Debatte: Homosexualität

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Dark Angel
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 16:29

becksham hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:19)

Ja und? Willst du jetzt verbieten, dass man gewisse Äußerungen auf ihre strafrechtliche Relevanz prüfen lässt? Das ist doch legitim.

Was strafrechtlich relevant ist, ist gesetzlich recht eindeutig geregelt.
Hier geht es darum, auf öffentlichen Druck hin, Sanktionen gegen eine Person auszusprechen, die eine nicht genehme Meinung geäußert hat.
Sorry, aber Soldaten als Mörder zu bezeichnen ist durch Art.5 GG als freie Meinungdäußerung abgedeckt, wenn mittels abstruser und politisch extrem dämlicher Thesen gegen "Ehe für alle" gewettert und provoziert wird, muss plötzlich die strafrechtliche Relevanz geprüft werden.
Wenn das eine durch die freie Meinungsäußerung abgedeckt ist und toleriert werden muss, dann müssen die abstrusen Thesen auch toleriert werden.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon becksham » Mo 31. Jul 2017, 16:41

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:29)

Was strafrechtlich relevant ist, ist gesetzlich recht eindeutig geregelt.
Hier geht es darum, auf öffentlichen Druck hin, Sanktionen gegen eine Person auszusprechen, die eine nicht genehme Meinung geäußert hat.
Sorry, aber Soldaten als Mörder zu bezeichnen ist durch Art.5 GG als freie Meinungdäußerung abgedeckt, wenn mittels abstruser und politisch extrem dämlicher Thesen gegen "Ehe für alle" gewettert und provoziert wird, muss plötzlich die strafrechtliche Relevanz geprüft werden.
Wenn das eine durch die freie Meinungsäußerung abgedeckt ist und toleriert werden muss, dann müssen die abstrusen Thesen auch toleriert werden.

Und das wird jetzt ja anscheinend festgestellt. Ich kann dein Problem echt nicht erkennen. Es hat den Typen ja auch niemand gezwungen, seinen homophoben Scheiß in die Öffentlichkeit zu krähen.
Und es sind doch gar keine Sanktionen auf öffentlichen Druck ausgesprochen worden.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon PeterK » Mo 31. Jul 2017, 16:49

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:29)
Sorry, aber Soldaten als Mörder zu bezeichnen ist durch Art.5 GG als freie Meinungdäußerung abgedeckt, wenn mittels abstruser und politisch extrem dämlicher Thesen gegen "Ehe für alle" gewettert und provoziert wird, muss plötzlich die strafrechtliche Relevanz geprüft werden.
Wenn das eine durch die freie Meinungsäußerung abgedeckt ist und toleriert werden muss, dann müssen die abstrusen Thesen auch toleriert werden.

Von Rechtswissenschaft hast Du also auch keine Ahnung.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 17:08

PeterK hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:49)

Von Rechtswissenschaft hast Du also auch keine Ahnung.

Wie meinen?
"Am 10.10.1995 hatte das Bundesverfassungsgericht seine sehr feine Abwägung BVerfGE 93,266 zu leisten zwischen dem deutschen Grundrecht der Meinungsäußerungsfreiheit und dem (deutschen) Ehrenschutz vor negativen Kollektivurteilen über Soldaten der Bundeswehr. Das höchste deutsche Gericht klärte mit seinem Beschluss nachhaltig, ob sich Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr kollektiv als Mörder bzw. Mörderinnen beschimpfen lassen müssen."
"Meinungen gelten in Deutschland nicht als Tatsachenbehauptungen. Vielmehr sind sie persönliche Urteile über Sachverhalte, Ideen oder Personen. Auf diese persönliche Stellungnahme bezieht sich der Grundrechtsschutz. Die Meinungsäußerung kann demnach auch irrational, emotional, unbegründet, unnütz, schädlich und/oder wertlos sein. Der Grundrechtsschutz umfasst sowohl Inhalt als auch Form der Meinungsäußerung sowie individuell örtliche und zeitliche Wahl für die Äußerung. Der/die Äußernde darf die Umstände für seine Meinungskundgabe selbst wählen.

