Religiöse Minderheiten im Judentum

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\m/

Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Mi 24. Jun 2009, 18:29

Dieses Thema darf in einem zünftigen Religionsforum nicht fehlen!

Außerdem widmet sich in der Bildungsoffensive schon ein Strang zum Thema Religiöse Minderheiten im Islam, der Konkurrenz-Religion.
Wegen dem Gleichberechtigungsanspruch sollte die jüdischen Minderheiten zur Bildungsoffensive gesellt werden!

Beginnen möchte ich dieses Thema mit den konservativen Orthodoxen, die in nichtjüdischen Kreisen meist Ultraorthodxe.
Viele dieser Haredi, wie sie auch genannt werden, verkörpern an sich nur das Judentum, für das die Tora noch heilig ist.
Mehrere Gruppen lehnen den Staat Israel aus religiösen Gründen ab und sehen darin gar Häresie, also Glaubensabfall.

Ein link zu dieser Minderheit, die in Israel immerhin mehr als 10 % derer umfaßt, die sich in irgendeiner Form zum Judentum bekennen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Haredi_Judaism
Zuletzt geändert von \m/ am Mi 24. Jun 2009, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.
Antidote

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Antidote » Mi 24. Jun 2009, 18:46

\m/ hat geschrieben:Dieses Thema darf in einem zünftigen Religionsforum nicht fehlen!

Außerdem widmet sich in der Bildungsoffensive schon ein Strang zum Thema Religiöse Minderheiten im Islam, der Konkurrenz-Religion.
Wegen dem Gleichberechtigungsanspruch sollte die jüdischen Minderheiten zur Bildungsoffensive gesellt werden!

Beginnen möchte ich dieses Thema mit den konservativen Orthodoxen, die in nichtjüdischen Kreisen meist Ultraorthodxe.
Viele dieser Haredi, wie sie auch genannt werden, verkörpern an sich nur das Judentum, für das die Tora noch heilig ist.
Mehrere Gruppen lehnen den Staat Israel aus religiösen Gründen ab und sehen darin gar Häresie, also Glaubensabfall.

Ein link zu dieser Minderheit, die in Israel immerhin mehr als 10 % derer umfaßt, die sich in irgendeiner Form zum Judentum bekennen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Haredi_Judaism
Interessant ist, dass das Verbot einer aktiven und durch Menschenhand erfolgenden Errichtung des Staates Israel in den Anfängen des Zionismus nicht dem Glauben einer Minderheit (der Gläubigen), sondern dem der Mehrheit entsprach.
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\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Mi 24. Jun 2009, 19:06

Antidote hat geschrieben:Interessant ist, dass das Verbot einer aktiven und durch Menschenhand erfolgenden Errichtung des Staates Israel in den Anfängen des Zionismus nicht dem Glauben einer Minderheit (der Gläubigen), sondern dem der Mehrheit entsprach.


In den Augen vieler Haredis sind die Zionisten oder "säkularen" Juden aber keine gläubigen Juden, sondern gehören nur dem jüdischen Volk an.


The Edah HaChareidis (Hebrew: העדה החרדית HaEdah HaChareidis The Chareidi Community), also written Edah Haredit, and popularly also known as the Badatz, is a prominent anti-Zionist Haredi communal organization in present-day Jerusalem, consisting of several Haredi groups representing most of the Yerushalmi (traditional pre-war) Jerusalem community. It provides all the facilities required by a Jewish community, including kashrus, mikvas, an eruv and a rabbinical court. The Edah HaChareidis is considered a continuation of the former leaders of the Yishuv haYashan, and is well known for being strongly opposed to Zionism, which it condemns as heretical and opposed to Judaism.

http://en.wikipedia.org/wiki/Edah_HaChareidis
Antidote

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Antidote » Mi 24. Jun 2009, 19:55

\m/ hat geschrieben:
In den Augen vieler Haredis sind die Zionisten oder "säkularen" Juden aber keine gläubigen Juden, sondern gehören nur dem jüdischen Volk an.



