Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Sa 25. Mai 2019, 11:49

Umetarek hat geschrieben:(25 May 2019, 11:15)
Richtig, im Internet und jetzt wundern sich die Protagonisten, dass sie sich so nicht im wirklichen Leben äußern können.

Ist aber nichts Neues, das konnten sie noch nie. Sie denken nur, weil sie sich jetzt im Internet auskotzen können, müßte das ja im Reallife auch gehen.

Das ist nicht nur ein Denkfehler, das ist sogar dumm.

Also nochmal, der Strang handelt hier von der Mehrheit der Deutschen. Es geht eben NICHT um eine Minderheit von rechten Trollen.

Wie ich auch schon geschrieben habe fühlen sich die "linksgrünversifften" auch nicht in ihrer Meinungsfreiheit bedroht. Es ist eher die Mitte, der diese Minderheit einen Stempel aufdrücken will.

Dass eine rechtsradikale Minderheit in Deutschland nicht die selbe Akzeptanz besitzt wie deren linksradikales Gegenstück, ist Allgemeingut. Das zu bezweifelt wird hier kaum jemand behaupten, oder?

Das Problem besteht darin, dass niemand von den "Religionswächtern" zum Rechtsradikalen "ernannt" werden möchte (Triggervokabular ist da tödlich) um damit einem gesellschaftlichen Spießrutenlauf ausgesetzt zu werden. Und da gibt es eben die Beispiele aus der Öffentlichkeit, denen niemand folgen möchte.

Das ist übrigens das Grundprinzip jeder Repression. Man sollte sich die Sensibilität wahren die Anfänge zu erkennen, noch bevor man von radikalen Minderheiten tyrannisiert wird.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Billie Holiday » Sa 25. Mai 2019, 11:50

Selina hat geschrieben:(25 May 2019, 11:46)

Ich stimme dir auf der ganzen Linie zu und möchte noch ergänzen, dass man immer und jederzeit widersprechen sollte, wenn menschenfeindlich argumentiert wird. Das ist einfach das Gebot der Stunde, schaut man sich Deutschland und Europa an. Das ist ja gerade der Witz: Diejenigen, die sonst gar keine Feinen und auch gar keine Sensiblen sind, wenn es etwa um Flüchtlinge und die Asylpolitik geht, die beklagen sich dann oft besonders laut, wie schlimm man sie behandele, wie sehr man sie ausgrenze und dass man ihnen "Denkverbote" auferlege. Wenn das alles nicht so folgenreich wäre im Alltag, wär diese verdrehte und verquere Argumentation wirklich fast zum Lachen.


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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Sa 25. Mai 2019, 11:51

Teeernte hat geschrieben:(25 May 2019, 11:34)
...

Mein Verständnis von "political correctness" ist ist eher das allgemein anerkannte:
Since the late 1980s, the term has come to refer to a preference for inclusive language and avoiding language or behavior that can be seen as excluding, marginalizing, or insulting groups of people considered disadvantaged or discriminated against, especially groups defined by sex or race.
(Wiki)
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Senexx » Sa 25. Mai 2019, 11:52

Selina hat geschrieben:(25 May 2019, 11:46)
[...] möchte noch ergänzen, dass man immer und jederzeit widersprechen sollte, wenn menschenfeindlich argumentiert wird. [...]


"menschenfeindliche Argumentation" - Die Erstschlagwaffe der Zensierer, die eine freie Diskussion und die Meinungsfreiheit unterdrücken wollen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon sunny.crockett » Sa 25. Mai 2019, 11:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 May 2019, 10:48)

Solange dieser Widerspruch zivilisiert und fundiert ausfällt, sehe ich das genauso. Nur gehören "Mimi", "Jammerer" und "Pack" nicht dazu.


