein Fun Fact: seit dem Auffliegen des NSU gab es in Deutschland 19 weitere Morde durch rechten Terror.
Das ist das Problem!


Gut auf den Punkt gebracht :thumbup:

Da passt mein kurzer Dialog mit Unite 1 ganz gut dazu. Der befindet sich allerdings im Nebenstrang:

viewtopic.php?f=34&t=67726&start=960#p4587599

viewtopic.php?f=34&t=67726&start=980#p4587695
Zuletzt geändert von Selina am Fr 11. Okt 2019, 10:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon Skeptiker » Fr 11. Okt 2019, 10:43

JJazzGold hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:10)
Gefällt mir, dein Beitrag. :thumbup:
Wobei ich “Toleranz“ nicht auf “politische Seite“ reduzieren möchte.
Was zunehmend fehlt ist die Toleranz gegenüber dem alltäglichen Leben des Anderen gegenüber.

Da kann ich mitgehen.

Während Rechte eher Probleme mit Andersartigkeit haben, haben Linke eher Probleme mit Abweichlertum. Ich sehe mehr Toleranz auf beiden Seiten für notwendig.

Niemand sollte wegen eines Kopftuches angegriffen werden, genauso wie niemand zum Nazi erklärt werden sollte, der in einer Inflation von Kopftüchern Probleme für die Gesellschaft erkennt und formuliert.

Paradoxerweise produziert eine aggressive Haltung „Wehret den Anfängen“ vielleicht mehr rechte Militanz, als der offene Dialog das würde. Leider wird letzterer immer mehr blockiert, was mich nicht optimistisch stimmt.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon JJazzGold » Fr 11. Okt 2019, 10:43

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:06)

Man mag es moralisch verurteilen, verboten ist es nicht. Bei Antisemitischen Gewalttaten und der Beifallklatscherei und der ablehnenden Haltung zur FDGO sieht es aber anders aus.


Ich wollte nur auch noch diesem Thema den Aspekt Klima hinzufügen, der Vollständigkeit halber.
Wobei ich gestehe, nicht alle Beiträge hier gelesen zu haben. Insofern kann es sein, dass bereits irgendein nicht nachzuvollziehen Zusammenhang zwischen rechtem Terrorismus und Klimakrise geschaffen wurde, der meiner Aufmerksamkeit entgangen ist.
Der Begriff ist inzwischen so beliebig in der Anwendung geworden, dass sich der frühere, entschuldigenden Bezug auf “schwere Kindheit“ lückenlos damit ersetzen lässt.

Dann plaudert es sich einfacher darüber, dass gerade erst ein rechtsextrem Verseuchter, gedüngt von einem ebenso rechtsextrem verseuchten gesellschaftlich/politischen Klima, versucht hat, rund 80 jüdische Mitbürger zu ermorden und aus reiner Frustration des persönlichen Versagens zwei Menschen ermordet hat. Wofür er zukünftig in den entsprechenden Kreisen als Märtyrer “der Sache“ geschätzte 30 Jahre konserviert wird, sollte sich nicht eine “Befreiungsfront“ à la “Braune Armee Fraktion“ bilden, um diesen Märtyrer frei zu pressen.

Passend zur Hilflosigkeit die politischen Kommentare. Too little - too late, präzise schon über vierzig Jahre zu spät.

Der einzig beruhigende Faktor ist, dass ein “Klimawandel“, egal ob in Wetterauswirkung oder gesellschaftlicher/politischer Auswirkung auch all Diejenigen hinwegfegen wird, die dieses Klima initiiert haben, diesen Klimawandel, den man in der Tat mit Gewissheit hätte menschlich aufhalten können, im Osten, wie im Westen der Republik.


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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon Selina » Fr 11. Okt 2019, 10:50

Skeptiker hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:43)

Da kann ich mitgehen.

Während Rechte eher Probleme mit Andersartigkeit haben, haben Linke eher Probleme mit Abweichlertum. Ich sehe mehr Toleranz auf beiden Seiten für notwendig.

Niemand sollte wegen eines Kopftuches angegriffen werden, genauso wie niemand zum Nazi erklärt werden sollte, der in einer Inflation von Kopftüchern Probleme für die Gesellschaft erkennt und formuliert.

Paradoxerweise produziert eine aggressive Haltung „Wehret den Anfängen“ vielleicht mehr rechte Militanz, als der offene Dialog das würde. Leider wird letzterer immer mehr blockiert, was mich nicht optimistisch stimmt.


