Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

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unity in diversity
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon unity in diversity » Fr 29. Nov 2019, 00:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Nov 2019, 14:38)

Und da du jetzt wieder in den Pöbelmodus verfällst, ist das Gespräch beendet.

Und wenn Realist2014 Recht hat?
Die globale Verteilung der Produktionsstandorte ist abgeschlossen. Sie erfolgte unter Berücksichtigung von essenziellen Standortfaktoren, die von sich aus keiner mehr ändert. Umverteilung und Neuordnung mit Gewalt scheiden aus, ich denke, du bewertest das genau so.
Bleibt nur Marktnischen zu finden und was daraus zu machen.
5 G wäre so eine Chance gewesen. Ericsson und Nokia sind als europäische Unternehmen am Markt, werden voraussichtlich aber verdrängt.
Man wußte, daß 3 G und 4 G nicht das Ende der Fahnenstange sind und 5 G wird es auch nicht sein.
Man hat es verschlafen und ist jetzt von Ländern abhängig, die Wirtschaft als strategisches Mittel zum Erwerb der globalen Vorherrschaft betrachten.
Umwelt und Klima hängen von modernen Produktionsformen ab.
Wer hat, kann machen, ohne große Worte zu verlieren. Wer Großdemos veranstalten läßt, um "Steuerreformen" voranzutreiben, beschäftigt das Publikum, lenkt vom eigenen Unvermögen ab, trifft die Falschen, benachteiligt seinen Standort und kommt in der Sache nicht voran.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Teeernte » Fr 29. Nov 2019, 02:16

unity in diversity hat geschrieben:(29 Nov 2019, 00:39)
Ericsson und Nokia sind als europäische Unternehmen am Markt, werden voraussichtlich aber verdrängt.
.


Kathrein...
Im Februar 2019 wurde bekannt, dass das Unternehmen fast vollständig an Ericsson verkauft wird, das gesamte Kerngeschäft mit Entwicklung und Produktion von Mobilfunkantennen wird mit rund 4000 Mitarbeitern veräußert, nur die Bereiche Rundfunktechnik, IoT und Digital Systems (SAT) bleiben mit weltweit ca. 350 Mitarbeitern noch übrig.[21]

Im Mai 2019 kündigte Hans-Joachim Ziems an, auch den Geschäftsbereich mit Rundfunktechnik und Satellitenempfang verkaufen zu müssen.


Ericsson: Keine Produktion mehr in schwedischer Heimat
https://www.wiwo.de › Unternehmen › IT
22.09.2016 - Laut Medienberichten stellt Ericsson nach 140 Jahren seine Produktion in der schwedischen Heimat ein. 3000 Stellen seien bedroht. Ericsson ...


Ericsson, OPPO Establish Joint 5G Lab in Shenzhen


Am 19. Juli 2010 kündigten Nokia Siemens Networks und Motorola den Abschluss einer Vereinbarung darüber an, dass NSN die Mehrheit der Vermögenswerte im Geschäftssegment Mobilfunknetzinfrastruktur von Motorola für 1,2 Milliarden US-Dollar erwerben werde.
Am 1. Juli 2013 teilte Siemens mit, dass Nokia den Siemens-Anteil des Unternehmens für 1,7 Milliarden Euro[3] aufkaufen und fortan alleiniger Eigentümer sein werde.
Nokia selbst konzentriert sich seit 2013 mit Nokia Networks auf die Telekommunikationsnetz- und Softwaresparte .. Seit der Übernahme von Alcatel-Lucent,


(mit ehemals Bell Laboratories....)

Die Produktion ist überwiegend in China, Finnland und Indien angesiedelt.

Alles tolle Namen....deren Produkte nun in China zusammengeschraubt//gelötet werden.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 29. Nov 2019, 07:31

unity in diversity hat geschrieben:(29 Nov 2019, 00:39)

Die globale Verteilung der Produktionsstandorte ist abgeschlossen. Sie erfolgte unter Berücksichtigung von essenziellen Standortfaktoren, die von sich aus keiner mehr ändert.

