Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

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Billie Holiday
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 13. Okt 2021, 07:23

JJazzGold hat geschrieben:(13 Oct 2021, 06:57)


Das gehört zu den Sendungen, die ich nie gesehen habe.
Ist das Woke und Quote angepasst?
Ohne Zöpfchen, Khol Lidstrich und Accessoires, die sich die böse, alte weiße Frau ohne zu fragen und zu bitten angeeignet hat?


Man muß sich nichts aneignen…weiße Hautfarbe reicht, um für immer das Qualitätsmerkmal böse verpasst zu bekommen. :D Scheint vielen Weißen zu gefallen. Ist vielleicht cool, wer weiß.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon JJazzGold » Mi 13. Okt 2021, 08:05

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Oct 2021, 07:23)

Man muß sich nichts aneignen…weiße Hautfarbe reicht, um für immer das Qualitätsmerkmal böse verpasst zu bekommen. :D Scheint vielen Weißen zu gefallen. Ist vielleicht cool, wer weiß.



Erbsünde geprägt. :D

Jetzt mal ernsthaft. Wenn sich Jedermann und -frau nur noch eigener indigener Mittel bedienen darf, von Kopf bis Fuß bis Ambiente, dann kommt das für mich einem oktroyierten ausgeprägtem Nationalismus schon sehr nahe. Nur so weit denken die Woke Jünger nicht.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 13. Okt 2021, 08:06

JJazzGold hat geschrieben:(13 Oct 2021, 06:57)


Das gehört zu den Sendungen, die ich nie gesehen habe.
Ist das Woke und Quote angepasst?
Ohne Zöpfchen, Khol Lidstrich und Accessoires, die sich die böse, alte weiße Frau ohne zu fragen und zu bitten angeeignet hat?

Khol - was ist das? Zur besagten Sendung kann ich auch nicht viel sagen. Denke, sie hatte mal was mit Heidi Klum zu tun.
Und jener Bruce war auch mal in diesem Talentschuppen (DSDS) mit Dieter Bohlen, wenn ich nicht irre.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 13. Okt 2021, 08:31

Rechtsanwalt ist schockiert - privater Verein sperrt unter Umgehung der Gerichte Webseiten.

RA Solmecke ist nicht irgendwer, er wird sogar in Wiki zum Thema angeführt, neben einigen Politikern.
Rechtsanwalt Christian Solmecke verglich die Zensur mit der Internetzensur in der Volksrepublik China und sah dies als Gefahr für ein freies Internet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Clearings ... m_Internet



Die CUII (Geschäftsstelle innerhalb des Vereins Selbstregulierung Informationswirtschaft e. V.) entscheidet praktisch, was in ihren Augen böse ist und lässt das dann vom Netz nehmen.
Der Clou - es gibt keine Anhörung, keine Transparenz und keine Gerichtsverfahren.
Früher hat man das anders gemacht, aber das ist natürlich aufwendig und mit dem Risiko verbunden, vor Gericht zu unterliegen. Jetzt geht es halt anders.

RA Solmecke stellt zu recht die Frage, wo das dann enden soll.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Okt 2021, 09:12

JJazzGold hat geschrieben:(12 Oct 2021, 18:13)Oh je, wer ist Bruce Darnell? Müsste ich den kennen?

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Oct 2021, 21:45)Ja Gott. Wer um alles in der Welt ist "Bruce Damell". Ich hab diiesen Namen noch nie gehört.

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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 13. Okt 2021, 09:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:12)

Ihr Banausen :D Bruce ist der Beste!


Drama, Baby!
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon JJazzGold » Mi 13. Okt 2021, 09:34

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Oct 2021, 08:06)

Khol - was ist das? Zur besagten Sendung kann ich auch nicht viel sagen. Denke, sie hatte mal was mit Heidi Klum zu tun.
Und jener Bruce war auch mal in diesem Talentschuppen (DSDS) mit Dieter Bohlen, wenn ich nicht irre.


Ach so, danke, den muss ich nicht kennen. :)

Khol - islamisch, Lidstrich für Männer
Kohl - arabisch, Lidstrich für Frauen
Kajal - hinduistisch, Lidstrich für Frauen und Göttinnen ;)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon JJazzGold » Mi 13. Okt 2021, 09:35

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:12)

Ihr Banausen :D Bruce ist der Beste!


In was?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Michael_B » Mi 13. Okt 2021, 09:45

Die 79-jährige Elke Heidenreich hat mir gestern bei Lanz aus der Seele gesprochen. Jeder kann gendern, aber sie macht das nicht mit. Man muss auch nicht wegen allem und jedem beleidigt sein, z.B. wenn jemand einen farbigen fragt, wo er herkommt. Ist ja nicht von Haus aus böse gemeint, sondern kann auch ganz normal von Interesse an dem Menschen zeugen. Wäre ja blöd, wenn man sich bei PoC gar nicht mehr traut, irgendetwas zu fragen.

