Sammelstrang gendergerechte Sprache

Moderator: Moderatoren Forum 8

Wie steht Ihr zu gendergerechte Sprache?

diese Sprachform ist gut und richtig und soll so bleiben
1
2%
diese Sprachform sollte langfristig mal abgeschafft werden
3
6%
diese Sprachform sollte mit sofortiger Wirkung abgeschafft werden
10
20%
wer so spricht, sollte wegen Zeitverschwendung verurteilt werden
6
12%
wer so spricht, sollte wegen seelischer Grausamkeit verurteilt werden
4
8%
wer so spricht, sollte wegen Beschädigung der deutschen Sprache verurteilt werden
14
28%
mir ist das alles egal
12
24%
 
Abstimmungen insgesamt: 50
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schokoschendrezki
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 28. Sep 2020, 10:03

Billie Holiday hat geschrieben:(28 Sep 2020, 09:49)

In meinem Umfeld reden die Menschen noch normal.
Hier ist die Rede von Kolleginnen und Kollegen oder schlicht von Kollegen. Die Frauen wissen aber, dass auch von ihnen die Rede ist. Sie haben aber zu viel zu tun und zuwenig Zeit, um sich zu empören und auf die Barrikaden zu gehen.


Ich hab' im letzten Beitrag nix darüber gesagt, wie ich selbst darüber denke.

Ich habe seit mindestens fünf, sechs Jahren eine feste Auswahl an Podcasts zu politischen, gesellschaftlichen, kulturellen Themen, die ich regelmäßig und absolut lückenlos immer höre. Von daher denke ich, dass ich die Veränderungen im Sprachgebrauch hinsichtlich (vorgeblicher) Gendergerechtheit - gerade wegen dieser festen Auswahl - einigermaßen objektiv beurteilen kann. Auch wenn mit dieser Medienauswahll natürlich auch eine gewisse Einschränkung bezüglich der sozialen Millieus verbunden ist.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Billie Holiday
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Billie Holiday » Mo 28. Sep 2020, 10:45

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Sep 2020, 10:03)

Ich hab' im letzten Beitrag nix darüber gesagt, wie ich selbst darüber denke.

Ich habe seit mindestens fünf, sechs Jahren eine feste Auswahl an Podcasts zu politischen, gesellschaftlichen, kulturellen Themen, die ich regelmäßig und absolut lückenlos immer höre. Von daher denke ich, dass ich die Veränderungen im Sprachgebrauch hinsichtlich (vorgeblicher) Gendergerechtheit - gerade wegen dieser festen Auswahl - einigermaßen objektiv beurteilen kann. Auch wenn mit dieser Medienauswahll natürlich auch eine gewisse Einschränkung bezüglich der sozialen Millieus verbunden ist.


Hab ich auch nicht behauptet.

Ach ja, in was für einem sozialen Millieu bewegen sich denn Menschen so, die ohne künstliche Sprechpause reden?
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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naddy
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon naddy » Mo 28. Sep 2020, 16:14

Billie Holiday hat geschrieben:(28 Sep 2020, 10:45)

Ach ja, in was für einem sozialen Millieu bewegen sich denn Menschen so, die ohne künstliche Sprechpause reden?

Kulturloses Prekariat. Hauptsächlich Faschisten, Rassisten, Sexisten und Xenophobe. :cool:
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Skeptiker » Mo 28. Sep 2020, 16:19

naddy hat geschrieben:(28 Sep 2020, 16:14)
Kulturloses Prekariat. Hauptsächlich Faschisten, Rassisten, Sexisten und Xenophobe. :cool:

... vielleicht sollte ich doch in den Schützenverein eintreten. Das hört sich eigentlich nach ner lustigen Truppe an :cool:
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Billie Holiday
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Billie Holiday » Mo 28. Sep 2020, 16:20

naddy hat geschrieben:(28 Sep 2020, 16:14)

Kulturloses Prekariat. Hauptsächlich Faschisten, Rassisten, Sexisten und Xenophobe. :cool:


Selbstredend. :cool:

Naja, lass ihn, vielleicht braucht er das. Klingt zwar wie ein Sprachfehler, aber die Leute machen ja jeden Blödsinn mit, wenn jemand sagt, damit käme man in den Genderhimmel.
Ich erwarte seine Jobaufgabe zugunsten einer Frau. :)
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » Mo 28. Sep 2020, 16:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Sep 2020, 09:35)

