Doppelmoral

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Uffhausen
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Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Do 19. Sep 2019, 20:09



Genau über dieses Thema würde ich gerne diskutieren. Doppelmoral an sich ist nicht Neues oder Besonderes; es gab sie schon immer und wahrscheinlich wird man sie niemals ausmerzen können. Wer weiß, vielleicht ist sie auch zu was nutze.

Jedenfalls - so zumindest mein persönlicher Eindruck - wird gerade in den heutigen Zeiten extrem stark auf Moral gepocht = politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Bei der Bewertung und Beurteilung von Anderen oder Anderem werden bestimmte, allgemeingültige moralische Maßstäbe angesetzt, welche in der Regel keinen Widerspruch zulassen (z. B.: Das ist gegen das Gesetz). Im umgekehrten Fall, wenn man also selbst von Anderen oder anhand Anderem bewertet und beurteilt wird, dann sind diese bestimmten, allgemeingültigen moralischen Maßstäbe urplötzlich oftmals sehr widersprüchlich (z. B.: In meinem Fall gilt es aber zu berücksichtigen...), bzw. werden sogar gänzlich ausgesetzt (z. B.: Einmal ist Keinmal).

Beispielhaft anlehnend an den inhaltlichen Konflikt zwischen Linken und Rechten: Beide Lager pochen moralisierend auf Meinungsfreiheit, reagieren beiderseits jedoch in vielen Fällen - um es mal diszipliniert auszudrücken - "außerordentlich empfindlich" auf die Meinungsäußerungen des jeweils anderen Lagers. Genau ist es mit dem demokratischen Grundgedanken, auf welchen beide Lager sich moralisierend berufen und stützen - jedoch, wenn man sie deren jeweilige "außerordentliche Empfindlichkeit" reduzierte, würden sie doch jeweils das andere Lager mundtot oder sonstwie handlungsunfähig machen wollen. Also nicht viel los mit Meinungsfreiheit und Demokratie bei Links und Rechts = Doppelmoral sei Dank?

Was steckt dahinter, woher kommt das und vorallem WARUM ist das fast schon die Regel? Ist die Doppelmoral ein selbstverständlicher Bestandteil unseres allgemeinen Wertesystems, der lediglich und blöderweise aus wiederum moralischen Gründen nicht etabliert werden kann - oder ist Doppelmoral ein ganz natürliches, menschliches "Wehr-/Schutz"verhalten; insbesondere, wenn es um die eigene Person, bzw. persönliche Interessen geht?
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Do 19. Sep 2019, 21:05

Dass man alles sagen darf, heisst nicht, dass es unkritisiert bleibt. Das ist kein Fall von Doppelmoral.

Ich finde es auch nicht schlimm, wenn irgendwer sich ein wenig Luxus leisten kann.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Do 19. Sep 2019, 21:25

imp hat geschrieben:(19 Sep 2019, 21:05)
Dass man alles sagen darf, heisst nicht, dass es unkritisiert bleibt. Das ist kein Fall von Doppelmoral.

Kritik an sich ist nicht doppelmoralisch, aber sie kann dennoch doppelmoralisch angewendet (angewandt...? Egal.) werden.

Ich finde es auch nicht schlimm, wenn irgendwer sich ein wenig Luxus leisten kann.

Was meinst du damit? Doppelmoral als eine Form von Luxus? Kann man den sich einfach so erlauben oder muss man sich den erst leisten können? :?:
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Do 19. Sep 2019, 21:28

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 21:25)

Kritik an sich ist nicht doppelmoralisch, aber sie kann es dennoch durchaus sein.


Was meinst du damit? Doppelmoral als eine Form von Luxus? Kann man den sich einfach so erlauben oder muss man sich den erst leisten können? :?:

Das ist doch dieses ewige "Guck mal, der Umweltminister kommt im SUV" oder "Schau, der sagt, wir muessen sparen und dann kocht der die teuren Barilla-Nudeln".

