Das christliche Abendland

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Atheist

Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Atheist » So 2. Aug 2015, 00:20

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 00:10 hat geschrieben:Heutzutage redet man in Deutschland oft und viel über das christliche Abendland.
Was ist das für Euch persönlich? Was ist in Eurer Wohnung, in Eurem Kiez, an Eurem Arbeitsplatz, in Eurer Freitzeit et cetera christlich?


Mein Sprachgebrauch. Ich erwische mich oft dabei, wie ich auf christliche Semantik zurückgreife, ganz gleich obs nun das babylonische Sprachgewirr, Phrisäer, Sodom und Gomorrha :D oder Vergleichbares ist.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Provokateur » So 2. Aug 2015, 00:24

Diese Dinge sind tief in unserer Kultur verwurzelt.

Hier läutet die Kirchenglocke noch jede Stunde. In der Fastenzeit laufen sogar Leute durch die Gegend und schlagen Stöcke aneinander statt der Kirchenglocken.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Atheist » So 2. Aug 2015, 00:29

Provokateur » So 2. Aug 2015, 00:24 hat geschrieben:Diese Dinge sind tief in unserer Kultur verwurzelt.

Hier läutet die Kirchenglocke noch jede Stunde. In der Fastenzeit laufen sogar Leute durch die Gegend und schlagen Stöcke aneinander statt der Kirchenglocken.


Manche Kirchen haben ein durchaus harmonisches Glockenspiel, das man sich gern anhört, das Horrorgeläut der Kirche in meiner Nachbarchaft ist aber ohrenbetäubend. Schlimmer als Techno von Hobby-DJs.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Dingo » So 2. Aug 2015, 00:43

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 00:10 hat geschrieben:Heutzutage redet man in Deutschland oft und viel über das christliche Abendland.
Was ist das für Euch persönlich? Was ist in Eurer Wohnung, in Eurem Kiez, an Eurem Arbeitsplatz, in Eurer Freitzeit et cetera christlich?

In meiner Wohnung nichts, da ich kein Christ bin. Ich vermute, Du meinst mit "Kiez" das Wohnviertel, da gibt es ein Kloster und einen katholischen Kindergarten. Am Arbeitsplatz gibt es christliche Kollegen, mehr oder weniger in ihrer Gemeinde engagiert. In meiner Freizeit komme ich an der ein oder anderen Kirche vorbei, wenn ich unterwegs bin, und vermutlich begegne ich recht vielen Christen.
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Päule0815 » So 2. Aug 2015, 00:49

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 00:10 hat geschrieben:Heutzutage redet man in Deutschland oft und viel über das christliche Abendland.
Was ist das für Euch persönlich? Was ist in Eurer Wohnung, in Eurem Kiez, an Eurem Arbeitsplatz, in Eurer Freitzeit et cetera christlich?


Heutzutage redet man eher von westlicher Ausprägung.

Es geht um die Freiheit für jeden und eine gemäßigte, aber vielfältige Gesellschaft .... große Teile des heutigen Christentums sind selbstkritisch und offen genug, diese Freiheit zu unterstützen, auch wenn die Menschen nicht jeden Sonntag in der Kirche heucheln müssen ....

Der heutige "christliche Glauben" ist immer noch von Werten geprägt, aber weniger von Ritualen ....
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Provokateur » So 2. Aug 2015, 01:20

Ich bin in einem christlichen Schützenverein.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Päule0815 » So 2. Aug 2015, 01:21

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 01:11 hat geschrieben:Die Frage betrifft das persönliche Umfeld. Was ist in deiner nächsten Umgebung und in deinem Leben christlich? Fastest Du? Benutzt du Kondome? Zahlst du Kirchensteuer?


Meine Grundhaltung ist christlich...und auf Nächstenliebe ausgerichtet
Ich faste nicht....
Kondome haben in mienem Verständnis nichts mit dem christlichen Glauben zu tun....
Ich gehe nicht in die Kirche .....
Ich zahle Kirchensteuer.....
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Jekyll » So 2. Aug 2015, 01:36

Wenn Jesus heute leben würde, hier in Deutschland zum Beispiel....ich glaube, er würde sich nicht heimisch fühlen.
Sie schufen eine Wüste und nannten es...Frieden.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Päule0815 » So 2. Aug 2015, 01:38

Jekyll » So 2. Aug 2015, 01:36 hat geschrieben:Wenn Jesus heute leben würde, hier in Deutschland zum Beispiel....ich glaube, er würde sich nicht heimisch fühlen.


Konnte sich Jesus nach unseren Maßstäben jemals wohlfühlen?

