Kampf gegen Links

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ThorsHamar
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon ThorsHamar » Di 13. Okt 2020, 13:20

Elmar Brok hat geschrieben:(13 Oct 2020, 12:37)

Das liegt möglicherweise daran, dass ältere Menschen weniger Social Media benutzen? :rolleyes:
Ältere Menschen beeinflusst man über andere Kanäle. Relativ simpel.


zu simpel ...
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
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Skeptiker
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Skeptiker » So 22. Nov 2020, 20:04

Wieder ein sehr eindringliches Interview in der Welt (Bezahlbereich) über die Gefahren die linksidentitäre Strömungen mit sich bringen.

ZENSUR VON LINKS
„Uns droht ein neuer Totalitarismus, tödlich, antisemitisch und fundamentalistisch“

Die Französin Caroline Fourest warnt: Eine neue „Generation Beleidigt“ wolle bestimmen, was heute Rassismus und Sexismus bedeuten – und jeden Sinn für Humor, Provokation und Leidenschaft abschaffen. Linke und Islamisten bildeten dabei eine unheilige Allianz.

Caroline Fourest nimmt kein Blatt vor den Mund. Was andere nur hinter vorgehaltener Hand sagen, äußert sie freimütig: Die radikale identitäre Linke stelle in Europa eine Gefahr für die Demokratie dar. Spezifisch amerikanische Debatten über Antirassismus würden eifrig importiert – unter Verkennung ihrer historischen und kulturellen Bedingtheit. In ihrem Buch „Generation Beleidigt“ (Edition Tiamat, 144 S., 18 €) analysiert die Französin, wie sich ein Teil der Linken zum Steigbügelhalter des politischen Islam macht, gestützt von einer naiven Universitätselite. Den Kampf um die Freiheit gegen autoritäres Gebaren gibt sie dennoch nicht verloren.

...
WELT: Tappt die deutsche Linke in dieselbe Falle wie die französische? Übernimmt die „Generation Beleidigt“, hypersensibel in Bezug auf Rassismus und Sexismus, das Ruder?
Fourest: In Frankreich und Europa gibt es eine universalistische Linke, die sich mit „Charlie Hebdo“ identifiziert, laizistisch denkt und die Freiheit der Meinungsäußerung hochhält. Es gibt aber auch eine identitäre, radikale Linke. Die imitiert amerikanische und kanadische Fragestellungen und führt nur noch eine Debatte über Identitäten statt eine Debatte über Ideen. Das ist absurd, weil wir eine ganz andere Geschichte haben hier in Europa.
In Amerika geht es um Segregation, hier um postkolonialen Rassismus und Genozide. Wir Europäer befinden uns erst am Anfang dieser Mimesis. Deshalb hatte ich das Bedürfnis, über diese gefährliche Entwicklung bei einem Teil der Linken zu schreiben. Mein Buch versteht sich als Weckruf, als Warnung davor, die gleichen Fehler wie die Amerikaner zu machen.

WELT: Welche Gefahr sehen Sie heraufziehen?

Fourest: Uns droht ein neuer Totalitarismus, tödlich, antisemitisch und fundamentalistisch. Vor allem die jüngere Generation hat eine unglaubliche Angst davor, zu schockieren. Diese Generation hat fast schon aufgegeben, in der Hoffnung, Attentate würden aufhören, sofern man sich an alle Regeln hält und bloß niemanden verletzt. Das hieße aber, die Ideologie des Dschihadismus total zu verkennen!

...

WELT: Reinheitsideen waren traditionell Ausdruck von faschistischen Ideologien.

Fourest: Ja, aber dieses historische Wissen haben wir verloren. Antirassismus wird zur Waffe der Zensur. Das soll nicht heißen, dass ich Hass in den Social Media gutheiße, im Gegenteil: Man muss die sozialen Medien rezivilisieren, zugleich aber den Sinn für Ironie und Provokation wiederbeleben, um durchatmen zu können.

...

WELT: Immer wieder werden „anstößige“ Skulpturen verhüllt und „sensitivity readers“ prüfen Manuskripte in manchen Verlagen auf ihr Beleidigungspotenzial. Gibt es eine direkte Linie zwischen Kulturpolizei und Gedankenpolizei?

Fourest: Ah, diese Pest der Überempfindlichkeit! Wir schaffen es inzwischen ja nicht einmal mehr, uns auszutauschen über unsere verschiedenen Wahrnehmungen. Die Meute mobilisiert sich bei der kleinsten Kleinigkeit. Angestachelt werden diese Menschen, auch Studenten, von Universitätsdozenten und Professoren. Die Unis sind zu intellektuellen Gettos verkommen, die eine identitäre Linke subventioniert und die universalistische Linke als Feinde betrachtet. Das geht partiell so weit, dass Islamisten als Redner an Unis willkommen sind und klassische Linke ausgebuht werden.

WELT: In Frankreich kommt es zu fatalen Bündnissen zwischen identitären Linken und Islamisten. Wie äußert sich diese unheilige Allianz?