Das ist auch meine Meinung. Echte Diskriminierung ist natürlich großer Mist und muss bekämpft werden. Diese Sprachpolizei geht aber zu weit.

Zudem: Imho ist man erst richtig akzeptiert und integriert, wenn man auch mal einen blöden Spruch oder ein Späßchen gegen sich ERTRÄGT/ aushalten kann.

Die PoCs sind doch sicher nicht allesamt Memmen und Schwächlinge, die jeder Spruch in die Depression treibt.

Klar, mittlerweile weiß jeder Depp, das man dies oder das besser nicht sagt. Da hatte Woke eine gute Funktion. Aber wenn es mal rausrutscht, ist es kein Beinbruch.
Jetzt ist langsam auch mal gut.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 13. Okt 2021, 09:54

JJazzGold hat geschrieben:(13 Oct 2021, 08:05)

Erbsünde geprägt. :D

Jetzt mal ernsthaft. Wenn sich Jedermann und -frau nur noch eigener indigener Mittel bedienen darf, von Kopf bis Fuß bis Ambiente, dann kommt das für mich einem oktroyierten ausgeprägtem Nationalismus schon sehr nahe. Nur so weit denken die Woke Jünger nicht.

Das ist vollkommen richtig. Nur: es gibt doch zahlreiche, in der Regel politisch denkende Menschen, die diese Widersprüchlichkeiten durchschauen. Nicht umsonst ist der Begriff "linke Identitätspolitik" entstanden. Ich weiß nicht, ob sich das so allgemein sagen lässt ... aber ich habe manchmal den Eindruck, die Gesamtheit sämtlicher politischer Bewegungen, die sich in irgendeiner Art selbst als irgendwie "links" sehen ... zerlegt sich gerade selbst in dieser Frage "linke Identitätspolitik". Wagenknecht gegen De Maso nur als Beispiel.

Nach meiner Ansicht ist und bleibt "Herkunft" ein durch und durch rechter Begriff. Und linke Politik ist grundsätzlich nur mit einem universalistischen Menschenbild machbar.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 13. Okt 2021, 09:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:54)

Das ist vollkommen richtig. Nur: es gibt doch zahlreiche, in der Regel politisch denkende Menschen, die diese Widersprüchlichkeiten durchschauen. Nicht umsonst ist der Begriff "linke Identitätspolitik" entstanden. Ich weiß nicht, ob sich das so allgemein sagen lässt ... aber ich habe manchmal den Eindruck, die Gesamtheit sämtlicher politischer Bewegungen, die sich in irgendeiner Art selbst als irgendwie "links" sehen ... zerlegt sich gerade selbst in dieser Frage "linke Identitätspolitik". Wagenknecht gegen De Maso nur als Beispiel.

Nach meiner Ansicht ist und bleibt "Herkunft" ein durch und durch rechter Begriff. Und linke Politik ist grundsätzlich nur mit einem universalistischen Menschenbild machbar.


Also, manchmal kommt schon geballter Unsinn von dir.
Herkunft ist ein rechter Begriff?
Ist normalerweise die erste Frage, die gestellt wird.
Von normalen Menschen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 13. Okt 2021, 09:57

JJazzGold hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:35)

In was?

...in Choreografie. Er bringt Models die nötige Dramatik bei.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Ammianus » Mi 13. Okt 2021, 11:39

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:54)

...

Nach meiner Ansicht ist und bleibt "Herkunft" ein durch und durch rechter Begriff.

...



Dann bin ich jetzt mal voll die Nazisau und gebe Information über die "Herkunft" dreier meiner Ahnenlinie:

1. Die Leute, die vor über 10 000 Jahren dem sich zurückziehenden Gletschern der letzten Eiszeit folgten.

2. Die Leute, die in der 2. Hälfte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung aus dem Osten über Oder und Neiße kamen.

3. Die Leute, die sich seit der Römerzeit aus dem östlichen Ende des mediterranen Raumes auf den Weg hierher machten. Na ja, die kamen mit den Leuten (also sogar 4 Herkünfte) aus dem Westen im Hochmittelalter, die dann den Raum östlich der Elbe ...

... wobei, ganz im Südosten war es sogar noch etwas früher ...

Mein Gott, ist das anstrengend ein totaler durch und durcher Rechtsaußen zu sein ...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Mi 13. Okt 2021, 12:19

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:54)
Und linke Politik ist grundsätzlich nur mit einem universalistischen Menschenbild machbar.


Nein, die Praxis sieht anders aus. Sowohl bei der Linken in den USA, die im Augenblick praktisch die Klassiker der neuen Identitätspolitik sind, sowie auch bei vielen linken Regimen, die ihre Defizite der Praxis oft genug durch chauvinistisch-nationalistische Töne auszugleichen versuchen.

