Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

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3x schwarzer Kater
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 27. Apr 2019, 13:26

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:23)

Aber der mittlere Verdienst ist in der Breite der Bevölkerung nun mal die Normalität und nicht die Ausnahme.


da täuschst du dich. Knapp 80% aller Beamte sind im gehoben oder höheren Dienst, haben also ein Studium absolviert.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » Sa 27. Apr 2019, 13:27

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Apr 2019, 11:54)
Auch das ist keine Ungerechtigkeit, sondern Bestandteil des Gesamtpakets. Dafür hat man halt schlechtere Entwicklungsmöglichkeiten, geringere Aufstiegsmöglichkeiten und ein geringeres Gehalt in der aktiven Zeit im Vergleich.

Welt 27. Februar 2019 Alles andere als unterbezahlt
https://www.welt.de/print/welt_kompakt/ ... zahlt.html
"In der Summe gestaltet sich die Situation der Staatsbediensteten keineswegs so schlecht, wie es den Anschein hat und oftmals vermittelt wird.
Das gilt vor allem, wenn man die Gehaltsentwicklung an der Produktivität misst. Wie genau sich die Produktivität der öffentlichen Hand verbessert hat, lässt sich nur schwer ermitteln. Normalerweise sind für eine solche Messung nämlich Marktpreise erforderlich, und solche gibt es für staatliche Dienstleistungen per Definition nicht. Fest steht jedoch, dass Service-orientierte Bereiche der Wirtschaft insgesamt geringere Effizienz-Fortschritte machen als zum Beispiel die Industrie, wo der Einsatz von Robotern im Lauf der Zeit spürbar zugenommen hat. Es dürfte also plausibel sein anzunehmen, dass Staatsdiener heute nur wenig produktiver sind als zum Beispiel vor zehn oder 20 Jahren."

Schon jetzt kann kaum die Rede davon sein, dass unattraktive Gehälter ein flächendeckendes Problem wären. So verdient eine Gymnasiallehrerin in Berlin nach dem Referendariat (entspricht Besoldungsgruppe A 13) annährend 3000 Euro netto im Monat. Damit stehen Pädagogen zum Beispiel besser da als Architekten, wie aus einer einer Auswertung des Online-Jobportals StepStone hervorgeht.
Doch nicht nur für Akademiker ist der Arbeitgeber Staat keineswegs so unattraktiv, wie allgemein angenommen. „Schon 2015 lag das Entgelt für einfache Tätigkeiten in der untersten Entgeltgruppe der Kommunen bei 1671 Euro im Monat“, sagt IW-Forscher Lesch. Das Durchschnittsgehalt war damit zwar niedriger als etwa in der chemischen Industrie, die ein Grundentgelt (ohne Zuschläge oder Sonderzahlungen) von 2071 Euro bot, aber zum Bespiel höher als im nordrhein-westfälischen Einzelhandel mit einem Einstiegsgehalt von 1524 Euro. Bei dieser Gegenüberstellung bleibt zudem unberücksichtigt, dass eine Stelle beim Staat im Zweifel sicherer ist als ein Job in der Privatwirtschaft, zumal im Einzelhandel.

Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht aber nach wie vor folgender: Während Angestellte und nicht-beamtete Arbeiter eine Senkung des Rentenniveaus wegen der höheren Lebenserwartung hinnehmen müssen, um eine Erhöhung des Steueranteils in der Rentenversicherung zu verhindern, brauchen Beamte, deren Altersversorgung vollständig aus Steuergeldern bezahlt wird, keinerlei Abstriche trotz höherer Lebenserwartung befürchten. Da stimmt die Logik einfach nicht.
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Milady de Winter
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Milady de Winter » Sa 27. Apr 2019, 13:33

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:25)

Sehr schön, Du weisst aber, was ein normal angestellter AN für seine KV bezahlt und dann noch schlechteren Service beim Arzt bekommt, da gesetzlich versichert?

