Novozän-Die Welt im Jahr 2500

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Eulenwoelfchen
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Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 29. Jul 2019, 14:56

Sie werden uns nicht töten

Ein Zukunfts"deuter", Wissenschaftler, und SF-/future world Prophet
legt nochmal ein Werk nach:

"Novacene. The Coming Age of Hyperintelligence."
Kein Krieg, keine Öko-Apokalypse: Der Weltdeuter James Lovelock wird am Freitag hundert Jahre alt
und feiert in seinem neuen Buch „Novozän“ die Zukunft einer von künstlicher Intelligenz beherrschten Erde.

(Rezension FAZ: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/in-novozaen-feiert-james-lovelock-den-siegeszug-der-kuenstlichen-intelligenz-16302583.html

Wie wird die Erde anno 2500 aussehen? - Trifft "futureworld"-grandpa Lovelock voll ins Wahrscheinliche...oder voll daneben?

Die Herrschaft der Hyperintelligenz

In „Novozän“, so der Titel seines, wie es im Vorwort heißt „letzten Buches“, beschreibt er seine Spekulationen sehr anschaulich: wie der Mensch als vorletzte evolutionäre Instanz von Gaia den Weg ebnet für eine „IT-Gaia“ – eine Erde, auf welcher der Mensch und alles andere organische Leben zwar geduldet, aber längst dem elektronischen Leben heillos unterlegen sein werde. Die Herrschaft der hyperintelligenten Maschinen ist für Lovelock unausweichlich. Zu groß sind die Defizite und Grenzen der organischen Evolution verglichen mit dem Potential der Technik. „Wir haben unseren Part erledigt. Wir sind die Eltern und Geburtshelfer, doch Gleiche können wir unmöglich sein.“ Sie, die elektronischen Nachfolger als mächtigste, sich reproduzierende Lebensform auf dem Planeten, „werden uns wahrscheinlich sehen, wie wir heute die Pflanzen sehen – als Wesen, die mit ihren unfassbar langsamen Prozessen der Wahrnehmung und des Handelns Gefangene ihrer selbst geworden sind“.


Macht es davon ausgehend überhaupt Sinn, sich damit zu befassen, ob Menschen in 1000 Jahren auf einer Reise tief ins Ungewisse und Unbekannte des Universums überleben könnten, sofern Sie irgendwo
ohne Aussicht auf die Rückkehr zum Heimatplaneten Erde stranden würden?
Wäre es, falls es derlei Unternehmen geben sollte, nicht weitaus realistischer, ein Raumschiff loszuschicken, das mit hyperintelligenten Maschinenwesen besetzt ist? Die ja all die Nachteile des Menschen aus Fleisch und Blut
nicht mit sich schleppen müssten. Und im Falle des Falles (eines nicht möglichen Überlebens) nur einen Haufen (Digital"schrott") hinterließen?

Würde es für von natürlichen Ressourcen/Lebensgrundlagen wie Pflanzen, Trinkwasser und Fortpflanzungsmöglichkeiten/Varibiliäten unabhängigen Hyperintelligenzen überhaupt Sinn machen, im Universum nach für menschliche Besiedelung geeigneten Lebensräumen/Planeten zu suchen? - Eigentlich braucht die im Jahre 2500 herrschende KI-Spezies sowas gar nicht? - Theoretisch könnte "es" ja wohl überall siedeln. Der Mars, selbst der Erdmond würde wohl ausreichen, zumindest als Ausweichquartier, sollte die Erde kurz vor dem Exodus stehen.

Die entscheidende Frage wird zunächst eher sein: Kann der Mensch die KI-Machtübernahme auf der Erde noch oder dauerhaft verhindern?

Oder ist der Fall bereits gegessen? Egal, ob wir, die Menschen aus Fleisch und Blut das wollen,
oder nicht?

Immerhin hat ja Lovelocks Ausblick was Tröstliches: "Sie werden uns nicht töten. Vielleicht sogar unter vom Aussterben bedrohten Artenschutz stellen? Mit möglicherweise für eine bestimmte Populationsgröße ausreichend große, artgerechte Lebensräume."

Oder wird der Mensch diese Lovelock-Zukunft auf jeden Fall verhindern (können)?

Was glaubt ihr?
Ich tanze so schnell ich kann. (c) by Barbara Gordon
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JJazzGold
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon JJazzGold » Di 30. Jul 2019, 00:09

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(29 Jul 2019, 14:56)

Sie werden uns nicht töten

Ein Zukunfts"deuter", Wissenschaftler, und SF-/future world Prophet
legt nochmal ein Werk nach:

"Novacene. The Coming Age of Hyperintelligence."
Kein Krieg, keine Öko-Apokalypse: Der Weltdeuter James Lovelock wird am Freitag hundert Jahre alt
und feiert in seinem neuen Buch „Novozän“ die Zukunft einer von künstlicher Intelligenz beherrschten Erde.

