Wut-Bauern

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Teeernte
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Teeernte » Sa 16. Nov 2019, 19:43

Adam Smith hat geschrieben:(16 Nov 2019, 19:32)

Wobei sich mehr und mehr der Scanner und das digitale Belegbuchen durchsetzt. Die Papiermenge nimmt dadurch in der Tat stark ab.


Na dann wird später die Dorfrunde des Bauern mit Trecker als Naherholung gebucht....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon streicher » Sa 16. Nov 2019, 21:10

Selina hat geschrieben:(16 Nov 2019, 12:07)

Ja, da ist was dran. Obgleich diese Geschichte natürlich keine Agrarwende bedeutet.
Nein, es bedeutet, dass sich Leute neue Wege und Möglichkeiten suchen. Wie sehr es Schule macht, bleibt abzuwarten. Aber in der Diskussion wurden zwei Zahlen genannt: 30% und 50%. Ließen sich 20% noch abfedern? Oder wievielprozentig kann eine Agrarwende werden...
Es gibt ja viele Stellen, an denen man ansetzen kann, zum Beispiel auch die Lebensmittelverschwendung: es wird viel weggeworfen. Bei uns in der Biotonne lädt auch einer immer wieder Brote und Gebäck ab. Es gibt nur eine Filialbäckerei in München, die ihr Angebot täglich beinahe komplett losbekommt - die Hofpfisterei. In der letzten Verkaufsstunde gehen die Preise runter: dann wird abgesahnt. Es wird noch viel für die Tonne produziert - da gäbe es noch zu optimieren.
Zudem wird sich an Experimenten wie diesem probiert: Kartoffelkombinat, ein genossenschaftlich organisierter Gemüsebetrieb, der solidarisch mit weiteren Betrieben arbeitet. Bislang ist er recht erfolgreich und weitere Genossenschaften anderswo in Deutschland verteilt orientieren sich an dem Betrieb.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon streicher » Sa 16. Nov 2019, 21:13

Misterfritz hat geschrieben:(16 Nov 2019, 18:23)

Das halte ich für eine nicht wirklich praktikable Idee. Wenn ich mal davon absehe, dass man die meisten Sachen nur zu bestimmten Zeiten ernten kann und auch nicht unverarbeitet unendlich lagern kann, dann möchte ich die Leute sehen, die sich neben Job die Zeit nehmen, z.B. ihre eigenen Kartoffeln anzubauen.
Es sind nicht viele. Aber es gibt sie durchaus. Sicher, zum Lagern braucht man die Kapazitäten. Nicht jeder baut sich einen Erdkeller, um seinen Anbau zu lagern. Neben dem Lagern kann man übrigens zu einem anderen Mittel greifen. Einkochen. Du kennst niemanden, der das macht?
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Keoma » Sa 16. Nov 2019, 22:31

Das Rad der Zeit kann keiner zurückdrehen.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Ebiker » Sa 16. Nov 2019, 22:41

streicher hat geschrieben:(16 Nov 2019, 21:13)

Es sind nicht viele. Aber es gibt sie durchaus. Sicher, zum Lagern braucht man die Kapazitäten. Nicht jeder baut sich einen Erdkeller, um seinen Anbau zu lagern. Neben dem Lagern kann man übrigens zu einem anderen Mittel greifen. Einkochen. Du kennst niemanden, der das macht?


Macht kaum noch jemand weil es sehr viel schonendere Lagerungsmethoden gibt
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Billie Holiday » Sa 16. Nov 2019, 22:58

streicher hat geschrieben:(16 Nov 2019, 21:13)

Es sind nicht viele. Aber es gibt sie durchaus. Sicher, zum Lagern braucht man die Kapazitäten. Nicht jeder baut sich einen Erdkeller, um seinen Anbau zu lagern. Neben dem Lagern kann man übrigens zu einem anderen Mittel greifen. Einkochen. Du kennst niemanden, der das macht?


