Sachsen und Rechtsextremismus

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JJazzGold
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Mai 2019, 18:34

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 18:22)

Persönliche Erlebnisse können generell nie als "Maßstab zur Beurteilung" von irgendwas "dienen". Persönliche Erlebnisse sind persönliche Erlebnisse.


Da sind wir völlig einer Meinung. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Erst Dokumentationen, durchaus ergänzt von den persönlichen Erlebnissen Vieler zeichnet ein Bild der tatsächlichen Verhältnisse.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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imp
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon imp » Sa 25. Mai 2019, 16:57

Man muss auch mal die Umgehungsstraße vorm Dorf lassen. Chemnitz hat ein Problem mit Nazis und dergleichen, aber auch in Chemnitz ist die Mehrheit anders drauf und allein die Größe dieser Stadt, ihre regionale Funktion, Wirtschaft und Universität bringen auch dort Migration und Diversität in die Erlebniswelt.

Da würde ich mir um Schöna oder Königstein mehr Sorgen machen.
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Selina
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 31. Mai 2019, 15:04

imp hat geschrieben:(25 May 2019, 16:57)

Man muss auch mal die Umgehungsstraße vorm Dorf lassen. Chemnitz hat ein Problem mit Nazis und dergleichen, aber auch in Chemnitz ist die Mehrheit anders drauf und allein die Größe dieser Stadt, ihre regionale Funktion, Wirtschaft und Universität bringen auch dort Migration und Diversität in die Erlebniswelt.

Da würde ich mir um Schöna oder Königstein mehr Sorgen machen.


Da ist was dran. Allerdings machen sich viele Chemnitzer zurecht Sorgen, wenn morgen erneut eine große rechtsextremistische Demo stattfindet. Diesmal scheinen die Stadt-Oberen allerdings mal was dazugelernt zu haben und lassen das Familienfest zum Internationalen Kindertag in der Innenstadt - entgegen anders lautenden Ankündigungen vor etlichen Tagen - trotzdem stattfinden. Finde ich besser, als immer alles an weltoffenen Festen abzusagen, sobald son brauner Haufen in Sicht ist.

Zitat:

Chemnitz. Mit einem bunten Familienfest in der gesamten Innenstadt wollen Vereine, Initiativen, Verbände, Sportler und Kulturschaffende am Samstag auf die Veranstaltung reagieren, die von den Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der rechtsextremen Partei NPD, angemeldet worden ist. Seit Wochen wird für den sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" bundesweit mobilisiert, der jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet, diesmal in Chemnitz.

Das Familienfest zum Kindertag dagegen zu setzen, ist die richtige Antwort, hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Dienstag gesagt, als das Innenstadt-Programm vorgestellt wurde.


https://www.freiepresse.de/chemnitz/1-j ... el10527816
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Ebiker » Fr 31. Mai 2019, 15:09

imp hat geschrieben:(25 May 2019, 16:57)

Man muss auch mal die Umgehungsstraße vorm Dorf lassen. Chemnitz hat ein Problem mit Nazis


Chemnitz hat vor allem ein Problem mit kriminellen Migranten die die Innenstadt beherrschen. Nur aus diesem Grund wurde eine nahezu flächendeckende Videoüberwachung installiert.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon imp » Fr 31. Mai 2019, 16:16

Ebiker hat geschrieben:(31 May 2019, 15:09)

Chemnitz hat vor allem ein Problem mit kriminellen Migranten die die Innenstadt beherrschen. Nur aus diesem Grund wurde eine nahezu flächendeckende Videoüberwachung installiert.

Möchtest du dein Statement als Beitrag zu "Sachsen und Rechtsextreme" verstanden wissen?
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon imp » Fr 31. Mai 2019, 16:19

Selina hat geschrieben:(31 May 2019, 15:04)

Da ist was dran. Allerdings machen sich viele Chemnitzer zurecht Sorgen, wenn morgen erneut eine große rechtsextremistische Demo stattfindet. Diesmal scheinen die Stadt-Oberen allerdings mal was dazugelernt zu haben und lassen das Familienfest zum Internationalen Kindertag in der Innenstadt - entgegen anders lautenden Ankündigungen vor etlichen Tagen - trotzdem stattfinden. Finde ich besser, als immer alles an weltoffenen Festen abzusagen, sobald son brauner Haufen in Sicht ist.