http://en.wikipedia.org/wiki/Edah_HaChareidis
Das ist richtig. Aber diesen Unterschied gibt es ja nicht nur zwischen Haredis und "säkularen" Juden, sondern auch im gläubigen Spektrum. Dort ist der Unterschied zwischen passivem und aktivem Messianismus. Auch der Holocaust wird zwischen diesen diametral entgegenstehenden Gruppierung auch diametral gedeutet. Während die "Passiven" es als Strafe für den Zionismus sehen, sehen es die "Aktiven" als Strafe für die Assimilation und der Weigerung, dem zionistischen Ruf zu folgen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Holocaust_theology
\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Mi 24. Jun 2009, 20:41

Antidote hat geschrieben:Das ist richtig. Aber diesen Unterschied gibt es ja nicht nur zwischen Haredis und "säkularen" Juden, sondern auch im gläubigen Spektrum. Dort ist der Unterschied zwischen passivem und aktivem Messianismus. Auch der Holocaust wird zwischen diesen diametral entgegenstehenden Gruppierung auch diametral gedeutet. Während die "Passiven" es als Strafe für den Zionismus sehen, sehen es die "Aktiven" als Strafe für die Assimilation und der Weigerung, dem zionistischen Ruf zu folgen.


Ja sicher gibt es Unterschiede und die Sichtweise vom alten Szatmar Rebbe wurde nicht von allen geteilt:
„Wegen unserer Sündhaftigkeit haben wir schwer gelitten, Leiden so bitter wie Wermut, schlimmer als alles, was Israel kannte, seitdem es ein Volk ist… In früheren Zeiten, wann immer Übel Jakob befielen, wurde über die Sache nachgedacht und Gründe wurden gesucht – welche Sünde hat diese Übel hervorgebracht – so dass wir uns bessern und zurückkehren konnten zum Herrn, gesegnet sei sein Name… Aber in unserer Generation müssen wir nicht lange nach der Sünde suchen, die für unsere Misere verantwortlich ist… Die Häretiker haben auf jede erdenkliche Art die Eide gebrochen, um gewaltsam aufzusteigen und Souveränität und Freiheit durch sich selbst zu erlangen, vor der festgesetzten Zeit… (Sie) haben die Mehrheit des jüdischen Volkes in verderbliche Häresie gelockt, wie sie noch nie seit Erschaffung der Welt gesehen ward… Und so ist es kein Wunder, dass der Herr im Zorn einen Schlag austeilte… Und es gab auch gerechte Menschen, die untergingen wegen der Frevel der Sünder und Verführer, so groß war der (göttliche) Zorn.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust-Theologie

Vor der festgesetzten Zeit - also vor dem Erscheinen des Messias wurde das Heilig Land in Besitz genommen, bzw. wurde nach diesem Besitz gegiert! Was natürlich ein ungeheurer Frevel ist für den strenggenommen im talmudischen Judentum die Steinigung steht!
Antidote

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Antidote » Mi 24. Jun 2009, 21:38

\m/ hat geschrieben:Was natürlich ein ungeheurer Frevel ist für den strenggenommen im talmudischen Judentum die Steinigung steht!
Wirklich?
Zuletzt geändert von Antidote am Mi 24. Jun 2009, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Mi 24. Jun 2009, 22:52

Antidote hat geschrieben:Wirklich?

Ja, natürlich:
VII 4 (a) Diese werden gesteinigt: Wer [seiner] Mutter beiwohnt, der Frau des Vaters, der Schwiegertochter, einem Mann oder einem Vieh beiwohnt, oder eine Frau, die einem Vieh beiwohnt, und ein Lästerer, wer Götzendienst treibt, wer von seinem Samen dem Moloch gibt, ein Totenbeschwörer, ein Wahrsager, wer den Sabbat entweiht, wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wer einem verlobten Mädchen beiwohnt, ein Verlocker, ein Verführer [zum Götzendienst], ein Zauberer und ein unbändiger oder widerspenstiger Sohn.

Mischna (Traktat Sanhedrin 7,2 ff.)

