Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

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Troh.Klaus
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 30. Mai 2020, 15:08

Jessie hat geschrieben:(30 May 2020, 14:58)
In der Provinz gibt es ein friedliches Miteinander vielleicht nicht, in Großstädten ist es Usus.

In Großstädten gibt es in der Regel eben kein Mit-Einander, sondern ein Neben-Einander. Und das Schmiermittel ist Ignoranz.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Zunder » Sa 30. Mai 2020, 15:11

Straßenschlachten finden eher selten in der Provinz statt.
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gallerie
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon gallerie » Sa 30. Mai 2020, 15:15

Troh.Klaus hat geschrieben:(30 May 2020, 15:06)

Da "deutsch" eine Illusion ist,

...Unsinn, da wäre auch Thai eine Illusion oder Brasilianisch?!
Ich habe in beiden Ländern gelebt, und die dort lebenden Menschen haben eine enge Verbundenheit zu ihrem Staat und ihrer Kultur, sogar in Brasilien, ein Einwanderungsland erster Güte.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Mai 2020, 15:22

gallerie hat geschrieben:(30 May 2020, 14:38)
...nur als Frage:
Ist Bruce Willis ein Deutscher, weil er in Hamburg geboren wurde?

Hat er einen deutschen Pass? Dann wäre er Deutscher.
Ist Mario Gomez ein Brasilianer, weil er in Rio de Janeiro geboren wurde?

Hat er einen brasilianischen Pass? Dann wäre er Brasilianer.
Ist Mustafa ein Deutscher, weil er in Deutschland geboren wurde?

Hat er einen deutschen Pass? Dann wäre er Deutscher.

Wen du dich synonym für "Mustafa" auf die Personengruppe der Deutschtürken beziehst, da sehe ich es durchaus gespalten. Da gibt es die einen, die dieses Land als Heimat ansehen und keinerlei rassistische Unterscheidung zwischen Biodeutschen und Deutschtürken machen. Die würde ich als legitimen Teil der deutschen Bevökerung ansehen - mit deutschem Pass auch als Deutsche.
Da gibt es die anderen, die sich als Türken identifizieren, mit Deutschen nichts zu tun haben wollen oder ihnen sogar feindlich gegenüberstehen. Diese Leute sehe ich nicht als legitimen Teil der Bevölkerung in Deutschland. Mit deutschen Pass muss man sie tolerieren als dauerhaften sozialen Sprengstoff, ohne Pass sollte man langfristig diesen Menschen den Gefallen tun ihre so empfundene Heimat wiederzusehen.

Dahinter sehe ich ein ganz klares Prinzip: Wer keinen deutschen Pass hat und sich auch nicht in die Gesellschaft in Deutschland integrieren möchte oder diesem sogar feindselig gegenübersteht, für den sehe ich keine dauerhafte Bleibeperspektive. Wieso soll man Gegnern ein Zuhause geben?

Das entspricht auch dem was ich aus anderen Ländern so wahrnehme. Nirgendwo wird es toleriert dauerhaft konkurrierende Parallelgesellschaften aufzubauen. Die tragen nicht zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft als Ganzes bei.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Mai 2020, 15:25

Jessie hat geschrieben:(30 May 2020, 14:58)
In der Provinz gibt es ein friedliches Miteinander vielleicht nicht, in Großstädten ist es Usus.

Ich empfinde die Integration auf dem Lande eigentlich als vorbildlich. Das kann ich von städtischen Gebieten so nicht immer so behaupten. Aber vielleicht meinst du ja mit "friedlichem Miteinander" ja, dass die Biodeutschen endlich die Klappe halten um nicht auf die Fresse zu kriegen. Da ist man in der Stadt natürlich weiter.

Wir gehen da wohl von unterschiedlichen Vorstellungen aus, was "ideal" und "friedlich" zu nennen ist.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 30. Mai 2020, 15:30

Billie Holiday hat geschrieben:(30 May 2020, 10:57)

Ich sprach nicht von Staatsbürgerschaften, die sind mir wurscht, aber wo jemandes Familie ursprünglich herkommt, das finde ich interessant.
Naja....die Migranten in meinem Freundes- und Kollegenkreis wurden nicht dahingehend geimpft, sie hätten sich unbedingt rassistisch diskriminiert zu fühlen, wenn jemand Interesse zeigt. Die sind ziemlich selbstbewußt, schämen sich ihrer Herkunft nicht und freuen sich über Interesse an ihrer Person.
Man kann als große Leidenschaft überall Rassismus wittern, der ist aber nicht dort, wo Menschen sich unterhalten.
Ich wurde das letzte Mal öfter nach meiner Herkunft in Schottland gefragt. Statt rumzuplärren, wie rassistisch das doch sei, habe ich die Leute verwirrt mit der Aussage, ich sei ein Fischkopf. Ich hatte lange, ziemlich lustige Unterhaltungen. Ein Akzent kann dazu dienen, überhaupt ins Gespräch zu kommen. Du hättest bestimmt empört sofort das Land verlassen. :)

