Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon imp » Mi 11. Sep 2019, 19:59

rain353 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 19:27)

Was für Werke habt ihr im Deutschunterricht durchgenommen?

Faust
Faust 2
Kabale und Liebe
Anne Frank
Tod eines Kritikers
Die Stadt ohne Juden
Die Klavierspielerin
Romeo und Julia auf dem Dorfe
Die Blechtrommel
Der Zetteltraeger Papp
Weh dem, der luegt
Einen Jux will er sich machen
Simplicissimus
Macbeth
Til Eulenspiegel
Robinson Crusoe I
Don Quijote
Effi Briest
Bahnwaerter Thiel
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon imp » Mi 11. Sep 2019, 20:07

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2019, 23:33)

Diese Frage sollte ich hier nicht beantworten, sondern eine/r unserer Brüder und Schwestern, die im sowjetischen Machtbereich leben mußten. Politisch zeigen sich erkennbare Unterschiede. Warum wohl? Weil es nichts Trennendes gab?

Tja und dann könnten wir auch die einseitige Vereinigung mit Österreich in dieser Weise abhandeln. Freiheitskämpfe der gegen Willen und Gefühl zwangsvereinigten Österreicher sind mir nicht bekannt geworden. Wohl aber Jubelspaliere, die das Trennende bewiesen. Und das, obwohl damals die finstere Naziherrschaft diesen Anschluß herbei führte. Nicht schön und heroisch, aber wahr.

Die Republik Oesterreich hatte vor der Zwangsumbenennung den Namen Deutschoesterreich. Nach Artikel 2 der Verfassung "Teil der deutschen Republik".

Die uralte Idee vor allem republikanischer und liberaler Kraefte eines Oesterreich im Rahmen Deutschlands war praesent in Rest-Oesterreich lange vor Hitler und Seysz-Inquart.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Mi 11. Sep 2019, 20:29

imp hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:07)

Die Republik Oesterreich hatte vor der Zwangsumbenennung den Namen Deutschoesterreich. Nach Artikel 2 der Verfassung "Teil der deutschen Republik".

Die uralte Idee vor allem republikanischer und liberaler Kraefte eines Oesterreich im Rahmen Deutschlands war praesent in Rest-Oesterreich lange vor Hitler und Seysz-Inquart.


Dann hätten allerdings die monotheistischen und klerikalen bzw. katholischen Kreise ein Übergewicht in Deutschland.

Wenn Bismarck den Krieg gegen Österreich verloren hätte, hätten die Jesuiten alle Protestanten in den süddeutschen Gebieten umbringen lassen....
Für die war es fast wie ein Weltuntergang, dass in Zentraleuropa ein protestantischer (von Preußen dominierte) Staat entstand.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon imp » Mi 11. Sep 2019, 20:41

rain353 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:29)

Dann hätten allerdings die monotheistischen und klerikalen bzw. katholischen Kreise ein Übergewicht in Deutschland.

Wenn Bismarck den Krieg gegen Österreich verloren hätte, hätten die Jesuiten alle Protestanten in den süddeutschen Gebieten umbringen lassen....
Für die war es fast wie ein Weltuntergang, dass in Zentraleuropa ein protestantischer (von Preußen dominierte) Staat entstand.

Ja, aber 1918 war bei den Klerikalen das Thema eigenständig lebensfaehiges Rest-Oesterreich
auch ganz anders bewertet als zu Zeiten vor dem norddoitschen Bond. Viele politische Stroemungen sagten damals am Stammtisch: Doof, dass es Hitler ist. Aber gut, dass es passiert. Nor ain Jahr spaeter kam der Krieg und alles wurde ohnendlich forchtbar. Trotzdem bin ich ueberzeugt, waere es 1945 Policy gewesen, oesterreich als Zone des Reick zu betrachten, wir haetten heute allenfalls einen schrullig-folkloristischen Partikularismus a la Bayernpartei - und auch auf dem, naja, Niveau des Zuspruchs bei echten Wahlen.

Es kam anders und heute im Rahmen der EU gibt es wenig praktische Benefits, irgendwelche Aenderungen auch nur zu erwaegen. Wie viel oder wenig kulturelle Distinktion in Oesterreich, Hessen, Hamburg oder der ostpreussischen Traditionslinie steckt, ist kaum einen Streit wert. Da geht der Zweck doch dem Argument vor.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Mi 11. Sep 2019, 20:44

imp hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:41)

Ja, aber 1918 war bei den Klerikalen das Thema eigenständig lebensfaehiges Rest-Oesterreich
auch ganz anders bewertet als zu Zeiten vor dem norddoitschen Bond. Viele politische Stroemungen sagten damals am Stammtisch: Doof, dass es Hitler ist. Aber gut, dass es passiert. Nor ain Jahr spaeter kam der Krieg und alles wurde ohnendlich forchtbar. Trotzdem bin ich ueberzeugt, waere es 1945 Policy gewesen, oesterreich als Zone des Reick zu betrachten, wir haetten heute allenfalls einen schrullig-folkloristischen Partikularismus a la Bayernpartei - und auch auf dem, naja, Niveau des Zuspruchs bei echten Wahlen.

