Faszinosum Anderssexualität

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Uffhausen
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Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Uffhausen » So 21. Feb 2021, 12:31

Ich beziehe mich hiermit auf den Umstand, dass sich kürzlich 185 Schauspielende auf medialem Wege zu ihrer Anderssexualität öffentlich bekannt haben (#ACTOUT). Diesbezüglich schnappte ich vor einigen Tagen ein paar Fetzen eines Radiointerviews auf, wo eine Dame ihr Bedauern ausdrückte, dass derlei Mut, sich zu seiner Anderssexualität zu bekennen, leider immer noch nicht im Profi-Fußball zu erkennen ist. Seit einigen Tages wird wiederholt Kritik an Philipp Lahm geübt, der scheinbar in einem Interview zu seinem neuen Buch ausgesagt hatte, dass er aktiven Profi-Kickern von einem Outing abraten würde; offenbar, weil deswegen u. a. seitens der Fanschaft negatives Feedback drohen würde und die Konsequenzen bis hin zum generellen Karriereverlust gingen. Zudem habe er offenbar mangelnde Zivilcourage bzgl. der gesellschaftlicher Verteidigung von Anderssexuellen angeprangert, würde diese aber selbst mit seinem Abraten vermissen lassen.

Was ich mich nun frage ist: Was soll das ganze Theater eigentlich?

Ich persönlich bin mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Anderssexualität nichts besonderes ist, weil es ganz normal ist - und ich wurde mit dieser meiner Überzeugung, seitens der Andersexuellen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis auch immer bestätigt. Jedoch musste ich in den vergangenen Jahren bereits einige Freundschaften mit Anderssexuellen beenden oder einschlafen lassen, weil sie von mir (und anderen) verlangten, sie - nur weil sie eben anderssexuell sind - anders zu behandeln. Z. B. sollte ich ihnen ihr Mobbing ggü. ihren Mitmenschen durchgehen lassen, weil sie - aufgrund ihrer eigenen Mobbing-Erfahrungen aufgrund ihrer Anderssexualität - eher ein Anrecht auf ein derartiges Verhalten hätten, als Heterosexuelle. Oder man erwartete von mir (und anderen) eine generelle Bevorzugung, weil sie - als Anderssexuelle - eine berücksichtigenswerte Minderheit in unserer Gesellschaft darstellen. Ich habe mir deswegen einmal den eiskalten Vorwurf der Homophobie gefallen lassen müssen, nur weil ich einem schwulen Bekannten kein Geld leihen wollte - obgleich ich aussagte, dass ich generell an Niemanden Geld verleihen würde.

Für uns alle gelten dieselben gesellschaftlichen Spielregeln und die jeweiligen Sexualitäten dürfen dabei keinen Unterschied machen. Und ich meine eigentlich, genau darum geht es doch den Anderssexuellen im Grunde auch - sie wollen gesellschaftliche Normalität, Gleichstellung und Akteptanz trotz ihrer Anderssexualität.

Für mich persönlich nehme ich jedoch wahr, dass diesebzüglich etwas gegenteiliges im Entstehen ist: Nämlich, dass immer mehr Anderssexuelle von der Gesellschaft eine Sonderstellung für sich persönlich und Ihresgleichen erwarten - eben weil sie anders = und somit besonders sind.
Ich denke, einem Thomas Hitzlsperger kann man diesen Vorwurf nicht machen - Tatsache ist jedoch, dass ihm niemals eine derartige mediale Karriere vergönnt gewesen wäre, hätte er sich nicht als schwul geoutet. Dann wäre er einer von vielen Ex-Bundesliga-Profis und Nationalmannschaftspielern geblieben. Tatsache dürfte auch sein, dass er aufgrund dieser Entwicklung irgendwann als "schwuler Fußballer" in die Geschichte eingehen dürfte - und seine beruflichen Leistungen und Erfolge nebensächlich bleiben.

