Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Genies?

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Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Genies?

Beitragvon frems » Mi 1. Apr 2015, 12:57

Aus den USA:

Geschlechterumfrage: Männer studieren Fächer mit Genie-Faktor

Mathematik ist Männersache, Psychologie etwas für Frauen? Was wie ein Klischee klingt, ist an Unis Realität. Eine Umfrage zeigt: Es könnte am Geniekult der Studienrichtungen liegen. [...]

Die Forscher wollten von ihren Probanden unter anderem wissen, in welchen Fächern sie die meisten Genies, also weit überdurchschnittlich intelligente und talentierte Menschen, erwarten.

Das Ergebnis: Es wurden mit Physik, Mathematik und Philosophie ausgerechnet jene Fächer am häufigsten genannt, in denen auch der Anteil der studierenden und promovierenden Männer überdurchschnittlich hoch ist.

Die Theorie der Forscher: Frauen sind eher bescheiden und lassen sich vom Genie-Kult und den großen Namen, die es zum Beispiel in der Philosophie gibt, abschrecken - Männer überschätzen sich gern mal und neigen dazu, sich selbst neben Nietzsche oder Kant zu sehen. Die Ergebnisse belegten also wieder einmal, dass geniale Fähigkeiten immer noch eher mit Männern assoziiert würden, folgern die Autoren.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 19197.html

An deutschen Unis sieht es zwar etwas anders aus -- so gehört Mathematik zu den zehn beliebtesten Fächern bei Frauen, aber nicht bei Männern --, aber gewisse Unterschiede sind dennoch festzustellen: http://www.studieren-im-netz.org/vor-de ... diengaenge

Was meint Ihr, wodran das liegt? Sind Frauen bescheidener und Männer überschätzen sich häufiger? Sind Mädchen von Natur aus stärker an Kultur und Sprachen (ob Deutsch oder eine Fremdsprache) interessiert, während sich Jungs eher für Technik begeistern? Oder ist es, wie manche Feministinnen sagen, vor allem so durch gesellschaftliche Werte und Vorbilder vorgegeben? Und wieso trifft das bei Medizin sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften offenbar nicht zu? Fragen über Fragen. Auf Meinungen, Erfahrungen etc. bin ich gespannt.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon JFK » Mi 1. Apr 2015, 13:04

frems » Mi 1. Apr 2015, 12:57 hat geschrieben:Aus den USA:


http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 19197.html

An deutschen Unis sieht es zwar etwas anders aus -- so gehört Mathematik zu den zehn beliebtesten Fächern bei Frauen, aber nicht bei Männern --, aber gewisse Unterschiede sind dennoch festzustellen: http://www.studieren-im-netz.org/vor-de ... diengaenge

Was meint Ihr, wodran das liegt? Sind Frauen bescheidener und Männer überschätzen sich häufiger? Sind Mädchen von Natur aus stärker an Kultur und Sprachen (ob Deutsch oder eine Fremdsprache) interessiert, während sich Jungs eher für Technik begeistern? Oder ist es, wie manche Feministinnen sagen, vor allem so durch gesellschaftliche Werte und Vorbilder vorgegeben? Und wieso trifft das bei Medizin sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften offenbar nicht zu? Fragen über Fragen. Auf Meinungen, Erfahrungen etc. bin ich gespannt.


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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon frems » Mi 1. Apr 2015, 14:20

JFK » Mi 1. Apr 2015, 13:04 hat geschrieben:
in Räumliches (und Logisches) denken, sind die Jäger überlegen, da gibts keine Zweifel, aber in Politik sind frauen viel besser als Männer, Früher oder später werden Frauen das Parlament übernehmen.

Brauchen wir dann eine Männerquote? :?:
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon BingoBurner » Mi 1. Apr 2015, 14:31

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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon BingoBurner » Mi 1. Apr 2015, 14:31

JFK » Mi 1. Apr 2015, 12:04 hat geschrieben:
in Räumliches (und Logisches) denken, sind die Jäger überlegen, da gibts keine Zweifel, aber in Politik sind frauen viel besser als Männer, Früher oder später werden Frauen das Parlament übernehmen.


