Jamaika ist gescheitert - Wie geht es weiter?

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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Brainiac » Mo 20. Nov 2017, 07:42

Ich fürchte, das wird Lindner noch bereuen. :|
Jeder hat das Recht
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JJazzGold
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Nov 2017, 07:43

Uffzach hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:22)

Chapeau! Die FDP übernahm nun endlich die Rolle des Kindes, das ruft 'Der Kaiser hat ja gar keine Kleider an!' :D

Alle anderen Parteien weigerten sich bis zuuletzt aus bloßer Angst, die Substanzlosigkeit des Jamaika-Projektes auszusprechen.


Dass Applaus von der falschen Seite kommen würde, stand zu erwarten.
Das ist ausgesprochen unangenehm, wird aber ebenso erfolgreich ignoriert werden, wie das Jammern der Linken.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Dampflok94 » Mo 20. Nov 2017, 07:47

Brainiac hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:42)

Ich fürchte, das wird Lindner noch bereuen. :|

Das will ichn schwer hoffen!
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Cobra9 » Mo 20. Nov 2017, 07:47

Brainiac hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:42)

Ich fürchte, das wird Lindner noch bereuen. :|


Offen gesagt hoffe Ich das. Ich gewinne langsam den Eindruck das die Parteien die Grundlagen der Bevölkerung nicht mehr verstehen
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Auf meiner Liste : Alter Stubentiger, Alster
und Neuzugang Everythingchanges wo so konkrete Aussagen liefert wie ein Troll in der Mystik :p
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Re: Jamaika: NICHT die neue Bundesregierung

Beitragvon funzel » Mo 20. Nov 2017, 07:51

ich bin ehrlich gesagt auch ganz froh... Jamaika wäre ohnehin nur eine Koalition gegen die Interessen der Arbeitnehmer, Rentner, Arbeitslosen usw. geworden. Ich denke Merkel wird jetzt eine Minderheitsregierung bilden müssen, da nach aktuellen Umfragen eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse nach Neuwahlen ohnehin nicht gegeben ist... tja 2013 wäre Rot/Rot/Grün noch möglich gewesen, aber wenn die SPD eines scheut dann ist es wohl linke Politik machen zu "müssen".
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Nov 2017, 07:53

Brainiac hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:42)

Ich fürchte, das wird Lindner noch bereuen. :|


Das sehe ich etwas anders.
Die Frage war von Anfang an, ob die Parteien bei einem Vertragsabschluss noch inhaltlich profiliert erkenntlich wären und so, wie ich den Verlauf dieser Verhandlungen erlebt habe, wäre das im Fall FDP und Grüne nicht der Fall gewesen. Dass die nächsten vier Jahre ein stagnierendes Flickwerk geworden wären, statt eines Aufbruchs, war spätestens nach der fatalen Konzentration auf den Familiennachzug absehbar, meines Erachtens bereits wesentlich früher.

Meiner Meinung nach müssten die Grünen der FDP die Füße küssen, dass diese den Mut und das Rückgrat hat, nicht nur sich selbst, sondern auch die Grünen vor der Selbstaufgabe bewahrt haben.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon sünnerklaas » Mo 20. Nov 2017, 07:56

Ger9374 hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:15)

Neuwahlen sehe ich als Chance für klarere verhältnisse. Der Wähler wird eindeutigere Position beziehen müssen.



Wenn ich mir die Stimmung anschaue, glaube ich kaum, dass der Wähler da eine eindeutigere Position beziehen wird. Dazu fehlt angesichts vieler dringender Probleme und den daraus resultierenden Verteilungskämpfen ganz einfach der Mut. Die Gesellschaft hat sich in unterschiedlichste Interessensgruppen gespalten, die verbissen und kompromisslos ihre Standpunkte verteidigen. Kompromisse, selbst wenn sich daraus Win-Win-Situationen ergeben, werden als katastrophale Niederlagen und Inbegriff der Prinzipienlosigkeit angesehen.
Und wir haben sehr viele Probleme:

1. es zeichnet sich ein schwerer Generationskonflikt zwischen den Beziehern von Altersrente und arbeitenden und sich in Ausbildung befindenden Jüngeren ab. Null- und Minuszinsen fressen die Altersvorsorge der Jüngeren auf, die werden, wenn es nicht grundlegende Änderungen gibt, nicht von ihrer Altersvorsorge haben. Gleichzeitig haben wir es fast überall mit stagnierenden und sogar schrumpfenden Märkten zu tun; die Börsenkurse sind weitgehend hoch spekulativ und bilden nicht mehr die Produktivität und Innovationskraft von Unternehmen ab.