Es dürfte auch nicht zur Diskussion stehen, dass sich viele Anderssexuelle nur deswegen öffentlich über die Medien outen, um ihre Karrieren zu ermöglichen, bzw. zu erhalten. Sollten sie noch dazu prominent sein, haben sie dafür einen zusätzlichen Interessen-Bonus. Obgleich Prominent-Sein, bspw. im Sport oder der Schauspiel- und Musikbranche usw. in den heutigen Zeiten nicht mehr nötig ist; da man als gänzlich unbekannte oder unbegabte Person über die sozialen Medien bereits zu den Besserverdienden aufsteigen kann, sofern man dort genügend "Follower" an sich bindet = bspw. eben via Outing als anderssexuell.

Die Medien begreifen sich regelmäßig als Fürsprecher der Anderssexuellen und mahnen die Notwendigkeit von gesellschaftlicher Normalität, Gleichstellung und Akzeptanz für Anderssexuelle an. Aber bewirken die Medien - aufgrund ihres sensationslüsternen Umgangs mit prominenten Andersexuellen - nicht eher das Gegenteil? Tatsache dürfte sein, prominente Anderssexuelle haben besser Chancen auf Medienpräsenz, als prominente Heterosexuelle (diese müssen bspw. erstmal eine besondere Leistung erbringen). Klar, die Medien suchen nur das Drama bei Anderssexuellen, welches sie für Auflagen und Quoten gewinnbringend ausschlachten können, aber es ist dennoch eine offensichtliche und beabsichtigte Ungleichstellung der Sexualitäten = und zur Gänze widersprüchlich, wenn eben gleichzeitig Gleichstellung der Sexualitäten eingefordert wird.
(Das derlei unverkennbare Ungleichstellung bei gegenteiliger Forderung auch in anderen Bereichen und nicht nur durch bei den Medien zu finden ist, dürfte klar sein und sollte hier deswegen nicht extra angesprochen werden.)

Ich persönliche lehne dieses mediale Geoute im Namen der "guten Sache" ab - alles, was dabei rumkommt sind NAMEN und KÖPFE. Diese helfen den Anderssexuellen bzgl. gesellschaftlicher Normalität, Gleichstellung und Akzeptanz aber überhaupt nicht. Jodie Foster ist nicht Oscar-Preisträgerin geworden, weil sie lesbisch ist. Ricky Martin wurde kein weltweit erfolgreicher Popstar, weil er schwul ist. Thomas Hitzlsperger hat es nicht in die Bundesliga und Nationmannschaft geschafft, weil er schwul ist. Deren Erfolge sind gänzlich unabhängig von sexuellen Orientierungen entstanden. Sexualität wird überbewertet. Es wird zu viel darüber geredet - aber deswegen wird noch lange nicht verstanden.
Wer sich - bspw. medial - öffentlich an den Pranger stellt, der sollte auch damit rechnen, von der Öffentlichkeit angeprangert behandelt zu werden. Im Guten wie im Schlechten. Mit Anfeindungen von Unbelehrbaren ist immer zu rechnen - und, so falsch es auch klingen mag: Auch das ist ganz normal. Man sollte Unbelehrbaren aber nicht zusätzlich Futter für ihre Dummheit, ihren Hass und ihre Gewalt liefern (hier kann das auch auf andere Themenbereiche bezogen werden) = und genau das stellen diese medial inszenierten Outings von Prominenten für mich persönlich dar.