Ich kann das nicht haben. Genauso wie ich keine Politiker mehr auf dem Fahrrad, mit Boxhandschuh, mit Bauhelm oder in Flecktarn mehr sehen kann. Das ist alles so abgedroschen.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Do 19. Sep 2019, 21:48

imp hat geschrieben:(19 Sep 2019, 21:28)

Das ist doch dieses ewige "Guck mal, der Umweltminister kommt im SUV" oder "Schau, der sagt, wir muessen sparen und dann kocht der die teuren Barilla-Nudeln".


Wenn der Umweltminister eine auf Klimaschutz-Moral basierende Politik betreiben sollte, und dann selbst und selbstverständlich SUV fährt - egal ob als Dienst- oder Privatwagen - dann ist das schon ein eindeutiger Fall von Doppelmoral.

Wenn sich jemand keine Barilla-Nudeln leisten kann, aber leisten können will, dann sollte dieser Jemand halt an anderen Dingen sparen und nicht am Essen. Wenn man stattdessen anklagend mit dem Finger auf andere zeigt, dann ist das ein Fall von purer Idiotie, nicht von Doppelmoral.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon JFK » Do 19. Sep 2019, 21:53

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 21:48)

Wenn der Umweltminister eine auf Klimaschutz-Moral basierende Politik betreiben sollte, und dann selbst und selbstverständlich SUV fährt - egal ob als Dienst- oder Privatwagen - dann ist das schon ein eindeutiger Fall von Doppelmoral.


Seh ich nicht, nur wenn er anderen den SUV verbieten würde, es sich selber aber rausnehmen könnte, wäre das Doppelmoral.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Alpha Centauri » Do 19. Sep 2019, 22:04

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 20:09)

Genau über dieses Thema würde ich gerne diskutieren. Doppelmoral an sich ist nicht Neues oder Besonderes; es gab sie schon immer und wahrscheinlich wird man sie niemals ausmerzen können. Wer weiß, vielleicht ist sie auch zu was nutze.

Jedenfalls - so zumindest mein persönlicher Eindruck - wird gerade in den heutigen Zeiten extrem stark auf Moral gepocht = politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Bei der Bewertung und Beurteilung von Anderen oder Anderem werden bestimmte, allgemeingültige moralische Maßstäbe angesetzt, welche in der Regel keinen Widerspruch zulassen (z. B.: Das ist gegen das Gesetz). Im umgekehrten Fall, wenn man also selbst von Anderen oder anhand Anderem bewertet und beurteilt wird, dann sind diese bestimmten, allgemeingültigen moralischen Maßstäbe urplötzlich oftmals sehr widersprüchlich (z. B.: In meinem Fall gilt es aber zu berücksichtigen...), bzw. werden sogar gänzlich ausgesetzt (z. B.: Einmal ist Keinmal).

Beispielhaft anlehnend an den inhaltlichen Konflikt zwischen Linken und Rechten: Beide Lager pochen moralisierend auf Meinungsfreiheit, reagieren beiderseits jedoch in vielen Fällen - um es mal diszipliniert auszudrücken - "außerordentlich empfindlich" auf die Meinungsäußerungen des jeweils anderen Lagers. Genau ist es mit dem demokratischen Grundgedanken, auf welchen beide Lager sich moralisierend berufen und stützen - jedoch, wenn man sie deren jeweilige "außerordentliche Empfindlichkeit" reduzierte, würden sie doch jeweils das andere Lager mundtot oder sonstwie handlungsunfähig machen wollen. Also nicht viel los mit Meinungsfreiheit und Demokratie bei Links und Rechts = Doppelmoral sei Dank?

Was steckt dahinter, woher kommt das und vorallem WARUM ist das fast schon die Regel? Ist die Doppelmoral ein selbstverständlicher Bestandteil unseres allgemeinen Wertesystems, der lediglich und blöderweise aus wiederum moralischen Gründen nicht etabliert werden kann - oder ist Doppelmoral ein ganz natürliches, menschliches "Wehr-/Schutz"verhalten; insbesondere, wenn es um die eigene Person, bzw. persönliche Interessen geht?


