Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

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Tom Bombadil
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Aggitation?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 9. Jan 2020, 13:13

Dark Angel hat geschrieben:(09 Jan 2020, 12:06)

Ach wirklich - weiß man das - angesichts solcher Tweets:

"Grenzenlose Solidarität mit Palästina."
Quelle

Das kann man auch mal semantisch angehen: "grenzenlos" bedeutet laut Duden "uneingeschränkt, bedingungslos", "Solidarität" bedeutet "unbedingtes Zusammenhalten mit jemandem aufgrund gleicher Anschauungen und Ziele". Das schließt dann - rein semantisch - uneingeschränkt, bedingungslos und unbedingt auch die Hamas und ein judenreines Palästina mit ein, weil man ja die gleichen Anschauungen und Ziele teilt. Jaaaa, ich weiß, das meinen nicht alle Palästinenser und das hat Hollek auch überhaupt nicht so gemeint, schon klar, als Journalist kennt er die Bedeutung der Worte, die er wählt, nicht so genau, der Schlingel :)
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Aggitation?

Beitragvon PeterK » Do 9. Jan 2020, 13:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Jan 2020, 12:00)
Jaja, als der Gegenwind kam, ist Hollek dann zurück gerudert und hat natürlich nur Boomer-Rächte gemeint, deren Omas natürlich auch rächts gewesen sein müssen.

Er hat nicht zurückgerudert, sondern denjenigen, die ihn missverstanden haben/missverstehen wollten, erklärt, was eigentlich jedem, der des Lesens und Verstehens mächtig ist, klar sein müsste:

Er antwortete dem rechten Troll-Mob, dessen Großmütter oder Urgroßmütter wohl zumindest in beträchtlicher Zahl dem Nationalsozialismus zugetan waren:
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Vongole » Do 9. Jan 2020, 13:30

Man sollte über Hollek allmächlich den Mantel des Schweigens breiten, Nichbeachtung trifft bei solchen Vögeln meist mehr als jeder Protest.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Aggitation?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 9. Jan 2020, 13:39

PeterK hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:29)

Er hat nicht zurückgerudert...

Selbstverständlich ist er zurück gerudert, du hast es doch selber zitiert. Und bei seiner halbherzigen Entschuldigung ist er gleich nochmal zurückgerudert.

...wohl zumindest...

Oder so. Sippenhaft ist trotzdem abgeschafft und ob die Oma eines "rechten" Trollmobkritikers tatsächlich eine Nazisau war, müsste auch erst noch bewiesen werden. Aber gut, einen Linksaußen kümmert Rechtsstaatlichkeit nicht, dass ein Konservativer ins gleiche Horn stößt, verwundert dann doch.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Dark Angel » Do 9. Jan 2020, 13:43

Vongole hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:30)

Man sollte über Hollek allmächlich den Mantel des Schweigens breiten, Nichbeachtung trifft bei solchen Vögeln meist mehr als jeder Protest.

Könnte man, gäbe es da nicht "das Klientel", das ihn und seine Äußerungen verteidigt und versucht, ihn reinzuwaschen.
In gewisser Weise geht es nicht mehr um den "Vogel" selbst, sondern um diejenigen, die seine Aussagen (und damit ihn) verteidigen.
Passt wieder zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit - das sind immer die anderen, heißt mangelnde Fähigkeit zur Selbstreflektion, an BEIDEN Rändern des politischen Spektrums.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Aggitation?

Beitragvon Dark Angel » Do 9. Jan 2020, 13:44

PeterK hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:29)

Er hat nicht zurückgerudert, sondern denjenigen, die ihn missverstanden haben/missverstehen wollten, erklärt, was eigentlich jedem, der des Lesens und Verstehens mächtig ist, klar sein müsste:

Er antwortete dem rechten Troll-Mob, dessen Großmütter oder Urgroßmütter wohl zumindest in beträchtlicher Zahl dem Nationalsozialismus zugetan waren:
(Thomas Mann)

Natürlich hat er zurück gerudert, was denn sonst?
Nur wirkt seine halbherzige Entschuldigung (bei seiner Vita) sehr unglaubhaft.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon naddy » Do 9. Jan 2020, 13:47

Vongole hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:30)

Man sollte über Hollek allmächlich den Mantel des Schweigens breiten, Nichbeachtung trifft bei solchen Vögeln meist mehr als jeder Protest.

