Wahlumfragen

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Selina
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Selina » Do 6. Jun 2019, 18:37

yogi61 hat geschrieben:(06 Jun 2019, 18:33)

Spass beiseite, es ist ja nicht neu, dass die Rechten die "neuen Medien" wesentlich effizienter zu nutzen wissen, als die Schnarchnasen von der Union und der SPD und auf die Dauer bringt es auch nichts, die AfD kleinzureden. Man muss sie bekämpfen.


Genau. Und das mit aller gebotenen Schärfe. Nur kommt man sich hier in diesem "Kampf" ziemlich alleingelassen vor. Das müsste doch aber Sache aller Demokraten sein, über Parteiengrenzen hinweg.
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yogi61
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon yogi61 » Do 6. Jun 2019, 18:39

Selina hat geschrieben:(06 Jun 2019, 18:37)

Genau. Und das mit aller gebotenen Schärfe. Nur kommt man sich hier in diesem "Kampf" ziemlich alleingelassen vor. Das müsste doch aber Sache aller Demokraten sein, über Parteiengrenzen hinweg.


Ist es eigentlich auch, aber die Demokraten von der Union und auch von SPD sind von der AfD inzwischen schon so getrieben worden, dass deren Anhänger manchmal gar nicht mehr wissen, wie der Kompass steht.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Selina
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Selina » Do 6. Jun 2019, 18:47

yogi61 hat geschrieben:(06 Jun 2019, 18:39)

Ist es eigentlich auch, aber die Demokraten von der Union und auch von SPD sind von der AfD inzwischen schon so getrieben worden, dass deren Anhänger manchmal gar nicht mehr wissen, wie der Kompass steht.


Schaut man nach Dänemark, hat die Sozialdemokratie einen ziemlich hohen Preis bezahlt, um die rechtspopulistische Dänische Volkspartei so stark zurückzudrängen. Klingt zwar erstmal gut, aber dafür sind die Sozialdemokraten eben auch stark nach rechts gerutscht. Sowas scheinen unsere Sozis ja auch vorzuhaben, schaut man sich das neue Gesetz zur "Rückführung" von Füchtlingen an.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon peterkneter » Do 6. Jun 2019, 18:55

Ich denke auf lange Sicht gibt es kaum andere Möglichkeiten für die Etablierten. Entweder versucht die CDU sich wieder weiter rechts zu bewegen, so dass für die SPD wieder in der Mitte Platz frei wird und sie sich aber gleichzeitig weiter nach Links orientiert oder die beiden ehemals großen Parteien werden immer kleiner in der Mitte zusammenschmelzen und die Ränder, insbesonders rechts, werden stärker. Oder die CDU lässt sich zunächst auf Länderebene auf eine Zusammenarbeit mit der AfD ein. Da werden jetzt viele protestieren aber letztlich ist die AfD eine demokratische Partei die legitim zur Wahl steht und zu Regieren ist immer schwerer als zu allem NEIN zu sagen, was die AfD im Moment so groß macht. Meuthen hat ja schon angekündigt, dass sie sich auch ans Regieren trauen wollen. Sollen sie doch. Dann werden die Bürger schnell sehen, dass sie auch nur mit Wasser kochen.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Sören74 » Do 6. Jun 2019, 19:00

Selina hat geschrieben:(06 Jun 2019, 18:47)

Schaut man nach Dänemark, hat die Sozialdemokratie einen ziemlich hohen Preis bezahlt, um die rechtspopulistische Dänische Volkspartei so stark zurückzudrängen. Klingt zwar erstmal gut, aber dafür sind die Sozialdemokraten eben auch stark nach rechts gerutscht. Sowas scheinen unsere Sozis ja auch vorzuhaben, schaut man sich das neue Gesetz zur "Rückführung" von Füchtlingen an.


Vielleicht sind sie in einer Sachfrage massiv nach Rechts gerutscht, bei anderen Themen sieht es wieder anders aus. Wobei dieser Kurs es den Sozialdemokraten nicht leicht machen wird, Koalitionspartner zu finden. Linke Parteien haben sich da eher zurückhaltend geäußert mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen.
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peterkneter
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon peterkneter » Do 6. Jun 2019, 19:12

Sören74 hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:00)

Vielleicht sind sie in einer Sachfrage massiv nach Rechts gerutscht, bei anderen Themen sieht es wieder anders aus. Wobei dieser Kurs es den Sozialdemokraten nicht leicht machen wird, Koalitionspartner zu finden. Linke Parteien haben sich da eher zurückhaltend geäußert mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen.


