Sammelstrang gendergerechte Sprache

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Wie steht Ihr zu gendergerechte Sprache?

diese Sprachform ist gut und richtig und soll so bleiben
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3%
diese Sprachform sollte langfristig mal abgeschafft werden
4
6%
diese Sprachform sollte mit sofortiger Wirkung abgeschafft werden
11
16%
wer so spricht, sollte wegen Zeitverschwendung verurteilt werden
10
15%
wer so spricht, sollte wegen seelischer Grausamkeit verurteilt werden
4
6%
wer so spricht, sollte wegen Beschädigung der deutschen Sprache verurteilt werden
20
29%
mir ist das alles egal
17
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Selina
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » So 18. Apr 2021, 18:35

Maskulist hat geschrieben:(18 Apr 2021, 18:26)

Um es einmal etwas einfach auszudrücken: Ohne die Biologie würde es keine Sozialisation geben. Insofern beeinflusst die Biologie das Soziale und NICHT umgekehrt.


Das Biologische und das Soziale sind beim Thema "Mensch" zwei Seiten einer Medaille. Nichts ist vor- oder nachrangig.
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Re: Gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » So 18. Apr 2021, 19:24

Selina hat geschrieben:(18 Apr 2021, 18:25)

Genau. Kann man nicht besser sagen. Aus all diesen Gründen halte ich den Rudeltier-Biologismus für problematisch. Weil dahinter auch immer steckt, das angeblich nichts veränderbar (durch den Menschen) ist. Das gipfelt in sowas wie "alles bleibt so, wie es ist/war. Niemand kann sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Es kommt, wie es kommen muss". Den aktiven, kritischen, handelnden, widersprechenden und in die Verhältnisse eingreifenden Menschen gibt es in dieser Betrachtung nicht. Das ist Fatalismus hoch drei, Stagnation. Politisch zeigt sich hier die Nahtstelle bzw. der fließende Übergang von neokonservativ zu neurechts.


Es gab ja neben dem religiösen Fasten in der Vergangenheit auch alle möglichen Formen von bewusster sexueller Enthaltsamkeit. Das kann man aus heutiger Sicht natürlich kritisch sehen. Ich halte dies wie auch die Formen religiöser Fastenbräuche für eine Art Zündfunken am Anfang der menschlichen Zivilisation. Eine Art Selbstvergewisserung: Ich kann auch anders. Ich kann mich bewusst gegen Instinkte und Triebe entscheiden. Diese Selbsterfahrung dürfte eine völlig überragende Rolle bei der Entstehung von Zivilisationen gespielt haben. An sich würde es reichen, Sexualpartner zu finden, Nachwuchs zu zeugen und satt zu werden. Nichs führt aus diesem Programm heraus und führt hin zu Sprache, Maschinen, Literatur als diese Erfahrung oder dieser Versuch des sich Wendens gegen eine biologische Determininiertheit.

Das ist übrigens auch eine dieser Widersprüche oder Missverständnisse zum Thema Neoliberalismus. Der im allgemeinen Verständnis einen leistungsbereiten Menschen voraussetzt. Der aber in Wirklichkeit diese Leistungsbereitschaft nur als Teil eines göttlichen Programms sieht. Schon die Calvinisten haben "Geldverdienen" und "Reichwerden" nicht als Selbstentschluss sondern lediglich als Beweis oder Bestätigung einer sowieso nicht veränderbaren Gottesauserwähltheit gesehen. Das was hier als "biologische Determiniertheit" bezeichnet wird, ist im Calvinismus die Lehre von der unabänderlichen Verderbtheit der Menschen. Die ihre Erlösung nicht etwa durch eigenen Willen und eigene Tätigkeit erreichen sondern allein durch das Wirken des Heiligen Geists. Man kann ohne weiteres diesen modernen Szientismus und Biologismus als Fortsetzung dieser Tradition einer Kumpanei von Wohlstandsökonomie und reformatorischem Christentum sehen. Wenn Gott beschlossen hat, dich zum Mann zu machen, dann ist das so und bleibt es auch so. Wehre dich nicht dagegen! Auch wenn an die Stelle von "Gott" nun die "Natur" oder die "Naturwissenschaften" treten. Die Gegenposition lautet: Du kannst etwas verändern! Du kannst dich verändern! Du kannst auch die Gesellschaft verändern! Du kannst die Welt verändern! Sie ist nicht einfach so wie sie ist. Sondern so wie die Menschen sie gestalten. Die Tatsache, dass diesem Gestaltungswillen natürliche Grenzen gesetzt sind, ändert daran überhaupt nix!

Man kann sehr wohl aus Umweltbedingungen heraus die physiologischen Ausprägungen von Arten hervorsagen. Wenns kalt wird, dann brauchts ein ordernliches Fell. Aber es gibt keine Differentialgleichung mit "Der Mesch" als Lösung. Der Mensch hat sich aus dem System Natur durch Selbstentschluss herausgehoben. Und tuts heute noch!
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » So 18. Apr 2021, 20:15

Selina hat geschrieben:(18 Apr 2021, 18:35)

Das Biologische und das Soziale sind beim Thema "Mensch" zwei Seiten einer Medaille. Nichts ist vor- oder nachrangig.

Ich kann mich sehr wohl erinnen, wie noch in den 70ern Thesen zur Menschwerdung dargestellt wurden. Die "Savannenhypothese" zum Beispiel. Mit dem Brustton der Überzeugung. Es musste einfach so kommen. Diese Savannenhypothese gilt nun heute als widerlegt. Es wird sicherlich verschiedene natürliche Faktoren geben, die die Menschwerdung initial in Gang gesetzt haben. Wenns dabei geblieben wäre, dann gäbe es heute halt relativ intelligente aufrechtgehende Zweibeiner. Der entscheidende Punkt bei der Entstehung des heutigen Menschen ist, davon bin ich überzeugt, die Entdeckung der Selbstwirksamkeit. Die eine Eigendynamik der Entwicklung in Gang setzte, die nicht mehr einfach nur durch äußere Umstände erklärbar ist. Sondern in erster Linie ist ein Zustand zum Zeitpunkt t+1 durch einen Zustand zum Zeitpunkt t erklärbar. Phänomene in Bereichen wie Religion, Eigentum, Schrift sind mehr und mehr Ursache und Wirkung für andere Phänomene in diesen Bereichen. Die komplexen Zahlen wurden nicht deshalb eingeführt, weil der Mensch als biologisches Wesen sie nunmal benötigt, sondern weil irgendwann mal jemand die Frage gestellt hat, welche Zahl als Quadrat die Zahl Minus Eins ergibt. Und in dieser Art und Weise haben sich auch schon sehr früh Entwicklungen zugetragen. Die imaginäre Einheit Zahl i heißt nicht umsonst "imaginär". Der Mensch kann sich über das scheinbar natürliche hinwegsetzen. Und die Erfahrung der ungeheuerlichen Wirksamkeit dieser Hinwegsetzungen ist nach meiner Überzeugung die wichtigste Triebkraft der menschlichen Entwicklung. Von Anfang an!