Wie sehr ihr das - sind Medien-Outings von anderssexuellen Prominenten von gesellschaftlicher Relevanz? Muss die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt werden, welche sexuelle Orientierung welcher Fußballer oder welche Schauspielerin auslebt? Ändert sich für euch etwas, wenn ihr erfahrt, der oder die Prominete ist anderssexuell? Ist Anderssexualität für euch "normal" oder etwas "Besonderes"? Und wo seht ihr die Gesellschaft bzgl. Normalisierung, Gleichstellung und Akzeptanz von Anderssexualität - geht es voran, geht es abwärts oder treten wir auf der Stelle?
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Billie Holiday
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Billie Holiday » So 21. Feb 2021, 12:53

Die älteste Freundin meiner Mutter, mittlerweile fast 80, lebt seit den 70ern offen lesbisch in einem Mehrfamilienhaus mit vielen Migrantenfamilien und ein paar deutschen Nachbarn. Ohne große Probleme.
Ich kenne seit meiner Kindheit Schwule und Lesben, es ist nichts, das mich irgendwie stört, beeindruckt, worüber ich mir sehr viele Gedanken mache.
Ich erlebe auch keine Homophobie in meinem Umfeld. Zwei männliche Kollegen sind mit ihren Männern verheiratet, sie hängen es nicht an die große Glocke, verschweigen es aber auch nicht, da irrelevant für ihren Job. Der eine hat ein Foto von sich und seinem Mann auf dem Schreibtisch stehen.

Meine ältere Tochter ist bisexuell. Mir ist wichtig, dass sie glücklich ist. Dazu braucht es einen liebenden Menschen, nicht zwingend einen Mann.

Die 185 Outer rennen bei mir offene Türen ein. Mir ist es völlig latte, wen sie lieben und wen nicht.
Sie machen sich interessanter, als sie eigentlich sind.

Da viele Fußballfans eh primitive Affen sind, glaub ich gern, dass da auch noch Homophobie hinzukommt.

Im Kunstbetrieb kann ich es mir nicht wirklich vorstellen. Ich dachte, da tummelt sich der Intellekt?

In meinem Alltag gibt es so gut wie keine Homophobie, die Leute haben echt andere Sorgen, Probleme und Ängste.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon oga » So 21. Feb 2021, 18:14

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 12:53)

Sie machen sich interessanter, als sie eigentlich sind.

Mit Erfolg. :D

I guess I should warn you, if I turn out to be particularly clear, you've probably misunderstood what I've said.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Ebiker » So 21. Feb 2021, 18:29

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 12:53)



Die 185 Outer rennen bei mir offene Türen ein. Mir ist es völlig latte, wen sie lieben und wen nicht.
Sie machen sich interessanter, als sie eigentlich sind.



Der hier hat die richtige Ansage gemacht

https://twitter.com/nbc/status/1214008610667155456
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Teeernte » So 21. Feb 2021, 18:44

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 12:53)

Im Kunstbetrieb kann ich es mir nicht wirklich vorstellen. Ich dachte, da tummelt sich der Intellekt?

In meinem Alltag gibt es so gut wie keine Homophobie, die Leute haben echt andere Sorgen, Probleme und Ängste.


Some like it hot....Osgood zu Daphne .... „Well, nobody’s perfect!“ 1959 erschienen.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Sungawakan » So 21. Feb 2021, 18:59

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 12:53)


In meinem Alltag gibt es so gut wie keine Homophobie, die Leute haben echt andere Sorgen, Probleme und Ängste.


Mit der Aussage komme ich jetzt nicht klar. In meinem Umfeld gibt es keinen Rassismus, gibt es deswegen jetzt keinen Rassismus?

In meinem Umfeld gibt es keinen Antisemitismus, gibt es jetzt keinen Antisemitismus?

In meinem Umfeld gibt es keine Homophobie (ich bin selbst schwul), gibt es deshalb keinen Schwulenhass? Nebenbei gesagt würde ich jetzt für mich auch nicht damit hausieren gehen, die die es wissen sollten, wissen es und alle anderen geht es schlicht nichts an. Andererseits kann ich die Künstler durchaus verstehen, dass sie auf ihre Probleme öffentlich hinweisen, da es diese ja anscheinend doch gibt.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Billie Holiday » So 21. Feb 2021, 19:00

Ebiker hat geschrieben:(21 Feb 2021, 18:29)

Der hier hat die richtige Ansage gemacht

https://twitter.com/nbc/status/1214008610667155456


:thumbup: Ich mag ihn sehr. Mein Lieblings-Atheist. Böööse.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Fliege » So 21. Feb 2021, 19:02