2. wir werden in den nächsten Jahren große massive Umweltprobleme - das Insektensterben und die Folgen des Klimawandels sind nur ein Teil davon. Weil es große wirtschaftliche Abhängigkeiten gibt, steckt man vor Angst den Kopf in den Sand. Gegensteuernde Maßnahmen rufen wütenden Protest - auch wider besseren Wissens - hervor. Auch hier sehe ich keinerlei Wille zu technischer Innovation.

3. über die Digitalisierung und ihren Folgen wird nicht einmal ansatzweise diskutiert - und wenn, dann nur rudimentär in irgendwelchen Nischen-Debatten. Auch dort wird in weiten Teilen der Gesellschaft angstvoll der Kopf in den Sand gesteckt.

4. Wir haben gravierende Probleme in Stadt und Land. Die Infrastruktur ist nach 27 Jahren Spareritis kaputt, die öffentliche Verwaltung bis zur Handlungsunfähigkeit kaputt gespart ("Schwäbische Hausfrau mit dem Spitzen Bleistift"), der ländliche Raum blutet nicht nur aus, er wird von der Politik aus Kostengründen teilweise komplett aufgegeben. Gleichzeitig bekommt man in den großen Zentren das Problem mit der Wohnungsnot nicht in den Griff - zumal gleichzeitig noch in Osteuropa eine humanitäre Katastrophe im Anmarsch ist und die dortigen Länder versuchen, ihre schweren sozialen Probleme zulasten anderer Länder zu lösen. Vermutlich werden viele Menschen aus Osteuropa nicht nur dort, sondern auch viele Osteuropäer, die man nach D geschickt hat, hier in diesem Winter erfrieren.

Jeder hockt inwzschen auf seiner Sandburg, sieht die anrollende Flut kommen und weiß, dass er weggespült werden wird. Dazu ne ordentlich Pulle Schnapps in der Hand, um sich alles schön zu trinken und von der Hoffnung zu träumen, irgendwann würde schon der große Zauberer kommen und alles über Nacht besser machen. So läuft das aber nicht.
Zuletzt geändert von sünnerklaas am Mo 20. Nov 2017, 08:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Nov 2017, 07:57

Ger9374 hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:15)

Neuwahlen sehe ich als Chance für klarere verhältnisse. Der Wähler wird eindeutigere Position beziehen müssen.


Der AfD Wähler ist mental, wie intellektuell gar nicht in der Lage, sein Wahlverhalten zu überdenken und zu ändern.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alexyessin » Mo 20. Nov 2017, 08:01

Also kein Jamaika. Schade, wäre wohl interessant geworden.
Nun, ich denke, das Lidner hier den richtigen Schritt gegangen ist - eben kein Verkauf für jeden nur um regieren zu können.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 20. Nov 2017, 08:06

Die Union ist richtig sauer auf die FDP.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon sünnerklaas » Mo 20. Nov 2017, 08:08

JJazzGold hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:57)

Der AfD Wähler ist mental, wie intellektuell gar nicht in der Lage, sein Wahlverhalten zu überdenken und zu ändern.


Ein erheblicher Teil davon sind reine Protestwähler. Genau die dürfte Lindner im Blick gehabt haben, als er die Sondierung hat platzen lassen. Auf einem Mal ergibt sich für einen erheblichen Teil der Protestwähler eine echte Alternative. Lindner bleibt seinen Standpunkten treu, das ist Lindners Botschaft, genau damit würde er punkten. Und wenn jetzt noch CDU und CSU mit anderem Frontpersonal in den neuen Wahlkampf ziehen, ist vieles in Butter.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Nov 2017, 08:13

Alexyessin hat geschrieben:(20 Nov 2017, 08:01)

Also kein Jamaika. Schade, wäre wohl interessant geworden.
Nun, ich denke, das Lidner hier den richtigen Schritt gegangen ist - eben kein Verkauf für jeden nur um regieren zu können.


Ist halt die Frage, Alex, ob wirklich interessant geworden wäre, oder letztendlich nur eine stagnierende Konsenssuppe übrig geblieben wäre. Das, was ich für interessant gehalten hätte, Aufbruch in Technologie, Bildung, persönliche Absicherung, digitale Veränderung, einschließlich erforderlicher begleitender Gesetzgebung, war doch relativ schnell als Gesprächsthema abgehakt.

Was interessiert mich als Kernkonfliktthema der einfach zu steuernde Familiennachzug?
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Alexyessin » Mo 20. Nov 2017, 08:15

JJazzGold hat geschrieben:(20 Nov 2017, 08:13)

Ist halt die Frage, Alex, ob wirklich interessant geworden wäre, oder letztendlich nur eine stagnierende Konsenssuppe übrig geblieben wäre. Das, was ich für interessant gehalten hätte, Aufbruch in Technologie, Bildung, persönliche Absicherung, digitale Veränderung, einschließlich erforderlicher begleitender Gesetzgebung, war doch relativ schnell als Gesprächsthema abgehakt.