Die Frage, welche Zahl zum Quadrat Minus eins ergibt, ist eigentlich im natürlichen Sinne unsinnig. Es gibt keine natürliche Zahl dafür. Man stellt sich einfach nur vor, es gäbe sie und nennt sie "i" und ordnet ihr Eigenschaften zu und leitet weitere Eigenschaften daraus ab. So unsinnig wie die Frage, ob ein biologischer Mann auch eine Frau sein kann. Aus dieser an sich eigentlich unsinnigen Frage, so stellte es sich heraus, entstand aber etwas überaus Produktives. Und so sehe ich auch die heutige Genderforschung. Alle möglichen Leute werden dir erklären, dass das ganze eigentlich unsinnig ist. Es wird sich aber herausstellen, dass eben der Mensch durch eben solche scheinbar unsinnigen Fragen zu ganz neuen Erkenntnissen kommt. Dass wir bei den natürlichen Zahlen ("Natürliche Zahlen" ist schon vom Begriff her so ein Ding zum Nachdenken für sich ...) geblieben wären.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » Mo 19. Apr 2021, 07:45

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Apr 2021, 20:15)

Ich kann mich sehr wohl erinnen, wie noch in den 70ern Thesen zur Menschwerdung dargestellt wurden. Die "Savannenhypothese" zum Beispiel. Mit dem Brustton der Überzeugung. Es musste einfach so kommen. Diese Savannenhypothese gilt nun heute als widerlegt. Es wird sicherlich verschiedene natürliche Faktoren geben, die die Menschwerdung initial in Gang gesetzt haben. Wenns dabei geblieben wäre, dann gäbe es heute halt relativ intelligente aufrechtgehende Zweibeiner. Der entscheidende Punkt bei der Entstehung des heutigen Menschen ist, davon bin ich überzeugt, die Entdeckung der Selbstwirksamkeit. Die eine Eigendynamik der Entwicklung in Gang setzte, die nicht mehr einfach nur durch äußere Umstände erklärbar ist. Sondern in erster Linie ist ein Zustand zum Zeitpunkt t+1 durch einen Zustand zum Zeitpunkt t erklärbar. Phänomene in Bereichen wie Religion, Eigentum, Schrift sind mehr und mehr Ursache und Wirkung für andere Phänomene in diesen Bereichen. Die komplexen Zahlen wurden nicht deshalb eingeführt, weil der Mensch als biologisches Wesen sie nunmal benötigt, sondern weil irgendwann mal jemand die Frage gestellt hat, welche Zahl als Quadrat die Zahl Minus Eins ergibt. Und in dieser Art und Weise haben sich auch schon sehr früh Entwicklungen zugetragen. Die imaginäre Einheit Zahl i heißt nicht umsonst "imaginär". Der Mensch kann sich über das scheinbar natürliche hinwegsetzen. Und die Erfahrung der ungeheuerlichen Wirksamkeit dieser Hinwegsetzungen ist nach meiner Überzeugung die wichtigste Triebkraft der menschlichen Entwicklung. Von Anfang an!

Die Frage, welche Zahl zum Quadrat Minus eins ergibt, ist eigentlich im natürlichen Sinne unsinnig. Es gibt keine natürliche Zahl dafür. Man stellt sich einfach nur vor, es gäbe sie und nennt sie "i" und ordnet ihr Eigenschaften zu und leitet weitere Eigenschaften daraus ab. So unsinnig wie die Frage, ob ein biologischer Mann auch eine Frau sein kann. Aus dieser an sich eigentlich unsinnigen Frage, so stellte es sich heraus, entstand aber etwas überaus Produktives. Und so sehe ich auch die heutige Genderforschung. Alle möglichen Leute werden dir erklären, dass das ganze eigentlich unsinnig ist. Es wird sich aber herausstellen, dass eben der Mensch durch eben solche scheinbar unsinnigen Fragen zu ganz neuen Erkenntnissen kommt. Dass wir bei den natürlichen Zahlen ("Natürliche Zahlen" ist schon vom Begriff her so ein Ding zum Nachdenken für sich ...) geblieben wären.


Interessant, wie du das beschreibst. "Selbstwirksamkeit" und "Hinwegsetzung" nennst du die inneren Antriebsmechanismen. Ja, glaube ich auch. Wobei es dafür im Umfeld der werdenden Menschen immer auch Bedingungen und Verhältnisse gegeben haben muss, die diese "Selbstwirksamkeit" immer weiter vorangetrieben haben (Nahrungssuche, Jagd, "Aufzucht" der Nachkommen). Das war ein Wechselverhältnis zwischen "Selbstwirksamkeit", ihrer ständigen Optimierung und den jeweils vorgefundenen Außenbedingungen (Anpassung). Naja, schon spannend das Ganze. Und ja, auch Genderforschung hat seine Daseinsberechtigung; man denke nur an die unterschiedliche Wirksamkeit derselben Medikamenten-Dosen bei Frauen und Männern. Darüber hundertprozentig und besser als heute Bescheid zu wissen, kann lebensrettend sein.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 19. Apr 2021, 09:05

Selina hat geschrieben:(19 Apr 2021, 07:45)

Und ja, auch Genderforschung hat seine Daseinsberechtigung;

"ihre" ;)