Wann wurde dieser Schlusspunkt gesetzt? Es ist überhaupt nichts abgeschlossen. Wie schnell Produktionsstandorte verschwinden, konnte man im Saarland oder Ruhrgebiet sehen, oder auch im Rust Belt, Detroit ist von der florierenden Motor City zur beinahe Ghost Town mutiert. Aber egal, mit "Industrie 4.0" und mit zunehmender Digitalisierung stehen sowieso schon gewaltige Änderungen ins Haus, mit der sich die POlitik in D intensiv befassen muss, da wird für andere Ideen eh keine Zeit sein.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 29. Nov 2019, 09:22

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Nov 2019, 16:28)

Das kann ich so nicht stehen lassen. Denn das basiert auf einem grundsätzlich falschen Verständnis dessen, was denn der Homo Oeconomicus ist oder was Ökonomie überhaupt ist, nämlich nichts anderes als haushalten mit den Ressourcen, also (im ökonomischen Sinn) knappen Gütern. Und da erklärt das Modell des Homo Oeconomicus eben sehr gut, wie Entscheidungen zustande kommen, nämlich auf der Basis individueller Präferenzen. Er erhebt ja nicht den Anspruch die individuelle Präferenzordnung zu erklären. Die ist eben von Person zu Person unterschiedlich und da wählt eine Person halt aus den bekannten Alternativen immer diejenige die ihm im Augenblick am attraktivsten erscheint. Und natürlich handle ich auch ökonomisch, wenn ich morgens den längeren Weg zum Bäcker gehe, weil ich mich einfach ein bisschen bewegen möchte oder wenn ich mich entscheide weniger zu arbeiten (und weniger zu verdienen), weil ich mehr Freizeit haben möchte. In beiden Fällen haushalte auch mit den mir zur Verfügung stehenden Ressourcen und ich bezahle einen Preis für meine Entscheidung. Und das ist meines Erachtens die wesentliche Erkenntnis, der sich viele verweigern. Dass eine Entscheidung für etwas gleichzeitig bedeutet, dass man etwas anderes nicht hat. Das man für jede Entscheidung einen Preis bezahlen muss. Eine Entscheidung immer die Abwägung von Alternativen bedeutet.

O.K. Das (von mir Hervorgehobene) sehe ich durchaus ein. Das ist tatsächlich "Ökonomie" ("Haushaltung"). Die Begrifflichkeiten sind tatsächlich etwas verwirrend. Eigentlich wäre "Ökonomik" wohl eher der richtige Begriff für eine wissenschaftliche Beschäftigung damit. Ist es zu vermessen, von einer solchen Wissenschaft zu erwarten, dass sie realistische Vorhersagen macht? Dass sie die Entwicklungen wie die in UK oder Mazedonien aus Sicht der wirtschaftlichen Entwicklungen realistisch (und eben nicht nur "ökonomisch") prognostiziert?
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 29. Nov 2019, 09:31

unity in diversity hat geschrieben:(29 Nov 2019, 00:39)

Und wenn Realist2014 Recht hat?
Die globale Verteilung der Produktionsstandorte ist abgeschlossen. Sie erfolgte unter Berücksichtigung von essenziellen Standortfaktoren, die von sich aus keiner mehr ändert. Umverteilung und Neuordnung mit Gewalt scheiden aus, ich denke, du bewertest das genau so.
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Wie kommst du denn darauf? Da muss ich meinen Vorbeitragenden recht geben. Gar nix ist abgeschlossen. Im Gegenteil. Die Dynamik von Umverteilungsprozessen nimmt mehr und mehr zu. Ich nehme nur mal ein aktuelles aber ökonomisch äußerst relevantes Beispiel: KI-Technologie. Israel (schon seit einiger Zeit) und Estland und Tschechien (seit jüngerer Zeit). Die Zentren für innovative Entwicklungen. Wer hat daran noch vor wenigen Jahren gedacht?
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Realist2014 » Fr 29. Nov 2019, 12:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Nov 2019, 09:31)

Wie kommst du denn darauf? Da muss ich meinen Vorbeitragenden recht geben. Gar nix ist abgeschlossen. Im Gegenteil. Die Dynamik von Umverteilungsprozessen nimmt mehr und mehr zu. Ich nehme nur mal ein aktuelles aber ökonomisch äußerst relevantes Beispiel: KI-Technologie. Israel (schon seit einiger Zeit) und Estland und Tschechien (seit jüngerer Zeit). Die Zentren für innovative Entwicklungen. Wer hat daran noch vor wenigen Jahren gedacht?



Das Problem ist, es kommt nix nach D "zurück"....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 29. Nov 2019, 12:43

Realist2014 hat geschrieben:(29 Nov 2019, 12:20)

Das Problem ist, es kommt nix nach D "zurück"....