Hast du dazu ein paar Quellen ? Die einzigen Studien die ich kenne, die in diese Richtung zielen, sagen aus das bei 250 Männern und 250 Frauen man bei 10 einen Unterschied im räumlichen oder logischen Denken verordnen könnte der auf das Geschlecht oder die Erziehung zurück zuführen wären. Konjunktiv halt.

Es geht ja hier um die Berufswahl und ob dieser auf das Geschlecht zurück zuführen ist ?
Nun ja körperliche Kraft ist in unseren Zeiten eher überflüssig. Vor dem Akkuschrauber mag das was anderes gewesen sein aber heutzutage ?
Und Logik ? Nee da geben Frauen und Männer sich nichts. Und warum sollten Frauen nicht Jäger gewesen sein ?
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon JFK » Mi 1. Apr 2015, 14:57

BingoBurner » Mi 1. Apr 2015, 14:31 hat geschrieben:
Hast du dazu ein paar Quellen ? Die einzigen Studien die ich kenne, die in diese Richtung zielen, sagen aus das bei 250 Männern und 250 Frauen man bei 10 einen Unterschied im räumlichen oder logischen Denken verordnen könnte der auf das Geschlecht oder die Erziehung zurück zuführen wären. Konjunktiv halt.

Es geht ja hier um die Berufswahl und ob dieser auf das Geschlecht zurück zuführen ist ?
Nun ja körperliche Kraft ist in unseren Zeiten eher überflüssig. Vor dem Akkuschrauber mag das was anderes gewesen sein aber heutzutage ?
Und Logik ? Nee da geben Frauen und Männer sich nichts. Und warum sollten Frauen nicht Jäger gewesen sein ?


Nein, ist meine Subjektive Wahrnehmung, und Erfahrungen/Erzählungen dritter, in meiner Kleinen Welt gibts da keine Zweifel daran.

Es war Männersache ein Wild zu erlegen, auch Krieg/Jagt Strategien wurden von männern entwickelt, während die Frauen genau wussten, wo welcher Hebel zu betätigen ist um das Gesamtgerüst zu bewegen, und ja Akuschrauber ist gut um ein Stuhl zusammenzubauen, aber ich habe noch nie eine Frau gesehen bei mir auf der Arbeit, die am Band die Körperliche tätigkeiten ausführt, die ungebildeten Frauen, sind dann in der Kontrolle oder am Verpacken.
Wirklich, ich latsche viel durch die Abteilungen, nur männer am buckeln.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon nichtkorrekt » Mi 1. Apr 2015, 15:05

Ich halte das in der Form für Schwachsinn, Männer haben i.d.R. eine höhere Affinität für Zahlen oder technische Belange, deswegen studieren eben mehr Männer Maschinenbau, mit Selbstüberschätzung hat das in meinen Augen wenig zu tun. Auch kann man in meinen Augen Philosophie nicht studieren, Philosoph ist wer Philosoph ist, ein Kunststudium macht einen ja auch nicht automatisch selbst zu einem Künstler.

Ich studiere selbst BWL, dort ist der Frauenanteil etwa 50/50 bzw. die Frauen überwiegen leicht, aber eine Sache fällt auch hier auf, in Schwerpunkten wie Marketing oder Personal sind Frauen weitaus überrepräsentiert, während für Wirtschaftsinformatik das Gegenteil gilt. Mit Bescheidenheit hat das alles nichts zu tun, eher mit geschlechtsspezifischen Präferenzen, was sich auch wie erwähnt innerhalb eines Studiengangs zeigt, dass Frauen eben die weicheren Schwerpunkte wählen, was später wiederum Gehaltsunterschiede erklären könnte, Wirtschaftsinformatiker sind eben gefragter als Personalreferenten, auch wenn beide formal den selben Abschluß haben.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon BingoBurner » Mi 1. Apr 2015, 17:25

JFK » Mi 1. Apr 2015, 13:57 hat geschrieben:
Nein, ist meine Subjektive Wahrnehmung, und Erfahrungen/Erzählungen dritter, in meiner Kleinen Welt gibts da keine Zweifel daran.