Das mit dem schlechteren Service ist stellenweise nicht von der Hand zu weisen - hingegen ist bei privat Versicherten lange nicht alles Gold was glänzt, und dafür wird z.T. das doppelte oder fast dreifache eingestrichen. Als single GKV mit hohem Gehalt ist man da sicher am schlechtesten dran, aber im Gegenzug muss man so gut wie keine Rechnung selbst begleichen, und wenn man Familie hat, dann kannst du im Zweifelsfall alle über einen Beitragszahler mitversichern. Das ist in meinen Augen schon mehr als ausgleichende Gerechtigkeit.

Und ich habe keinen Beamtenstatus.
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Alana4
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alana4 » Sa 27. Apr 2019, 13:44

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:25)

Sehr schön, Du weisst aber, was ein normal angestellter AN für seine KV bezahlt und dann noch schlechteren Service beim Arzt bekommt, da gesetzlich versichert?


Ich weiß es sogar ganz genau! Weil selbst (freiwillig) gesetzlich versichert und Ehemann Beamter mit Beihilfe und PKV. Und ich kann dir versichern: was er erhält an medizinischer Versorgung ist punktgenau das Gleiche wie das, was ich erhalte. Keine Sonderbehandlung weit und breit erkennbar.
die Beihilfe übernimmt ohnehin nur kosten in der Höhe, wie sie auch für gesetzl. Versicherte im Katalog stehen. Und jede Super-Duper-Privat-Leistung in der medizinischen Versorgung muss in der PKV mit hohen Beiträgen bezahlt werden. die wenigsten Allerwelts-Normal-Beamten haben das. Die Mehrheit hat einen PKV-Beitrag, der einigermaßen bezahlbar ist und im Gegenzug auch nur das abdeckt, was jedermann so unter "Kassenleistung" versteht.
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 13:44

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:25)

Sehr schön, Du weisst aber, was ein normal angestellter AN für seine KV bezahlt und dann noch schlechteren Service beim Arzt bekommt, da gesetzlich versichert?


Hab ich nicht deutlich genug gemacht, dass ich das berücksichtige? Darum mein Hinweis auf die 50%

Ich persönlich bin über die Heilfürsorge versichert. Die Leistungen entsprechenen denen der GKV, ohne allerdings die Präventionsprogramme.

Meine Familie versichere ich über eine PKV. Das ist mein AN-Anteil von 30%. Für diese 30% bekomme ich Privatleistungen. Die Leistungen der restlichen 70% liegen zwischen PKV und GKV. Dabei trage ich von den real anfallenden Leistungen je nach Besoldungsgruppe einen jährlichen Eigenanteil.

Abgerechnet wird wie bei einer PKV, deren Leistungen allerdings nicht identisch mit der Beihilfeleistung ist. Dort bleiben also regelmäßig Kosten übrig, die ich selber tragen muss oder bei denen ich vor Begleichung der Liquidation mit dem Arzt in den "Rechtstreit" gehen muss.

Dazu kommt, dass ich häufig die Rechnungen erst einmal vorstrecke, was von der Bearbeitungsdauer meines Antrags abhängig ist.

Zu guter Letzt muss ich mich über 40 Jahre über eine Anwartschaft versichern, die keine aktiven Leistungen beinhaltet und mir nur eine Übernahme in die KV sichert.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 27. Apr 2019, 13:49

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:27)

Welt 27. Februar 2019 Alles andere als unterbezahlt
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"In der Summe gestaltet sich die Situation der Staatsbediensteten keineswegs so schlecht, wie es den Anschein hat und oftmals vermittelt wird.
Das gilt vor allem, wenn man die Gehaltsentwicklung an der Produktivität misst. Wie genau sich die Produktivität der öffentlichen Hand verbessert hat, lässt sich nur schwer ermitteln. Normalerweise sind für eine solche Messung nämlich Marktpreise erforderlich, und solche gibt es für staatliche Dienstleistungen per Definition nicht. Fest steht jedoch, dass Service-orientierte Bereiche der Wirtschaft insgesamt geringere Effizienz-Fortschritte machen als zum Beispiel die Industrie, wo der Einsatz von Robotern im Lauf der Zeit spürbar zugenommen hat. Es dürfte also plausibel sein anzunehmen, dass Staatsdiener heute nur wenig produktiver sind als zum Beispiel vor zehn oder 20 Jahren."


Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht aber nach wie vor folgender: Während Angestellte und nicht-beamtete Arbeiter eine Senkung des Rentenniveaus wegen der höheren Lebenserwartung hinnehmen müssen, um eine Erhöhung des Steueranteils in der Rentenversicherung zu verhindern, brauchen Beamte, deren Altersversorgung vollständig aus Steuergeldern bezahlt wird, keinerlei Abstriche trotz höherer Lebenserwartung befürchten. Da stimmt die Logik einfach nicht.


Sorry, wenn ich dich drauf hinweisen muss, dass der Artikel den du zitierst, den öffentlichen Dienst betrifft, nicht Beamte im Speziellen.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 13:52

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:22)

Ach? :D


Zweifelst du daran?

Es gibt auch eine "Zulage" für Verheiratete.

Die Besoldung ist modular aufgebaut. Es gibt ein Grundgehalt, dass für alle Beamten des Bundes, des Landes oder der Kommunen gleich ist. Dazu kommen die "Zulagen". Sie stellen den Beamten aber nicht gegenüber den Angestellten besser, sie schaffen innerhalb der Beamten diesen Ausgleich.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » Sa 27. Apr 2019, 14:02

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:27)
Welt 27. Februar 2019 Alles andere als unterbezahlt
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"In der Summe gestaltet sich die Situation der Staatsbediensteten keineswegs so schlecht, wie es den Anschein hat und oftmals vermittelt wird.
Das gilt vor allem, wenn man die Gehaltsentwicklung an der Produktivität misst. Wie genau sich die Produktivität der öffentlichen Hand verbessert hat, lässt sich nur schwer ermitteln. Normalerweise sind für eine solche Messung nämlich Marktpreise erforderlich, und solche gibt es für staatliche Dienstleistungen per Definition nicht. Fest steht jedoch, dass Service-orientierte Bereiche der Wirtschaft insgesamt geringere Effizienz-Fortschritte machen als zum Beispiel die Industrie, wo der Einsatz von Robotern im Lauf der Zeit spürbar zugenommen hat. Es dürfte also plausibel sein anzunehmen, dass Staatsdiener heute nur wenig produktiver sind als zum Beispiel vor zehn oder 20 Jahren."

Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht aber nach wie vor folgender: Während Angestellte und nicht-beamtete Arbeiter eine Senkung des Rentenniveaus wegen der höheren Lebenserwartung hinnehmen müssen, um eine Erhöhung des Steueranteils in der Rentenversicherung zu verhindern, brauchen Beamte, deren Altersversorgung vollständig aus Steuergeldern bezahlt wird, keinerlei Abstriche trotz höherer Lebenserwartung befürchten. Da stimmt die Logik einfach nicht.

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Apr 2019, 13:49)
Sorry, wenn ich dich drauf hinweisen muss, dass der Artikel den du zitierst, den öffentlichen Dienst betrifft, nicht Beamte im Speziellen.