Darum geht es doch schon längst nicht mehr, wenn es überhaupt jemals um Vögel wie Hollek gegangen ist.

Es geht darum im Feldversuch zu erforschen, zu welchen Verrenkungen die ideologisch anders verpeilte Seite noch bereit ist, bevor sie endlich auf ihre Kombattanten die gleichen Maßstäbe anwendet, wie auf die der Gegenseite.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Vongole » Do 9. Jan 2020, 14:18

Dark Angel hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:43)

Könnte man, gäbe es da nicht "das Klientel", das ihn und seine Äußerungen verteidigt und versucht, ihn reinzuwaschen.
In gewisser Weise geht es nicht mehr um den "Vogel" selbst, sondern um diejenigen, die seine Aussagen (und damit ihn) verteidigen.
Passt wieder zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit - das sind immer die anderen, heißt mangelnde Fähigkeit zur Selbstreflektion, an BEIDEN Rändern des politischen Spektrums.

Das ist mir bewusst, nur bietet man dem Mann damit von beiden Seiten eine m.M.n. unverdiente Bühne. Wer war er denn vor dem Lied?
Ein weitestgehend völlig unbekannter freier Mitarbeiter des ÖR, der sich jetzt mittels der ganzen Debatte zum Opfer stilisieren lässt, und davon sicher auf die eine oder andere Weise profitieren wird.
Ich hab mich zwar auch über das Lied geärgert, aber aus anderen Gründen als die meisten hier. Beleidigen kann mich so ein Typ nämlich nicht.

naddy hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:47)

Darum geht es doch schon längst nicht mehr, wenn es überhaupt jemals um Vögel wie Hollek gegangen ist.
Es geht darum im Feldversuch zu erforschen, zu welchen Verrenkungen die ideologisch anders verpeilte Seite noch bereit ist, bevor sie endlich auf ihre Kombattanten die gleichen Maßstäbe anwendet, wie auf die der Gegenseite.

Da halte ich eben andere Beispiele für geeigneter als den total verunglückten Versuch des ÖR, hip zu sein.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon tarkomed » Do 9. Jan 2020, 14:28

Dark Angel hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:43)

Könnte man, gäbe es da nicht "das Klientel", das ihn und seine Äußerungen verteidigt und versucht, ihn reinzuwaschen.
In gewisser Weise geht es nicht mehr um den "Vogel" selbst, sondern um diejenigen, die seine Aussagen (und damit ihn) verteidigen.
Passt wieder zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit - das sind immer die anderen, heißt mangelnde Fähigkeit zur Selbstreflektion, an BEIDEN Rändern des politischen Spektrums.

Wobei mir diejenigen, die ihn verteidigen, viel sympathischer sind als diejenigen die ihn mit Drohungen überschütten bis hin zu Morddrohungen, denn Verteidigen ist nicht Hetzen. Wenn wir schon bei der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind...
https://taz.de/Drohungen-gegen-Journalisten/!5644201/
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Keoma » Do 9. Jan 2020, 14:35

tarkomed hat geschrieben:(09 Jan 2020, 14:28)

Wobei mir diejenigen, die ihn verteidigen, viel sympathischer sind als diejenigen die ihn mit Drohungen überschütten bis hin zu Morddrohungen, denn Verteidigen ist nicht Hetzen. Wenn wir schon bei der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind...
https://taz.de/Drohungen-gegen-Journalisten/!5644201/


Auch so ein böser Rechter, der dir sicher völlig unsympathisch ist:

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... sights.%7B"74380355760"%3A%7B"page_id"%3A74380355760%2C"actor_id"%3A74380355760%2C"dm"%3A%7B"isShare"%3A0%2C"originalPostOwnerID"%3A0%7D%2C"psn"%3A"EntStatusCreationStory"%2C"post_context"%3A%7B"object_fbtype"%3A266%2C"publish_time"%3A1577733945%2C"story_name"%3A"EntStatusCreationStory"%2C"story_fbid"%3A%5B10157676316500761%5D%7D%2C"role"%3A1%2C"sl"%3A4%2C"targets"%3A%5B%7B"actor_id"%3A74380355760%2C"page_id"%3A74380355760%2C"post_id"%3A10157676316500761%2C"role"%3A1%2C"share_id"%3A0%7D%5D%7D%7D&__tn__=%2C%3B
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Dark Angel » Do 9. Jan 2020, 14:36