Ebiker hat geschrieben:(21 Feb 2021, 18:29)

Der hier hat die richtige Ansage gemacht

https://twitter.com/nbc/status/1214008610667155456

Das Tonstück ist ja durchzensiert!
Was passiert da in den USA?
Fake-News-Bügelmaschine: "Glauben Sie nicht den Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen". — Don Alphonso: "2021 wird ein scheußliches Jahr".
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Billie Holiday » So 21. Feb 2021, 19:08

Sungawakan hat geschrieben:(21 Feb 2021, 18:59)

Mit der Aussage komme ich jetzt nicht klar. In meinem Umfeld gibt es keinen Rassismus, gibt es deswegen jetzt keinen Rassismus?

In meinem Umfeld gibt es keinen Antisemitismus, gibt es jetzt keinen Antisemitismus?

In meinem Umfeld gibt es keine Homophobie (ich bin selbst schwul), gibt es deshalb keinen Schwulenhass? Nebenbei gesagt würde ich jetzt für mich auch nicht damit hausieren gehen, die die es wissen sollten, wissen es und alle anderen geht es schlicht nichts an. Andererseits kann ich die Künstler durchaus verstehen, dass sie auf ihre Probleme öffentlich hinweisen, da es diese ja anscheinend doch gibt.


Ich habe nicht gesagt, dass es sowas nicht gibt. Na klar gibt es alles Schlimme in der Welt.
Dafür, dass ich in keiner hippen, weltoffenen Großstadt lebe, erlebe ich eine ganze Menge Toleranz und Gleichgültigkeit, was die Sexualität anderer Leute betrifft. Es scheint hier kaum jemanden zu jucken.

Dass nun ausgerechnet Künstler in einem links-intellektuellen, künstlerischen Umfeld zu kämpfen haben, überrascht mich sehr.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Selina » So 21. Feb 2021, 19:14

Es ist schon schlimm, wenn sich Fußballer nicht wagen, sich als homosexuell zu outen. Was müssen das nur für Verhältnisse in diesem "System Fußball" sein, wo man Angst haben muss, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen? Entsetzliche Verhältnisse. Es geht um Macht, um Geld, um falschen unsäglichen Korps­geist. Da passen Lesben und Schwule offenbar nicht rein. Daher verbergen sie ihre Homosexualität. Immer noch! Mittelalterliche Zustände.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Ebiker » So 21. Feb 2021, 19:18

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:08)

Ich habe nicht gesagt, dass es sowas nicht gibt. Na klar gibt es alles Schlimme in der Welt.
Dafür, dass ich in keiner hippen, weltoffenen Großstadt lebe, erlebe ich eine ganze Menge Toleranz und Gleichgültigkeit, was die Sexualität anderer Leute betrifft. Es scheint hier kaum jemanden zu jucken.

Dass nun ausgerechnet Künstler in einem links-intellektuellen, künstlerischen Umfeld zu kämpfen haben, überrascht mich sehr.


Herrgott, die wollen einfach mehr Rollen. Kennt man ja, am Besten ne Quote einführen.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Sungawakan » So 21. Feb 2021, 19:20

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:08)

Ich habe nicht gesagt, dass es sowas nicht gibt. Na klar gibt es alles Schlimme in der Welt.
Dafür, dass ich in keiner hippen, weltoffenen Großstadt lebe, erlebe ich eine ganze Menge Toleranz und Gleichgültigkeit, was die Sexualität anderer Leute betrifft. Es scheint hier kaum jemanden zu jucken.

Dass nun ausgerechnet Künstler in einem links-intellektuellen, künstlerischen Umfeld zu kämpfen haben, überrascht mich sehr.


