Ver"Assi"ung der Gesellschaft

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Senexx
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Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Senexx » Fr 7. Aug 2020, 07:13

Heute möchte ich mal ein Theme ansprechen, welches mich schon lange beschäftigt: Die allgemeine, so möchte ich das nennen, Ver"Assi"ung der Gesellschaft. Die sich überall in der Öffentlichkeit und der Halböffentlichkeit bemerkbar macht.

Schlagendstes Beispiel sind die Kaugummis überall in den Städten auf den Gehwegen. Oder die "To-Go"-Hinterlassenschaften.

In den öffentlichen Verkehrsmittel stellen Leute ungeniert ihre Füße mit ihren Schuhen auf die gegenüberliegenden Sitze, um sich besser im Sitze lümmeln zu können.

Beim Einsteigen werden Trauben gebildet und rücksichtslos geboxt und geschubst.

Das man keinen Respekt mehr vor den dienstbaren Geistern in unserer Gesellschaft hat, die dagegen ankämpfen müssen ist ein weiterer Aspekt.

Hier berichten Reinigungskräfte von dem unmöglichen Verhalten deutscher Urlauber auf Sylt

https://www.tz.de/welt/sylt-coronavirus ... 19266.html

Warum verlottert unsere Gesellschaft derart?
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Odin1506 » Fr 7. Aug 2020, 07:24

Senexx hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:13)

Heute möchte ich mal ein Theme ansprechen, welches mich schon lange beschäftigt: Die allgemeine, so möchte ich das nennen, Ver"Assi"ung der Gesellschaft. Die sich überall in der Öffentlichkeit und der Halböffentlichkeit bemerkbar macht.

Schlagendstes Beispiel sind die Kaugummis überall in den Städten auf den Gehwegen. Oder die "To-Go"-Hinterlassenschaften.

In den öffentlichen Verkehrsmittel stellen Leute ungeniert ihre Füße mit ihren Schuhen auf die gegenüberliegenden Sitze, um sich besser im Sitze lümmeln zu können.

Beim Einsteigen werden Trauben gebildet und rücksichtslos geboxt und geschubst.

Das man keinen Respekt mehr vor den dienstbaren Geistern in unserer Gesellschaft hat, die dagegen ankämpfen müssen ist ein weiterer Aspekt.

Hier berichten Reinigungskräfte von dem unmöglichen Verhalten deutscher Urlauber auf Sylt

https://www.tz.de/welt/sylt-coronavirus ... 19266.html

Warum verlottert unsere Gesellschaft derart?


Es gibt verschiedene Ursachen, z.B. Egoismus der von der "Gesellschaft" gefördert wird, oder die geringe Wertschätzung vor der Arbeit die andere machen.
Es waren nur 2 Beispiele.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Billie Holiday » Fr 7. Aug 2020, 07:31

Weil das Gegenteil -Ordnung, Rücksicht, Wertschätzung- spießig und rechts ist.

Ich war vorvorletztes Wochenende in der wunderschönen Stadt Leipzig. Hab so voll spießig und tourimäßig bei tollem Wetter eine Bootsfahrt gemacht. Am Wasser längs gibt es nicht 2 qm Fläche, die nicht mit Graffiti besprüht sind. Zu 99% bloße Schmierereien ohne jeden künstlerischen Aspekt. Die Leute hassen ihre Stadt. Es gibt für Architektur oder die Infrastruktur keinerlei Wertschätzung, für das Eigentum eines anderen schon mal gar nicht.
Ist wie in allen Städten.
Aber wenn die Mehrheit sich im Dreck wohlfühlt, muß der Kritiker daran an seiner falschen Einstellung arbeiten. Denn die Verlotterung wird nicht wahrgenommen, bzw. wird gutgeheißen.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Quatschki » Fr 7. Aug 2020, 07:39