Ich glaube, auch in Deutschland würde er seine Aufgabe finden und sich wohl fühlen.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Atheist » So 2. Aug 2015, 01:41

Auf jeden Fall würde Jesus aufgrund seines Bartes wie ein Hipster wirken.
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Re: Das christliche Abendland

Beitragvon Progressiver » So 2. Aug 2015, 18:44

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 00:10 hat geschrieben:Heutzutage redet man in Deutschland oft und viel über das christliche Abendland.
Was ist das für Euch persönlich? Was ist in Eurer Wohnung, in Eurem Kiez, an Eurem Arbeitsplatz, in Eurer Freitzeit et cetera christlich?


Ich wüsste nicht, was bei mir christlich wäre. Ich bin Atheist bzw. genauer: säkularer Humanist. Ich habe zwar Leute in meiner Umgebung, die wohl privat an christliche Inhalte glauben können. Aber davon halte ich nichts. In meinen Umgangsformen bin ich jedenfalls strikt laizistisch.

Glauben tue ich vor allem an meine eigene Ressourcen und Fähigkeiten. Und mit deren Hilfe kämpfe ich mich vorwärts und aktiv durchs Leben. Ich bin also auch selbst für mein Leben verantwortlich. Bei vielen religiösen Menschen sehe ich dagegen eher etwas anderes: Anstatt aktiv dafür zu kämpfen, dass es einem immer besser geht, wird nur passiv gebetet. Die Verantwortung für das eigene Wohl und Wehe wird irgendeiner ominösen höheren Macht in die Hände gelegt. Und dann wird gewartet, anstatt dafür zu kämpfen, dass man Erfolge im Leben feiern kann.

Von mir aus kann da jeder glauben, was er will. Mich dagegen würde es nervös machen, nicht mehr Herr über mein eigenes Handeln und mögliche Erfolge oder Misserfolge zu sein, weil ich abhängig von den Launen einer höheren Macht wäre. Missionieren lasse ich mich jedenfalls nicht. Und umgekehrt sind mir meine christlich orientierten Mitmenschen auch zu egal, als dass ich sie von der Richtigkeit meines laizistischen Weges überzeugen wollte.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Demolit » Mo 3. Aug 2015, 11:20

Provokateur » Sa 1. Aug 2015, 23:24 hat geschrieben:Diese Dinge sind tief in unserer Kultur verwurzelt.

Hier läutet die Kirchenglocke noch jede Stunde. In der Fastenzeit laufen sogar Leute durch die Gegend und schlagen Stöcke aneinander statt der Kirchenglocken.


Das ist sehr schön, wenn sie das aus vollem Herzen und mit einem Lächeln im Gesicht machen. Manchmal steige ich auch noch auf den Kirchturm mit Freunden und spiele die Glocken per Hand..

So was gibt es nur in den Gefilden, wo sich guter, freier Geist und Frohsinn zu dem gefunden haben, was dann so als Leitkultur einmaliges Anschauungsmaterial sein kann.

echt ;)
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Atheist » Mo 3. Aug 2015, 11:53

Demolit » Mo 3. Aug 2015, 11:20 hat geschrieben:
Manchmal steige ich auch noch auf den Kirchturm mit Freunden und spiele die Glocken per Hand..


Das könnte das disharomische Horrorgeläut der Kirche in meiner Nähe erklären. :mad:
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Demolit » Mo 3. Aug 2015, 11:55

Atheist » Mo 3. Aug 2015, 10:53 hat geschrieben:
Das könnte das disharomische Horrorgeläut der Kirche in meiner Nähe erklären. :mad:


Lach........Disharmonie wirst du nur da hören, wo ein Sprung in der Schüssel ist....

echt :D
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Antonius » Di 4. Aug 2015, 10:41

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 01:11 hat geschrieben:Die Frage betrifft das persönliche Umfeld. Was ist in deiner nächsten Umgebung und in deinem Leben christlich? Fastest Du? Benutzt du Kondome? Zahlst du Kirchensteuer?
Deine drei (persönlichen) Fragen kann ich allesamt mit JA beantworten. :)
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Re: Das christliche Abendland

Beitragvon Flat » Di 4. Aug 2015, 10:55

Moin,

ich bin ehemaliger Christ und fühle mich heute eher der jüdischen Richtung verbunden.

Aus diesem Grund bin ich wohl etwas empfindlich, was manches christliche in unserem Land angeht.