Die Meinung, dass der Soldatenberuf möglicherweise zum heimtückischen Töten anderer Menschen zwingt, ist ein persönliches Werturteil, das vom Schutzbereich des Grundrechts auf Meinungsfreiheit umfasst wird. Grundrechtsschranken lassen sich gemäß Art. 5 Abs. 2 GG in Vorschriften der allgemeinen Gesetze, in gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend und im Recht der persönlichen Ehre finden."
Quelle

Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts "Soldaten sind Mörder" ist eine frei Meinungsäußerung und durch Art.5 GG abgedeckt.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts findest du hier
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Keoma » Mo 31. Jul 2017, 17:19

PeterK hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:49)

Von Rechtswissenschaft hast Du also auch keine Ahnung.

Wichtiger Diskussionsbeitrag.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Mo 31. Jul 2017, 17:45

PeterK hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:49)

Von Rechtswissenschaft hast Du also auch keine Ahnung.


Du versteckst deine Ahnung aber ganz hervorragend. Könnte einem Troll ähnlich sein, der sich auch in der Untererde verstecken muss.

Ein Grundsatzurteil wurde dir aufgezeigt. Die Meingsäußerung des unseligen Professors ist ebenfalls durch die (seine) Meinungsfreiheit gedeckt. Noch nicht einmal eine dienstsrechtliche Vorschrift aus dem für Universitätsprofessoren geltenden Beamtenrecht das sog Mäßigungsgebot gilt in dem einschränkenden Sinne für die wissenschaftliche Lehre ( Konkurrenz zur Freiheit von Wissenschaft und Lehre) s. z. B. NJW 2016, 2759

So und jetzt du wieder mit deinen Kurzschüssen...
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Selina » Mo 31. Jul 2017, 18:32

elmore hat geschrieben:(31 Jul 2017, 15:42)


Bissige Ironie oder gar böse Satire ist nicht gerade das, was dich (auch mal) entspannet grinsen lässt?


Solange die "böse Satire" und die "bissige Ironie" nicht auf Kosten von missliebigen Personen geäußert werden, finde ich sowas sogar sehr gut. Das, was ich da über den Beck lesen musste, war allerdings alles andere als Satire oder Ironie. Sondern einfach nur dummes Gerede. Satire geht anders.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon elmore » Mo 31. Jul 2017, 22:42

Selina hat geschrieben:(31 Jul 2017, 18:32)

Solange die "böse Satire" und die "bissige Ironie" nicht auf Kosten von missliebigen Personen geäußert werden, finde ich sowas sogar sehr gut. Das, was ich da über den Beck lesen musste, war allerdings alles andere als Satire oder Ironie. Sondern einfach nur dummes Gerede. Satire geht anders.

Es ist vom Grundrecht der freien Humorverweigerung vollkommen gedeckt, wenn du dich zur Sachverständigen von Satire emporschraubst. :D
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Adlerauge » Di 1. Aug 2017, 02:06

Kurz und bündig:
War früher strafbar,ist jetzt erlaubt, was ich gut finde.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 05:01

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 12:37)

Der Mensch ist aber nicht "einzigartig", auch nicht "in dem was über Bilogie" hinausgeht.
Das ist eine anthropozentrische, teleologische Sichtweise. Mensch ist ein biologisches Wesen und sein Verhaltensweisen, seine Psychologie, sind in seiner Biologie begründet. Ob dir das nun gefällt oder nicht - der Mensch ist einfach nur ein intelligentes Tier. :p


Wenn es nur um eine begrifflich korrekte Einordnung geht ... Bitte:
Reduktionismus ist die philosophische Lehre, nach der ein System durch seine Einzelbestandteile (‚Elemente‘) vollständig bestimmt wird. Dazu gehört die vollständige Zurückführbarkeit von Theorien auf Beobachtungssätze, von Begriffen auf Dinge und von gesetzmäßigen Zusammenhängen auf kausal-deterministische Ereignisse.