Vongole hat geschrieben:(09 Jan 2020, 14:18)

Das ist mir bewusst, nur bietet man dem Mann damit von beiden Seiten eine m.M.n. unverdiente Bühne. Wer war er denn vor dem Lied?
Ein weitestgehend völlig unbekannter freier Mitarbeiter des ÖR, der sich jetzt mittels der ganzen Debatte zum Opfer stilisieren lässt, und davon sicher auf die eine oder andere Weise profitieren wird.
Ich hab mich zwar auch über das Lied geärgert, aber aus anderen Gründen als die meisten hier. Beleidigen kann mich so ein Typ nämlich nicht.

Das ist richtig. Das was als Satire gedacht und geplant war, erwies sich als der sprichwörtliche "Griff ins Klo", für den sich der Intendant des WDR entschuldigt hat, ebenso hat sich der WDR von der/den Twitteräußerungen distanziert. Eigentlich hätte die ganze Geschichte damit erledigt sein können - hätte ...
Jetzt sind es aber nicht mehr die Zuschauer (Kunden) des ÖRR, die die Sache am "Kochen" halten, jetzt sind es Journalisten und Redakteure, die - eben wegen der Entchuldigung - Druck auf den Intendanten/auf die Leitung des WDR ausüben.
Der Eindruck liegt nahe, dass es damit schon lange nicht mehr um Hollek oder das dämlich Liedchen geht, sondern um die Durchsetzung eigener ideologischer Sichtweisen. Das ist m.M.n. das größere Problem, weil man sich gegen jegliche Kritik zu immunisieren versucht und für sakrosankt hält. Dass damit die Spaltung der Gesellschaft forciert wird, wird ignoriert.
Was nicht erkannt wird oder nicht erkannt werden will, ist die Tatsache, dass Diskursausgrenzung/Diskursverweigerung, das Stigmatisieren unangenehmer Meinungen/Aussagen eigentlich ein Zeichen eigener Argumentationslosigkeit ist.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Keoma » Do 9. Jan 2020, 14:41

Dark Angel hat geschrieben:(09 Jan 2020, 14:36)

Das ist richtig. Das was als Satire gedacht und geplant war, erwies sich als der sprichwörtliche "Griff ins Klo", für den sich der Intendant des WDR entschuldigt hat, ebenso hat sich der WDR von der/den Twitteräußerungen distanziert. Eigentlich hätte die ganze Geschichte damit erledigt sein können - hätte ...
Jetzt sind es aber nicht mehr die Zuschauer (Kunden) des ÖRR, die die Sache am "Kochen" halten, jetzt sind es Journalisten und Redakteure, die - eben wegen der Entchuldigung - Druck auf den Intendanten/auf die Leitung des WDR ausüben.
Der Eindruck liegt nahe, dass es damit schon lange nicht mehr um Hollek oder das dämlich Liedchen geht, sondern um die Durchsetzung eigener ideologischer Sichtweisen. Das ist m.M.n. das größere Problem, weil man sich gegen jegliche Kritik zu immunisieren versucht und für sakrosankt hält. Dass damit die Spaltung der Gesellschaft forciert wird, wird ignoriert.
Was nicht erkannt wird oder nicht erkannt werden will, ist die Tatsache, dass Diskursausgrenzung/Diskursverweigerung, das Stigmatisieren unangenehmer Meinungen/Aussagen eigentlich ein Zeichen eigener Argumentationslosigkeit ist.


Man könnte sogar sagen, hier wird an einer neuen Legende gebastelt, wer gegen den ÖRR ist, ist rechts und pfui.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Aggitation?

Beitragvon PeterK » Do 9. Jan 2020, 14:48

Tom Bombadil hat geschrieben:(09 Jan 2020, 13:39)
Selbstverständlich ist er zurück gerudert, du hast es doch selber zitiert. Und bei seiner halbherzigen Entschuldigung ist er gleich nochmal zurückgerudert.

Nein. Er hat klargestellt, wer gemeint war:
Explizit möchte ich aber ebenso deutlich jene von dieser Entschuldigung ausschließen, die mich seit gestern mit Gewalt- und Todesdrohungen überhäufen.

Sippenhaft ist trotzdem abgeschafft ...