Es gibt auch sauber und ordentliche Gegenden in Deutschland.
Und strahlend weißen Autobahnbrücken ohne ein einziges Graffito
Weil die Assis zum Glück wenig Drang verspüren, ihren natürlichen Lebensraum zu verlassen.
Zuletzt geändert von Quatschki am Fr 7. Aug 2020, 07:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Aug 2020, 07:40

Bei solchen Aussagen regt sich bei mir instinktiv und sofort Widerstand bzw. zumindest Bedenken, ob das nicht einfach genauso hingesagt wird wie so etwas seit eh und je hingesagt wird. Ich hab' so zwanzig, dreißig "SPIEGEL"-Ausgaben aus den 50er, 60er Jahren, in denen ich zur Unterhaltung ab und zu lese. Die Aufregung über eine "Verlotterung der Gesellschaft" gibts wahrlich nicht erst in der Gegenwart.

Man muss schon irgendeinen Weg der Objektivierung finden. Beispiel Berlin. Die Stadt gilt als Welt-Hauptstadt des Fahrraddiebstals und zumindest als eine der Welt-Hauptstädte des liegengelassenen Hundekots. Beides aus meiner Sicht typische Beispiele für Sittenverlotterung im öffentlichen Leben. Versucht man aber hier, irgendeinen statistischen Verlauf zu finden, wird man auf große Schwierigkeiten stoßen: Erstens nimmt überall in Deutschland bei der Haustierhaltung der Anteil von Hunden gegenüber Katzen ab. Wenn es weniger Hundedreck in der Stadt gibt, ist es schwierig, diese Entwicklung mit der Sittenentwicklung zu verrechnen. Desgleichen nimmt die Fahrradbenutzung in den letzten Dekaden zu. Wenn es immer mehr Fahrraddiebstähle gibt: Liegt es an dieser Entwicklung oder liegt es an einer Verrohung der Sitten?
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Aug 2020, 07:49

Quatschki hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:39)

Es gibt auch sauber und ordentliche Gegenden in Deutschland.
Und strahlend weißen Autobahnbrücken ohne ein einziges Graffito
Weil die Assis zum Glück wenig Drang verspüren, ihren natürlichen Lebensraum zu verlassen.

Bei auffälliger Graffiti-Losigkeit - nicht nur in Deutschland sondern in ganz Mitteleuropa - denke ich immer sofort: Katholisch geprägte Gegend? Und meist liege ich damit richtig. Besonders deutlich wird das bei katholisch geprägten Regionen mit "Insellage" wie zum Beispiel im Eichsfeld. Die Frage ist aber, wie es hinter dieser rein äußerlichen Sauberkeit aussieht. Strahlend weiße Bahnhofsgebäude und sexuelle Übergriffe gegenüber Kindern von seiten der Kirche selbst?
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Senexx » Fr 7. Aug 2020, 07:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:40)

Bei solchen Aussagen regt sich bei mir instinktiv und sofort Widerstand bzw. zumindest Bedenken, ob das nicht einfach genauso hingesagt wird wie so etwas seit eh und je hingesagt wird. Ich hab' so zwanzig, dreißig "SPIEGEL"-Ausgaben aus den 50er, 60er Jahren, in denen ich zur Unterhaltung ab und zu lese. Die Aufregung über eine "Verlotterung der Gesellschaft" gibts wahrlich nicht erst in der Gegenwart.

Man muss schon irgendeinen Weg der Objektivierung finden. Beispiel Berlin. Die Stadt gilt als Welt-Hauptstadt des Fahrraddiebstals und zumindest als eine der Welt-Hauptstädte des liegengelassenen Hundekots. Beides aus meiner Sicht typische Beispiele für Sittenverlotterung im öffentlichen Leben. Versucht man aber hier, irgendeinen statistischen Verlauf zu finden, wird man auf große Schwierigkeiten stoßen: Erstens nimmt überall in Deutschland bei der Haustierhaltung der Anteil von Hunden gegenüber Katzen ab. Wenn es weniger Hundedreck in der Stadt gibt, ist es schwierig, diese Entwicklung mit der Sittenentwicklung zu verrechnen. Desgleichen nimmt die Fahrradbenutzung in den letzten Dekaden zu. Wenn es immer mehr Fahrraddiebstähle gibt: Liegt es an dieser Entwicklung oder liegt es an einer Verrohung der Sitten?