Das ist wirklich mal ein gutes Thema das Doppelmoral diversen Spielformen gerade heute in Politik,.Wirtschaft, Gesellschaft sehr verbreitet ist ( O Ton das Böse dass sind immer die Anderen) bei den LINKEN, konservative Spießbürger, Nazis, Neoliberale,Reiche Konzerne,

Bei den Rechten, Ausländer, Linke, Asylanten,Flüchtlinge , der Wolf, Homosexuelle, Moslems, Juden

Bei Religösen Fanatikern. ( egal ob jüdisch, christlich oder islamisch) alle vermeintlich Ungläubigen .

Beider derzeit heißen Debatte um die Klimapolitik verläuft die Konflikte Linie mehr zwischen Jung und Alt

O Ton der jungen Fridays : Die Erwachsen sprechen zwar oft den Satz unseren.Kindern und Enkelkindern soll es einmal besser gehen als und, nur leben und handeln sie unter ökologischen Gesichtspunkt nicht danach. Was viele der Jungen auch als Doppelmoral definieren.

Ein Thema mit einem weiten Spielfeld.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Unité 1 » Do 19. Sep 2019, 22:09

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 20:09)

Genau über dieses Thema würde ich gerne diskutieren. Doppelmoral an sich ist nicht Neues oder Besonderes; es gab sie schon immer und wahrscheinlich wird man sie niemals ausmerzen können. Wer weiß, vielleicht ist sie auch zu was nutze.

Jedenfalls - so zumindest mein persönlicher Eindruck - wird gerade in den heutigen Zeiten extrem stark auf Moral gepocht = politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Bei der Bewertung und Beurteilung von Anderen oder Anderem werden bestimmte, allgemeingültige moralische Maßstäbe angesetzt, welche in der Regel keinen Widerspruch zulassen (z. B.: Das ist gegen das Gesetz). Im umgekehrten Fall, wenn man also selbst von Anderen oder anhand Anderem bewertet und beurteilt wird, dann sind diese bestimmten, allgemeingültigen moralischen Maßstäbe urplötzlich oftmals sehr widersprüchlich (z. B.: In meinem Fall gilt es aber zu berücksichtigen...), bzw. werden sogar gänzlich ausgesetzt (z. B.: Einmal ist Keinmal).
Ich weiß nicht. Früher war mehr Moral, würde ich sagen. Weite Bereiche der ganz normalen Lebenswelt wurden als unter kirchlicher Moralvorstellung stehend betrachtet. Dagegen aufzubegehren oder sich auch nur öffentlich auszusprechen war je nach Zeit mal nicht gut, mal gar nicht gut.

Mir ist anhand deiner Beispiele auch nicht ganz klar, was du mit moralischen Maßstäben meinst. Gesetzesverstöße werden außerhalb moralischer Normen betrachtet und beurteilt. Wer auf Gesetze zurückgreift, um ein bestimmtes Verhalten oder Sprechen zu ver- bzw. beurteilen, enthält sich der moralischen Wertung.

Beispielhaft anlehnend an den inhaltlichen Konflikt zwischen Linken und Rechten: Beide Lager pochen moralisierend auf Meinungsfreiheit, reagieren beiderseits jedoch in vielen Fällen - um es mal diszipliniert auszudrücken - "außerordentlich empfindlich" auf die Meinungsäußerungen des jeweils anderen Lagers. Genau ist es mit dem demokratischen Grundgedanken, auf welchen beide Lager sich moralisierend berufen und stützen - jedoch, wenn man sie deren jeweilige "außerordentliche Empfindlichkeit" reduzierte, würden sie doch jeweils das andere Lager mundtot oder sonstwie handlungsunfähig machen wollen. Also nicht viel los mit Meinungsfreiheit und Demokratie bei Links und Rechts = Doppelmoral sei Dank?

