Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

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rain353
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Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Mi 4. Sep 2019, 23:23

Ich wollte mich mit euch über Deutsche Kultur und deren Ursprünge unterhalten.

Wenn ich das Wort Deutsche Kultur denke, denke ich nicht an "Wir sind nicht Burka", sondern eher an (Hölderlin, Schiller, Nietsche, Goethe(auch, wenn er vom Mordplan an Schiller gewusst hat), Kant, Hegel(hat von Hölderlin abgeschrieben).
Selbst den Kommunisten ist aufgefallen, dass alles Gute vom Kommunismus nicht von Hegel sondern eigentlich von Hölderlin kam....

Man kann viele Teile der Deutschen Kultur nicht verstehen, wenn man nicht auch die griechische Antike versteht(Plato, Aristoteles; HOMER ILIIAS etc.), was besonders in Hölderlins Werken seinen Einschlag findet.

"Die Wissenschaft nötigt uns, den Glauben an einfache Kausalitäten aufzugeben."
"Toleranz ist ein Beweis des Mißtrauens gegen ein eigenes Ideal." - Nietzsche]

Guter Rat
"Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von
beiden,
Beides verdammen sie dir, zeigest du beides zugleich"

An Diotima
"Schönes Leben! du lebst, wie die zarten Blüten im Winter,
In der gealterten Welt blühst du verschlossen, allein.
Liebend strebst du hinaus, dich zu sonnen am Lichte des
Frühlings,
Zu erwarmen an ihr suchst du die Jugend der Welt.
Deine Sonne, die schönere Zeit, ist untergegangen 5
Und in frostiger Nacht zanken Orkane sich nun." - Hölderlin]

Der Neckar: https://www.youtube.com/watch?v=9VZ16FbmfnM

Was verbindet ihr mit Deutsche Kultur und was sind eure Lieblingsdichter?
"Es ist nichts so klein und wenig, woran man sich nicht begeistern könnte." - Friedrich Hölderlin
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H2O
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 03:15

Eine "Deutsche Kultur" läßt sich wohl kaum abgrenzen von der Kultur unserer Nachbarvölker. Was zuerst in deutscher Sprache aufgeschrieben und verkündet wurde, das hat es zuvor oder danach in anderen Sprachen erneut oder weiter entwickelt gegeben. Um das demütig zu erkennen, muß man aber die Muttersprachen unserer Nachbarn so weit beherrschen, daß man seine "deutschen" Gedanken und Verhaltensweisen dort wiederfindet.

Sie selbst sagen es ja schon: Um geistige Bezüge unserer deutschen Texte zu verstehen, müssen die Ursprünge in Mythen und Philosophien der Antike durchdrungen worden sein. Nun, das geht unseren Nachbarn genau so. Auch deren Texte bedienen sich dort, auch deren Gedankengänge bewegen das dort Gelesene weiter.

So sehr wir uns über eine gelungene sprachliche Form freuen... sie soll doch Gedanken ausdrücken und vermitteln. Darüber freuen sich unsere Nachbarvölker in ihrer Sprache nicht weniger.

Ich konnte diesen nur sehr oberflächlichen Eindruck in Italien, Frankreich und Großbritannien gewinnen, beginne damit in Polen. Vielleicht unterstreicht die in der Vergangenheit immer wieder berichtete Reiselust von Geistesgrößen diese Allgegenwart unserer Kultur, die nicht nur unsere ist... zwischen St Petersburg und Lissabon?

Mein bewunderter Schriftsteller in deutscher Sprache: Thomas Mann mit seinem Roman "Joseph und seine Brüder"

Mein bewunderter Dichter in deutscher Sprache: Heinrich Heine

Aber zwei Namen nennen, das heißt doch auch wieder, andere nicht zu nennen, die diese Behandlung nie und nimmer verdient haben. Es kommt wohl doch auf die augenblickliche Stimmung an, wenn man seine Wahl trifft.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Bielefeld09 » Do 5. Sep 2019, 05:19

Nur mal erwähnt:
Nachts schlafen die Ratten doch!
Oder eben nicht!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Ger9374

Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Ger9374 » Do 5. Sep 2019, 07:32

Bielefeld09 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 05:19)

Nur mal erwähnt:
Nachts schlafen die Ratten doch!
Oder eben nicht!