Fourest: Feministinnen marschieren mit Fundamentalisten Seit’ an Seit’ und demonstrieren sowohl für Prostitution als auch für den Schleier. Wenn man jemanden aus der Jahrtausendwende in unsere Zeit beamen würde, der würde das nicht glauben! Das Ganze war ein schleichender Prozess seit „9/11“, als die Linke das Attentat dem amerikanischen Imperialismus zuschrieb.

Im Fall der „Charlie Hebdo“-Karikaturen war es genauso: Es ist immer der Fehler des Westens, nicht der mordenden Dschihadisten! (lacht bitter) Diese radikale Linke ist total auf den Westen fixiert und begreift nicht, dass der Riss zwischen Fundamentalisten und Modernisten durch die ganze Welt geht.

Die radikale Linke trägt Scheuklappen und macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Die Folge ist, dass man sich mit bigotten, sexistischen, antisemitischen Leuten zusammentut. Schauen Sie sich doch den französischen Komiker Dieudonné an. Dem ist es gelungen, Antisemiten aller Couleur zu vereinen. Im Antisemitismus und im Hass auf die Demokratie ist sich diese hybride Truppe einig.

...

WELT: Bereits seit 2013 gibt es den „World Hijab Day“, an dem Frauen den Hidschab tragen und sich in Bescheidenheit üben sollen. Seltsamerweise wird dieser Tag von Studentenvereinigungen renommierter Hochschulen wie Sciences Po unterstützt. Wie erklären Sie sich das?

Fourest: Tja, linke Studentenvereinigungen wie UNEF unterstützen diesen Aktionstag. Ausgerechnet diejenigen, die ständig cultural appropriation schreien, finden nichts dabei, den Hidschab zu tragen. Und dann erklären sie uns auch noch, dass die Frau züchtig zu sein hat.

...

WELT: Wie erklären Sie sich diesen Verrat an feministischen Errungenschaften?

Fourest: Das ist ein Irrweg der intersektionalen Feministinnen. Der geht so weit, dass die Vergewaltigungsopfer des Islamwissenschaftlers und Predigers Tariq Ramadan von ihnen Stich gelassen werden. Einen Albtraum durchleben diese Frauen! Im Namen der Intersektionalität fordert man, dass der Kampf gegen Sexismus dem Kampf gegen Rassismus geopfert wird.

WELT: Je mehr Terrain die Religion gewinnt, desto mehr Unterwerfung. Naht ein masochistisches Zeitalter?

Fourest: Nein, nein, das sehe ich nicht so. Nicht die Religionen, sondern die Fundamentalisten haben Bündnispartner gefunden. Seit den Attentaten aber wittern wir die Gefährdungen des Laizismus. Man entwickelt einen Sinn dafür. Der Kampf ist noch lange nicht verloren!

https://www.welt.de/kultur/plus22020187 ... ismus.html

Es ist wohl ermutigend, dass Teile der Linken nun langsam verstehen, welches Monster sich da in ihrem Vorgarten entwickelt. Man muss das so benennen, wie Frau Fourest das hier tut.

Ich kann mich dem wieder nur voll und ganz anschließen. In Frankreich scheinen die ersten wach zu werden. In Deutschland ist Alice Schwarzer ja von links ins Abseits gestellt worden, für vergleichbare Ansichten.

Sehr wichtig auch der Hinweis, dass es hier um Moderne gegen Fundamentalismus geht. Etwas, das identitär denkenden Gruppierungen niemals verstehen werden. Es geht also nicht darum Opfer zu stärken, sondern liberale Werte zu bewahren. Manchmal hat sogar die von linksradikalen so verhasste westliche Mehrheitsgesellschaft schlicht recht. Nicht immer ist es die Minderheit, die, durch Identität geadelt, das Recht auf seiner Seite hat.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Zweifeler » So 22. Nov 2020, 20:16

Skeptiker hat geschrieben:(22 Nov 2020, 20:04)
.


Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sehr gutes Interview, konnte die Dame meine Gedanken lesen? Ist ja schon unheimlich wie sie fast 1:1 das sieht, was mich fast verzweifeln lässt :)
Danke dafür Skeptiker.
„Auf! – sey es zum Siege ! zum Tode! Hurrah!
Germania allzeit, Germania!“
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Billie Holiday » So 22. Nov 2020, 20:19

Generation Beleidigt trifft es auf den Punkt.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon firlefanz11 » Do 4. Feb 2021, 10:03

Gestern gabs auf ZDFinfo eine sehr interessante Doku zum Thema Linksextremismus in dem u. A. dargelegt wurde inwieweit linksradikale Gruppierungen aktuelle Bewegungen wie FFF, Ende Gelände ect. unterwandern um deren Proteste zum Ventil ihrer Gewalttätigkeit zu machen, so wie die Rechtsextremen die AfD zu Luckes Zeiten, die sogenannte Reichsbürger u. andere systemkritische Gruppierungen unterwandert haben.
Der Verfassungsschutz hat nicht zuletzt wegen der Abwehrhaltung der berliner Landesregierung lange nicht reagiert, schaut mittlerweile aber endlich doch mal genauer hin was da so abgeht...
Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
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Dark Angel
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Dark Angel » Mi 10. Feb 2021, 19:12

firlefanz11 hat geschrieben:(04 Feb 2021, 10:03)

