Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

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Alpha Centauri
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 12:34

Saxon hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:31)

Keine Parole sondern Fakt. Beamte sind zu teuer, gerade bei Pensionen.


Die Verpflichtungen für Pensionszahlungen belaufen sich auf knapp 690 Milliarden Euro.

https://app.handelsblatt.com/politik/de ... MoyrS7-ap4
Es gibt diverse Aufgabenstellungen wo keine Beamte notwendig sind. In der Verwaltung beispielsweise. Ein normaler Angestellter kann das auch


So ist daher weg mit dem Beamtentum , zu teuer das Geld wiederum fehlt bei anderen wichtigen Aufgaben , das Beamtentum als solches ist ein Relikt aus vergangen Zeiten und längst nicht mehr zeitgemäß,
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Saxon » Mi 24. Apr 2019, 12:47

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(24 Apr 2019, 07:29)

Wenn du in der freien Wirtschaft in einem halbwegs vernünftigen mittelständischen Unternehmen eine Führungsposition z.B. als Hauptabteilungsleiter hast oder im Vertrieb arbeitest verdient man mit Sicherheit besser als irgendwo als Beamter mit gleicher Qualifikation. Dazu hat man in der Regel auch noch einen Firmenwagen, den man privat nutzen kann. Alternativ kannst du dir natürlich auch mal ansehen was so ein Staatsanwalt im Vergleich zu einem guten Fachanwalt verdient. Oder ein Beamter in leitender Position in der OFD im Vergleich zu einem Partner bei einer Wirtschaftsprüfungs- oder Steuerberatungsgesellschaft.


Falsch.



Bei vergleichbaren Brutto-Gehältern bekommt ein Beamter deutlich mehr netto als ein Angestellter.https://m.focus.de/finanzen/steuern/ste ... 24955.html
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 24. Apr 2019, 12:50

Saxon hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:47)

Falsch.



Bei vergleichbaren Brutto-Gehältern bekommt ein Beamter deutlich mehr netto als ein Angestellter.https://m.focus.de/finanzen/steuern/ste ... 24955.html


Sicher, nur hat man in der freien Wirtschaft ein deutlich höheres Brutto bei vergleichbarer Qualifikation.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Saxon » Mi 24. Apr 2019, 12:55

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:50)

Sicher, nur hat man in der freien Wirtschaft ein deutlich höheres Brutto bei vergleichbarer Qualifikation.


Was nur auf höhere Laufbahnen zutrifft und das ist nicht die Mehrheit. Oder sind Juristen die Mehrheit ? Nein.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 24. Apr 2019, 13:03

Saxon hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:55)

Was nur auf höhere Laufbahnen zutrifft und das ist nicht die Mehrheit. .


Das ist die deutliche Mehrheit., knapp 80% sind im gehobenen und höheren Dienst und haben damit ein Studium absolviert und sind auch für Führungspositionen vorgesehen. Natürlich sind nicht alles Juristen.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon relativ » Mi 24. Apr 2019, 13:29

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:23)

Das Beamtentum ist teuer (Thema üppige Pensionen) und ohnehin ein Auslaufmodell,

Da bin ich anderer Meinung. Bestimmte Berufe sollten meiner Meinung ganz bewusst sich abheben und dazu gehört das Beamtentum mit seiner besonderen Stellung, sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.
Natürlich eignen sich nicht alle dafür, daher ist es ja so wichtig, hier besonderen Wert auf die Eignung zu legen.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon relativ » Mi 24. Apr 2019, 13:33

Saxon hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:55)

Was nur auf höhere Laufbahnen zutrifft und das ist nicht die Mehrheit. Oder sind Juristen die Mehrheit ? Nein.

Mal so eine Frage zum Verständnis, willst du dann z.B. die staatliche Juristerei, als auch die polizeilichen Aufgaben privatisieren?
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon relativ » Mi 24. Apr 2019, 13:37

Saxon hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:31)

Keine Parole sondern Fakt. Beamte sind zu teuer, gerade bei Pensionen.



