Wünschenwerte Auswanderziele

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Wohin würdet ihr gerne auswandern?

England
2
4%
Schottland
3
5%
Irland
3
5%
Frankreich
3
5%
sonstwo in Europa
5
9%
USA
4
7%
Südafrika
1
2%
Chile
1
2%
Kalifornien
3
5%
Australien
5
9%
Neu Seeland
4
7%
sonstwo im außer-europäischen Ausland
10
18%
nirgends
13
23%
 
Abstimmungen insgesamt: 57
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H2O
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon H2O » Mo 30. Mär 2020, 15:43

Dampflok94 hat geschrieben:(30 Mar 2020, 15:05)

Ich glaube, da hast Du mindestens eine Null vergessen. :) Menschen verlassen ihre Heimat nur sehr selten, wenn es ihnen dort gut geht.

Bescheiden, wie unsereiner nun einmal ist! ;) Ja, bei mir kam doch schon etwas Abenteuerlust dazu, noch einmal etwas ganz anderes zu beginnen. Allerdings ohne wirkliches Risiko als Rentner in der EU.
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Juan
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon Juan » Mo 30. Mär 2020, 17:46

H2O hat geschrieben:(30 Mar 2020, 15:43)

... Allerdings ohne wirkliches Risiko als Rentner in der EU.


Ein gutes Stichwort:
Um wievel tiefer sind die Lebenskosten in Polen im Vergleich zu Deutschland?
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H2O
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon H2O » Mo 30. Mär 2020, 21:52

Juan hat geschrieben:(30 Mar 2020, 17:46)

Ein gutes Stichwort:
Um wievel tiefer sind die Lebenskosten in Polen im Vergleich zu Deutschland?


Schwer zu sagen; ich kaufe meinen Bedarf für 2 Personen etwa 1- bis 2-mal in der Woche nach. Meine Kassenzettel liegen zwischen 150 PLN und 250 PLN. Sagen wir 6-mal im Monat zu 200 PLN: 1200 PLN im Supermarkt Lidl. Ich hebe 1- bis 2-mal 1000 PLN im Monat für Barzahlungen ab. Sagen wir einmal 1500 PLN für kleine Läden, Friseur, Fußpflege und gelegentliche Wirtshausbesuche (allerdings der sehr einfachen Art). Kein Alkohol, keine Tabakwaren, keine Kleidung (wir tragen ab und werfen weg).

Handwerks- und Hilfsleistungen monatlich etwa 1200 PLN.... manchmal nichts, manchmal deutlich mehr... sagen wir also im Durchschnitt.

Dieseltreibstoff und Werkstätten für Kleinigkeiten 500 PLN, 'mal nichts, mal mehr...

Grundsteuer im Jahr 1200 PLN
Müllabfuhr und Grundwasserentnahme 1500 PLN im Jahr
Telekom Polska 200 PLN (Internet, Telefon) monatlich
Wartungsarbeiten Wasserversorgung, Wasseraufbereitung, Abwasserentsorgung 2000 PLN jährlich
Strom im Winter 1000 kWh (600 PLN monatlich), im Sommer 200 kWh (120 PLN monatlich)... darin sind sämtliche Energiekosten enthalten

Wohnungskosten unbekannt; ich baue und lasse bauen... und da fließt das Geld wirklich in reißendem Strom ab. Geschätzte Mietkosten für 65 m² Neubau (>1990) 500 PLN monatlich (kalt)

Deutsche Rentenversicherung wird in Deutschland versteuert, andere Einkünfte in Polen (Betriebsrenten) Das regelt ein Staatsvertrag zwischen PL und D. Gesetzliche Krankenkasse wird in Deutschland eingezogen, aber Sie werden in Polen medizinisch versorgt mit einer (für Sie kostenlosen) Rentenversicherung für Rentner.