Gestern gabs auf ZDFinfo eine sehr interessante Doku zum Thema Linksextremismus in dem u. A. dargelegt wurde inwieweit linksradikale Gruppierungen aktuelle Bewegungen wie FFF, Ende Gelände ect. unterwandern um deren Proteste zum Ventil ihrer Gewalttätigkeit zu machen, so wie die Rechtsextremen die AfD zu Luckes Zeiten, die sogenannte Reichsbürger u. andere systemkritische Gruppierungen unterwandert haben.
Der Verfassungsschutz hat nicht zuletzt wegen der Abwehrhaltung der berliner Landesregierung lange nicht reagiert, schaut mittlerweile aber endlich doch mal genauer hin was da so abgeht...

Dazu passt:
"... die aber dennoch leicht zu entziffern waren: „Junge Liberale erschießen, wann?“ „Ein Vermieterschwein persönlich zu erschießen kann hilfreich sein aber, aber muss nicht notwendig Voraussetzung sein.“ Die potenzielle Freude über ein tödliches Attentat bei Jeff Bezos. ...
Doch diese Entschuldigung war nur der Auftakt zu einer bemerkenswerten Rallye an Solidaritätsadressen, die deutlich machen, dass die politische Linke ein Extremismusproblem hat. Und dass es bagatellisiert wird und dies Fragen nach der Verfassungstreue auch bei den Jusos aufwirft. Und weit über die Jusos hinaus. ...

Kandidaten für den Landtag in Baden-Württemberg solidarisieren sich mit dem Erschießungsfantasten, und während bei kleinsten rhetorischen Schlenkern von jungen Liberalen oder konservativen CDU-Spitzenpolitikern sofort die Nazi-Keule ausgepackt wird, bleibt das mediale Echo in diesem Fall leise. Ähnlich leise, wie nach der Holocaust-Relativierung der von den Neuen Deutschen Medienmachern als „Lieblingskünstlerin“ gehätschelten Idil Baydar. ...
Das passiert gerade kaum bei der SPD und ziemlich lau bei den Grünen. Der Grund: Die Jugendorganisationen dulden einen neuen, chicen, Instagram-tauglichen Radikalismus, der auch vor Erschießungsfantasien politischer Gegner und erfolgreicher, visionärer Unternehmer keinen Halt macht.
Dass Jusos, die so was rausplaudern, in den sozialen Medien Beifall bekommen, überrascht nicht wirklich. Längst sind Teile des akademischen Betriebs zu Thinktanks einer weit nach links gerückten Republik-Disruption geworden, so wie das nach 1968 schon einmal war. Der Linksruck einer in vielen Bundesländern auf dem Weg zur Kleinpartei stolpernden SPD ist dabei besonders bedauerlich.
Wer grün wählt, wählt nicht nur Kretschmann oder Baerbock, sondern auch eine linksradikale grüne Jugend mit. Wer Olaf Scholz oder Frau Giffey wählt, stimmt eben auch für radikale Jusos ab. Solange diese Parteien der einst klar definierten Mitte diese Radikalen in ihrer Partei nicht in die Schranken weisen, bleiben als Parteien der Mitte nur Union und FDP.

Und was die vorpolitischen Räume und die Medien betrifft: Was sich da zusammenbraut und wie es das tut, gibt einen Vorgeschmack darauf, was passiert, wenn diese Milieus an die Macht kommen. ..."
Quelle


oder

"Ein Juso muss wegen Gewaltfantasien seine politischen Ämter niederlegen. Die Studentenausschüsse der Berliner Humboldt-Uni und der Technischen Uni stärken ihm nun den Rücken gegen eine „rechte Hetzkampagne“. Die CDU fordert den Rückzug des Jungsozialisten aus dem Uni-Senat.
Der 22-Jahre alte Jungsozialist hatte im Internet über das Erschießen von Mitgliedern der FDP-Jugendorganisation Junge Liberale (Julis) und Vermietern geschrieben.

Der AStA der HU, in deren akademischem Senat Rüstemeier Mitglied ist, veröffentlichte am Dienstag eine Solidaritätsadresse und sprach ihm „seine volle Unterstützung aus“. Rüstemeiers Kommentare seien „eindeutig überspitzte Positionierungen oder Provokationen im Stil von sogenannten Bullshit-Posts“ und keine Gewaltfantasien. Man sei solidarisch mit Rüstemeier, gegen den eine „Rufmordkampagne“ mit „unabsehbaren Konsequenzen“ laufe.
Auch der AStA der TU veröffentlichte eine Mitteilung unter dem Titel „Solidarität mit Bengt – gegen rechte Hetze“. Rüstemeier sei Opfer einer „rechten Kampagne“, seine Mitteilungen beim Kurzmitteilungsdienst Twitter seien „völlig aus dem Kontext gerissen“ und stellten keine „realen Aufrufe zur Gewalt“ dar. „Besonders frappierend, aber nicht wenig überraschend“ sei „das Verhalten der Berliner Jusos, welche sich dem Druck der rechten Kampagne gebeugt haben“ und sich von ihrem Mitglied distanziert hätten. Das Beispiel zeige, wie „auch vermeintlich ‚linke‘ Kräfte wie die Jusos diesen rechten Narrativen verfallen“, so der TU-AStA. ..."

