Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Vongole » Mi 16. Okt 2019, 20:04

jack000 hat geschrieben:(16 Oct 2019, 19:54)

Sicherlich ist ein 1:1 Vergleich so auf keinen Fall legitim. Aber an der Basisidee dahinter, "Unliebsame" mit undemokratischen/niveaulosen Mitteln diese an der Teilnahme an ihren demokratisch legitimierten Grundrechten zu behindern, sind durchaus teilweise Parallelen zu ziehen.
=> Man kann von Lucke halten was man möchte, er ist aber nun mal kein rechter Hetzer oder sonstwas Vergleichbares. Wenn das Schule macht, dass Randalegruppierungen bestimmen wer hier was sagen darf, wird sich Deutschland nicht zum besseren wenden.

Passend dazu:
„Ich missbillige, was du sagst, aber ich werde bis zum Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen.“

Nein, das ist Lucke nicht, deshalb ist das Verhalten der Studenten zu missbilligen und sollte keinesfalls Schule machen.
Trotzdem ist jeder Vergleich von Politikern im heutigen Deutschland mit der Situation jüdischer Deutscher während der Nazizeit Geschichtsrelativierung pur.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Mi 16. Okt 2019, 20:16

Skeptiker hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:02)
Ihre Ermordung passierte 1942.

Ihre Ermordung "passierte"? Ich ging bisher davon aus, dass eine Ermordung/ein Mord nicht "passiert", sondern begangen wird.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Mi 16. Okt 2019, 20:18

PeterK hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:16)
Ihre Ermordung "passierte"?

Sie wurde 1942 ermordet. So besser?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Mi 16. Okt 2019, 20:30

Skeptiker hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:18)
Sie wurde 1942 ermordet. So besser?

Deine Relativierungsversuche machen es nicht mehr besser.
Zuletzt geändert von PeterK am Mi 16. Okt 2019, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Mi 16. Okt 2019, 20:33

PeterK hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:30)

Deine Relativierungsversuche macht es nicht mehr besser.

Wo relativiere ich etwas?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon PeterK » Mi 16. Okt 2019, 20:36

Skeptiker hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:33)
Wo relativiere ich etwas?

Das hat Dir @Vongole bereits erklärt.
Vongole hat geschrieben:(16 Oct 2019, 18:55)
Ja, die ganze Aktion war ohne Zweifel undemokratisch. Sie mit dem Boykott jüdischer Studenten und Professoren während der Nazi-Zeit zu vergleichen ist allerdings geschmacklos
und ebenso geschichtsvergessen, bzw. -relativierend.

Vongole hat geschrieben:(16 Oct 2019, 19:48)
Es ist sicher nicht das erklärte Ziel des AStA, Luckes physische Präsenz in Deutschland zu beenden.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Mi 16. Okt 2019, 20:43

PeterK hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:36)

Das hat Dir @Vongole bereits erklärt.

Und ich bestreite, dass ich bzw. Lucke da etwas relativiere/relativiert.
Lucke sagt ja nicht er wäre in der gleichen Situation wie Agathe Lasch 1934. Er weist aber darauf hin was am selben Ort vor 85 Jahren passierte und er sieht eben Parallelen in den Methoden. Ich kann nicht erkennen was an der Aussage falsch oder geschmacklos wäre. Ich halte es schlicht für geschmacklos diese Methoden anzuwenden!
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Quatschki » Mi 16. Okt 2019, 21:21

Vongole hat geschrieben:(16 Oct 2019, 18:55)

Ja, die ganze Aktion war ohne Zweifel undemokratisch. Sie mit dem Boykott jüdischer Studenten und Professoren während der Nazi-Zeit zu vergleichen ist allerdings geschmacklos
und ebenso geschichtsvergessen, bzw. -relativierend.

Da Lucke selbst unzählige Male in geschmackloser Weise mit Nazi-Vergleichen traktiert wurde, hat er jedes Recht der Welt, mit gleicher Münze zu parieren.

Politisch klüger wäre ein Vergleich mit Kampagnen und Aktionen der FDJ in der Frühphase der DDR, wo es darum ging, bürgerliche Lehrkräfte von den nunmehr sozialistischen Bildungeinrichtungen zu entfernen und Richtung Westdeutschland zu vergrämen.
Die Partei, die das damals organisiert hat, ist ja wieder gut im Geschäft.
Man kann es hinsichtlich des zur Schau gestellten Fanatismus und der Verketzerung Andersdenkender auch mit der Kulturrevolution der Maoisten vergleichen.

Da aber die jüngeren Adressaten vermutlich zu unterbelichtet sind, mit solchen Vergleichen überhaupt etwas anfangen zu können, ist der Vergleich mit der Aktion von 1934 vielleicht doch nicht so schlecht.

