Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

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Selina
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 18:35

Der Lucke ist nicht so harmlos, wie immer getan wird.

Zitat:

Auch seine Nachfolgerpartei, die “LKR” (Liberal Konservative Reformer), organisierte noch 2018 mehrere rechtsradikale “Merkel muss weg”-Demos (Quelle). 2013 bezeichnete er Flüchtlinge persönlich als “Bodensatz” (Quelle). Vor wenigen Monaten hielt er noch eine Rede bei einer neurechten Organisation (Quelle). Und er verwendete bereits 2014 den Goebbels-Begriff der “Altparteien” (Quelle). Er sagte 2014 den Satz: “Ich würds schöner finden, wenn NPD-Wähler die AfD wählen und nicht die NPD.” (Quelle) Er sprach von einer “Entartung der Demokratie” (NSDAP Sprache, Quelle)

Auch unter ihm verwendete die offizielle AfD-PR schon Begriffe wie “Staatsmedien”, “Blockparteien” und “Multi-Kulti-Umerziehung” (Quelle). Beatrix von Storch, die einen Schießbefehl auf Kinder forderte, war ebenfalls Gründungsmitglied (Quelle). Den Satz “Multikulti hat die Aufgabe die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen” wollte er nicht verurteilen, weil er dachte er stammte von ihr (Quelle).* Das spiegelt sogar die faschistische Ideologie eines Höcke wider. Auf einem der Wahlplakate zur Bundestagswahl 2013 verwendete die AfD bereits NPD-Slogans:

Anfang 2014 sagte er: „Das Problem sind eher Randgruppen wie Sinti und Roma, die leider in großer Zahl kommen und nicht gut integrationsfähig sind“ (Quelle). Das ist ganz klar rassistisch und antiziganistisch. Auf dem Gründungsparteitag der AfD wurde schon die Frage gestellt, ob nicht die NSU Morde inszeniert waren (Quelle).


https://www.volksverpetzer.de/hintergrund/lucke-rechts/
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Misterfritz » So 17. Nov 2019, 18:44

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 18:35)

Der Lucke ist nicht so harmlos, wie immer getan wird.
Keiner hat behauptet, dass Lucke harmlos wäre.
Aber auch das fällt unter Meinungsfreiheit.
Die Fragen muss sich die Uni Hamburg stellen, warum sie ihm überhaupt weiterhin eine Plattform stellt.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Bartleby » So 17. Nov 2019, 19:19

Misterfritz hat geschrieben:(17 Nov 2019, 18:44)

Keiner hat behauptet, dass Lucke harmlos wäre.
Aber auch das fällt unter Meinungsfreiheit.
Die Fragen muss sich die Uni Hamburg stellen, warum sie ihm überhaupt weiterhin eine Plattform stellt.


Irgendwie lässt einen das doch so ein bisschen ratlos zurück.

Als ganz Junger, angezogen von FDP, Freiburger Thesen, Jungdemokraten, war es eine Selbstverständlichkeit, gegen Repressionen der Uni zu sein und sich beispielsweise gegen die Suspendierung von Peter Brückner auszusprechen (falls jemand sich noch an den Fall erinnert). Heute nun, da die Universitäten der Suspendierungshammer nicht mehr locker zu sitzen scheint, mandelt sich ein studentischer Mob von Illiberalen auf, um Universitäten genau in das hineinzuschwätzen, gegen das man erfolgreich gestritten hatte einst.

Bei der Wirklichkeit wundert einen nicht mehr, dass einem alle Satiriker als fad erscheinen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon odiug » So 17. Nov 2019, 21:36

MäckIntaier hat geschrieben:(17 Nov 2019, 17:42)

Inquistorische Gesinnungspflege als Bildungsauftrags.