Das ist ein schönes Allgemeinplätzchen.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Dark Angel » Do 9. Jan 2020, 14:52

tarkomed hat geschrieben:(09 Jan 2020, 14:28)

Wobei mir diejenigen, die ihn verteidigen, viel sympathischer sind als diejenigen die ihn mit Drohungen überschütten bis hin zu Morddrohungen, denn Verteidigen ist nicht Hetzen. Wenn wir schon bei der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind...
https://taz.de/Drohungen-gegen-Journalisten/!5644201/

Whataboutismen machen die Sache auch nicht besser!
Hier in diesem Thread geht es um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von links als Mittel politischer Agitation.
Die Beispiele zeigen, dass sich Linke in gleichem Maße gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bedienen wie Rechte.
An/in BEIDEN Rändern des politischen Spektrums ist es en vogue sich dieses Mittels für die politische Agitation zu bedienen.
Ablenkungsmanöver alá "aber die Rechten ..." sind also völlig unangebracht!
Wie ein Sprichwort sagt "wenn mit einem Finger auf andere gezeigt wird, weisen drei auf einen selbst zurück".

Ich kann mich NICHT erinnern, dass irgend jemand, der das dämliche Liedchen und die Tweets von Hollek kritisiert, auch nur ansatzweise die Drohungen gegen ihn gutheißt bzw generell Drohungen gegenüber anderen Menschen gut heißt.

Ws soll also dieser Strohmann?!
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Vongole » Do 9. Jan 2020, 15:09

Dark Angel hat geschrieben:(09 Jan 2020, 14:36)

Das ist richtig. Das was als Satire gedacht und geplant war, erwies sich als der sprichwörtliche "Griff ins Klo", für den sich der Intendant des WDR entschuldigt hat, ebenso hat sich der WDR von der/den Twitteräußerungen distanziert. Eigentlich hätte die ganze Geschichte damit erledigt sein können - hätte ...
Jetzt sind es aber nicht mehr die Zuschauer (Kunden) des ÖRR, die die Sache am "Kochen" halten, jetzt sind es Journalisten und Redakteure, die - eben wegen der Entchuldigung - Druck auf den Intendanten/auf die Leitung des WDR ausüben.
Der Eindruck liegt nahe, dass es damit schon lange nicht mehr um Hollek oder das dämlich Liedchen geht, sondern um die Durchsetzung eigener ideologischer Sichtweisen. Das ist m.M.n. das größere Problem, weil man sich gegen jegliche Kritik zu immunisieren versucht und für sakrosankt hält. Dass damit die Spaltung der Gesellschaft forciert wird, wird ignoriert.
Was nicht erkannt wird oder nicht erkannt werden will, ist die Tatsache, dass Diskursausgrenzung/Diskursverweigerung, das Stigmatisieren unangenehmer Meinungen/Aussagen eigentlich ein Zeichen eigener Argumentationslosigkeit ist.

Soweit ich das - noch - verfolgt habe, setzen die Journalisten und Redakteure Buhrow unter Druck, weil sie in seiner Entschuldigung, mehr aber noch in der Entfernung des Liedes einen Eingriff in die Pressefreiheit sehen.
Dem vermag ich nur bedingt zu folgen, weil in meinen Augen sowohl Presse- als auch Meinungsfreiheit dort Grenzen haben, wo Menschen in ihrer Würde verletzt werden, eine Haltung, mit der ich mich sicherlich in einer Minderheit
befinde.
Andererseits sind Journalisten in einer Zeit, wo auch in Europa schon wieder kräftig in die Pressefreiheit eingriffen wird, zurecht sehr empfindlich und aufmerksam geworden.
Die Durchsetzung ideologischer Sichtweisen sehe ich daher weniger bei dieser Zunft als beim Publikum, also den Verfechtern/Gegnern des Liedes. Dass da der Wille zum Diskurs mittlerweile abhanden gekommen ist,
nicht nur bei diesem Thema, da stimme ich Dir zu.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Aggitation?

Beitragvon naddy » Do 9. Jan 2020, 15:19

PeterK hat geschrieben:(09 Jan 2020, 14:48)

Nein. Er hat klargestellt, wer gemeint war:

"Explizit möchte ich aber ebenso deutlich jene von dieser Entschuldigung ausschließen, die mich seit gestern mit Gewalt- und Todesdrohungen überhäufen.".