Überwiegend alte Frauen in meinem Umfeld, die noch einkochen. :s
Und ein paar Bekannte/Freunde mit großen Gärten und diesen als Hobby.

Auf meinen Balkon passt Gemüse für eine Mahlzeit. :D
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Keoma » Sa 16. Nov 2019, 23:09

Brauchen wir nicht ohne Fleischkonsum mehr Anbauflächen?
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon H2O » Sa 16. Nov 2019, 23:56

Keoma hat geschrieben:(16 Nov 2019, 23:09)

Brauchen wir nicht ohne Fleischkonsum mehr Anbauflächen?


Das wäre der Fall, wenn ich Mastvieh mit weniger Pflanzenkost schlachtreif füttern könnte, als dem Nährwert des Nutztiers entspricht. Als Spielzahl ist bei mir haften geblieben, daß nur 1/5 des Nährwerts der verfütterten Pflanzen nachher in Form von Fleisch übrig bleibt. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Tiere in ihrem Leben Körperwärme abstrahlen, die aufgenommene Nahrung nicht vollständig verdauen. Richtig ist aber, daß wir mehr Anbauflächen bräuchten, wen wir unsere vorhandenen Nutztiere auf jeden Fall nicht aus der vorhandenen landwirtschaftlichen Nutzfläche versorgen würden. Dann müßten wir mehr pflanzliche Nahrungsmittel vorhalten, um den Fleischverbrauch zu ermöglichen.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Keoma » Sa 16. Nov 2019, 23:59

H2O hat geschrieben:(16 Nov 2019, 23:56)

Das wäre der Fall, wenn ich Mastvieh mit weniger Pflanzenkost schlachtreif füttern könnte, als dem Nährwert des Nutztiers entspricht. Als Spielzahl ist bei mir haften geblieben, daß nur 1/5 des Nährwerts der verfütterten Pflanzen nachher in Form von Fleisch übrig bleibt. Ist ja auch kein Wunder, wenn die Tiere in ihrem Leben Körperwärme abstrahlen, die aufgenommene Nahrung nicht vollständig verdauen. Richtig ist aber, daß wir mehr Anbauflächen bräuchten, wen wir unsere vorhandenen Nutztiere auf jeden Fall nicht aus der vorhandenen landwirtschaftlichen Nutzfläche versorgen würden. Dann müßten wir mehr pflanzliche Nahrungsmittel vorhalten, um den Fleischverbrauch zu ermöglichen.

Nein, ich meinte, um den Nährwert von Fleisch zu erreichen.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon streicher » So 17. Nov 2019, 13:48

Ebiker hat geschrieben:(16 Nov 2019, 22:41)

Macht kaum noch jemand weil es sehr viel schonendere Lagerungsmethoden gibt
Erzähl mal.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 13:55

streicher hat geschrieben:(16 Nov 2019, 21:10)

Nein, es bedeutet, dass sich Leute neue Wege und Möglichkeiten suchen. Wie sehr es Schule macht, bleibt abzuwarten. Aber in der Diskussion wurden zwei Zahlen genannt: 30% und 50%. Ließen sich 20% noch abfedern? Oder wievielprozentig kann eine Agrarwende werden...
Es gibt ja viele Stellen, an denen man ansetzen kann, zum Beispiel auch die Lebensmittelverschwendung: es wird viel weggeworfen. Bei uns in der Biotonne lädt auch einer immer wieder Brote und Gebäck ab. Es gibt nur eine Filialbäckerei in München, die ihr Angebot täglich beinahe komplett losbekommt - die Hofpfisterei. In der letzten Verkaufsstunde gehen die Preise runter: dann wird abgesahnt. Es wird noch viel für die Tonne produziert - da gäbe es noch zu optimieren.
Zudem wird sich an Experimenten wie diesem probiert: Kartoffelkombinat, ein genossenschaftlich organisierter Gemüsebetrieb, der solidarisch mit weiteren Betrieben arbeitet. Bislang ist er recht erfolgreich und weitere Genossenschaften anderswo in Deutschland verteilt orientieren sich an dem Betrieb.