Schläfst du Nachts denn nicht, du müsstest das doch wissen;-))
rain353
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Do 5. Sep 2019, 10:03

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2019, 03:15)



Eine "Deutsche Kultur" läßt sich wohl kaum abgrenzen von der Kultur unserer Nachbarvölker. Was zuerst in deutscher Sprache aufgeschrieben und verkündet wurde, das hat es zuvor oder danach in anderen Sprachen erneut oder weiter entwickelt gegeben. Um das demütig zu erkennen, muß man aber die Muttersprachen unserer Nachbarn so weit beherrschen, daß man seine "deutschen" Gedanken und Verhaltensweisen dort wiederfindet.

Sie selbst sagen es ja schon: Um geistige Bezüge unserer deutschen Texte zu verstehen, müssen die Ursprünge in Mythen und Philosophien der Antike durchdrungen worden sein. Nun, das geht unseren Nachbarn genau so. Auch deren Texte bedienen sich dort, auch deren Gedankengänge bewegen das dort Gelesene weiter.

So sehr wir uns über eine gelungene sprachliche Form freuen... sie soll doch Gedanken ausdrücken und vermitteln. Darüber freuen sich unsere Nachbarvölker in ihrer Sprache nicht weniger.

Ich konnte diesen nur sehr oberflächlichen Eindruck in Italien, Frankreich und Großbritannien gewinnen, beginne damit in Polen. Vielleicht unterstreicht die in der Vergangenheit immer wieder berichtete Reiselust von Geistesgrößen diese Allgegenwart unserer Kultur, die nicht nur unsere ist... zwischen St Petersburg und Lissabon?

Mein bewunderter Schriftsteller in deutscher Sprache: Thomas Mann mit seinem Roman "Joseph und seine Brüder"

Mein bewunderter Dichter in deutscher Sprache: Heinrich Heine

Aber zwei Namen nennen, das heißt doch auch wieder, andere nicht zu nennen, die diese Behandlung nie und nimmer verdient haben. Es kommt wohl doch auf die augenblickliche Stimmung an, wenn man seine Wahl trifft.

"Wenn man mit dem dümmsten Engländer über Politik spricht, so wird er doch immer etwas Vernünftiges zu sagen wissen. Sobald man aber das Gespräch auf die Religion lenkt, wird der gescheiteste Engländer nichts als Dummheiten zu Tage fördern." - Heine

Hätte ich fast vergessen zu sagen, dass besonders Deutschland von der griechischen Antike geprägt wurde(Plato, Aristoteles, Sokrates, Plutarch).

Aber wie findest du Hölderlin? Der wurde ja damals ignoriert, weil er angeblich zu kritisch mit seinen Landsleuten war.
"Es ist nichts so klein und wenig, woran man sich nicht begeistern könnte." - Friedrich Hölderlin
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Sep 2019, 10:24

Meinst Du, wenn Du von "Lieblingsdichtern" sprichst, nicht vielleicht eher "Deutschsprachige Literatur" ? Meine sind Georg Trakl (Österreicher), Georg Heym, Uwe Greßmann (ob den jemand kennt ...?), Rainer Maria Rilke, Paul Celan (Deutsch-jüdischer Rumäne).
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Ger9374 » Do 5. Sep 2019, 11:21

Also ich finde die "Ottifanten" gut!
Leichte Kost und nicht so staatstragend wie Schiller oder Goethe.
Otto Waalkes hat es noch immer drauf;-))
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 12:06

Auch ein genialer Dichter ist nie geschützt vor dummen Redensarten... wie Sie am Beispiel Heine zeigen. Wieviele Engländer aller Bevölkerungsschichten wird der wohl gekannt haben, um ein Anrecht auf ein so umfassendes Urteil zu haben? Aber seine Gedichte sind wunderbar.

Ich habe mich noch einmal über alte Texte gebeugt... ja, die sind schön und zugleich auch arm. Sie sahen in der Antike die schöne ideale Welt durch die Brille der überlieferten Zeugnisse... und verglichen mit "den Deutschen", als ob Italiener, Spanier, Franzosen, Briten, Polen nicht in gleicher Weise ganz alltägliche Banausen wären. Und sie wünschten sich, daß ihre "Deutschen" dem Ideal näher kämen. Ja, welcher Mensch von Geist, Verstand und Herz möchte das nicht, wo immer er lebt!

Hölderlin gehört dieser Welt des auf das antike Beispiel bezogenen Geistes an, wird dafür geehrt, daß er besonders wortmächtig auftritt.