Und ich muss - grad aus Erfahrungen der letzten Tage - nochmal sagen: Die Verwendung von zum Beispiel Bewerber-Pause-Innen sowohl im alltäglichen wie auch im medialen Sprachgebrauch, sowohl schriftlich wie mündlich, auch in meinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis nimmt deutlich zu. Kann natürlich durchaus sein, dass meine persönliche Perspektive verzerrt und subjektiv ist. Aber sie nimmt auf jeden Fall nicht nur im Vergleich zu Personenkreisen anderer Leute sondern auch im Vergleich zu meinen eigenen früheren Wahrnehmungen zu.


Ja sicher nimmt das zu. Aber es ist nichts, was nun derart weltbewegend und belastend ist, dass es lohnt, so einen Riesen-Diskurs daraus zu machen. Dieses "Gender-Wahn-Sprach"-Thema ist genauso aufgebläht wie solche Debatten zu angeblich eingeschränkter Meinungsfreiheit. Da wird aus politischen Gründen immer was am Köcheln gehalten. Und wenn nüscht mehr da ist zum Köcheln, wird was erfunden. Mir gefällt die Verhohnepiepelung der Sprache mit -innen und Sternchen und dergleichen mehr auch nicht, wie ich weiter oben schon sagte. Aber dass das irgendwas ist, was irgendwelchen gravierenden Einfluss aufs Gesamtgeschehen hätte, dem ist einfach nicht so.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 28. Sep 2020, 17:45

Skeptiker hat geschrieben:(28 Sep 2020, 16:19)

... vielleicht sollte ich doch in den Schützenverein eintreten. Das hört sich eigentlich nach ner lustigen Truppe an :cool:

Wie soll ich das denn verstehen?
Bist du der Meinung, Sportschützen würden dem "kulturlosen Prekariat" angehören oder wären Sexisten, Rassisten, Faschisten u.ä?
Sorry, aber das grenzt schon an üble Nachrede. :mad:
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 28. Sep 2020, 18:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(28 Sep 2020, 09:35)

Und ich muss - grad aus Erfahrungen der letzten Tage - nochmal sagen: Die Verwendung von zum Beispiel Bewerber-Pause-Innen sowohl im alltäglichen wie auch im medialen Sprachgebrauch, sowohl schriftlich wie mündlich, auch in meinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis nimmt deutlich zu. Kann natürlich durchaus sein, dass meine persönliche Perspektive verzerrt und subjektiv ist. Aber sie nimmt auf jeden Fall nicht nur im Vergleich zu Personenkreisen anderer Leute sondern auch im Vergleich zu meinen eigenen früheren Wahrnehmungen zu.

Also in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis bedient sich niemand einer solch konstruierten Sprechweise, da redet niemand "zum Beispiel Bewerber-Pause-Innen". Die sagen aller "Bewerberinnen" ohne Pause!

Am sozialen Millieu kann's nicht liegen, denn meine Verwandten haben ausnahmslos akademischen Hintergrund und mein Freundes- und Bekanntenkreis besteht aus Professoren, Doktoren aller möglichen Fachrichtungen, aus Beamten etc pp.

Vielleichts liegt dat ja am Wohnort/an der Wohngegend. Inner Provinz habense offensichtlich noch nich so'n Klatsch wie die Berliner
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Skeptiker » Mo 28. Sep 2020, 18:11

Dark Angel hat geschrieben:(28 Sep 2020, 17:45)
Wie soll ich das denn verstehen?
Bist du der Meinung, Sportschützen würden dem "kulturlosen Prekariat" angehören oder wären Sexisten, Rassisten, Faschisten u.ä?
Sorry, aber das grenzt schon an üble Nachrede. :mad:

Mein Hinweis war nicht wirklich ernst gemeint. Ich sehe einen Schützen in einem Schützenverein auch nicht in erster Linie als Sportschützen, sondern eher synonym für ländliche Geselligkeit, aber manchmal auch Oberflächlichkeit.
Sportschützen sind für mich etwas ganz anderes, auch wenn die wohl typischerweise im gleichen Verein organisiert sind.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 28. Sep 2020, 21:02

Skeptiker hat geschrieben:(28 Sep 2020, 18:11)

Mein Hinweis war nicht wirklich ernst gemeint. Ich sehe einen Schützen in einem Schützenverein auch nicht in erster Linie als Sportschützen, sondern eher synonym für ländliche Geselligkeit, aber manchmal auch Oberflächlichkeit.