Was steckt dahinter, woher kommt das und vorallem WARUM ist das fast schon die Regel? Ist die Doppelmoral ein selbstverständlicher Bestandteil unseres allgemeinen Wertesystems, der lediglich und blöderweise aus wiederum moralischen Gründen nicht etabliert werden kann - oder ist Doppelmoral ein ganz natürliches, menschliches "Wehr-/Schutz"verhalten; insbesondere, wenn es um die eigene Person, bzw. persönliche Interessen geht?

Doppelmoral kennzeichnet eine unterschiedliche Bewertung anhand gleicher Standards. Demokratie ist aber bspw. ein Begriff mit vielen Bedeutungen: von der altgriechischen über die schmittsche über die neuzeitliche hin zur orbanschen. Das Streiten darüber, was demokratisch sei, ist demnach nicht unbedingt ein Kennzeichen von Doppelmoral.

Wenn der Umweltminister eine auf Klimaschutz-Moral basierende Politik betreiben sollte, und dann selbst und selbstverständlich SUV fährt - egal ob als Dienst- oder Privatwagen - dann ist das schon ein eindeutiger Fall von Doppelmoral.
Warum? Diese Politik würde ihn ja selber treffen.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Do 19. Sep 2019, 22:13

JFK hat geschrieben:(19 Sep 2019, 21:53)

Seh ich nicht, nur wenn er anderen den SUV verbieten würde, es sich selber aber rausnehmen könnte, wäre das Doppelmoral.


Worin besteht der Unterschied zwischen

"Ich fände es gut, wenn ihr keine SUVs mehr fahrt oder kauft"

und

"Ich verbiete euch SUVs zu fahren oder zu kaufen",

wenn die Moral in beiden Fällen ein- und dieselbe ist: Klimaschutz.

Es ist egal, ober der Umweltminister höflich bittet oder streng untersagt - wenn er sich jeweils nicht selbst dran hält, macht er sich, bzw. seine Politik, unglaubwürdig = und die Moral, also den Klimaschutz, gleich mit.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon JFK » Do 19. Sep 2019, 22:21

Alpha Centauri hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:04)

Das ist wirklich mal ein gutes Thema das Doppelmoral diversen Spielformen gerade heute in Politik,.Wirtschaft, Gesellschaft sehr verbreitet ist ( O Ton das Böse dass sind immer die Anderen) bei den LINKEN, konservative Spießbürger, Nazis, Neoliberale,Reiche Konzerne,

Bei den Rechten, Ausländer, Linke, Asylanten,Flüchtlinge , der Wolf, Homosexuelle, Moslems, Juden

Bei Religösen Fanatikern. ( egal ob jüdisch, christlich oder islamisch) alle vermeintlich Ungläubigen .

Beider derzeit heißen Debatte um die Klimapolitik verläuft die Konflikte Linie mehr zwischen Jung und Alt

O Ton der jungen Fridays : Die Erwachsen sprechen zwar oft den Satz unseren.Kindern und Enkelkindern soll es einmal besser gehen als und, nur leben und handeln sie unter ökologischen Gesichtspunkt nicht danach. Was viele der Jungen auch als Doppelmoral definieren.

Ein Thema mit einem weiten Spielfeld.


Das ist mir auch schon aufgefallen, gerade die Rechten Argumentieren stets zukunftsorientiert ( die Islamisierung, Geburtenrate der Ausländer, Volksaustausch, unsere Enkel in Reservaten, Scharia statt Grundgesetz.. ect) und dann gleichzeitig den Klimaschutz abzulehnen weil sie Geld kostet.

