Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

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Teeernte
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon Teeernte » Do 16. Mai 2019, 12:08

Markus84 hat geschrieben:(16 May 2019, 08:05)

Die Zeiterfassung ist meiner Meinung nach keine zusätzliche Bürokratie.


AHA.

Meinst Du - der Arbeitnehmer//Arbeitgeber lässt sich hier den VERSTOSS gegen den Arbeitsschutz - GERICHTSVERWERTBAR - Dokumentieren ?

Wer soll so blöd sein ?

Die "Bürokratie" (eine "ECHTE" Meldung) kann ein Bauarbeiter nicht machen. Die 12 Stunden Arbeit Am Tag - Mo 11.00 Uhr an der Baustelle....Do 12;00 Uhr AB Baustelle -
5 Stunden Anfahrt...5 Stunden Rückfahrt .... wie soll man DAS "verkaufen" ??

Das trifft (fast) alle Bau- und Montagearbeiten.

Mehr als 10 Stunden dürfen nicht "geschrieben" werden - ARBEITSSCHUTZ ....G25 . Arbeitgeber , der mehr als 10 Stunden genehmigt - geht bei einem Unfall in den KNAST.
(Das Urteil müsste ich raussuchen....da ist ein voll besetzter PKW nach 12 Stunden in die Planke gegangen....alle Insassen tot.)

Natürlich muss die EU auch gegenkontrollieren.......Meldungen, Prüfungen....Betriebsprüfungen.....alle 6 Monate. Extra Mitarbeiter....Meldungen -

Am besten einen "Fahrtenschreiber" am ZUGELASSENEN BüroStuhl. :D :D :D ...
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon Teeernte » Do 16. Mai 2019, 12:12

becksham hat geschrieben:(16 May 2019, 11:58)

Das ist doch quatsch. Wenn es bei euch jetzt schon eine Erfassung über die komplette Arbeitszeit gibt,


Der Arbeitgeber muss nun erfassen - und ist für die RICHTIGKEIT der Meldung haftend.

Vorher warst Du es - mit Deiner Unterschrift. ------ DAS ist mit dem URTEIL nun VORBEI !

Der Arbeitgeber muss sich somit etwas einfallen lassen.......und das wird er... Mal sehen was meine GEWERKSCHAFT gegen das EU URTEIL - Eingriff in die privatsphäre von Arbeitnehmern ....macht.

.....bei unterbezahlten AN - mag ich das einsehen.. :D :D :D
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon becksham » Do 16. Mai 2019, 12:20

Teeernte hat geschrieben:(16 May 2019, 12:12)

Der Arbeitgeber muss nun erfassen - und ist für die RICHTIGKEIT der Meldung haftend.

Vorher warst Du es - mit Deiner Unterschrift. ------ DAS ist mit dem URTEIL nun VORBEI !

Der Arbeitgeber muss sich somit etwas einfallen lassen.......und das wird er... Mal sehen was meine GEWERKSCHAFT gegen das EU URTEIL - Eingriff in die privatsphäre von Arbeitnehmern ....macht.

.....bei unterbezahlten AN - mag ich das einsehen.. :D :D :D

Nein, das ist falsch.

Wer als Arbeitgeber vorsätzlich oder fahrlässig, also schuldhaft die gesetzlichen Grenzen des Arbeitszeitgesetzes missachtet, mithin gegen die Mindestvorgaben der §§ 3 bis 5, 9 und 11 ArbZG und/oder die Aufzeichnungspflicht des § 16 Abs. 2 ArbZG verstößt, handelt ordnungswidrig (§ 22 ArbZG). Dies kann mit einer Geldbuße bis zu 15.000 EUR geahndet werden (Verjährungsfrist: 2 Jahre; die zuständige Aufsichtsbehörde entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen).