Nein, ich hätte gesagt das ich in Bayern aufgewachsen bin. Damit wäre das Thema auch erledigt gewesen da das für mich keine Rolle spielt. Wenn das jemand anders sieht läuft er halt gegen eine Wand.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 30. Mai 2020, 15:31

gallerie hat geschrieben:(30 May 2020, 15:15)
...Unsinn, da wäre auch Thai eine Illusion oder Brasilianisch?!
Ich habe in beiden Ländern gelebt, und die dort lebenden Menschen haben eine enge Verbundenheit zu ihrem Staat und ihrer Kultur, sogar in Brasilien, ein Einwanderungsland erster Güte.

Aber selbstverständlich ist das eine Illusion.
Es gibt sowas wie Mentalität oder Identität nicht. Es gibt nichts Grundlegendes, was "deutsch", "brasilianisch", "thailändisch" ist. Mit Ausnahme des "Staatsbürgerschaftsstempels".
Alle Menschen sind Individuen und unterscheiden sich in allen möglichen Eigenschaften. Nicht einmal mit der DNS kann man da argumentieren. Im Zweifel ist der Unterschied zwischen zwei Individuen der Spezies homo sapiens größer als der zum "durchschnittlichen" Schimpansen.
Dass die Thailänder z.B. eher Reis essen als Mitteleuropäer, hat nur damit zu tun, dass Reis in Südostasien allgemein Grundnahrungsmittel ist und in Mitteleuropa eben andere Getreidesorten wie z.B. Weizen. Daraus ergeben sich natürlich auch andere Rezepte. Aber das ist doch absolut Nichts, was es rechtfertigen würde, jemandem, der solche Reis-Rezepte bevorzugt, das Etikett "Thailänder" anzuheften. Das kann und darf ausschließlich der Staatsbürgerstempel.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 30. Mai 2020, 15:34

Troh.Klaus hat geschrieben:(30 May 2020, 15:31)

Aber selbstverständlich ist das eine Illusion.
Es gibt sowas wie Mentalität oder Identität nicht. Es gibt nichts Grundlegendes, was "deutsch", "brasilianisch", "thailändisch" ist. Mit Ausnahme des "Staatsbürgerschaftsstempels".
Alle Menschen sind Individuen und unterscheiden sich in allen möglichen Eigenschaften. Nicht einmal mit der DNS kann man da argumentieren. Im Zweifel ist der Unterschied zwischen zwei Individuen der Spezies homo sapiens größer als der zum "durchschnittlichen" Schimpansen.
Dass die Thailänder z.B. eher Reis essen als Mitteleuropäer, hat nur damit zu tun, dass Reis in Südostasien allgemein Grundnahrungsmittel ist und in Mitteleuropa eben andere Getreidesorten wie z.B. Weizen. Daraus ergeben sich natürlich auch andere Rezepte. Aber das ist doch absolut Nichts, was es rechtfertigen würde, jemandem, der solche Reis-Rezepte bevorzugt, das Etikett "Thailänder" anzuheften. Das kann und darf ausschließlich der Staatsbürgerstempel.

Nationalismus ist halt ein Globales Problem. :D
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon gallerie » Sa 30. Mai 2020, 15:40

Skeptiker hat geschrieben:(30 May 2020, 15:22)

Nirgendwo wird es toleriert dauerhaft konkurrierende Parallelgesellschaften aufzubauen. Die tragen nicht zu einer positiven Entwicklung der Gesellschaft als Ganzes bei.

...in Thailand, meinem Wohnsitz, undenkbar.
Hier zählt zunächst die Familie (Staat), dann die angrenzenden Länder, und dann der Rest der Welt.
In Deutschland ist es leider so, dass der Rest der Welt Vorgang hat vor der eigenen Familie, damit meine ich, Vorrang hatte die Integration ausländischer Menschen und nicht die der eigene Familie, nicht die in Armut lebenden Rentner, nicht die alleinerziehende Mutter, nicht die sozial Benachteiligten!!!
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon PeterK » Sa 30. Mai 2020, 15:53

Selina hat geschrieben:(30 May 2020, 14:43)
Genauso siehts aus. Diese Differenziertheit und Vielfalt scheint den Deutschtümel-Strategen regelrecht körperlich wehzutun. Außerdem brauchen sie zur eigenen Erhöhung möglichst weitere stramme Identitäre um sich herum. Die müssen dann fortwährend irgendwelche Bekenntnisse zum "Deutschtum" und zur "kulturellen Identität" herbeten. Irgendwie leer und krank das Ganze. Sektenmäßiges neurechtes Gesülze. Das Tragikomische daran: Trotzdem fleht man dann doch auch gleichzeitig um Anerkennung und Verständnis bei den anderen, die kein Interesse an Deutschtümelei haben.