Quelle


Alles nur Verleumdungen von phösen Räächten!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Senexx » Mi 10. Feb 2021, 19:18

Aha, Rufmordkampagne. Rechtes Narrativ. Da muss Links natürlich zusammenrücken. Die Rechten dürfen mit diesen Schweinereien nicht durchkommen.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon tarkomed » Mi 10. Feb 2021, 19:47

Dark Angel hat geschrieben:(10 Feb 2021, 19:12)

Alles nur Verleumdungen von phösen Räächten!

Ach, die "Welt" ist doch nicht phöse. Nur räächts… ;)
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Dark Angel » Do 11. Feb 2021, 12:39

tarkomed hat geschrieben:(10 Feb 2021, 19:47)

Ach, die "Welt" ist doch nicht phöse. Nur räächts… ;)

Nee, wenn schon, dann ist die "Welt" rechtsliberal und stellt somit durchaus eine Ausnahme bei den Medien dar, die von Journalisten dominiert werden, die dem politisch links, grünen Spektrum zuzuordnen sind bzw sich selbst zu diesem politischen Spektrum bekennen.
Ist aber immer wieder interessant, dass auf eine Differenzierung zwischen links und linksextrem bestanden wird, bei rechts allerdings keine solche Differenzierung vorgenommen wird, sondern eine Gleichsetzung erfolgt.
Die SPD verstand sich von ihrer Tradition her immer politisch links bis Mitte, um ein möglichst breites Spektrum zu erreichen. Schließlich verstand sich sich von Anfang an als Partei der Arbeiterschaft. Leider hat sie sich von dieser Tradition verabschiedet und ist sehr weit nach links gerückt, was sich auch in ihren Wahlergebnissen bzw Umfrageergebnissen widerspiegelt. Sehr traurig für eine Partei, die (vor nicht langer Zeit) noch 40%plus an Wählerstimmen geholt hat.

Dagegen war die CDU eine Partei, die für die politische Mitte bis rechts (i.S.v. konservativ) interessant war und auch entsprechende Wahlergebnisse zu verzeichnen hatte.
Das Problem ist gerade diese fehlende Differenzierung zwischen rechts = konservativ demokratisch (fest auf dem Boden der FDGO stehend und diese verteidigend) und rechtsextrem = die FDGO ablehnend bzw bekämpfend.
Es geht eben nicht mehr um (politisches) Augenmaß, um Verhältnismäßigkeiten, um Diskurs und Meinungsplualismus, sondern um Anmaßen von Deutungshoheiten (alles was nicht links ist, ist böse, gehört bekämpft) und Polarisieren.

Und genau dieses Narrativ spiegelt sich in den verlinkten und zitierten Berichten wider.
Es darf in einer liberalen Demokratie keine Rolle spielen, aus welchem politischen Spektrum dergleichen Gewaltphantasien stammen, sie sind grundsätzlich abzulehnen bzw zu verurteilen.

Von einem 22jährigen Jurastudenten erwarte ich die geistige Reife, zu erkennen, welches Licht solche Äußerungen auf das Demokratieverständnis und Menschenbild des Betreffenden (ihn selbst) wirft.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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tarkomed
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon tarkomed » Do 11. Feb 2021, 14:11

Dark Angel hat geschrieben:(11 Feb 2021, 12:39)

Nee, wenn schon, dann ist die "Welt" rechtsliberal und stellt somit durchaus eine Ausnahme bei den Medien dar, die von Journalisten dominiert werden, die dem politisch links, grünen Spektrum zuzuordnen sind bzw sich selbst zu diesem politischen Spektrum bekennen.
Ist aber immer wieder interessant, dass auf eine Differenzierung zwischen links und linksextrem bestanden wird, bei rechts allerdings keine solche Differenzierung vorgenommen wird, sondern eine Gleichsetzung erfolgt.
Die SPD verstand sich von ihrer Tradition her immer politisch links bis Mitte, um ein möglichst breites Spektrum zu erreichen. Schließlich verstand sich sich von Anfang an als Partei der Arbeiterschaft. Leider hat sie sich von dieser Tradition verabschiedet und ist sehr weit nach links gerückt, was sich auch in ihren Wahlergebnissen bzw Umfrageergebnissen widerspiegelt. Sehr traurig für eine Partei, die (vor nicht langer Zeit) noch 40%plus an Wählerstimmen geholt hat.