Was interessiert mich als Kernkonfliktthema der einfach zu steuernde Familiennachzug?


Ich seh das ähnlich. Mir haben auch die sowohl bei den Grünen wie bei der FDP wirklich griffigen Liberalisierungsthematiken gefehlt. Und ich denke mal, das Lidner mit dem Schule Richtung Bund bei den Schwarzen ganz schön auf Granit gebissen hat.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon aleph » Mo 20. Nov 2017, 08:19

Minderheitenregierung ist schlecht. Da kann es passieren, dass jeder so abstimmt. wie er will und letztendlich die AFD mitregiert, wenn ein CDU-Abgeordneter einen Gesetzesvorschlag macht im Sinne der Rechten im BT.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon imp » Mo 20. Nov 2017, 08:25

aleph hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:21)

Merkel sollte dann aber nicht mehr als Spitzenkandidatin antreten.

Das wird lustig:

Wenn die CDU da alternative Pläne hat, sollte sie schnell handeln. Merkel ist immer noch die geschäftsführende Kanzlerin und die prägende Person der letzten 15 Jahre.

Die CSU hat über Wochen ihren Seehofer demontiert und kann jetzt eigentlich nur geschlossen der CDU folgen, evtl noch "immer einmal mehr als du" nachschreiend.

Die FDP hat außer Klimapanik und Arbeitnehmerrechte-Abbau bisher nichts präsentiert.
Die SPD hat einen Spitzenkandidaten, der seinen Glitter schon verschossen hat.
Wofür stehen noch mal die Grünen? Irgendwas mit Dieselverbot und Elektroauto.
Die AfD hat Petry verloren und einen Führungsstreit Meutern-Weidel begonnen, mehrere Landesverbände sind handlungsunfähig (Bayern, Sachsen, in Teilen MVP und Niedersachsen).
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon funzel » Mo 20. Nov 2017, 08:26

sünnerklaas hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:56)
1. es zeichnet sich ein schwerer Generationskonflikt zwischen den Beziehern von Altersrente und arbeitenden und sich in Ausbildung befindenden Jüngeren ab. Null- und Minuszinsen fressen die Altersvorsorge der Jüngeren auf, die werden, wenn es nicht grundlegende Änderungen gibt, nicht von ihrer Altersvorsorge haben. Gleichzeitig haben wir es fast überall mit stagnierenden und sogar schrumpfenden Märkten zu tun; die Börsenkurse sind weitgehend hoch spekulativ und bilden nicht mehr die Produktivität und Innovationskraft von Unternehmen ab.


halte ich für Blödsinn. Der eigentliche Verteilungskampf findet sicherlich nicht zwischen Rentnern und Arbeitnehmern statt, auch wenn es bestimmte Personengruppen gerne hätten, aber der Konflikt besteht hier und auch in anderen Bereichen immer noch in erster Linie zwischen 2 Klassen, den Arbeitern und den Kapitalisten.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Zinnamon » Mo 20. Nov 2017, 08:26

JJazzGold hat geschrieben:(20 Nov 2017, 07:43)

Dass Applaus von der falschen Seite kommen würde, stand zu erwarten.
Das ist ausgesprochen unangenehm, wird aber ebenso erfolgreich ignoriert werden, wie das Jammern der Linken.


Oder die Partei der Lobbyisten und Besserverdiener ist einfach rechter als Teile ihres Kundenstammes es wahrhaben wollen.

(..)Aus Verhandlungskreisen wurde am Samstag bekannt, dass der FDP-Vorsitzende Christian Lindner mehr als einmal mit überraschenden Manövern versucht hat, die CSU herauszufordern und politisch rechts zu überholen.
Offenbar mehrfach, so hieß es aus Verhandlungskreisen, habe Lindner in Momenten, in denen die CDU mit Kompromissvorschlägen CSU und Grüne einer Einigung nahe gebracht habe, plötzlich eine harte Linie eingeschlagen und bisherige Positionen der CSU übernommen.

Nach übereinstimmenden Berichten aus mehreren Sondierungsdelegationen soll das vor allem bei den umstrittenen Themen Familiennachzug und Ceta geschehen sein. Auf diese Weise habe Lindner die CSU unter Druck gesetzt und Kompromissmöglichkeiten erschwert. Gerade für die CSU ist es eine gefährliche Herausforderung, wenn die zurzeit beim Wähler gut angesehene FDP ihr auf diese Weise Konkurrenz macht.(..)
Ärgerlich ist das für Union und Grüne auch, weil die FDP offenbar plötzlich allen bei Themen Steine in den Weg legt, die sie öffentlich für sich selbst nicht als Priorität beschrieben hatte. Bislang gelten vor allem die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und eine Bildungsoffensive als zentrale Bereiche, von denen die FDP ein Jamaika-Bündnis abhängig gemacht hat. (..)

http://www.sueddeutsche.de/politik/sond ... -1.3755560
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Re: Was haltet ihr von Neuwahlen im Dezember?