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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 21:39

Linke 68er in einem Atemzug mit solchen Leuten zu nennen, die am liebsten alles wieder rückgängig machen würden, was damals auf der Straße und in Hörsälen erstritten worden ist, ist wirklich Realsatire.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Bartleby » So 17. Nov 2019, 21:49

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 21:39)

Linke 68er in einem Atemzug mit solchen Leuten zu nennen, die am liebsten alles wieder rückgängig machen würden, was damals auf der Straße und in Hörsälen erstritten worden ist, ist wirklich Realsatire.


Der linke 68er ist so egal wie der rechte 2010er - entscheidend ist, wie man selbst zum Recht steht. Auch zu den Rechten derjenigen, die man vielleicht gar nicht verteidigen möchte.

Was nur dann funktioniert, wenn man Recht über Gesinnung stellt. Wie oben schon andere erklärt haben.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Misterfritz » So 17. Nov 2019, 22:08

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 21:39)

Linke 68er in einem Atemzug mit solchen Leuten zu nennen, die am liebsten alles wieder rückgängig machen würden, was damals auf der Straße und in Hörsälen erstritten worden ist, ist wirklich Realsatire.
Du hast das sicherlich mitgemacht.
Dann müsstest Du jetzt knapp 70 sein, oder?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon McKnee » So 17. Nov 2019, 22:10

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 21:39)

.... ist wirklich Realsatire.


Ist es eigentlich eine besondere Stilrichtung, wenn man nicht reagiert, nachdem man die geforderten Antworten bekommen hat?
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 22:11

MäckIntaier hat geschrieben:(17 Nov 2019, 21:49)

Der linke 68er ist so egal wie der rechte 2010er - entscheidend ist, wie man selbst zum Recht steht. Auch zu den Rechten derjenigen, die man vielleicht gar nicht verteidigen möchte.

Was nur dann funktioniert, wenn man Recht über Gesinnung stellt. Wie oben schon andere erklärt haben.


Recht steht doch über Gesinnung. Artikel 1 des Grundgesetzes garantiert die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Das heißt, das Grundgesetz ist unvereinbar mit brauner Gesinnung und steht über dieser.
Zuletzt geändert von Selina am So 17. Nov 2019, 22:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon odiug » So 17. Nov 2019, 22:11

MäckIntaier hat geschrieben:(17 Nov 2019, 21:49)

Der linke 68er ist so egal wie der rechte 2010er - entscheidend ist, wie man selbst zum Recht steht. Auch zu den Rechten derjenigen, die man vielleicht gar nicht verteidigen möchte.

Was nur dann funktioniert, wenn man Recht über Gesinnung stellt. Wie oben schon andere erklärt haben.

Der Mann wurde einmal mit Papierkügelchen beworfen.
Er wurde nicht erschossen, sein Haus nicht in Brand gesteckt, nicht von einem Mob zusammengeschlagen, nicht durch eine Stadt gehetzt und seine Vorlesungen liefen schon am nächsten Tag völlig störungsfrei ab und dennoch tun hier einige so, als würden sie die Geschwister Scholl oder Dietrich Bonhoeffer vor den Anfeindungen eines Gesinnungsmobs verteidigen.
Dabei ist es eben dieser Lucke, der den Gesinnungsmob wie einen Gini aus der Flasche lies und jetzt, da er ihm außer Kontrolle geraten ist und er den Flaschengeist nicht mehr zurück in die Flasche bekommt, will er mit all dem nix mehr zu tun habe und auch nicht dafür zur Rede gestellt werden.
Außerdem hat er kein Europaabgeordnetensalär mehr, nachdem ihn seine ehemaligen Spießgesellen geschasst haben.
Schwamm drüber ... was geht mich mein Geschwätz von Gestern an scheint die Devise dieses Herren.
Nein ... so nicht Herr Lucke.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Misterfritz » So 17. Nov 2019, 22:21

odiug hat geschrieben:(17 Nov 2019, 22:11)