Ja, aber die Sozialdemokraten in Dänemark streben auch gar keine Koalition an sondern suchen sich die Mehrheiten je nach Thema.
finde ich gar nicht so unclever. Auf der anderen Seite ist das natürlich ein wenig ein Fähnchen im Wind....Aber grundsätzich ziehe ich
Flexibilität eher vor als in Stein gemeißelte Ideologie die an der Realität vorbei geht.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon sunny.crockett » Do 6. Jun 2019, 19:13

Selina hat geschrieben:(06 Jun 2019, 18:47)

Schaut man nach Dänemark, hat die Sozialdemokratie einen ziemlich hohen Preis bezahlt, um die rechtspopulistische Dänische Volkspartei so stark zurückzudrängen. Klingt zwar erstmal gut, aber dafür sind die Sozialdemokraten eben auch stark nach rechts gerutscht. Sowas scheinen unsere Sozis ja auch vorzuhaben, schaut man sich das neue Gesetz zur "Rückführung" von Füchtlingen an.


Der "hohe" Preis war, dass die Sozialdemokraten die stärkste Partei geworden sind. Bei uns hat die SPD schon vor Jahren beschlossen, diesen "hohen Preis" eines Wahlsieges nicht einzugehen und hat gegen die eigenen Wähler gearbeitet.
Was ist also der bessere Weg? Wahlgewinner oder Ruin der eigenen Partei ?
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Sören74 » Do 6. Jun 2019, 19:15

peterkneter hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:12)

Ja, aber die Sozialdemokraten in Dänemark streben auch gar keine Koalition an sondern suchen sich die Mehrheiten je nach Thema.
finde ich gar nicht so unclever. Auf der anderen Seite ist das natürlich ein wenig ein Fähnchen im Wind....Aber grundsätzich ziehe ich
Flexibilität eher vor als in Stein gemeißelte Ideologie die an der Realität vorbei geht.


Ja, dem kann ich einiges abgewinnen. Bei uns heißt es dann, "wir brauchen eine stabile Regierung". Okay, stabil ist gut. Aber wenn es in Stagnation abrutscht, ist das auch nicht so dolle. ;)
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon jorikke » Do 6. Jun 2019, 19:21

sunny.crockett hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:13)

Der "hohe" Preis war, dass die Sozialdemokraten die stärkste Partei geworden sind. Bei uns hat die SPD schon vor Jahren beschlossen, diesen "hohen Preis" eines Wahlsieges nicht einzugehen und hat gegen die eigenen Wähler gearbeitet.
Was ist also der bessere Weg? Wahlgewinner oder Ruin der eigenen Partei ?


Volkes Willen soll also die Parteien prägen.
Nicht die Parteien ihrem Volk die Meinung vorgeben.
...ist was dran.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Fliege » Do 6. Jun 2019, 19:24

Ger9374 hat geschrieben:(06 Jun 2019, 17:34)
Muss erst alles Im arsch sein bevor Deutschland merkt das was falsch läuft?!
jack000 hat geschrieben:(06 Jun 2019, 18:36)
Wenn man die deutsche Geschichte betrachtet, ist das offensichtlich so ...

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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Progressiver » Do 6. Jun 2019, 19:33

Einige hier in diesem Forum scheinen ja ebenfalls wohl in ihrer eigenen Blase zu leben. Anstatt das dauernde "AfD Hü oder hott" weiter zu befördern, will ich hiermit die neuesten Umfragen des ARD Deutschlandtrends bringen:

https://www.tagesschau.de/inland/deutsc ... -1671.html

Wäre demnach am Sonntag Bundestagswahl, dann sähen die Zahlen so aus:

CDU 25% SPD 12% AfD 13% FDP 8% LINKE 7% Grüne 26% Sonstige 9%.

Das Sensationelle an diesen Zahlen ist: 1. Zum ersten Mal stehen die Grünen vor der Union. 2. Die GroKo ist dermaßen unbeliebt, dass die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD immer mehr schrumpfen. 3. Die AfD kann nicht wirklich profitieren. 4. Die LINKE verliert leider auch. Dafür rückt Grün-Rot-Rot in den Bereich des Möglichen.

Auch in einer Grün-Schwarzen Koalition würde die CDU nicht mehr automatisch den oder die Kanzler/in stellen.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Fliege » Do 6. Jun 2019, 19:40

Progressiver hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:33)
Auch in einer Grün-Schwarzen Koalition würde die CDU nicht mehr automatisch den oder die Kanzler/in stellen.