Götzendiener, Verlocker und Verführer - also alle die den Staat Israel - dem Götzen - anhängen, sind also zu steinigen!
Antidote

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Antidote » Mi 24. Jun 2009, 23:20

\m/ hat geschrieben:Ja, natürlich:

Mischna (Traktat Sanhedrin 7,2 ff.)

Götzendiener, Verlocker und Verführer - also alle die den Staat Israel - dem Götzen - anhängen, sind also zu steinigen!
Ach, das wusste ich gar nicht. Soviel zur Priesternation. Das wars dann wohl mit meiner noahidischen Karriere. :mrgreen:
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon misericordia » Do 25. Jun 2009, 09:57

Wie ich das leiden kann - den Sinn entstellende Stümmelzitate. Talmudverfälschungen sind so was von out! :blush:

"Said R. Na'hman in the name of Rabha b. Abuhu, quoting Rabh: The Halakha prevails according to the message which was sent by Rabbin in the name of R. Jose b. Hanina. Said R. Joseph: Do you come to teach a Halakha which will be used only then when the Messiah shall appear? Said Abayi to him: According to your theory, why should we study the section Holiness (which treats about sacrifices, at the time when the Temple was in existence) at all? Is not the whole for the time when the Messiah shall appear? You must then say that we must study and be rewarded for it by Heaven. The same is the case here. We have to study, although it is not for use to us at this time, and the reward will come from Heaven." Answered R. Joseph: I mean to say, may one name Halakha in the explanation of a Boraitha (i.e., the message of Rabbin was only concerning the explanation of the Boraitha)? To which it may be said, that such an explanation is correct. The expression "Halakha," however, means "law," which does not correspond with his meaning."

Hier komplett nachzulesen: Bablyonian Talmud, Book 8: Tract Sanhedrin

Und hier aus dem hagalil-Forum eine Diskussion zur Steinigung: http://forum.hagalil.com/board-a/messag ... 1146670163 - das dürfte ebenfalls auf die Sprünge helfen.
Wenn ich hier nochmal so eine Scheiße lese, werde ich richtig sauer. :angry:
Zuletzt geändert von misericordia am Do 25. Jun 2009, 09:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon misericordia » Do 25. Jun 2009, 14:55

Damit die Mitleser und Schreiber meinen Anwurf "Talmudverfälschung" verstehen, führe ich das deutlich aus:

\m/, Du hast genau das weggelassen, was den Talmud ausmacht. Nämlich die Mishna (Überlieferungen) und Gemara (Erläuterungen/Ergänzungen; Kommentare, Diskussionen und Neuformulierungen) zu den im Talmud vorangestellten Mitzwot (den 613 Geboten aus der Torah). Du hast nur das Gebot aus der Torah zitiert, nicht die Mishna/Gemaratexte 7,2ff - dieses Vorgehen ist eine Verfälschung/grobe Irreführung. Da hättest Du auch gleich aus der Primärquelle zitieren sollen, der Torah, statt als Quelle Tosefta Sanhedrin 7,2ff anzugeben. Schau in meinen Link zu Tosefta Sanhedrin, da wird es klar erkenntlich. Vor allem, wo Du auch noch die Stelle 7,2ff angibst. Das ist pure Dreistigkeit. :blush:

Ich hätte die Textpassagen von 7,2ff hier hereinkopiert, wenn sie nicht so lang wären. Ist aber kein Problem, man brauchst nur im Link runterzuscrollen und dann mit Lesen anfangen. :mrgreen:
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Wasteland » Do 25. Jun 2009, 15:04

@ \m/: Wenn du etwas zur Bildungsoffensive beisteuern willst, sollten die Beiträge schon etwas umfangreicher sein und nach möglichkeit nicht wertend oder parteiisch.
Ich sehe da dann kein Problem, im Gegenteil, wäre gut wenn es über andere Religionen sowas auch gäbe.
Bei deiner Abneigung gegen den Islam, das Christentum und das Judentum halte ich es aber für unwahrscheinlich das du einen neutralen Beitrag zustande bekommst.
\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Do 25. Jun 2009, 16:04

misericordia hat geschrieben:Wie ich das leiden kann - den Sinn entstellende Stümmelzitate. Talmudverfälschungen sind so was von out! :blush:


