Waffenverbot in Wiesbaden

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Skeptiker
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 17:45

Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:52)
Ich halte diese Verbotszone für reine Augenwischerei, die den Bürgern, und vor allem den auswärtigen Besuchern, ein subjektives Gefühl von Sicherheit vermitteln soll.
Man könnte den Bereich auch ohne Verbot kontrollieren, wenn sich Verdachtsmomente ergeben, ansonsten bündelt man so Polizeikräfte, die in anderen Vierteln der Stadt besser eingesetzt würden,
z.B. im nördlichen Teil der Innenstadt.
Also nicht in Verbotsschilder, sondern in die Polizei investieren.

Ich kann Deinen Punkt verstehen. Allerdings macht es in meinen Augen durchaus Sinn dort das Tragen von Waffen zu unterbinden, wo sich viele Menschen begegnen - also klassischerweise in den Innenstädten, speziell in der Fussgängerzone.
Dort wo sich die Leute hauptsächlich indirekt begegnen oder eher wenig über den Weg laufen (Siedlung oder Randlage) gibt es auch deutlich weniger Risiko für kriminelle Handlungen mit Waffen.

Ich denke, dass es eben nicht nur das Sicherheitsgefühl ist welches gesteigert wird. Ich denke es ist die objektive Sicherheit, weil weniger schwere Verbrechen die Folge sein werden - gesetzt den Fall man setzt es durch. Aber den Anschein hat es ja.
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Vongole
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Vongole » Sa 12. Jan 2019, 17:54

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:45)

Ich kann Deinen Punkt verstehen. Allerdings macht es in meinen Augen durchaus Sinn dort das Tragen von Waffen zu unterbinden, wo sich viele Menschen begegnen - also klassischerweise in den Innenstädten, speziell in der Fussgängerzone.
Dort wo sich die Leute hauptsächlich indirekt begegnen oder eher wenig über den Weg laufen (Siedlung oder Randlage) gibt es auch deutlich weniger Risiko für kriminelle Handlungen mit Waffen.

Ich denke, dass es eben nicht nur das Sicherheitsgefühl ist welches gesteigert wird. Ich denke es ist die objektive Sicherheit, weil weniger schwere Verbrechen die Folge sein werden - gesetzt den Fall man setzt es durch. Aber den Anschein hat es ja.


Die objektive Sicherheit kann auch durch vermehrte unangekündigte Kontrollen gewährleistet werden.
Witzigerweise gehen die Verbotszone und der nördlche Teil der Innenstadt fast nahtlos ineinander über, nur wird da eben nichts verboten, obwohl die Gefahr größer sein dürfte.
Wer wirklich ein schweres Verbrechen begehen will, lässt sich kaum von einem Schild aufhalten. Augenzwinkernd ausgedrückt, wir haben auch Parkverbote. ;)
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon nietoperz » Sa 12. Jan 2019, 18:02

McKnee hat geschrieben:Ich glaube nicht. Ich würde eine allgemeine Verschärfung der Lage erwarten und keine Entspannung.


Das ist möglich. Einbrecher/Räuber würden sich vermutlich stärker bewaffnen, da sie damit rechnen müssten, dass das Opfer auf sie schießen wird. Andererseits würde so manches Verbrechen gar nicht erst stattfinden, weil es für den Ganoven von vorn herein ein zu hohes Risiko wäre.

Es sind wohl weniger die Waffen, als das kriminelle Gesindel ein Problem. In brasilianischen Gang Areas, wo Drogen die Standard-Währung sind, herrscht eine ungaublich hohe Homizidrate, obwohl fast jeder bewaffnet ist und die Polizei sehr brutal vorgeht. Weniger oder mehr Waffen würden gar nichts ändern. Es sind vielmehr Armut und Perspektivlosigkeit, die die Menschen kriminell machen.
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 12. Jan 2019, 18:07

Skeptiker hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:39)

Die Schweiz hat nicht deutlich mehr Schusswaffen pro 100 Personen als Deutschland.

29% der Schweizer Haushalte verfügen über Schusswaffen, in den USA sind es 33%: https://www.watson.ch/imgdb/73a1/Qx,E,0 ... 2313358129
Quelle der Grafik: https://www.watson.ch/schweiz/usa/37324 ... -vergleich
Natürlich ist das mit der Schweiz ein Sonderfall, weil da mW. die ehemaligen Soldaten ihre Gewehre mit nach Hause nehmen.

