Sachsen und Rechtsextremismus

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Wolverine
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Do 23. Mai 2019, 10:06

Billie Holiday hat geschrieben:(23 May 2019, 09:52)

Doch, die stören mich sehr.
Mich stören allerdings auch Flüchtlinge, die hier Leute totprügeln. Dich nicht?


Strike. Das musste jetzt sein.
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Milady de Winter
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Milady de Winter » Do 23. Mai 2019, 10:10

MOD - Leute, die lezte Seite weist ein paar sehr grenzwertige Beiträge auf. Aber ich pfeife ein Spiel nicht gleich kaputt. Stattdessen bitte ich Euch an dieser Stelle, wieder runterzufahren und Euch nicht gegenseitig hochzuschaukeln. Und zudem bitte ich darum, nicht weiter persönliche Spitzen auszuteilen und bei der Sache zu bleiben. Heißt: nicht in die Untiefen der AfD oder der Flüchtlingsthematik abzugleiten. Aber vor allem: reißt Euch im Umgang miteinander zusammen, das ist das wichtigste. Danke!
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Selina
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Do 23. Mai 2019, 22:23

becksham hat geschrieben:(23 May 2019, 09:00)

Und in Meißen wird ein Wahlzettel verschickt, der schon Kreuze für die AfD aufweist. Auch schön. :rolleyes:

https://www.mdr.de/sachsen/dresden/meis ... t-100.html


Schlimm. Ich hoffe, da fällt niemand drauf rein auf so eine plumpe Manipulation.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Do 23. Mai 2019, 22:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 May 2019, 09:40)

Da muss man mal abwarten, was die Untersuchungen ergeben. Denn, ehrlich gesagt, eine systematische Wahlzettelverfälschung ... das halte ich denn doch und selbst in Sachsen für nahezu ausgeschlossen. Das ginge dann wohl doch zu sehr an die Substanz des Systems. Es ist vor allem sehr viel einfacher, mit völlig legalen Mitteln Stimmen für die AfD zu erwirtschaften. Kinderfeste sind seit langem eines der beliebtesten Wahlkampfmittel bei rechten Parteien. Nicht dass an sich etwas gegen Kinderfeste zu sagen wäre. Außer dass man sich damit den Anschein von unschuldigen Kümmerern gibt.


Sorry, ich weiß nicht, was du jetzt mit den Kinderfesten meinst, lieber schokoschendrezki. Ist das vielleicht ne Verwechslung? Bei diesem speziellen Kindertags-Fest mit Seifenkistenrennen in Chemnitz gehts um nichts, was Rechte organisiert haben. Das Thema ist, dass eine Kindertags-Veranstaltung in der City einfach abgesagt wird, während eine große martialische Rechtsextremen-Demo mit Teilnehmern aus dem ganzen Land an diesem Platz offenbar genehmigt wird. Wieder einmal! Oder hab ich dich missverstanden?
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 24. Mai 2019, 09:06

Selina hat geschrieben:(23 May 2019, 22:28)

Sorry, ich weiß nicht, was du jetzt mit den Kinderfesten meinst, lieber schokoschendrezki. Ist das vielleicht ne Verwechslung? Bei diesem speziellen Kindertags-Fest mit Seifenkistenrennen in Chemnitz gehts um nichts, was Rechte organisiert haben. Das Thema ist, dass eine Kindertags-Veranstaltung in der City einfach abgesagt wird, während eine große martialische Rechtsextremen-Demo mit Teilnehmern aus dem ganzen Land an diesem Platz offenbar genehmigt wird. Wieder einmal! Oder hab ich dich missverstanden?