Leider gibt es oft keinen fundierten Wiederspruch, oder auch Diskussion genannt, sondern man antwortet wegen fehlenden Argumenten dann mit einer Keule.
Beispiel kann ich auch gleich nennen, da wurde mir vorgestern auf meine Kritik zur ungeklärten Finanzierung der Grundrente folgendes geantwortet:

Antwort User:Ja wie immer soll es (...)am Besten noch ein neuer AnFührer richten.
Meine Antwort: " zu "AnFührer": genau, Kritik an der Politik der letzten Jahrzehnte gleich mit der Nazi-Keule kontern. Bravo."
Antort User:"Muss ja nicht gleich der Adolf sein, ich denke für einige würde auch Höcke und Co. ausreichen."

Das ist genau die Art und Weise, wie man versucht, Diskussionspartner zum schweigen zu bringen, auch wenn das Diskussionsthema überhaupt nichts mit Adolf oder Höcke zu tun hat. In einen anonymen Forum bringt das wohl meist nichts, aber einige Personen sind diese Verhaltensweise sicherlich aus dem RL gewohnt, wo man dann auch so agieren dürfte. Und im RL muss man dann doch aufpassen, ob man dann nicht in ein Mobbing-Problem wegen freier Meinungsäußerung bekommt, da hält man dann doch lieber mal die Schnauze und verzichtet eben auf ein Grundrecht. Sehr traurige Entwicklung. :mad:
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Umetarek » Sa 25. Mai 2019, 11:55

Skeptiker hat geschrieben:(25 May 2019, 11:49)

Also nochmal, der Strang handelt hier von der Mehrheit der Deutschen. Es geht eben NICHT um eine Minderheit von rechten Trollen.

Wie ich auch schon geschrieben habe fühlen sich die "linksgrünversifften" auch nicht in ihrer Meinungsfreiheit bedroht. Es ist eher die Mitte, der diese Minderheit einen Stempel aufdrücken will.

Dass eine rechtsradikale Minderheit in Deutschland nicht die selbe Akzeptanz besitzt wie deren linksradikales Gegenstück, ist Allgemeingut. Das zu bezweifelt wird hier kaum jemand behaupten, oder?

Das Problem besteht darin, dass niemand von den "Religionswächtern" zum Rechtsradikalen "ernannt" werden möchte (Triggervokabular ist da tödlich) um damit einem gesellschaftlichen Spießrutenlauf ausgesetzt zu werden. Und da gibt es eben die Beispiele aus der Öffentlichkeit, denen niemand folgen möchte.

Das ist übrigens das Grundprinzip jeder Repression. Man sollte sich die Sensibilität wahren die Anfänge zu erkennen, noch bevor man von radikalen Minderheiten tyrannisiert wird.

Hab ich vom rechten Rand geredet?

Wie gesagt, man konnte noch nie alles sagen was man wollte, das ist nichts Neues, die Parameter verschieben sich vielleicht ein wenig mit den Jahren, aber natürlich kommt es immer auf die Anwesenden an, was ich von mir preisgebe oder nicht. Die Krux ist nur zu denken, das wäre unnormal.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Sa 25. Mai 2019, 12:02

Skeptiker hat geschrieben:(25 May 2019, 11:49)

Also nochmal, der Strang handelt hier von der Mehrheit der Deutschen. Es geht eben NICHT um eine Minderheit von rechten Trollen.

Wie ich auch schon geschrieben habe fühlen sich die "linksgrünversifften" auch nicht in ihrer Meinungsfreiheit bedroht. Es ist eher die Mitte, der diese Minderheit einen Stempel aufdrücken will.

Dass eine rechtsradikale Minderheit in Deutschland nicht die selbe Akzeptanz besitzt wie deren linksradikales Gegenstück, ist Allgemeingut. Das zu bezweifelt wird hier kaum jemand behaupten, oder?

Das Problem besteht darin, dass niemand von den "Religionswächtern" zum Rechtsradikalen "ernannt" werden möchte (Triggervokabular ist da tödlich) um damit einem gesellschaftlichen Spießrutenlauf ausgesetzt zu werden. Und da gibt es eben die Beispiele aus der Öffentlichkeit, denen niemand folgen möchte.

Das ist übrigens das Grundprinzip jeder Repression. Man sollte sich die Sensibilität wahren die Anfänge zu erkennen, noch bevor man von radikalen Minderheiten tyrannisiert wird.