Und Beamte erbringen ihre Dienstleistungen nicht im Rahmen des Öffentlichen Dienstes? ;) Außerdem wird in dem zitierten Beispiel auf beamtete Lehrer in Berlin hingewiesen. Bevor ich hier keine Zahlen sehe, die zwischen Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst aussagekräftig unterscheiden, verweise ich auf meine Quelle.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 27. Apr 2019, 14:14

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 14:02)

Und Beamte erbringen ihre Dienstleistungen nicht im Rahmen des Öffentlichen Dienstes? ;) Außerdem wird in dem zitierten Beispiel auf beamtete Lehrer in Berlin hingewiesen.


aber Ausgangspunkt des Artikels waren Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Und die betreffen Beamte nun mal gar nicht. Scheint wohl so zu sein, dass der Autor des Artikels selbst nicht genau weiß was er eigentlich sagen will. Zumal Berlin seine Lehrer grundsätzlich nicht verbeamtet. ;)
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » Sa 27. Apr 2019, 14:49

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"In der Summe gestaltet sich die Situation der Staatsbediensteten keineswegs so schlecht, wie es den Anschein hat und oftmals vermittelt wird.
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3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Apr 2019, 14:14)
aber Ausgangspunkt des Artikels waren Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Und die betreffen Beamte nun mal gar nicht. Scheint wohl so zu sein, dass der Autor des Artikels selbst nicht genau weiß was er eigentlich sagen will. Zumal Berlin seine Lehrer grundsätzlich nicht verbeamtet. ;)

Ergebnisse von Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst werden in der Regel für Beamte übernommen. Es gibt keine empirischen Daten, die zeigen, dass Beamte bei vergleichbarer Arbeit schlechter verdienen, als Angestellte im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft. Das nach der Rentenreform von Rot-Grün größer gewordene Ungleichgewicht zwischen Pensionen und Renten kann so nicht gerechtfertigt werden.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 16:54

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 14:49)
Es gibt keine empirischen Daten, die zeigen, dass Beamte bei vergleichbarer Arbeit schlechter verdienen, als Angestellte im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft.


Na, dann gibt es ja auch keine Zahlen, die das Gegenteil belegen.

Es wird viel gefachsimpelt und wenig belegt. Grundsätzlich sind sich aber alle einig, dass Angestellte aktuell den Haushalt stärker belasten, als vergleichbare Beamte. Ist schon so, wenn man dem Gesetz der Logik folgt.

Die Ruhestandberechnungen für Angestellte können aber in der aktuellen Praxis nicht übernommen werden. Entweder gleicht man die Berechnungen und damit das Brutto an oder man schafft hundertausende aktuelle und zukünftige Sozialfälle.

Ganz zu schweigen davon, dass sich niemand mehr antun wird, sich in dieses Korsett zu zwängen und einige Bereiche des aktuellen Beamtentums vor massive Nachwuchsprobleme gestellt werden oder die öffentlichen Haushalt massiv höher belastet werden.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » So 28. Apr 2019, 06:21

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 14:49)
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Es geht ja nicht darum, dass Beamte mehr verdienen als Nicht-Beamte, sondern dass sie keinen oder einen zu geringen Beitrag zur längeren Lebenserwartung und den damit verbundenen Problemen für die steuerfinanzierte Altersversorgung leisten. Diesen Beitrag haben Angestellte schon geleistet und leisten ihn weiter bis zum angepeilten Rentenniveau von 43%.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » So 28. Apr 2019, 06:40

Wähler hat geschrieben:(28 Apr 2019, 06:21)

Es geht ja nicht darum, dass Beamte mehr verdienen als Nicht-Beamte, sondern dass sie keinen oder einen zu geringen Beitrag zur längeren Lebenserwartung und den damit verbundenen Problemen für die steuerfinanzierte Altersversorgung leisten. Diesen Beitrag haben Angestellte schon geleistet und leisten ihn weiter bis zum angepeilten Rentenniveau von 43%.


Noch einmal, sie leisten ihn.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » So 28. Apr 2019, 07:13

Wähler hat geschrieben:(28 Apr 2019, 06:21)
Es geht ja nicht darum, dass Beamte mehr verdienen als Nicht-Beamte, sondern dass sie keinen oder einen zu geringen Beitrag zur längeren Lebenserwartung und den damit verbundenen Problemen für die steuerfinanzierte Altersversorgung leisten. Diesen Beitrag haben Angestellte schon geleistet und leisten ihn weiter bis zum angepeilten Rentenniveau von 43%.