Wenn ich an deiner Stelle wäre, hätte ich z.B.folgendermaßen argumentiert:

Die Todesstrafe ist im Judentum vollkommen unbedeutend, eher rein akademisch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion ... m_Judentum

Mir aber Talmudverfälschung vorzuwerfen, ist sehr unklug. Bei Wikipedia wird das Thema auf eine sehr sachliche Weise angesprochen:
Vereinzelte Steinigungen lassen sich bis in die semitische Vorzeit zurückverfolgen und wurden im Judentum bei solchen Verbrechen als Strafe angedroht, bei denen eine abschreckende Wirkung auf das Volk ausgeübt werden sollte. Dazu gehörten Gotteslästerung (3. Mose 24,16), Götzendienst (z. B. 5. Mose 17,5), Sabbatschändung (4. Mose 15, 35f.), Wahrsagerei (3. Mose 20,27), Ehebruch (Leviticus/Wajqra 20,10 und Deuteronomium/Debarijm 22,22) und Ungehorsam gegenüber den Eltern (5. Mose 21,21). Instruktiv ist hierfür 3. Buch Mose 24,14 ff, an welcher Stelle JHWH selbst zu Mose spricht:

Lass den Flucher, der den Namen des Herrn missbrauchte, vor das Lager hinausführen, und alle, die es gehört haben, sollen die Hände auf sein Haupt stützen, und dann soll ihn die ganze Gemeinde steinigen.

In späterer Zeit wurde die ursprüngliche Methode gemildert. Der Talmud erzählt, dass im Falle solcher todeswürdiger Verbrechen den Delinquenten vor der Hinrichtung ein Mittel eingegeben wurde, das sie betäubte.[1] Im talmudischen Judentum wird die Steinigung in der Mischna (Traktat Sanhedrin 7,2 ff.) erörtert:

VII 4 (a) Diese werden gesteinigt: Wer [seiner] Mutter beiwohnt, der Frau des Vaters, der Schwiegertochter, einem Mann oder einem Vieh beiwohnt, oder eine Frau, die einem Vieh beiwohnt, und ein Lästerer, wer Götzendienst treibt, wer von seinem Samen dem Moloch gibt, ein Totenbeschwörer, ein Wahrsager, wer den Sabbat entweiht, wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wer einem verlobten Mädchen beiwohnt, ein Verlocker, ein Verführer [zum Götzendienst], ein Zauberer und ein unbändiger oder widerspenstiger Sohn.

Rabbi Eleasar ben Asarja kritisierte jede Form von Todesstrafe, indem er einen Gerichtshof „mörderisch“ nannte, der nur einmal im Laufe von siebzig Jahren ein Todesurteil ausgesprochen hatte. Noch weiter gehen Rabbi Akiba und Rabbi Tarfon, von denen folgende Aussage überliefert ist: „Hätten wir im Synhedrion gesessen, wäre niemals ein Mensch hingerichtet worden.“

Wenn es dann doch zur Vollstreckung kam, war vorgeschrieben, dass die Hinrichtungsstätte außerhalb des Lagers bzw. der Stadt liegen musste, in einer solchen Entfernung, dass bis zur Hinausführung des Verurteilten Gelegenheit gegeben war, dass Dritte oder der Verurteilte selbst eine Wiederaufnahme des Verfahrens begehren und zudem verlangen konnten, nochmals vor das Richterkollegium geführt zu werden, um neue Anträge zur Abänderung des Todesurteils vorbringen zu können (Sanh. 6,1). Die Richter selbst mussten am Tage der Hinrichtung fasten (bSanh. 63 a).

http://de.wikipedia.org/wiki/Steinigung ... m_Judentum

misericordia hat geschrieben:Wenn ich hier nochmal so eine Scheiße lese, werde ich richtig sauer. :angry:


Dann solltest du aufpassen, daß du nicht übersäuerst! Es ist wirklich erstaunlich, daß du hier ebenso wie im Dschihadstrang versuchst, mit Hinweisen auf mildere Auslegungen aus dem Wust der Exegese eigenartige religiöser Riten als ungültig abzustempeln.
Natürlich wird im Judentum seit langem nicht mehr gesteinigt, doch das dürfte allgemein bekannt sein.

