Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

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Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Mi 30. Dez 2020, 17:41

Ich bin auf einen schönen Artikel auf der Seite der IPG gestoßen.

Hier stellt Sandra Kostner wunderbar dar, was es mit der Woke-Bewegung in den USA auf sich hat. Diese liefert die Grundlage für die Cancel Culture und ist mE ein viel weitgreifenderer Trend, als dass man sie auf die USA beschränken würde (daher die Plazierung hier im Gesellschaftsforum).

In dem Artikel wird eindringlich beschrieben, was die Woke-Bewegung ist. Die Autorin lässt dabei keine Unklarheiten darüber aufkommen, wie sie selber diese Bewegung sieht.
Dass die Vorstellung allmächtiger weißer Strukturen trotz dieser offensichtlichen empirischen Schwächen gerade von Studierenden und Hochschulabsolventen vertreten wird, ist ein Ergebnis der Ausbreitung der Critical Race Theory an den Universitäten. Die Vertreter der Critical Race Theory zeichneten sich von Anbeginn durch die Neigung aus, auf faktenbasierte Argumente, die ihrer Theorie widersprechen, nicht mit Gegenargumenten zu reagieren, sondern die Person, die sie vorbringt, mit dem Mittel der moralischen Diskreditierung sozial auszugrenzen. Damit haben sie die Grundlagen für die heutzutage um sich greifende „Cancel Culture“ – eine „Kultur“, die radikal Andersdenkende ausgrenzt – gelegt, die vor circa zehn Jahren an den Universitäten ihren Ausgang nahm, aber inzwischen auch die Medien und den Kulturbetrieb erfasst hat.

Die Vorantreiber der „Cancel Culture“ betrachten Andersdenkende nicht als legitime Diskursteilnehmer. Selbst wer die Meinungsfreiheit als Menschenrecht und als notwendige Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie verteidigt, wird vom moralischen Furor der Cancel-Culture-Aktivisten erfasst. Aus Sicht der Aktivisten ist die Ausgrenzung Andersdenkender notwendig, um Rassismus auszumerzen. Dabei gilt die Formel: Alles, was von Aktivisten als rassistisch gedeutet wird, ist rassistisch.
...
In den USA hat auf der linken Seite des politischen Spektrums in den letzten Jahrzehnten ein regelrechtes Mainstreaming dieses identitätspolitischen Denkens stattgefunden. Dementsprechend verlagerte sich das Ziel linker Gleichstellungspolitik sukzessive von gleichen Chancen, für deren Erreichung Weiße und Schwarze gemeinsam die Verantwortung tragen, hin zur Abschaffung weißer Privilegien, wofür allein Weiße zuständig sind.

Ablesbar ist diese Zielverlagerung nicht zuletzt an der in den letzten Jahren stark gewachsenen Zahl an Programmen und Workshops, mit denen Institutionen ihr schuldbehaftetes Weißsein überwinden möchten. Beispielhaft sei hier die Stadt Seattle genannt, die kürzlich für ihre weißen Mitarbeiter einen Workshop veranstaltete, der den aufschlussreichen Titel „Interrupting Internalized Racial Superiority and Whiteness“ trug. Den weißen Mitarbeitern wurde beigebracht, dass internalisierte weiße Überlegenheit Perfektionismus, Individualismus, Intellektualisierung und Objektivität umfasst. Zudem wurde ihnen nahegelegt, diese Eigenschaften dadurch zu überwinden, dass sie Beziehungen zu anderen Weißen beenden und die Kontrolle über das Land sowie ihre „garantierte körperliche Sicherheit“ aufgeben.
https://www.ipg-journal.de/regionen/glo ... ehne-4501/

In meinen Augen bewegt sich das schon näherungsweise in die Richtung einer Gehirnwäsche, wenn also als Fakt vorausgesetzt wird, dass ein System rassistisch sei, und den Mitarbeitern Wege aus ihrem ethnisch bedingten Rassismus aufgezeigt werden.