Die Menschen verfallen irgendwie der Biologie. Der französische Ex-Präsident Sarkozy, der eigentlich zum einen von einer ungarischen Familie Sárközy und zum anderen von sephardischen Juden aus Griechenland stammt ... ausgerechnet der sieht sich aus politischen Gründen als "Nachfahre der Gallier". Diese ganze lächerliche Gallier-Geschichte Sarkozys wurde von Historikern gnadenlos zerlegt. Diese heutigen "Nationen" und "Ethnien" sind das Ergebnis permanenter Durchmischungen. Und weit eher das Ergebnis und Ausdruck von Sozialgemeinschaften. Die Bayern zum Beispiel. Die angeblichen Stämme der Bajuwaren. In Wirklichkeit waren die Bajuwaren im Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter keine Abstammungs- sondern eine Art Willens- und Sozialgemeinschaft. Es waren die, die den Raum der oberen Donau und der Alpenpässe nicht in Richtung Italien verließen sondern ihn verteidigten. Wie DNA-Analysen aus verschiedenen Grabfunden heute zeigen (die sogenannten "Turmschädelfrauen" etwa) ... zeigt es sich, dass diese "Bajuwaren" aus allen möglichen Regionen stammen. Von Skandinavien bis hinunter zur Region, die heute von Rumänien und Bulgarien eingenommen wird. Die Vermutung auch für mich als Laien liegt nahe, dass die Donau als Transportweg Nummer eins des Frühmittelalters und vielleicht auch der Salzhandel dabei eine wichtige Rolle spielten. Kurz: Menschsein bedeutet, dass im Verhältnis von "sein wollen" und "sein" ersteres die dominantere Position einnimmt. Man "war kein Bajuware" sondern man hatte ein Verhältnis zur Selbstwirksamkeit gefunden. Und in dieser Tradition sehe ich auch das Phänomen Gender Studies. Und ich sehe es weitgehend positiv. Auch wenn ich selbst in keinster Weise gendergerechte Sprache benutze. Weder in seiner Zustimmung noch in seiner Ablehnung ist der Mensch irgendeiner biologischen Determiniertheit einfach so ausgeliefert. Glücklicherweise stehe ich mit diesen Ansichten weiß Gott nicht allein da.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » Mo 19. Apr 2021, 09:36

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 09:05)

"ihre" ;)

Die Menschen verfallen irgendwie der Biologie. Der französische Ex-Präsident Sarkozy, der eigentlich zum einen von einer ungarischen Familie Sárközy und zum anderen von sephardischen Juden aus Griechenland stammt ... ausgerechnet der sieht sich aus politischen Gründen als "Nachfahre der Gallier". Diese ganze lächerliche Gallier-Geschichte Sarkozys wurde von Historikern gnadenlos zerlegt. Diese heutigen "Nationen" und "Ethnien" sind das Ergebnis permanenter Durchmischungen. Und weit eher das Ergebnis und Ausdruck von Sozialgemeinschaften. Die Bayern zum Beispiel. Die angeblichen Stämme der Bajuwaren. In Wirklichkeit waren die Bajuwaren im Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter keine Abstammungs- sondern eine Art Willens- und Sozialgemeinschaft. Es waren die, die den Raum der oberen Donau und der Alpenpässe nicht in Richtung Italien verließen sondern ihn verteidigten. Wie DNA-Analysen aus verschiedenen Grabfunden heute zeigen (die sogenannten "Turmschädelfrauen" etwa) ... zeigt es sich, dass diese "Bajuwaren" aus allen möglichen Regionen stammen. Von Skandinavien bis hinunter zur Region, die heute von Rumänien und Bulgarien eingenommen wird. Die Vermutung auch für mich als Laien liegt nahe, dass die Donau als Transportweg Nummer eins des Frühmittelalters und vielleicht auch der Salzhandel dabei eine wichtige Rolle spielten. Kurz: Menschsein bedeutet, dass im Verhältnis von "sein wollen" und "sein" ersteres die dominantere Position einnimmt. Man "war kein Bajuware" sondern man hatte ein Verhältnis zur Selbstwirksamkeit gefunden. Und in dieser Tradition sehe ich auch das Phänomen Gender Studies. Und ich sehe es weitgehend positiv. Auch wenn ich selbst in keinster Weise gendergerechte Sprache benutze. Weder in seiner Zustimmung noch in seiner Ablehnung ist der Mensch irgendeiner biologischen Determiniertheit einfach so ausgeliefert. Glücklicherweise stehe ich mit diesen Ansichten weiß Gott nicht allein da.


Ja, natürlich "ihre". Und das mir. Peinlich, peinlich :D Muss zum Bahnhof, daher alles etwas hektisch. Das Korrekturlesen muss mal ausfallen, und so passiert das dann, sorry ;)

Ja, das mit dem "Gendern" der Sprache mache ich auch nicht mit. Das wird sich auch nicht durchsetzen auf längere Sicht, da es nicht gut les- und aussprechbar ist... Die Genderforschung dagegen finde ich gut.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » Mo 19. Apr 2021, 09:57

Nur zum Schluss und nebenbei: Auch zu diesem Hass auf die Geisteswissenschaften, siehe Zitat Kutschera weiter oben, der hier wieder aufkam, hätte ich deine Meinung gerne gelesen, schokoschendrezki.
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Re: Gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Apr 2021, 10:43

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Apr 2021, 17:00)

Das ist von Anfang an bereits nicht ganz falsch aber so unvollständig, dass es im Grunde genommen eben doch vollkommen falsch ist. Der Mensch ist eben ein Mensch. Als solcher nicht unabhängig von seiner Biologie. Aber er ist doch eben ein Mensch und kein "Rudeltier". Die Evolution hat Millionen von Jahren vor sich hin gewirkt und dann gab es eine scharfe Kurve oder Abbiegung mit der Entstehung des Menschen.