Ich schlage vor, die auf ihre kleine deutschsprachige Umgebung beschränkten Ansichten auf unsere Welt, wenigstens auf die Völker Europas aus zu dehnen. Nur, dort sind diese Dichter einigen wenigen bekannt, weil Sprachen Grenzen bilden und Mühe bei deren Überwindung bereiten.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon MäckIntaier » Do 5. Sep 2019, 12:21

Das beste Deutsch, das ich kenne, findet sich bei Schopenhauer, das atemloseste bei Nietzsche, für das man in Stimmung sein muss.

Unter den Dichtern sind es Eduard von Keyserling, Arthur Schnitzler, Theodor Fontane und Hans Fallada, die hohen Wiederlesenswert haben, dazu "Der Mann ohne Eigenschaften", "Zauberberg"und "Siddharta", aus der Nachkriegsliteratur Günter Kunert, die beiden Lenz und Ulrich Horstmann, Kaleko, Kästner und E. Strittmatter als Lyriker. Aber da deutsche Literatur zu wenig Geschichten und zu viel Verkopftes bietet (Ausnahmen wären Seethaler, Glavinic, Rothmann und Kehlmann), lese ich eher dosiert und ziehe Nord- und Südamerika vor. Philosophisch gehören Ludwig Marcuse und Odo Marquard zu den mit Gewinn Lesbaren, dazu Jean Amérys beide Werke über Suizid und das Altern und Peter Bieris Bücher.
Der Handelnde ist immer gewissenlos; es hat niemand Gewissen als der Betrachtende.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Do 5. Sep 2019, 12:33

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2019, 12:06)

Auch ein genialer Dichter ist nie geschützt vor dummen Redensarten... wie Sie am Beispiel Heine zeigen. Wieviele Engländer aller Bevölkerungsschichten wird der wohl gekannt haben, um ein Anrecht auf ein so umfassendes Urteil zu haben? Aber seine Gedichte sind wunderbar.

Ich habe mich noch einmal über alte Texte gebeugt... ja, die sind schön und zugleich auch arm. Sie sahen in der Antike die schöne ideale Welt durch die Brille der überlieferten Zeugnisse... und verglichen mit "den Deutschen", als ob Italiener, Spanier, Franzosen, Briten, Polen nicht in gleicher Weise ganz alltägliche Banausen wären. Und sie wünschten sich, daß ihre "Deutschen" dem Ideal näher kämen. Ja, welcher Mensch von Geist, Verstand und Herz möchte das nicht, wo immer er lebt!

Hölderlin gehört dieser Welt des auf das antike Beispiel bezogenen Geistes an, wird dafür geehrt, daß er besonders wortmächtig auftritt.

Ich schlage vor, die auf ihre kleine deutschsprachige Umgebung beschränkten Ansichten auf unsere Welt, wenigstens auf die Völker Europas aus zu dehnen. Nur, dort sind diese Dichter einigen wenigen bekannt, weil Sprachen Grenzen bilden und Mühe bei deren Überwindung bereiten.


Meinst du etwa Shakespeare, Rosseau und, wenn wir schon über Hölderlin sprechen Plato, Aristoteles?
Besonders in der deutschen Klassik wird eine Nähe zu der griechischen Antike deutlich(ohne der Homer Illias versteht man nur recht wenig davon).

Nietzsche hat mal unsere Deutsche Kultur als "Kopie der französischen Kultur" bezeichnet", wobei wir eigentlich durch die vielen Dynastien innerhalb Deutschland viel mehr kulturelle Zentren hatten, da jede Dynastie Versailles nacheifern wurde.

Als Nietzsche sagte "Gut Deutschsein heißt sich zu entdeutschen." meinte er damit u.a. auch die sittliche und auch kulturelle Erneuerung Deutschlands und auch Europa(wie im Dreißigjährigen Krieg haben da besonders innerhalb Deutschlands Preußen und Sachsen eine zentrale Rolle gespielt).

Genauso wie Europa der Angelpunkt der Welt ist, ist Deutschland der Angelpunkt Europas.

Ich kann ihnen noch gute Wissenschaftlicher/Naturwissenschaftler nennen: Fichte, Aristoteles(siehe oben), Kant, Werner Heisenberg, Plato(siehe oben), Stephen Hawking, Konrad Lorenz, Hubble, Niels Bohr, Albert Einstein...
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 13:29

Ja, aber was wollen wir denn nun damit anfangen, daß wir die Namen solcher Geistesgrößen nennen? Ok, hilft beim Nachforschen in der Bibliothek. Wäre es denn nicht viel lebensnäher, wenn wir uns mit einzelnen Werken befaßten?