Ja, stimme dir in allen Punkten zu. Die Lebensmittelverschwendung ist riesengroß. Und was alles weggeschmissen wird in den Märkten, ist auch kaum auszuhalten. Das wird noch viel zu wenig gemacht, mit dem Preis kurz vor Ladenschluss bei frischen Produkten runterzugehen. Oder einen Vertrag mit der "Tafel" abzuschließen. Da ist auf alle Fälle noch viel Raum für Verbesserungen. Da hast du vollkommen recht. Und was den Genossenschaftsgedanken anbelangt, da rennst du bei mir offene Türen ein. Es ließe sich generell vieles in der Gesellschaft genossenschaftlich angehen. Das geht beim Konsum los und könnte bei einer großen Selbstversorger-Genossenschaft enden. Darf ich fragen, wieso du dich "Streicher" nennst?
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon streicher » So 17. Nov 2019, 14:04

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 13:55)

Ja, stimme dir in allen Punkten zu. Die Lebensmittelverschwendung ist riesengroß. Und was alles weggeschmissen wird in den Märkten, ist auch kaum auszuhalten. Das wird noch viel zu wenig gemacht, mit dem Preis kurz vor Ladenschluss bei frischen Produkten runterzugehen. Oder einen Vertrag mit der "Tafel" abzuschließen. Da ist auf alle Fälle noch viel Raum für Verbesserungen. Da hast du vollkommen recht. Und was den Genossenschaftsgedanken anbelangt, da rennst du bei mir offene Türen ein. Es ließe sich generell vieles in der Gesellschaft genossenschaftlich angehen. Das geht beim Konsum los und könnte bei einer großen Selbstversorger-Genossenschaft enden. Darf ich fragen, wieso du dich "Streicher" nennst?
Selbstversorgung, ja darauf wollen einige Initiativen auch hinaus. Permakultur geht auch in diese Richtung.
Streicher: Das stammt aus "Herr der Ringe": Aragorn wird anfangs so genannt. Die Figur Aragorn gehört zu meinen Lieblingsfiguren.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 14:08

streicher hat geschrieben:(17 Nov 2019, 14:04)

Selbstversorgung, ja darauf wollen einige Initiativen auch hinaus. Permakultur geht auch in diese Richtung.
Streicher: Das stammt aus "Herr der Ringe": Aragorn wird anfangs so genannt. Die Figur Aragorn gehört zu meinen Lieblingsfiguren.


Aaaah, vielen Dank :) Zu diesem Typen hier hätten deine Kommentare auch wahrlich nicht gepasst ;)
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Dark Angel » So 17. Nov 2019, 14:12

Keoma hat geschrieben:(16 Nov 2019, 23:59)

Nein, ich meinte, um den Nährwert von Fleisch zu erreichen.

Das Problem, was unserer "superschlauen" oder besser naiven Befürworter ökologischer Landwirtschaft und des Fleischverzichts nicht auf die Reihe bekommen ist, dass nicht jede landwirtschaftliche nutzbare Fläche - und dazu gehört nunmal Weideland und Flächen zur Futtergewinnung - i.d.R. Trocken- und Feuchtwiesen - a) nicht als Ackerland nutzbar ist und b) Biotope mit besonderer Artenvielfalt bilden.
Desweiteren vergessen unsere Befürworter des Fleischverzichts, die Tatsache dass Fleisch eine größere Energiedichte aufweist als rein pflanzliche Nahrung - damit verbunden ein höherer Flächenbedarf - UND das die Aufbereitung pflanzlicher Nahrung mit einem hohen Energiebedarf verbunden ist.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Dark Angel » So 17. Nov 2019, 14:14

Ebiker hat geschrieben:(16 Nov 2019, 22:41)