Du sprichst (für mich) in Rätseln. Was soll denn auch von den genuin innovativen Leistungen (ausgerechnet) nach Deutschland "zurückkommen". Die Esten könnten sich fragen, warum von dem, was u.a. Ahti Heinla, Priit Kasesalu und Jaan Tallinn mit Kazaa oder Skype entwickelt haben, nicht entsprechend viel nach Estland zurückkommt. Mit Deutschland jedenfalls hat das nix zu tun.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Adam Smith » Fr 29. Nov 2019, 12:51

unity in diversity hat geschrieben:(29 Nov 2019, 00:39)

Und wenn Realist2014 Recht hat?
Die globale Verteilung der Produktionsstandorte ist abgeschlossen. Sie erfolgte unter Berücksichtigung von essenziellen Standortfaktoren, die von sich aus keiner mehr ändert.


Ende der 70er Jahre war Shenzhen ein Dorf. Nun ist es die Werkbank der Welt.

https://mobil.stern.de/reise/fernreisen ... 12632.html

Wobei dieses vielleicht die letzte Veränderung war.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Realist2014 » Fr 29. Nov 2019, 13:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Nov 2019, 12:43)

Du sprichst (für mich) in Rätseln. Was soll denn auch von den genuin innovativen Leistungen (ausgerechnet) nach Deutschland "zurückkommen". n.


Da musst du zurück zum Ausgangspunkt der Diskussion.

Es war ja eine Forderung /Vorschlag von "Tom Bombadil"", Gesetze zur erlassen, dass zumindest 50% eines Produkts, die in einem Land "verkauft" wird, auch IN diesem Land produziert werden MÜSSEN.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 29. Nov 2019, 13:31

Realist2014 hat geschrieben:(29 Nov 2019, 13:07)

Da musst du zurück zum Ausgangspunkt der Diskussion.

Es war ja eine Forderung /Vorschlag von "Tom Bombadil"", Gesetze zur erlassen, dass zumindest 50% eines Produkts, die in einem Land "verkauft" wird, auch IN diesem Land produziert werden MÜSSEN.

Ja. Aber wenn ich bei der innovativen Idee hinter "Skype" und bei Estland bleibe ... es handelt sich zunächst mal nicht um ein Produkt, das produziert wird sondern um einen Dienst, der erbracht wird. Auch als Nicht-Wirtschaftswissenschaftler würde ich mal vermuten, dass ohnehin die Grenze zwischen "Produkten" und "Diensten" durchlässiger wird. Dass die innovativen Ideen hinter beidem wichtiger werden. Wo ist da irgendetwas in der Welt ein- für allemal "verteilt".

Stichwort Photovoltaik. Staatliche Subventionen auf der einen, Strafzölle auf der anderen Seite. Die Branche wird volatil. Mal hier mal dort. Je nach externen Bedingungen. Nix ist ein- für allemal verteilt. Alles ist in Bewegung. Mehr denn je.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Realist2014 » Fr 29. Nov 2019, 13:37

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Nov 2019, 13:31)

Ja. Aber wenn ich bei der innovativen Idee hinter "Skype" und bei Estland bleibe ... es handelt sich zunächst mal nicht um ein Produkt, das produziert wird sondern um einen Dienst, der erbracht wird. Auch als Nicht-Wirtschaftswissenschaftler würde ich mal vermuten, dass ohnehin die Grenze zwischen "Produkten" und "Diensten" durchlässiger wird. Dass die innovativen Ideen hinter beidem wichtiger werden. Wo ist da irgendetwas in der Welt ein- für allemal "verteilt".

Stichwort Photovoltaik. Staatliche Subventionen auf der einen, Strafzölle auf der anderen Seite. Die Branche wird volatil. Mal hier mal dort. Je nach externen Bedingungen. Nix ist ein- für allemal verteilt. Alles ist in Bewegung. Mehr denn je.



Ich habe "Tom" so verstanden, dass er die Globalisierungr irgendwie "zurückdrehen" oder "abändern" möchte.

Nachdem ich seinen Vorschlag allerdings als "Nonsens" bezeichnet habe, diskutiert er nicht mehr mit..... :|
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon BlueMonday » Fr 29. Nov 2019, 14:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Nov 2019, 09:22)

O.K. Das (von mir Hervorgehobene) sehe ich durchaus ein. Das ist tatsächlich "Ökonomie" ("Haushaltung"). Die Begrifflichkeiten sind tatsächlich etwas verwirrend. Eigentlich wäre "Ökonomik" wohl eher der richtige Begriff für eine wissenschaftliche Beschäftigung damit. Ist es zu vermessen, von einer solchen Wissenschaft zu erwarten, dass sie realistische Vorhersagen macht? Dass sie die Entwicklungen wie die in UK oder Mazedonien aus Sicht der wirtschaftlichen Entwicklungen realistisch (und eben nicht nur "ökonomisch") prognostiziert?