Ich glaube es einfach nicht, dass es wirklich eine Mehrheit ist, die sich "in der Öffentlichkeit nur vorsichtig äußert". Genauso wie hier Machart und Ergebnisse der jüngsten Mitte-Studie vehement angezweifelt werden, kann man solche Allensbach-Umfragen, deren Ergebnisse dann noch in der bürgerlich-konservativen FAZ veröffentlicht werden (das sage ich völlig ohne Vorwurf, es ist aber einfach so), ebenfalls anzweifeln. Wäre es eine Umfrage im Auftrag der "Zeit" oder der "Süddeutschen" oder auch der LVZ, wären die Ergebnisse ganz andere, weil auch die Befragten ganz andere wären. Hinzu kommt das tägliche Erleben im Alltag: Auch da bestätigt sich nicht, dass eine Mehrheit übervorsichtig ist, wenn sie sich äußert. Im Gegenteil: Es fällt auf, dass zum Beispiel rechtsradikale Äußerungen viel häufiger und viel lauter in der Öffentlichkeit getätigt werden, als das früher der Fall war. Da ist die Schwelle schon ganz schön gesunken. Ganz ohne Schamgefühl wird früher Unsagbares heute nur so herausgepoltert. Das ist es, was mir Sorgen bereitet.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Sa 25. Mai 2019, 12:07

Billie Holiday hat geschrieben:(25 May 2019, 11:50)

Widersprichst du auch, wenn es gegen Schlampen oder Ungläubige geht? Wenn Muslime gegen Juden vorgehen?


Ich schrieb wortwörtlich: "Ich stimme dir auf der ganzen Linie zu und möchte noch ergänzen, dass man immer und jederzeit widersprechen sollte, wenn menschenfeindlich argumentiert wird". Damit meine ich alle menschenfeindlichen Äußerungen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Teeernte » Sa 25. Mai 2019, 12:07

Selina hat geschrieben:(25 May 2019, 11:46)

Ich stimme dir auf der ganzen Linie zu und möchte noch ergänzen, dass man immer und jederzeit widersprechen sollte, wenn menschenfeindlich argumentiert wird. Das ist einfach das Gebot der Stunde, schaut man sich Deutschland und Europa an. Das ist ja gerade der Witz: Diejenigen, die sonst gar keine Feinen und auch gar keine Sensiblen sind, wenn es etwa um Flüchtlinge und die Asylpolitik geht, die beklagen sich dann oft besonders laut, wie schlimm man sie behandele, wie sehr man sie ausgrenze und dass man ihnen "Denkverbote" auferlege. Wenn das alles nicht so folgenreich wäre im Alltag, wär diese verdrehte und verquere Argumentation wirklich fast zum Lachen.



Wenn Du einen schönen Bürgerkrieg magst...empfehle ich eine Tour ....Gaza, Tripolis, Ar-Raqqah... ganz ohne Denkverbote und Ausgrenzung .
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Teeernte » Sa 25. Mai 2019, 12:09

PeterK hat geschrieben:(25 May 2019, 11:51)

Mein Verständnis von "political correctness" ist ist eher das allgemein anerkannte:
(Wiki)


allgemein anerkannte ??? US Import - allgemein anerkannt .....??

Hier ist "D" - wir mache ALLES besser , schöner, vollkommener als andere ! auch PC ....jeder von seiner Sicht.....aber vorsichtig eben gegenüber Fremden.
Zuletzt geändert von Teeernte am Sa 25. Mai 2019, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Sa 25. Mai 2019, 12:11

sunny.crockett hat geschrieben:(25 May 2019, 11:53)
Leider gibt es oft keinen fundierten Wiederspruch ...

Den gibt es z.B. hier im PF doch ständig. Die Themen "Grenzöffnung", "Dublin", "Art. 16a GG" seien nur als Beispiele genannt.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Sa 25. Mai 2019, 12:12

Senexx hat geschrieben:(25 May 2019, 11:52)

"menschenfeindliche Argumentation" - Die Erstschlagwaffe der Zensierer, die eine freie Diskussion und die Meinungsfreiheit unterdrücken wollen.