Macht kaum noch jemand weil es sehr viel schonendere Lagerungsmethoden gibt

Einkochen ist auch Lagerung. Auch konservierte Nahrungsmittel müssen gelagert werden.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Dark Angel » So 17. Nov 2019, 14:18

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 13:55)

Ja, stimme dir in allen Punkten zu. Die Lebensmittelverschwendung ist riesengroß. Und was alles weggeschmissen wird in den Märkten, ist auch kaum auszuhalten. Das wird noch viel zu wenig gemacht, mit dem Preis kurz vor Ladenschluss bei frischen Produkten runterzugehen. Oder einen Vertrag mit der "Tafel" abzuschließen. Da ist auf alle Fälle noch viel Raum für Verbesserungen. Da hast du vollkommen recht. Und was den Genossenschaftsgedanken anbelangt, da rennst du bei mir offene Türen ein. Es ließe sich generell vieles in der Gesellschaft genossenschaftlich angehen. Das geht beim Konsum los und könnte bei einer großen Selbstversorger-Genossenschaft enden. Darf ich fragen, wieso du dich "Streicher" nennst?

Ja was meinst Du denn, WER die "Riesenflächen", die Du unbedingt in "kleinere Flächen umwandeln" willst, bewirtschaftet?
Das SIND Genossenschaften! Anders lassen sich die Kosten für Landtechnik gar nicht stemmen.
Der einzige Unterschied zur Zwangskollektivierung besteht im freiwilligen Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben.
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 14:35

Dark Angel hat geschrieben:(17 Nov 2019, 14:18)

Ja was meinst Du denn, WER die "Riesenflächen", die Du unbedingt in "kleinere Flächen umwandeln" willst, bewirtschaftet?
Das SIND Genossenschaften! Anders lassen sich die Kosten für Landtechnik gar nicht stemmen.
Der einzige Unterschied zur Zwangskollektivierung besteht im freiwilligen Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben.


Ich hatte in meinem Post an streicher andere Genossenschaften gemeint. Es ging in dem Post in erster Linie um Lebensmittelverschwendung. Vielleicht etwas zu weit vom Thread-Thema entfernt. Stimmt. Übrigens: Was die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Osten des Landes anbelangt, da gibt es die berechtigte Sorge, "dass die Entwicklung aus dem Ruder läuft und das ostdeutsche Land bald nicht mehr regionalen Landwirten, sondern internationalen Holdings gehört".
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Dark Angel » So 17. Nov 2019, 15:37

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 14:35)

Ich hatte in meinem Post an streicher andere Genossenschaften gemeint. Es ging in dem Post in erster Linie um Lebensmittelverschwendung. Vielleicht etwas zu weit vom Thread-Thema entfernt. Stimmt. Übrigens: Was die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Osten des Landes anbelangt, da gibt es die berechtigte Sorge, "dass die Entwicklung aus dem Ruder läuft und das ostdeutsche Land bald nicht mehr regionalen Landwirten, sondern internationalen Holdings gehört".

Komisch, Du meinst immer etwas anderes als Du sagst.
Kannst Du mal verraten, welchen Einfluss eine landwirtschaftliche Genossenschaft auf die Verschwendung von Lebensmitteln nehmen kann bzw soll?
Landwirte/landwirtschaftliche Genossenschaften produzieren Lebensmittel und verkaufen diese an Handelsunternehmen. Danach haben sie keinerlei Einfluss mehr, weder auf die Angebots- noch die Preisgestaltung.

