Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

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Dietz
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Dietz » Di 19. Jan 2021, 03:15

[quote="busse"](14 Jan 2021, 14:00)

Huch es weiss ja keiner mehr wie Allah aussieht seit sich diese "progressive" Religion weiter ausgebreitet hat und das Bildnis verboten wurde.

Nee, das ist etwas anders gewesen. Die Judenreligin (aus der erst Christentum 30 n. C. und dann 630 Jahre später der Islam hervorging) war so eigen mit ihrem Gott. Sie nannten aus Achtung nicht mal seinen Nanen.

Nur der Hohepriester durfte in voller Priester-Tracht nur einmal im Jahr ins AllerhJeiligste des Jerusalemer Zempels und sah.......? Nichts!

Also bleibt's dabei: Gott ward noch nie gesehen. Selbst sein "Sohn" Jesus hat das nie behauptet. Und der war doch bei ihm, oder?
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Adam Smith
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Adam Smith » Di 19. Jan 2021, 06:05

Dietz hat geschrieben:(19 Jan 2021, 03:15)



Zeichne Mohammed und dein Leben verkürzt sich stark.
Das ist Kapitalismus:

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Papaloooo
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Papaloooo » Di 19. Jan 2021, 06:54

Billie Holiday hat geschrieben:(14 Jan 2021, 09:48)

Als Atheistin bin ich raus aus der Nummer.
Ich hätte bloß eine Anzahl Menschen hergeholt und in Unterkünften/Herbergen/Hotels untergebracht.
Aber huldigen wie einen Gott - ohne mich. Dieser Pathos und diese Theatralik gehen mir völlig ab und verursachen ein leichtes Übelkeitsgefühl.

Ich glaube, das hast du falsch verstanden
und auch als Atheist(in) sollte verständlich sein, was diese Aussage beinhaltet:

1.) Im christlichen Glauben sind ja alle Menschen Gottes Ebenbild.

Ja, es kommt dann natürlich noch das Dogma hinzu:
2.) Aber nur diejenigen, die sich zum "richtigen" Glauben bekennen,
werden von der hypothetischen "göttlichen Verdammung" ausgenommen.

Aber diesen zweiten Satz meint Kauder damit ja nicht.
Es versteht sich eher so, dass das Leben eines jeden Menschens wertzuschätzen sei.

Ich denke, manch einem Glaubenssatz kann man sich durchaus auch von humanistischer und/oder naturwissenschaftlicher Seite aus annähern,
sofern dieser Glaubenssatz keine Dogmen beinhaltet:

Der 1. Satz oben fällt da rein.
Der 2. Satz oben tut es nicht.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Billie Holiday » Di 19. Jan 2021, 07:34

Papaloooo hat geschrieben:(19 Jan 2021, 06:54)

Ich glaube, das hast du falsch verstanden
und auch als Atheist(in) sollte verständlich sein, was diese Aussage beinhaltet:

1.) Im christlichen Glauben sind ja alle Menschen Gottes Ebenbild.

Ja, es kommt dann natürlich noch das Dogma hinzu:
2.) Aber nur diejenigen, die sich zum "richtigen" Glauben bekennen,
werden von der hypothetischen "göttlichen Verdammung" ausgenommen.

Aber diesen zweiten Satz meint Kauder damit ja nicht.
Es versteht sich eher so, dass das Leben eines jeden Menschens wertzuschätzen sei.

Ich denke, manch einem Glaubenssatz kann man sich durchaus auch von humanistischer und/oder naturwissenschaftlicher Seite aus annähern,
sofern dieser Glaubenssatz keine Dogmen beinhaltet:

Der 1. Satz oben fällt da rein.
Der 2. Satz oben tut es nicht.


Als Atheistin betrachte ich Menschen als Menschen, weshalb ihnen geholfen werden muß.
Der Meinung zu sein, seinen Mitmenschen muß geholfen werden, kann man ohne jede Vorstellung von göttlichen Ebenbildern. Deshalb geht mir diese Theatralik völlig ab. Es ist mir wurscht, wessen angebliches Ebenbild die Flüchtlinge sind. In meinen Augen sind das Menschen. Grund genug, für menschliche Verhältnisse zu sorgen, auch wenn das bloß Menschen sind.
Für Christen reicht es offenbar nicht, ein Mensch zu sein, da muß noch was Göttliches her, um Hilfe in Erwägung zu ziehen, oder wie darf man das verstehen? Wozu überhaupt die Erwähnung eines Ebenbildes, als Erklärung und Grund, jemandem zu helfen?
Der Christ hilft, wenn er jemandem was Göttliches unterschieben kann - der Atheist, wenn er Menschen in Not sieht. :p
Wie profan. :x
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Papaloooo » Di 19. Jan 2021, 07:52