Dagegen war die CDU eine Partei, die für die politische Mitte bis rechts (i.S.v. konservativ) interessant war und auch entsprechende Wahlergebnisse zu verzeichnen hatte.
Das Problem ist gerade diese fehlende Differenzierung zwischen rechts = konservativ demokratisch (fest auf dem Boden der FDGO stehend und diese verteidigend) und rechtsextrem = die FDGO ablehnend bzw bekämpfend.
Es geht eben nicht mehr um (politisches) Augenmaß, um Verhältnismäßigkeiten, um Diskurs und Meinungsplualismus, sondern um Anmaßen von Deutungshoheiten (alles was nicht links ist, ist böse, gehört bekämpft) und Polarisieren.

Und genau dieses Narrativ spiegelt sich in den verlinkten und zitierten Berichten wider.
Es darf in einer liberalen Demokratie keine Rolle spielen, aus welchem politischen Spektrum dergleichen Gewaltphantasien stammen, sie sind grundsätzlich abzulehnen bzw zu verurteilen.

Von einem 22jährigen Jurastudenten erwarte ich die geistige Reife, zu erkennen, welches Licht solche Äußerungen auf das Demokratieverständnis und Menschenbild des Betreffenden (ihn selbst) wirft.

Ich habe die Tage das Beispiel des berühmten Geisterfahrers erwähnt, der sich über die Verkehrsmeldung wundert: „Was erzählen die da von einem Geisterfahrer? Das sind viele…“ ;)
Solange man also nicht nur Geisterfahrer vor sich sieht, ist man auf der sicheren Seite, gleichgültig, ob bei Rechtsverkehr oder Linksverkehr.

Ich hätte keine Einordnung der „Welt“ vorgenommen, wenn du nicht "räächts" geschrieben hättest. Wenn man den Suchstring "politische Orientierung deutscher Zeitungen" eingibt, dann bekommt man u.a. eine ganze Reihe bunter Bilder und dort findet man auch die Positionierung der "Welt".
Dort heißt es mitunter: "kann man machen, bestätigt aber die eigenen Ansichten". Mehr hatte ich nicht gemeint.
Auf den zitierten Inhalt deines Links bin ich gar nicht erst eingegangen.

Aber wenn wir schon dabei sind, dann befasse ich mich mit dem, was du hier geschrieben hast und nun fangen wir mit der SPD an. Die SPD kann nicht nach links rücken, denn das Feld dort ist seit der Gründung der WASG besetzt und zwar von einem ehemaligen SPD-Vorsitzenden. Die SPD wird seit Merkel gequetscht von der Mitte und von Links, weil Merkel von Beginn an den Boden in der Mitte abgegraben hat. Dafür hat sie das Feld rechts der CDU zu weit offengelassen und ehemalige CDU Wähler nennen sich jetzt euphemistisch Konservativ, wählen jedoch AfD unter Tolerierung solcher Figuren wie Höcke, Kalbtz, Brandner und Gauland.

Deiner Differenzierung zwischen rechts und rechtsextrem kann ich nur beipflichten und ähnliches gilt auch für links und linksextrem. Die Ablehnung von Gewalt ist selbstverständlich und ich mache auch keinen Unterschied von welchem politischen Spektrum sie ausgeht. Ich lese aber auch keine Berichte darüber in Medien, die meine Ansichten bestätigen. Solche Medien würden sich ohnehin bei mir schwertun, denn meine Ansichten sind breitgefächert. ;)
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Meruem » Do 11. Feb 2021, 14:55

tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)

Ich habe die Tage das Beispiel des berühmten Geisterfahrers erwähnt, der sich über die Verkehrsmeldung wundert: „Was erzählen die da von einem Geisterfahrer? Das sind viele…“ ;)
Solange man also nicht nur Geisterfahrer vor sich sieht, ist man auf der sicheren Seite, gleichgültig, ob bei Rechtsverkehr oder Linksverkehr.

Ich hätte keine Einordnung der „Welt“ vorgenommen, wenn du nicht "räächts" geschrieben hättest. Wenn man den Suchstring "politische Orientierung deutscher Zeitungen" eingibt, dann bekommt man u.a. eine ganze Reihe bunter Bilder und dort findet man auch die Positionierung der "Welt".
Dort heißt es mitunter: "kann man machen, bestätigt aber die eigenen Ansichten". Mehr hatte ich nicht gemeint.
Auf den zitierten Inhalt deines Links bin ich gar nicht erst eingegangen.

Aber wenn wir schon dabei sind, dann befasse ich mich mit dem, was du hier geschrieben hast und nun fangen wir mit der SPD an. Die SPD kann nicht nach links rücken, denn das Feld dort ist seit der Gründung der WASG besetzt und zwar von einem ehemaligen SPD-Vorsitzenden. Die SPD wird seit Merkel gequetscht von der Mitte und von Links, weil Merkel von Beginn an den Boden in der Mitte abgegraben hat. Dafür hat sie das Feld rechts der CDU zu weit offengelassen und ehemalige CDU Wähler nennen sich jetzt euphemistisch Konservativ, wählen jedoch AfD unter Tolerierung solcher Figuren wie Höcke, Kalbtz, Brandner und Gauland.