Es war Männersache ein Wild zu erlegen, auch Krieg/Jagt Strategien wurden von männern entwickelt, während die Frauen genau wussten, wo welcher Hebel zu betätigen ist um das Gesamtgerüst zu bewegen, und ja Akuschrauber ist gut um ein Stuhl zusammenzubauen, aber ich habe noch nie eine Frau gesehen bei mir auf der Arbeit, die am Band die Körperliche tätigkeiten ausführt, die ungebildeten Frauen, sind dann in der Kontrolle oder am Verpacken.
Wirklich, ich latsche viel durch die Abteilungen, nur männer am buckeln.



Also ich komme aus den medizinischen Bereich. Und wenn man der Statistik folgt wird der "Arzt" Beruf in Zukunft weiblich dominiert sein.
Und die Aussage einer Ärztin darauf hin , die ich kenne, fand ich sehr bemerkenswert.

Wenn es mehr Ärztinnen als Ärzte gibt wird das Prestige dieses Berufes sinken und auch die Gehälter.
Ob sie recht behält bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist aber schon wenn man sich in der Berufswelt umsieht.
Sehe ich zumindest so.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Helmuth_123 » Fr 3. Apr 2015, 15:09

Ich frage mich, ob es bedeutsam ist, dass Männer und Frauen jeweils andere Studiengänge präferieren. Ich denke nicht.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon straight one » Fr 10. Apr 2015, 02:08

die ungebildeten Frauen, sind dann in der Kontrolle oder am Verpacken.
Wirklich, ich latsche viel durch die Abteilungen, nur männer am buckeln.[/quote]


ja, die körperlichen unterschiede sind ja nun mal da. zumindest hier in Europa. in Asien sieht es da schon anders aus. die Männer sind deutlich kleiner, so um die 1,70. da gibt es wenig Männer, die mich als westeuropäische frau überragen. und wenn man in Thailand auf eine Baustelle geht, sieht man da sehr viele Frauen, die buckeln.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon JJazzGold » Fr 10. Apr 2015, 07:33

frems » Mi 1. Apr 2015, 14:20 hat geschrieben:Brauchen wir dann eine Männerquote? :?:



Sicher, ich sorge dafür, dass ihr sie bekommt.

Ein interessanter Artikel, rückblickend waren alle unsere Mathematik-Praktikanten Praktikantinnen. Mir ist das gar nicht aufgefallen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Teeernte » Fr 10. Apr 2015, 08:12

frems » Mi 1. Apr 2015, 12:57 hat geschrieben:An deutschen Unis sieht es zwar etwas anders aus -- so gehört Mathematik zu den zehn beliebtesten Fächern bei Frauen,..

Was meint Ihr, wodran das liegt? Sind Frauen bescheidener und Männer überschätzen sich häufiger? Sind Mädchen von Natur aus stärker an Kultur und Sprachen (ob Deutsch oder eine Fremdsprache) interessiert, während sich Jungs eher für Technik begeistern? Oder ist es, wie manche Feministinnen sagen, vor allem so durch gesellschaftliche Werte und Vorbilder vorgegeben? Und wieso trifft das bei Medizin sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften offenbar nicht zu? Fragen über Fragen. Auf Meinungen, Erfahrungen etc. bin ich gespannt.


Mannnnnnn - Studienbeginner .....und ÜBERSCHÄTZEN....

Da muss die Abbrecherquote gegengehalten werden...

Törner: Die Untersuchung von mir und Miriam Dieter zeigt, dass die meisten im ersten Studienjahr abbrechen beziehungsweise das Fach wechseln. Frauen werfen das Handtuch häufiger und schneller als Männer, das mag allerdings auch an der weiblichen Entscheidungsfreudigkeit liegen. Insgesamt schließen jedenfalls nur 20 Prozent das Mathematik-Studium tatsächlich ab.
SPIEGEL ONLINE: Mathematiker haben sehr gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, Absolventen werden dringend gesucht. Warum brechen so viele ab?