Warum dies so ist, wurde dir schon versucht zu erklären. Niedrigeres vergleichbares Grundeinkommen während der Lebensarbeitszeit.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Skurwysyn » Mi 24. Apr 2019, 14:38

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(24 Apr 2019, 07:29)

Wenn du in der freien Wirtschaft in einem halbwegs vernünftigen mittelständischen Unternehmen eine Führungsposition z.B. als Hauptabteilungsleiter hast oder im Vertrieb arbeitest verdient man mit Sicherheit besser als irgendwo als Beamter mit gleicher Qualifikation. Dazu hat man in der Regel auch noch einen Firmenwagen, den man privat nutzen kann. Alternativ kannst du dir natürlich auch mal ansehen was so ein Staatsanwalt im Vergleich zu einem guten Fachanwalt verdient. Oder ein Beamter in leitender Position in der OFD im Vergleich zu einem Partner bei einer Wirtschaftsprüfungs- oder Steuerberatungsgesellschaft.


Ich glaube Du hast falsche Vorstellungen davon, was im Mittelstand möglich ist... Das Mediangehalt für Ingenieure beträgt nach 10 Jahren Berufstätigkeit ca. 60.000€ brutto Jahresgehalt (da sind "Boni" wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und co. bereits enthalten). Im Mittelstand und kleinen Firmen verdient man eher weniger, in großen Unternehmen (I-GM und AT) verdient man eher mehr. 100.000€ Jahresbrutto kann man als Teamleiter bzw. in Führungsposition durchaus erreichen, allerdings komm da erstmal hin (keine automatischen Beförderungen alle paar Jahre) und zweitens hast Du dann 'ne 70 Std Woche. Fängst um 6 Uhr morgens an und gehst um 6 Uhr abends wieder heim... und musst am Wochenende noch buckeln. Karriere in der freien Wirtschaft ist kein Zuckerschlecken und kaum vereinbar mit Familie und Freizeit.

EDIT: Und jetzt nimm einen Steuerrechner zur Hand und rechne aus, was NETTO bei STK 1 übrig bleibt...
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Skurwysyn » Mi 24. Apr 2019, 14:44

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:50)

Sicher, nur hat man in der freien Wirtschaft ein deutlich höheres Brutto bei vergleichbarer Qualifikation.

Brutto interessiert aber keinen, vor allem da Brutto bei Beamten und Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft zwei paar Schuhe sind. Vergleich die NETTO-Gehälter.

Und sorry, aber nur die Anwälte in den TOP-Kanzleien verdienen wirklich gut. Der Großteil der Anwälte mit eher schlechten Abschüssen verdient nicht so toll... ;)
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Skurwysyn » Mi 24. Apr 2019, 14:46

Das ist nämlich die hinterhältige Nebelkerze, die Beamte immer werfen, wenn es um den Vergleich der Gehälter geht... "Aber die in der freien Wirtschaft verdienen brutto mehr mimimimim!"

JA, aber die geben die Hälfte vom BRUTTO wieder ab und haben dann netto weniger als DU! :mad: :rolleyes:
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 14:49

relativ hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:29)

Da bin ich anderer Meinung. Bestimmte Berufe sollten meiner Meinung ganz bewusst sich abheben und dazu gehört das Beamtentum mit seiner besonderen Stellung, sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.
Natürlich eignen sich nicht alle dafür, daher ist es ja so wichtig, hier besonderen Wert auf die Eignung zu legen.



Dass sehe ich völlig anderes eben diese Extra Bratwürste diese quasi hochnäsige Elite Denken ist ja nicht mehr zeitgemäß und teuer ist das Beamtentum ebenfalls . Stichwort Pensionen der Präsident des Bundes der Steuerzahler hat sich dazu auch schon mal äußerst kritisch geäußert.

Viele Staaten kürzen wo es nur geht und vernachlässigen vieles andere ( öffentliche Infrastruktur, Sozialstaat bzw. Sozialpolitik) zugleich aber leisten sie sich ein teures Beamtentum?
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 14:52

Skurwysyn hat geschrieben:(24 Apr 2019, 14:46)

Das ist nämlich die hinterhältige Nebelkerze, die Beamte immer werfen, wenn es um den Vergleich der Gehälter geht... "Aber die in der freien Wirtschaft verdienen brutto mehr mimimimim!"