Ich meinte nicht speziell die genannte Kindertagsveranstaltung sondern Kinderfeste von rechten Parteien allgemein. Zufällig bin ich gleich zweimal per Zufall auf NPD-organisierte Kinderfeste gestoßen. Das war allerdings nicht in Sachsen sondern in Anklam in MeckPomm. Die Kommentare der vernünftigen Regionalpresse zu diesen Ereignissen liefen darauf hinaus, dass Parteien wie die NPD sich damit eben leicht und unverbindlich als "Kümmerer" profilieren können.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 12:47

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 May 2019, 09:06)

Ich meinte nicht speziell die genannte Kindertagsveranstaltung sondern Kinderfeste von rechten Parteien allgemein. Zufällig bin ich gleich zweimal per Zufall auf NPD-organisierte Kinderfeste gestoßen. Das war allerdings nicht in Sachsen sondern in Anklam in MeckPomm. Die Kommentare der vernünftigen Regionalpresse zu diesen Ereignissen liefen darauf hinaus, dass Parteien wie die NPD sich damit eben leicht und unverbindlich als "Kümmerer" profilieren können.


Ach so. Ja klar, die veranstalten Kinderferienlager und kümmern sich um Lagerfeuer-Romantik. Oder besetzen sogar ganze brandenburgische Dörfer, wo sich die Bürgermeister schon mal freuen, dass diese "Naturburschen" mit ihren blonden Mädels und den vielen lieben Kinderlein die leerstehenden Bauernhöfe sanieren und beleben und so schön die "Traditionen" pflegen. Welche Ideologie dahintersteckt, dürfte bekannt sein. Verrückte verquere Welt.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Mai 2019, 14:20

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 12:47)

Ach so. Ja klar, die veranstalten Kinderferienlager und kümmern sich um Lagerfeuer-Romantik. Oder besetzen sogar ganze brandenburgische Dörfer, wo sich die Bürgermeister schon mal freuen, dass diese "Naturburschen" mit ihren blonden Mädels und den vielen lieben Kinderlein die leerstehenden Bauernhöfe sanieren und beleben und so schön die "Traditionen" pflegen. Welche Ideologie dahintersteckt, dürfte bekannt sein. Verrückte verquere Welt.


Früher hieß das Pionierlager.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Tomaner » Fr 24. Mai 2019, 14:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 May 2019, 09:06)

Ich meinte nicht speziell die genannte Kindertagsveranstaltung sondern Kinderfeste von rechten Parteien allgemein. Zufällig bin ich gleich zweimal per Zufall auf NPD-organisierte Kinderfeste gestoßen. Das war allerdings nicht in Sachsen sondern in Anklam in MeckPomm. Die Kommentare der vernünftigen Regionalpresse zu diesen Ereignissen liefen darauf hinaus, dass Parteien wie die NPD sich damit eben leicht und unverbindlich als "Kümmerer" profilieren können.

Es ist auch bekannt, wo NPD in Gemeinde- oder Stadträten sitzen, sich dafür einsetzen und auch dafür stimmen , das Jugendhäuser, Jugendzentren usw. zugemacht werden, um sich dann als Kümmerer aufzuspielen. Die Erziehung der Nazis ist doch so schief gegangen, schlimmer gehts doch gar nicht. Oder kann mir jemand einen erfolgreichen Herrenmeschen vorstellen? Meistens wurden aus den Kindern Bettnässer.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 15:23

JJazzGold hat geschrieben:(24 May 2019, 14:20)

Früher hieß das Pionierlager.


Diese Pionierferienlager waren den Zeltlagern der Pfadfinder gar nicht so unähnlich. Obwohl ich eine Teilnahme zum Glück meistens vermeiden konnte als Kind, bis auf zweimal. Nein, das, was hier gemeint ist, sind Leute mit stramm völkischer Gesinnung. Die geben sich friedlich und naturverbunden, aber bei näherer Betrachtung merkt man dann schon, worum es ihnen genau geht. Falls es dich interessiert, hier bitte:

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... szene.html
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Wolverine » Fr 24. Mai 2019, 15:53

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 15:23)