Ich denke, es ist relativ einfach:

Wer es nötig hat, seine Identität über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu definieren, ist schwach.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 30. Mai 2020, 16:13

gallerie hat geschrieben:(30 May 2020, 15:40)

In Deutschland ist es leider so, dass der Rest der Welt Vorgang hat vor der eigenen Familie, damit meine ich, Vorrang hatte die Integration ausländischer Menschen und nicht die der eigene Familie, nicht die in Armut lebenden Rentner, nicht die alleinerziehende Mutter, nicht die sozial Benachteiligten!!!


Wie bitte kommt man auf so einen Unsinn?
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon BlueMonday » Sa 30. Mai 2020, 16:17

Selina hat geschrieben:(30 May 2020, 15:05)

Das Ganze geht in eine ungute Richtung. Nämlich in die des angeblich vorhandenen "menschlichen Wertes". Da ist der Katholik selbstverständlich "mehr wert" als der Muslim. Der Hochgebildete ist "mehr wert" als der nicht so Gebildete. Der Wohlhabende ist "mehr wert" als der Arme. Na klar doch, schließlich ist der Arme ja auch selbst schuld an seinem Schicksal. Alles verlogenes doppelmoralisches Zeuchs. Denn keiner ist besser oder "mehr wert" als der andere. Mensch ist Mensch. Die Ausgrenzerei und das Lamentieren über "das Eigene" und "das Fremde" zeugen lediglich von eigener geistiger Enge und eigener emotionaler Leere.


Das hieße dann konsequenterweise auch, dass jeder beliebige Mensch ungefragt zu dir nach Haus kommen könnte, sich zu dir an "deinen" Tisch setzen, sich in "dein" Bett legen könnte, "deinen" Kühlschrank leeren könnte usw.
Alle Menschen sind ja gleich. Also müsste es dir völlig gleichgültig sein, wer da kommt und geht und lebt. Es ist ja auch nicht "deine" Wohnung, wenn man diese Idee konsequent auslegt. Sie gehört "allen" gleichermaßen. Hoffentlich ist sie auch groß genug für alle. Die ganze Idee irgendeines Besitzes, eines Eigentums (bishin zum Selbsteigentum an der eigenen Person), einer Abgrenzung und Privatheit müsste man aufgeben, nähme man deine Sätze ernst.
Am Ende stünde eine völlige Gleichgültigkeit. Alles wäre egal(=gleich). Das wäre die völlige "emotionale Leere". Denn jede Ambition ist erst durch Differenz möglich. Jedes Geschenk setzt die Unterscheidung in "Mein und Dein" voraus. Es ist ohne jede Pointe, jemandem etwas zu schenken, wenn formal allen alles gehört. Man kann auch nur jemandem Asyl bieten, wenn man denn irgendeine Behausung sein eigen nennt usw. usf.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Alexyessin » Sa 30. Mai 2020, 16:20

Jessie hat geschrieben:(30 May 2020, 14:58)

In der Provinz gibt es ein friedliches Miteinander vielleicht nicht, in Großstädten ist es Usus.


Die Großstadt rettet sich immer schon in die Anonymität. Das ist alles. Ob das ein Miteinander oder eher ein Nebeneinander ist überlasse ich den Betrachter der jeweiligen Situation .
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Alexyessin » Sa 30. Mai 2020, 16:21

Skeptiker hat geschrieben:(30 May 2020, 15:22)
Da gibt es die anderen, die sich als Türken identifizieren, mit Deutschen nichts zu tun haben wollen oder ihnen sogar feindlich gegenüberstehen. Diese Leute sehe ich nicht als legitimen Teil der Bevölkerung in Deutschland. Mit deutschen Pass muss man sie tolerieren als dauerhaften sozialen Sprengstoff, ohne Pass sollte man langfristig diesen Menschen den Gefallen tun ihre so empfundene Heimat wiederzusehen.


Ich gebe hier gerne das Beispiel der in Bayern lebenden Griechen. Sie gehen auf griechische Schulen, sprechen nur Griechisch, arbeiten in griechischen Betrieben, heiraten nur untereinander usw.
Nur - ein sozialer Sprengstoff ist das nicht.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Alexyessin » Sa 30. Mai 2020, 16:22

BlueMonday hat geschrieben:(30 May 2020, 16:17)

Das hieße dann konsequenterweise auch, dass jeder beliebige Mensch ungefragt zu dir nach Haus kommen könnte, sich zu dir an "deinen" Tisch setzen, sich in "dein" Bett legen könnte, "deinen" Kühlschrank leeren könnte usw.