Aha. "Erstschlagwaffe der Zensierer". So so. In welchen Punkten fühlst du dich denn unterdrückt? Was genau darfst du nicht äußern? Nun werd doch mal konkret! "Freie Diskussion" - Worüber möchtest du denn frei diskutieren? Und wer hat dir wann und mit welcher Formulierung gesagt, dass du das nicht darfst?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Teeernte » Sa 25. Mai 2019, 12:13

Selina hat geschrieben:(25 May 2019, 12:02)

Es fällt auf, dass zum Beispiel rechtsradikale Äußerungen viel häufiger und viel lauter in der Öffentlichkeit getätigt werden, als das früher der Fall war. Da ist die Schwelle schon ganz schön gesunken. Ganz ohne Schamgefühl wird früher Unsagbares heute nur so herausgepoltert. Das ist es, was mir Sorgen bereitet.


eben....die anderen 80% trauen sich öffentlich noch nicht....... ja, da kann man(n) sich Sorgen machen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Sa 25. Mai 2019, 12:14

Umetarek hat geschrieben:(25 May 2019, 11:55)
Hab ich vom rechten Rand geredet?

Wie gesagt, man konnte noch nie alles sagen was man wollte, das ist nichts Neues, die Parameter verschieben sich vielleicht ein wenig mit den Jahren, aber natürlich kommt es immer auf die Anwesenden an, was ich von mir preisgebe oder nicht. Die Krux ist nur zu denken, das wäre unnormal.

Es IST unnormal wenn alle linkslastigen Themen von allen Menschen bedenkenlos öffentlich diskutiert werden können, während man bei alles rechtslastigen Themen "aufpassen muss was mal sagt". Der User Unite 1 hat dazu schon das Beispiel ausgelegt.

Spreche ich also Fragen der staatlichen Integrität und gesellschaftlichen Orientierung an, dann muss ich darauf gefasst sein aggressiv angegangen zu werden. Spreche ich dagegen Klimafragen an, ist das eine ganz normale freie Diskussion und man hat nichts zu befürchten.

Sorry, aber in der DDR konnte man auch vieles ganz entspannt ansprechen, aber eben nicht das Machtmonopol der SED. Meinungsfreiheit zeichnet sich eben durch Abwesenheit der Akzeptanz von Repression aus. Hier wird aber offene aggressive Agitation gegen "Rechtsverdächtige" stillschweigend akzeptiert. Dann muss man sich nicht wundern wenn eben diese Themen in der Öffentlichkeit nicht mehr, oder nurnoch "systemkonform" diskutiert werden.

Gibt es eine ähnliche Aggression von rechten Abtreibungsgegnern? In den USA ja, hier glücklicherweise nicht. Gibt es hier Bedrohung von Menschen mit linken Meinungen? In Sachsen lokal ja, im Rest der Republik sieht es eher andersherum aus. Nichts davon sollte stattfinden!
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » Sa 25. Mai 2019, 12:21

Teeernte hat geschrieben:(25 May 2019, 12:13)

eben....die anderen 80% trauen sich öffentlich noch nicht....... ja, da kann man(n) sich Sorgen machen.


Mit welchen Menschen hast du denn zu tun? Wie kommst du auf 80 Prozent, die sich angeblich nicht trauen, öffentlich ihre Meinung kundzutun? Etwas nachdenken, bevor man "Lügenpresse" oder "Merkel muss weg" oder "Deutschland den Deutschen" oder "Ausländer raus" brüllt, kann doch nicht schaden. Da ist Vorsicht oder im Extremfall sogar Schweigen völlig angebracht. Denn wer will schon eine so dermaßen radikalisierte Gesellschaft, in der man pausenlos irgendwelche Papp-Galgen mit daran aufgeknüpften Politiker-Konterfeis sieht? Nein, eine Mehrheit will das nicht.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Sa 25. Mai 2019, 12:22

Skeptiker hat geschrieben:(25 May 2019, 12:14)
Es IST unnormal wenn alle linkslastigen Themen von allen Menschen bedenkenlos öffentlich diskutiert werden können, während man bei alles rechtslastigen Themen "aufpassen muss was mal sagt". Der User Unite 1 hat dazu schon das Beispiel ausgelegt.