Auch ein guter Beispiel von Doppelmoral bezüglich dem Klimaschutz zeigt sich wenn die völkisch- Nationale Fraktion zu Globalisten mutieren und damit argumentieren, das China, Indien, Russsland, USA noch weniger für den Klimaschutz unternehmen.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Do 19. Sep 2019, 22:22

SUV und Klimaschutz sind doch kein Widerspruch.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon JFK » Do 19. Sep 2019, 22:24

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:13)

Worin besteht der Unterschied zwischen

"Ich fände es gut, wenn ihr keine SUVs mehr fahrt oder kauft"

und

"Ich verbiete euch SUVs zu fahren oder zu kaufen",


Der Unterschied ist die gesetzliche Grundlage, was den sonnst.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Alpha Centauri » Do 19. Sep 2019, 22:33

JFK hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:21)

Das ist mir auch schon aufgefallen, gerade die Rechten Argumentieren stets zukunftsorientiert ( die Islamisierung, Geburtenrate der Ausländer, Volksaustausch, unsere Enkel in Reservaten, Scharia statt Grundgesetz.. ect) und dann gleichzeitig den Klimaschutz abzulehnen weil sie Geld kostet.

Auch ein guter Beispiel von Doppelmoral bezüglich dem Klimaschutz zeigt sich wenn die völkisch- Nationale Fraktion zu Globalisten mutieren und damit argumentieren, das China, Indien, Russsland, USA noch weniger für den Klimaschutz unternehmen.


Unter anderem ja aber gerade Radikale ,Extremisten und Fanatiker gleich ob links, rechts , religös oder sonst motiviert sind bekannter Maßen wahre Fachkräfte in Sachen Doppelmoral.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Do 19. Sep 2019, 22:33

Unité 1 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:09)
Mir ist anhand deiner Beispiele auch nicht ganz klar, was du mit moralischen Maßstäben meinst. Gesetzesverstöße werden außerhalb moralischer Normen betrachtet und beurteilt. Wer auf Gesetze zurückgreift, um ein bestimmtes Verhalten oder Sprechen zu ver- bzw. beurteilen, enthält sich der moralischen Wertung.

Ich finde schon, mit unseren Gesetzen kann man auch gehörig (doppel-)moralisieren. Sieht man ja bspw. immer wieder anhand diverser fragwürdiger Strafurteile ("Kuscheljustiz"). Wenn z. B. bei der Urteilsprechung nicht mehr der Gesetzesverstoß moralisch massgebend ist, sondern bspw. die unschöne Kindheit des oder der Angeklagten.

Doppelmoral kennzeichnet eine unterschiedliche Bewertung anhand gleicher Standards. Demokratie ist aber bspw. ein Begriff mit vielen Bedeutungen: von der altgriechischen über die schmittsche über die neuzeitliche hin zur orbanschen. Das Streiten darüber, was demokratisch sei, ist demnach nicht unbedingt ein Kennzeichen von Doppelmoral.

Ich meine die Demokratie, in der wir heute leben. Keine Ahnung, wie sich die nennt. Ist mir eigentlich auch egal.

Warum? Diese Politik würde ihn ja selber treffen.

Eben!
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Do 19. Sep 2019, 22:36

JFK hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:24)
Der Unterschied ist die gesetzliche Grundlage, was den sonnst.


Sollte man Politiker nicht auch anhand ihrer Worte, bzw. entsprechenden Aussagen, ernst nehmen?
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Re: Doppelmoral

Beitragvon JFK » Do 19. Sep 2019, 22:41

Alpha Centauri hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:33)

Unter anderem ja aber gerade Radikale ,Extremisten und Fanatiker gleich ob links, rechts , religös oder sonst motiviert sind bekannter Maßen wahre Fachkräfte in Sachen Doppelmoral.


Da wird auch viel geheuchelt um die Schäfchen nicht abzuschrecken.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon JFK » Do 19. Sep 2019, 22:50

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:36)

Sollte man Politiker nicht auch anhand ihrer Worte, bzw. entsprechenden Aussagen, ernst nehmen?