Zitat:

Chemnitz. Mit einem bunten Familienfest in der gesamten Innenstadt wollen Vereine, Initiativen, Verbände, Sportler und Kulturschaffende am Samstag auf die Veranstaltung reagieren, die von den Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der rechtsextremen Partei NPD, angemeldet worden ist. Seit Wochen wird für den sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" bundesweit mobilisiert, der jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet, diesmal in Chemnitz.

Das Familienfest zum Kindertag dagegen zu setzen, ist die richtige Antwort, hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig am Dienstag gesagt, als das Innenstadt-Programm vorgestellt wurde.


https://www.freiepresse.de/chemnitz/1-j ... el10527816

Insgesamt dürften die Kommunalwahlen der NPD nicht gefallen haben. Auch das Europamandat ist weg und bei der EU-Wahl, meine ich, wurde die Schwelle zur Kostenerstattung verfehlt. Evtl geht ihnen vorübergehend die Puste aus, solange die Halbbrüder so absahnen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Teeernte » Fr 31. Mai 2019, 16:38

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 17:03)

Nochmal: Ich habe keine "ideologiegetriebene Freizeit Veranstaltungen", wie du das nennst, erlebt. Dort, wo das der Fall war, bin ich nicht hingegangen.


Jede Veranstaltung war (im Hintergrund immer) ideologiegetrieben.

Die technischen Veranstaltungen (Seesport, Kuttersegeln, Barkasse fahren, Funken, Schiessen,Tauchen ...) wären heute nur mit Lottogewinn/Elternhaus der oberen Einkommensklasse machbar.

Anderee waren Segelfliegen, Fallschirmspringen.... und es gab die Fahrerlaubnis für alle Klassen .....monatlich 25 Pfennig und die Fahrerlaubnis für 5 Mark - OST.

NAtürlich Ideologiegetrieben - aber nicht im Vordergrund für die Teilnehmer. Die Kameradschaft bringt heut kein Computertreffen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Di 4. Jun 2019, 10:10

Was den Rechtsruck in Sachsen weiter verstärkt und den Rechtsextremismus verharmlost, ist das Verhalten von Ministerpräsident Kretschmer (CDU), der anlässlich des Kinderfestes in Chemnitz, wo nebenan erneut Rechtsextremisten aus ganz Deutschland marschierten, ein paar Worte sagte. Und zwar meinte er sinngemäß, er möchte an diesem Tag Kinderlachen hören und keine Parolen von Extremisten. Damit hat er in "schöner" Biedenkopf-Tradition den Rechtsextremismus in Sachsen erneut verharmlost, in dem er den Extremismus allgemein, also auch den Linksextremismus, anprangerte und beides gleichsetzte. Wieder einmal. Jeder, der Augen hat zu sehen und jeder, der Ohren hat zu hören, der weiß aber, dass es eindeutig ein Rechtsextremismus-Problem in Sachsen gibt und dass dort die Neurechten die Demokratie bedrohen und nicht irgendwelche Linksextremisten. Letztere sind gut unter Kontrolle und planen keinen Umsturz. Bei den Rechtsnationalen - von gemäßigt rechts bis ganz weit rechts außen - sieht das anders aus. Die wollen eindeutig diese Demokratie so nicht mehr. Und indem möglicherweise ein rechtsradikaler Flügel-Mensch Ministerpräsident werden könnte, manifestiert sich diese Bedrohung sogar in Regierungshandeln. Dagegen hilft nur ein klares Aufstehen der Mitte, zu der ja auch CDU-Kretschmer und seine Leute gehören. Klar und kompromisslos. Und nicht mit Herumgeeiere.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon relativ » Di 4. Jun 2019, 13:02