Der Reduktionismus kann dabei als generelles Wissenschaftsprogramm vertreten werden oder auf einen bestimmten Geltungsbereich eingeschränkt bleiben. Ein Reduktionismus im ersten Sinne ist dem Ideal der Einheitswissenschaft verpflichtet, demgemäß alle Phänomene der Welt im Prinzip durch die grundlegendste Wissenschaft, die in der Mikrophysik gesehen wird, zu erklären seien. Ein Reduktionismus im zweiten Sinne kann zwischen verschiedenen Wissenschaftsbereichen vertreten werden, etwa zwischen Psychologie und Neurobiologie, zwischen Chemie und Physik oder Ethik und den Verhaltens­beschreibungen, aber auch z. B. zwischen Politik und Ökonomie.

Die Gegenposition ist das philosophische Konzept des Holismus, bei dem eine ganzheitliche Betrachtung gefordert wird („Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“). Da holistische Ansätze methodisch weitaus schwieriger zu fassen sind und oftmals keine allgemeingültigen Schlussfolgerungen zulassen, sind sie in den meisten Wissenschaftsdisziplinen bislang selten zu finden.

Oder anders gesagt: Den Menschen auf Biologie zu reduzieren ist etwas ähnliches, wie eine verlorene Uhr nur im Laternenlicht zu suchen. Nur, weil es so eben einfacher ist.

Aus der Rezension zu einem Buch eines der berühmtesten Biologen (Ernst Mayr) mit dem Titel "Was ist Biologie", also ganz genau und direkt zum diskutierten Thema:

Mayr hält den weitverbreiteten Reduktionismus für einen Irrweg der Biologie.


Das ganze wissenschaftliche Werk eines anderen beachteten Forschers, Michael Tomasello, läuft genau darauf hinaus, dass der Mensch eben nicht, absolut nicht einfach ein intelligentes Tier ist. Du kannst gerne bei deiner reduktionistischen Auffassung bleiben. Was aber wirklich Unsinn ist: Diese als die einzig gültige und einzig vertretene darzustellen.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Di 1. Aug 2017, 07:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 05:01)

Wenn es nur um eine begrifflich korrekte Einordnung geht ... Bitte:

Oder anders gesagt: Den Menschen auf Biologie zu reduzieren ist etwas ähnliches, wie eine verlorene Uhr nur im Laternenlicht zu suchen. Nur, weil es so eben einfacher ist.

Aus der Rezension zu einem Buch eines der berühmtesten Biologen (Ernst Mayr) mit dem Titel "Was ist Biologie", also ganz genau und direkt zum diskutierten Thema:



Das ganze wissenschaftliche Werk eines anderen beachteten Forschers, Michael Tomasello, läuft genau darauf hinaus, dass der Mensch eben nicht, absolut nicht einfach ein intelligentes Tier ist. Du kannst gerne bei deiner reduktionistischen Auffassung bleiben. Was aber wirklich Unsinn ist: Diese als die einzig gültige und einzig vertretene darzustellen.



Ach ja ? Geh doch mal mit dem berühmten gesunden Menschenverstand daran. Dann wirst du feststellen, dass der Reduktionismus ein Modell ist, das aufbauend in sich schlüssig versucht Prozesse und Erscheinungen zu erklären....Steinchen auf Steinchen.

Der Holismus ist einModelll das mehr Spekulation in sich duldet, als dass es der wissenschaftlich gesicherten Erklärung von Prozessen und Erscheinungen dienlich ist.

Folge.......der Holismus hatte die Esoterik im Schlepptau und diese Form der Erklärungsversuche hat mehr Schaden angerichtet, als es eine stringente reduktionistische Sicht hat. Das, was Ideologen aus dem Erkenntnissen, die aus reduktionistischer Methode gewonnen werden, fur ihre dämlichen Ideologien klaubten, ist nicht der Methode, sondern deren Hirngespinsten anzulasten.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 07:36

gödelchen hat geschrieben:(01 Aug 2017, 07:19)

Ach ja ? Geh doch mal mit dem berühmten gesunden Menschenverstand daran. Dann wirst du feststellen, dass der Reduktionismus ein Modell ist, das aufbauend in sich schlüssig versucht Prozesse und Erscheinungen zu erklären....Steinchen auf Steinchen.

Der Holismus ist einModelll das mehr Spekulation in sich duldet, als dass es der wissenschaftlich gesicherten Erklärung von Prozessen und Erscheinungen dienlich ist.