Letztendlich lässt sich aus dieser radikalen Bewegung auch ein Teil der Gegenbewegung erklären, die offensichtlich das Trump-Lager stärkt:
Ein besonders radikaler Teil der Aktivisten hält noch nicht einmal mehr die politischen Grundwerte der USA, also Freiheit, Gleichheit, Demokratie und Rechtsstaat, für erhaltenswert. Für sie sind das in Sünde geborene Werte, weil die US-Verfassung zu einem Zeitpunkt in Kraft trat, als Sklaverei und Rassismus weitverbreitet waren. Ein anderer radikaler Teil der Aktivisten will die Grundwerte nicht gänzlich über Bord werfen, aber er will sie an die eigene identitätspolitische Agenda anpassen. Konkret: Freiheitsrechte, Gleichheit vor dem Gesetz, Chancengleichheit und demokratische Teilhaberechte sollen nicht mehr für Individuen, sondern für Kollektive gelten. Menschen mit weißer Hautfarbe wären solange zu benachteiligen, bis ein gesellschaftlicher Zustand erreicht sei, in dem weiße Amerikaner in keinem Bereich mehr besser dastünden als Afroamerikaner. Die Priorisierung von Kollektivrechten würde offenkundig eine solche Pervertierung der amerikanischen Verfassungswerte bedeuten, dass dies ihrer Abschaffung gleichkäme.

All das wirft die Frage auf: Warum kann eine auf moralische Läuterung und Wiedergutmachung ausgerichtete Identitätspolitik zur geistigen Triebfeder für einen Systemwechsel umfunktioniert werden? Den Kern zur Radikalisierung trägt jede Identitätspolitik – auch eine gut gemeinte – in sich. Das liegt daran, dass Identitätspolitik Menschen aufgrund von Abstammungsmerkmalen kollektiviert, und damit in Identitätsgefängnisse einsperrt, aus denen sie nicht entkommen können. Für die Weißen, die unter ihrem identitätspolitisch verordneten Schuldstatus leiden, wird es zum obersten Ziel, diesen abzustreifen. Je stärker sich die Rassismusdebatte von individuellen rassistischen Handlungen zum strukturellen Rassismus verschoben hat, desto mehr rückte das System in den Fokus der Läuterungsaktivisten, welches sie nun für ihren Schuldstatus verantwortlich machen. Deshalb lautet ihre Lösung: Macht kaputt, was euch zu Schuldigen macht.
https://www.ipg-journal.de/regionen/glo ... ehne-4501/


Der Artikel ist es wirklich wert komplett gelesen zu werden.

Für diejenigen mit Welt-Abo, kann ich in dem Zusammenhang das Interview mit Brent Weinstein empfehlen - einem Biologieprofessor, der sich geweigert hat Weiße aus seinen Vorlesungen auszuschließen, und dadurch Ziel von Angriffen der Woke-Bewegung wurde (wodurch er seinen Lehrstuhl verlor).
https://www.welt.de/kultur/plus22321048 ... ieren.html

Wie ist die Meinung der Foristen?
Ist Woke etwas, was wir hier brauchen um bestehende systematische Ungerechtigkeiten zu beseitigen?
Oder ist es etwas, das totalitaristische Methoden nutzt um Interessen bestimmter Gruppen undemokratisch durchzusetzen?
Oder muss man das ganz entspannt sehen - eine Bewegung die sich nicht durchsetzen wird, oder von liberalen Strömungen wieder eingefangen wird?
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 30. Dez 2020, 18:18

Ich halte das für eine selbstzerstörerische, irrsinnige, totalitäre und brandgefährliche linksextreme Ideologie. Wenn sich die Wookies so furchtbar schuldig fühlen, dann sollen sie ihre Besitztümer und ihren Job an arme PoC verschenken und als Bettler durch die Lande ziehen, diese Existenz ist dann hoffentlich nicht mehr weiß-privilegiert.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon tarkomed » Mi 30. Dez 2020, 18:47

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Dec 2020, 18:18)

Ich halte das für eine selbstzerstörerische, irrsinnige, totalitäre und brandgefährliche linksextreme Ideologie. Wenn sich die Wookies so furchtbar schuldig fühlen, dann sollen sie ihre Besitztümer und ihren Job an arme PoC verschenken und als Bettler durch die Lande ziehen, diese Existenz ist dann hoffentlich nicht mehr weiß-privilegiert.

Und ich bin entsetzt über das Ausmaß des Entsetzens auf beiden Seiten…

Jens-Christian Rabe bringt es auf den Punkt:
sueddeutsche.de hat geschrieben:Es geht darum, die starken Argumente ernster zu nehmen als die schwachen

Die eine Seite fordert dabei ungnädig-ungeduldig immer neue und differenziertere Rücksichten, während die andere, gern als "weiße alten Männer" rubrizierte Seite einen zunehmend mokant-erbosten Abwehrkampf führt gegen die lästigen überempfindlichen "Schneeflöckchen" vom Berge Woke.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/deba ... -1.5091173
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Mi 30. Dez 2020, 18:59

Skeptiker hat geschrieben:(30 Dec 2020, 17:41)

Ich bin auf einen schönen Artikel auf der Seite der IPG gestoßen.