Ich finde es erstaunlich, daß du nicht darauf hinweist, warum der Talmud nicht bei allen Juden anerkannt ist.
\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Do 25. Jun 2009, 16:06

Wasteland hat geschrieben:@ \m/: Wenn du etwas zur Bildungsoffensive beisteuern willst, sollten die Beiträge schon etwas umfangreicher sein und nach möglichkeit nicht wertend oder parteiisch.
Ich sehe da dann kein Problem, im Gegenteil, wäre gut wenn es über andere Religionen sowas auch gäbe.
Bei deiner Abneigung gegen den Islam, das Christentum und das Judentum halte ich es aber für unwahrscheinlich das du einen neutralen Beitrag zustande bekommst.


Die bisherigen Beiträge waren doch nur zum Aufwärmen! :D
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon misericordia » Fr 26. Jun 2009, 10:55

\m/ hat geschrieben:Die Todesstrafe ist im Judentum vollkommen unbedeutend, eher rein akademisch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion ... m_Judentum

Mir aber Talmudverfälschung vorzuwerfen, ist sehr unklug.

Nein, es ist Tatsache, wie ich Gestern an Hand des Talmud nachgewiesen habe.
Dass es vor Jahrhunderten wenige Steinigungen gegeben hat und wer vielleicht alles davon Kenntnis haben könnte ändert nichts daran, dass Deine Angaben zu Tosefta Sanhedrin 7,2ff milde ausgedrückt verfälschend waren.

Dann solltest du aufpassen, daß du nicht übersäuerst! Es ist wirklich erstaunlich, daß du hier ebenso wie im Dschihadstrang versuchst, mit Hinweisen auf mildere Auslegungen aus dem Wust der Exegese eigenartige religiöser Riten als ungültig abzustempeln.

Das ist eine weitere Unterstellung, denn ich habe die Ahadith von Bucharry zum Djihad verlinkt und mich zu ihrer Bedeutung (da sahih) in der Ahlus Sunnah wal Jama'ah geäußert und keine Aussage darüber gemacht wie ich zum Thema Djihad stehe. :comfort:

Natürlich wird im Judentum seit langem nicht mehr gesteinigt, doch das dürfte allgemein bekannt sein.
Umso schlimmer, wenn Du es wissentlich falsch dargestellt hast. Obendrein in einem Strang, der für sich in Anspruch nehmen soll eine Bildungsoffensive zu sein. Wem hier was bekannt ist entzieht sich Deiner Kenntnis - vermittel Fakten und keine Falschdarstellungen mit der Ausrede "Ach, die Leute wissen doch wie es wirklich ist." Damit führst Du die Absicht einer Bildungsoffensive ad absurdum. :blush:

Ich finde es erstaunlich, daß du nicht darauf hinweist, warum der Talmud nicht bei allen Juden anerkannt ist.
Du hast hier doch eine Mission. Dann lass mal hören was Du darüber weißt, aber bleib bei der Wahrheit oder ich komm wieder vorbei und klopf Dir auf den Busch. :mrgreen:
\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Fr 26. Jun 2009, 15:01

Die Todesstrafe ist im Judentum vollkommen unbedeutend, eher rein akademisch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion ... m_Judentum


\m/ hat geschrieben:Mir aber Talmudverfälschung vorzuwerfen, ist sehr unklug.


misericordia hat geschrieben:Nein, es ist Tatsache, wie ich Gestern an Hand des Talmud nachgewiesen habe.
Dass es vor Jahrhunderten wenige Steinigungen gegeben hat und wer vielleicht alles davon Kenntnis haben könnte ändert nichts daran, dass Deine Angaben zu Tosefta Sanhedrin 7,2ff milde ausgedrückt verfälschend waren.


Was ist Tatsache und was hast du nachgewiesen? Gar nichts dergleichen hast du gemacht, du hast hier eifernd herumgesabbert!