Folge.......der Holismus hatte die Esoterik im Schlepptau und diese Form der Erklärungsversuche hat mehr Schaden angerichtet, als es eine stringente reduktionistische Sicht hat. Das, was Ideologen aus dem Erkenntnissen, die aus reduktionistischer Methode gewonnen werden, fur ihre dämlichen Ideologien klaubten, ist nicht der Methode, sondern deren Hirngespinsten anzulasten.


Erstmal ist der Holismus kein Modell ... und dann ist die negative Sicht auf den Holismus etwas ähnliches wie die negative Sicht auf die Mathematik wegen Numerologie, Kabbala und Zahlenmystik. Falls Du nicht weißt, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt: https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlensymbolik

Und der "gesunde Menschenverstand" ist erkenntnistheoretisch so ziemlich das Ungesündeste, was sich denken lässt.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 08:01

Hochspannend, direkt zum Thema "Mensch" und topaktuell übrigens:
Warum wir sprechen und Affen nicht.

Der Mensch hat in der Evolution eine extrem andere Entwicklung genommen als der Affe. Und das nicht nur, weil der Mensch nicht vom Affen abstammt.

(sondern nur gemeinsame Vorfahren hat, ergänze ich mal). Von der Primatenforscherin Julia Fischer in der Reihe "Hörsaal": https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/sprache-warum-wir-sprechen-und-affen-nicht

Abgesehen von den interessanten wissenschaftlichen Aspekten dieses Vortrags, geht die Professorin auch explizit auf die aktuelle Diskurssituation ein: Die Meinungen, auch direkt innerhalb der Biologie, sind geteilt: Sie sagt, es könnte an ihrer Stelle auch ein anderer seriöser Biologe stehen, der etwas völlig anderes zum Thema vorträgt. Und dass neben fachlichen Aspekten die Eigensteuerung dieses Wissenschaftsbereich (Stichwort: Zitierungskartelle) eine Rolle spielt.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Di 1. Aug 2017, 08:22

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 07:36)

Erstmal ist der Holismus kein Modell ... und dann ist die negative Sicht auf den Holismus etwas ähnliches wie die negative Sicht auf die Mathematik wegen Numerologie, Kabbala und Zahlenmystik. Falls Du nicht weißt, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt: https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlensymbolik

Und der "gesunde Menschenverstand" ist erkenntnistheoretisch so ziemlich das Ungesündeste, was sich denken lässt.


Wat du wolle ?

Was möchtest du denn mit dem Argument nach vorn schieben. Buchela gegen Russell jetzt hier ausspielen ?

Der gesunde Menschenverstand ist übrigens das einzige, was dem Menschen ( also nicht dem intelligenten Tier ) zur Verfügung steht. Manchmal habe ich Zweifel, ob das allein schon verstanden wird.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Di 1. Aug 2017, 09:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 05:01)

Wenn es nur um eine begrifflich korrekte Einordnung geht ... Bitte:

Oder anders gesagt: Den Menschen auf Biologie zu reduzieren ist etwas ähnliches, wie eine verlorene Uhr nur im Laternenlicht zu suchen. Nur, weil es so eben einfacher ist.

Aus der Rezension zu einem Buch eines der berühmtesten Biologen (Ernst Mayr) mit dem Titel "Was ist Biologie", also ganz genau und direkt zum diskutierten Thema:



Das ganze wissenschaftliche Werk eines anderen beachteten Forschers, Michael Tomasello, läuft genau darauf hinaus, dass der Mensch eben nicht, absolut nicht einfach ein intelligentes Tier ist. Du kannst gerne bei deiner reduktionistischen Auffassung bleiben. Was aber wirklich Unsinn ist: Diese als die einzig gültige und einzig vertretene darzustellen.

Versuchst du mal wieder abzulenken, indem du die Diskussion auf verschiedene philosophische Ansätze zu lenken versuchst?