McKnee hat geschrieben:(28 Apr 2019, 06:40)
Noch einmal, sie leisten ihn.

Die Faktenlage ist eine andere:
Pensionslasten schon jetzt dramatisch hoch
https://www.focus.de/finanzen/altersvor ... 19726.html
Zwar versucht der Bund seit 2007, ein Polster anzulegen. Doch das beläuft sich bisher auf gerade einmal 14 Milliarden Euro. Jahrzehntelang hat er hohe Pensionszusagen gegeben, „aber zunächst lange keine Rücklagenbildung“ betrieben, kritisiert Raffelhüschen...Die Länder müssten schon jetzt ein Fünftel ihres Budgets für ihre Beamten ausgeben. Der Wert werde sich „fast verdoppeln, so dass irgendwann gar nichts mehr übrig bleibt für andere Ausgaben“.

"Daneben spricht sich Raffelhüschen wie auch viele Wirtschaftsvertreter für eine stärkere Anpassung der Pensionen an das Rentensystem aus. Insbesondere der Nachhaltigkeitsfaktor, der seit 2004 den Rentenanstieg drosselt, müsse endlich auch auf Pensionen angewandt werden. Dieser Reformschritt könnte die Ausgaben langfristig am effektivsten begrenzen, so Raffelhüschen.
Stand jetzt gilt: Das Rentenniveau soll bis 2030 auf 43 Prozent absinken, während das Pensionsniveau weiter bei 71,75 Prozent liegt. Und das ist nur eines von vielen Privilegien der Beamten, die am Ende der Steuerzahler finanzieren muss."

Angestellte und nicht-beamtete Arbeitnehmer verzichten seit 2004 durch die Absenkung des Rentenniveaus auf Altersbezüge, damit der steuerfinanzierte Rentenanteil nicht steigt, während der Steuerzahler für das gleich bleibende Pensionsniveau proportional immer mehr in den Haushalten von Bund und Ländern finanzieren muss.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Julian » So 28. Apr 2019, 18:32

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Apr 2019, 14:14)
Zumal Berlin seine Lehrer grundsätzlich nicht verbeamtet. ;)


Ja, das ist korrekt - offenbar hat man festgestellt, dass verbeamtete Lehrer sehr viel häufiger blau machen als ihre angestellten Kollegen und will sich das nicht unbedingt antun.

Berliner Beamte sind wesentlich häufiger dauerkrank als gleichaltrige Kollegen im Angestelltenstatus. Dies belegen Krankheitsstatistiken der Senatsverwaltung für Finanzen. Die Krankheitsquote der Beamten klafft in bestimmten Alterskohorten sogar um mehr als 100 Prozent auseinander. Der Landeschef des Berliner Beamtenbundes, Frank Becker, erklärt die Differenz gegenüber dem Tagesspiegel damit, dass „der wirtschaftliche Druck“ bei den Tarifbeschäftigten größer sei und sie daher „nicht vollständig gesundet“ wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten.

Wie groß der Unterschied sein kann, lässt sich am Beispiel der 40- bis 50-Jährigen zeigen. Bei den Angestellten sind drei Prozent von ihnen zwischen sechs Wochen und einem halben Jahr krank, bei den Beamten aber 6,5 Prozent. „Danach sind verbeamtete Lehrkräfte mehr als doppelt so häufig krank wie angestellte Lehrkräfte“, schlussfolgert Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD). In einer „groben Kalkulation“ benötige man demnach 3,5 Prozent mehr Beamte. Wenn man dieser Kalkulation folgt, würde Berlin einen hohen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen müssen, um allein die zusätzlichen Kosten auszugleichen, die durch den höheren Vertretungsbedarf verbeamteter Lehrkräfte entstehen.