Letzlich soll ja mit solchen Aktionen ein Klima der geistigen Repression geschaffen werden. "Bestrafe einen, erziehe hunderte"
Bürger sollen sich davor fürchten, sich für die AfD oder andere migrationskritische Organisationen zu engagieren und falls doch, in ihrer wirtschaftlichen Existenz vernichtet werden.
Zuletzt geändert von Quatschki am Mi 16. Okt 2019, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 16. Okt 2019, 21:52

Vongole hat geschrieben:(16 Oct 2019, 19:48)

Es ist sicher nicht das erklärte Ziel des AStA, Luckes physische Präsenz in Deutschland zu beenden.

Ob die Studenten 1934 denn schon den Holocaust im Sinn hatten? Ich bin nun wahrlich sensibel, was unpassende Holocaustvergleiche angeht, aber dass sich Geschichte in dieser Art wiederholt, ist schon denkwürdig. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Lucke DIESE AfD, wie es sie jetzt gibt, nicht wollte: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Luc ... an_der_AfD
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Vongole » Mi 16. Okt 2019, 22:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Oct 2019, 21:52)

Ob die Studenten 1934 denn schon den Holocaust im Sinn hatten? Ich bin nun wahrlich sensibel, was unpassende Holocaustvergleiche angeht, aber dass sich Geschichte in dieser Art wiederholt, ist schon denkwürdig. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Lucke DIESE AfD, wie es sie jetzt gibt, nicht wollte: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Luc ... an_der_AfD

Nein, das hatten sie nicht, aber dass auch sie die physische Präsenz jüdischen Lebens in allen Bereichen des Arbeits- und Alltagslebens abschaffen wollten, das schon.
Auch das gehörte zu Hitlers monströsem Plan.

Dass Lucke keinesfalls die AfD von heute darstellt, darüber müssen wir nicht diskutieren. Da habe ich ihn nie gesehen.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Quatschki » Mi 16. Okt 2019, 22:04

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Oct 2019, 21:52)
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Lucke DIESE AfD, wie es sie jetzt gibt, nicht wollte: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Luc ... an_der_AfD

Die Vorgänge an der Uni zeigen, dass sie notwendiger ist denn je.
Dass es eben nicht nur um den Euro oder wirtschafts- und währungspolitische Weichenstellungen geht, sondern um einen Kulturkampf um die Zukunft dieser Gesellschaft und dieses Landes.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 16. Okt 2019, 22:06

Quatschki hat geschrieben:(16 Oct 2019, 22:04)

Die Vorgänge an der Uni zeigen, dass sie notwendiger ist denn je.

Nein, diese Zustände gibt es nur, weil die AfD so eine widerliche Rhetorik pflegt, die das Land spalten soll. Und nein, das bedeutet nicht, dass sich die Studenten korrekt verhalten haben, aber diese Partei ist eine Schande für Deutschland.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Mi 16. Okt 2019, 22:07

Unité 1 hat geschrieben:(16 Oct 2019, 16:21)
Das ist weder Gegenprobe noch ironisch, das ist ein verklärendes Märchen. Lucke hat es für eine probate Strategie gehalten, am rechten Rand zu fischen, um mit den Stimmen und der Mitwirkung von rechtsaußen seine neoliberalen Vorstellungen umzusetzen. Die Geister, der er rief, haben sich herzlich bedankt, wie das in dieser Szene halt so üblich ist. Die Geister, die er rief, wollen eine (180°-)Wende; die Geister, die er rief, haben das politische Klima im Land vergiftet und kein Interesse daran, damit aufzuhören. Das arme, arme Opfer Lucke. Völlig unverständlich, wie so jemand Protest erregen kann. Müssen alles Stalinisten sein.

Luckes AfD war eine wirtschaftliberale Antieuropartei, die auch konzipiert war als Sammlungsbewegung für Unzufriedene mit der Politik der etablierten Parteien. Ja, die war auch attraktiv für viele Rechtsradikale und die haben sie fast vollends übernommen.
Ja, die Polarisierung ist das Ziel jener, die möglicherweise das unbegründete Raunen der konkreten Diskussion vorziehen. Möglicherweise weißt du auch nicht das geringste über die Studenten und projizierst bloß deine eigenen schlechten Absichten auf sie.

Die Polarisierung wird von beiden Extremen mit Hochdruck betrieben und es gibt genug Deppen die darauf reinfallen. Viele davon hat man in der besagten Vorlesung kennengelernt.

Ach, ich weiß möglicherweise nichts über Studenten? Was Du nicht alles weisst, oder besser gesagt NICHT weisst :D
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 16. Okt 2019, 22:25

Vongole hat geschrieben:(16 Oct 2019, 22:03)

Nein...

Ich fühle mich jedenfalls immer mehr an Weimarer Zustände erinnert und hoffe inständig, dass es in den nächsten 10 Jahren keine schwerere Wirtschaftskrise gibt.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Nudelholz » Mi 16. Okt 2019, 23:31

Na vielleicht haben die Protestler ja doch recht, auch wenn das ganze ein wenig entartet ist.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Zunder » Mi 16. Okt 2019, 23:33

Skeptiker hat geschrieben:(16 Oct 2019, 20:43)

Und ich bestreite, dass ich bzw. Lucke da etwas relativiere/relativiert.
Lucke sagt ja nicht er wäre in der gleichen Situation wie Agathe Lasch 1934. Er weist aber darauf hin was am selben Ort vor 85 Jahren passierte und er sieht eben Parallelen in den Methoden. Ich kann nicht erkennen was an der Aussage falsch oder geschmacklos wäre. Ich halte es schlicht für geschmacklos diese Methoden anzuwenden!