Kennen Sie denn die Literatur unserer Nachbarn in der Weise, daß Sie dort die Allgegenwart des Denkens in der antiken Welt vermissen? Dann will ich gern dort suchen, um Ihnen das Gegenteil zu beweisen.

Meine Behauptung begründe ich mit der Renaissance, die in allen Ländern Europas Texte und Überlieferungen aus dem klassischen Altertum wieder lebendig werden ließ, sie in Baukunst, Bildender Kunst, Malerei, Literatur und Philosophie wieder aufleben ließ. Wo hat die Renaissance und nachfolgende Entwicklung in Europa die Kultur nicht maßgeblich beeinflußt? Vermutlich nicht im damaligen Osmanischen Reich in Europa. Aber das ist eine ganz andere Angelegenheit.

Ich halte es für einen Irrtum, unserer deutschen Literatur und Philosophie eine Ausnahmerolle in der Hinwendung zum klassischen Altertum und dessen Geistesleben zu zu messen. Der Irrtum geht auf den schwierigen Zugang zu anderen Sprachen zurück. In Bauwerken und Kunstwerken ist dieser Einfluß der Renaissance in ganz Europa nicht zu übersehen. Und dann sollten Literatur und Philosophie eine Ausnahme bilden, nur weil wir sie nicht mit unseren Augen wahrnehmen können?
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Do 5. Sep 2019, 14:38

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2019, 13:29)

Ja, aber was wollen wir denn nun damit anfangen, daß wir die Namen solcher Geistesgrößen nennen. Ok, hilft beim Nachforschen in der Bibliothek. Wäre es denn nicht viel lebensnäher, wenn wir uns mit einzelnen Werken befaßten?

Kennen Sie denn die Literatur unserer Nachbarn in der Weise, daß Sie dort die Allgegenwart des Denkens in der antiken Welt vermissen? Dann will ich gern dort suchen, um Ihnen das Gegenteil zu beweisen.

Meine Behauptung begründe ich mit der Renaissance, die in allen Ländern Europas Texte und Überlieferungen aus dem klassischen Altertum wieder lebendig werden ließ, sie in Baukunst, Bildender Kunst, Malerei, Literatur und Philosophie wieder aufleben ließ. Wo hat die Renaissance und nachfolgende Entwicklung in Europa die Kultur nicht maßgeblich beeinflußt? Vermutlich nicht im damaligen Osmanischen Reich in Europa. Aber das ist eine ganz andere Angelegenheit.

Ich halte es für einen Irrtum, unserer deutschen Literatur und Philosophie eine Ausnahmerolle in der Hinwendung zum klassischen Altertum und dessen Geistesleben zu zu messen. Der Irrtum geht auf den schwierigen Zugang zu anderen Sprachen zurück. In Bauwerken und Kunstwerken ist dieser Einfluß der Renaissance in ganz Europa nicht zu übersehen. Und dann sollten Literatur und Philosophie eine Ausnahme bilden, nur weil wir sie nicht mit unseren Augen wahrnehmen können?


Habe ich auch nicht gesagt, aber jeder braucht Vorbilder, Größen und Punkte, an denen man sich orientieren kann.
Nicht umsonst hat Theodor Heuss ein Buch verfasst: "Deutsche Gestalten".

Warum kann man nicht in einer globalisierten Welt die Identität bzw. Kultur seines Landes stärken(was leider auch seit 1945 fast verpönt ist, aber fast überall das normalste auf der Welt ist).

In der Schule oder im Verein ist das ja auch so, dass man verschiedenen Gruppen(je nach Situation oder im Freundeskreis) sich bildet.

Und jetzt kann mich völkisch nennen.....
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 16:38

Und jetzt kann mich völkisch nennen.....


Auch das ist eine europäische Eigenart. Nix zu machen, Sie entrinnen der europäischen Kulturgemeinschaft nicht! :)

Warum kann man nicht in einer globalisierten Welt die Identität bzw. Kultur seines Landes stärken...