Ökonomik ist eine soziologische Disziplin. "Prognosen" sind da schwieriger als das Wetter vorherzusagen. Ich sehe da auch nicht die Hauptaufgabe, eher in der Erklärung, Begriffsbildung, im Verstehen, was passiert. Deskription. Für zukünftige Entwicklungen geht es prinzipbedingt, auch nur um "Szenarien", vergleichbar mit der Klimathematik. Falls/Wenn ... dann. Die Prognose hängt dann also im Wesentlichen von den Annahmen/Prämissen ab.

Das Modell des "homo oeconomicus" hat nun auch nicht den Anspruch den Menschen vollständig zu beschreiben, sondern nimmt nur einen Aspekt heraus. Der Ökonom Ludwig von Mises hat dieses Konzept erweitert zum "homo agens", also zum handelnden Menschen. Ein Wesentliches ist dabei, dass der Mensch in Unsicherheit(Unkenntnis des zukünftigen Verlaufs) handelt und dass es um Prozesse, also um eine zeitliche Dimension geht. Nehmen wir dazu den Begriff der Rationalität. Was ist rationales Handeln? Aus der Sicht des homo agens ist rationales Handeln ein Handeln, das Mittel wählt, die das gewünschte Ziel wirklich bewirken können. Wobei "Mittel" und "Ziel" Denkformen sind. Dinge werden erst zu Mitteln durch den handelnden Menschen, durch seine Zuschreibung. Und die Dinge können für verschiedene Akteure zu verschwiedenen Mitteln für verschiedene Zwecke werden. D.h. es gibt einen potentiellen Konflikt über die Mittel. Die Ziele konkurrieren um die Dinge. Aber es gibt hingegen keine irrationalen Ziele. Ökonomik ist "wertfrei", was die Ziele betrifft. Wenn der Brexit kein Mittel zu etwas ist, sondern letztlich ein Ziel für manche Menschen, dann kann er nicht irrational sein. Er könnte nur irrational als Mittel sein. Irrational kann sein, wenn man bspw. die "durchschnittliche Globaltemperatur der erdnahen Atmosphäre" mittels CO2-Reduktion signifikant beeinflussen will, obwohl das gar nicht zu erwarten ist. Der winzige Tropfen Rationalität steckt dann in der Restwahrscheinlichkeit, das Gewünschte tatsächlich zu bewirken oder insgeheim etwas anderes damit bewirken zu wollen. Das Modell des homo agens stellt nun bewusst auf den Zeitablauf ab. Dass also sich bspw. gewählte Ziele ändern können, dass die Bewertung von Mitteln nicht fix ist, und dass sich so scheinbar widersprüchliches Handeln zeigt. Ein grundlegendes Beispiel: Ein Akteur präferiert Option A gegenüber B. Und er präferiert B gegenüber Option C. Das ergibt eine Rangfolge von 1 - A, 2 - B, 3 - C. Nun stellt man den Akteur aber vor der Wahl zwischen A und C und er entscheidet sich überraschend für C. Aus statisch logischer Sicht ist das widersprüchlich. Das Modell des homo agens schließt es aber ein, weil es bewusst macht, dass die Urteile prinzipbeidngt zu verschiedenen Zeitpunkten gefällt werden und sich natürlich zwischenzeitlich ändern können. Die Handlungslogik("Praxeologie") ist eine grundsätzlich andere als die statische Logik. Daher ist Ökonomik als Handlunsgwissenschaft eben auch keine Wissenschaft wie die klassische Physik, Okönomik ist keine "Mechanik".

Oder anders gesagt: der große Verdienst eines Ökonomens kann durchaus darin liegen, zu zeigen, wie wenig man vorhersagen und wie wenig man Wirtschaft steuern kann, dass es keine einfachen "Stellknöpfe" gibt, dass jeder Eingriff auch Störung ist und neue Probleme schaffen wird.