Selina hat geschrieben:(04 Jun 2019, 10:10)

Was den Rechtsruck in Sachsen weiter verstärkt und den Rechtsextremismus verharmlost, ist das Verhalten von Ministerpräsident Kretschmer (CDU), der anlässlich des Kinderfestes in Chemnitz, wo nebenan erneut Rechtsextremisten aus ganz Deutschland marschierten, ein paar Worte sagte. Und zwar meinte er sinngemäß, er möchte an diesem Tag Kinderlachen hören und keine Parolen von Extremisten. Damit hat er in "schöner" Biedenkopf-Tradition den Rechtsextremismus in Sachsen erneut verharmlost, in dem er den Extremismus allgemein, also auch den Linksextremismus, anprangerte und beides gleichsetzte. Wieder einmal. Jeder, der Augen hat zu sehen und jeder, der Ohren hat zu hören, der weiß aber, dass es eindeutig ein Rechtsextremismus-Problem in Sachsen gibt und dass dort die Neurechten die Demokratie bedrohen und nicht irgendwelche Linksextremisten. Letztere sind gut unter Kontrolle und planen keinen Umsturz. Bei den Rechtsnationalen - von gemäßigt rechts bis ganz weit rechts außen - sieht das anders aus. Die wollen eindeutig diese Demokratie so nicht mehr. Und indem möglicherweise ein rechtsradikaler Flügel-Mensch Ministerpräsident werden könnte, manifestiert sich diese Bedrohung sogar in Regierungshandeln. Dagegen hilft nur ein klares Aufstehen der Mitte, zu der ja auch CDU-Kretschmer und seine Leute gehören. Klar und kompromisslos. Und nicht mit Herumgeeiere.

Wer den Rechtsdrall in der Republik jetzt noch verharmlost macht sich schuldig an der Geschichte unseres Landes. Denn die Nazis um Adolf Hitler wurden auch erst in Bayern populär bevor, sie den Durchmarsch machten. Niemals wieder darf man Vergessen wie schnell sowas gehen kann.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Di 4. Jun 2019, 14:18

relativ hat geschrieben:(04 Jun 2019, 13:02)

Wer den Rechtsdrall in der Republik jetzt noch verharmlost macht sich schuldig an der Geschichte unseres Landes. Denn die Nazis um Adolf Hitler wurden auch erst in Bayern populär bevor, sie den Durchmarsch machten. Niemals wieder darf man Vergessen wie schnell sowas gehen kann.


Richtig. Du sagst es. Dafür gibts auch ein schönes altes Wort: Steigbügelhalter. Nichts anderes ist diese ewige Bagatellisiererei, dieses ewige Augenzudrücken. Im sächsischen NSU-Verfahren soll ja angeblich auch nichts falsch gemacht worden sein. Wo jeder weiß, dass da Akten geschreddert und beide Augen immer fest zugemacht worden sind.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Teeernte » Di 4. Jun 2019, 21:36

relativ hat geschrieben:(04 Jun 2019, 13:02)

Wer den Rechtsdrall in der Republik jetzt noch verharmlost macht sich schuldig an der Geschichte unseres Landes. Denn die Nazis um Adolf Hitler wurden auch erst in Bayern populär bevor, sie den Durchmarsch machten. Niemals wieder darf man Vergessen wie schnell sowas gehen kann.


Warum die Gesellschaft die Bevölkerung durch einen hohen Anteil undemokratischer Aktionen den Rechten in die Hände treibt ?

Ja die Rechten haben nicht mal genug Leute um ihre Posten zu besetzen ...

Die Nazis mussten noch grosse Reden schwingen... Massen bewegen.

Heute treibt die Regierung // Verwaltung die Leute nach Rechts.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon relativ » Di 4. Jun 2019, 22:34

Teeernte hat geschrieben:(04 Jun 2019, 21:36)


Heute treibt die Regierung // Verwaltung die Leute nach Rechts.
Typische peinliche Ausrede. Die Anderen/Politik sind schuld wenn man selbst sich nach rechts bewegt. :x
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Woppadaq » Di 4. Jun 2019, 22:39

Teeernte hat geschrieben:(04 Jun 2019, 21:36)

Heute treibt die Regierung // Verwaltung die Leute nach Rechts.