Billie Holiday hat geschrieben:(19 Jan 2021, 07:34)

Als Atheistin betrachte ich Menschen als Menschen, weshalb ihnen geholfen werden muß.
Der Meinung zu sein, seinen Mitmenschen muß geholfen werden, kann man ohne jede Vorstellung von göttlichen Ebenbildern. Deshalb geht mir diese Theatralik völlig ab. Es ist mir wurscht, wessen angebliches Ebenbild die Flüchtlinge sind. In meinen Augen sind das Menschen. Grund genug, für menschliche Verhältnisse zu sorgen, auch wenn das bloß Menschen sind.
Für Christen reicht es offenbar nicht, ein Mensch zu sein, da muß noch was Göttliches her, um Hilfe in Erwägung zu ziehen, oder wie darf man das verstehen? Wozu überhaupt die Erwähnung eines Ebenbildes, als Erklärung und Grund, jemandem zu helfen?
Der Christ hilft, wenn er jemandem was Göttliches unterschieben kann - der Atheist, wenn er Menschen in Not sieht. :p
Wie profan. :x

Sorry aus meiner sich (als Agnostiker) nochmals die falsche Schlussfolgerung.
Das bedeutet doch nichts anderes,
als dass alle Menschen im Wert gleich sind.
Das ist nicht anderes als die Aussage
"Die Würde des Menschen ist unantastbar",
nur hier eben in einen religiösen Umschlag verpackt.

Die humanistische Sichtweise finde ich auch besser,
denn fragt man einem Christen, ob Gott denn humanoide sei,
oder - falls nicht - ob denn dann nicht auch Rind, Huhn und Schwein Gottes Ebenbilder seinen,
so wird das sofort als Blasphemie abgetan.

Eine sachliche Diskussion ist dort nicht möglich, wo Dogmen herrschen.

Jedoch kann manch eine Aversion gegen bestimmte Begrifflichkeiten,
ohne zu hinterfragen, was diese aussagen wollen, ebenfalls eine sachliche Diskussion behindern.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Billie Holiday » Di 19. Jan 2021, 07:58

Papaloooo hat geschrieben:(19 Jan 2021, 07:52)

Sorry aus meiner sich (als Agnostiker) nochmals die falsche Schlussfolgerung.
Das bedeutet doch nichts anderes,
als dass alle Menschen im Wert gleich sind.
Das ist nicht anderes als die Aussage
"Die Würde des Menschen ist unantastbar",
nur hier eben in einen religiösen Umschlag verpackt.

Die humanistische Sichtweise finde ich auch besser,
denn fragt man einem Christen, ob Gott denn humanoide sei,
oder - falls nicht - ob denn dann nicht auch Rind, Huhn und Schwein Gottes Ebenbilder seinen,
so wird das sofort als Blasphemie abgetan.

Eine sachliche Diskussion ist dort nicht möglich, wo Dogmen herrschen.

Jedoch kann manch eine Aversion gegen bestimmte Begrifflichkeiten,
ohne zu hinterfragen, was diese aussagen wollen, ebenfalls eine sachliche Diskussion behindern.


Ich habe keine Aversionen, ein göttliches Ebenbild beeindruckt mich bloß nicht. Ich brauche es nicht.
Herr Kauder kann sagen, was er will. Wenn das seine Begründung ist, dann ist doch gut. Mir reicht der Mensch an sich.
Den zu Helfenden wird es auch wurscht sein, ob sie nun ein göttliches Ebenbild sind, oder Menschen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Keinen_Faschismus! » Di 19. Jan 2021, 08:12

Dietz hat geschrieben:(14 Jan 2021, 00:29)
Eine Bemerkung des ehemaligen CDU-Fraktionschefs von heute laesst aufhorchen:

Flüchtlinge seien das Ebenbild Gottes. Was mit ihnen in den Grenzlagern Griechenland und Bosnien passierte, sei eine Schande für Europa. Quelle: Die Welt.

Ist der Appell angemessen?

Auf jeden Fall ist der Appell angemessen und natürlich ist es eine Schande für Europa und insbesondere Deutschland die Ebenbilder Gottes frieren zu lassen!