Besonders schwerwiegende ordnungswidrige Handlungen sind sogar unter Strafe gestellt (§ 23 ArbZG) – der gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßende Straftäter wird je nach Grad des Verschuldens mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Täter in diesem Sinne ist nur der Arbeitgeber, nicht der betroffene Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber ist der Normadressat des Arbeitszeitgesetzes (und damit aber auch die Erfüllungsgehilfen des Arbeitgebers als beauftragte Personen).

https://www.haufe.de/oeffentlicher-dien ... 27324.html

https://rechtsanwaltarbeitsrechtberlin. ... eitgesetz/

Alles, was über 8 Stunden täglich hinausging, musste der Arbeitgeber auch bisher erfassen. In Deutschland und wohl auch in Spanien gab es diese Regelung, dass die Arbeitszeit zwischen erster und achter Stunde nicht zwingend zu erfassen ist. Darüber hinaus muss er es auch heute schon. Also das, was Arbeitszeitverstöße sind, muss er auch jetzt schon erfassen.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon Teeernte » Do 16. Mai 2019, 12:26

becksham hat geschrieben:(16 May 2019, 12:20)

Nein, das ist falsch.

Darüber hinaus muss er es auch heute schon. Also das, was Arbeitszeitverstöße sind, muss er auch jetzt schon erfassen.



Das macht er mit Deiner Meldung.... bisher.

Deine (mögliche Falschmeldung) gilt nun nicht mehr.


ÖD Vorschriften ???

Wird das EU Recht auch BÜGELN.


Die Springzeit der LEHRER früh eine Stunde...nachmittags 3 - werden dann Arbeitszeit//Bereitschaft - wenn sich der AN für "ERSATZSTUNDEN" //Vertretung bereithalten MUSS.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon imp » Do 16. Mai 2019, 17:59

relativ hat geschrieben:(16 May 2019, 12:07)

Doch, auf denjenigen die vorher bei der Erfassung der Überstunden und Extraarbeit nix taten, kommen jetzt möglicherweise zusätzliche Belastungen zu.

Naja, Flatrate-Arbeit mit 48 Stunden zum Preis von 40 ist eben nicht mehr drin.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon firlefanz11 » Fr 17. Mai 2019, 09:34

Troh.Klaus hat geschrieben:(15 May 2019, 12:19)
Wie sieht denn bei Euch derzeit die Arbeitszeiten-Erfassung aus? Alle mit reiner Vertrauensarbeitszeit?

Jo, gibt keine Erfassung.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon imp » Sa 18. Mai 2019, 07:22

firlefanz11 hat geschrieben:(17 May 2019, 09:34)

Jo, gibt keine Erfassung.

Ich erfasse schon immer aus Eigeninteresse Arbeiten. Für mich ändert sich voraussichtlich nur, dass das potentiell wer sehen will.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon McKnee » Sa 18. Mai 2019, 07:39

Mein Arbeitgeber nimmt von meinen Arbeitszeiten offiziell nur Kenntnis, wenn ich sie ihm aus verschiedenen Gründen zur Freischaltung vorlegen muss und wenn sie Bestandteil von Zulagen sind. Grundsätzlich unterliegen sie dem Datenschutz und werden nur von denen eingesehen, die in Ausnahmen manuell am Rechner das Konto korrigieren müssen.

Ich verschenke hier und da noch Arbeitszeit, aber nicht so viel wie vor der Erfassung. Es ist vieles einfacher geworden, auch wenn ich mir die nicht wahrgenommene Mittagspause gutschreiben lasse.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon imp » Sa 18. Mai 2019, 07:51

McKnee hat geschrieben:(18 May 2019, 07:39)

Mein Arbeitgeber nimmt von meinen Arbeitszeiten offiziell nur Kenntnis, wenn ich sie ihm aus verschiedenen Gründen zur Freischaltung vorlegen muss und wenn sie Bestandteil von Zulagen sind. Grundsätzlich unterliegen sie dem Datenschutz und werden nur von denen eingesehen, die in Ausnahmen manuell am Rechner das Konto korrigieren müssen.

Ich verschenke hier und da noch Arbeitszeit, aber nicht so viel wie vor der Erfassung. Es ist vieles einfacher geworden, auch wenn ich mir die nicht wahrgenommene Mittagspause gutschreiben lasse.