JA, aber die geben die Hälfte vom BRUTTO wieder ab und haben dann netto weniger als DU! :mad: :rolleyes:



Naja diese Nebelkerze " ja aber die Anderen verdienen ja noch mehr" ist das klassische Totschlag Argument schlechthin ( aber wie du schon richtig anmerkst) ist es in diesem Falle schlicht falsch und gelogen
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon relativ » Mi 24. Apr 2019, 14:53

Skurwysyn hat geschrieben:(24 Apr 2019, 14:38)

Ich glaube Du hast falsche Vorstellungen davon, was im Mittelstand möglich ist... Das Mediangehalt für Ingenieure beträgt nach 10 Jahren Berufstätigkeit ca. 60.000€ brutto Jahresgehalt (da sind "Boni" wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und co. bereits enthalten). Im Mittelstand und kleinen Firmen verdient man eher weniger, in großen Unternehmen (I-GM und AT) verdient man eher mehr. 100.000€ Jahresbrutto kann man als Teamleiter bzw. in Führungsposition durchaus erreichen, allerdings komm da erstmal hin (keine automatischen Beförderungen alle paar Jahre) und zweitens hast Du dann 'ne 70 Std Woche. Fängst um 6 Uhr morgens an und gehst um 6 Uhr abends wieder heim... und musst am Wochenende noch buckeln. Karriere in der freien Wirtschaft ist kein Zuckerschlecken und kaum vereinbar mit Familie und Freizeit.

EDIT: Und jetzt nimm einen Steuerrechner zur Hand und rechne aus, was NETTO bei STK 1 übrig bleibt...


Mit welcher Firmengröße willst du denn den öffentlichen Arbeitgeber vergleichen?
Btw. Kenne ich auch Angestellte in der freien Wirtschaft, die gut Verdienen und nicht den von dir präsentierten Arbeitsablauf haben und schon gar nicht ohne Ausgleich. Was du hier darstellst sind doch eher die schwarzen Scharfe in der Industrie,
Im gehobenen Dienst in der freien Wirtschaft wir ja sowieso nicht nach Tarifabsprachen gemessen.
Automatische Beförderungen gibt es im öffendlichen Dienst auch nicht mehr so wie dies zu den "Schlaraffenlandzeiten" mal war.
Auch Höhergruppierungen sind wesentlich schwerer, was sehr frustrierend für z.B. einen engagierten Mitarbeiter sein kann.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon relativ » Mi 24. Apr 2019, 15:02

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 14:49)

Dass sehe ich völlig anderes eben diese Extra Bratwürste diese quasi hochnäsige Elite Denken ist ja nicht mehr zeitgemäß und teuer ist das Beamtentum ebenfalls .
Das ist dein Gefühl wenn du es mit Beamten zu tun hast. Komisch mir begegnen nur ganz selten solch Hochnäsigen und elitär denkenden Beamten. Aber evtl. hast du es auch häufiger mit hochrangigen Beamten zu tun die so sind wie du behauptest.


Stichwort Pensionen der Präsident des Bundes der Steuerzahler hat sich dazu auch schon mal äußerst kritisch geäußert.
Ist ja auch sein Job nur dafür wird er bezahlt. :thumbup:

Viele Staaten kürzen wo es nur geht und vernachlässigen vieles andere ( öffentliche Infrastruktur, Sozialstaat bzw. Sozialpolitik) zugleich aber leisten sie sich ein teures Beamtentum?
Falsch der Staat hat in der Zeit wo auch für Infrastruktur nur wenig Geld da war, massiv Stellen abgebaut , was uns nun Teilweise wieder auf die Füsse fällt, weil Bürger/Medien und Unternehmen sich beschweren das alles zu langsam geht z.B. Bauprojekte/Infrastrukturprojekte und zu wenig Polizei für die Sicherheit ect.pp.
Auch an dich die Frage wer soll denn die staatlichen Aufgaben übernehmen. Willst du tatsächlich für Polizei ect. private Unternehmen verantwortlich sehen?
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Skurwysyn » Mi 24. Apr 2019, 19:10

relativ hat geschrieben:(24 Apr 2019, 14:53)
Mit welcher Firmengröße willst du denn den öffentlichen Arbeitgeber vergleichen?