Ich vermute, Sie sind nicht im freien Westen aufgewachsen. Deshalb können Sie das nicht aus eigener Anschauung beurteilen. In meinerJugend wurden z.B. keine öffentlichen Bauten mit Graffiti beschmiert. Das gab s einfach nicht.

Niemand hat auf der Straße oder im ÖPNV gegessen oder getrunken.

Hätten Sie es gewagt, die Füße auf den gegenüberliegen (Holz)-Sitz zu stellen, hätte Sie der Schaffner aus dem Fahrzeug geworfen.

PS: Spiegel-Lesen macht dumm. Ich kann das beurteilen, denn ich war - jahrzehntelang - Spiegelabonnent, kenne den Spiegel vermutlich besser als jeder andere hier. Und musste aber schon sehr häufig den Kopf schütteln. Aber früher war er nicht ganz so schlimm wie heute.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Quatschki » Fr 7. Aug 2020, 08:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:49)

Bei auffälliger Graffiti-Losigkeit - nicht nur in Deutschland sondern in ganz Mitteleuropa - denke ich immer sofort: Katholisch geprägte Gegend? Und meist liege ich damit richtig. Besonders deutlich wird das bei katholisch geprägten Regionen mit "Insellage" wie zum Beispiel im Eichsfeld. Die Frage ist aber, wie es hinter dieser rein äußerlichen Sauberkeit aussieht. Strahlend weiße Bahnhofsgebäude und sexuelle Übergriffe gegenüber Kindern von seiten der Kirche selbst?

Die katholische Kirche hat wenigstens noch einen moralischen Soll-Wert, zu dem man den Ist-Wert hinführen will. Bei anderen fehlt eine solche Orientierung völlig.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Teeernte » Fr 7. Aug 2020, 08:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:40)

"Verlotterung der Gesellschaft" gibts wahrlich nicht erst in der Gegenwart.

Man muss schon irgendeinen Weg der Objektivierung finden. Beispiel Berlin. Die Stadt gilt als Welt-Hauptstadt des Fahrraddiebstals und zumindest als eine der Welt-Hauptstädte des liegengelassenen Hundekots.

Wenn es immer mehr Fahrraddiebstähle gibt: Liegt es an dieser Entwicklung oder liegt es an einer Verrohung der Sitten?


Heeeee- Im OSTEN gab es keine Sprühdosen, klebenden Kaugummi.....oder sehr teuere Fahrräder !!

FRÜHER...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon PeterK » Fr 7. Aug 2020, 08:42

Skull hat geschrieben:(07 Aug 2020, 08:14)
Interessante Selbsteinschätzung.

:D

Denn seit den späten sechzigern und den frühen siebzigern hat sich Verhalten deutlich gewandelt.

Ob das so ist, kann ich nicht bestätigen. Bestätigen kann ich aber, dass in den 80er/90er Jahren, als ich mit der U-Bahn zur Schule fuhr, aufgeschlitzte Sitze keine Ausnahme waren. Wenn ich heute mal in HH bin, sieht das ganz anders und deutlich besser aus.

Was mich wundert ist, dass (auch wieder in HH) viele Menschen zu vermeintlich unverwundbaren und ziemlich rücksichtslosen Superhelden mutieren, sobald sie aufs Fahrrad steigen.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Skull » Fr 7. Aug 2020, 08:50

PeterK hat geschrieben:(07 Aug 2020, 08:42)

Ob das so ist, kann ich nicht bestätigen.