Ich komme bei fairer Betrachtungsweise auf rund 6.000 PLN für ein älteres Ehepaar, das hier sorglos in den Tag lebt. In Euro sind das etwa 1.500 € monatlich. In Deutschland dürfte diese Betrachtungsweise bei etwa 2.000 € "Familieneinkommen"
liegen. Durch eiserne Selbstbeschränkung könnte ich diese Ausgaben auf 1.200 € in Polen senken. Aber dann ist nichts mehr mit Bohnenkaffee oder Apfelsinen oder Importgemüse oder gelegentlichem Gasthausbesuch (2-mal im Monat). Wir verkneifen uns wirklich nichts. Auf dieser Grundlage (unser sehr persönlicher Lebensstil) wäre das Leben für uns in Deutschland 30% teurer... oder verglichen mit Deutschland ist das Leben in Polen 25 % preisgünstiger.

Man muß sehen, daß in Polen eine Verkäuferin, ein Verkäufer bei Lidl (Einräumen, Aufräumen, Reinigungsarbeiten, Kassendienst) etwa 3900 PLN verdient. Kein Wunder, daß in Polen die meisten Ehefrauen und Mütter berufstätig sind. Das Schlaraffenland ist hier ganz bestimmt nicht ausgebrochen, aber so richtig herzerweichend arm sind die Menschen in Polen auch nicht.

Nachtrag: Kosten für Immobilien D und PL
https://immobilie-polen.de/Immobilienpreise-Polen/
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Juan
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon Juan » Di 31. Mär 2020, 15:37

Danke @H2O für den ausführlichen und informativen Bericht. Auch die Preisvergleiche für Immobilien sind interessant.

Für Rentner mit deutscher Rente kann es somit durchaus Vorteilhaft sein, sich in Polen niederzulassen. Sicher gibt es auch berufstätige Grenzgänger, die in D arbeiten und in PL wohnen, um etwas mehr vom Einkommen zu profitieren?

In Frankreich jedenfalls wird das von CH Rentnern gerne so gehandhabt. Sie kaufen sich ein Haus in F, was je nach Gegend etwa 3 mal güstiger ist als in der CH und verbringen ihren Lebensabend -mit ihrer im Vergleich zu Frankreich 3-4mal höheren Rente- beinahe "wie Gott in Frankreich." :-)
Auch F Grenzgänger gibt es viele, die in der CH arbeiten und in F wohnen. Ungefähr 180'000. So können sie mit einem etwa 3fach höherem Lohn ganz gut leben. Ich profitiere auch von einer (relativ bescheidenen) CH Rente und vor der Einführung des Euro waren mit Derselben die Verhältnisse geradezu paradiesisch.
Inzwischen hat sich das geändert und die Lebenskosten sind rapide gestiegen, wobei die Löhne nur sehr sehr mässig mitsteigen. Wie überall in der EU, denke ich.
Deshalb sind auch in F Ehehleute meist beide berufstätig (oder arbeitslos). ;-) und setzten mit 3 Kindern auf einen nicht unbeträchtlichen Kindergeld-Zuschuss.:-)
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon Bauch » Mo 6. Apr 2020, 21:18

1. Donegal
2. Negev
3. Auckland
4. Wien
5. Kopenhagen
Bei wilden Bäumen sind die Blüten wohlriechend,
bei zahmen die Früchte.
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon Lomond » Mi 8. Apr 2020, 12:37

Bauch hat geschrieben:(06 Apr 2020, 21:18)

1. Donegal



Donegal is OK! :)
Non enim propter gloriam, divicias aut honores pugnamus set propter libertatem solummodo quam Nemo bonus nisi simul cum vita amittit.
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Re: Wünschenwerte Auswanderziele

Beitragvon H2O » Mi 8. Apr 2020, 18:54

Juan hat geschrieben:(31 Mar 2020, 15:37)

Danke @H2O für den ausführlichen und informativen Bericht. Auch die Preisvergleiche für Immobilien sind interessant.

Für Rentner mit deutscher Rente kann es somit durchaus Vorteilhaft sein, sich in Polen niederzulassen. Sicher gibt es auch berufstätige Grenzgänger, die in D arbeiten und in PL wohnen, um etwas mehr vom Einkommen zu profitieren?

Für mich war entscheidend, daß ich ein naturnahes weit abgelegenes Grundstück zu günstigen Bedingungen erwerben konnte. Ja, es ist wohl richtig, daß man als deutscher Altersrentner in Polen ganz gut über die Runden kommt. Das war bei mir aber unabhängig vom Wohnland so.