Ja, wie bereits gesagt:
naddy hat geschrieben:... wer konnte denn mit sowas rechnen? Man hält die Rechtsextremen doch sonst für eine ausgesprochen friedliche Unterart der Gattung Mensch. Man lernt halt nie aus...

"Bedrohung" ist nach § 241 StGB ein Vergehen, soll er es halt zur Anzeige bringen, wie jeder andere davon betroffene Bürger auch. Falls er es jedoch vorziehen sollte, die selbst provozierte Opferrolle weiterhin propagandistisch auszuschlachten, sollte er sich vorher informieren, mit wem ihn das gemein macht.
Das ("Sippenhaft", d.V.) ist ein schönes Allgemeinplätzchen.

Das sich nichtsdestotrotz bei Einigen noch großer Beliebtheit zu erfreuen scheint:
tarkomed hat geschrieben:(09 Jan 2020, 09:15)

Und ja, wenn sich diese rechten Trolle nicht selbst radikalisiert haben, dann wurde ihnen ihre Ideologie von ihrer Großmutter über ihre Mutter weitergegeben. So abwegig ist es gar nicht. Manchen Älteren von ihnen natürlich auch direkt von ihrem Vater.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Dark Angel » Do 9. Jan 2020, 15:20

Vongole hat geschrieben:(09 Jan 2020, 15:09)

Soweit ich das - noch - verfolgt habe, setzen die Journalisten und Redakteure Buhrow unter Druck, weil sie in seiner Entschuldigung, mehr aber noch in der Entfernung des Liedes einen Eingriff in die Pressefreiheit sehen.
Dem vermag ich nur bedingt zu folgen, weil in meinen Augen sowohl Presse- als auch Meinungsfreiheit dort Grenzen haben, wo Menschen in ihrer Würde verletzt werden, eine Haltung, mit der ich mich sicherlich in einer Minderheit
befinde.

Da sind wir schon zwei, die dieser Meinung sind.
Allerding scheint es mit der Achtung der Menschenwürde nicht weit her zu sein, wenn das Menschen betrifft, die nicht die gleiche politische Ideologie vertreten. Findet man auch hier im Forum und auch hier nehmen sich beide Ränder des politischen Spektrums rein gar nichts.

Vongole hat geschrieben:(09 Jan 2020, 15:09)Andererseits sind Journalisten in einer Zeit, wo auch in Europa schon wieder kräftig in die Pressefreiheit eingriffen wird, zurecht sehr empfindlich und aufmerksam geworden.
Die Durchsetzung ideologischer Sichtweisen sehe ich daher weniger bei dieser Zunft als beim Publikum, also den Verfechtern/Gegnern des Liedes. Dass da der Wille zum Diskurs mittlerweile abhanden gekommen ist,
nicht nur bei diesem Thema, da stimme ich Dir zu.

Pressefreiheit ist ein hohes Gut. Allerdings sollten sich Journalisten und Medienvertreter ihrer Aufgabe bewusst sein und Neutralität wahren.
Die Durchsetzung ideologischer Sichtweisen sehe ich auf beiden Seiten gleichermaßen.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Selina » Do 9. Jan 2020, 15:29

Die Geschichte interessiert doch nur noch die, die etwas weiter rechts im politischen Spektrum stehen. Alles längst gegessen.
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon Keoma » Do 9. Jan 2020, 15:36

Selina hat geschrieben:(09 Jan 2020, 15:29)

Die Geschichte interessiert doch nur noch die, die etwas weiter rechts im politischen Spektrum stehen. Alles längst gegessen.


Na ja, offensichtlich zeigst du durch deinen Beitrag Interesse.
Bist du also auch schon weit nach rechts gerutscht?
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Re: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von Links als Stilmittel in der politischen Agitation?

Beitragvon BenJohn » Do 9. Jan 2020, 15:36

Selina hat geschrieben:(09 Jan 2020, 15:29)

Die Geschichte interessiert doch nur noch die, die etwas weiter rechts im politischen Spektrum stehen. Alles längst gegessen.

Die Geschichte wird ja nur von Menschen klein geredet, die etwas weiter links im politischen Spektrum stehen. :rolleyes:

Jetzt mal ganz ehrlich. Muss das sein? Soll das Diskussion sein? Oder was ist das hier?
Für manche Linken ist einer schon rechtsradikal, wenn er nur pünktlich zur Arbeit kommt. Heiner Geißler

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