Hier stellt Sandra Kostner wunderbar dar, was es mit der Woke-Bewegung in den USA auf sich hat. Diese liefert die Grundlage für die Cancel Culture und ist mE ein viel weitgreifenderer Trend, als dass man sie auf die USA beschränken würde (daher die Plazierung hier im Gesellschaftsforum).

In dem Artikel wird eindringlich beschrieben, was die Woke-Bewegung ist. Die Autorin lässt dabei keine Unklarheiten darüber aufkommen, wie sie selber diese Bewegung sieht.

In meinen Augen bewegt sich das schon näherungsweise in die Richtung einer Gehirnwäsche, wenn also als Fakt vorausgesetzt wird, dass ein System rassistisch sei, und den Mitarbeitern Wege aus ihrem ethnisch bedingten Rassismus aufgezeigt werden.

Letztendlich lässt sich aus dieser radikalen Bewegung auch ein Teil der Gegenbewegung erklären, die offensichtlich das Trump-Lager stärkt:


Der Artikel ist es wirklich wert komplett gelesen zu werden.

Für diejenigen mit Welt-Abo, kann ich in dem Zusammenhang das Interview mit Brent Weinstein empfehlen - einem Biologieprofessor, der sich geweigert hat Weiße aus seinen Vorlesungen auszuschließen, und dadurch Ziel von Angriffen der Woke-Bewegung wurde (wodurch er seinen Lehrstuhl verlor).
https://www.welt.de/kultur/plus22321048 ... ieren.html

Wie ist die Meinung der Foristen?
Ist Woke etwas, was wir hier brauchen um bestehende systematische Ungerechtigkeiten zu beseitigen?
Oder ist es etwas, das totalitaristische Methoden nutzt um Interessen bestimmter Gruppen undemokratisch durchzusetzen?
Oder muss man das ganz entspannt sehen - eine Bewegung die sich nicht durchsetzen wird, oder von liberalen Strömungen wieder eingefangen wird?


Danke, wirklich ein sehr interessanter Artikel (anders als die moralistische Nebelkerze aus der SZ). Ich möchte fürs erste nur noch einen sehr netten Abschnitt aus dem Artikel hier erwähnen, der mir sehr wichtig erscheint:

Da nun das politische, ökonomische, soziale und kulturelle System der USA überwiegend von Weißen geschaffen wurde, glauben diejenigen, die sich als woke verstehen, dass Menschen anderer Hautfarbe durchgehend benachteiligt würden. Als Beleg für diese These führen sie jede statistische Diskrepanz an, die zwischen Menschen weißer Hautfarbe und sogenannten BIPoCs (Black, Indigenous and People of Color) besteht. Allerdings gehen sie dabei selektiv vor, indem sie nur Unterschiede thematisieren, die eine Benachteiligung von BIPoCs nahelegen.

Zur Illustration ein Beispiel: Woke Weiße machen für das geringere Einkommen, über das schwarze Haushalte im Vergleich zu weißen Haushalten verfügen, das von Weißen geschaffene kapitalistische Wirtschaftssystem verantwortlich. Sie lassen dabei jedoch geflissentlich außer Acht, dass asiatischstämmige Amerikaner mit 87 194 Dollar ein deutlich höheres Haushaltseinkommen erzielen als Weiße mit 70 642 Dollar. Wäre ihre These korrekt, dürften Asiaten, die als People of Color klassifiziert werden, nicht über höhere Einkommen verfügen als Weiße. Ein weiterer Fakt, der ihr Thesengebäude durchkreuzt, ist, dass auch die Strukturen des Sport- und Musikbetriebs von Weißen geschaffen wurden, also zwei Bereiche, in denen gerade Afroamerikaner reüssieren.

Noch wackliger wird die These, wenn man den Bildungserwerb, die Arbeitsmarktposition sowie das Einkommen von afrikanischen Einwanderern und ihren Nachkommen mit Afroamerikanern vergleicht. Wären rassistische Strukturen der entscheidende Faktor, dürfte es keine massiven Unterschiede zwischen diesen beiden afrikanischstämmigen Gruppen geben. Aber genau diese gibt es, angefangen beim Bildungserwerb: Die Kinder afrikanischer Einwanderer gehören zu den im Bildungssystem erfolgreichsten Gruppen, die der Afroamerikaner zu den am wenigsten erfolgreichen. Last but not least kann die These nicht erklären, warum ein deutlich gewachsener Teil der Afroamerikaner erfolgreich aufgestiegen ist, während einem anderen Teil dieser Aufstieg nicht gelingt.