Das ist ganz unbedingt richtig! Am überzeugendsten gelingt dies durch eigene Leistung als Schaffender oder Mitwirkender. Am wenigsten durch Herbeireden der Einzigartigkeit, die sich so viele Völker Europas einbilden.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 16:58

Bielefeld09 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 05:19)

Nur mal erwähnt:
Nachts schlafen die Ratten doch!
Oder eben nicht!


Nein, die sind doch Draußen vor der Tür!
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Quatschki » Do 5. Sep 2019, 17:15

Fontane zum Beispiel hat Balladen gedichtet über eine eingestürzte Brücke in Schottland, ein fast abgesoffenes Schiff im Eriesee oder einen mißlungenen Feldzug in Afghanistan.
Das, finde ich, ist typisch deutsch.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon Vongole » Do 5. Sep 2019, 17:30

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2019, 16:58)

Nein, die sind doch Draußen vor der Tür!


Eher nicht. ;)
„Einer von denen, einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist, und ihr Zuhause ist dann draußen, vor der Tür. "
Wolfgang Borchert, dtsch. Nachkriegs-Schriftsteller.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 17:52

Vongole hat geschrieben:(05 Sep 2019, 17:30)

Eher nicht. ;)
„Einer von denen, einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist, und ihr Zuhause ist dann draußen, vor der Tür. "
Wolfgang Borchert, dtsch. Nachkriegs-Schriftsteller.


Ja, das habe ich so erlebt; furchtbar, nie, nie wieder! Deshalb träume ich vom europäischen Projekt, daß endlich dauerhaft Ruhe und Frieden in Europa herrschen.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Do 5. Sep 2019, 17:58

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2019, 16:38)

Auch das ist eine europäische Eigenart. Nix zu machen, Sie entrinnen der europäischen Kulturgemeinschaft nicht! :)



Das ist ganz unbedingt richtig! Am überzeugendsten gelingt dies durch eigene Leistung als Schaffender oder Mitwirkender. Am wenigsten durch Herbeireden der Einzigartigkeit, die sich so viele Völker Europas einbilden.


Das ist eigentlich die Eigenart von jedem Volk.. Liegt Japan etwa in Europa?
Und Sie müssen zugeben, dass diese Kulturgemeinschaft aus Staaten besteht und als nach 1945 der völkische Gedanke(der modernste der Welt) in Deutschland und in der Welt verteufelt wurde, findet trotzdem im anglo-amerikanischen Sprachraum eine Diskussion darüber statt.

Und warum wurde denn das Deutsche Kaiserreich, was einige sogar das benevolenteste Staatskonstrukt nannten, Reichsland Europas(diamentral zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation).

Läuft das etwa so, dass die schlechten Sachen und Epochen mit Deutschland und die guten mit Europa verbunden werden?
Ich persönlich hätte nichts dagegen die EU aufzulösen und Deutschland mit Frankreich wiederzuvereinigen; aber beschäftigen Sie sich eigentlich gerne mit Kultur?
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon H2O » Do 5. Sep 2019, 18:13

rain353 hat geschrieben:(05 Sep 2019, 17:58)

Das ist eigentlich die Eigenart von jedem Volk.. Liegt Japan etwa in Europa?


Von der zivilisatorischen Entwicklung her: Ja!

Aber, um jede Unklarheit von vornherein zu vermeiden: Es geht um europäische Kultur, nicht um fernöstliche Kultur. Und Deutschland entwickelt sich seit über 1200 Jahren in Europa, im Verbund und in Gegnerschaft mit seinen Nachbarn. DIe Gegnerschaft fördert das Trennende, der Verbund das Verbindende. Mir liegt letzteres am Herzen, und deshalb rieche ich Ihren Braten.
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Re: Deutsche Kultur/Lieblingsdichter

Beitragvon rain353 » Do 5. Sep 2019, 18:58

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2019, 18:13)

Von der zivilisatorischen Entwicklung her: Ja!

Aber, um jede Unklarheit von vornherein zu vermeiden: Es geht um europäische Kultur, nicht um fernöstliche Kultur. Und Deutschland entwickelt sich seit über 1200 Jahren in Europa, im Verbund und in Gegnerschaft mit seinen Nachbarn. DIe Gegnerschaft fördert das Trennende, der Verbund das Verbindende. Mir liegt letzteres am Herzen, und deshalb rieche ich Ihren Braten.


Wie gesagt, ich hätte nichts gegen eine Vereinigung Deutschlands mit Frankreich/mit den Beneluxländern.
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