Man kann öffentliche Arbeitgeber gar nicht mit freier Marktwirtschaft vergleichen. Das sind viele übers Land verstreute Behörden, welche - teils lose - miteinander verbunden sind und wo Produktivität keinen Stellenwert hat bzw. keine Maxime / Philosophie ist. Das ist nicht vergleichbar mit produktiv arbeitenden Unternehmen.

relativ hat geschrieben:Btw. Kenne ich auch Angestellte in der freien Wirtschaft, die gut Verdienen und nicht den von dir präsentierten Arbeitsablauf haben und schon gar nicht ohne Ausgleich. Was du hier darstellst sind doch eher die schwarzen Scharfe in der Industrie

Kenne ich auch, aber das sind noch die Dinosaurier aus alten Zeiten, die z.B. in den 80ern in IGM Tarife eingestiegen sind und DIE GUTEN ZEITEN in der Privatwirtschaft miterlebt haben. Einsteiger bzw. unter-50-Jährige haben es heute bedeutend schwerer, da globaler Wettbewerb mit der ganzen Welt stattfindet. Das hat auch Auswirkungen auf das Gehaltsgefüge und Arbeitsdruck. Und als Über-50-Jähriger ist man in vielen Firmen heutzutage "Alteisen" und wird schnell mal "freigesetzt" bzw. rausgemobbt und gegen einen formbaren Jüngling ersetzt...

Zeitarbeit, befristete Verträge, Scheinselbstständigkeit sind im Ingenieurswesen heutzutage usus. 10% aller Ingenieure sind heutzutage Leiharbeiter. Weitere 10% sind scheinselbstständig. 50% aller Ingenieursabsolventen arbeiten gar nicht erst im MINT-Bereich.

relativ hat geschrieben:Automatische Beförderungen gibt es im öffendlichen Dienst auch nicht mehr so wie dies zu den "Schlaraffenlandzeiten" mal war.
Auch Höhergruppierungen sind wesentlich schwerer, was sehr frustrierend für z.B. einen engagierten Mitarbeiter sein kann.

Ich kenne mehrere junge Beamte bei Hamburger Behörden (Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen - Vergaberecht, Beschaffungsstelle und Zivilrecht in HH-Wilhelmsburg und Behörde für Wirtschaft, Bauen und Umwelt @ HH-Gänsemarkt), welche ALLE in ihrer bisher kurzen Karriere befördert worden sind und auch regelmäßig höhergruppiert werden. Mag Zufall sein, aber... naja...
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Julian » Mi 24. Apr 2019, 19:49

Das ist ein komplexes Thema. Ich sehe es differenziert:

Zum einen hat der Staat ein Interesse daran, auf loyale Beamte bauen zu können. Eine solche Loyalität wird gesichert durch Eignung bei der Einstellung, eine Besoldung, die so gut sein muss, dass der Beamte versorgt ist und nicht zu Korruption neigt, und eine Lebenszeitstellung mit guter Pension, die ein langfristiges, beidseitiges Loyalitätsverhältnis erst begründet.

Auf der anderen Seite müssten nicht alle Berufsgruppen, die heute verbeamtet sind, dies auch tatsächlich sein. Bei Polizisten oder Finanzbeamten sehe ich das ein, bei Lehrern - eine der größten Gruppen unter den Beamten - eher nicht. Auch finde ich, dass die Pensionen anders geregelt werden müssten: Entweder müsste man diese auch auslagern in die Rentenversicherung, oder der Staat müsste dafür Rücklagen bilden. Und ja, die Pensionen erscheinen auch mir hoch im Vergleich zur Rente.


Um über Gehälter zu sprechen, müsste man zunächst einmal feststellen, welche Beamtengehälter welchen Gehältern in der freien Wirtschaft entsprechen. Der Beamte muss nicht fürs Alter vorsorgen; damit entfällt schon einmal ein ganz wichtiger Sozialbeitrag. Auch kann sich der Beamte aufgrund des Beihilfesystems sehr günstig privat versichern. Er kommt auch günstiger an Kredite, da er eine Lebenszeitstellung hat.