Paradox: Du redest immer wieder von deiner Abscheu, das wieder mal jemand "zum Nazi erklärt" wird oder erklärt werden könnte. Und das immer in dem Moment, wo es gar nicht darum geht, dass jemand "zum Nazi erklärt wird", sondern genau dann, wenn Nazis direkt und unverkennbar gerade ihr Unwesen treiben. Wofür soll ich diese gemeingefährlichen Rechtsextremisten wohl halten? Und warum willst du gerne genau an dieser Stelle über "beide Seiten" reden? Warum? Was wir im Moment in Deutschland haben, ist ein explosives und riesengroßes Rechtsextremismus-Problem. Punkt.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon JJazzGold » Fr 11. Okt 2019, 10:53

Skeptiker hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:43)

Da kann ich mitgehen.

Während Rechte eher Probleme mit Andersartigkeit haben, haben Linke eher Probleme mit Abweichlertum. Ich sehe mehr Toleranz auf beiden Seiten für notwendig.

Niemand sollte wegen eines Kopftuches angegriffen werden, genauso wie niemand zum Nazi erklärt werden sollte, der in einer Inflation von Kopftüchern Probleme für die Gesellschaft erkennt und formuliert.

Paradoxerweise produziert eine aggressive Haltung „Wehret den Anfängen“ vielleicht mehr rechte Militanz, als der offene Dialog das würde. Leider wird letzterer immer mehr blockiert, was mich nicht optimistisch stimmt.


Seufz, da driften wir schon wieder auseinander, denn “Reden“, von militant aufheizenden Reden bis zu von angeblicher Meinung Streit gedeckelter willkürlicher übelster Diffamierung im Net ist es, was diesen Bodensatz extremen Terrors über die Toleranzschwelle in die gesellschaftliche Salonfähigkeit hebt.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon unity in diversity » Fr 11. Okt 2019, 10:54

@JJazzGold
Ich warte auch auf den Tippgeber, der darauf hinweist, daß es in Merkeldeutschland üblich geworden ist, auf globale und nationale Probleme mit Steuererhöhungen zu reagieren.
Als wenn das was hilft.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon Ein Terraner » Fr 11. Okt 2019, 11:01

Skeptiker hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:43)

Da kann ich mitgehen.

Während Rechte eher Probleme mit Andersartigkeit haben, haben Linke eher Probleme mit Abweichlertum. Ich sehe mehr Toleranz auf beiden Seiten für notwendig.

Was bitte ist ein "Abweichlertum" ?
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon sünnerklaas » Fr 11. Okt 2019, 11:02

JJazzGold hat geschrieben:(11 Oct 2019, 10:43)


Wobei ich gestehe, nicht alle Beiträge hier gelesen zu haben. Insofern kann es sein, dass bereits irgendein nicht nachzuvollziehen Zusammenhang zwischen rechtem Terrorismus und Klimakrise geschaffen wurde, der meiner Aufmerksamkeit entgangen ist.


Das Klimapaket der Bundesregierung kann man hier durchaus anführen.
Dass der periphere ländliche Raum in Abwanderungsgebieten eine ideale Brutstätte für Extremisten darstellt, ist hinlänglich bekannt. Gemeint sind jene Regionen, in denen praktisch kein ÖPNV mehr vorhanden ist, wo es nur sehr langsames Internet gibt, wo die letzten Läden geschlossen haben, wo sich dier Staat im Grunde komplett zurückgezogen hat. Zu diesem ländlichen Raum ist der Bundesregierung auch beim Klimapaket wieder einmal nichts eingefallen. Die Kommunen dort werden weiterhin im Stich gelassen. Man senkt lieber die Preise für den Bahn-Fernverkehr, als dass man versucht, genau diesen Kommunen finanziell und nachhaltig unter die Arme zu greifen, damit sie es schafen, nachhaltig eine funktionierende Infrastruktur aufzubauen.
Die aktuellen Lebensmittelskandale setzen dem ganzen dann noch eine Krone auf - sie zeigen, in was für einem Dilemma und in was für Interessenskonflikten Kreise, Städte und Gemeinden stecken.
Und genau in so einem Gebräu gedeiht Extremismus und genau dort muss gehandelt werden. Und zwar zügig. Der Hallenser Attentäter kam aus so einer Gegend.
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon unity in diversity » Fr 11. Okt 2019, 11:03

Ein Terraner hat geschrieben:(11 Oct 2019, 11:01)

Was bitte ist ein "Abweichlertum" ?

Wenn man nicht auf Linie mit dem kommunistischen Manifest, mein Kampf, Koran, oder Bibel ist.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Die rechte Terrorwelle

Beitragvon Ein Terraner » Fr 11. Okt 2019, 11:05

unity in diversity hat geschrieben:(11 Oct 2019, 11:03)

Wenn man nicht auf Linie mit dem kommunistischen Manifest, mein Kampf, Koran, oder Bibel ist.

Man fragt sich wie man auf so einen Unsinn kommt.

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