Wäre sicherlich vorteilhaft, bestimmt stehen da einige Wähler drauf, ich jedoch hab nicht die Illusion das Politiker zu 100% auch Idealisten sein sollten, den meisten ist das in erster Linie ein Beruf, umd das ist dann auch keine Doppelmoral.

Wenn ein SUV fahrender Umweltminister den Verbot durch boxt, dann wird er natürlich als ersten den Schlüssel abgeben.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Unité 1 » Do 19. Sep 2019, 23:01

Uffhausen hat geschrieben:(19 Sep 2019, 22:33)

Ich finde schon, mit unseren Gesetzen kann man auch gehörig (doppel-)moralisieren. Sieht man ja bspw. immer wieder anhand diverser fragwürdiger Strafurteile ("Kuscheljustiz"). Wenn z. B. bei der Urteilsprechung nicht mehr der Gesetzesverstoß moralisch massgebend ist, sondern bspw. die unschöne Kindheit des oder der Angeklagten.
Ich kann an dieser Stelle keinen Bezug zu Doppelmoral finden. Gerichte beleuchten in ihrer Urteilsfindung die Tat- bzw. Täterwerdung. Das heißt, es werden unterschiedliche Maßstäbe verwendet. Was das mit einer gesellschaftlichen verbreiteten Doppelmoral zu tun haben soll, ist auch nicht klarer.


Ich meine die Demokratie, in der wir heute leben. Keine Ahnung, wie sich die nennt. Ist mir eigentlich auch egal.
Mir ging es nicht um den Namen, sondern darum, dass, wenn zwei von Demokratie sprechen, beide etwas unterschiedliches meinen können. Was bspw. ein Bernd Höcke unter Demokratie versteht, wird sich von dem Verständnis Ramelows so grundlegend unterscheiden, dass beide sich ohne Doppelmoral vorwerfen können, antidemokratisch zu sein.

Anders: Wenn du Rechten und Linken bzw. denen, die du dafür hältst, unterstellst, anderen die gleichen Rechte vorenthalten zu wollen, die jene für sich beanspruchen, dass sie es mit Demokratie und Meinungsfreiheit nicht so haben, dann implizierst du damit eine dritte Gruppe, die tatsächlich demokratisch sei und Meinungsfreiheit wirklich meine. Ist das nicht Ausdruck einer Doppelmoral, wie du sie verstehst?

Nochmal anders: Worauf wolltest du überhaupt hinaus? Dass manche anderen nicht zugestehen, was sie für selbstverständlich halten, ist ein unfeiner Charakterzug, der leider weit verbreitet ist. Die Kunst, diesen anzusprechen und politisch auszuspielen, kennzeichnet u.a. Demagogen. Das einfach auf Meinungen zu beziehen und nicht weiter hinzusehen, was das für Meinungen sind, geht allerdings fehl. Meinungsäußerungen, wie sie ein Berliner Richter für noch hinnehmbar hält, würde ich nicht auf eine Stufe stellen mit der Erörterung von Umverteilungsfragen.


Eben!

Und warum sollte das dann ein Fall von Doppelmoral sein?
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Fr 20. Sep 2019, 00:44

Unité 1 hat geschrieben:(19 Sep 2019, 23:01)
Ich kann an dieser Stelle keinen Bezug zu Doppelmoral finden. Gerichte beleuchten in ihrer Urteilsfindung die Tat- bzw. Täterwerdung. Das heißt, es werden unterschiedliche Maßstäbe verwendet. Was das mit einer gesellschaftlichen verbreiteten Doppelmoral zu tun haben soll, ist auch nicht klarer.

Warum diese unterschiedlichen Maßstäbe, wenn für jeden die gleichen Gesetze gelten?

Es ist keine gesellschaftliche Doppelmoral; jedoch eine, die sich für entsprechende (straffällige) Teile der Gesellschaft im besten Fall (strafmildernd) auszahlt und für den Rest der Gesellschaft ein ungutes "Gschmäckle" hat (z. B. Nicht alle Menschen sind gleich/Manche Menschen sind gleicher).