Das steht sicherlich dem entgegen, was man eigentlich erwartet, also Handlungsgrundlagen für die Politik, für die Intervention zu liefern. Aber damit sollte sich eigentlich jeder Wissenschaftler gleich welcher Disziplin schwertun.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 29. Nov 2019, 14:33

@B.M. Wenn das Modell des Homo Oeconomicus, des Nutzenmaximierers zu einem Homo Agens, einem Zielverfolgungsoptimierer erweitert wird, stehe ich den Wirtschaftswissenschaften schon etwas positiver gegenüber. Ich würde aber dennoch klar unterscheiden zwischen der (gerechtfertigten) Erwartung, Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Szenarien abliefern zu können und der (ungerechtfertigten) Erwartung, Steuerungsratschläge für die Politik abgeben zu können. Nicht zuletzt weil Politik niemals nur Optimierung sondern immer auch Interessenwahrnehmung ist. Wer das vergisst, lügt sich was in die Tasche.

Selbstverständlich und bekanntermaßen ist die Skepsis vieler Zeitgenossen nicht zuletzt von der (scheinbaren oder tatsächlichen?) Hilflosigkeit der Wirtschaftswissenschaftler angesichts der jüngeren Finanzkrisen geprägt.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 29. Nov 2019, 14:58

Realist2014 hat geschrieben:(29 Nov 2019, 13:07)

.

Es war ja eine Forderung /Vorschlag von "Tom Bombadil"", Gesetze zur erlassen, dass zumindest 50% eines Produkts, die in einem Land "verkauft" wird, auch IN diesem Land produziert werden MÜSSEN.


Hirnrissiger geht's kaum mehr.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon unity in diversity » Fr 29. Nov 2019, 16:07

@schokoschendrezki
Deine Beispiele haben gezeigt, daß nichts endgültig und unumkehrbar abgeschlossen ist, Danke.
Vermutet hatte ich es ja schon angesichts der 5 G Problematik.
Man muß Chancen erkennen und sofort zugreifen.
Oder man scheut das Risiko und läßt es vorsichtshalber sein.
Ob das die neue deutsche Krankheit ist?
Man hat sich eingerichtet und nichts darf die eingeübten Algorithmen stören.
Wer das so haben will, den werden die kreativeren Geister entsesseln und entcouchen.
In der BGE-Debatte habe ich immer betont, daß die Finanzierbarkeit mit der gesamtgesellschaftlichen Arbeitsproduktivität steht und fällt.
Wobei Produktivität nicht an die Werkbank gebunden ist.
Hochwertige Dienstleistungen (deine Beispiele), sind exportfähige Güter, mit denen man zu den globalen Mitbestimmern aufschließt.
Nur einfache Dienstleistungen sind nicht exportfähig.
Wer darauf setzt, hat seinen Standort längst aufgegeben.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 29. Nov 2019, 18:37

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(29 Nov 2019, 14:58)

Hirnrissiger geht's kaum mehr.

Dein Kommentar beweist, dass es tatsächlich hirnrissig geht :cool:
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Skeptiker » Di 3. Dez 2019, 21:55

Es scheint wohl mal wieder einer der Extinction Rebellions die Maske fallengelassen zu haben. Bei Hart aber Fair fordert er "Bürgerversammlungen" mit Weisungsrecht für die Regierung:
Extinction Rebellion möchte schnellstmöglich in Deutschland Bürgerversammlungen für Klimafragen einrichten, deren Beschlüssen die Regierung befolgen muss. Pfaff findet: „Die Regierung ist aufgrund bestehender Abhängigkeiten nicht mehr regierungsfähig.“

Merkwürdige Idee
In dieser Bürgerversammlung sollen Leute aus dem Volk sitzen. Wie diese Leute legitimiert sind, erzählt Pfaff leider nicht. Er weiß nur, dass diese Institution die Demokratie retten wird, weil durch den Klimawandel ansonsten die sozialen Unruhen im Land so groß würden, dass der Staat und eben die Demokratie gefährdet ist. Soll wohl heißen: Wer zu den vermeintlich Guten gehört, muss nicht demokratisch gewählt sein und darf die Demokratie einschränken, um auf diese Art die Demokratie zu retten. Komische Logik.

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/foc ... 14999.html

Wie könnte es auch anders sein? Es geht also darum die Demokratie zu retten. Dabei hat man das Gefühl, dass man sie gerade durch solche Maßnahmen abschafft.