Törner: Viele haben Leistungsprobleme. Das hat auch Auswirkungen auf andere Fächer, denn Mathematik ist in Ingenieurswissenschaften und in der Betriebswirtschaft ein Indikatorfach, also ein Härtetest. Wer Mathe überlebt, packt auch die anderen Fächer.


Überschätzt ?

Studenten in Mint-Fächern scheitern am häufigsten...

Für viele Abiturienten ist es nach der Schule ein Automatismus: Mit der Hochschulreife gehe ich an die Hochschule, wohin sonst?

Doch statt in ein anderes Fach, in ein anderes Studium oder eine andere Stadt zu wechseln, startete sie eine Ausbildung zur Floristin und merkte: Das passt viel besser zu mir.

Derzeit bringen fast 30 Prozent der Bachelor-Studenten ihren eingeschlagenen Studienweg nicht zu Ende. Besonders hoch sind die Abbrecherquoten bei den Ingenieuren und den Naturwissenschaftlern. Zu hohe Anforderungen, Geldsorgen und mangelnde Motivation. Zwei von drei Abbrechern sagen, sie wollen sich beruflich neu aufstellen.


Studie zum Studienabbruch mit besonderer Berücksichtigung der Studienabbrüche von Frauen in den Ingenieurwissenschaften notwendig.
http://www.tuhh.de/studienabbruch/

Es sind da 3/4 der Abbrecher...


Lediglich 14 Prozent der Studentinnen gehören einem Studienabbruchtyp an, in dem signifikant mehr Frauen als Männer vertreten sind. Bei diesem Typ stehen allerdings das Gefühl des Ausgegrenztseins und damit die sozialen Konflikte im Vordergrund.


...die Genies kommen durch....

- wenn man dann doch kombinieren muss - bleiben DIE - die das nicht können auf der Strecke - auswendig lernen hilft da eben nicht.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Heinzpeter

Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Heinzpeter » Fr 10. Apr 2015, 08:21

JFK » Mi 1. Apr 2015, 12:04 hat geschrieben:in Räumliches (und Logisches) denken, sind die Jäger überlegen, da gibts keine Zweifel, aber in Politik sind frauen viel besser als Männer, Früher oder später werden Frauen das Parlament übernehmen.


Trotz Girlsday und sonstiger Veranstaltungen hat sich eigentlich seit Jahren/Jahrzehnten die Situation kaum bis gar nicht verändert.

Frauenüberschuss gibt es vor Allem an Grundschulen, Krankenhäusern, Altenheimen und in der erweiterten Modebranche.
Annähernden Zahlengleichheit zwischen Männern und Frauen mag es noch im Medienbereich und in der Werbung geben.

In den produktiven Sektoren hingegen ist die Situation seit Jahrzehnten quasi unverändert.
Gefühlte 99,9% aller Beschäftigten sind dort Männer.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 10. Apr 2015, 10:50

frems » Mi 1. Apr 2015, 12:57 hat geschrieben:Was meint Ihr, wodran das liegt? Sind Frauen bescheidener und Männer überschätzen sich häufiger? Sind Mädchen von Natur aus stärker an Kultur und Sprachen (ob Deutsch oder eine Fremdsprache) interessiert, während sich Jungs eher für Technik begeistern? Oder ist es, wie manche Feministinnen sagen, vor allem so durch gesellschaftliche Werte und Vorbilder vorgegeben? Und wieso trifft das bei Medizin sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften offenbar nicht zu? Fragen über Fragen. Auf Meinungen, Erfahrungen etc. bin ich gespannt.


Ich denke nicht, dass Männer sich häufiger überschätzen. Sie haben nur häufiger kein Problem damit, ihr geistiges Potenzial nach außen hin als weit größer darzustellen als es tatsächlich ist. Und sie tun es so glaubhaft, dass man es ihnen auch abnimmt. Und irgendwann sind sie dann auch selbst davon überzeugt, die intelligenteren zu sein.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon frems » So 26. Apr 2015, 12:42

Heinzpeter hat geschrieben:Trotz Girlsday und sonstiger Veranstaltungen hat sich eigentlich seit Jahren/Jahrzehnten die Situation kaum bis gar nicht verändert.