Mir ging es nicht um den Namen, sondern darum, dass, wenn zwei von Demokratie sprechen, beide etwas unterschiedliches meinen können. Was bspw. ein Bernd Höcke unter Demokratie versteht, wird sich von dem Verständnis Ramelows so grundlegend unterscheiden, dass beide sich ohne Doppelmoral vorwerfen können, antidemokratisch zu sein.

Aber dann reden sie ja nicht von demselben, bzw. meinen nicht dasselbe. Auch wenn es beides Demokratie heißt - es sind zwei verschiedene Dinge. Klar, dass in einem solchen Fall kaum bis keine Doppelmoral zu finden sein wird.

Anders: Wenn du Rechten und Linken bzw. denen, die du dafür hältst, unterstellst, anderen die gleichen Rechte vorenthalten zu wollen, die jene für sich beanspruchen, dass sie es mit Demokratie und Meinungsfreiheit nicht so haben, dann implizierst du damit eine dritte Gruppe, die tatsächlich demokratisch sei und Meinungsfreiheit wirklich meine. Ist das nicht Ausdruck einer Doppelmoral, wie du sie verstehst?

Nein. Sofern sich alle darüber einig sind, dann gibt es bspw. nur eine Meinungsfreiheit oder eine Demokratie (z. B. via Verweis auf unsere entsprechenden Gesetze) - und wenn bspw. der Linke und der Rechte sich diesbezüglich widersprechen, dann implizieren sie doch unverkennbar, dass sie es jeweils mit Meinungfreiheit oder Demokratie (gemäß Gesetz) doch nicht so genau nehmen, wie sie es vorgegeben haben. Z. B. weil sie auf einmal ihre jeweilige Parteiideologie moralisch höher bewerten, als selbige der Meinungsfreihiet oder der Demokratie.

Als Dritter im Bunde habe ich vielleicht den Vorteil, diese Doppelmoral zu erkennen und ggf. anzusprechen oder zu korrigieren- aber deswegen mache ich mich nicht zu einer zusätzlichen, evt. unabhängigen Gruppe, welche Meinungsfreiheit oder Demokratie nochmal anders versteht, vielleicht auch anders als das Gesetz.

Das einfach auf Meinungen zu beziehen und nicht weiter hinzusehen, was das für Meinungen sind, geht allerdings fehl.

Ich will ja auch nicht einfach nur Verurteilen - das ist Doppelmoral und das nicht - sondern, ich möchte durchaus und sehr gerne VERSTEHEN, was dahintersteckt. Ich bin jemand, der in solchen Fällen nachfrägt - und meine Erfahrung ist, dass Doppelmoralisten das gar nicht gerne haben = was mir wiederrum verdeutlicht, dass diese Doppelmoral bewusst und absichtlich geschieht.

Und warum sollte das dann ein Fall von Doppelmoral sein?

Weil es sich widerspricht.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Unité 1 » Fr 20. Sep 2019, 16:49

Uffhausen hat geschrieben:(20 Sep 2019, 00:44)

Warum diese unterschiedlichen Maßstäbe, wenn für jeden die gleichen Gesetze gelten?

Es ist keine gesellschaftliche Doppelmoral; jedoch eine, die sich für entsprechende (straffällige) Teile der Gesellschaft im besten Fall (strafmildernd) auszahlt und für den Rest der Gesellschaft ein ungutes "Gschmäckle" hat (z. B. Nicht alle Menschen sind gleich/Manche Menschen sind gleicher).
Na weil Menschen unterschiedliche Leben führen. Hier spielt die so oft bemühte und so selten verstandene Sozialisation tatsächlich eine entscheidende Rolle. Gleiches wird gleich, Ungleiches ungleich behandelt. Die Doppelmoral wäre in dem Fall bei denen zu finden, die meinten, der oder der gehörten gehängt statt eingeknastet: Das eigene Leben steht diesem Urteil oft Pate, woraus sich ergibt, dass die Moral des Selbst als gesellschaftlich maßgebend betrachtet wird. Anmaßend.