Es kam anders und heute im Rahmen der EU gibt es wenig praktische Benefits, irgendwelche Aenderungen auch nur zu erwaegen. Wie viel oder wenig kulturelle Distinktion in Oesterreich, Hessen, Hamburg oder der ostpreussischen Traditionslinie steckt, ist kaum einen Streit wert. Da geht der Zweck doch dem Argument vor.


1938 fand die Vereinigung mit Österreich nur so schnell statt, da sonst wegen der Blomberg-Fritsch Affäre wohl ein Putsch erfolgt wäre, da Werner Freiherr von Fritsch zu Unrecht der Homosexualität beschuldigt wurde.
Dieser hatte zusammen mit von Blomberg(Reichskriegsminister) sich gegen den Krieg ausgesprochen.
Hitler hat übrigens den Einfluss der Klerikalen auf Deutschland massiv erhöht........ Solche Leute waren mir schon immer zuwider....
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon imp » Mi 11. Sep 2019, 20:46

rain353 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:44)

1938 fand die Vereinigung mit Österreich nur so schnell statt, da sonst wegen der Blomberg-Fritsch Affäre wohl ein Putsch erfolgt, wäre, da Werner Freiherr von Fritsch zu Unrecht der Homosexualität beschuldigt wurde.
Dieser hatte zusammen mit von Blomberg(Reichskriegsminister) sich gegen den Krieg ausgesprochen.
Hitler hat übrigens den Einfluss der Klerikalen auf Deutschland massiv erhöht........ Solche Leute waren mir schon immer zuwider....

Wie sehr mir Hitler oder seine modernen Klone in Deutschland und der Welt zuwider sind, habe ich wohl ausreichend an sehr vielen Stellen in den Jahren dargestellt.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Mi 11. Sep 2019, 20:49

imp hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:46)

Wie sehr mir Hitler oder seine modernen Klone in Deutschland und der Welt zuwider sind, habe ich wohl ausreichend an sehr vielen Stellen in den Jahren dargestellt.


Habe ich auch nicht in Frage gestellt, aber ich wollte nur unterstreichen, was ich von diesen klerikalen Kräfte halte.

Am allerschlimmsten sind diese Jesuiten, die haben so manches Menschenleben auf dem Gewissen...
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 11. Sep 2019, 20:56

H2O hat geschrieben:(09 Sep 2019, 09:18)

Ich halte niemandem etwas vor; weder unseren Ossis noch unseren Ösis. Teil der deutschen Kultur sind sie allemal... oder haben Sie daran begründete Zweifel? Ich empfinde künstlich herbeigeredete Unterschiede als Ausweis geringer Eindringtiefe in die deutsche und die europäische Kultur. Ehrlich gesagt empfinde ich Ihre Fragestellungen unangemessen aggressiv... und antworte darauf in angepaßter Weise. Das hätte ich vielleicht unterlassen sollen.

Es tut mir leid, wenn Sie meine Argumentationsweise als unangemessen aggressiv empfinden.
Vielleicht erlauben Sie mir Ihnen zu erklären,
warum sich mein deutsches Kulturverständnis überwiegend in der Zeit nach 1945 begründet.
Weder Schiller oder Goethe oder andere haben die großen Kriege verhindert.
Martin Luther hat auch das Bauernsterben auch nicht verhindert.
Wenn es Kultur ist, die Tafel mit einem Tuch zu decken, auf ihr Nazikultur, Biedermeier und Romantik oder anderes zu servieren
und unter der Tischdecke, die Geknechteten und Toten dieser Art von Kultur zu lagern,
dann ist das eben nicht meine Art von Kulturbegriff!
Und nein, ich wollte Sie nicht angreifen.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon imp » Mi 11. Sep 2019, 20:57

rain353 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:49)

Habe ich auch nicht in Frage gestellt, aber ich wollte nur unterstreichen, was ich von diesen klerikalen Kräfte halte.

Am allerschlimmsten sind diese Jesuiten, die haben so manches Menschenleben auf dem Gewissen...