Deiner Differenzierung zwischen rechts und rechtsextrem kann ich nur beipflichten und ähnliches gilt auch für links und linksextrem. Die Ablehnung von Gewalt ist selbstverständlich und ich mache auch keinen Unterschied von welchem politischen Spektrum sie ausgeht. Ich lese aber auch keine Berichte darüber in Medien, die meine Ansichten bestätigen. Solche Medien würden sich ohnehin bei mir schwertun, denn meine Ansichten sind breitgefächert. ;)


:thumbup: sehr gut Beschreibung vor allem wo lässt sich den da genau die Grenze ziehen zwischen "konservativ" bzw nur rechtslastig und rechtsextrem? Ein konservativer EX CDU Wähler der heute AFD wählt und dass ganz bewusst obwohl in der AFD rechte Ideologen des völkischen Denkens wie Höcke und Kalbitz hier rechtsextremistisches Unwesen treiben un die Blaubraune Partei ein Verdachtsfall für den Verfassungsschutz ist? Wo soll man den solche Zeitgenossen politisch einordnen?.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Do 11. Feb 2021, 15:02

Meruem hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:55)

:thumbup: sehr gut Beschreibung vor allem wo lässt sich den da genau die Grenze ziehen zwischen "konservativ" bzw nur rechtslastig und rechtsextrem?


Frag den Verfassungsschutz...

Die gleich Frage stellt sich ja links

Wo sind denn die linken Enteignungsphantasten und "erschießt die Reichen" bei den SED-Nachfolgern einzuordnen?

Das sind klar linksextreme
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Meruem » Do 11. Feb 2021, 15:06

Realist2014 hat geschrieben:(11 Feb 2021, 15:02)

Frag den Verfassungsschutz...

Die gleich Frage stellt sich ja links

Wo sind denn die linken Enteignungsphantasten und "erschießt die Reichen" bei den SED-Nachfolgern einzuordnen?

Das sind klar linksextreme


Für mich gehören sowohl die LINKE als auch die AFD eindeutig unter Beobachtung es gibt in beiden Parteien extremistische Tendenzen und in Teilen der jeweiligen Partei Kontakte in die militante Gewalt orientierte Szene, links- wie rechtsradikal.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon BlueMonday » Do 11. Feb 2021, 15:16

Meruem hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:55)

:thumbup: sehr gut Beschreibung vor allem wo lässt sich den da genau die Grenze ziehen zwischen "konservativ" bzw nur rechtslastig und rechtsextrem? Ein konservativer EX CDU Wähler der heute AFD wählt und dass ganz bewusst obwohl in der AFD rechte Ideologen des völkischen Denkens wie Höcke und Kalbitz hier rechtsextremistisches Unwesen treiben un die Blaubraune Partei ein Verdachtsfall für den Verfassungsschutz ist? Wo soll man den solche Zeitgenossen politisch einordnen?.


Solange sie nicht irgendwie zu einem gewaltsamen Umsturz aufrufen und diverse grundsätzliche Rechte infrage stellten (Respekt des Eigentums, Vertragsfreiheit, Pressefreiheit usw.) und die FDGO achten, sind sie jedenfalls nicht extremistisch.

„Freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Art. 21 II GG ist eine Ordnung, die unter Ausschluss jeglicher Gewalt- und Willkürherrschaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt. Zu den grundlegenden Prinzipien dieser Ordnung sind mindestens zu rechnen: die Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition.“

Schließt dann Fragen an wie: Was ist ein Volk? Wie bestimmt es sich selbst usw. Und da ist ja eine Partei wie die AfD ganz in ihrem Thema.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Do 11. Feb 2021, 15:17

Meruem hat geschrieben:(11 Feb 2021, 15:06)

Für mich gehören sowohl die LINKE als auch die AFD eindeutig unter Beobachtung es gibt in beiden Parteien extremistische Tendenzen und in Teilen der jeweiligen Partei Kontakte in die militante Gewalt orientierte Szene, links- wie rechtsradikal.



Tja, da schließe ich mich an. :thumbup:
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Realist2014 » Do 11. Feb 2021, 15:18

BlueMonday hat geschrieben:(11 Feb 2021, 15:16)

Solange sie nicht irgendwie zu einem gewaltsamen Umsturz aufrufen und diverse grundsätzliche Rechte infrage stellten (Respekt des Eigentums, Vertragsfreiheit, Pressefreiheit usw.) und die FDGO achten, sind sie jedenfalls nicht extremistisch.

„ .


Damit sind die SED-NAchfolger linksextrem...

Sie wollen ja gemäß ihrem Parteiprgramm die Unternehmer von ihrem Eigentum "befreien"....
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon McKnee » Do 11. Feb 2021, 15:42

tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)

Ich habe die Tage das Beispiel des berühmten Geisterfahrers erwähnt, der sich über die Verkehrsmeldung wundert: „Was erzählen die da von einem Geisterfahrer? Das sind viele…“ ;)
Solange man also nicht nur Geisterfahrer vor sich sieht, ist man auf der sicheren Seite, gleichgültig, ob bei Rechtsverkehr oder Linksverkehr.