(Rezension FAZ: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/in-novozaen-feiert-james-lovelock-den-siegeszug-der-kuenstlichen-intelligenz-16302583.html

Wie wird die Erde anno 2500 aussehen? - Trifft "futureworld"-grandpa Lovelock voll ins Wahrscheinliche...oder voll daneben?

Die Herrschaft der Hyperintelligenz

In „Novozän“, so der Titel seines, wie es im Vorwort heißt „letzten Buches“, beschreibt er seine Spekulationen sehr anschaulich: wie der Mensch als vorletzte evolutionäre Instanz von Gaia den Weg ebnet für eine „IT-Gaia“ – eine Erde, auf welcher der Mensch und alles andere organische Leben zwar geduldet, aber längst dem elektronischen Leben heillos unterlegen sein werde. Die Herrschaft der hyperintelligenten Maschinen ist für Lovelock unausweichlich. Zu groß sind die Defizite und Grenzen der organischen Evolution verglichen mit dem Potential der Technik. „Wir haben unseren Part erledigt. Wir sind die Eltern und Geburtshelfer, doch Gleiche können wir unmöglich sein.“ Sie, die elektronischen Nachfolger als mächtigste, sich reproduzierende Lebensform auf dem Planeten, „werden uns wahrscheinlich sehen, wie wir heute die Pflanzen sehen – als Wesen, die mit ihren unfassbar langsamen Prozessen der Wahrnehmung und des Handelns Gefangene ihrer selbst geworden sind“.


Macht es davon ausgehend überhaupt Sinn, sich damit zu befassen, ob Menschen in 1000 Jahren auf einer Reise tief ins Ungewisse und Unbekannte des Universums überleben könnten, sofern Sie irgendwo
ohne Aussicht auf die Rückkehr zum Heimatplaneten Erde stranden würden?
Wäre es, falls es derlei Unternehmen geben sollte, nicht weitaus realistischer, ein Raumschiff loszuschicken, das mit hyperintelligenten Maschinenwesen besetzt ist? Die ja all die Nachteile des Menschen aus Fleisch und Blut
nicht mit sich schleppen müssten. Und im Falle des Falles (eines nicht möglichen Überlebens) nur einen Haufen (Digital"schrott") hinterließen?

Würde es für von natürlichen Ressourcen/Lebensgrundlagen wie Pflanzen, Trinkwasser und Fortpflanzungsmöglichkeiten/Varibiliäten unabhängigen Hyperintelligenzen überhaupt Sinn machen, im Universum nach für menschliche Besiedelung geeigneten Lebensräumen/Planeten zu suchen? - Eigentlich braucht die im Jahre 2500 herrschende KI-Spezies sowas gar nicht? - Theoretisch könnte "es" ja wohl überall siedeln. Der Mars, selbst der Erdmond würde wohl ausreichen, zumindest als Ausweichquartier, sollte die Erde kurz vor dem Exodus stehen.

Die entscheidende Frage wird zunächst eher sein: Kann der Mensch die KI-Machtübernahme auf der Erde noch oder dauerhaft verhindern?

Oder ist der Fall bereits gegessen? Egal, ob wir, die Menschen aus Fleisch und Blut das wollen,
oder nicht?

Immerhin hat ja Lovelocks Ausblick was Tröstliches: "Sie werden uns nicht töten. Vielleicht sogar unter vom Aussterben bedrohten Artenschutz stellen? Mit möglicherweise für eine bestimmte Populationsgröße ausreichend große, artgerechte Lebensräume."

Oder wird der Mensch diese Lovelock-Zukunft auf jeden Fall verhindern (können)?

Was glaubt ihr?


Ah, Lovelock, den habe ich immer schon gerne gelesen. :thumbup:

Nachdem die Menschheit dazu tendiert, erst zu schaffen und dann erst zu überlegen, wie es weiter gehen soll, räume ich Lovelocks Vorhersage eine 90%ige Trefferquote ein.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon firlefanz11 » Mi 31. Jul 2019, 17:10

JJazzGold hat geschrieben:(30 Jul 2019, 00:09)

Nachdem die Menschheit dazu tendiert, erst zu schaffen und dann erst zu überlegen, wie es weiter gehen soll, räume ich Lovelocks Vorhersage eine 90%ige Trefferquote ein.