In der freien Wirtschaft kann man sicher mehr verdienen als im Staatsdienst, selbst, wenn man berücksichtigt, dass man für das gleiche Netto ein höheres Brutto benötigt. Allerdings erkauft man sich dieses höhere Gehalt auch durch eine höhere Unsicherheit, und, ich würde sagen: auch eine höhere Arbeitsbelastung. Auch gibt es in der freien Wirtschaft immer mehr schlechte Arbeitsverhältnisse: befristete Verträge, Zeitarbeit, Auslagerung an schlechter bezahlte "freie Mitarbeiter" oder andere Firmen. Und der Druck und die Arbeitsdichte steigen immer mehr - und selbst bei guter Leistung und einer guten Firma ist man nicht vor Arbeitsplatzverlust gefeit, oder muss einen Ortswechsel in Kauf nehmen.

Ich denke auch, dass beim Staat der Sinnzusammenhang für viele Beschäftigte einsichtiger ist; man dient dem Staat und sorgt beispielsweise dafür, dass die Leute Einkommensteuer bezahlen, oder man erteilt Baugenehmigungen, oder man sorgt für Sicherheit auf den Straßen. In der freien Wirtschaft gibt es auch viele Unternehmen, deren Beschäftigte Sinnkrisen durchleiden müssen - nicht jeder arbeitet ja bei einer seriösen Firma in einer angesehenen Branche. Da helfen manchmal Motivationsreden auch nicht mehr, sondern machen alles nur noch schlimmer. Und am Ende geht's halt in der Wirtschaft um Geld; das ist beim Staat ganz anders.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 20:21

Julian hat geschrieben:(24 Apr 2019, 19:49)

Das ist ein komplexes Thema. Ich sehe es differenziert:

Zum einen hat der Staat ein Interesse daran, auf loyale Beamte bauen zu können. Eine solche Loyalität wird gesichert durch Eignung bei der Einstellung, eine Besoldung, die so gut sein muss, dass der Beamte versorgt ist und nicht zu Korruption neigt, und eine Lebenszeitstellung mit guter Pension, die ein langfristiges, beidseitiges Loyalitätsverhältnis erst begründet.

Auf der anderen Seite müssten nicht alle Berufsgruppen, die heute verbeamtet sind, dies auch tatsächlich sein. Bei Polizisten oder Finanzbeamten sehe ich das ein, bei Lehrern - eine der größten Gruppen unter den Beamten - eher nicht. Auch finde ich, dass die Pensionen anders geregelt werden müssten: Entweder müsste man diese auch auslagern in die Rentenversicherung, oder der Staat müsste dafür Rücklagen bilden. Und ja, die Pensionen erscheinen auch mir hoch im Vergleich zur Rente.


Um über Gehälter zu sprechen, müsste man zunächst einmal feststellen, welche Beamtengehälter welchen Gehältern in der freien Wirtschaft entsprechen. Der Beamte muss nicht fürs Alter vorsorgen; damit entfällt schon einmal ein ganz wichtiger Sozialbeitrag. Auch kann sich der Beamte aufgrund des Beihilfesystems sehr günstig privat versichern. Er kommt auch günstiger an Kredite, da er eine Lebenszeitstellung hat.

In der freien Wirtschaft kann man sicher mehr verdienen als im Staatsdienst, selbst, wenn man berücksichtigt, dass man für das gleiche Netto ein höheres Brutto benötigt. Allerdings erkauft man sich dieses höhere Gehalt auch durch eine höhere Unsicherheit, und, ich würde sagen: auch eine höhere Arbeitsbelastung. Auch gibt es in der freien Wirtschaft immer mehr schlechte Arbeitsverhältnisse: befristete Verträge, Zeitarbeit, Auslagerung an schlechter bezahlte "freie Mitarbeiter" oder andere Firmen. Und der Druck und die Arbeitsdichte steigen immer mehr - und selbst bei guter Leistung und einer guten Firma ist man nicht vor Arbeitsplatzverlust gefeit, oder muss einen Ortswechsel in Kauf nehmen.