Zur Einschätzung später mehr.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Mi 30. Dez 2020, 19:20

tarkomed hat geschrieben:(30 Dec 2020, 18:47)
Und ich bin entsetzt über das Ausmaß des Entsetzens auf beiden Seiten…

Jens-Christian Rabe bringt es auf den Punkt:

https://www.sueddeutsche.de/kultur/deba ... -1.5091173

Es wird dich wenig überraschen, dass ich das vollkommen anders sehe.

Im SZ-Artikel sehe ich eine gespielte Ausgeglichenheit, die mit ihren Umschreibungen eine Nebelwand bildet. Am Ende sagt man sich "Och, wohl nicht so schlimm - da kabbeln sich welche"

Dann hören wir uns aber mal an, was Leute berichten, die von dieser Bewegung systematisch zerstört wurden:
WELT: Nachdem Sie sich geweigert hatten, an Ihrem College einen Tag „ohne Weiße“ zu akzeptieren, den die Campus-Verwaltung Ihres Arbeitgebers, der Universität Evergreen im Staat Washington, beschlossen hatte, wurden Sie von militanten, „woken“ Studentenorganisationen gemobbt und mussten dann Ihren Posten aufgeben. Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus dem, was Ihnen da passiert ist?

Bret Weinstein: Meine Frau und ich hatten damals, im Mai 2017, das Gefühl, von einem Tornado gepackt worden zu sein, der uns immer noch nicht wieder auf den Boden zurückgesetzt hat! Es hat unser Leben in jeder Hinsicht aus den Angeln gehoben. Wir hatten den Eindruck, dass wir mit diesem Tornado drei Jahre vor allen anderen konfrontiert wurden. Das heißt, dass wir eine Art Vorschau auf das Chaos erlebten, das dann erst noch kommen sollte. Evergreen ist mittlerweile überall. Dieselbe revolutionäre Dynamik ist auf den Straßen zu sehen, und zwar nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Aber ich habe dennoch den Eindruck, dass die Lehren nicht gelernt worden sind. Wenn wir begriffen hätten, dass es sich dabei nicht um eine Ausnahme, sondern den Vorgeschmack auf die Gegenwart handelte, dann hätten wir nicht zugelassen, dass sich unsere Zivilisation damit amüsiert, mit den neuen Formen von Rassismus zu spielen, die als Kampf gegen die Ungerechtigkeit getarnt werden.

...

WELT: Ist denn nicht genau das das Merkmal aller revolutionären Bewegungen?

Weinstein: Das ist richtig. Revolutionäre Bewegungen handeln sozusagen mit utopischer Fiktion, um darin die Motive eines Umsturzes der bestehenden Ordnung zu finden. Die Unsinnigkeit der „Woke“-Vision ist offensichtlich, aber der ansteckende Charakter ihrer Strategie spektakulär. Und genau darin liegt das Problem. Die Leute nehmen diese Bewegungen nicht ernst, weil sie einfach lächerlich sind. Wenn sie aber direkt mit ihnen konfrontiert werden, bleibt ihnen keine andere Wahl: Entweder unterwerfen sie sich ihr, oder sie werden buchstäblich zerstört.

WELT: Ich habe mir Aufzeichnungen von den Selbstkritik-Sitzungen der Universität von Evergreen angesehen, wo die Professoren öffentlich ihr „Mea Culpa“ eingestehen mussten, indem sie ihre eigenen Privilegien aufzählten. Wie erklären Sie sich ein derartiges Theater?