Wenn sie das tut, dann aber vor allem im Osten. Und am stärksten gerade in den eher konservativ regierten Ländern. Zufall?
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Teeernte » Di 4. Jun 2019, 22:58

relativ hat geschrieben:(04 Jun 2019, 22:34)

Typische peinliche Ausrede. Die Anderen/Politik sind schuld wenn man selbst sich nach rechts bewegt. :x


Nachtrag....hüstel .... Das Gedicht ( oder viel mehr die Teile des Gedichtes ) ist von Erich Weinert "Ferientag eines Unpolitischen"

Der Postbeamte Emil Pelle
hat eine Laubenlandparzelle,
wo er nach Feierabend gräbt
und auch die Urlaubszeit verlebt.

Warum soll der sich POLITISCH bewegen ?

Auf einem Bänkchen unter Eichen,
die noch nicht ganz darüber reichen,
sitzt er, bis daß die Sonne sinkt,
wobei er seinen Kaffee trinkt.

Und friedlich in der Abendröte
beplätschert er die Blumenbeete
und macht die Hühnerklappe zu,
dann kommt die Feierabendruh.

Er denkt: „Was kann mich noch gefährden
Hier ist mein Himmel auf der Erden!
Ach, so ein Abend mit Musik,
da braucht man keine Politik!

Die wirkt nur störend in den Ferien,
wozu sind denn die Ministerien?
Die sind doch dafür angestellt,
und noch dazu für unser Geld,

Ein jeder hat sein Glück zu zimmern.
Was soll ich mich um andre kümmern?“


Das passiert nur - wenn man diesen piesackt , den Job wegnimmt, die Rente streicht, das Leben verteuert, seine Parzelle mit Zwangsanschluss bedroht, Geld für den Fussweg der liegt im Nachhinein fordert, ihm den Garten verbietet, .... das Fernsehen "verstellt" er sich bereits 2 neue kaufen musste...

Mann den Mann in seinem Frieden ärgert und stört. Er denkt:>> „Was kann mich noch gefährden...Verwaltung und Staat...

Normal >>,...sitzt er, bis daß die Sonne sinkt,
wobei er seinen Kaffee trinkt.....wenn man ihn NICHT ärgert, nicht die Rente streicht.....oder das Auto verbietet.
Zuletzt geändert von Teeernte am Di 4. Jun 2019, 23:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Woppadaq » Di 4. Jun 2019, 23:00

Selina hat geschrieben:(04 Jun 2019, 10:10)

Was den Rechtsruck in Sachsen weiter verstärkt und den Rechtsextremismus verharmlost, ist das Verhalten von Ministerpräsident Kretschmer (CDU), der anlässlich des Kinderfestes in Chemnitz, wo nebenan erneut Rechtsextremisten aus ganz Deutschland marschierten, ein paar Worte sagte. Und zwar meinte er sinngemäß, er möchte an diesem Tag Kinderlachen hören und keine Parolen von Extremisten. Damit hat er in "schöner" Biedenkopf-Tradition den Rechtsextremismus in Sachsen erneut verharmlost, in dem er den Extremismus allgemein, also auch den Linksextremismus, anprangerte und beides gleichsetzte. Wieder einmal. Jeder, der Augen hat zu sehen und jeder, der Ohren hat zu hören, der weiß aber, dass es eindeutig ein Rechtsextremismus-Problem in Sachsen gibt und dass dort die Neurechten die Demokratie bedrohen und nicht irgendwelche Linksextremisten. Letztere sind gut unter Kontrolle und planen keinen Umsturz. Bei den Rechtsnationalen - von gemäßigt rechts bis ganz weit rechts außen - sieht das anders aus. Die wollen eindeutig diese Demokratie so nicht mehr. Und indem möglicherweise ein rechtsradikaler Flügel-Mensch Ministerpräsident werden könnte, manifestiert sich diese Bedrohung sogar in Regierungshandeln. Dagegen hilft nur ein klares Aufstehen der Mitte, zu der ja auch CDU-Kretschmer und seine Leute gehören. Klar und kompromisslos. Und nicht mit Herumgeeiere.