Ich meine, daß polnische Sprachkenntnisse mitentscheidend bei einer solchen Frage sind. Und diese speziellen Sprachkenntnisse sind in Deutschland nicht so weit verbreitet, und nicht jeder Deutsche mit polnischen Sprachkenntnissen nimmt die zum Anlaß, sich in Polen nieder zu lassen... ganz ohne polnische Wurzeln.

In Frankreich jedenfalls wird das von CH Rentnern gerne so gehandhabt. Sie kaufen sich ein Haus in F, was je nach Gegend etwa 3 mal güstiger ist als in der CH und verbringen ihren Lebensabend -mit ihrer im Vergleich zu Frankreich 3-4mal höheren Rente- beinahe "wie Gott in Frankreich." :-)
Auch F Grenzgänger gibt es viele, die in der CH arbeiten und in F wohnen. Ungefähr 180'000. So können sie mit einem etwa 3fach höherem Lohn ganz gut leben. Ich profitiere auch von einer (relativ bescheidenen) CH Rente und vor der Einführung des Euro waren mit Derselben die Verhältnisse geradezu paradiesisch.
Inzwischen hat sich das geändert und die Lebenskosten sind rapide gestiegen, wobei die Löhne nur sehr sehr mässig mitsteigen. Wie überall in der EU, denke ich.
Deshalb sind auch in F Ehehleute meist beide berufstätig (oder arbeitslos). ;-) und setzten mit 3 Kindern auf einen nicht unbeträchtlichen Kindergeld-Zuschuss.:-)

Na ja, Kinder in tragbarer Anzahl gehören zum Lebensglück eines liebenden Paares. Natürlich muß das Einkommen dazu hinreichen. Dazu trägt der französische Staat bei, und das sollten wir alle dankbar anerkennen. "2 bis 3" Kinder heißt vermutlich immer noch, daß die Zahl der gebürtigen Franzosen nicht nennenswert ansteigt. In Deutschland haben wir mit "1,2 bis 1,5" Kindern je Frau im gebärfähigen Alter einen Rückgang der Einwohnerzahl, der aber ausgeglichen wird durch Zuwanderung aus andern Ländern der EU und der Welt. Wir sollten im Zusammenhang mit Kindern den Aspekt "Lebensglück" nicht ganz einfach unter den Tisch fallen lassen. Meine Frau und ich sind froh, daß wir Kinder aufgezogen haben, die heute unsere deutsche Gesellschaft mit tragen.

Ja, im Grenzbereich Deutschland-Polen gibt es bemerkenswerte Verschiebungen. Im Großraum Stettin sind Häuser und Grundstücke auf polnischer Seite teuer geworden, und auf deutscher Seite wandern Menschen nach Westen ab... stehen Häuser leer und sind für "kleines Geld" zu erwerben. Dort gibt es Polen, die sich dann dort niederlassen, aber zur Arbeit nach Stettin einpendeln. Diese Zuwanderer beleben sterbende Dörfer wieder, ermöglichen den Bestand von Schulen und Kindergärten. So weit gelegentliche Pressenachrichten.

Im polnischen Raum vor Breslau hat sich die Wirtschaft gut entwickelt; dort sind angeblich viele deutsche Pendler beschäftigt, die dort entweder überhaupt einen festen Arbeitsplatz haben, oder aber besser verdienen als auf der teils verödeten und überalterten deutschen Seite. Die Sache mit den Sprachkenntnissen ist da wohl kein grundlegendes Hindernis. Das alles kenne ich aber nicht aus eigener Beobachtung sondern ebenfalls nur aus gelegentlichen Pressenachrichten.

Etwas anders dürften die Verhältnisse im Berliner Raum liegen, Da wird es eher so sein, daß Polen ihr Glück in Berlin und im Speckgürtel um Berlin suchen. Nebenbei gesagt wirkt sich dieser Sog bis nach Westpommern aus. Meine nächsten polnischen Nachbarn haben ihren Lebensmittelpunkt in Berlin, haben sich aber einen polnischen Alterswohnsitz zugelegt. Da bin ich jetzt die deutsche "Stallwache"... ich sitze in der Corona-Krise in Westpommern fest, die sind in Berlin verhaftet, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Hier ist also ziemlich "tote Hose". Was aber genau meinen Vorstellungen von einem Alterssitz entspricht.

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