Der Mann wurde einmal mit Papierkügelchen beworfen.
Er wurde nicht erschossen, sein Haus nicht in Brand gesteckt, nicht von einem Mob zusammengeschlagen, nicht durch eine Stadt gehetzt und seine Vorlesungen liefen schon am nächsten Tag völlig störungsfrei ab und dennoch tun hier einige so, als würden sie die Geschwister Scholl oder Dietrich Bonhoeffer vor den Anfeindungen eines Gesinnungsmobs verteidigen.
Dabei ist es eben dieser Lucke, der den Gesinnungsmob wie einen Gini aus der Flasche lies und jetzt, da er ihm außer Kontrolle geraten ist und er den Flaschengeist nicht mehr zurück in die Flasche bekommt, will er mit all dem nix mehr zu tun habe und auch nicht dafür zur Rede gestellt werden.
Außerdem hat er kein Europaabgeordnetensalär mehr, nachdem ihn seine ehemaligen Spießgesellen geschasst haben.
Schwamm drüber ... was geht mich mein Geschwätz von Gestern an scheint die Devise dieses Herren.
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Und ich dachte immer, es gilt gleiches Recht für alle,
egal, ob sie eher links oder rechts oder an diesen Rändern anzusiedeln sind.
Muss also erstmal jemand ermordet werden, um das festzustellen?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon jack000 » So 17. Nov 2019, 22:22

odiug hat geschrieben:(17 Nov 2019, 22:11), will er mit all dem nix mehr zu tun habe und auch nicht dafür zur Rede gestellt werden.

Der Pöbel-Mob in dem Hörsaal machte mir nicht so den Eindruck, als würde Interesse an einem Gespräch vorhanden gewesen sein ...
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon naddy » So 17. Nov 2019, 22:23

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 21:39)

Linke 68er in einem Atemzug mit solchen Leuten zu nennen, die am liebsten alles wieder rückgängig machen würden, was damals auf der Straße und in Hörsälen erstritten worden ist, ist wirklich Realsatire.


Vielen Dank für die unerwartete, nachträgliche Wertschätzung. Aber mit gewissen Linken, beispielsweise der an meiner Uni sehr aktiven KPD/ML, hatte ich auch damals schon meine geregelten Probleme. Ich konnte partout nicht einsehen, was der Wechsel von rechtem zu linkem Faschismus bringen soll. Kann ich immer noch nicht. Dieses Muster zieht sich übrigens durch mein ganzes Denken. Beispielsweise kann ich auch nicht einsehen was es bringen soll, männliche Idioten durch weibliche zu ersetzen. Vermutlich weil ich denke, dass Fähigkeiten und Qualifikationen sich weder an Geschlechtszugehörigkeit, noch an Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung festmachen lassen. Vernunft und Verstand scheinen mir da doch als geeignetere Kriterien. Ist aber vermutlich zu sehr "Old-School", oder?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » So 17. Nov 2019, 22:40

Misterfritz hat geschrieben:(17 Nov 2019, 22:21)
Und ich dachte immer, es gilt gleiches Recht für alle,
egal, ob sie eher links oder rechts oder an diesen Rändern anzusiedeln sind.
Muss also erstmal jemand ermordet werden, um das festzustellen?

Es ist in er Tat irritierend, dass es für manche so schwer zu sein scheint, den Prinzipienbruch in diesem Fall zu erkennen.

Als rechtsstaatlicher Demokrat sollte man es doch schon mit der Muttermilch aufgesogen haben, dass die Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Stattdessen kommen genau diejenigen, die uns immer von der "Gleichheit" der Menschen erzählen und schaffen Klassen von Menschen - diejenigen mit vollen Rechten, und diejenigen, die durch unwillkommene politische Tätigkeit eines Teiles ihrer Rechte beraubt werden sollen - und zwar nicht über Gerichte, sondern durch jeden x-beliebigen dahergelaufenen Schwachkopf.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » So 17. Nov 2019, 22:43

Misterfritz hat geschrieben:(17 Nov 2019, 22:08)

Du hast das sicherlich mitgemacht.