Weinstein: Es sind tatsächlich groteske Sitzungen. Jeder wird mit der folgenden Frage konfrontiert: Soll ich mich ohne jede Aussicht auf Erfolg verteidigen und dann mit einem Namen leben müssen, dem ein enormes Stigma anhängt (sowie möglicherweise Video-Aufzeichnungen, in denen mein Widerstand als Beweis meiner Schuld geltend gemacht wird), oder sollte ich lieber akzeptieren, dass ich unwahre Dinge sagen muss, in der Hoffnung, dass meine Ankläger zu anderen Dingen übergehen und schließlich auch jemand anderen aufs Korn nehmen?

https://www.welt.de/kultur/plus22321048 ... ieren.html

Danach wird der Vergleich zu Begebenheiten in der Zeit des frühen Kommunismus gezogen. Es gab da ja die rituelle Kritik und Selbstkritik. Das wirkt alles schauderhaft ähnlich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_und_Selbstkritik

Ich kann mich nur wiederholen: An den Methoden kannst du "sie" erkennen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 30. Dez 2020, 19:35

Schick, Tribunale getarnt als "Selbstkritik-Sitzungen". Wie schreibt Ammianus immer so schön: meschugge ist Trumpf. Und es wird immer bekloppter.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Mi 30. Dez 2020, 20:00

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Dec 2020, 19:35)
Schick, Tribunale getarnt als "Selbstkritik-Sitzungen". Wie schreibt Ammianus immer so schön: meschugge ist Trumpf. Und es wird immer bekloppter.

Ich frage mich eigentlich, wie diese "Komitees" in die Position hineingeraten derart Tribunal über Personen abhalten zu können.

Offensichtlich sollte man sich dem garnicht stellen, aber ebenso offensichtlich funktioniert das nicht, weil man ansonsten wohl ebenso "zerstört" wird. Und eine Universitätsleitung muss das mit anschauen, weil sie sonst selber ins Visier gerät?

Wow, ich kann nur sagen, dass diese Moralisten augenscheinlich bereits ein Terrorregime im Hintergrund geschaffen haben, mit dem sie enorme Macht ausüben. Wie ignorant muss man sein um zu glauben, dass jemand der Macht ausüben kann, diese nur nutzen wird um ein paar Lehrkräfte zu entfernen?

Diese Methoden müssen als das gebrandmarkt werden was sie sind: Rassistischer und totalitaristischer Terror.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Ammianus » Mi 30. Dez 2020, 20:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Dec 2020, 19:35)

Schick, Tribunale getarnt als "Selbstkritik-Sitzungen". Wie schreibt Ammianus immer so schön: meschugge ist Trumpf. Und es wird immer bekloppter.


Für mich privat habe ich noch einen anderen Begriff für diese ganzen Bewegungen und Ströme: "FD21J" - "Faschismus des 21. Jahrhunderts".
Es ist ja hier auch schon die Parallele zur stalinistischen "Kritik und Selbstkritik" der roten totalitären Systeme gebracht worden. Da ging es einfach dazu Angst und Schrecken zu verbreiten, die Leute zu verunsichern, sich gegenseitig zu denunzieren, niemanden mehr vertrauen zu können, vor allen anderen sich selbst zu erniedrigen. Das so etwas auch schon an amerikanischen Universitäten ablief las ich hier eben erst. Wundern tut es mich langsam nicht mehr.
Und all das ist ja dann auch gleich mit Existenzvernichtung verbunden. Ähnliche Vorgänge waren ja in letzter Zeit auch bei uns zu beobachten.

Na ja, ich weiss auch nicht ...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon tarkomed » Do 31. Dez 2020, 09:44

Skeptiker hat geschrieben:(30 Dec 2020, 19:20)

Es wird dich wenig überraschen, dass ich das vollkommen anders sehe.

Im SZ-Artikel sehe ich eine gespielte Ausgeglichenheit, die mit ihren Umschreibungen eine Nebelwand bildet. Am Ende sagt man sich "Och, wohl nicht so schlimm - da kabbeln sich welche"

Es wird wohl einen Grund geben, dass du die WELT liest und ich die Süddeutsche. Vivre la différence…
Was mich besonders amüsiert, ist, dass eine Bewegung, die sich für die Interessen und die Rechte von Minderheiten einsetzt, ausgerechnet von einer Minderheit – zumindest in Deutschland – am schärfsten bekämpft wird… :D
Der Zug fährt ab und die Jüngeren, deren Gepäck nur aus einem Rucksack besteht, können noch schnell aufspringen, während die alten weißen Männer auf ihren Koffern sitzen bleiben, die sie zuvor sorgfältig mit vermeintlich Unentbehrlichem aus der Vergangenheit vollgestopft haben… ;)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 31. Dez 2020, 10:00

Ammianus hat geschrieben:(30 Dec 2020, 20:39)

Das so etwas auch schon an amerikanischen Universitäten ablief las ich hier eben erst. Wundern tut es mich langsam nicht mehr.