Schauen wir einmal, was die Jewish Encyclopedia dazu schreibt, der du hoffentlich nicht "Talmudverfälschung " vorwerfen wirst, da ich ansonsten stark an deinem Geisteszustand zweifeln müsste!

Modes of Punishment.

Only in comparatively few instances is the particular mode of death incurred by the commission of a crime prescribed. Blasphemy, idolatry, Sabbath-breaking, witchcraft, prostitution by a betrothed virgin, or deceiving her husband at marriage as to her chastity (Deut. xxii. 21), and the rebellious son are, according to the Pentateuchal laws, to be punished with death by stoning; bigamous marriage with a wife's mother and the prostitution of a priest's daughter are punished byburning; communal apostasy is punished by the sword. With reference to all other capital offenses, the law ordains that the perpetrator shall die a violent death, occasionally adding the expression, "His (their) blood shall be upon him (them)." This expression, as we shall see presently, post-Biblical legislation applies to death by stoning. The Bible speaks also of hanging (Deut. xxi. 22), but, according to the rabbinical interpretation, not as a mode of execution, but rather of exposure after death (Sanh. vi. 4, 75b).

http://www.jewishencyclopedia.com/view. ... 8&letter=C

Wenn du ein kluges Kind gewesen wärst, dann hättest du mich darauf hingewiesen, daß die Steinigung mit der 12. Bitte, Verfluchung der Nazoräer (=Christen) und Minäer (=Häretiker) des Achtzehnbittgebetes faktisch "abrogiert" wurde.

Da ich wirklich keine Lust habe, auch über das Birkat ha-Minim zu diskutieren, dessen abartige Version erst auf das Drängen der Kirchenväter verändert wurde, zitiere ich wieder die Jewish Encyclopedia:

THE JEWISH ENCYCLOPEDIA

VOL. VIII

page 594


On the invitation of Gamaliel II., Samuel ha-Katan composed a prayer against the minim which was inserted in the “Eighteen Benedictions”: it is called “Birkat ha-Minim” and forms the twelfth benediction; but instead of the original “Nozerim” (= “Nazarenes”, see Krauss in “J. Q. R.” v. 55; comp. Bloch, “Die Institutionen des Judenthums,” i. 193) the present text has “we-la-malshinim” (=“and to the informers“). The use of this change in the text was, probably, the accusation brought by the Church Fathers against the Jews of cursing all the Christians under the name of the Nazarenes. It was forbidden to partake of meat, bread, and wine with the min. Scrolls of the Law, tefillin, and mezuzot written by a min were burned (Git. 45b; Yer. Shab. 14b; ‘Ab. Zarah 40b;. Shulhan ‘Aruk, Orah Hayyim, 39, 1; ib. Yoreh De‘ah, 281, 1). An animal slaughtered by a min was forbidden food (Hul. 13a). The relatives of the min were not permitted to observe the laws of mourning after his death, but were required to assume festive garments and rejoice (Sem. ii. 10; Yoreh De‘ah, 345). The testimony of the min was not admitted in evidence in Jewish courts (Shulhan ‘Aruk, Hoshen Mishpat, 34, 22); and an Israelite who found anything belonging to one who was a min was forbidden to return it to him (see Hoshen Mishpat, 266, 2).

http://www.come-and-hear.com/je/je_594.html
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon misericordia » Fr 26. Jun 2009, 16:28

Damit ich mich nicht wiederholen mus: viewtopic.php?p=572707#p572707
\m/

Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon \m/ » Fr 26. Jun 2009, 17:02

misericordia hat geschrieben:Damit ich mich nicht wiederholen mus: viewtopic.php?p=572707#p572707


Bevor du hier weiter wie angestochen herumtobst, könntest du mir doch bitte einmal zeigen wo und was ich verfälscht habe.

Natürlich wurde nach dem der Aufnahme des Birkat ha-Minim (meines Wissens) nicht mehr gesteinigt, nichtsdestotrotz ist die Erwähnung der Steinigung keine Talmudverfälschung!
Außerdem wurde ja trotzdem gegen die Häretiker (Minim) vorgegangen, z.B. gegen die, die die Lehren der Tannaiten (Tannaim) und den Talmud nicht anerkannten.