Es gehört sehr viel mehr Überwindung dazu einem Menschen ein Brotmesser in den Leib zu rammen, als ihn aus 5m auf ihn zu zeigen und abzudrücken.

Gibt es dazu irgendwelche belastbaren Zahlen? Morde mit Messern oder durch Erschlagen finden ja auch statt. Wenn jemand in Rage ist (und evtl. noch besoffen ist oder unter Drogen steht), sinkt die Hemmschwelle.

Vorher hatte ich schon genannt, dass das unter den Bedingungen in den USA äußerst schwierig ist.

Nicht nur in den USA, die Staatsgewalt kann Gott sei Dank nicht einfach mal ebenso durch alle Häuser ziehen und nach illegalen Waffen suchen.

Ist es schlau mit einer illegalen Waffe ein Verbrechen zu begehen? Das hat doch alles nichts mit Cleverness zu tun. Sehr viele Verbrechen passieren wohl auch ungeplant, sämtliche Affekthandlungen wären das z.B..

Natürlich ist es zuallererst ziemlich unclever, überhaupt Verbrechen zu begehen, aber dies mit der Waffe zu tun, die auf den eigenen Namen registriert ist, ist dann schon extrem unclever. Im Affekt nimmt man das, was gerade zur Hand ist...
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 12. Jan 2019, 18:13

Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 16:52)

Also nicht in Verbotsschilder, sondern in die Polizei investieren.

Die Schilder sind billiger zu haben ;)
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Vongole » Sa 12. Jan 2019, 18:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:13)

Die Schilder sind billiger zu haben ;)


Genau das ist das Wiesbadener Problem in einer Nussschale, die Verbotszone ist reine Kosmetik.
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 12. Jan 2019, 18:16

Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 18:15)

... die Verbotszone ist reine Kosmetik.

Wenn nicht auch mehr Polizei patroulliert, dann sehe ich das auch so.
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Re: Waffenverbot in Wiesbaden

Beitragvon Skeptiker » Sa 12. Jan 2019, 20:05

Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:54)
Die objektive Sicherheit kann auch durch vermehrte unangekündigte Kontrollen gewährleistet werden.

Klar, aber was nützt Dir die Kontrolle, wenn Du die Waffen nicht verboten hast? :?: Gehört nicht beides zusammen, wenn daraus ein Mehr an Sicherheit werden soll?
Vongole hat geschrieben:(12 Jan 2019, 17:54)
Witzigerweise gehen die Verbotszone und der nördlche Teil der Innenstadt fast nahtlos ineinander über, nur wird da eben nichts verboten, obwohl die Gefahr größer sein dürfte.
Wer wirklich ein schweres Verbrechen begehen will, lässt sich kaum von einem Schild aufhalten. Augenzwinkernd ausgedrückt, wir haben auch Parkverbote. ;)

Die Verbrechen, die sich jemand vornimmt und dann planmäßig ausführt, DIE wirst Du so natürlich nicht verhindern.

Die Verbrechen allerdings, die daraus entstehen, dass Leute Waffen mitführen und diese dann in brenzligen Situationen einsetzen, DIE kann man so sehr wohl reduzieren.

Gedankenexperiment:
Zwei Großveranstaltungen - meinetwegen Festival mit 50000 Teilnehmern.
Bei der einen wird am Eingang peinlich darauf geachtet, dass JEDER mit einem Taschenmesser ausgerüstet wird, bevor er die Veranstaltung betritt.
Bei der anderen wird am Eingang peinlich darauf geachtet, dass NIEMAND mit einem Taschenmesser die Veranstaltung betritt.

Wird es in beiden Veranstaltungen die gleiche Anzahl von schweren Körperverletzungen geben?

Ich behaupte, bei der Großveranstaltung mit den Messern werden deutlich mehr Menschen verletzt oder getötet. Und da kann mir auch 1000 mal jemand sagen, dass es Menschen sind, die mit den Messern die Taten begehen. Korrekt, aber es sind eben Menschen!!! Und die sind genau so veranlagt, dass sie Möglichkeiten zu nutzen wissen. Nimmt man ihnen die Möglichkeit, gibt es nachher einfach weniger zu beklagen.

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