Naja, der Frauenanteil in den MINT-Berufen hat schon zugenommen. Leider find ich gerade nur eine Statistik zu NRW, aber aufgrund der Größe sollte es in ganz Deutschland nicht nennenswert anders aussehen: https://www.it.nrw.de/statistik/quersch ... 2_abb2.jpg

Aber Du hast natürlich recht, daß es insgesamt noch wenig sind und der Girls' Day überschaubare Erfolge hat. Dennoch ist es durchaus positiv, daß Frauen heute häufiger ein solches Studium aufnehmen im Vergleich zu früheren Generationen. Das liegt aber auch daran, daß Männer heute häufiger MINT-Studium aufnehmen, sodaß eine absoluter Anstieg bei Frauen prozentual kaum erkennbar ist. So erhöhte sich der Anteil an weiblichen Studienanfängern von unter 10.000 (1993/94) auf über 30.000 (2012/13), während er bei Männern von folglich knapp 60.000 auf etwa 120.000 stieg (selber Zeitraum): https://sciencefiles.files.wordpress.co ... -mint1.jpg

Bis sich das nennenswert bei den Beschäftigten zeigt, werden natürlich noch einige Jahre vergehen.

Schülerinnen im ganzen Land durften beim Girls' Day wieder Werkhallen- und Industrieluft schnuppern. Sie sollen für Technik begeistert werden, unbedingt. Obwohl die Initiative seit 2001 läuft, sind Erfolge nicht in Sicht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/lebe ... 30271.html
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Agesilaos Megas » Sa 16. Mai 2015, 12:58

frems » Mi 1. Apr 2015, 12:57 hat geschrieben:Aus den USA:


http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 19197.html

An deutschen Unis sieht es zwar etwas anders aus -- so gehört Mathematik zu den zehn beliebtesten Fächern bei Frauen, aber nicht bei Männern --, aber gewisse Unterschiede sind dennoch festzustellen: http://www.studieren-im-netz.org/vor-de ... diengaenge

Was meint Ihr, wodran das liegt? Sind Frauen bescheidener und Männer überschätzen sich häufiger? Sind Mädchen von Natur aus stärker an Kultur und Sprachen (ob Deutsch oder eine Fremdsprache) interessiert, während sich Jungs eher für Technik begeistern? Oder ist es, wie manche Feministinnen sagen, vor allem so durch gesellschaftliche Werte und Vorbilder vorgegeben? Und wieso trifft das bei Medizin sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften offenbar nicht zu? Fragen über Fragen. Auf Meinungen, Erfahrungen etc. bin ich gespannt.




Es ist schwierig, die US-"Ingenialisierung" alleinig auf das Geschlecht zurückzuführen; wer die US-Kultur und -Medien kennt, der weiß um das landläufige Stereotypisieren Mathematik betreffend: Alle Genies in ihrem kulturellen Verständnis sind Mathematiker oder Physiker (Einstein, die asiatischen Rechenmaschinen, "A beautiful mind". Die Geisteswissenschaften dagegen werden kulturell negativ konnotiert: Arroganz, Scheinwissen etc.

Unter dieser Bedingung muss die Vorliebe für Mathematik betrachtet werden. Ich schließe aber nicht aus, dass die traditionellen Rollenbilder, die in den USA stärker als hierzulande sind, auch einen gewaltigen Einfluss nehmen. Nur in diesem Fach sehe ich auch eine größere kulturelle Komponenten.