Sorry, ich bin sonst eigentlich nicht derjenige, der sich über abgehobene moralische Ratschläge aufregt, aber man sollte nicht vergessen, dass es gerade die Sachsen waren, die während der Wende am stärksten Demokratie gefordert haben. Der Grossteil derjenigen, die damals auf die Strasse gegangen sind, mit Gefahr für Leib und Leben, sind die Altersgruppe, die heute dort die AfD wählt.

Mit einer Verteufelung dieser Gruppe ist niemanden gedient. Es gibt darunter Nazis, keine Frage, aber es gibt vor allem dort vorrangig ein Misstrauen gegenüber Fremdbestimmung, und das endet bei den Sachsen, gerade aufgrund der Vergangenheit mit den Preussen, in einer regelrechten Landes-Paranoia. Man muss das einfach wissen, um zu verstehen, warum Pegida gerade in Sachsen entstand und sich dort auch am stärksten gehalten hat.

Ein Ministerpräsident, der deshalb zur Einheit und Friedlichkeit aufruft, handelt in meinen Augen nicht nur deeskalierend, sondern auch verantwortungsvoll.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Teeernte » Di 4. Jun 2019, 23:09

Woppadaq hat geschrieben:(04 Jun 2019, 22:39)

Wenn sie das tut, dann aber vor allem im Osten. Und am stärksten gerade in den eher konservativ regierten Ländern. Zufall?


Nein die Verwaltungen reagieren doch überall gleich.

Bsp 1 Die Politik verspricht ......zB KOSTENLOSE ERNEUERUNG von Strassen und Gehwegen.

Verwaltung / Urteil >> geht nicht ->> nachzahlen. 10 Jahre Rückwärts....mit Trick auch 20 Jahre Rückwärts. Je nach Grundstück zwischen 2000 und 20000 Eu im Ort.

Der HIT >> 200.000 Eu für einen Baumschulenbetreiber - dem man eine Strasse DURCH seine Baumschule gelegt hat. !!

Bsp 2 Die Naherholung wird "gestrichen" Tausende haben ihre (DDR) Wohnwagenstellplätze verloren. Die Bungalow Plätze haben SONDERVERWALTUNG mit Zeitwohnungssteuer, Müllzwangsanschluss, Klärgrubenabgabe , in den letzten Jahren... (Das macht das DDR Wochenendgrundstück im Jahr rund 1000 Eu teuerer.)
Mit der Zweitwohnungssteuer ist kein Wahlrecht verbunden...man darf NUR Zahlen.

Ich könnte nun weiter Wäsche waschen... aber das sind halt Ostprobleme .

Kasse oder Pfändung. Da gibts schon mal Gegenwehr .
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Woppadaq » Di 4. Jun 2019, 23:18

Teeernte hat geschrieben:(04 Jun 2019, 23:09)

Nein die Verwaltungen reagieren doch überall gleich.


Ja, sicher, wenn das so ist, können wir die Demokratie auch gleich wieder abschaffen, bringt ja dann nix.

Bsp 1 Die Politik verspricht ......zB KOSTENLOSE ERNEUERUNG von Strassen und Gehwegen.

Verwaltung / Urteil >> geht nicht ->> nachzahlen. 10 Jahre Rückwärts....mit Trick auch 20 Jahre Rückwärts. Je nach Grundstück zwischen 2000 und 20000 Eu im Ort.


In manchen Orten, bundesweit, ist es so, in manchen wieder nicht. Sorry, abert es gibt auch sowas wie verfehlte Landes- oder Kommunalpolitik. Aber typisch deutsch, "die Politik" ist immer schuld.