Dann sollte ich vielleicht jenen erwähnen, der hinter jedem Baum im Wald einen Räuber sieht und daher alle Bäume fällen will. :D
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon McKnee » Do 11. Feb 2021, 15:45

Oder vielleicht von dem, der mehr Toleranz, weniger Vorurteile, den Dialog mit den Menschen, die Auseinandersetzung mit ihren Argumenten fordert und für den alle rechtsradikal sind, die seiner Meinung nicht nickend zustimmen.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Feb 2021, 15:49

BlueMonday hat geschrieben:(11 Feb 2021, 15:16)

Solange sie nicht irgendwie zu einem gewaltsamen Umsturz aufrufen und diverse grundsätzliche Rechte infrage stellten (Respekt des Eigentums, Vertragsfreiheit, Pressefreiheit usw.) und die FDGO achten, sind sie jedenfalls nicht extremistisch.

„Freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Art. 21 II GG ist eine Ordnung, die unter Ausschluss jeglicher Gewalt- und Willkürherrschaft eine rechtsstaatliche Herrschaftsordnung auf der Grundlage der Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit und der Freiheit und Gleichheit darstellt. Zu den grundlegenden Prinzipien dieser Ordnung sind mindestens zu rechnen: die Achtung vor den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten, vor allem vor dem Recht der Persönlichkeit auf Leben und freie Entfaltung, die Volkssouveränität, die Gewaltenteilung, die Verantwortlichkeit der Regierung, die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung, die Unabhängigkeit der Gerichte, das Mehrparteienprinzip und die Chancengleichheit für alle politischen Parteien mit dem Recht auf verfassungsmäßige Bildung und Ausübung einer Opposition.“

Schließt dann Fragen an wie: Was ist ein Volk? Wie bestimmt es sich selbst usw. Und da ist ja eine Partei wie die AfD ganz in ihrem Thema.


Richtig. Und da wird man sich verfassungsrechtlich vermutlich einfach Gedanken machen müssen. "Selbstbestimmung des Volkes nach dem Willen der jeweiligen Mehrheit" ... das heißt für mich, dass es eine irgendwie ausmachbare Konstanz in den Mehrheitsverhältnissen überhaupt gibt. So wie es in der Ära der "Volksparteien" noch der Fall war. Baden Württemberg z.B. - das war für mich immer das Königreich der Schwarzen und Konservativen. Der Hochburgen der Vertriebenenverbände. Der Autoindustrie und der Häuslebauer. Dann bekamen sie eine grüne Regierung. Stuttagrt sei u.a. auch das "Rom der Rudolf-Steiner-Bewegung". Nicht weniges, was man bei Steiner nachlesen kann, fällt eigentlich auch unter Verfassungsschutzbeobachtungswürdig.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: Kampf gegen Links

Beitragvon Dark Angel » Do 11. Feb 2021, 17:18

tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)

Ich habe die Tage das Beispiel des berühmten Geisterfahrers erwähnt, der sich über die Verkehrsmeldung wundert: „Was erzählen die da von einem Geisterfahrer? Das sind viele…“ ;)
Solange man also nicht nur Geisterfahrer vor sich sieht, ist man auf der sicheren Seite, gleichgültig, ob bei Rechtsverkehr oder Linksverkehr.

Es geht eben nicht um Geisterfahrer, sondern um genau das, was ich geschrieben habe - um fehlene Differenzierung zwischen rechts und rechtsextrem, aber gleichzeitiger Forderung nach Differenzierung zwischen links und linksextrem.
Falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, es immer pauschal die Rede vom "Kampf gegen rechts" und nicht vom "Kampf gegen Rechtsextremismus".

tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)Ich hätte keine Einordnung der „Welt“ vorgenommen, wenn du nicht "räächts" geschrieben hättest.

Is ja interessant, dass dir bei dem Begriff "räächts" noch nicht aufgefallen ist, dass es sich um eine Verballhornung genau dieser Pauschalisierung des "Kampfes gegen rechts" handelt.

tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11) Wenn man den Suchstring "politische Orientierung deutscher Zeitungen" eingibt, dann bekommt man u.a. eine ganze Reihe bunter Bilder und dort findet man auch die Positionierung der "Welt".
Dort heißt es mitunter: "kann man machen, bestätigt aber die eigenen Ansichten". Mehr hatte ich nicht gemeint.