Nein, das wundert nicht, nachdem es ja losging mit den Warnungen vor schlimmer Lektüre und "safe spaces", wo die Snowflakes dann in Ruhe weinen und zur Beruhigung mit Spielzeug spielen können. Dass sich sowas dann auch irgendwann radikalisiert war zu erwarten.

Und auch Widersprüche gehören zu jeder "guten" linksextremen Bewegung dazu, weswegen auch dieser selbstzerstörerische Schwachsinn "du bist Rassist nur weil die weiße Haut hast" letztendlich scheitern wird. Wobei das selbstverständlich Opfer fordert und noch weiter fordern wird, auch das gehört ja zu jeder "guten" linksextremen Bewegung dazu. Die Demokratie muss wachsam sein und Demokraten müssen diese totalitären Umtriebe erkennen, aufzeigen und bekämpfen, je eher, desto besser. Da ist auch die Justiz gefordert, damit solche Tribunale unmöglich gemacht werden und die gegen diese Art von Rassismus konsequent einschreitet.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Do 31. Dez 2020, 10:10

tarkomed hat geschrieben:(31 Dec 2020, 09:44)

Es wird wohl einen Grund geben, dass du die WELT liest und ich die Süddeutsche. Vivre la différence…
Was mich besonders amüsiert, ist, dass eine Bewegung, die sich für die Interessen und die Rechte von Minderheiten einsetzt, ausgerechnet von einer Minderheit – zumindest in Deutschland – am schärfsten bekämpft wird… :D
Der Zug fährt ab und die Jüngeren, deren Gepäck nur aus einem Rucksack besteht, können noch schnell aufspringen, während die alten weißen Männer auf ihren Koffern sitzen bleiben, die sie zuvor sorgfältig mit vermeintlich Unentbehrlichem aus der Vergangenheit vollgestopft haben… ;)


Ein bisschen arg prekäre Polemik. Aber die SZ, die ich 20 Jahre gelesen habe, ist halt inzwischen doch ziemlich hirnwäschig.

Vielleicht mal nicht so sehr die Weichspüler aus der eigenen Richtung lesen. ;) Zum Beispiel Caroline Fourest, die zwar weiß, aber weder rechts noch alter Mann ist, im Gegenteil ... kleiner Blick in die Leseprobe genügt, um zu erkennen, dass Ihre Polemik hier vielleicht doch nicht ganz so der Realität entspricht und auch in der nicht ganz so alten Generation durchaus Sensibilität für die zelotischen Exzesse der Wachkulturler liegt.

Übrigens: Wenn man Ihre Koffer-Metapher geistig nimmt, dann genügt manchem Jüngeren vielleicht auch ein Handtäschchen :D

Ich glaube, weder Sie noch die SZ machen sich inzwischen ein Bild über das, was aus den USA da zu uns herüberschwappt. Und vielleicht beehren Sie uns ja einmal mit einer inhaltlichen Stellungnahme zum Ausgangsartikel. Oder gibt das Handtäschchen das nicht her? ;) Wo hat die Autorin denn unrecht? Haben Sie das Zitat gelesen, das ich eingestellt hatte?

Es ist eigenartig, dass die "Sensibelchen" (ich würde die ganz anders bezeichnen) bei allem, was nach rechts riecht, reagiert, während man auf Monstrositäten wie Woke einfach so tut, als sei das nichts. Ich komme noch drauf zurück, woran das liegen könnte.
Zuletzt geändert von Stoner am Do 31. Dez 2020, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon tarkomed » Do 31. Dez 2020, 10:11

Skeptiker hat geschrieben:(30 Dec 2020, 19:20)

Dann hören wir uns aber mal an, was Leute berichten, die von dieser Bewegung systematisch zerstört wurden:

https://www.welt.de/kultur/plus22321048 ... ieren.html

Danach wird der Vergleich zu Begebenheiten in der Zeit des frühen Kommunismus gezogen. Es gab da ja die rituelle Kritik und Selbstkritik. Das wirkt alles schauderhaft ähnlich.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_und_Selbstkritik

Ich kann mich nur wiederholen: An den Methoden kannst du "sie" erkennen.