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Billie Holiday » Di 19. Jan 2021, 09:09

Herr Kauder glaubt, wir seien Ebenbilder Gottes.
Ich weiß, wir sind alle Menschen. Oder gibt es da Zweifel?
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Dietz » Di 19. Jan 2021, 12:36

Billie Holiday hat geschrieben:(19 Jan 2021, 09:09)

Herr Kauder glaubt, wir seien Ebenbilder Gottes.


Es gibt viele gläubige Menschen, die den theologischen Begriff "ihres" Gottes so deuten wie es Herr Kauder in seinem Vergleich mit Flüchtlingen tut.

Für viele andere allerdings, die ein ganz anderes Gottesbild haben (gesehen hat ihn sowieso noch niemand) ist das jedoch eine Zumutung. Für sie ist Gott etwas Übernatuerliches, Erhabenes, Unbegreifliches.

12 % der Weltbevölkerung glaubt an gar keine Götter.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Ebiker » Di 19. Jan 2021, 12:59

Papaloooo hat geschrieben:(19 Jan 2021, 07:52)

Sorry aus meiner sich (als Agnostiker) nochmals die falsche Schlussfolgerung.
Das bedeutet doch nichts anderes,
als dass alle Menschen im Wert gleich sind.
Das ist nicht anderes als die Aussage
"Die Würde des Menschen ist unantastbar",
nur hier eben in einen religiösen Umschlag verpackt.



Wissen das die " Ebenbilder Gottes " auch ? Ich hab da so meine Zweifel.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Papaloooo » Di 19. Jan 2021, 13:17

Ebiker hat geschrieben:(19 Jan 2021, 12:59)

Wissen das die " Ebenbilder Gottes " auch ? Ich hab da so meine Zweifel.

Viele Bekenntnisse sind lediglich Lippenbekenntnisse.
Aber das ist ja mit dem GG und dessen Umsetzung odtmals nicht anders.

Wenn ich mir einen kleinen OffTopic-Einschub erlauben darf:
Man betet "Herr deine Wille geschehe".
Geschieht "Gottes Wille" dann aber doch anders, als man sich das vorgestellt hat,
dann folgt das Gebet mit der Bitte, um die Änderung der Situation.

Wobei die großen beiden Kirchen in Deutschland da schon ein wenig weiter sein mögen,
wenn man sich hingegen die Freikirchen anschaut,
dann sind diese voll der Verteufelung von menschlichen Eigenarten,
welche ins eigene, spießige Weltbild nicht hineinpassen.

Oftmals ist es dann nicht nur die Verteufelung einer Eigenschaft, oder eines Glaubens,
nein, der ganze Mensch wird verteufelt.
Von "ihr aber sollt eure Feinde lieben" bleibt mehr ein:
bekämpfen fremder Anschauungen mittels missionieren,
oder eben aufgeben, abwenden und ignorieren übrig.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Ebiker » Di 19. Jan 2021, 13:21

Du meinst es war Gottes Wille das die 52jährige in Amberg auf den migrantischen Vergewaltiger traf der eigentlich gar nicht mehr in diesem Land hätte sein dürfen ?
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon BlueMonday » Di 19. Jan 2021, 14:44

Papaloooo hat geschrieben:(19 Jan 2021, 07:52)

Sorry aus meiner sich (als Agnostiker) nochmals die falsche Schlussfolgerung.
Das bedeutet doch nichts anderes,
als dass alle Menschen im Wert gleich sind.
Das ist nicht anderes als die Aussage
"Die Würde des Menschen ist unantastbar",
nur hier eben in einen religiösen Umschlag verpackt.


Und trotz anderer Verpackung der gleiche fragwürdige Inhalt. Ein Wert, der zu irgendeiner Handlung führt, also einen Gehalt hat, ist immer ein Stellenwertphänomen. Es geht um einen Rang relativ zu einem anderen Rang. Wichtiger als, dringender als, lieber als. In einem Wort: Präferenz. Das eine zugunsten des anderen vorziehen. Nur darin zeigt sich überhaupt Wert.
Ansonsten müsste es ja bspw. gleichgültig sein, welchen Lebenspartner man wählt. Einer so gut wie der andere. Man verliert den einen? Egal. Der Nächste ist so gut wie der andere. Gleichgültigkeit.

Die Würde des konkreten Menschen besteht dann darin, dass er nicht unterschiedlos neben anderen wahrgenommen wird, dass er der Mittelpunkt und Ausgangspunkt seiner Welt ist, dass er die Dinge seiner Umwelt aus seiner Perpektive sieht und bewertet.