Ich auch. Allerdings weitaus früher als 2500 weil die KI ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Lage ist sich selbst in exponentieller Geschwindigkeit selbst zu optimieren...
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon odiug » Mi 31. Jul 2019, 17:15

JJazzGold hat geschrieben:(30 Jul 2019, 00:09)

Ah, Lovelock, den habe ich immer schon gerne gelesen. :thumbup:

Nachdem die Menschheit dazu tendiert, erst zu schaffen und dann erst zu überlegen, wie es weiter gehen soll, räume ich Lovelocks Vorhersage eine 90%ige Trefferquote ein.

Ich nicht, weil die Infrastruktur für eine Herrschaft der KI viel zu fragil ist, um auf Dauer autonom überlebensfähig zu sein.
Es ist ja heute schon ein fast selbstzerstörerischer Aufwand von Nöten, um unser jetziges Niveau für nur einen Bruchteil der Menschheit aufrecht zu erhalten ... :(
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon JJazzGold » Do 1. Aug 2019, 09:05

firlefanz11 hat geschrieben:(31 Jul 2019, 17:10)

Ich auch. Allerdings weitaus früher als 2500 weil die KI ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Lage ist sich selbst in exponentieller Geschwindigkeit selbst zu optimieren...


Naniten? ;)
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon firlefanz11 » Do 1. Aug 2019, 10:32

JJazzGold hat geschrieben:(01 Aug 2019, 09:05)

Naniten? ;)

Zum Beispiel... :thumbup:
Oder Isaac. :D

Es gab übrigens mal ne Folge von Twilight Zone, da hat ein Wissenschaftler Nanobots in Menschen injiziert, damit die körperliche Defekte beseitigen, um den Körper in optimaler Kondition zu halten. Klappte zunächst ganz gut. Nur dann fingen die Dinger Evolution zu spielen, und den Körper z. B. besser gegen Sonneneinstrahlung zu schützen was dazu führte, dass die Menschen plötzlich metallene Haut bekamen usw. ...
Schätze heutzutage würden sie das Atmungssystem u. die Lunge umbauen um den Menschen vom O2 zum CO2 Atmer zu machen... ;)
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon JJazzGold » Do 1. Aug 2019, 10:46

firlefanz11 hat geschrieben:(01 Aug 2019, 10:32)

Zum Beispiel... :thumbup:
Oder Isaac. :D

Es gab übrigens mal ne Folge von Twilight Zone, da hat ein Wissenschaftler Nanobots in Menschen injiziert, damit die körperliche Defekte beseitigen, um den Körper in optimaler Kondition zu halten. Klappte zunächst ganz gut. Nur dann fingen die Dinger Evolution zu spielen, und den Körper z. B. besser gegen Sonneneinstrahlung zu schützen was dazu führte, dass die Menschen plötzlich metallene Haut bekamen usw. ...
Schätze heutzutage würden sie das Atmungssystem u. die Lunge umbauen um den Menschen vom O2 zum CO2 Atmer zu machen... ;)



Das ist exakt das, was mich dazu bewogen hat, Lovelock zuzustimmen. Erst wird mit Programmierung gespielt und wenn diese Effekte zeigt, die unbeabsichtigt waren, kommt das große “Oh“ und die menschliche Unfähigkeit, dem entgegen zu wirken, weil man so weit schlichtweg nicht gedacht hat.
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Re: Novozän-Die Welt im Jahr 2500

Beitragvon schokoschendrezki » Do 1. Aug 2019, 11:01

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(29 Jul 2019, 14:56)
Macht es davon ausgehend überhaupt Sinn, sich damit zu befassen, ob Menschen in 1000 Jahren auf einer Reise tief ins Ungewisse und Unbekannte des Universums überleben könnten, sofern Sie irgendwo
ohne Aussicht auf die Rückkehr zum Heimatplaneten Erde stranden würden?
Wäre es, falls es derlei Unternehmen geben sollte, nicht weitaus realistischer, ein Raumschiff loszuschicken, das mit hyperintelligenten Maschinenwesen besetzt ist? Die ja all die Nachteile des Menschen aus Fleisch und Blut
nicht mit sich schleppen müssten. Und im Falle des Falles (eines nicht möglichen Überlebens) nur einen Haufen (Digital"schrott") hinterließen?


Der Wissenszuwachs durch Fernerkundung von der Erde, aus dem Orbit (und vielleicht etwas später vom Mond) durch Licht-, Radar- und Radiowellenastronomie ist doch bereits heute so groß, dass das Verhältnis zum WIssenszuwachs durch hypothetische bemannte interstellare Raumfahrt bezogen auf den Aufwand immer kleiner wird. Und das auch ohne KI. Es werden in jüngerer Zeit immer mehr Exoplaneten entdeckt, über die man auch konkrete Aussagen treffen kann. Erst kürzlich war ein möglicherweise erdähnlicher dabei. Sich den ferneren Weltraum "heranzuholen" erweist sich als weit effektiver als Körpermenschen dahin zu schicken.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

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