Der HIT >> 200.000 Eu für einen Baumschulenbetreiber - dem man eine Strasse DURCH seine Baumschule gelegt hat. !!

Bsp 2 Die Naherholung wird "gestrichen" Tausende haben ihre (DDR) Wohnwagenstellplätze verloren. Die Bungalow Plätze haben SONDERVERWALTUNG mit Zeitwohnungssteuer, Müllzwangsanschluss, Klärgrubenabgabe , in den letzten Jahren... (Das macht das DDR Wochenendgrundstück im Jahr rund 1000 Eu teuerer.)
Mit der Zweitwohnungssteuer ist kein Wahlrecht verbunden...man darf NUR Zahlen.


Ja, nur war das im ganzen Osten so, nicht nur in Sachsen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Teeernte » Di 4. Jun 2019, 23:28

Woppadaq hat geschrieben:(04 Jun 2019, 23:18)

Ja, sicher, wenn das so ist, können wir die Demokratie auch gleich wieder abschaffen, bringt ja dann nix.



In manchen Orten, bundesweit, ist es so, in manchen wieder nicht. Sorry, abert es gibt auch sowas wie verfehlte Landes- oder Kommunalpolitik. Aber typisch deutsch, "die Politik" ist immer schuld.




Ja, nur war das im ganzen Osten so, nicht nur in Sachsen.


Manche konnten es "Abwehren" ... (Linke mit nem guten Anwalt ....Regionen um Brandenburg)

Man streitet sich mit den Ämtern um Kleinkram ....ob das Fahrtenbuch GEKLAMMERT oder Gebunden sein muss.... :D :D :D ,
Wenn Du eine Firma hast, und das Amt 2 Jahre später die Bücher NUR DADURCH nicht anerkennt bist Du pleite.

Natürlich kannst Du klagen - die Verfahren werden MEISTENS bis in die Verjährung getrieben (NICHT ENTSCHIEDEN) . Leute fehlen, Überlastung der Ämter...

Nun - heee was gibts besser >> stramm Rechts dagegen ?

Wen der Staat Jemand mit sowas Pleite gemacht hat - vergisst man das nicht. ...und wer "noch" hat - wird sich nicht an links wenden.

Ich bin Deutschlandweit unterwegs....die Unterschiede sind frappierend. Steuer (Firmensitz) nur in BAYERN oder Stuttgart. Für Betrugsfirmen gerne BERLIN. NIE NEUE Bdl.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Mi 5. Jun 2019, 07:37

Woppadaq hat geschrieben:(04 Jun 2019, 23:00)

Sorry, ich bin sonst eigentlich nicht derjenige, der sich über abgehobene moralische Ratschläge aufregt, aber man sollte nicht vergessen, dass es gerade die Sachsen waren, die während der Wende am stärksten Demokratie gefordert haben. Der Grossteil derjenigen, die damals auf die Strasse gegangen sind, mit Gefahr für Leib und Leben, sind die Altersgruppe, die heute dort die AfD wählt.

Mit einer Verteufelung dieser Gruppe ist niemanden gedient. Es gibt darunter Nazis, keine Frage, aber es gibt vor allem dort vorrangig ein Misstrauen gegenüber Fremdbestimmung, und das endet bei den Sachsen, gerade aufgrund der Vergangenheit mit den Preussen, in einer regelrechten Landes-Paranoia. Man muss das einfach wissen, um zu verstehen, warum Pegida gerade in Sachsen entstand und sich dort auch am stärksten gehalten hat.

Ein Ministerpräsident, der deshalb zur Einheit und Friedlichkeit aufruft, handelt in meinen Augen nicht nur deeskalierend, sondern auch verantwortungsvoll.