Ich animiere mein Team gern, in Pausenzeiten gemeinsam den Raum zu verlassen und auch nicht am Telefon rumzudillern. Aber ich bin meistens gar nicht da, sodass das eher lebt, wenn ich präsent bin. Ich bin auch ein Fan davon, zum Essen irgendwo hin zu laufen, einen Park oder ein Restaurant oder einen Imbiss, sodass das Gehirn und die Motorik eine kleine Abwechslung bekommen. Wie die Leute das in ihre Zeiterfassung einbauen, ist mir ziemlich egal.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 18. Mai 2019, 08:08

imp hat geschrieben:(16 May 2019, 17:59)
Naja, Flatrate-Arbeit mit 48 Stunden zum Preis von 40 ist eben nicht mehr drin.

Das ist doch wirklich nur in prekären Jobs der Fall.
Bei Facharbeitern traut sich das (zurecht) kein Arbeitgeber, denn dann sind die begehrten Arbeitnehmer schnell weg und der Arbeitgeber kann zu machen.

Bei den prekären Jobs (die wegautomatisiert gehören) sorgt der MigrationsPakt dafür dass es nicht an billigen Arbeitern mangelt und dass somit langfristig wertschöpfende Automatisierung unterbunden wird.

Für mich ist die neue Regelung eine zusätzliche Gängelung aus Brüssel, die es Neuunternehmern noch schwerer macht als es eh schon ist..
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon imp » Sa 18. Mai 2019, 08:42

watisdatdenn? hat geschrieben:(18 May 2019, 08:08)

Das ist doch wirklich nur in prekären Jobs der Fall.
Bei Facharbeitern traut sich das (zurecht) kein Arbeitgeber, denn dann sind die begehrten Arbeitnehmer schnell weg und der Arbeitgeber kann zu machen.

Da kann ich nur sagen: Kenn ich aus vielen Gesprächen anders. Web- und Medienbranche, Verkauf, aber auch im viel geliebten Handwerk. Mag sein, dass sie besser bezahlt sind als in der Krise - den Ausnahmezustand als Regelfall kennen immer noch viele nur zu gut, ohne Abrechnung von Extrastunden. Es gibt auch viele Gegenbeispiele, wo es ordentlich läuft.

Bei den prekären Jobs (die wegautomatisiert gehören) sorgt der MigrationsPakt dafür dass es nicht an billigen Arbeitern mangelt und dass somit langfristig wertschöpfende Automatisierung unterbunden wird.

Eine wirklich lohnende Automation findet früher oder später immer ihren Investor. Die Rede von der investitionsbremsenden Einwanderung in den Arbeitsmarkt, die etwa afd-nahe Autoren wie Heike Knortz regelmäßig und dünn belegt behaupten, war schon für die 60er falsch und bei der derzeitigen Kontraktion am Arbeitsmarkt ebenso. Es ist vielmehr so, dass es immer Arbeiten mit höherem und geringerem Niveau gibt und dass man viele davon nicht in dem Zeitraum gewinnbringend automatisieren kann, in dem die Arbeitskräfte knapp werden.

Für mich ist die neue Regelung eine zusätzliche Gängelung aus Brüssel, die es Neuunternehmern noch schwerer macht als es eh schon ist..

Das ist natürlich eher fragwürdig. Neuunternehmer mieten ein Saas-Angebot mit App für ihre Angestellten. Mit zwei bis zehn Klicks pro Tag ist das abgedeckt. Freelancer dagegen sind keine Angestellten und dürfen sich nach Lust und Notwendigkeit weiter verausgaben.
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Re: Veränderung des Arbeitslebens durch EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung

Beitragvon Dampflok94 » Sa 18. Mai 2019, 12:41

watisdatdenn? hat geschrieben:(18 May 2019, 08:08)
Für mich ist die neue Regelung eine zusätzliche Gängelung aus Brüssel, die es Neuunternehmern noch schwerer macht als es eh schon ist..

Da sollte man erst mal abwarten. Das Gericht hat den einzelnen Ländern aufgegeben hier was zu regeln. Aber nur wenig Vorgaben gemacht. Was also die Bundesregierung daraus macht, weiß niemand. So wäre wohl durchaus eine Selbstaufschreibung in Kleinbetrieben denkbar. (Und was anderes sind ja neue Unternehmen seltenst.) Da wird eine Excel-Liste kreiert und fertig. Einziges Problem: Ggf. kann der Arbeitnehmer nun Überstunden nachweisen und dann die Bezahlung einfordern. Aber das ist ja wohl nur recht und billig.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!

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