Spreche ich also Fragen der staatlichen Integrität und gesellschaftlichen Orientierung an, dann muss ich darauf gefasst sein aggressiv angegangen zu werden. Spreche ich dagegen Klimafragen an, ist das eine ganz normale freie Diskussion und man hat nichts zu befürchten.

Ich verstehe Deine Einteilung in "linkslastige" und "rechtslastige" Themata nicht. Gerade zu den genannten haben doch sowohl "Linke" als auch "Rechte" ihre Meinungen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon sunny.crockett » Sa 25. Mai 2019, 12:23

PeterK hat geschrieben:(25 May 2019, 12:11)

Den gibt es z.B. hier im PF doch ständig. Die Themen "Grenzöffnung", "Dublin", "Art. 16a GG" seien nur als Beispiele genannt.


Und wie überproportional wurde in den Threads statt einer Argumentation die Rassismuskeule geschwungen.....
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Sa 25. Mai 2019, 12:26

Selina hat geschrieben:(25 May 2019, 12:02)
Ich glaube es einfach nicht, dass es wirklich eine Mehrheit ist, die sich "in der Öffentlichkeit nur vorsichtig äußert". Genauso wie hier Machart und Ergebnisse der jüngsten Mitte-Studie vehement angezweifelt werden, kann man solche Allensbach-Umfragen, deren Ergebnisse dann noch in der bürgerlich-konservativen FAZ veröffentlicht werden (das sage ich völlig ohne Vorwurf, es ist aber einfach so), ebenfalls anzweifeln. Wäre es eine Umfrage im Auftrag der "Zeit" oder der "Süddeutschen" oder auch der LVZ, wären die Ergebnisse ganz andere, weil auch die Befragten ganz andere wären. Hinzu kommt das tägliche Erleben im Alltag: Auch da bestätigt sich nicht, dass eine Mehrheit übervorsichtig ist, wenn sie sich äußert. Im Gegenteil: Es fällt auf, dass zum Beispiel rechtsradikale Äußerungen viel häufiger und viel lauter in der Öffentlichkeit getätigt werden, als das früher der Fall war. Da ist die Schwelle schon ganz schön gesunken. Ganz ohne Schamgefühl wird früher Unsagbares heute nur so herausgepoltert. Das ist es, was mir Sorgen bereitet.

Oh, ich bezweifle keineswegs, dass rechtsradikale Stimmen in der Öffentlichkeit immer lauter und radikaler werden. Ich habe ja immer wieder geschrieben welcher Effekt dahinter steht.

Die Polarisierung stärkt eben die Ränder und DIE äußern sich gerne und lautstark. Hier geht es aber um die Mehrheit und die liegt in der Mitte. Die geht dieser Diskussion aus dem Weg, weil sie nicht von Missionaren zur Ungläubigen erklärt werden wollen …
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Sa 25. Mai 2019, 12:29

PeterK hat geschrieben:(25 May 2019, 12:22)
Ich verstehe Deine Einteilung in "linkslastige" und "rechtslastige" Themata nicht. Gerade zu den genannten haben doch sowohl "Linke" als auch "Rechte" ihre Meinungen.

Ja, aber es gibt Tabuthemen. Bei Flüchtlingen ist man linksseitig sofort im Affekt, beim Mindestlohn kann man noch sachlich argumentieren. Ebenso beim Thema Islam - da geht es mehr um eine Ideologie im Kopf als um eine sachliche Auseinandersetzung.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Sa 25. Mai 2019, 12:31

sunny.crockett hat geschrieben:(25 May 2019, 12:23)
Und wie überproportional wurde in den Threads statt einer Argumentation die Rassismuskeule geschwungen.....

Die Frage (ist es eine Frage?) kann ich Dir nicht beantworten. In den Threads, in denen ich lese, wurde immer wieder sachlich darauf hingewiesen, dass die Grenzen nicht "geöffnet" wurden und dass man Art 16a GG i.V.m. Dublin III bitte bis zum Ende lesen möge.

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