Das ist nichts weiter als der Gedanke zu einem Staatsstreich zur Errichtung einer Ökodiktatur. Dass soll dann "Demokratie" heißen - prima, solange etwas nur gut heißen muss, aber man die Bedeutung dahinter nicht mehr verstehen muss, scheint ja alles in Ordnung zu sein. Das hat auch in anderen Diktaturen immer gut funktioniert.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Realist2014 » Di 3. Dez 2019, 21:58

Skeptiker hat geschrieben:(03 Dec 2019, 21:55)

Es scheint wohl mal wieder einer der Extinction Rebellions die Maske fallengelassen zu haben. Bei Hart aber Fair fordert er "Bürgerversammlungen" mit Weisungsrecht für die Regierung:

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/foc ... 14999.html

Wie könnte es auch anders sein? Es geht also darum die Demokratie zu retten. Dabei hat man das Gefühl, dass man sie gerade durch solche Maßnahmen abschafft.

Das ist nichts weiter als der Gedanke zu einem Staatsstreich zur Errichtung einer Ökodiktatur. Dass soll dann "Demokratie" heißen - prima, solange etwas nur gut heißen muss, aber man die Bedeutung dahinter nicht mehr verstehen muss, scheint ja alles in Ordnung zu sein. Das hat auch in anderen Diktaturen immer gut funktioniert.


Genau so schaut es aus.

Daher muss man denen schon auf die Finger schauen und auch auf die Finger klopfen.
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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon Teeernte » Di 3. Dez 2019, 23:04

Skeptiker hat geschrieben:(03 Dec 2019, 21:55)

Es scheint wohl mal wieder einer der Extinction Rebellions die Maske fallengelassen zu haben. Bei Hart aber Fair fordert er "Bürgerversammlungen" mit Weisungsrecht für die Regierung:

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/foc ... 14999.html

Wie könnte es auch anders sein? Es geht also darum die Demokratie zu retten. Dabei hat man das Gefühl, dass man sie gerade durch solche Maßnahmen abschafft.

Das ist nichts weiter als der Gedanke zu einem Staatsstreich zur Errichtung einer Ökodiktatur. Dass soll dann "Demokratie" heißen - prima, solange etwas nur gut heißen muss, aber man die Bedeutung dahinter nicht mehr verstehen muss, scheint ja alles in Ordnung zu sein. Das hat auch in anderen Diktaturen immer gut funktioniert.


Nun die haben sich gedacht - ähnlich wie bei den alten Griechen - per Losentscheid nach "Schlüssel" (demografie Geschlecht..) Personen auszuwählen,
die sich (wie bei einem Gericht) "ausgewählte" Wissenschaftler anhören - und dann ihre "Stimme" abgeben.

Also wie bei den Sowjets...die Räte.

NULL Verantwortung, aber 100% Haushaltwirksamkeit .

>> Somit "Unplanbar"

Weiterer Einwurf - dass kann ja dann auch AfD "Durchsetzen" - oder Länder gegeneinander stimmen -

....nun da setzen sich nur die guten durch....

>> Kindergarten ROTE RÜBEN....


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Re: Ökoextremismus/Ökodiktatur/Ökofaschismus - Fiktion, Gefahr oder Rettung?

Beitragvon naddy » Mi 4. Dez 2019, 01:28

Skeptiker hat geschrieben:(03 Dec 2019, 21:55)

Es scheint wohl mal wieder einer der Extinction Rebellions die Maske fallengelassen zu haben. Bei Hart aber Fair fordert er "Bürgerversammlungen" mit Weisungsrecht für die Regierung:.


Das war noch nicht einmal das Schlimmste: Er hielt auch die Selbstermächtigung der von ihm vertretenen Kleinstgruppe, der Allgemeinheit vorschreiben zu wollen was sie zu tun oder zu lassen hat, für eine Spielart der Demokratie.

Diese Leute blockieren Straßen und Brücken, uneingedenk der Tatsache, dass dort möglicherweise Unfallopfer, Kranke und Schwangere auf schnellstem Weg in die Klinik geschafft werden müssen und empfinden das als "Dienst an der Menschheit". So langsam muß man sich tatsächlich fragen, ob es wirklich keine Grenzen der Abgedrehtheit gibt. Ich fürchte, diese Entwicklung haben wir nicht unwesentlich der Erfindung des Smartphones zu verdanken. Die Irren der Welt finden sich in blitzesschnelle, fixen sich gegenseitig an und verabreden sich zum Happening. Und machen ein dann Selfie für Instagram. Oh Gott...
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