Bestätigen kann ich aber, dass in den 80er/90er Jahren, als ich mit der U-Bahn zur Schule fuhr,
aufgeschlitzte Sitze keine Ausnahme waren.
Wenn ich heute mal in HH bin, sieht das ganz anders und deutlich besser aus.

Ersteres erklärt sich aus der Zeit nach dem (Welt) Krieg.
Die Sechziger Jahre waren die Zeit des Vietnam-Krieges, der Studentenbewegung und der sexuellen Revolution.
Provokation, Auflehnen und Verändern. Mit eben allen Nebenwirkungen.

Zweiteres kann ich ebenfalls - persönlich - bestätigen.
In den Siebziger und Achtziger gab es Unmengen
und ausufernder Vermüllung, Besprühung und „Unachtsamkeit“, sowie zunehmender Respektlosigkeit.

Weltweit.

mfg
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Ebiker » Fr 7. Aug 2020, 08:52

Wenn leute auf einem rel. abgeschlossenen Gelände einer Grundschule in eine Krabbel/kletterburg reinscheißen sagt das alles über diese Gesellschaft. Sobald etwas öffentlich ist wird es nach einiger Zeit ( gefühlt immer kürzer ) versifft oder zerstört.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Aug 2020, 09:02

Senexx hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:56)
Ich vermute, Sie sind nicht im freien Westen aufgewachsen. Deshalb können Sie das nicht aus eigener Anschauung beurteilen.

Zitat F. Dostojewski (sinngemäß): Um über ein Omelett schreiben zu können, muss ich mich nicht in einer Pfanne braten lassen.
In meinerJugend wurden z.B. keine öffentlichen Bauten mit Graffiti beschmiert. Das gab s einfach nicht.

Ich hörte einmal, dass man zum Beispiel aufgemalte und variierte Spiralen, die man zuweilen auf antiken Mauerresten sieht, in gewisser Weise als Graffiti damaliger Jugendlicher deuten und auffassen kann. Mit teils "obszöner" Hinterbedeutung. Das Jammern über den Sittenverfall dürfte so alte wie die Menschheit sein.
Niemand hat auf der Straße oder im ÖPNV gegessen oder getrunken.

Hätten Sie es gewagt, die Füße auf den gegenüberliegen (Holz)-Sitz zu stellen, hätte Sie der Schaffner aus dem Fahrzeug geworfen.


Da haben Sie aber so einiges aus der Welt des Nachrkiegseuropas nicht mitbekommen. Oder Sie sind in einem völlig von der Außenwelt abgeschnittenen sozialen Millieu großgeworden. 1965 wurde bei einem Stones-Konzert in der Berliner Waldbühne nicht nur "Füße auf die gegenüberliegende Holzbank gelegt" sondern diese Waldbühne wurde vollständig kurz und klein gehauen. Nur als Beispiel.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Fr 7. Aug 2020, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Quatschki » Fr 7. Aug 2020, 09:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2020, 09:02)
... sondern diese Waldbühne wurde vollständig kurz und klein gehauen. Nur als Beispiel.

die war ja auch unter den Nazis erbaut worden.
damals noch ohne "Geplante Obsoleszenz".
Zuletzt geändert von Quatschki am Fr 7. Aug 2020, 09:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Aug 2020, 09:10

Nimmt man die Entwicklung des Geschlechterverhältnisses als Kriterium für "Sittenverfall" ... so muss man doch wohl eher von einem "Sittenaufstieg" sprechen. Noch in den 60er Jahren war in - sagen wir mal eher volkstümlichen Gaststätten - ein freundschaftlicher Klaps auf den Hintern der Kellnerin - einfach nur ein bissel Ulk und Gaudi. In Ost wie in West und in Nord wie in Süd übrigens. Heute undenkbar.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 7. Aug 2020, 09:17

Quatschki hat geschrieben:(07 Aug 2020, 09:04)

die war ja auch unter den Nazis erbaut worden.
damals noch ohne "Geplante Obsoleszenz".