Zur Rollenthematik: Ich erinnere mich an meine Studienzeit: Ich war in einem philologischen Fach einer der wenigen Männer. Aus meiner bescheidenen Weltwahrnehmung heraus nehme ich auch in den Geisteswissenschaften viel mehr Frauen wahr. Die Frage ist: Warum? Eine Antwort kann man innerhalb der Geisteswissenschaften finden:

Während die Philologien, in welchen ich auch studiosus war, nahezu nur Frauen haben, führen Geschichte und Philosophie 50:50. Die Grenze zwischen Philologie und Geschichte jedoch ist fließend, wie meine spätere Arbeit auch zeigte. Wieso dennoch dieser große Unterschied? Meine Erfahrung deckt sich ein wenig mit der Bieri-Studie: Frauen wollen sich gemütlicher einrichten können, da die Familienplanung (30+) umgesetzt werden muss. In der Philologie waren viele Lehrämtler, von den Chancen magisch angezogen, wohingegen die Arbeitsmarktsituation in Geschichte und Philosophie schlechter ist. Männer denken nicht unbedingt so ängstlich-pessimistisch in die Zukunft, Frauen planen ihr Leben.

Frauen als Ingenieur etc. werden sich seltener Auszeiten (Schwangerschaft) nehmen können (kein Lehramt etc.), sondern müssen stante pede sein. Das ist die Angst der Frauen, nach Bieri-Studie. Nun ist die Frage: Warum? Ist es für eine Frau notwendig, so zu planen? Muss sie denn eine Familie schnellstmöglich gründen? Ist das von der Gesellschaft oder Natur gewollt? Eine übereifrige Studentin sagte mir einmal: "Ich will keinen Freund, nachher werde ich schwanger und lande bei Hartz IV". Verrücktes Huhn (sie hatte nie einen Freund, als ich sie aber wiedersah, nun älter, war schon die ganze Jugend verschwunden, sie immer noch eine Jungfer; sie hat auf persönlicher Ebene durch Planung des Lebens einiges verplant) :mad2:



Ein Blick in Deinen Link verrät noch etwas:

Wirtschaft, Jura, Biologie vs. Philologien, Medizin, Pädagogik, Psychologie - letztere Gruppe war traditionell immer schon recht weiblich: "Sprechen", für andere Fürsorge übernehmen, Empathie, Erziehen. Soziale Faktoren, die evolutionär vielen Frauen gegeben worden sind, teils aber auch gesellschaftlich (Pädagogik kann durchaus auch mal mehr männlich sein! Männer können durchaus auch empathischer sein!). Doch Jura, Wirtschaft und Labor-Biologie? Sie sprechen wohl eher für gesellschaftliche Faktoren als "naturgegebener Kompetenz". Liegt es daran, dass es die sichere oder schnelle Möglichkeiten bietet, viel zu verdienen?


Stellen sich denn Frauen nun minder? Unterschätzen sie sich selbst? M.E. ist ihr Wunsch, zu strikt das Leben zu planen, die Dinge zu kontrollieren und 100% Sicherheit zu haben, das größere Problem für Studium und akadem. Beruf: Man muss eben dort den schwereren Weg gehen, Risiken eingehen, auch finanziell, umziehen etc. - viele Studentinnen, Promovenden, PHDs etc., die ich kennengelernt habe, hatten ein Problem: Je älter sie wurden (Richtung 30), desto ungeduldiger wurden sie. Rational nachvollziehbar war diese Angst nicht, doch ich hörte immer unterschwellig das "Niederlassen" und "Familiebauen" heraus. Kann das denn etwa ein Grund sein, warum Frauen nicht nur sich selbst ausbremsen, sondern auch den Männern das Feld der Spitze überlassen?

Fragen über Fragen; ich äußere nur Gedanken und Erfahrungen; ich bin glücklich und hasse weder Frauen noch Männer. :)
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Agesilaos Megas » Sa 16. Mai 2015, 13:00

schokoschendrezki » Fr 10. Apr 2015, 10:50 hat geschrieben:
Ich denke nicht, dass Männer sich häufiger überschätzen. Sie haben nur häufiger kein Problem damit, ihr geistiges Potenzial nach außen hin als weit größer darzustellen als es tatsächlich ist. Und sie tun es so glaubhaft, dass man es ihnen auch abnimmt. Und irgendwann sind sie dann auch selbst davon überzeugt, die intelligenteren zu sein.