Oh bitte, jetzt tu nicht so, als sei es etwas ganz Neues, dass sich die Mehrheit der Journalisten politisch links oder grün einordnet bzw positioniert.
Das pfeifen doch inzwischen die Spatzen von den Dächern.
"Es gibt nicht viele Studien zu den politischen Vorlieben von Medienmenschen. Eine der größten stammt von 2005 und kommt vom Hamburger Institut für Journalistik. Danach verteilte sich die politische Sympathie wie folgt: Grüne 35,5 Prozent, SPD 26 Prozent, CDU 8,7 Prozent, FDP 6,3 Prozent, sonstige 4 Prozent, keine Partei 19,6 Prozent.
Jüngere Studien kommen zu einem ähnlichen Befund. Mal ist die Zahl derjenigen größer, die sich politisch nicht zuordnen wollen. Mal liegen die Sozialdemokraten besser, mal liegen sie schlechter. Aber am Trend ändert sich nichts: Wenn deutsche Journalisten den Bundeskanzler stellen könnten, käme der nicht aus dem bürgerlichen Lager."
Quelle


"Die Studienlage scheint eindeutig zu sein: Ein Großteil der deutschen Journalist*innen verortet sich politisch links der Mitte. Nur neun Prozent neigen der Union zu. Etwa ein Viertel fühlt sich den Grünen verbunden. Das besagt eine Untersuchung der FU Berlin aus dem Jahr 2010. Ähnliche Studien aus den Jahren 2005 und 2017 kommen zu vergleichbaren Ergebnissen."
Quelle


Aber die Studien sind natürlich falsch bzw falsch interpretiert, wie sich die Quelle, zu erklären beeilt.


"Das Herz des deutschen Journalisten schlägt links

Neutralen Journalismus gibt es kaum. Das fängt bei der Themenwahl an und endet beim Kommentar. In der Politikberichterstattung scheint das Phänomen jedoch besonders virulent zu sein, denn bei der Parteinähe haben deutsche Journalisten stark andere Präferenzen als der Durchschnitt der Bevölkerung.
In dem Buch «Die Souffleure der Mediengesellschaft» kommen die Autoren 2005 zu den empirischen Ergebnissen, dass Journalisten ihre eigene Grundhaltung zu 18 Prozent als «links» und zu 48 Prozent als «eher links» einschätzen. Als «eher rechts» und «rechts» schätzen sich nur 17 Prozent und 2 Prozent ein. Lediglich 15 Prozent verorteten sich in der politischen Mitte."
Quelle


und last but not least

Diese Statistik zeigt eine Umfrage zur Parteipräferenz von Politikjournalisten in Deutschland. 26,9 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Grünen am nächsten stehen. 15,5 Prozent der Befragten benannten die SPD als die Partei, die ihnen am nächsten steht.

Nebenbei - ich habe nie ein Hehel daraus gemacht, dass ich mich selbst politisch der FDP nahestehend und eher rechtsliberal UND unserer FDGO fest verbunden sehe.
ABER - der pauschale "Kampf gegen rechts", ohne jegliche Differenzierung, gilt damit auch mir und meiner politischen Verortung.
Merkste was?


tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)Auf den zitierten Inhalt deines Links bin ich gar nicht erst eingegangen.

Ach und warum nicht?


tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)Aber wenn wir schon dabei sind, dann befasse ich mich mit dem, was du hier geschrieben hast und nun fangen wir mit der SPD an. Die SPD kann nicht nach links rücken, denn das Feld dort ist seit der Gründung der WASG besetzt und zwar von einem ehemaligen SPD-Vorsitzenden. Die SPD wird seit Merkel gequetscht von der Mitte und von Links, weil Merkel von Beginn an den Boden in der Mitte abgegraben hat. Dafür hat sie das Feld rechts der CDU zu weit offengelassen und ehemalige CDU Wähler nennen sich jetzt euphemistisch Konservativ, wählen jedoch AfD unter Tolerierung solcher Figuren wie Höcke, Kalbtz, Brandner und Gauland.

Ach kann sie nicht?
Oh doch kann sie und tut sie auch - nämlich sich immer mehr der politischen Position der "Die LINKE" annähern.
Wenn man sich deren politische Ziele anschaut, sieht man kaum noch einen Unterschied zwischen denen der SPD und denen der "die LINKE"
Und auch die CDU hat sich mehr und mehr den ehemaligen politischen Zielen der SPD angenähert und diese zunehmend vereinnahmt und damit hat sie den Weg für eine Partei rechts der CDU frei gemacht.

Diese Linksdrift von CDU und SPD hat übrigens der verstorbene Guido Westerwelle bereits 2009 konstatiert.
Hätte und würde die CDU nicht ihre konservativen Wähler im Regen stehen lassen und würde sie der Worte eines Unionsvorsitzenden gedenken, gäbe es keine AfD!

tarkomed hat geschrieben:(11 Feb 2021, 14:11)Deiner Differenzierung zwischen rechts und rechtsextrem kann ich nur beipflichten und ähnliches gilt auch für links und linksextrem. Die Ablehnung von Gewalt ist selbstverständlich und ich mache auch keinen Unterschied von welchem politischen Spektrum sie ausgeht. Ich lese aber auch keine Berichte darüber in Medien, die meine Ansichten bestätigen. Solche Medien würden sich ohnehin bei mir schwertun, denn meine Ansichten sind breitgefächert. ;)

EBEN - genau darum geht es in den verlinkten und zitierten Beiträgen, dass eine solche Differenzierung eben nicht vorgenommen wird - bewusst oder unbewusst!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

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