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:54)
Nach meiner Ansicht ist und bleibt "Herkunft" ein durch und durch rechter Begriff.


Nun ja, es kommt nun darauf an, was Sie hier eigentlich ausdrücken wollen. Zukunft braucht Herkunft hieß ein Essay Odo Marquards, und es ist sehr die Frage, ob ein Staat, dessen Menschen keine Geschichte haben wollen, tatsächlich tragfähig wäre. Und darum geht es ja bei Herkunft auch: Sich der eigenen Geschichte, also den Bedingungen des Gewordenen bewusst zu sein. Alles andere wäre halt Nihilismus in Reinform, denn, wie ich neulich schrieb, Individualisierung ist ja nichts anderes als ein gesellschaftlicher Ausdifferenzierungsprozess. Und ohne Herkunft versteht dann auch keiner sich selbst oder einen anderen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 13. Okt 2021, 13:00

"Herkunft" ist dann ein rechter Begriff, wenn er eingesetzt wird, um andere herabzusetzen. Beispiel: Jemand kommt etwa aus Bulgarien und wird allein schon deshalb geringer geschätzt als ein Deutscher. Oder ein Vietnamese wird zum "Fidschi"... Kann man endlos fortsetzen die Reihe. Mich stört immer die nationalistische Arroganz dabei. Motto: Der und der kommt von dort und dort und ist schon deshalb "weniger wert". Typisch für Rechtsaußen-Denken.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Ammianus » Mi 13. Okt 2021, 13:24

Um mal so richtig tu quoque draufzusetzen:

Brille oder weiche Hand,
das war dein Ende im roten Kambodschaland ...

Hattest du gar ein Klavier,
warf man es bei Mao durchs Fenster vor die Tür ...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Mi 13. Okt 2021, 13:32

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 13:00)

"Herkunft" ist dann ein rechter Begriff, wenn er eingesetzt wird, um andere herabzusetzen. Beispiel: Jemand kommt etwa aus Bulgarien und wird allein schon deshalb geringer geschätzt als ein Deutscher. Oder ein Vietnamese wird zum "Fidschi"... Kann man endlos fortsetzen die Reihe. Mich stört immer die nationalistische Arroganz dabei. Motto: Der und der kommt von dort und dort und ist schon deshalb "weniger wert". Typisch für Rechtsaußen-Denken.


Und wenn man einfach wissen will, woher jemand kommt?
Ist das undenkbar, dass das von Interesse sein kann?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Michael_B » Mi 13. Okt 2021, 14:15

Selina hat geschrieben:(13 Oct 2021, 13:00)

"Herkunft" ist dann ein rechter Begriff, wenn er eingesetzt wird, um andere herabzusetzen. Beispiel: Jemand kommt etwa aus Bulgarien und wird allein schon deshalb geringer geschätzt als ein Deutscher. Oder ein Vietnamese wird zum "Fidschi"... Kann man endlos fortsetzen die Reihe. Mich stört immer die nationalistische Arroganz dabei. Motto: Der und der kommt von dort und dort und ist schon deshalb "weniger wert". Typisch für Rechtsaußen-Denken.


Bingo.
Kommt auch auf den Tonfall an.
Wenn einer freundlich interessiert fragt: Woher kommen Sie? Ist das was anderes, als wenn ein Skinhead höhnisch fragt: Haha, wo kommst Duuuuuuu denn her?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Mi 13. Okt 2021, 14:37

Michael_B hat geschrieben:(13 Oct 2021, 14:15)

Bingo.
Kommt auch auf den Tonfall an.
Wenn einer freundlich interessiert fragt: Woher kommen Sie? Ist das was anderes, als wenn ein Skinhead höhnisch fragt: Haha, wo kommst Duuuuuuu denn her?

Der Skinhead klingt reichlich antiquiert, und letztlich spielen solche Einlassungen auch nicht die große Rolle für die Frage nach dem Begriff der Herkunft, von dem sich letztendlich keiner ohne Gewalt wirklich freimachen kann. Die eigene Herkunft gehört nun einmal zum Individuum und seiner Sozialisierung - zum Skinhead ebenso wie zum Linksidentitären, zum Kollektivisten ebenso wie zum Radikalindividualisten.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Selina » Mi 13. Okt 2021, 14:48

Keoma hat geschrieben:(13 Oct 2021, 13:32)

Und wenn man einfach wissen will, woher jemand kommt?
Ist das undenkbar, dass das von Interesse sein kann?


Nein, natürlich nicht. Solange die Herkunft nicht das Einzige ist, was einen am anderen interessiert, ist das doch völlig ok. Und selbstverständlich gehört die Herkunft zur Sozialisation des Menschen mit dazu, genauso, wie Elternhaus, Familie, Beruf, Freundeskreis, Bildung, Hobbies dazu gehören. Ich würde nur niemals jemanden auf seine Herkunft reduzieren wollen.
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