Hier wird niemand verteufelt. In die extrem rechte Ecke stellen sich diese Leute selbst. Und das immer wieder und tagtäglich. Eine Mehrheit im Lande will das aber nicht. Auch in Sachsen nicht. Und diese Mehrheit vertritt der Ministerpräsident ebenso. Und um die Gefahr für die Demokratie beim Namen zu nennen, da geht es nun mal nicht, wenn Kretschmer solche Gleichsetzungen und damit eine Bagatellisierung des Rechtsextremismus betreibt. So, wie es die sächsische CDU seit Jahrzehnten tut. Es ist gut, dass er sich an die Seite der Chemnitzer SPD-Oberbürgermeisterin stellte zum Kindertag, an dem sich dort Rechtsextremisten aus ganz Deutschland treffen mussten (wenn auch nur ein kleines Häuflein zusammen kam :D ) und es ist gut, wenn er - wie du sagst - deeskalierend wirken will. Das aber geht nur, wenn er die Gefahr beim Namen nennt und die geht in Sachsen nun mal glasklar vom Rechtsextremismus aus. Aber etliche "besorgte Bürger" haben in diesem Bundesland kein Problem, zusammen mit Rechtsextremen durch die Straßen zu laufen. Das konnte man letzten Sommer gut sehen. Die AfD, in der es ja selbst Rechtsextreme und Rechtsradikale gibt, stellt sich als Bindeglied zwischen diesen Bürgern und ganz rechts außen zur Verfügung. Verharmlosen und Bagatellisieren oder gar Wegreden des Problems helfen da nicht.
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Chemnitz: Polizei schreitet bei Grillfest von Rechten ein

Beitragvon Skurwysyn » So 16. Jun 2019, 18:17

Die rechtsextreme Gruppierung Pro Chemnitz hat mit einem Schwein einen Polizeieinsatz ausgelöst. Als Protest gegen eine Veranstaltung zum muslimischen Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan hatte Pro Chemnitz am Samstag zu einem Grillfest geladen, bei dem ein Ferkel auf dem Grill landete. Die Versammlungsbehörde hatte in ihren Auflagen aber nicht gestattet, ein ganzes Ferkel zu grillen, weshalb die Beamten einschritten, wie die Polizeidirektion Chemnitz mitteilte. Das Spanferkel musste zerlegt werden. Pro Chemnitz selbst schrieb bei Facebook, man habe sich "strikt" an die Anweisungen gehalten, keine ganzen Tiere und keine einzelnen Schweineköpfe zur Schau gestellt: Das Ferkel habe weder Beine noch Schwanz gehabt. Gläubige Muslime essen kein Schweinefleisch. Darauf zielte die Aktion von Pro Chemnitz ab.

Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/id_ ... n-ein.html

https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/che ... e-100.html
https://www.welt.de/regionales/sachsen/ ... n-ein.html

Polizeieinsatz in Deutschland wegen einem gegrillten Schwein - sind denn nun alle in Deutschland verrückt geworden?! Ein gegrilltes Schwein (bei Sommerfest in Deutschland) soll nun als Provokation der Rechtsextremisten betrachtet werden - mir fehlen einfach die Worte. Wenn wir jetzt schon soweit sind, dass irgendwelche Behörden bestimmen, was auf den Grill darf und was nicht, dann Gute Nacht Deutschland. Oder hatte der zuständige Mitarbeiter in der Versammlungsbehörde einen Migrationshintergrund? Ich werde zukünftig jedenfalls noch mehr Schwein essen. Die Regierenden in diesem Land geben sich völlig der Lächerlichkeit Preis. Mit Demokratie und Meinungsfreiheit hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Wenn die Muslime ihr Fest feiern wollen, so sei es ihnen gegönnt. Wenn ich ein Ferkel grillen will, so möchte ich das auch tun. So funktioniert eine offene Gesellschaft.

Wenn im Dienste der politischen Schönheit provokante Aktionen durchgeführt werden, ist es super cool und kreativ, was die Aktivisten sich haben einfallen lassen. Nun hat Pro Chemnitz eine Veranstaltung mit Schweinegrillen angemeldet, die Auflagen eingehalten, die Polizei war vor Ort, um abzusichern wie üblich - aber wie furchtbar, dort waren die bösen Rechtsradikalen und haben tatsächlich Schweinefleisch zum Verzehr zubereitet! Skandal!

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