Die Krankheitsdauer ab sechs Wochen ist vor allem deshalb relevant, weil danach die volle Entgeltfortzahlung für Tarifbeschäftigte endet, für Beamte aber nicht, da ihnen eine unbegrenzte volle Lohnfortzahlung sicher ist.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/deba ... 05510.html
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » So 28. Apr 2019, 18:37

Julian hat geschrieben:(28 Apr 2019, 18:32)

Ja, das ist korrekt - offenbar hat man festgestellt, dass verbeamtete Lehrer sehr viel häufiger blau machen als ihre angestellten Kollegen und will sich das nicht unbedingt antun.


https://www.tagesspiegel.de/berlin/deba ... 05510.html


Ich würde vor diesem Intergrund eher dafür plädieren, das Krankengeld abzuschaffen, damit Arbeitnehmer vollständig gesunden können, bevor sie in den Job zurückkehren. Die Gründe für die Diskrepanz wurden genannt.

Für dich Grund für erweitertes Bashing. Langsam wird es grenzwertig.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Julian » So 28. Apr 2019, 18:40

McKnee hat geschrieben:(28 Apr 2019, 18:37)

Ich würde vor diesem Intergrund eher dafür plädieren, das Krankengeld abzuschaffen, damit Arbeitnehmer vollständig gesunden können, bevor sie in den Job zurückkehren. Die Gründe für die Diskrepanz wurden genannt.

Für dich Grund für erweitertes Bashing. Langsam wird es grenzwertig.


Was soll daran Bashing sein? Beamte machen doch nachweislich mehr blau, und die Gründe dafür sind doch auch klar: Sie können nicht gekündigt werden und sind finanziell im Gegensatz zu Angestellten auch nach 6 Wochen sehr gut gestellt. Da gibt es eben neben tatsächlich Kranken sicher auch viele Leute, die das ausnutzen, zumal sie auf Leute wie Sie zählen können, die das auch noch verteidigen.

Gerade bei Lehrern sehe ich auch keinerlei Grund für die Verbeamtung.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 28. Apr 2019, 18:44

Julian hat geschrieben:(28 Apr 2019, 18:32)

Ja, das ist korrekt - offenbar hat man festgestellt, dass verbeamtete Lehrer sehr viel häufiger blau machen als ihre angestellten Kollegen und will sich das nicht unbedingt antun.



Die Verbeamtung von Lehrern erschließt sich mir sowieso nicht.
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Beitragvon McKnee » So 28. Apr 2019, 18:46

Julian hat geschrieben:(28 Apr 2019, 18:40)

Was soll daran Bashing sein? Beamte machen doch nachweislich mehr blau, und die Gründe dafür sind doch auch klar: Sie können nicht gekündigt werden und sind finanziell im Gegensatz zu Angestellten auch nach 6 Wochen sehr gut gestellt. Da gibt es eben neben tatsächlich Kranken sicher auch viele Leute, die das ausnutzen, zumal sie auf Leute wie Sie zählen können, die das auch noch verteidigen.



Du redest ohne Bezug zu den Fakten bzw MIßachtung derselebn um deine Parolen herum. Ich würde deine Einwürfe als Bashing klassifizieren.

Es gibt auch Angestellte, die das System ausnutzen und geschickt um Krankengeld herum krank feiern. Wieder mal nur ein Stammtischargument.

Wer halbwegs zur gesellschaftlichen Diskussion befähigt ist, würde aus dem Bericht die Forderung formulieren, das Krankengeld abzuschaffen, um der Gesundheit aller Arbeitnehmer Rechnung zu tragen.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alpha Centauri » So 28. Apr 2019, 18:57

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(28 Apr 2019, 18:44)

Die Verbeamtung von Lehrern erschließt sich mir sowieso nicht.


Das Beamtentum als ganzes mit seinen Privilegien erschließt sich nicht und ist ungerecht und unfair gegenüber Angestellten.

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