Ich kann nichts erkennen, weil ich den WELT-Artikel nicht lesen kann und der Wiki-Eintrag geht mich nichts an, weil du offensichtlich, nach Trump Manier, alles was nicht rechst genug ist als links abstempelst.
Vorerst zwei weitere machen das Spiel gerade mit, wie ich sehe. Schau ma mal...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 31. Dez 2020, 10:27

Das Pendel der Geschichte schlägt halt abwechselnd von der einen Seite der rechtslastigen "unamerikanischen Umtriebe"
auf die andere Seite eines "black is beautiful-Rassismus" aus. Der Unterschied ist jedoch, dass die rechten Ausraster staatsbetrieben waren und die aktuellen Tendenzen sozusagen dem Anarchismus des dgitalen Zeitalters zu verdanken sind.

Leider ein Hexenjagdszenario, das sich nicht so einfach durch staatliche Rückbesinnung auf Verfassungswerte und demokratische Rechtstaatsprinzipien korrigieren lässt.

Das Brett vollverblödender, netzbasierter Meinungsblasen und Scheissestürme ist ein ziemlich dickes Brett.
Das braucht sozusagen einen langen und standfesten Atem mit vernunftbegabtem und gelassen arbeitendem, gesamtgesellschaflichem Bohrwerkzeug. Und auch Vertrauen in die Mehrheit der Menschen, die diesen Mumpitz
durchaus erkennen und ablehnen werden.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Do 31. Dez 2020, 11:15

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(31 Dec 2020, 10:27)

Und auch Vertrauen in die Mehrheit der Menschen, die diesen Mumpitz
durchaus erkennen und ablehnen werden.


Es gibt Themen, bei denen sich selbst die vernünftigste Mehrheit nicht durchsetzen kann, gerade im Zeitalter der Internetplattformen. Die Woke-Minderheit dominiert bereits die Universitäten und große Teile der Demokraten in den USA. Der Mumpitz trifft eben bei Aktivisten auf große Resonanz, was genügt, damit er sich durchsetzt. Siehe die neuerdings auch hier schon geklicklauteten Gendersternchen. Und die spöttischen Reaktionen, wonach angeblich die alten weißen Männer mit ihren Köfferchen reaktionärer Inhalte als Zurückgebliebene es übertreiben, zeigt, wie sehr das Ganze unterschätzt wird.

Es ist eines der Themen, bei denen wieder einmal der Moralismus sowohl die Vernunft als auch die nackten Fakten übertrumpft. Es ist nicht nur ein Demokratiekiller, sondern auch ein Kulturkiller (Kultur hier im Sinne des Outputs von Kulturschaffenden).
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Do 31. Dez 2020, 11:21

tarkomed hat geschrieben:(31 Dec 2020, 09:44)
Es wird wohl einen Grund geben, dass du die WELT liest und ich die Süddeutsche. Vivre la différence…
Was mich besonders amüsiert, ist, dass eine Bewegung, die sich für die Interessen und die Rechte von Minderheiten einsetzt, ausgerechnet von einer Minderheit – zumindest in Deutschland – am schärfsten bekämpft wird… :D

Du meinst also scheinheilige Schautribunale mit ritueller Selbstbezichtigung abzuhalten ist "sich für Interessen und Rechte von Minderheiten einsetzen"?

Nichts könnte besser den Unterschied zwischen dir und mir verdeutlichen! Ich bin mir sicher, dass diese Vorgehensweise zu mehr und nicht zu weniger Rassismus führt. Dabei würden Weiße vollkommen zurecht in Abwehrhaltung übergehen und den Kampf mit diesen Diffamierern aufnehmen.
Das wiederum wird auf Seiten dieser Bezichtiger natürlich wieder nur als neuer Rassismus wahrgenommen werden, wodurch sich letztendlich eine Spirale in Gang setzt, die nur zwei Lager zulässt.

Anders als du es dir aber vorstellen magst, werden diese Lager nicht phöse Rassisten auf der einen und gute linksliberale Antirassisten auf der anderen Seite sein, sondern antirassistische Liberale auf der einen und dogmatische, militante und totalitaristische Rassisten (sich selber als Antirassisten bezeichnend) auf der anderen Seite.