Ich habe geschrieben:
"Der Mensch nimmt nicht nur aus biologischer Sicht keine Sonderstellung ein, sondern auch aus ethologischer Sicht und aus sozialer Sicht. Sehr viele seiner Verhaltensweisen, sein (allgemeines) Sozialverhalten etc teilt er mit seinen Verwandten im Tierreich.
Und nein - Mensch ist nichmal das einzige Lebewesen, welches über Bewusstsein oder Selbstbewusstsein verfügt."


"Nicht nur aus biologischer Sicht ..."
Der Mensch nimmt in der Taxonomie/Systematik evolutionär keine Sonderstellung ein - zu diesem Ergenis kommen sowohl Biologen, Verhaltensforscher, Psychologen/Evolutionspsychologen und auch Antropologen - dafür teilt der Mensch viel zu viele Verhaltensweisen mit seinen nächsten Verwandten aus dem Tierreich!
Das Mensch in Verlauf der Evolution ein großes, komplexes Gehirn entwickelt hat, welches ihn dazu befähigt(e) Intelligenz, kognitive Fähigkeiten etc zu entwickeln, ändert daran kein bisschen.
Und auch Tomasellos Arbeit läuft nicht darauf hinaus, dass Mensch eine Sonderstellung einnehmen würde und nicht nur ein intelligentes Tier sei. Im Gegenteil!
Dem Menschen eine Sonderstellung zuweisen, ihn als einzigartig zu betrachten, bedeutet ihn von der Evolution zu entkoppeln und das macht Tomasello gerade nicht. Er untersucht, worin sich Mensch von anderen Primaten unterscheidetund wie sich diese Unterschiede evolutionär entwickelt haben.

Die "holistische Sicht auf den Menschen" ist eine rein philosophische, die mit der tatsächlichen Forschung nichts zu tun hat, zudem ist sie reine Ideologie ==> "Bioppsychologiesche Einheit Mensch - das marxistische Menschenbild" sagt eigentlich alles!
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Di 1. Aug 2017, 09:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 08:01)

Hochspannend, direkt zum Thema "Mensch" und topaktuell übrigens:

(sondern nur gemeinsame Vorfahren hat, ergänze ich mal). Von der Primatenforscherin Julia Fischer in der Reihe "Hörsaal": https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/sprache-warum-wir-sprechen-und-affen-nicht

Abgesehen von den interessanten wissenschaftlichen Aspekten dieses Vortrags, geht die Professorin auch explizit auf die aktuelle Diskurssituation ein: Die Meinungen, auch direkt innerhalb der Biologie, sind geteilt: Sie sagt, es könnte an ihrer Stelle auch ein anderer seriöser Biologe stehen, der etwas völlig anderes zum Thema vorträgt. Und dass neben fachlichen Aspekten die Eigensteuerung dieses Wissenschaftsbereich (Stichwort: Zitierungskartelle) eine Rolle spielt.

Es ist aber nicht nur das mutierte FOXP2-Gen, das den Menschen zum Sprechen befähigt, sondern ebenso der tiefer liegende Kehlkopf, welcher einen Resonanzraum schafft und die entsprechend vergrößerten Hirnareale. Und das ist alles Biologie!
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon pikant » Di 1. Aug 2017, 10:04

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 15:22)
.
Und den Beck und Konsorten am besten in den Urwald schicken - Affen zählen, da sind die beschäftigt und können keinen Schaden anrichten. :cool:


ihr Diskussionsverhalten wird immer persoenlicher und leider findet man keine Argumente, sondern nur eine persoenliche Beleidigung eines Politikers.
bei solchen Auesserungen ist keine Diskussion mehr moeglich
schade!
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Di 1. Aug 2017, 10:23

pikant hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:04)

ihr Diskussionsverhalten wird immer persoenlicher und leider findet man keine Argumente, sondern nur eine persoenliche Beleidigung eines Politikers.
bei solchen Auesserungen ist keine Diskussion mehr moeglich
schade!

Mimimi - wo siehst du eine persönliche Beleidigung?
Die Grünen sind doch angeblich so sehr für Umweltschutz, dann können sie auch was Kontruktives dazu beitragen.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon elmore » Di 1. Aug 2017, 10:37

Dark Angel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 09:43)

Dem Menschen eine Sonderstellung zuweisen, ihn als einzigartig zu betrachten, bedeutet ihn von der Evolution zu entkoppeln und das macht Tomasello gerade nicht. Er untersucht, worin sich Mensch von anderen Primaten unterscheidetund wie sich diese Unterschiede evolutionär entwickelt haben.

