Tod eines Missionars: Recht oder Unrecht?

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Zunder
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Re: Tod eines Missionars: Recht oder Unrecht?

Beitragvon Zunder » Sa 8. Dez 2018, 21:51

MäckIntaier hat geschrieben:(08 Dec 2018, 11:10)

Solchen Spam möchte ich mir dann ausdrücklich verbeten haben bzw. Sie können das anhand meiner Beiträge sicher belegen. Falls nicht, gilt der Mit-Verlaub-Satz.

Wer Beiträge anderer User sinnentstellend verkürzt und ihnen eine Aussage unterstellt, die sich aus dem tatsächlich Geschriebenen nicht einmal andeutungsweise ergibt, befindet sich nicht wirklich in einer Position, die ihm erlaubt, sich dezidierte Meinungsäußerungen zu verbitten.

Falls es dir hilft:

MäckIntaier:
Stimmt, denn diejenigen, die Verständnis äußern, zeigen ja deutlich, dass sie für Homogenität und gegen Vielfalt sind. Gut, dass es Ihnen auffiel, wie sich das Böse in immer neuen Fratzen als das Gute präsentiert.

Billie Holiday hat geschrieben:
(23 Nov 2018, 09:49)

Gegen eine von beiden Seiten gewünschte Vielfalt spricht nichts.
Also haben wir mit diesem kleinen Naturvolk, das keinerlei Ansprüche stellt an den Rest der Welt, weitere Rechtsextremisten gefunden. Man sollte sie zwangsbeglücken wie die Indianer. Woher sollen sie auch wissen, was für sie und die vielen potentiellen Forscher, Auswanderer, Geschäftsleute und Touristen gut ist.

MäckIntaier:
So ist es.


Den Beitrag von Zinnamon sollte man in diesem Zusammenhang ruhig noch einmal lesen:
viewtopic.php?p=4345002#p4345002

Und da zu diesem Beitrag:

Tom Bombadil hat geschrieben:
(08 Dec 2018, 01:19)
Border Control World Champions: https://i.imgur.com/tPWmOxB.jpg :thumbup:

Fliege:
Ob die EU diesen Wink versteht?


kein Widerspruch kommt, verstehe ich das als ausdrückliche Nicht-Ablehnung, was meine Einschätzung dann doch eher stützt.

Deine Invektive darfst du dir sonstwo hinschieben.

Um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden:
Ich halte dich zumindest vorläufig für einen identitären Troll, der auf intellektuell frisiert wurde.
Sollte ich mich täuschen, wär's mir recht.
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Re: Tod eines Missionars: Recht oder Unrecht?

Beitragvon Bartleby » Sa 8. Dez 2018, 22:19

Zunder hat geschrieben:(08 Dec 2018, 21:51)

Um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden:
Ich halte dich zumindest vorläufig für einen identitären Troll, der auf intellektuell frisiert wurde.
Sollte ich mich täuschen, wär's mir recht.


Es gibt keine aktuellen Missverständnisse, Sie können meine Beiträge verstehen, wie Sie diese verstehen möchten oder können jeden User hier für das halten, was Ihnen Ihre Weltsicht und Ihre individuellen Möglichkeiten sowie die Regeln des Froums gestatten. Die Tatsache, dass Sie ein bestimmtes Vokabular (identitärer Troll) hier einführen, dreht aber die normalen Gepflogenheiten nicht um: die Beweislast liegt nicht bei mir, sondern bei Ihnen, was Sie m.E. auch genau wissen. Weder bin ich verpflichtet, Einlassungen eines anderen Users zu widersprechen, noch bin ich verpflichtet, ad personam gerichtete Behauptungen zu widerlegen. Meine Gedanken werden auch weiterhin in der Tradition Lecs ganz unfrisiert hier ankommen, solange ich Lust habe, sie hier auszuprobieren. Ich werde fremde Probleme nicht zu meinen machen, sondern mich weiterhin einigermaßen bemühen, Inhalte für mich persönlich ohne Rücksicht auf fremde Empfindlichkeiten zu klären. Und MEINE Inhalte zu diesem Themen sind hier unmissverständlich nachzulesen. Die Userin, die schon einmal einen Versuch wie Sie hier gestartet hat und das Thema von meinen Fragen in Richtung einer Unterstellung wegzerren wollte, habe ich nach deren ersten Beitrag umgehend auf die Ignorierliste gesetzt. Das ist nicht mein Diskussionstil. Es muss ja keiner etwas beitragen zu einem Thema, für das ihm der Sinn und das Verständnis fehlen. In diesem Sinne: Glauben Sie immer, was Sie glauben wollen. Fremder Glaube, fremde Weltanschauung ist dem Einzelnen etwas Äußeres, und wie Hermann Lenz das sagte: Das Äußere findet seine Grenzen am inneren Bezirk des Individuums, und so bleibt das Objekt Ihrer Täuschung oder Nicht-Täuschung von beidem eben folgerichtig unberührt.