Ich nehme den Hinweis aber ernst, eben weil ich Sportschütze in einem Schützenverein und Nationaler Kampfrichter bin. (Nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen die Fliegerei an den Nagel hängen musste)
Schützen in einem Schützenverein - zumindest in Vereinen, die im DSB und BDS organisiert sind (also die überwiegende Mehrzahl), sind in erster Linie Sportschützen, die für regionale, nationale und internationale Meisterschaften - einschließlich der Olympischen Spiele - trainieren, sogar recht intensiv trainieren.
Nix synomym für ländliche Geselligkeit und Oberflächlichkeit! :mad:
Es ist erschreckend, wieviel Unwissenheit über Sportschützen und Schützenvereine vorhanden ist. :s :?

Skeptiker hat geschrieben:(28 Sep 2020, 18:11)Sportschützen sind für mich etwas ganz anderes, auch wenn die wohl typischerweise im gleichen Verein organisiert sind.

Sportschützen sind genau das, nämlich Schützen, die in einem Schützenverein organisiert sind, die ihre Jahrhunderte alten Tradition und ihr Brauchtum pflegen (Nationales Kulturerbe!) UND die sportlich eine sehr hohe Leistungsdichte aufweisen.
Um sich beispielsweise für die Deutschen Meisterschaften (Vorderlader) zu qualifizieren, müssen 145 Ringe von 150, bei 15 Schuss geschossen werden. Die Auswertung erfolgt elektronisch (Deutsche- Europa- und Weltmeisterschaften) und da entscheiden u.U. 0,2 Ringe über Sieg oder Niederlage.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon denkmal » Di 29. Sep 2020, 14:31

Dark Angel hat geschrieben:(25 Sep 2020, 12:27)

Nein, bei etwas Negativem wird fein säuberlich unterschieden. Schließlich kann man ja nicht immer "Männlein" und "Weiblein" über einen Kamm scheren. Ab und an muss man schon differenzieren.
Ich habe auch noch nie von MüllfahrerInnen oder HandwerkerInnen gehört bzw gelesen. Solche Berufe sind auch männerdominiert. :x

Ich Dummerchen dachte ja immer, das Pendant zum IT-Berater wäre das It-Girl... :D
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Papaloooo » Di 29. Sep 2020, 17:04

Ich hätte da noch eine Nachfrage!

Zimmermann versus Zimmerfrau:
Was, wenn eine Frau als Zimmermann arbeitet?
Was, wenn ein Mann als Zimmerfrau arbeitet?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Billie Holiday » Di 29. Sep 2020, 17:10

Papaloooo hat geschrieben:(29 Sep 2020, 17:04)

Ich hätte da noch eine Nachfrage!

Zimmermann versus Zimmerfrau:
Was, wenn eine Frau als Zimmermann arbeitet?
Was, wenn ein Mann als Zimmerfrau arbeitet?


Weibliche Zimmerer sind nicht so selten. Viele studieren aber nach der Ausbildung. Zimmerin oder Bauschreinerin nennt man sie.
Männliche Reinigungskräfte sind auch oft anzutreffen. Zimmerjunge heißen die aber nicht, soweit ich weiß.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Papaloooo » Mi 30. Sep 2020, 06:24

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Sep 2020, 17:10)

Weibliche Zimmerer sind nicht so selten. Viele studieren aber nach der Ausbildung. Zimmerin oder Bauschreinerin nennt man sie.
Männliche Reinigungskräfte sind auch oft anzutreffen. Zimmerjunge heißen die aber nicht, soweit ich weiß.