Mit Ausnahme Polens hatte die jüdische Gemeinde in keinem anderen Land größere Machtbefugnisse über die Juden oder benutzte sie - einschließlich der Todesstrafe - so rigoros in der Öffentlichkeit. Seit dem 11. Jahrhundert war es in Kastilien üblich, Karäer (Angehörige einer jüdischen Sekte) durch Auspeitschen bis zum Tode zu bestrafen, falls sie keine Reue zeigten. Jüdischen Frauen, die sich mit Nichtjuden einließen, schnitten Rabbiner die Nasen ab und erklärten dabei, daß "sie auf diese Weise ihre Schönheit verliert und der nichtjüdische Geliebte sie hassen wird". Juden, die die Unverfrorenheit hatten, einen jüdischen Richter anzugreifen, hackte man die Hände ab. Ehebrecher wurden, nachdem sie durch das jüdische Viertel Spießruten laufen mußten, ins Gefängnis gesteckt. Bei religiösen Disputen schnitt man vermeintlichen Häretikern die Zunge heraus.

http://www.arendt-erhard.de/deutsch/pal ... hichte.htm

Nun wirst du sicherlich erst einmal wild aufheulen, weil diese Strafen nicht im Strafkatolog des Judentums vorhanden sind!

Sicher nicht, aber im Neuen Testament der Christen steht schließlich auch nichts davon, daß man Häretiker verbrennen soll!
Zuletzt geändert von \m/ am Fr 26. Jun 2009, 17:06, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Jakow » Mi 8. Jul 2009, 10:27

Antidote hat geschrieben:Interessant ist, dass das Verbot einer aktiven und durch Menschenhand erfolgenden Errichtung des Staates Israel in den Anfängen des Zionismus nicht dem Glauben einer Minderheit (der Gläubigen), sondern dem der Mehrheit entsprach.

Genau genommen wird das auch heute noch in der Orthodoxie nicht anders gesehen. Allerdings muss man sich hier auch auf die Existens des Staates einlassen, welcher ja eben nicht mehr zu gründen ist. Und hier wird es kompliziert und vielfältig, denn selbst unter den Haredim gibt es Gruppen welche den Staat anerkennen und andere welche ihn ablehnen. Einige wenige sehen sogar in der Existenz des Staates Zeichen für das Kommen des Moschiachs, eine notwendig Vorexistenz für das kommende Israel.

Haredische Gruppen welche heute noch den Staat komplett ablehnen sind mittlerweile aber in der Minderheit, auch wenn Satmar die mit am schnellsten wachsende Gruppe ist.
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Jakow » Mi 8. Jul 2009, 10:31

\m/ hat geschrieben:Beginnen möchte ich dieses Thema mit den konservativen Orthodoxen, die in nichtjüdischen Kreisen meist Ultraorthodxe.
Viele dieser Haredi, wie sie auch genannt werden
Die von dir genannten Gruppen sind NICHT deckungsgleich, bzw. bezeichnen unterschiedliche Gruppierungen.

Davon abgesehen sind die Haredim im eigentlichen Sinn des Wortes auch keine Minderheit sondern integraler Bestandteil der Orthodoxie im Judentum. So verwischen alte Grenzen in der Orthodoxie immer zunehmender und meistens sind es dann nur noch traditionelle Regeln und nach welchen Rabbinern man sich richtet, welche hier innerhalb der Orthodoxie den Unterschied ausmachen.

Sinnvoller wäre es hier die Orthodoxie nach anderen Masstäben zu unterteilen. So wäre "Naturei Karta" hier eher eine Minderheit innerhalb der Orthodoxie.
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Re: Religiöse Minderheiten im Judentum

Beitragvon Jakow » Mi 8. Jul 2009, 10:33

\m/ hat geschrieben:Was natürlich ein ungeheurer Frevel ist für den strenggenommen im talmudischen Judentum die Steinigung steht!
So so, dann fällt es dir sicherlich nicht schwer, dass auch zu belegen? :roll:

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