Ich halte die Fortsetzung der Großen Koalition für demokratieschädigend, so dass es angezeigt ist, eine Alternative zu bevorzugen.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Progressiver » Do 6. Jun 2019, 19:52

Fliege hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:40)

Ich halte die Fortsetzung der Großen Koalition für demokratieschädigend, so dass es angezeigt ist, eine Alternative zu bevorzugen.


In Baden-Württemberg haben wir schon eine Weile eine grün-schwarze Regierung. Die CDU kommt aber nicht so weit hoch, die -hierzulande sehr konservativ aufgestellten- Grünen zu überholen. Was aber werden AKK und Markus Söder machen, wenn sie sich plötzlich den Grünen als Juniorpartner andienen müssen? Wird dann die Devise lauten: Wenigstens können wir damit Grün-Rot-Rot verhindern? Und was passiert eigentlich, wenn Herr Habeck oder Frau Baerbock dann doch lieber mit der geschrumpften SPD und den Linken regieren wollen? Wird dann wieder der "Untergang des Abendlandes" beschworen?
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon jack000 » Do 6. Jun 2019, 20:29

Fliege hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:24)

Ist Deutschland immer schon und trotz Demokratisierung immer noch bloß die kaputte Nation?

letzeres ...
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Nightrain » Do 6. Jun 2019, 20:45

Progressiver hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:33)
Dafür rückt Grün-Rot-Rot in den Bereich des Möglichen.


Verstehe ich nicht diese Schlussfolgerung. SPD/Linke geben ganze 8 Punkte ab, während die Grünen nur 6 Punkte dazugewinnen. rot-rot-grün steht also mit -2% da. Die CDU verliert 3%, FDP stagniert und AfD legt 1% zu, was ebenfalls -2% ausmacht.

Und damit komme ich auch schon zum Kern: Gewinner sind die "sonstigen Parteien". Da finde ich die Präsentation der Umfrage eine Frechheit, denn wie kann man bitteschön 9%(!) ohne konkrete Nennungen unter "Sonstige" wegsortieren?
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Progressiver » Do 6. Jun 2019, 21:30

Nightrain hat geschrieben:(06 Jun 2019, 20:45)

Verstehe ich nicht diese Schlussfolgerung. SPD/Linke geben ganze 8 Punkte ab, während die Grünen nur 6 Punkte dazugewinnen. rot-rot-grün steht also mit -2% da. Die CDU verliert 3%, FDP stagniert und AfD legt 1% zu, was ebenfalls -2% ausmacht.

Und damit komme ich auch schon zum Kern: Gewinner sind die "sonstigen Parteien". Da finde ich die Präsentation der Umfrage eine Frechheit, denn wie kann man bitteschön 9%(!) ohne konkrete Nennungen unter "Sonstige" wegsortieren?


Nicht doch. Nicht rot-rot-grün. Sondern grün-rot-rot. Diese Konstellation hat demnach mehr Prozentpunkte als die derzeitige Koalition aus Union und SPD. Diese "GroKo" wird bei der nächsten Bundestagswahl schon alleine deswegen nicht mehr zustande kommen, weil ihnen die Wähler weglaufen.

Oder besser gesagt: wegsterben! Die Rentner wählen noch überwiegend die Union oder die SPD. Doch die Grünen sind bei den unter 45jährigen heute schon die stärkste Partei. Irgendwann sind die heutigen Rentner aber alle tot. Deswegen war ja auch meine Kernfrage: Was tut die geschrumpfte Union dann, wenn sie bestenfalls Juniorpartner sein kann, wenn die Grünen sie irgendwannn -vielleicht schon bei den nächsten Bundestagswahlen- überflügeln werden? Und wohlgemerkt: Ich rede nicht von Schwarz-Grün. Die Grünen sind nicht so blöd, das mitzumachen. Aber, siehe Baden-Württemberg: Grün-Schwarz halte ich für möglich. Aber eben auch Grün-Rot-Rot. Wie also wird sich die CDU in diesem Fall verhalten? Wie die CSU? Im Übrigen tun die Unionsparteien ja alles, um die Jugend zu vergraulen, weil sie diese nicht versteht und nicht verstehen will. Und noch eine Frage meinerseits: Sind die sterbenden ehemaligen Volksparteien überhaupt noch am Puls der Zeit oder sind sie bald ohnehin überflüssig, da sie die Fragen und Probleme der heute lebenden Menschen weder beantworten wollen noch können?
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon John Galt » Do 6. Jun 2019, 22:17

Progressiver hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:33)

Das Sensationelle an diesen Zahlen ist: 1. Zum ersten Mal stehen die Grünen vor der Union. 2. Die GroKo ist dermaßen unbeliebt, dass die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD immer mehr schrumpfen. 3. Die AfD kann nicht wirklich profitieren. 4. Die LINKE verliert leider auch. Dafür rückt Grün-Rot-Rot in den Bereich des Möglichen.