Aber dann reden sie ja nicht von demselben, bzw. meinen nicht dasselbe. Auch wenn es beides Demokratie heißt - es sind zwei verschiedene Dinge. Klar, dass in einem solchen Fall kaum bis keine Doppelmoral zu finden sein wird.


Nein. Sofern sich alle darüber einig sind, dann gibt es bspw. nur eine Meinungsfreiheit oder eine Demokratie (z. B. via Verweis auf unsere entsprechenden Gesetze) - und wenn bspw. der Linke und der Rechte sich diesbezüglich widersprechen, dann implizieren sie doch unverkennbar, dass sie es jeweils mit Meinungfreiheit oder Demokratie (gemäß Gesetz) doch nicht so genau nehmen, wie sie es vorgegeben haben. Z. B. weil sie auf einmal ihre jeweilige Parteiideologie moralisch höher bewerten, als selbige der Meinungsfreihiet oder der Demokratie.
Die Meinungsfreiheit gilt ja nicht unbeschränkt. Aufruf zum Mord ist ebenso verboten wie Schmähungen, die bspw. die Würde des Menschen untergraben. Das Beispiel der Demokratie gilt hier doch auch analog. Du kommst nicht umhin, dir die Meinungen genauer anzusehen. Warum meint der oder die, dass dieses oder jenes nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Ich kann dir nur empfehlen, das auch mal zu tun.

Als Dritter im Bunde habe ich vielleicht den Vorteil, diese Doppelmoral zu erkennen und ggf. anzusprechen oder zu korrigieren- aber deswegen mache ich mich nicht zu einer zusätzlichen, evt. unabhängigen Gruppe, welche Meinungsfreiheit oder Demokratie nochmal anders versteht, vielleicht auch anders als das Gesetz.
Naja, du maßt dir das Urteil an, dass Rechte oder Linke bzw. die, die du dafür hältst, es nicht so haben mit der Meinungsfreiheit. Da würde ich erstens differenzieren. Ja, sogar bei der Rechten. Nur, weil wer verurteilt, was ein anderer sagt, ergibt sich daraus nicht der Wunsch nach Einschränkung von Meinungsfreiheit. Es ist einfach Bestandteil dieser Freiheit. Zweitens könnte ich dich jetzt spitzfindig fragen, ob du etwa sowohl "den" Linken als auch "den" Rechten zustimmst, wenn der Widerspruch bereits auf eine Doppelmoral und damit einhergehend auf eine Ablehnung von Meinungsfreiheit hinweisen soll. Drittens verweist dein Argument auf sich selbst, wenn du behauptest, Rechte oder Linke wären von Doppelmoral getrieben, die du deswegen erkennen kannst, weil du auf dritter Seite stündest, was es dir im Grunde erst ermöglicht, die vermeintliche Doppelmoral zu identifizieren. Kurz: Du projizierst.


Ich will ja auch nicht einfach nur Verurteilen - das ist Doppelmoral und das nicht - sondern, ich möchte durchaus und sehr gerne VERSTEHEN, was dahintersteckt. Ich bin jemand, der in solchen Fällen nachfrägt - und meine Erfahrung ist, dass Doppelmoralisten das gar nicht gerne haben = was mir wiederrum verdeutlicht, dass diese Doppelmoral bewusst und absichtlich geschieht.
Wenn du verstehen willst, verstehe ich deinen Widerspruch nicht. Wie kannst du verstehen, wenn du nicht genauer hinhörst? Schau, auch hier bestätigst du deine Annahme im Vorhinein. Womöglich gibt es auch nicht unbedingt dort eine Doppelmoral, wo du eine vermutest, und die Leute sind dann etwas angepiekst und reagieren unwirsch.


Weil es sich widerspricht.

Warum?
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