Was ist denn das für Schwachsinn?
Schon mal was von Taxonomie (Biologie) - auch systematische Einordnung - des Menschen gehört?
Ich lasse mal Reich und Stamm in dieser Taxonomie des Menschen weg und beginne mit Klasse: Mammalia (Säugetiere) ==> Ordnung: Primaten ==> Unterordnung: Trockennasenaffen ==>Teilordnung: Altweltaffen ==> Überfamilie: Menschenartige ==> Familie: Menschenaffen ==> Unterfamilie: Homininae ==> Gattung: Homo (Menschen) ==> Art: Mensch (Homo sapiens
Das ist die ecolutionäre Entwicklungslinie bzw Einordnung und Zuordnung des Menschen in die biologische Systematik.
Da ist nichts von deinem Geschwurbel von "Mensch ist eben ein Mensch" und dann "gab es eine scharfe Kurve oder Abbiegung mit der Entstehung des Menschen.".
Wo hast du denn den Schwachsinn her.
Der Mensch gehört zur Ordnung der Primaten und Primaten SIND Rudeltiere und zwar alle. Da macht der Mensch keine Ausnahme, sondern ist (heute noch) nur im Rudel überlebensfähig, genauso wie es Schimpansen, Gorillas, Bonobos, Paviane etc sind.
Und es gab auch keine "scharfe Kurve", sondern winzige Entwicklungssschritte vom gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffen, die a) immer besser dokumentiert werden können und b) die Trennung von Mensch und Menschenaffen immer weiter in die Vergangenheit datieren und die auch aufzeigen, wie lange beide Familien noch Gemeinsamkeiten aufwiesen.

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Apr 2021, 17:00)Darf ich noch mal zitieren:

Wäre ja nicht schlecht, wenn du auch eine Quelle angeben würdest, die du da zitiert hast, damit das Zitierte auch nachvollziehbar ist!

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Apr 2021, 17:00)Was sagt dieses Zitat zuerst einmal: Den einen Auffassungen stehen die anderen gegenüber. Den einen Auffassungen stehen die anderen gegenüber! Das heißt: Es gibt keine kanonische Auffassung. Es gibt keine päpstliche Lehre. Und schon dieser Zwiespalt sagt einem, dass es keine Auseinandersetzung um die Auffindung und Verstehung irgendeiner bestehenden Wahrheit in solchen Diskussionen wie dieser hier gibt, sondern einen Argumentationswettstreit um die logischeren und nachvollziehbareren und verifizierbareren bzw. falsifizierbareren Argumente.

Zunächst mal in den Wissenschaften gibt es keine Wahrheit(en), sondern Theorien und Hypothesen und in den verschiedenen Wissenschaftszweigen ist es üblich, eigene Theorien und Hypothesen zu entwicklen und die stimmen üblicherweise nicht zwingend mit denen anderer Wissenschaftszweige überein.
So ist es absolut nicht verwunderlich, dass Anthropologen und Paläoanthropologen ganz andere Erklärungsansätze haben als Evolutionsbiologen und die wiederum andere als Evolutionspsychologen.
Interessanterweise stimmen jedoch alle in einem Punkt überein - nämlich dass der Mensch ein biologisches Wesen ist, welches NICHT entkoppelt/losgelöst von seiner Evolution und Taxonomie betrachtet werden kann.

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Apr 2021, 17:00)Diese biologistische Auffassung, Menscheineigenschaften aus seiner Zuordnung als "Rudeltier" abzuleiten ... wird die Grundlage eines neu aufkommenden Faschismus des 21. Jahrhunderts sein. Der Mensch ist kein "Rudeltier" sondern ein Selbstentscheider. Zumindest tritt er aus seiner Rolle als "Rudeltier" heraus und besitzt potenziell die Möglichkeit zur Selbstentscheidung.

Und noch mehr Schwachsinn. Die Einordnung des Menschen als Rudeltier hat nicht das Geringste damit zu tun, ob er eigene Entscheidungen trifft bzw treffen kann, sondern mit seiner Überlebensfähigkeit.
Und er ist nunmal nur im Rudel (in der Gruppe, innerhalb einer Sozialgemeinschaft) überlebensfähig und er ist es auch nur durch koordinierte Interaktion mit anderen Mitgliedern des Rudels.
Es ist seit langem eine Binsenweisheit, dass Rudeltiere ein ganz anderes Sozialverhalten entwickeln als Einzelgänger und auch dabei ist es völlig "Hupe" ob das/ein Mitglied des Rudels zu eigenen Entscheidungen fähig ist oder nicht.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Apr 2021, 10:49

Selina hat geschrieben:(18 Apr 2021, 18:35)

Das Biologische und das Soziale sind beim Thema "Mensch" zwei Seiten einer Medaille. Nichts ist vor- oder nachrangig.

Wenn das Soziale und das Biologische beim Thema "Mensch" zwei Seiten einer Medaille sind und sich nicht das Soziale aus dem Biologischenn ergibt, diesem quasi untergeordnet ist, dann erkläre doch bitte mal, wo das Soziale denn hergekommen ist.
Hat das irgendwie "Puff" gemacht und das Soziale war plötzlich da (aus dem Nichts entstanden, vom Himmel gefallen, aus nem Paralleluniversum rübergebeamt) und wirkt seitdem auf den Menschen ein oder wie soll man das verstehen?
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Re: Gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 19. Apr 2021, 11:02

Dark Angel hat geschrieben:(19 Apr 2021, 10:43)

Was ist denn das für Schwachsinn?
Schon mal was von Taxonomie (Biologie) - auch systematische Einordnung - des Menschen gehört?
Ich lasse mal Reich und Stamm in dieser Taxonomie des Menschen weg und beginne mit Klasse: Mammalia (Säugetiere) ==> Ordnung: Primaten ==> Unterordnung: Trockennasenaffen ==>Teilordnung: Altweltaffen ==> Überfamilie: Menschenartige ==> Familie: Menschenaffen ==> Unterfamilie: Homininae ==> Gattung: Homo (Menschen) ==> Art: Mensch (Homo sapiens
Das ist die ecolutionäre Entwicklungslinie bzw Einordnung und Zuordnung des Menschen in die biologische Systematik.


Du kommst allein mit dieser taxonomischen Einsortierung des Menschen jedoch nicht einen Zentimeter weiter bei der Einsortierung von historischen und kulturgeschichtlichen Phänomenen.