Damit darf zum Thema zurückgekehrt werden oder auch nicht.
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Re: Tod eines Missionars: Recht oder Unrecht?

Beitragvon Bartleby » Sa 9. Nov 2019, 10:29

Nachdem die ZEIT dem Fall in der aktuellen Ausgabe noch einmal ein ganzes Dossier widmet, hier noch ein paar ergänzende Angaben.

Auch der Vater des getöteten John Chau wurde interviewt, wollte jedoch nicht direkt zu seinem Sohn befragt werden. Der Vater ist während Maos Kulturrevolution aus China geflohen, überzeugter Konfuzianer (seine Frau christlich-fundamentalistisch) und bereut, seinen Sohn nicht mehr aus der chinesischen Welt vermittelt zu haben. Er sieht die Aktion seines Sohnes ziemlich eindeutig.

Mitte Oktober 2019, mehrere Monate nach dem ersten Mailwechsel, schreibt Patrick Chau, der Vater, in einer weiteren E-Mail, er sei nun doch bereit, zu sprechen. Allerdings nur über die Philosophie, an die er glaube: den Konfuzianismus. Und am liebsten in Form von Textnachrichten per WhatsApp.

Er habe seine Kinder christlich erzogen und leider nur selten mit John über die konfuzianische Philosophie gesprochen, schreibt er. Die evangelikale Ideologie sei zu dominant gewesen.

Aus seinen Nachrichten liest man eine ungeheure Wut heraus. Patrick Chau kritisiert den kolonialen Charakter des Christentums, er kritisiert den Missionsbefehl. Er vergleicht seinen Sohn mit einem Dschihadisten, der für den "Islamischen Staat" im heiligen Krieg gestorben ist. Er schreibt: "Das Extremistische ist immer böse, egal, ob es im Namen des Islams passiert oder im Namen des Christentums."


Der Artikel bringt auch etliche Auszüge aus Briefen und Aufzeichnungen des gescheiterten Seelenfischers.

Interessant noch, wie der juristische Fall weitergeht. Es wurden Anklagen gegen "unbekannte Sentinelesen" wegen Mordes erhoben (es wird nicht versucht, jemandem habhaft zu werden), und gegen fünf Fischer und zwei Hintermänner. Die waren länger in U-Haft und haben jetzt einen Prozess zu erwarten wegen fahrlässiger Tötung (da sie wussten, was mit dem Missionar geschehen würde).

Dabei haben die Fischer nicht in erster Linie aus Geldgier gehandelt. Es sind Angehörige der Karen, die seit ihrer Bekehrung zum Christentum als sehr strenggläubig gelten und die den Missionar auch aus diesen Gründen unterstützt haben sollen.

Der Artikel schließt noch mit dem Ausblick, dass der Tod des Missionars für viele Gleichgesinnte wohl ein Ansporn ist, es wieder zu versuchen. :mad2:
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Re: Tod eines Missionars: Recht oder Unrecht?

Beitragvon Skeptiker » Sa 9. Nov 2019, 11:10

MäckIntaier hat geschrieben:(09 Nov 2019, 10:29)
...
Der Artikel schließt noch mit dem Ausblick, dass der Tod des Missionars für viele Gleichgesinnte wohl ein Ansporn ist, es wieder zu versuchen. :mad2:

Nutzen die Missionare diese Inselbewohner um sich zu Märtyrern zu machen? Für mich wirklich eine extremistische Verhaltensweise.

Der Vater kann einem leid tun.
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Re: Tod eines Missionars: Recht oder Unrecht?

Beitragvon Bartleby » Sa 9. Nov 2019, 11:20

Skeptiker hat geschrieben:(09 Nov 2019, 11:10)

Nutzen die Missionare diese Inselbewohner um sich zu Märtyrern zu machen? Für mich wirklich eine extremistische Verhaltensweise.

Der Vater kann einem leid tun.


Sie nehmen den Tod in Kauf, sind aber zutiefst überzeugt von dem, was sie versuchen. Ein indischer Freund, ebenfalls Christ, rechtfertigt die Versuche so:

Sam glaubt, es sei eine Illusion, diese Menschen dauerhaft von der Moderne abriegeln zu können. Früher oder später werde die Welt zu ihnen kommen, in Form von Touristen, Abenteurern, Wilderern. Denen aber seien die Ureinwohner gleichgültig, es gehe ihnen nur um den eigenen Nutzen, den eigenen Profit. John Chau dagegen habe die Sentinelesen langsam und vorsichtig an das Leben von heute heranführen wollen. Sam sagt, Chau hätte ihnen wirklich helfen können.



Menschenfreunde also :rolleyes:

Deshalb sage ich ja immer: Der Misanthrop richtet das wenigste Unheil an, weil er keinen irgendwie gearteten Heilsauftrag kennt, keine Heilsgeschichten verbreiten will. Höchstens den utopischen der Menschenleere ;)
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