Auch in einer Grün-Schwarzen Koalition würde die CDU nicht mehr automatisch den oder die Kanzler/in stellen.


Niemand der aktuell zu den Grünen rennt wünscht sich Grün-Rot-Rot.

An Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün wird man nicht vorbeikommen. Einfach mal in BW fragen, ob die Leute dort damit zufrieden sind....

Eine Ampel wäre gesellschaftspolitisch interessant, scheitert aber wie Jamaika an Zugeständnissen an die FDP.
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Zinnamon » Do 6. Jun 2019, 23:01

John Galt hat geschrieben:(06 Jun 2019, 22:17)

Niemand der aktuell zu den Grünen rennt wünscht sich Grün-Rot-Rot.


Laut der jüngsten Sonntagsfrage verlieren CDU und SPD stark, FDP bleibt gleich, AfD minimaler Zuwinn, Linke kleiner Verlust, und beim Zugewinn der Grünen, könnte der Anteil an Ex-SPDlern noch grösser sein als der an Ex CDUlern. Eigentlich bin ich da sicher. Und von denen hat ein guter Teil die Faxen der CDU so dicke, dass eine marginalisierte Linke sicherlich leichter zu verdauen ist als eine CDU als zweitstärkste Partei, wohlmöglich noch unter Akk oder Merz.

https://www.zdf.de/politik/politbaromet ... n-100.html

Es wird wohl darum gehen, Neuwahlen zu vermeiden solange es noch geht und darzustellen, dass man verstanden habe.


An Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün wird man nicht vorbeikommen. Einfach mal in BW fragen, ob die Leute dort damit zufrieden sind....

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Re: Wahlumfragen

Beitragvon sünnerklaas » Do 6. Jun 2019, 23:14

Nightrain hat geschrieben:(06 Jun 2019, 20:45)

Verstehe ich nicht diese Schlussfolgerung. SPD/Linke geben ganze 8 Punkte ab, während die Grünen nur 6 Punkte dazugewinnen. rot-rot-grün steht also mit -2% da. Die CDU verliert 3%, FDP stagniert und AfD legt 1% zu, was ebenfalls -2% ausmacht.

Und damit komme ich auch schon zum Kern: Gewinner sind die "sonstigen Parteien". Da finde ich die Präsentation der Umfrage eine Frechheit, denn wie kann man bitteschön 9%(!) ohne konkrete Nennungen unter "Sonstige" wegsortieren?


Das können durchaus zig Parteien sein, die jeweils zwischen 1 und 2% in der Umfrage erreichen. Wenn man die alle auflistet, hat man irgendwann ein Problem mit der Übersichtlichkeit der Präsentation.
Was aber ohne Zweifel sichtbar ist, ist eine Abkehr von den inhaltlich, wie auch praktisch-politisch aus der Zeit gefallenen alten Volksparteien. Die CDU trifft das im Moment weniger stark, weil die sich schon seit gut 20 Jahren sukzessive aus den Großstädten zurückzieht und das Feld dort praktisch kampflos den Grünen überlassen hat. Man setzt auf alte, konservative Mehrheiten im ländlichen Raum mit hoher Altersstruktur. Gemeinsam mit der AfD hat man eine äußerst kritische Haltung gegenüber der jüngeren Generation. Man versteht sie nicht und will sie auch nicht verstehen. Gauland hat der JA, also der eigenen Jugendorganisation zu verstehen gegeben, dass ihn das Anliegen der JA Berlin nicht interessiere.
Alpha Centauri
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Re: Wahlumfragen

Beitragvon Alpha Centauri » Do 6. Jun 2019, 23:38

Sören74 hat geschrieben:(06 Jun 2019, 19:15)

Ja, dem kann ich einiges abgewinnen. Bei uns heißt es dann, "wir brauchen eine stabile Regierung". Okay, stabil ist gut. Aber wenn es in Stagnation abrutscht, ist das auch nicht so dolle. ;)


Absolut,gerade wenn man sich das Gefasel mancher Unions Politiker zu Gemüte führt, da wird dann gerne mal Stabilität mit Stagnation verwechselt.

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