Nochmal: Bereits in grauer Vorzeit haben die Menschen Verhaltensweisen entwickelt, die gegen ihr eigentliches biologisches Programm gerichtet waren: Fasten oder auch bewusste sexuelle Enthaltsamkeit. Es beginnt einfach ein anderes Programm das biologische Programm zu überlagern. Ein Programm der Bewusstwerdung einer vernunftgesteuerten Selbstwirksamkeit. Homo Sapiens. Das Ziel ist irgendwann einmal nicht einfach Nachkommen zu erzeugen, sondern die Dynastie der Hohenzollern durch eine geschickte Heiratspolitik abzusichern. Nicht selten geht diese willentlich gerichtete Heiratspolitik bis an die Grenze eines eigentlich vollkommen antibiologischen Inzuchtprogramms. Die Herrscherdynastien machen es trotzdem! Wie immer man das auch wertet. Die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Menschen ist nicht allein von einem biologischen Programm geprägt.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » Mo 19. Apr 2021, 11:13

Dark Angel hat geschrieben:(19 Apr 2021, 10:49)

Wenn das Soziale und das Biologische beim Thema "Mensch" zwei Seiten einer Medaille sind und sich nicht das Soziale aus dem Biologischenn ergibt, diesem quasi untergeordnet ist, dann erkläre doch bitte mal, wo das Soziale denn hergekommen ist.
Hat das irgendwie "Puff" gemacht und das Soziale war plötzlich da (aus dem Nichts entstanden, vom Himmel gefallen, aus nem Paralleluniversum rübergebeamt) und wirkt seitdem auf den Menschen ein oder wie soll man das verstehen?


Wie ich schon oft schrieb, "sozial" ist hier im Sinne des Zusammenlebens, Interagierens von Menschen gemeint. "Gesellig lebend", nicht im Sinne von "hoch die Tassen", sondern im Sinne von miteinander agierend, kommunizierend auf den verschiedenen Stufen der Entwicklung der Sprache. Dieses Zusammenwirken, auch arbeitsteilig, trägt zur Weiterentwicklung des Menschen und seiner Umwelt bei. Stichwort äußere und innere Faktoren. Und da wir hier in einem politischen Forum sind, gehts vor allem um das heutige Überbewerten des Biologischen durch einige Leute, wofür es ideologische Gründe gibt, eine Einseitigkeit, die folgenreich sein könnte. Gut beschrieben weiter oben von schokoschendrezki. Und vor Monaten auch mehrfach von mir.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 19. Apr 2021, 11:17

Dark Angel hat geschrieben:(19 Apr 2021, 10:49)

Wenn das Soziale und das Biologische beim Thema "Mensch" zwei Seiten einer Medaille sind und sich nicht das Soziale aus dem Biologischenn ergibt, diesem quasi untergeordnet ist, dann erkläre doch bitte mal, wo das Soziale denn hergekommen ist.

Die Erklärung ist einfach. Es geht auf die Entdeckung der Selbstwirksamkeit zurück. Damit aus einem einfach instinktmäßig zu verteidigenden Revier ein Eigentum wird, muss man erkennen, dass die Selbstdeklaration von Eigentum eine Wirksamkeit hat. Dass man sich überlegen kann, was man tut. Dass man strategisch und taktisch auch etwas tun kann, was in keinster Weise den eigenen Regungen, Bedürfnissen, Instinkten entspricht.

Heute kann man sich als biologischer Mann zu einer Frau in sozialer und kommunikativer Hinsicht erklären. Man erklärt, dass man für eine Frau gehalten werden will. Das ist vom Prinzip her etwas ähnliches wie irgendwann mal zu sagen: Das hier ist meins!
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 19. Apr 2021, 11:39

Selina hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:13)

Wie ich schon oft schrieb, "sozial" ist hier im Sinne des Zusammenlebens, Interagierens von Menschen gemeint. "Gesellig lebend", nicht im Sinne von "hoch die Tassen", sondern im Sinne von miteinander agierend, kommunizierend auf den verschiedenen Stufen der Entwicklung der Sprache. Dieses Zusammenwirken, auch arbeitsteilig, trägt zur Weiterentwicklung des Menschen und seiner Umwelt bei. Stichwort äußere und innere Faktoren. Und da wir hier in einem politischen Forum sind, gehts vor allem um das heutige Überbewerten des Biologischen durch einige Leute, wofür es ideologische Gründe gibt, eine Einseitigkeit, die folgenreich sein könnte.


Das bewusste Sichinwegsetzen über biologische Gegebenheiten muss allerdings nicht immer aus moralisch positiven Gründen erfolgen. Bereits im 17. und wahrscheinlich auch noch davor hätten Gelehrte den Herrschenden sagen können, dass es eigentlich absolut keine gute Idee ist, eine Prinzessin mit ihrem eigenen Großonkel oder Großcousin zu verheiraten. Sie haben es trotzdem gemacht. Weil sie eine Machterhaltungs und Machterreichungspolitik verfolgten und nicht einfach per Körpergeruch nach einem genetisch möglichst nicht verwandten Ehegatten suchten. Und sie waren erfolgreich dabei! Sie konnten verifizieren, dass bewusstes Handeln aus Taktik und Strategie erfolgreich ist.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Apr 2021, 12:49

Selina hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:13)

Wie ich schon oft schrieb, "sozial" ist hier im Sinne des Zusammenlebens, Interagierens von Menschen gemeint. "Gesellig lebend", nicht im Sinne von "hoch die Tassen", sondern im Sinne von miteinander agierend, kommunizierend auf den verschiedenen Stufen der Entwicklung der Sprache.

Du beantwortest meine Frage nicht!
Ich habe NICHT gefragt, was unter "Soziales" zu verstehen ist, sondern woher das kommt!

Ganz nebenbei - alles was du oben beschreibst, das tun andere Primaten auch und sie taten es schon lange bevor es Menschanrtige gab. Zusammen leben, ineragieren, kommunizieren "gesellig leben" etc - all das tun Bonobos, Schimpansen, Gorillas oder Paviane etc genauso. Das sind keine Alleistellungsmerkmale des Menschen.

Also nochmal das Ganze:
Woher kommt des Soziale, wenn nicht aus dem Biologischen/in der Beiologie begründet?
Hat das "Puff" gemacht und "das Soziale" war da, einfach so?

Selina hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:13) Dieses Zusammenwirken, auch arbeitsteilig, trägt zur Weiterentwicklung des Menschen und seiner Umwelt bei. Stichwort äußere und innere Faktoren. Und da wir hier in einem politischen Forum sind, gehts vor allem um das heutige Überbewerten des Biologischen durch einige Leute, wofür es ideologische Gründe gibt, eine Einseitigkeit, die folgenreich sein könnte. Gut beschrieben weiter oben von schokoschendrezki. Und vor Monaten auch mehrfach von mir.