Aahh, danke.
Hatte mich mal also mit einer Bauschreinerin, die auf der Walz war, unterhalten.
Wusste aber beim besten Willen nicht ihre weibliche Berufsbezeichnung.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon denkmal » Mo 5. Okt 2020, 11:34

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Sep 2020, 17:10)

Weibliche Zimmerer sind nicht so selten. Viele studieren aber nach der Ausbildung. Zimmerin oder Bauschreinerin nennt man sie.
Männliche Reinigungskräfte sind auch oft anzutreffen. Zimmerjunge heißen die aber nicht, soweit ich weiß.


roomboy - englisch immer dort, wo sich die deutsche Sprache "verweigert"... ;) ;) Hat ja auch direkt einen Flair von "international"...
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Maskulist » Mo 5. Okt 2020, 12:51

Dark Angel hat geschrieben:(28 Sep 2020, 21:02)

Ich nehme den Hinweis aber ernst, eben weil ich Sportschütze in einem Schützenverein und Nationaler Kampfrichter bin. (Nachdem ich aus gesundheitlichen Gründen die Fliegerei an den Nagel hängen musste)
Schützen in einem Schützenverein - zumindest in Vereinen, die im DSB und BDS organisiert sind (also die überwiegende Mehrzahl), sind in erster Linie Sportschützen, die für regionale, nationale und internationale Meisterschaften - einschließlich der Olympischen Spiele - trainieren, sogar recht intensiv trainieren.
Nix synomym für ländliche Geselligkeit und Oberflächlichkeit! :mad:
Es ist erschreckend, wieviel Unwissenheit über Sportschützen und Schützenvereine vorhanden ist. :s :?


Sportschützen sind genau das, nämlich Schützen, die in einem Schützenverein organisiert sind, die ihre Jahrhunderte alten Tradition und ihr Brauchtum pflegen (Nationales Kulturerbe!) UND die sportlich eine sehr hohe Leistungsdichte aufweisen.
Um sich beispielsweise für die Deutschen Meisterschaften (Vorderlader) zu qualifizieren, müssen 145 Ringe von 150, bei 15 Schuss geschossen werden. Die Auswertung erfolgt elektronisch (Deutsche- Europa- und Weltmeisterschaften) und da entscheiden u.U. 0,2 Ringe über Sieg oder Niederlage.

Ja, die Anforderungen sind hoch.
Einer meiner Söhne hat es 2x nach München zur DM geschafft (Luftpistole, 10 Meter) und war schon im Jugend C-Kader. Bassum wollte ihn für die BL-Mannschaft haben doch dann zog er in die Stadt und fand falsche Freunde.
Maskulismus die radikale Ansicht, dass Männer keine Schweine sind, sondern Menschen.
Nur Idioten sind für Quoten!
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mi 7. Okt 2020, 19:36

Maskulist hat geschrieben:(05 Oct 2020, 12:51)

Ja, die Anforderungen sind hoch.
Einer meiner Söhne hat es 2x nach München zur DM geschafft (Luftpistole, 10 Meter) und war schon im Jugend C-Kader. Bassum wollte ihn für die BL-Mannschaft haben doch dann zog er in die Stadt und fand falsche Freunde.

Was immer man unter falschen Freunden verstehen mag ...
Nachwuchsprobleme haben so ziemlich alle Sportvereine - Fußballvereine vielleicht ausgenommen.
Viele fangen mit viel Enthusiasmus an, verlieren aber ebenso schnell das Interesse.

Um beim beim Thema Schützenverein/Sportschützen und "Gender" zu bleiben - Schießsport ist immer noch ein männerdominierter Sport und Frauen, die diesen Sport betreiben, werden noch öffter von (männlichen) Vereinskameraden belächelt, aber daran - Vorsicht, gaanz phöse - sind die Frauen selber schuld, weil sie sich selber nix zutrauen oder ihre sportlichen Aktivitäten auf einige wenige (auf Frauen zugeschnittene) Events beschränken.
War auch bei uns im Verein nicht anders!
Sobald ein paar Frauen in einem Verein sind, muss auch eine Gleichstellungsbeauftragte her und deren "Tätigkeit" beschränkte sich darin, Fruentagsfeiern zu organisieren und das Ausschießen eines Damenpokals, bis ... ja bis da so eine bekloppte Alte (ich) auftauchte, die nach relativ kurzer Eingewöhnungszeit den ganzen "Weiberhaufen" aufgemischt hat, der diese "Aktivitäten" nicht ausreichten, die sich im "echten Wettbewerb mit den Männern" messen wollte und will und das auch tut. Ein paar der "Damen" haben angefangen, sich mehr zuzutrauen - auch wenn ich sie dazu kräftig in den Hintern treten und aus ihrem "Dornröschenschlaf" aufwecken musste.
Und siehe da, die Männer haben unser (mein) Bemühen nicht belächelt, ganz im Gegenteil, sie finden es toll, dass Frauen endlich aus ihrem "Schattendasein" treten und an regionalen und überregionalen Wettkämpfen erfolgreich teilnehmen.
Ich hoffe, dass unser Beispiel auch in anderen Vereinen Schule macht und die Frauen unter den Sportschützen sich selber mehr zutrauen und nicht mehr darauf warten, dass sie jemand ans Händchen nimmt.
Achja und einen Damenpokal gibt's nicht mehr. Der heißt jetzt - ganz sexistisch - Hexenpokal. Die Umbenennung wurde von den Frauen einstimmig angenommen. :D
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Senexx » Mo 12. Okt 2020, 13:08