1934 handelten die Studenten im Sinne der Staatsdoktrin.
Davon kann bei Lucke überhaupt keine Rede sein.

Das Verhalten der Studenten gegenüber Lucke ist nicht geschmacklos, sondern rechtswidrig.
Geschmacklos ist der Vergleich mit der Situation jüdischer Professoren im NS-Staat, die z.T. tatsächlich zur Uni hinausgeprügelt wurden.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 16. Okt 2019, 23:53

Zunder hat geschrieben:(16 Oct 2019, 23:33)

...die z.T. tatsächlich zur Uni hinausgeprügelt wurden.

Es hat wohl nicht viel gefehlt und es wäre auch jetzt zu Handgreiflichkeiten gekommen. Gilt hier nicht auch "Wehret den Anfängen"?
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Zunder » Do 17. Okt 2019, 00:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Oct 2019, 23:53)

Es hat wohl nicht viel gefehlt und es wäre auch jetzt zu Handgreiflichkeiten gekommen. Gilt hier nicht auch "Wehret den Anfängen"?

"Mehrere Protestler wollen zu ihm zu gelangen, andere Studenten machen in den engen Sitzreihen aber keinen Platz, schützen ihn – und ziehen so den Zorn einiger Protestler auf sich.
...
Studenten, die Lucke öffentlich verteidigen, werden ausgebuht und bedroht.
Diverse Studenten fordern, dass die Polizei einschreiten solle – doch die war nicht im Saal, sondern nur davor."

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 42689.html

Welcher Student hat denn 1934 einen jüdischen Professor geschützt oder verteidigt?
Welcher Student hat denn 1934 gefordert, daß die Polizei einschreiten soll?

Sorry, aber ich halte solche Vergleiche für reichlich obszön.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Skeptiker » Do 17. Okt 2019, 00:17

Zunder hat geschrieben:(16 Oct 2019, 23:33)
1934 handelten die Studenten im Sinne der Staatsdoktrin.
Davon kann bei Lucke überhaupt keine Rede sein.

Das Verhalten der Studenten gegenüber Lucke ist nicht geschmacklos, sondern rechtswidrig.
Geschmacklos ist der Vergleich mit der Situation jüdischer Professoren im NS-Staat, die z.T. tatsächlich zur Uni hinausgeprügelt wurden.

Lucke sagt nicht, er wäre in der selben Lage wie die jüdischen Professoren und Studenten. Er sagt nicht, die Studenten wären von irgendjemandem geleitet. Alles das behauptet er nicht und DAS wäre geschmacklos.

Er steht aber in einem Hörsaal in dem vor 85 Jahren aufgewiegelte Studenten eine jüdische Professorin niedergebrüllt und letztlich gewaltsam aus dem Lehrbetrieb entfernt haben. DARUM geht es, DRAUF bezieht sich sein Vergleich - es ist die große Ähnlichkeit in Zielsetzung und Methode die er zurecht anprangert. Das ist keine Geschmacklosigkeit, sondern es sollte ein Weckruf für uns sein.

Dass Nazis über die Entfernung der Juden aus der Lehre hinaus noch deren Vernichtung zum Ziel hatten ist NICHT Teil seines Vergleiches, weil nicht davon auszugehen ist, dass zum Zeitpunkt 1934 dieses Ziel für die randalierenden Studenten schon offenkundig war. Genauso könnte man es den heute randalierenden Studenten nicht irgendwann vorwerfen soetwas zu wollen, selbst wenn Deutschland sich (fiktiv) zu einer morderischen Linksdiktatur entwickeln würde. Damals wie heute ging es darum Professoren mit psychischer und physischer Gewalt von der Uni zu vertreiben - und zwar, das war ja Luckes Aufhänger, am SELBEN ORT.
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Re: Mehrheit der Deutschen äußert sich in der Öffentlichkeit nur vorsichtig

Beitragvon Tom Bombadil » Do 17. Okt 2019, 00:24

Zunder hat geschrieben:(17 Oct 2019, 00:16)

Sorry, aber ich halte solche Vergleiche für reichlich obszön.

Ich habe keinen Vergleich getätigt und wenn ich das richtig verstehe, hat auch Lucke das nicht getan. Mir geben die aufgezeigten Parallelen allerdings zu denken, auch, dass die jüdische Professorin "erst" in der Nazidiktatur "von „randalierenden Studenten an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert" wurde, so ein Verhalten bei Lucke aber bereits in der Demokratie geschieht. Gibt dir das nicht zu denken?
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