Alles was du hier schreibst und beschreibst sind KEINE Alleinstellungsmerkmale des Menschen, es sind Merkmale, die ALLEN Primaten und den meisten Rudeltieren gemeinsam sind.
ALLE heute lebenden Arten haben sich an, sich verändernde, Umweltbedingungen angepasst, sich weiter entwickelt, alle heute lebenden Arten haben ein Sozialverhalten, bis zu einem gewissen Grad auch Sozialstrukturen - also nichts, was nur dem Menschen zueigen ist, was ihn zu etwas Besonderen machen würde.

Also nochmal: Woher kommt das Soziale?
Schokoschendretzki hat gar nichts "gut beschrieben", sondern lediglich cerebrale Diarrhoe von sich gegeben und auch du gibst immer nur den gleichen Unsinn von dir.

Ps.: Hast gelesen und vor allem verstanden, worum es geht, wenn von dem Menschen als biologisches Wesen die Rede ist?

Ich wiederhole es gerne noch mal:
Es geht dabei um seine Stellung IN der Evolution, als bisher komplexestes Lebenwesen auf diesem Planeten.
Es geht (beim Menschen als biologisches Wesen) darum, dass erst die biologische Evolution, die zur Entwicklung des größten kompexesten Gehirns (das ein Lebenwesen je hatte) führte, den Menschen befähigte über sich selbst nachzudenken, darüber woher er kommt, was er ist und was ihn ausmacht - was zur Entwicklung von religösen Glaubensvorsellungen als Antwort und Erklärungsansatz führte, dass den Menschen zu seiner Kreativität befähigte, welcher er mit Kunstwerken wie den Höhlenmalereien von Altamira oder Lascaux, Cougnac u.v.a., die bis zu 37.000 Jahre alt sind, Ausdruck verlieh, das ihn zur Risikoeinschätzung und -minimierung befähig, zur Lösung komplexer Probleme etc pp.
Es ist auch seine Biologie - sein großes komplexes Gehirn - das ihn befähigt immer komplexere Sozialstrukturen zu entwickeln, die ihn befähigt, immer komplexere gesellschaftliche Strukturen zu orgnisieren und zu verwalten etc pp

Das alles zusammen genommen ist es, was den Menschen (als Spezies/Art) ausmacht und das ist deutlich mehr als dein kleinkariertes Sammelsurium von Faktoren, was der Mensch aufgrund seiner Biologie geschaffen hat, was zu schaffen, ihn seine Biologie überhaupt erst befähigt hat.
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Re: Gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Apr 2021, 13:14

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:02)

Du kommst allein mit dieser taxonomischen Einsortierung des Menschen jedoch nicht einen Zentimeter weiter bei der Einsortierung von historischen und kulturgeschichtlichen Phänomenen.

Doch komme ich, weil nämlich JEDE Zwischenstufe in der menschlichen Evolution nicht nur besondere anatomische Merkmale aufweist, sondern auch besondere Fähigkeiten erlangt hat und ein ganz wichtiger Schlüssel dazu ist die Gehirnentwicklung - wann die aus welchen Gründen zu dem heutigen großen komplexen Gehirn führte.
Im Gegenteil OHNE die taxonomische Einordnung des Menschen kommt man keinen Schritt weiter, sondern fabriziert solchen Schwachsinn, wie du über mehrere Beiträge hinweg

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:02)
Nochmal: Bereits in grauer Vorzeit haben die Menschen Verhaltensweisen entwickelt, die gegen ihr eigentliches biologisches Programm gerichtet waren: Fasten oder auch bewusste sexuelle Enthaltsamkeit. Es beginnt einfach ein anderes Programm das biologische Programm zu überlagern.

Nein NICHT in "grauer Vorzeit", sondern in historisch relativ junger Vergangenheit - genauer gesagt vor nicht ganz 2500 Jahren.
Und es war auch KEIN anderes Programm, sondern Teil des biologischen Programms.

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:02) Ein Programm der Bewusstwerdung einer vernunftgesteuerten Selbstwirksamkeit. Homo Sapiens. Das Ziel ist irgendwann einmal nicht einfach Nachkommen zu erzeugen, sondern die Dynastie der Hohenzollern durch eine geschickte Heiratspolitik abzusichern. Nicht selten geht diese willentlich gerichtete Heiratspolitik bis an die Grenze eines eigentlich vollkommen antibiologischen Inzuchtprogramms. Die Herrscherdynastien machen es trotzdem! Wie immer man das auch wertet. Die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Menschen ist nicht allein von einem biologischen Programm geprägt.

Und weiter geht's mit dem Schwachsinn!
Dass Mensch über sich selbst nachdenken (sich selbst reflektieren) kann IST Teil seines biologischen Programms, sogar sehr wichtiger Teil seines biologischen Programms.
Aber solcher Schwachsinn kommt halt heraus, wenn man das wichtigste Organ des Menschen, aus der Betrachtung der menschlichen Evolution ausblendet, wenn man nicht erkennt, dass die Progammierung in genau dem Organ abläuft, das man aus der biologischen Entwicklungslinie, aus der Evolution ausgelendet hat, das bei Überlegungen zur Biologie des Menschen für einige Zeitgenossen gar nicht zu existieren scheint.
Warum wohl?
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Apr 2021, 13:22

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:17)

Die Erklärung ist einfach. Es geht auf die Entdeckung der Selbstwirksamkeit zurück. Damit aus einem einfach instinktmäßig zu verteidigenden Revier ein Eigentum wird, muss man erkennen, dass die Selbstdeklaration von Eigentum eine Wirksamkeit hat. Dass man sich überlegen kann, was man tut. Dass man strategisch und taktisch auch etwas tun kann, was in keinster Weise den eigenen Regungen, Bedürfnissen, Instinkten entspricht.

Heute kann man sich als biologischer Mann zu einer Frau in sozialer und kommunikativer Hinsicht erklären. Man erklärt, dass man für eine Frau gehalten werden will. Das ist vom Prinzip her etwas ähnliches wie irgendwann mal zu sagen: Das hier ist meins!