Ich denke auch, dass beim Staat der Sinnzusammenhang für viele Beschäftigte einsichtiger ist; man dient dem Staat und sorgt beispielsweise dafür, dass die Leute Einkommensteuer bezahlen, oder man erteilt Baugenehmigungen, oder man sorgt für Sicherheit auf den Straßen. In der freien Wirtschaft gibt es auch viele Unternehmen, deren Beschäftigte Sinnkrisen durchleiden müssen - nicht jeder arbeitet ja bei einer seriösen Firma in einer angesehenen Branche. Da helfen manchmal Motivationsreden auch nicht mehr, sondern machen alles nur noch schlimmer. Und am Ende geht's halt in der Wirtschaft um Geld; das ist beim Staat ganz anders.


Die Pensionen erscheinen nicht nur im Vergleich zur Rente zu hoch sie sind es schlicht, die Beamtenpensionen verschlingen Unsummen wie gesagt Rainer Holznagel vom Bund der Steuerzahler hat dass ebenfalls kritisiert dass man sich als Staat ein teures Beamtentum leistet , während andere Gruppen sozialpolitisch hinten runter fallen ( Stichwort Rente und Altersarmut) ich sehe dass Beamtentum generell ( auch bei Polizisten, Finanzbeamte usw) aus vielerlei Gründen kritisch, im Grunde wirkt es ziemlich wie aus der Zeit gefallen, es ist zu teuer ( das Thema Pensionen ist fast so ein Streitthema wie die Manager Gehälter) und dass sage ich als jemand der selbst aus einer Beamtenfamilie kommt.

Weitere Reizthemen sind wie du schon sagst Bevorzugung bei Kreditvergaben oder dass Beamte nicht in die Rentenkasse einzahlen müssen
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Julian » Mi 24. Apr 2019, 21:13

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 20:21)

Die Pensionen erscheinen nicht nur im Vergleich zur Rente zu hoch sie sind es schlicht, die Beamtenpensionen verschlingen Unsummen wie gesagt Rainer Holznagel vom Bund der Steuerzahler hat dass ebenfalls kritisiert dass man sich als Staat ein teures Beamtentum leistet , während andere Gruppen sozialpolitisch hinten runter fallen ( Stichwort Rente und Altersarmut) [...]


Mein Eindruck ist durchaus, dass die meisten Beschäftigten als Beamte besser fahren würden, insbesondere natürlich die in unteren oder mittleren Gehaltsgruppen. Bei den oberen Gehaltsgruppen ist es wohl so, dass man in der freien Wirtschaft (oder in einer Kanzlei, was auch immer) durchaus große Summen verdienen kann, die man sich als Beamter nicht erträumen könnte.

Auf der anderen Seite sind es wohl nur wenige, die in der Privatwirtschaft wirklich viel verdienen - und wenn die die Beamtenlaufbahn eingeschlagen hätten, wären sie dort auch in einer herausgehobenen Position, und der geringere Verdienst würde nicht so ins Gewicht fallen. Ich meine, ob man nun 10.000 netto oder 5.000 netto im Monat hat ist in vielerlei Hinsicht weniger bedeutend als ob man 3.000 oder 2.000 netto hat.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 22:53

Julian hat geschrieben:(24 Apr 2019, 21:13)

Mein Eindruck ist durchaus, dass die meisten Beschäftigten als Beamte besser fahren würden, insbesondere natürlich die in unteren oder mittleren Gehaltsgruppen. Bei den oberen Gehaltsgruppen ist es wohl so, dass man in der freien Wirtschaft (oder in einer Kanzlei, was auch immer) durchaus große Summen verdienen kann, die man sich als Beamter nicht erträumen könnte.

Auf der anderen Seite sind es wohl nur wenige, die in der Privatwirtschaft wirklich viel verdienen - und wenn die die Beamtenlaufbahn eingeschlagen hätten, wären sie dort auch in einer herausgehobenen Position, und der geringere Verdienst würde nicht so ins Gewicht fallen. Ich meine, ob man nun 10.000 netto oder 5.000 netto im Monat hat ist in vielerlei Hinsicht weniger bedeutend als ob man 3.000 oder 2.000 netto hat.


Beamte genießen viele Privilegien die andere nicht haben ( angefangen bei den üppigen.Pensionen im.Vergleich zur Rente, Vorteile bei Kreditvergabe, usw ) und dass finde ich nicht richtig zum Teil unangemessen .

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