Diese Pionierferienlager waren den Zeltlagern der Pfadfinder gar nicht so unähnlich. Obwohl ich eine Teilnahme zum Glück meistens vermeiden konnte als Kind, bis auf zweimal. Nein, das, was hier gemeint ist, sind Leute mit stramm völkischer Gesinnung. Die geben sich friedlich und naturverbunden, aber bei näherer Betrachtung merkt man dann schon, worum es ihnen genau geht. Falls es dich interessiert, hier bitte:

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... szene.html


Und die Pionierferienlager dienten ausschließlich dazu den Kindern freien Willen beizubringen? :rolleyes:
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 16:06

Mir gings hier im Thread paar Beiträge weiter oben um eine große rechtsextreme Demo direkt am Internationalen Kindertag in Chemnitz, an der Leute aus dem ganzen Bundesgebiet teilnehmen wollen. Da marschieren sie also schon wieder durch die Stadt. Ich hätte beim nächsten Besuch in Chemnitz an derselben Stelle lieber das dort nicht erwünschte Seifenkistenrennen gesehen. Wie kann man aus Fehlern so wenig lernen? Soll Chemnitz nun endgültig zum Aufmarschgebiet Rechtsextremer verkommen? Darüber wollte ich eigentlich mit euch diskutieren.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Vongole » Fr 24. Mai 2019, 16:15

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 16:06)

Mir gings hier im Thread paar Beiträge weiter oben um eine große rechtsextreme Demo direkt am Internationalen Kindertag in Chemnitz, an der Leute aus dem ganzen Bundesgebiet teilnehmen wollen. Da marschieren sie also schon wieder durch die Stadt. Ich hätte beim nächsten Besuch in Chemnitz an derselben Stelle lieber das dort nicht erwünschte Seifenkistenrennen gesehen. Wie kann man aus Fehlern so wenig lernen? Soll Chemnitz nun endgültig zum Aufmarschgebiet Rechtsextremer verkommen? Darüber wollte ich eigentlich mit euch diskutieren.


Ich nehme mal an, dass die rechtsextreme Demo aus rechtlichen Gründen genehmigt werden musste. Außerdem habe ich gelesen, dass es mehrere Gegendemos geben wird.
Inmitten dieses Hexengebräus halte ich es nicht für opportun, dort Kinder zu involvieren, in welcher Form auch immer.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Mai 2019, 16:29

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 15:23)

Diese Pionierferienlager waren den Zeltlagern der Pfadfinder gar nicht so unähnlich. Obwohl ich eine Teilnahme zum Glück meistens vermeiden konnte als Kind, bis auf zweimal. Nein, das, was hier gemeint ist, sind Leute mit stramm völkischer Gesinnung. Die geben sich friedlich und naturverbunden, aber bei näherer Betrachtung merkt man dann schon, worum es ihnen genau geht. Falls es dich interessiert, hier bitte:

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... szene.html


Als Liberale bin ich zwangsläufig dagegen, Kinder in irgendwelchen Ferienlagern o.ä. Freizeitorganisationen ideologisch zu prägen, egal welcher Ideologie.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 16:36

Vongole hat geschrieben:(24 May 2019, 16:15)

Ich nehme mal an, dass die rechtsextreme Demo aus rechtlichen Gründen genehmigt werden musste. Außerdem habe ich gelesen, dass es mehrere Gegendemos geben wird.
Inmitten dieses Hexengebräus halte ich es nicht für opportun, dort Kinder zu involvieren, in welcher Form auch immer.


Ja, klar. Dieses Kinderfest sollte ja keine Gegenveranstaltung sein, sondern einfach nur ein Kinderfest an diesem Tag. Und das sollte ein wenig mehr in die Mitte der Stadt gerückt werden. Aber gut, wenn du gesehen hast, dass wieder Gegendemos laufen, dann ist das ja ok. Freut mich. Trotzdem widert es mich an, was dort für ein rechtsextremer Aufmarsch geplant ist. Zitat aus dem von mir verlinkten Pressetext: An dem besagten Samstag wollen Neonazis in Chemnitz aufmarschieren und den »Tag der deutschen Zukunft« zelebrieren. Dabei handelt es sich um eine der größten faschistischen Demonstrationen in Deutschland, welche jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet.