Mich nicht, im links-liberalen Milieu findet man die größten Heuchler, auch habe ich erlebt, dass Katholiken Homosexuellen aufgeschlossener sind als Protestanten, insbesondere wenn diese dann noch irgendwelchen Freikirchen angehören. Also anders, als die Welt zu glauben meint.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Billie Holiday » So 21. Feb 2021, 19:23

Selina hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:14)

Es ist schon schlimm, wenn sich Fußballer nicht wagen, sich als homosexuell zu outen. Was müssen das nur für Verhältnisse in diesem "System Fußball" sein, wo man Angst haben muss, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen? Entsetzliche Verhältnisse. Es geht um Macht, um Geld, um falschen unsäglichen Korps­geist. Da passen Lesben und Schwule offenbar nicht rein. Daher verbergen sie ihre Homosexualität. Immer noch! Mittelalterliche Zustände.


Gibt es eigentlich heterosexuelle Fußballerinnen? :D Lesben sind ganz gut gelitten, da hat wohl jeder Mann erotische Bilder im Kopf.

Ich würde mich als Fußballer nicht outen, aber als Künstler? Schon in den 80ern kam keine Talkrunde ohne einen Schwulen aus. Deshalb bin ich sehr überrascht, dass Künstler sich noch großartig outen müssen bzw. in einem feindlichen Umfeld arbeiten müssen.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Ebiker » So 21. Feb 2021, 19:27

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:23)

Gibt es eigentlich heterosexuelle Fußballerinnen? :D Lesben sind ganz gut gelitten, da hat wohl jeder Mann erotische Bilder im Kopf.

Ich würde mich als Fußballer nicht outen, aber als Künstler? Schon in den 80ern kam keine Talkrunde ohne einen Schwulen aus. Deshalb bin ich sehr überrascht, dass Künstler sich noch großartig outen müssen bzw. in einem feindlichen Umfeld arbeiten müssen.


Ein Kollege ist mit einer Fußballerin vom CZ Jena zusammen, also ja.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Teeernte » So 21. Feb 2021, 19:29

Selina hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:14)

Es ist schon schlimm, wenn sich Fußballer nicht wagen, sich als homosexuell zu outen. Was müssen das nur für Verhältnisse in diesem "System Fußball" sein, wo man Angst haben muss, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen? Entsetzliche Verhältnisse. Es geht um Macht, um Geld, um falschen unsäglichen Korps­geist. Da passen Lesben und Schwule offenbar nicht rein. Daher verbergen sie ihre Homosexualität. Immer noch! Mittelalterliche Zustände.


DAS kann MANN® (TM) :D :D :D nur erfahren - wenn man in einer Reihe steht, den Kollegen raustut - und ein anderer das gute Stück auch mal halten möchte - ohne zu fragen.

Also ich dusch gern Gemischt. Wenn klar ist wer wem an den Eumel fassen will - und da pass ich auf dass das nur Mädels sind.

Wann hast Du das letzte mal mit einer Männer - Fussballmannschaft geduscht ? :D :D :D

Nun ists raus - die gehen dann sicher in nem anderen Timeslot duschen.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Teeernte » So 21. Feb 2021, 19:30

Billie Holiday hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:23)

Gibt es eigentlich heterosexuelle Fußballerinnen? .


...ja ...auch bei den Soldatinnen... >> klinisch getestet !
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Billie Holiday » So 21. Feb 2021, 19:35

Selina hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:14)

Es ist schon schlimm, wenn sich Fußballer nicht wagen, sich als homosexuell zu outen. Was müssen das nur für Verhältnisse in diesem "System Fußball" sein, wo man Angst haben muss, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen? Entsetzliche Verhältnisse. Es geht um Macht, um Geld, um falschen unsäglichen Korps­geist. Da passen Lesben und Schwule offenbar nicht rein. Daher verbergen sie ihre Homosexualität. Immer noch! Mittelalterliche Zustände.