Neues geplantes Insolvenzrecht verwendet nur noch die weibliche Form

https://www.bild.de/politik/inland/poli ... .bild.html

Edit: Falscher Link.
Zuletzt geändert von Senexx am Mo 12. Okt 2020, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 12. Okt 2020, 13:42

Senexx hat geschrieben:(12 Oct 2020, 13:08)

Neues geplantes Insolvenzrecht verwendet nur noch die weibliche Form



Stimmt nicht. Hier z.B. der neu eingefügte § 312 aus dem Entwurf:


§ 312
Restschuldbefreiung (1) Hat der Schuldner keine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt, so sind
die §§ 286 bis 303a mit den folgenden Maßgaben anzuwenden. (2) Die Abtretungsfrist nach § 287 Absatz 2 Satz 1 beträgt sechs Jahre. (3) Der Antrag auf Restschuldbefreiung ist nach § 287a Absatz 2 Satz 1 Nummer 1
Alternative 1 nur unzulässig, wenn dem Schuldner in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag Restschuldbefreiung erteilt worden ist.
(4) Der Schuldner hat nach § 295 Absatz 1 Nummer 2 allein Vermögen, das er von
Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht erwirbt, zur Hälfte an den Treuhänder herauszugeben . § 295 Absatz 1 Nummer 5 ist nicht anzuwenden.
(5) § 296 Absatz 1 in Verbindung mit § 295 Absatz 1 Nummer 5 sowie § 296 Absatz 1a, § 300 Absatz 3 Satz 2 sind nicht anzuwenden. (6) § 300 Absatz 2 Satz 1 ist auch dann anzuwenden, wenn der Schuldner die Kosten
des Verfahrens berichtigt hat und
1. drei Jahre der Abtretungsfrist verstrichen sind und dem Insolvenzverwalter oder Treuhänder innerhalb dieses Zeitraums ein Betrag zugeflossen ist, der eine Befriedigung der Forderungen der Insolvenzgläubiger in Höhe von mindestens 35 Prozent ermöglicht, oder
2. fünf Jahre der Abtretungsfrist verstrichen sind.
Eine Forderung wird bei der Ermittlung des Prozentsatzes nach Satz 1 Nummer 1 berücksichtigt, wenn sie in das Schlussverzeichnis aufgenommen wurde. Fehlt ein Schlussverzeichnis, so wird eine Forderung berücksichtigt, die als festgestellt gilt oder deren Gläubiger entsprechend § 189 Absatz 1 Feststellungsklage erhoben oder das Verfahren in dem früher anhängigen Rechtstreit aufgenommen hat. In den Fällen von Satz 1 Nummer 1 ist der Antrag nur zulässig, wenn Angaben gemacht werden über die Herkunft der Mittel, die an den Treuhänder geflossen sind und die über die Beträge hinausgehen, die von der Abtretungserklärung erfasst sind. Der Schuldner hat zu erklären, dass die Angaben nach Satz 4 richtig und vollständig sind. Das Vorliegen der Voraussetzungen von Satz 1 Nummer 1 und 2 ist vom Schuldner glaubhaft zu machen.“
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Senexx

Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Senexx » Mo 12. Okt 2020, 14:00

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(12 Oct 2020, 13:42)

Stimmt nicht. Hier z.B. der neu eingefügte § 312 aus dem Entwurf:


Überzeugen Sie sich selbst

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzge ... onFile&v=6

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