Den "Tag der deutschen Zukunft zelebrieren". So so. Es gibt in der Stadt eine Diskussion unter Einwohnern, ob es wirklich klug ist, ständig irgendwelche Feste ausfallen zu lassen, aus Angst, es könnte wieder so etwas passieren wie vorigen Sommer. Das diesjährige Stadtfest fällt ja auch aus. Ob das Pressefest stattfindet, ist nicht bekannt. Ich glaube, man sollte sich nicht von Rechtsextremen das städtische Kulturleben verhageln lassen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 16:52

JJazzGold hat geschrieben:(24 May 2019, 16:29)

Als Liberale bin ich zwangsläufig dagegen, Kinder in irgendwelchen Ferienlagern o.ä. Freizeitorganisationen ideologisch zu prägen, egal welcher Ideologie.


Ja, in den zwei Ferienlagern, in denen ich war, gabs keine "ideologische Prägung", sondern einfach nur viel Spaß an einem See im Speckgürtel von Berlin (Ferienlager Nummer eins) und dann noch mal im Erzgebirge (Ferienlager Nummer 2). Letzteres fand ich einfach dämlich, weil nur diejenigen Kinder frischgebackenen Heidelbeerkuchen kriegten, die vorher auch kräftig mitgesammelt hatten auf der Heidelbeer-Pirsch. Wenn man gerade nicht so der Gruppen-Sammel-Wut verfallen war, kriegte man auch keinen Kuchen. Das war so erniedrigend als Kind. Aber ansonsten hab ich auch da nüscht Ideologisches erlebt. Vielleicht weil es die 60er Jahre waren. Wer weiß. Ich konnte Ferienlager nur generell nicht leiden, noch nie. Immer diese Gruppen-Aktionen. Furchtbar. Aber das ist ja bei den Pfadfindern auch nicht anders. Und im Übrigen bin ich aus aktuellen Gründen (siehe die erwähnte faschistoide Demo) gegen die Gleichsetzung von Rechts und Links. Warum? Weil eine Bedrohung der Demokratie derzeit eindeutig von Rechts ausgeht. Eine Gleichsetzung lässt den Blick darauf verschwimmen. Alles nicht so schlimm, heißt es dann, denn das gibts ja auch von links und dergleichen mehr. Am Ende läufts auf die Bagatellisierung dieser Nazi-Aufmärsche hinaus.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Mai 2019, 16:59

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 16:52)

Ja, in den zwei Ferienlagern, in denen ich war, gabs keine "ideologische Prägung", sondern einfach nur viel Spaß an einem See im Speckgürtel von Berlin (Ferienlager Nummer eins) und dann noch mal im Erzgebirge (Ferienlager Nummer 2). Letzteres fand ich einfach dämlich, weil nur diejenigen Kinder frischgebackenen Heidelbeerkuchen kriegten, die vorher auch kräftig mitgesammelt hatten auf der Heidelbeer-Pirsch. Wenn man gerade nicht so der Gruppen-Sammel-Wut verfallen war, kriegte man auch keinen Kuchen. Das war so erniedrigend als Kind. Aber ansonsten hab ich auch da nüscht Ideologisches erlebt. Vielleicht weil es die 60er Jahre waren. Wer weiß. Ich konnte Ferienlager nur generell nicht leiden, noch nie. Immer diese Gruppen-Aktionen. Furchtbar. Aber das ist ja bei den Pfadfindern auch nicht anders. Und im Übrigen bin ich aus aktuellen Gründen (siehe die erwähnte faschistoide Demo) gegen die Gleichsetzung von Rechts und Links. Warum? Weil eine Bedrohung der Demokratie derzeit eindeutig von Rechts ausgeht. Eine Gleichsetzung lässt den Blick darauf verschwimmen. Alles nicht so schlimm, heißt es dann, denn das gibts ja auch von links und dergleichen mehr. Am Ende läufts auf die Bagatellisierung dieser Nazi-Aufmärsche hinaus.