Yeah, I won't go there, sorry. Das Thema religioes motivierte Politik von Geissler bis Lafontaine und Ramelow, von Jesuiten bis bin Laden und Haus Saud, von gewalttaetigen Hindus bis zum Hussitenkrieg, das ist mir etwas zu fett fuer den gemuetlichen Abendspaziergang, den ich gleich komplettiere.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Mi 11. Sep 2019, 21:29

Bielefeld09 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:56)

Es tut mir leid, wenn Sie meine Argumentationsweise als unangemessen aggressiv empfinden.
Vielleicht erlauben Sie mir Ihnen zu erklären,
warum sich mein deutsches Kulturverständnis überwiegend in der Zeit nach 1945 begründet.
Weder Schiller oder Goethe oder andere haben die großen Kriege verhindert.
Martin Luther hat auch das Bauernsterben auch nicht verhindert.
Wenn es Kultur ist, die Tafel mit einem Tuch zu decken, auf ihr Nazikultur, Biedermeier und Romantik oder anderes zu servieren
und unter der Tischdecke, die Geknechteten und Toten dieser Art von Kultur zu lagern,
dann ist das eben nicht meine Art von Kulturbegriff!
Und nein, ich wollte Sie nicht angreifen.


Na ja, meine Sichtweise ist sicher nicht, einen großen Dichter und Denker für Kriege verantwortlich zu machen, die er durch sein Schrifttum nicht verhindern konnte. Offen bleibt doch meine Frage, wodurch sich die Kultur der Ossis und Ösis von der deutschen Kultur absetzt. Für mich sind solche Auffälligkeiten kaum erkennbar. Wir müssen zulassen, daß der einzelne Kulturschaffende in Beziehung zu seiner landsmannschaftlichen Herkunft gesetzt wird. Daraus dann eine besondere landsmannschaftliche Kultur ab zu leiten... das fällt mir schwer.

Von daher ja auch meine freche Ansage, daß es eine deutsche Kultur gar nicht gibt. Die deutsche Kultur ist so tief eingebettet in die Kulturen unserer Nachbarn, daß sie sich allenfalls durch die Menge ihrer Hervorbringungen bemerkbar macht... kein Wunder bei dem zahlenmäßigen Potential unserer Gemeinschaft von ungefähr 100 Mio Deutschsprachigen.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Bielefeld09 » Mi 11. Sep 2019, 22:40

H2O hat geschrieben:(11 Sep 2019, 21:29)

Na ja, meine Sichtweise ist sicher nicht, einen großen Dichter und Denker für Kriege verantwortlich zu machen, die er durch sein Schrifttum nicht verhindern konnte. Offen bleibt doch meine Frage, wodurch sich die Kultur der Ossis und Ösis von der deutschen Kultur absetzt. Für mich sind solche Auffälligkeiten kaum erkennbar. Wir müssen zulassen, daß der einzelne Kulturschaffende in Beziehung zu seiner landsmannschaftlichen Herkunft gesetzt wird. Daraus dann eine besondere landsmannschaftliche Kultur ab zu leiten... das fällt mir schwer.

Von daher ja auch meine freche Ansage, daß es eine deutsche Kultur gar nicht gibt. Die deutsche Kultur ist so tief eingebettet in die Kulturen unserer Nachbarn, daß sie sich allenfalls durch die Menge ihrer Hervorbringungen bemerkbar macht... kein Wunder bei dem zahlenmäßigen Potential unserer Gemeinschaft von ungefähr 100 Mio Deutschsprachigen.

Ich finde eben Ihre Aussage nicht frech, das es die eine deutsche Kultur eben nicht gibt.
Kultur ist eben auch nicht von der Deutschsprachigkeit abhängig, sondern von ihrer Lebendigkeit und ihrem Bestehen in der Gegenwart.
Meine deutsche Kultur grenzt eben nicht aus,
schätzt heimische Rituale, lebt Gegenwartskultur und ist offen für Neues.
Ich mag eben den Schimmelreiter aus der Literatur genauso wie den Mann auf der Bank neben mir.
Der marrokanische Opa meines Großneffen.
Kultur ist eben gutgelebte Zeit mit Menschen.
Das Gleiche wünsche ich Ihnen vom Herzen.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 12. Sep 2019, 00:03

Wir sollten vielleicht von den Hervorbringungen von Kulturschaffenden reden, die genial unsere ganz alltägliche Welt mit Glanz und Freude ausformen. Davon unterscheiden sollte man schon den mitmenschlichen Umgang miteinander, den man gar nicht überschätzen kann, wenn er gelingt. Das Genie kann durchaus ein Ekel als Mitmensch sein... aber es verfügt nun einmal über Begabungen, die es weit aus der Menge ansonsten wohlmeinender Mitmenschen heraus hebt.

Ich meine, daß diese ungewöhnlichen Leistungen eine Kultur prägen.

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