Oh, dein Mitgefühl für schwerreiche Millionäre und Kapitalisten, die Porsche u.a. fahren, ist aber nett. :) Bestimmt meinst du schwarze und südländische Fußballer und keine bösen, weißen Männer?
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Billie Holiday » So 21. Feb 2021, 19:39

Ebiker hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:27)

Ein Kollege ist mit einer Fußballerin vom CZ Jena zusammen, also ja.


Das war ein Scherz, selbstverständlich gibt es hetero- und homosexuelle Sportlerinnen. :rolleyes:
Die dürften etwas weniger Probleme haben als Schwule.
Ich weiß nicht, was die Leute für ein Problem haben. Vielleicht ist ja etwas dran an der These, dass Schwulenhasser selbst schwul sind und das verbergen müssen. Da hat wohl schon der Vater gegen Schwule gehetzt.
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Uffhausen » So 21. Feb 2021, 20:03

Selina hat geschrieben:(21 Feb 2021, 19:14)

Es ist schon schlimm, wenn sich Fußballer nicht wagen, sich als homosexuell zu outen. Was müssen das nur für Verhältnisse in diesem "System Fußball" sein, wo man Angst haben muss, sich zu seinem Schwulsein zu bekennen? Entsetzliche Verhältnisse. Es geht um Macht, um Geld, um falschen unsäglichen Korps­geist. Da passen Lesben und Schwule offenbar nicht rein. Daher verbergen sie ihre Homosexualität. Immer noch! Mittelalterliche Zustände.

Warum findest es schlimm, wenn ein Mensch, der zufällig gutverdienender Profi-Fußballer ist, sich nicht öffentlich zu seinen sexuellen Vorlieben bekennen will? Ich finde sowas sogar sehr selberverständlich - weil: Warum hat das jemand zu interessieren, wen hat das etwas anzugehen und was wäre damit erreicht? Geht es im Profi-Fußball überhaupt um Sexualität? :?:

Freilich, seinem ganz privaten/beruflichen Umfeld sollte/könnte sich dieser Mensch schon outen - aber warum allen anderen auch? :s

Ja, im Profi-Fußball sollte es eigentlich um Sport, Spiel und Spaß gehen - stattdessen dreht sich alles nur noch um Geld, Macht und allgemeinen Regelbruch...

Der Profi-Fußball hat weitaus gesellschaftlich relevantere Probleme, die unbedingt angegangen werden sollten, als "Outing-Verweigerung"! :rolleyes:
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Re: Faszinosum Anderssexualität

Beitragvon Selina » So 21. Feb 2021, 20:08

Uffhausen hat geschrieben:(21 Feb 2021, 20:03)

Warum findest es schlimm, wenn ein Mensch, der zufällig gutverdienender Profi-Fußballer ist, sich nicht öffentlich zu seinen sexuellen Vorlieben bekennen will? Ich finde sowas sogar sehr selberverständlich - weil: Warum hat das jemand zu interessieren, wen hat das etwas anzugehen und was wäre damit erreicht? Geht es im Profi-Fußball überhaupt um Sexualität? :?:

Freilich, seinem ganz privaten/beruflichen Umfeld sollte/könnte sich dieser Mensch schon outen - aber warum allen anderen auch? :s

Ja, im Profi-Fußball sollte es eigentlich um Sport, Spiel und Spaß gehen - stattdessen dreht sich alles nur noch um Geld, Macht und allgemeinen Regelbruch...

Der Profi-Fußball hat weitaus gesellschaftlich relevantere Probleme, die unbedingt angegangen werden sollten, als "Outing-Verweigerung"! :rolleyes:


Es geht nicht um "Outing-Verweigerung". Selbstverständlich ist das jedem selbst überlassen, sich zu outen oder nicht. Wer die Debatten aber aufmerksam verfolgt, so gibt es doch einen Grund bzw. mehrere Gründe, warum Fußballern empfohlen wird, Homosexualität in diesen Kreisen lieber zu verheimlichen. Wichtiger wäre es also, sich diese Kreise, diese verlogenen Umstände genauer anzuschauen, nicht die homosexuellen Spieler.
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