Beitragvon imp » Mo 20. Nov 2017, 08:26

Ich hatte wohl den richtigen Riecher :)

Das wird ggf lustig:

Wenn die CDU da alternative Pläne hat, sollte sie schnell handeln. Merkel ist immer noch die geschäftsführende Kanzlerin und die prägende Person der letzten 15 Jahre.

Die CSU hat über Wochen ihren Seehofer demontiert und kann jetzt eigentlich nur geschlossen der CDU folgen, evtl noch "immer einmal mehr als du" nachschreiend.

Die FDP hat außer Klimapanik und Arbeitnehmerrechte-Abbau bisher nichts präsentiert.

Die SPD hat einen Spitzenkandidaten, der seinen Glitter schon verschossen hat.

Wofür stehen noch mal die Grünen? Irgendwas mit Dieselverbot und Elektroauto.

Die AfD hat Petry verloren und einen Führungsstreit Meutern-Weidel begonnen, mehrere Landesverbände sind handlungsunfähig (Bayern, Sachsen, in Teilen MVP und Niedersachsen).

Die Linken haben keinen richtigen Bundesgeschäftsführer und die Parteispitze zankt sich mit der Fraktion.
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Re: Jamaika: Die neue Bundesregierung

Beitragvon Provokateur » Mo 20. Nov 2017, 08:27

aleph hat geschrieben:(20 Nov 2017, 08:19)

Minderheitenregierung ist schlecht. Da kann es passieren, dass jeder so abstimmt. wie er will und letztendlich die AFD mitregiert, wenn ein CDU-Abgeordneter einen Gesetzesvorschlag macht im Sinne der Rechten im BT.


Die "Gefahr" hast du aber immer. Meinst du, die Regierung beschwert sich über die zusätzlichen Stimmen? Du kannst nicht verhindern, dass Abgeordnete für oder gegen etwas stimmen, was ihnen gefällt. Immerhin ist der Abgeordnete de jure nur seinem Gewissen verpflichtet - von Fraktionsdisziplin steht nichts im Grundgesetz.
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Re: Jamaika: NICHT die neue Bundesregierung

Beitragvon Cat with a whip » Mo 20. Nov 2017, 08:34

Maltrino hat geschrieben:(20 Nov 2017, 00:56)ir haben offenbar 7 (!) Parteien im Bundestag, die derzeit nicht regierungsfähig sind. Wie konnte das denn passieren?

Ich als relativ junger Mensch (Zumindest in Deutschland gelte ich als jung) lerne daraus folgendes.


Stimmt nur nicht dass 7 Parteien nicht regierungsfähig wären. Es gibt genau 2 auf die das nicht zutrifft, die FDP und die AfD. Beides verlogene neoliberale Versagerparteien.


Ausgangssituation: Es gab keine bequemen Mehrheiten für die klassischen Lager in denen man sich binnen einer Woche einigen konnte. Und die einzig Partei die sich zuletzt nicht als regierungsfähig bewiesen hat ist die FDP, denn an der scheiterte Schwarz-Gelb-Grün. Die FDP ist auch mit Merkel nach 2013 krachend untergegangen. Ja schon nach dem ersten halben Jahr ihrer Regierungszeit 2009 fand sie sich in der Unbeliebtheit unter 5%.

Was Sie richtig bemerkt haben ist, dass sie die Erklärungen Lindners nicht verstanden hätten. Seien sie beruhigt, denn das ist nicht ihre Schuld, denn der mutlose Blender LIndner konnte ja nur schwammige Ausflüchte kund tun, denn um Inhaltlich zu werden hätte er ja die Ursache bei seiner Versagertruppe benennen müssen.

Ich tippte vor den Sondierungsgeprächen darauf dass es nix wird, spannend war nur ob es an FDP oder an der CSU scheitert. Immerhin hat sich die CSU als genügend staatstragend und verantwortungsbewusst gezeigt und hätte tatsächlich diese für Deutschland neue Koalition mitgemacht.

Meine Meinung ist dass die FDP entgegen ihres wieder über Werbekampanien künstlich erzeugten frech-unkonventionellen Jugendimage einfach eine kraftlose, überforderte und verzagte Partei ist die keinen Arsch in der Hose hat. Schmierge Loser halt.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum

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