:D In der DDR?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Bartleby » So 17. Nov 2019, 22:55

odiug hat geschrieben:(17 Nov 2019, 22:11)

Der Mann wurde einmal mit Papierkügelchen beworfen.
Er wurde nicht erschossen, sein Haus nicht in Brand gesteckt, nicht von einem Mob zusammengeschlagen, nicht durch eine Stadt gehetzt und seine Vorlesungen liefen schon am nächsten Tag völlig störungsfrei ab und dennoch tun hier einige so, als würden sie die Geschwister Scholl oder Dietrich Bonhoeffer vor den Anfeindungen eines Gesinnungsmobs verteidigen.
Dabei ist es eben dieser Lucke, der den Gesinnungsmob wie einen Gini aus der Flasche lies und jetzt, da er ihm außer Kontrolle geraten ist und er den Flaschengeist nicht mehr zurück in die Flasche bekommt, will er mit all dem nix mehr zu tun habe und auch nicht dafür zur Rede gestellt werden.
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Es hilft nichts: Sie stellen nun einmal Gesinnung über Recht wie das noch einmal deutlich Ihre Mitstreiterin ausgedrückt hat. Das ist zwar in manchen Kreisen en vogue, aber wer Freiheit so versteht, stellt ungedeckte Schecks aus.

Natürlich dürfen Sie jene klammheimliche Freude ausdrücken wie in jenem weit zurückliegenden Fall jener Unbekannte (der fälschlichereise auf dieses Schlagwort reduziert wurde), Sie können auch Ihre Verachtung des Mannes Lucke öffentlich machen. Eine Legitimation für den Mob stellt das trotzdem nicht dar. Der Mann mag eine üble Meinung haben, ein schlechtes Gedächtnis - aber irgendwie scheint keiner den entsprechenden Rechtsgrundsatz hier darstellen zu können, nach dem dieser Mann an der Ausübung seines Berufes und seiner Tätigkeit gehindert werden könnte.

DDR-Nostalgiker, linke Schmittianer, MLPDler und sonstige stalinistische und maoistische Dauerzünder sowie gesinnungstheoretische Zeloten mögen das ihrer Ideologie entsprechend anders sehen. Es hat jedoch übers rein Subjektive hinaus keine Rechtskraft. Sollten wenigstens diejenigen hoffen, denen Recht und Demokratie mehr bedeutet als eine gesinnungstheoretische Bedürfnisanstalt.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 23:19

All diese Erklärungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass unterm Strich einer rechtsradikalen Partei mit faschistoiden Tendenzen samt ihrem Gründer das Wort geredet wird. Zu verhindern, dass solche Leute die Demokratie abschaffen, ist ein durchaus edles Anliegen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Bartleby » So 17. Nov 2019, 23:34

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 23:19)

All diese Erklärungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass unterm Strich einer rechtsradikalen Partei mit faschistoiden Tendenzen samt ihrem Gründer das Wort geredet wird. Zu verhindern, dass solche Leute die Demokratie abschaffen, ist ein durchaus edles Anliegen.

Auch edle Anliegen sind keine Legitimation eines übergesetzlichen Notstands. Also noch einmal die Aufforderung, den entsprechenden Rechtsgrundsatz zu erläutern.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Moses » So 17. Nov 2019, 23:42

Selina hat geschrieben:(17 Nov 2019, 23:19)

All diese Erklärungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass unterm Strich einer rechtsradikalen Partei mit faschistoiden Tendenzen samt ihrem Gründer das Wort geredet wird. Zu verhindern, dass solche Leute die Demokratie abschaffen, ist ein durchaus edles Anliegen.

Das Linke in ihrem Wahn das Recht nur einseitig angewendet sehen wollen ist genau so schlimm. Beiden Strömungen gehört Einhalt geboten - da können die Linken noch so laut heulen, dass sie doch die Guten wären.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Selina » So 17. Nov 2019, 23:57

MäckIntaier hat geschrieben:(17 Nov 2019, 23:34)

Auch edle Anliegen sind keine Legitimation eines übergesetzlichen Notstands. Also noch einmal die Aufforderung, den entsprechenden Rechtsgrundsatz zu erläutern.


Das ist hier bereits geschehen.
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