Rassismus hat dauerhaft keine Chance. Du solltest deine Seite sorgfältig wählen. Ich jedenfalls bin bei denen, bei denen die Hautfarbe keine Rolle spielt.
Der Zug fährt ab und die Jüngeren, deren Gepäck nur aus einem Rucksack besteht, können noch schnell aufspringen, während die alten weißen Männer auf ihren Koffern sitzen bleiben, die sie zuvor sorgfältig mit vermeintlich Unentbehrlichem aus der Vergangenheit vollgestopft haben… ;)

Yepp, die Lehren aus der Vergangenheit als unnötigen Ballast zu sehen ist auch unbedingt notwendig, wenn man in die gleiche totalitaristische Scheiße nochmal hineintappen will. Aber nachher kann man ja sagen, man hätte es gut gemeint - ist ja der Standardspruch ...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Do 31. Dez 2020, 11:26

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(31 Dec 2020, 10:27)
Das Pendel der Geschichte schlägt halt abwechselnd von der einen Seite der rechtslastigen "unamerikanischen Umtriebe"
auf die andere Seite eines "black is beautiful-Rassismus" aus. Der Unterschied ist jedoch, dass die rechten Ausraster staatsbetrieben waren und die aktuellen Tendenzen sozusagen dem Anarchismus des dgitalen Zeitalters zu verdanken sind.

Leider ein Hexenjagdszenario, das sich nicht so einfach durch staatliche Rückbesinnung auf Verfassungswerte und demokratische Rechtstaatsprinzipien korrigieren lässt.

Das Brett vollverblödender, netzbasierter Meinungsblasen und Scheissestürme ist ein ziemlich dickes Brett.
Das braucht sozusagen einen langen und standfesten Atem mit vernunftbegabtem und gelassen arbeitendem, gesamtgesellschaflichem Bohrwerkzeug. Und auch Vertrauen in die Mehrheit der Menschen, die diesen Mumpitz
durchaus erkennen und ablehnen werden.

Ich muss Stoner da Recht geben.

Die Trends in unserer Gesellschaft werden immer schnelllebiger und oberflächlicher. Es zählt nur noch was auf der Fahne steht, aber nicht mehr welcher Methoden man sich bedient. Dabei ist genau das Gegenteil zu beachten: Es sind die Methoden und nicht etwa die Ziele, die menschenfeindliche Totalitaristen von Demokraten unterscheiden.

Diese Hintergründigkeit ist aber für eine breite Masse erst nach einem gigantischen Fehlgriff sichtbar - und der ist gerade in der Entstehung. Traurig, weil der Katzenjammer absehbar ist.
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Adam Smith
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Adam Smith » Do 31. Dez 2020, 11:31

Hier mal schwarze Einwanderer in den USA.

In fact, according to a 2016 report by the Minnesota State Demographic Center, most Somali-Americans remain at the lowest rung of the socioeconomic ladder. Nearly 57 percent of Somalis live in poverty, according to the report, while 26 percent live in near-poverty. Other measures also show how many Somali-Americans are struggling, even compared to other minority groups in the state. Somalis currently have the lowest median household income among immigrant and minority groups in Minnesota, as well as the lowest rates of educational attainment and home ownership.


https://www.minnpost.com/politics-polic ... minnesota/

Für manche ein Erfolg und für andere nicht.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Tom Bombadil
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 31. Dez 2020, 11:33

Stoner hat geschrieben:(31 Dec 2020, 11:15)

...zeigt, wie sehr das Ganze unterschätzt wird.

Du unterschätzt den linken Korpsgeist, da ist alles gut, was sich gegen die derzeit herrschende Ordnung, insbesondere den Kapitalismus, richtet und aus der Richtung weht auch der Wookiewind.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Skeptiker » Do 31. Dez 2020, 11:35

tarkomed hat geschrieben:(31 Dec 2020, 10:11)
Ich kann nichts erkennen, weil ich den WELT-Artikel nicht lesen kann und der Wiki-Eintrag geht mich nichts an, weil du offensichtlich, nach Trump Manier, alles was nicht rechst genug ist als links abstempelst.
...

Ach so, "Woke" ist also kein linker Trend. Man lernt ja nie aus.

Schon Stegner hat uns ja erklärt, dass die G20-Krawalle nicht von Linken verbrochen wurden. Wahrscheinlich muss man so ein phöser Rechter wie ich sein, so etwas zu glauben :x Linke sind ja grundsätzlich gewaltfrei - ansonsten wären sie ja Rechte. :rolleyes:

Also was ist "Woke" dann nun? Wie ist deine Einstellung dazu? Ist wohl nur ein Zufall von dir dazu nichts Negatives zu lesen.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 31. Dez 2020, 11:36

Adam Smith hat geschrieben:(31 Dec 2020, 11:31)

Hier mal schwarze Einwanderer in den USA.

Nicht schwarze, somalische. Der wirtschaftliche Misserfolg dieser Einwanderer dürfte wohl im somalischen Bildungssystem begründet sein.
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