Die Art Genossenschaft, die DIR vorschwebt, kann und wird es nicht geben - nicht in der, von Dir favorisierten "No-Boarder-World", einer (vollständig) globalisierten Welt, denn:
"Bei einer Genossenschaft handelt es sich um eine Gesellschaft mit einer begrenzten Mitgliederzahl. Diese verfolgt nicht als Hauptziel zu wirtschaften, sondern ihre Mitglieder soziale und kulturell zu fördern anhand des gemeinsamen Geschäftsbetriebes."
Quelle


Und was die berechtigten Sorgen um die landwirtschaftlichen Genossenschaften - insbesondere im Osten - angeht, sind sie KEIN Problem der landwirtschaftlichen Betriebe/Genossenschaften, sondern ein politisches Problem. Diese Probleme hat eine Politik zu verantworten, die Bodenpreisspekulationen zuließ, die Landflucht fördert und Landwirten zunehmend "Steine in den Weg legt", indem immer mehr reguliert und bevormundet wird. Eine " in kleinere Flächen Umwandlung" löst diese Probleme nicht, sondern verschärft sie, weil moderne Landtechnik - insbesondere GPS- und computergesteuerte - auf diesen kleinen Flächen NICHT einsetzbar ist.
Hinzu kommt, dass einmal aus der Landwirtschaft abgewanderte Arbeitskräfte nicht in diese zurückkehren, vor allem dann nicht, wenn die Mechanisierung und Automatisierung durch Klein- und Kleinstflächen ineffizient und unwirtschaftlich werden und (wieder) mehr "Manpower" erforderlich wird.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 15:54

Dark Angel hat geschrieben:(17 Nov 2019, 15:37)

Komisch, Du meinst immer etwas anderes als Du sagst.
Kannst Du mal verraten, welchen Einfluss eine landwirtschaftliche Genossenschaft auf die Verschwendung von Lebensmitteln nehmen kann bzw soll?
Landwirte/landwirtschaftliche Genossenschaften produzieren Lebensmittel und verkaufen diese an Handelsunternehmen. Danach haben sie keinerlei Einfluss mehr, weder auf die Angebots- noch die Preisgestaltung.

Die Art Genossenschaft, die DIR vorschwebt, kann und wird es nicht geben - nicht in der, von Dir favorisierten "No-Boarder-World", einer (vollständig) globalisierten Welt, denn:
"Bei einer Genossenschaft handelt es sich um eine Gesellschaft mit einer begrenzten Mitgliederzahl. Diese verfolgt nicht als Hauptziel zu wirtschaften, sondern ihre Mitglieder soziale und kulturell zu fördern anhand des gemeinsamen Geschäftsbetriebes."
Quelle


Und was die berechtigten Sorgen um die landwirtschaftlichen Genossenschaften - insbesondere im Osten - angeht, sind sie KEIN Problem der landwirtschaftlichen Betriebe/Genossenschaften, sondern ein politisches Problem. Diese Probleme hat eine Politik zu verantworten, die Bodenpreisspekulationen zuließ, die Landflucht fördert und Landwirten zunehmend "Steine in den Weg legt", indem immer mehr reguliert und bevormundet wird. Eine " in kleinere Flächen Umwandlung" löst diese Probleme nicht, sondern verschärft sie, weil moderne Landtechnik - insbesondere GPS- und computergesteuerte - auf diesen kleinen Flächen NICHT einsetzbar ist.
Hinzu kommt, dass einmal aus der Landwirtschaft abgewanderte Arbeitskräfte nicht in diese zurückkehren, vor allem dann nicht, wenn die Mechanisierung und Automatisierung durch Klein- und Kleinstflächen ineffizient und unwirtschaftlich werden und (wieder) mehr "Manpower" erforderlich wird.


Nochmal: Mein Thema weiter oben im Dialog mit streicher war ein anderes. Sorry, kann dir gerade nicht dienen mit weiterer Angriffsfläche :D
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Re: Wut-Bauern

Beitragvon Dark Angel » So 17. Nov 2019, 15:57

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 15:54)

Nochmal: Mein Thema weiter oben im Dialog mit streicher war ein anderes. Sorry, kann dir gerade nicht dienen mit weiterer Angriffsfläche :D

Also wieder keine Antwort auf eine konkrete Frage.
Auch gut!
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