Also ist aus Sicht eines Biologen (z.B. Tomasello) unser heutiges Wertesystem (mit seinen Menschenrechten, die eindeutig über dem Recht von Tieren oder dem Rest unserer irdenen Natur stehen) rein wissenschaftlich gesehen, ein Irrweg, der den Menschen von seiner Natur (als intelligentes Tier) zusehends
entkoppelt. Schließlich ist das Recht des (Menschen)lebens und der Tabubann, andere Menschen nicht zu töten, z.B. auch Nebenbuhler oder in der Folge von Fortpflanzungsmeinungsunterschieden (wie beispielsweise bei Löwen), im Prinzip der wissenschaftlichen Forschung wider seiner Natur.
Wie begründet die Biologie dieses Verhalten? - Dass der Mensch - genauso wie viele Tiere - rein evolutorisch gesehen, seine eigenen Artgenossen töten kann, wenn es ihm evolutorisch gesehen, nutzt, er seine entwicklungsgeschichtlich angeborenen Instinkte benutzt, denen er sich lt. wissenschaftlich (biologischer
Erkenntnisse) ohnehin nicht entziehen kann.

Oder ist die These doch nicht völlig reduktionssystematisch haltbar, dass der Mensch aufgrund seiner Gehirnentwicklung dazu fähig ist, natürliche und angeborene (evolutorische) Instinkte und Verhaltensweisen - im Gegensatz zum Tier oder einer Pflanze - ausschalten kann. Sich eben auch
der Fortpflanzung in selbst- und nicht fremdbestimmter (evolutorisch determinierter) Willensentscheidung entziehen bzw. sich von ihr abkoppeln kann. Ich meine hier nicht homosexuelle Orientierung.

Wobei ich da bei einer Frage an dich wäre: Du schriebst weiter vorne, dass Homosexualität angeboren sei. Und wenn ich das richtig verstand, dies auch wissenschaftlich (biologisch) begründbar sei, zumindest klang das im Kontext deiner Aussagen so. Wobei ich das nicht unterstellen will.
Also daran angknüpfend meine Frage: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen bzw. Forschungsergebnisse innerhalb der Biologie, die Homosexualität als angeboren verifizieren? So wie den Fakt, dass Frau eben keine Spermien produzieren kann, oder Männer Kinder austragen können.


Dark Angel hat geschrieben:Die "holistische Sicht auf den Menschen" ist eine rein philosophische, die mit der tatsächlichen Forschung nichts zu tun hat, zudem ist sie reine Ideologie ==> "Bioppsychologiesche Einheit Mensch - das marxistische Menschenbild" sagt eigentlich alles!

Nicht nur philosophisch, sondern auch und vor allem theologisch. Letzteres, Religionen sind noch viel mehr die Träger eines Menschenbildes, dass den Menschen von der Natur, dem Tier ganz eindeutig entkoppelt. Der Mensch unterscheide sich eben vom Tier
sehr wohl durch seinen Geist. Seinen freien Willen, der eben nicht seinen natürlichen Instinkten gehorchen muss, im Gegensatz zum Tier.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon pikant » Di 1. Aug 2017, 10:39

Dark Angel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:23)

Mimimi - wo siehst du eine persönliche Beleidigung?
Die Grünen sind doch angeblich so sehr für Umweltschutz, dann können sie auch was Kontruktives dazu beitragen.


was hat dieser Satz mit Homosexualitaet zu tun, wenn man einen bekennenden Schwulen in den Urwald schicken will um Affen zu zahlen und dann von Konsorten spricht und diese Massnahme damit begruendet, dass 'Sie dann keinen Schaden anrichten koennen'....
nichts und darum ist keine Diskussion mit Ihnen moeglich bei diesen persoenlichen Herabwuerdigungen von Menschen, die ihre Meinung vertreten, die offenbar von Ihnen nicht geteilt wird.
Danke fuer Ihr Verstaendnis.

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