Ich glaube kaum, dass auch nur ein Besucher damals irgendwie an "Nazis" oder an die "architekturgeschichtlichen Hintergründe des Veranstaltungsorts" dachte. Es war eine exstatische Randale, ein Gebräu aus Alkohol, musikalischer Aufputschung und einem irgendwie einfach nur unreflektiert wahrgenommenen Freiheitsgefühl.
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Quatschki » Fr 7. Aug 2020, 09:18

Also quasi so ähnlich wie der Russe im Mai 1945
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon McKnee » Fr 7. Aug 2020, 09:27

Der krasse Widerspruch zwischen Anspruch und Realität auf Sylt ist ein Zeichen dafür, wie Wertschätzung sich neu definiert. Schneller und vergönglicher Wohlstand fördern das.

Ich stelle das aber auf allen Ebenen fest. Müllentsorgung ist ein Thema, das Verhalten unter- und zueinander ein anderes.

Zum Thema Müll bin ich immer überrascht, wie viel Strecke und Mühen die Menschen auf sich nehmen, um unproblematischen Müll illegal zu entsorgen.

Insgesamt habe ich eher das Gefühl Asi gehört mittlerweile zum Selbstverständnis einer selbstdefinierten Elite
Zuletzt geändert von McKnee am Fr 7. Aug 2020, 09:31, insgesamt 2-mal geändert.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon Billie Holiday » Fr 7. Aug 2020, 09:28

Dreck, Müll, Kaugummi, Grafitti, Hundescheiße, Ratten, Kakerlaken, bepisste Ecken etc. sind also sichere Zeichen für nazifreie Straßen. Glückwunsch. :cool: :thumbup:

Und eine Garantie dafür, dass keine Kinder belästigt werden. :D
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Re: Ver"Assi"ung der Gesellschaft

Beitragvon tarkomed » Fr 7. Aug 2020, 09:38

Senexx hat geschrieben:(07 Aug 2020, 07:56)

Ich vermute, Sie sind nicht im freien Westen aufgewachsen. Deshalb können Sie das nicht aus eigener Anschauung beurteilen. In meinerJugend wurden z.B. keine öffentlichen Bauten mit Graffiti beschmiert. Das gab s einfach nicht.

Niemand hat auf der Straße oder im ÖPNV gegessen oder getrunken.

Hätten Sie es gewagt, die Füße auf den gegenüberliegen (Holz)-Sitz zu stellen, hätte Sie der Schaffner aus dem Fahrzeug geworfen.

PS: Spiegel-Lesen macht dumm. Ich kann das beurteilen, denn ich war - jahrzehntelang - Spiegelabonnent, kenne den Spiegel vermutlich besser als jeder andere hier. Und musste aber schon sehr häufig den Kopf schütteln. Aber früher war er nicht ganz so schlimm wie heute.

Ich bin auch im freien Westen aufgewachsen und immer in größeren Städten gelebt. Solange ich mich erinnern kann, gab es Graffiti in den Städten. Zu bestimmten Anlässen, z. B. nach Fußballspielen, gab es natürlich welche, die sich im ÖPNV gründlich danebenbenommen haben, aber das ist auch nicht neu.
Es bleibt also nur noch die Frage, wo man gelebt hat und wie lange schon.
Eine zweite Frage darf auch nicht außer Acht gelassen werden: versucht man alles schlecht zu machen in Deutschland?
Und die dritte Frage: setzt man vielleicht die gleichen falschen Kriterien ein beim Festlegen, was dumm macht, wie wenn man die Gesellschaft bewertet?
Ach ja: früher war alles besser. Dieser Satz hat seit Jahrtausenden an seiner Gültigkeit kein Bisschen eingebüßt... :D
Zuletzt geändert von tarkomed am Fr 7. Aug 2020, 09:44, insgesamt 1-mal geändert.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...

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