Wenn man nur fest genug daran glaubt, was einem Kind leicht zu vermitteln ist, dann sind ideologiegetriebene Freizeit Veranstaltungen der pure Spaß. Wie tief die Ideologie im Kind verwurzelt wurde, wird erst sichtbar, wenn es erwachsen ist.

Wenn ich schreibe, dass ich gegen jegliche Art, Kinder in irgendwelchen Ferienlagern o.ä. Freizeitorganisationen ideologisch zu prägen, egal welcher Ideologie, bin, dann ist das keine Gleichsetzung, sondern vehemente Ablehnung beidem gegenüber.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 17:03

JJazzGold hat geschrieben:(24 May 2019, 16:59)

Wenn man nur fest genug daran glaubt, was einem Kind leicht zu vermitteln ist, dann sind ideologiegetriebene Freizeit Veranstaltungen der pure Spaß. Wie tief die Ideologie im Kind verwurzelt wurde, wird erst sichtbar, wenn es erwachsen ist.

Wenn ich schreibe, dass ich gegen jegliche Art, Kinder in irgendwelchen Ferienlagern o.ä. Freizeitorganisationen ideologisch zu prägen, egal welcher Ideologie, bin, dann ist das keine Gleichsetzung, sondern vehemente Ablehnung beidem gegenüber.


Nochmal: Ich habe keine "ideologiegetriebene Freizeit Veranstaltungen", wie du das nennst, erlebt. Dort, wo das der Fall war, bin ich nicht hingegangen.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Mai 2019, 17:11

Selina hat geschrieben:(24 May 2019, 17:03)

Nochmal: Ich habe keine "ideologiegetriebene Freizeit Veranstaltungen", wie du das nennst, erlebt. Dort, wo das der Fall war, bin ich nicht hingegangen.


Sie haben so Vieles in der DDR nicht erlebt. Weshalb Ihre persönlichen Erlebnisse, oder besser gesagt Nichterlebnisse, auch nicht als Maßstab zur Beurteilung dienen können.
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Quatschki » Fr 24. Mai 2019, 17:24

Ich habe manchmal den Eindruck, dass in den heutigen Schulklassen der Individualisten Gruppendruck und Mobbing viel schlimmer sind als in den "Klassenkollektiven" unserer Zeit?
Oder sind die Teenager nur empfindlicher geworden?
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Re: Sachsen und Rechtsextremismus

Beitragvon Selina » Fr 24. Mai 2019, 18:22

JJazzGold hat geschrieben:(24 May 2019, 17:11)

Sie haben so Vieles in der DDR nicht erlebt. Weshalb Ihre persönlichen Erlebnisse, oder besser gesagt Nichterlebnisse, auch nicht als Maßstab zur Beurteilung dienen können.


Persönliche Erlebnisse können generell nie als "Maßstab zur Beurteilung" von irgendwas "dienen". Persönliche Erlebnisse sind persönliche Erlebnisse. Und ich finde es ganz ok, wenn man neben den offiziellen Berichten auch mal paar ganz persönliche hört und liest, die mal völlig andere Seiten einer Sache zeigen als die, die man hinlänglich kennt. Kann nicht schaden und dient der Horizonterweiterung. Denn die gegenseitigen Bestätigungs-Berichte und Schulterklopf-Argumente vom "schrecklichen Unrechtsregime" sind halt eine sehr einseitige Sicht. Das alleine hat das Leben vieler Menschen eben nicht ausgemacht. Auch, aber eben nicht ausschließlich. Tausende Menschen und ihre Sicht der Dinge kommen in diesen Einheits-Schulbuch-Berichten einfach nicht vor. Und sie sind es leid, das immer wieder zu erwähnen, dass alles ein wenig differenzierter war als nur schwarz-weiß, weil es sowieso kein Interesse an ihren persönlichen Berichten gibt. Die Folge: Die einseitige Sonntags-Reden-Sicht bleibt die einzige gültige Sicht.
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