Wie kommst du bitte auf diesen doch recht sonderbaren Gedanken?
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon hallelujah » Sa 30. Mai 2020, 16:26

BlueMonday hat geschrieben:(30 May 2020, 16:17)

Das hieße dann konsequenterweise auch, dass jeder beliebige Mensch ungefragt zu dir nach Haus kommen könnte, sich zu dir an "deinen" Tisch setzen, sich in "dein" Bett legen könnte, "deinen" Kühlschrank leeren könnte usw.
Alle Menschen sind ja gleich. Also müsste es dir völlig gleichgültig sein, wer da kommt und geht und lebt. Es ist ja auch nicht "deine" Wohnung, wenn man diese Idee konsequent auslegt. Sie gehört "allen" gleichermaßen. Hoffentlich ist sie auch groß genug für alle. Die ganze Idee irgendeines Besitzes, eines Eigentums (bishin zum Selbsteigentum an der eigenen Person), einer Abgrenzung und Privatheit müsste man aufgeben, nähme man deine Sätze ernst.
Am Ende stünde eine völlige Gleichgültigkeit. Alles wäre egal(=gleich). Das wäre die völlige "emotionale Leere". Denn jede Ambition ist erst durch Differenz möglich. Jedes Geschenk setzt die Unterscheidung in "Mein und Dein" voraus. Es ist ohne jede Pointe, jemandem etwas zu schenken, wenn formal allen alles gehört. Man kann auch nur jemandem Asyl bieten, wenn man denn irgendeine Behausung sein eigen nennt usw. usf.



ach, der Käse mit der eigenen Wohnung darf natürlich nicht fehlen
Deutschland ist nicht Deine Wohnung, sondern, wenn Du so willst, eine Wohngemeinschaft. Und da entscheidest eben nicht nur Du, wer aufgenommen wird und wer nicht...
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Skeptiker » Sa 30. Mai 2020, 16:30

Alexyessin hat geschrieben:(30 May 2020, 16:21)

Ich gebe hier gerne das Beispiel der in Bayern lebenden Griechen. Sie gehen auf griechische Schulen, sprechen nur Griechisch, arbeiten in griechischen Betrieben, heiraten nur untereinander usw.
Nur - ein sozialer Sprengstoff ist das nicht.

Würdest du auch sagen, dass Türken mit antideutscher Haltung kein sozialer Sprengstoff sind?
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 30. Mai 2020, 16:32

Ich unterscheide ohnehin nicht nach Staatsbürgerschaft oder so, ich bin ohnehin ein Kritiker des Nstionalstastes und würde am liebsten heute statt morgen sein Ende erleben ich bin ein Bürger dieser Welt und keines Staates dass ist meine Identität.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon hallelujah » Sa 30. Mai 2020, 16:38

Alpha Centauri hat geschrieben:(30 May 2020, 16:32)

Ich unterscheide ohnehin nicht nach Staatsbürgerschaft oder so, ich bin ohnehin ein Kritiker des Nstionalstastes und würde am liebsten heute statt morgen sein Ende erleben ich bin ein Bürger dieser Welt und keines Staates dass ist meine Identität.



Das funktioniert ebenso wenig wie ein Abgrenzen von Nationalstaaten gegeneinander...
Gäbe es einen Gott, hätte er keine Religionen erschaffen.
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Re: Die deutsche Gesellschaft - wer gehört dazu, heute und morgen?

Beitragvon Alexyessin » Sa 30. Mai 2020, 16:40

Skeptiker hat geschrieben:(30 May 2020, 15:25)

Ich empfinde die Integration auf dem Lande eigentlich als vorbildlich.


Da kommt es aber darauf an, wie die soziale Komponente im Dorf bzw. in diesem Landstrich ist.
Eine Kleinstadt ( 5000 - 10000 Einwohner ) die eine Industrie hatte oder hat ist wesentlich offener zu Zugezogene als, wie zum Beispiel Nadlstadt in der Holledau, die nach dem Krieg mit Dorfflucht leben musste, weil es nicht genug Arbeit gab.
Solche Gemeinden blieben bis in die 80er Jahre im eigenen Saft, die soziale Integration konnte - wenn überhaupt - nur über die Ochsentour erfolgen ( Sportverein, Nähverein, mögl. Parteieintritt ) oder durch viel Geld.
Kleinstädte mit Industrie waren bzw. sind dahingehend offener geprägt weil diese eben aufgrund der Industrie Arbeitsplätze hatten, die besetzt werden mussten und somit sich offener gegeben haben.
Ins größere hast du das übrigens bei den Bundesländern auch. Oder bei den Regionen in den Bundesländern. Nimm hier als Beispiel Hessen. Der Norden ist ländlich geprägt, der Süden mit FFM ein Bollwerk der Industrie und Dienstleistungen.
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