Nein, die Erklärung ist nicht einfach, sondern dämlich!
Das Soziale - Sozialverhalten, Sozialstrukturen hat nichts - gar nichts - mit Eigentum und/oder "instinktmäßig zu verteidigenden Revier zu tun. Bei Sozialverhalten, Sozialstrukturen geht es einzig und allein um Arterhaltung, um Überlebensstrategien und Überlebensvorteile.
Und daran hat sich nichts geändert - auch beim Menschen nicht!
Niemand kein Tier und erst recht kein Mensch handelt gegen die eigenen Interessen und Bedürfnisse!

Achja - du schwafelst immer von "Selbstwirksamkeit", meinst aber offensichtlich Selbstrefexion. Selbstreflexion ist die Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken und eigene Entscheidungen zu treffen.
Selbstwirksamkeit ist lediglich die Überzeugung, eine Handlung auch erfolgreich ausführen zu können.
Man sollte schon die Bedeutung von Begriffen kennen, wenn man diese korrekt verwenden will, sonst kommt da wiederum nur Dummsinn raus. :p :D
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Dark Angel » Mo 19. Apr 2021, 13:35

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:39)

Das bewusste Sichinwegsetzen über biologische Gegebenheiten muss allerdings nicht immer aus moralisch positiven Gründen erfolgen.

Der Mensch ist ein biologisches Wesen und als solches kann er sich NICHT über biologische Gegebenheiten hinwegsetzen!
Mit Moral hat das herzlich wenig zu tun, sondern damit dass der Mensch ein Lebewesen ist und sich eben NICHT über das hinwegsetzen kann, was ihm am Leben erhält.
Genau das sind biologische Gegebenheiten nämlich, Gegebenheiten, die am Leben erhalten.
Wenn sich Mensch darüber hinweg setzt, isser tot, was dann allgemein als Suizid bezeichnet wird.

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Apr 2021, 11:39)Bereits im 17. und wahrscheinlich auch noch davor hätten Gelehrte den Herrschenden sagen können, dass es eigentlich absolut keine gute Idee ist, eine Prinzessin mit ihrem eigenen Großonkel oder Großcousin zu verheiraten. Sie haben es trotzdem gemacht. Weil sie eine Machterhaltungs und Machterreichungspolitik verfolgten und nicht einfach per Körpergeruch nach einem genetisch möglichst nicht verwandten Ehegatten suchten. Und sie waren erfolgreich dabei! Sie konnten verifizieren, dass bewusstes Handeln aus Taktik und Strategie erfolgreich ist.

Sachma merkst du wirklich nicht, was du hier für Dummsinn von dir gibst?
kapierst du wirklich nicht, dass die Strohmänner auf die du hier eindrischst nicht das Geringste mit "Biologie des Menschen"/"Mensch ist biologisches Wesen" zu tun haben?
Mich deucht, du hast nicht die geringste Ahnung, was Biologie (Zusammen gesetzt aus Bios und Logos) eigentlich bedeutet.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 19. Apr 2021, 14:27

Dark Angel hat geschrieben:(19 Apr 2021, 13:35)

Der Mensch ist ein biologisches Wesen und als solches kann er sich NICHT über biologische Gegebenheiten hinwegsetzen!
Mit Moral hat das herzlich wenig zu tun, sondern damit dass der Mensch ein Lebewesen ist und sich eben NICHT über das hinwegsetzen kann, was ihm am Leben erhält.
Genau das sind biologische Gegebenheiten nämlich, Gegebenheiten, die am Leben erhalten.
Wenn sich Mensch darüber hinweg setzt, isser tot, was dann allgemein als Suizid bezeichnet wird.


Sachma merkst du wirklich nicht, was du hier für Dummsinn von dir gibst?
kapierst du wirklich nicht, dass die Strohmänner auf die du hier eindrischst nicht das Geringste mit "Biologie des Menschen"/"Mensch ist biologisches Wesen" zu tun haben?
Mich deucht, du hast nicht die geringste Ahnung, was Biologie (Zusammen gesetzt aus Bios und Logos) eigentlich bedeutet.


Ganz einfache Antwort. "Der Mensch ist ein biologisches Wesen" ist ein Satz, der so trivial richtig und gleichzeitig so idiotisch uninhaltlich ist wie "Kuchenkrümel bestehen aus Atomen".
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 19. Apr 2021, 15:09

Dark Angel hat geschrieben:(19 Apr 2021, 13:22)

Nein, die Erklärung ist nicht einfach, sondern dämlich!
Das Soziale - Sozialverhalten, Sozialstrukturen hat nichts - gar nichts - mit Eigentum und/oder "instinktmäßig zu verteidigenden Revier zu tun. Bei Sozialverhalten, Sozialstrukturen geht es einzig und allein um Arterhaltung, um Überlebensstrategien und Überlebensvorteile.
Und daran hat sich nichts geändert - auch beim Menschen nicht!
Niemand kein Tier und erst recht kein Mensch handelt gegen die eigenen Interessen und Bedürfnisse!

Achja - du schwafelst immer von "Selbstwirksamkeit", meinst aber offensichtlich Selbstrefexion. Selbstreflexion ist die Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken und eigene Entscheidungen zu treffen.
Selbstwirksamkeit ist lediglich die Überzeugung, eine Handlung auch erfolgreich ausführen zu können.
Man sollte schon die Bedeutung von Begriffen kennen, wenn man diese korrekt verwenden will, sonst kommt da wiederum nur Dummsinn raus. :p :D


Ich meine schon genau Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit. Und nicht Selbstreflexion.

Die Ansicht, dass Sozialverhalten letztendlich immer auf Arterhaltung gerichtet ist ... bewusst oder unbewusst ... ist so dermaßen inkompatibel sowohl mit meinen eigenen Sozialerfahrungen als auch mit meinem Wissen und meinen eigenen Überlegungen, Anschauungen, Belehrungen von anderen, dass eine weitere Diskussion darüber wohl zwecklos ist.