Das christliche ist z.B. sehr in unserem alltäglichen Sprachgebrauch und auch im Alltagswissen verwurzelt. Was in Bezug auf das Judentum mitunter schicht alte christliche antijüdische Propaganda bedeutet, die gedankenlos oder aus Unkenntis verwendet wird. Beispiele sind die Verwendung 'Pharisäer' oder das angebliche jüdische Rachegebot 'Auge um Auge'.

Auch die Verquickung Staat und Christentum ist für mich mit meinem Staatsverständnis oft nur schwer erträglich.


Christliches nehme ich eher als institutionelles Festhalten an Besitzständen (auch ideologische) wahr.

Ich hätte weniger Probleme damit, wenn der christliche Einfluss auf unsere Gesellschaft sich auf Nächstenliebe u.ä. konzentrieren würde, leider ist das dann wieder eher Mangelware.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Antonius » Di 4. Aug 2015, 11:00

provokatuerk » So 2. Aug 2015, 00:10 hat geschrieben:Heutzutage redet man in Deutschland oft und viel über das christliche Abendland.
Was ist das für Euch persönlich? Was ist in Eurer Wohnung, in Eurem Kiez, an Eurem Arbeitsplatz, in Eurer Freitzeit et cetera christlich?
Päule0815 » So 2. Aug 2015, 00:49 hat geschrieben:Heutzutage redet man eher von westlicher Ausprägung.

Es geht um die Freiheit für jeden und eine gemäßigte, aber vielfältige Gesellschaft .... große Teile des heutigen Christentums sind selbstkritisch und offen genug, diese Freiheit zu unterstützen, auch wenn die Menschen nicht jeden Sonntag in der Kirche heucheln müssen ....

Der heutige "christliche Glauben" ist immer noch von Werten geprägt, aber weniger von Ritualen ....
Das gesellschaftliche Leben ist nach wie vor von Ritualen, die vielleicht besser als christliche Sitten und Gebräuche zu bezeichnen sind, geprägt.
Ich erinnere an das Kirchenjahr, es ist eine Abfolge von Festen und Gedenkfeiern:
- Advent, Weihnachten, Fasching, Karneval, Fastenzeit, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Trinitatis, Mariä Himmelfahrt, Kirchweihfest, Allerheiligen, Allerseelen, Christkönigsfest.

Der Christ ist aufgerufen, die christliche Tradition in der Familie und im öffentlichen Leben zu pflegen.
Der Grundgedanke des Christentums ist das Prinzip der Freiheit und des Verantwortungsbewußtseins.
UBI SPIRITUS DOMINI IBI LIBERTAS.
(2. Kor, 3,17)
Das alles überwölbende ethische Prinzip des Christentums ist das der Christlichen Nächstenliebe.
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Flat » Di 4. Aug 2015, 11:03

Antonius » Di 4. Aug 2015, 10:00 hat geschrieben:Ich erinnere an das Kirchenjahr, es ist eine Abfolge von Festen und Gedenkfeiern:
- Advent, Weihnachten, Fasching, Karneval, Fastenzeit, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Trinitatis, Mariä Himmelfahrt, Kirchweihfest, Allerheiligen, Allerseelen, Christkönigsfest.



Moin,

Du hast das Fest anlässlich der Beschneidung Jesus vergessen. Was nicht verwunderlich ist, da dieses die meisten Christen zwar reichlich feiern, aber nicht wissen, was da überhaupt gefeiert wird. :)
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Re: Das christliche Abendland

Beitragvon schokoschendrezki » Di 4. Aug 2015, 11:19

Zeichen christlichen Lebens in Europa und "das christliche Abendland" als politischer Begriff sind aber zwei ganz gewaltig verschiedene Paar Schuhe ...
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Re: Das christliche Abendand

Beitragvon Antonius » Di 4. Aug 2015, 11:20

Flat » Di 4. Aug 2015, 11:03 hat geschrieben:Moin,

Du hast das Fest anlässlich der Beschneidung Jesus vergessen. Was nicht verwunderlich ist, da dieses die meisten Christen zwar reichlich feiern, aber nicht wissen, was da überhaupt gefeiert wird. :)
Ja, ich hatte schon daran gedacht, das Neujahrfest zu erwähnen.
Ich habe es absichtlich ausgelassen, da an diesem Tage im Evangelium an die Beschneidung Jesu erinnert wird.
(Ich erinnere mich, daß es mich als Kind immer geschüttelt hat, als ich das hörte.)

Gott-sei-Dank gibt im Christentum keine Beschneidung, also kein archaisches Ritual der Körperverletzung dieser Art.
Folgerichtig wurde das Fest im Concilium Vaticanum Secundum (1962-1965) in Fest des Namensgebung Jesu umbenannt
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