Kann man sich denn auch überschätzen im Sinne des Riskierens und "Ignorierens der Zukunft"? :)

Ich glaube, auch das spielt eine Rolle bei Studium und Beruf.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Agesilaos Megas » Sa 16. Mai 2015, 13:03

straight one » Fr 10. Apr 2015, 02:08 hat geschrieben:die ungebildeten Frauen, sind dann in der Kontrolle oder am Verpacken.
Wirklich, ich latsche viel durch die Abteilungen, nur männer am buckeln.



ja, die körperlichen unterschiede sind ja nun mal da. zumindest hier in Europa. in Asien sieht es da schon anders aus. die Männer sind deutlich kleiner, so um die 1,70. da gibt es wenig Männer, die mich als westeuropäische frau überragen. und wenn man in Thailand auf eine Baustelle geht, sieht man da sehr viele Frauen, die buckeln.[/quote]


Guter Punkt! Also könnten Frauen jeden Männerberuf übernehmen! ;)

Was hindert sie aber hierzulande daran?
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Shlabotnik » Di 7. Jul 2015, 00:21

Das Beispiel aus Thailand (wo auch Frauen auf Baustellen arbeiten) erinnert mich an eine Äußerung aus dem Familienkreis. Eine Frau, die nach dem Krieg beim Wiederaufbau auch beim Bauen mitgeholfen hat, erzählte, wie der Arzt ihr sagte "Frau ..., Sie machen ja Männerarbeit".
Und sie schilderte das so (entsetzt), dass ich den Eindruck hatte, dass es weniger die körperliche Beeinträchtigung war (also sie klagte nicht darüber, dass sie es im Rücken hätte davon oder ähnliche Beschwerden hätte), sondern mehr die psychologische Komponente, "Männerarbeit" gemacht zu haben (was ihr ja erst da bewusst wurde, als er es gesagt hatte; also nicht bei der Arbeit selbst).

Das deutet schon darauf hin, dass hier unterschiedliche Rollenbilder am Werke sind.

S.
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Re: Studienwahl: überschätzen sich Jungs als (angehende) Gen

Beitragvon Dampflok » Di 7. Jul 2015, 22:36

Shlabotnik » Mo 6. Jul 2015, 23:21 hat geschrieben:Das Beispiel aus Thailand (wo auch Frauen auf Baustellen arbeiten) erinnert mich an eine Äußerung aus dem Familienkreis. Eine Frau, die nach dem Krieg beim Wiederaufbau auch beim Bauen mitgeholfen hat, erzählte, wie der Arzt ihr sagte "Frau ..., Sie machen ja Männerarbeit".
Und sie schilderte das so (entsetzt), dass ich den Eindruck hatte, dass es weniger die körperliche Beeinträchtigung war (also sie klagte nicht darüber, dass sie es im Rücken hätte davon oder ähnliche Beschwerden hätte), sondern mehr die psychologische Komponente, "Männerarbeit" gemacht zu haben (was ihr ja erst da bewusst wurde, als er es gesagt hatte; also nicht bei der Arbeit selbst).

Das deutet schon darauf hin, dass hier unterschiedliche Rollenbilder am Werke sind.



Ja und?

Beim Thema Vergewaltigung wird ja auch grundsätzlich nur an vergewaltigte Frauen gedacht, bei häuslicher Gewalt nur an schlagende Männer. Obwohl es auch hier beides gibt.

Und überhaupt war die körperliche Arbeit früher so hart, daß auch nicht jeder Mann fit genug dazu war. Geschweige denn durchschnittliche Frauen, zumal die bis Heute kein Problem damit haben, sich die schweren Brocken ganz selbstverständlich von Männern beiseite schieben zu lassen, vom Bierkiste schleppen über die Überstunden wenn sie ihr Kind bei sich haben will, die riskante Firmengründung (wo sie dann, wenn es geglückt ist, als Quotenfrau in den Vorstand quereinsteigt) - bis zum Einsatz als Soldaten.

Wieviele Feuerwehrfrauen starben noch gleich im WTC? Nur die Todeslisten vermitteln den Eindruck, Manhattans Feuerwehr sei ein reiner Männerclub.


Zuletzt geändert von Dampflok am Di 7. Jul 2015, 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
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