Die philosophische Anthropologie zum einen und neuere systemtheoretische Überlegungen etwa zum Begriff Autopoiesis, zum Konzept der emergenten Selbstorganisation haben mich in den instinktiven Auffassungen dazu bestätigt. "Emergente Selbstorganisation" heißt: Es taucht ein Faktor auf, der den weiteren Verlauf der Entwicklung mehr und mehr aus sich selbst heraus produziert. "Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit" (nicht einfach Selbstwirksamkeit selbst) ist hier der entscheidende Rückkopplungsfaktor. Wenn man es ganz nüchtern betrachtet: Kriege zu führen ist so ziemlich das Dümmste, was Menschen in Hinsicht auf "Arterhaltung" tun können. Menschen führten und führen aber Kriege. Und wie! Weil sie festgestellt haben, dass sie, wenn sie einen Krieg zielgenau planen unter Umständen einen Vorteil in Hinsicht auf Macht und Machterhaltung erreichen können. Und Mach
terhaltung heißt auch hier nicht etwa Genpoolverbreitung oder Arterhaltung ... sondern "Macht" in einer gänzlich unbiologischen Art und Weise.

Sie können aber auch Monarchien oder Diktaturen beseitigen. Auch solche Vorgänge lassen sich niemals aus einer biologischen Perspektive der Arterhaltung erklären. Eine stabile Monarchie oder Diktatur ist unter Umständen für die reine Arterhaltung ein geradezu ideales System. Die Menschen haben gerade soviel, dass sie nicht verhungern und sich die Zeit ansonsten mit Sex vertreiben. Moderne, pluralistisch-demokratische Systeme werden die Arterhaltung wohl eher in Frage stellen.

Das eigentliche Thema "gendergerechte Sprache" ordnet sich hier ein. Die bewusste Unterscheidung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht ist aus meiner Sicht nicht einfach die Entdeckung eines bislang unentdeckten Naturgesetzes. Sondern eine wirkungsmächtige Handlungs- und Argumentationsstrategie. Was ist eigentlich "Wirklichkeit"? Wirklich ist wirklich einfach das, was "wirk-lich" ist. Das was eine Wirkung hinterlässt. Die einzig unhinterfragbare "Wirklichkeit" von Atomen, Molekülen, biologischen Lebewesen, politischen Konzepten usw. besteht darin. dass sie auf Messgeräten oder Sinnesorganen eine Wirkung ausüben. Es gibt nicht tatsächlich irgendwelche im Raum herumschwirrenden Kügelchen bzw. der Mensch kann das niemals zweifelsfrei verifizieren. Er kann nur messen, wahrnehmen, schlussfolgern und vor allem Ideen entwickeln.
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Re: Sammelstrang gendergerechte Sprache

Beitragvon Selina » Di 20. Apr 2021, 12:59

Dark Angel hat geschrieben:(19 Apr 2021, 12:49)

Du beantwortest meine Frage nicht!
Ich habe NICHT gefragt, was unter "Soziales" zu verstehen ist, sondern woher das kommt!

Ganz nebenbei - alles was du oben beschreibst, das tun andere Primaten auch und sie taten es schon lange bevor es Menschanrtige gab. Zusammen leben, ineragieren, kommunizieren "gesellig leben" etc - all das tun Bonobos, Schimpansen, Gorillas oder Paviane etc genauso. Das sind keine Alleistellungsmerkmale des Menschen.

Also nochmal das Ganze:
Woher kommt des Soziale, wenn nicht aus dem Biologischen/in der Beiologie begründet?
Hat das "Puff" gemacht und "das Soziale" war da, einfach so?


Alles was du hier schreibst und beschreibst sind KEINE Alleinstellungsmerkmale des Menschen, es sind Merkmale, die ALLEN Primaten und den meisten Rudeltieren gemeinsam sind.
ALLE heute lebenden Arten haben sich an, sich verändernde, Umweltbedingungen angepasst, sich weiter entwickelt, alle heute lebenden Arten haben ein Sozialverhalten, bis zu einem gewissen Grad auch Sozialstrukturen - also nichts, was nur dem Menschen zueigen ist, was ihn zu etwas Besonderen machen würde.

Also nochmal: Woher kommt das Soziale?
Schokoschendretzki hat gar nichts "gut beschrieben", sondern lediglich cerebrale Diarrhoe von sich gegeben und auch du gibst immer nur den gleichen Unsinn von dir.

Ps.: Hast gelesen und vor allem verstanden, worum es geht, wenn von dem Menschen als biologisches Wesen die Rede ist?

Ich wiederhole es gerne noch mal:
Es geht dabei um seine Stellung IN der Evolution, als bisher komplexestes Lebenwesen auf diesem Planeten.
Es geht (beim Menschen als biologisches Wesen) darum, dass erst die biologische Evolution, die zur Entwicklung des größten kompexesten Gehirns (das ein Lebenwesen je hatte) führte, den Menschen befähigte über sich selbst nachzudenken, darüber woher er kommt, was er ist und was ihn ausmacht - was zur Entwicklung von religösen Glaubensvorsellungen als Antwort und Erklärungsansatz führte, dass den Menschen zu seiner Kreativität befähigte, welcher er mit Kunstwerken wie den Höhlenmalereien von Altamira oder Lascaux, Cougnac u.v.a., die bis zu 37.000 Jahre alt sind, Ausdruck verlieh, das ihn zur Risikoeinschätzung und -minimierung befähig, zur Lösung komplexer Probleme etc pp.
Es ist auch seine Biologie - sein großes komplexes Gehirn - das ihn befähigt immer komplexere Sozialstrukturen zu entwickeln, die ihn befähigt, immer komplexere gesellschaftliche Strukturen zu orgnisieren und zu verwalten etc pp

Das alles zusammen genommen ist es, was den Menschen (als Spezies/Art) ausmacht und das ist deutlich mehr als dein kleinkariertes Sammelsurium von Faktoren, was der Mensch aufgrund seiner Biologie geschaffen hat, was zu schaffen, ihn seine Biologie überhaupt erst befähigt hat.


Ja, sicher gibt es auch bei anderen Lebewesen ein Sozialverhalten. Aber genau diese eine spezielle Mischung aus Biologischem und Sozialem hat den Menschen hervorgebracht. Alles, was du an biologischen Fakten beschreibst, ist doch ok. Ich (für mich) lehne nur ein Überbetonen des Biologischen ab. Der Weg hin zum Biologismus ist nicht weit. Und damit, wenn das Ganze dann politisch umgesetzt wird, werden Verhältnissen Tür und Tor geöffnet, in denen ich nicht leben möchte. Und mit mir viele andere Menschen auch nicht.
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