Wenn Herrn Kauder nun bestimmte Menschen besonders am Herzen liegen, dann sollte er entsprechend handeln, seine Mittel für diese Menschen aufwenden und so den Wert dieser Menschen für ihn demonstrieren, dass sie ihm wichtiger sind als sein Feierabendbier oder sein Auto. Das wäre wohl auch im Einklang mit der Lehre Jesu.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon PeterK » Di 19. Jan 2021, 15:42

Ebiker hat geschrieben:(19 Jan 2021, 12:59)
Wissen das die " Ebenbilder Gottes " auch ? Ich hab da so meine Zweifel.

Manche wissen es, manche nicht. Das trifft vermutlich auf jede beliebige Gruppe von Menschen zu.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Papaloooo » Di 19. Jan 2021, 16:12

BlueMonday hat geschrieben:(19 Jan 2021, 14:44)

Und trotz anderer Verpackung der gleiche fragwürdige Inhalt. Ein Wert, der zu irgendeiner Handlung führt, also einen Gehalt hat, ist immer ein Stellenwertphänomen. Es geht um einen Rang relativ zu einem anderen Rang. Wichtiger als, dringender als, lieber als. In einem Wort: Präferenz. Das eine zugunsten des anderen vorziehen. Nur darin zeigt sich überhaupt Wert.
Ansonsten müsste es ja bspw. gleichgültig sein, welchen Lebenspartner man wählt. Einer so gut wie der andere. Man verliert den einen? Egal. Der Nächste ist so gut wie der andere. Gleichgültigkeit.

Die Würde des konkreten Menschen besteht dann darin, dass er nicht unterschiedlos neben anderen wahrgenommen wird, dass er der Mittelpunkt und Ausgangspunkt seiner Welt ist, dass er die Dinge seiner Umwelt aus seiner Perpektive sieht und bewertet.

Wenn Herrn Kauder nun bestimmte Menschen besonders am Herzen liegen, dann sollte er entsprechend handeln, seine Mittel für diese Menschen aufwenden und so den Wert dieser Menschen für ihn demonstrieren, dass sie ihm wichtiger sind als sein Feierabendbier oder sein Auto. Das wäre wohl auch im Einklang mit der Lehre Jesu.

Erster Gedanke dazu:

Es kommt da natürlich auch noch instinktives Verhalten mit dazu.
Je näher uns Menschen genetisch stehen, desto mehr sind wir bereit,
diesen Menschen in der Not auch beizustehen.
Evolutiv macht das durchaus Sinn.
Es geht nicht nur darum, die eigenen Gene weiterzugeben,
sondern auch die Gene von nahestehenden Wesen.

Was uns fremd erscheint, dem stehen wir instinktiv erstmal ablehnend entgegen.
Kognitiv kann das dann überwunden werden.

Zweiter Gedanke dazu:

Ich würde mir nun nicht anmaßen, dass ein Politiker über dessen Ausgaben ich ja nichts weiß,
nicht privat auch humanitäre Projekte unterstützt.

Der dritte Gedanke:

Es ist nicht die Aufgabe eines Politikers,
alleine eigenen Mitteln humanitäre Lösungen zu finden,
dann wäre mit Sicherheit nicht viel erreicht.

Vierter Gedanke (hat aber nichts mit deinem Posting zu tun):

Es wäre mal schön, wenn die USA zu ihrer historischen Verantwortung stehen würden,
indem sie den Irak kurz und klein bombardiert hatten,
konnte in dem Machtvakuum unter den Schutz der US-Truppen der IS gedeihen.
Dieser Aufstieg des IS erst hat zu den immensen Fluchtbewegungen ganzer Völker geführt.
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Re: Volker Kauder: Flüchtlinge Gottes Ebenbild

Beitragvon Dietz » So 24. Jan 2021, 02:52

Teeernte hat geschrieben:(15 Jan 2021, 10:27)



Für die VERLIERER vor Ort - Die, die nicht mal 50km SCHAFFEN - gibts ein halbes Gebet.....

DAS sind Christliche WERTE.


Ich bin zwar kein Freund des vereinsmaessig d.h. kirchlich organisierten Christentums. Ich stimme auch denen zu, die mehr wirkungsvolle Hilfe vor Ort (um Fluchtanreize für Wirschaftsfluechtlinge zu beseitigen) einfordern. Und zwar global von allen reichen Laendern. Aber die 27 koennen sich ja in Europa nicht mal auf Taschengeldparagrafen einigen.

Aber "den Christen" untaugliche "Werte" in der Frage unter die Nase zu halten, das halte ich doch fuer unangemessen. Hier ist die Politik gefragt t und nicht der Klingelbeutel vor einem aussterbenden Kirchenvolk am Sonntag.
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